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Hat die Bundestag-Mediathek Sahra Wagenknechts Hinweise auf Stratfor-Rede zensiert? (Update)   1 comment

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Bei einer Rede von Sahra Wagenknecht vor dem deutschen Bundestag fehlten in der Mediathek des Bundestages die ersten 3 Minuten und das Video begann statt um 9:27 erst um 9:30 Uhr.
Wenn der Beginn fehlt, kann das kaum mit einem technischen Fehler erklärt werden, da hierzu ein Schnitt notwendig wäre. Ohne diesen Schnitt würden in der Videodatei die entscheidenden Codec-Informationen fehlen, die das Abspielen überhaupt ermöglichen.

 

Am Samstag, dem 14.3. haben wir hier über eine Rede und Pressekonferenz des Stratfor-Chefs George Friedman berichtet, die die Hintergründe der US-Politik offenbart, wie sie sich heute im Ukraine-Konflikt manifestieren. Diese Rede wird von den Staatsmedien nach wie vor totgeschwiegen, da sie die Lügenpropaganda vom “bösen Russen, der die Ukraine destabilisiert” unterlaufen würde.

5 Tage später hält die Linken-Abgeordnete Sahra Wagenknecht im Bundestag eine Rede, in der sie gleich zu Beginn auf die Äußerungen Friedmans Bezug nimmt:
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Sahra Wagenknecht: “Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Bundeskanzlerin!
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Zu ihren besten Zeiten hatte die deutsche Außenpolitik zwei Prioritäten. Das waren die europäische Einigung und eine Politik der guten Nachbarschaft gegenüber Russland. Es sollte Ihnen schon zu denken geben, Frau Merkel – wenn Sie bitte zuhören könnten – dass Nationalismus und Zwietracht in Europa, knapp zehn Jahre nachdem Sie das Kanzleramt übernommen haben, wieder gedeihen wie lange nicht mehr und im Verhältnis zu Russland die Entspannungspolitik einem neuen Kalten Krieg gewichen ist.
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Die spezifischen US-Interessen in Europa hat vor kurzem der Chef des einflussreichen Thinktanks Stratfor in einer Pressekonferenz in eindrucksvoller Offenheit erläutert: Hauptinteresse der Vereinigten Staaten sei es, ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland zu verhindern, denn – so wörtlich – „vereint sind sie die einzige Macht, die uns“, also die USA, „bedrohen kann“. Diese vermeintliche Bedrohung von US-Interessen wurde auf absehbare Zeit erfolgreich erledigt. Das begann eben damit, dass die EU im Rahmen der Östlichen Partnerschaft versucht hat, die betreffenden Länder aus der wirtschaftlichen und politischen Kooperation mit Russland herauszubrechen”
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Claudia Roth (laut Protokoll): “Das ist aberwitzig!”
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Sahra Wagenknecht: “Frau Merkel, natürlich war das gegen Russland gerichtet; aber es war eben auch nicht im Interesse der betreffenden Länder. Sie haben denen das Entweder-oder aufgezwungen, nicht Russland. (Beifall bei der LINKEN) Im Ergebnis hat die Ukraine einen Großteil ihrer Industrie verloren. Heute ist dieses Land ein bankrotter Staat, in dem Menschen hungern und frieren und die Löhne niedriger sind als im afrikanischen Ghana. Aber die Konfrontation mit Russland hat nicht nur die Ukraine zerstört. Sie schadet ganz Europa. Es ist doch ein offenes Geheimnis, dass die Vereinigten Staaten den Konflikt mit Russland auch aus wirtschaftlichen Gründen schüren. Wenn US-Regierungen von Menschenrechten reden, dann geht es in der Regel um Bohrrechte oder um Schürfrechte. Gerade in der Ukraine ist angesichts der großen Schiefergasvorkommen verdammt viel zu schürfen.”
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Ein aufmerksamer Beobachter hat nun festgestellt, dass ausgerechnet diese Sequenz im Videomitschnitt des Bundestags fehlt. Anders, als der oben verlinkte phoenix-Mitschnitt auf youtube, der um 9:27 Uhr beginnt, startet das in der Mediathek des Bundestages verlinkte Video erst 3 Minuten später um 9:30 Uhr, ziemlich genau nach Ende der obigen Passage ihrer Rede.
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Das hat tatsächlich ein unappetitliches Geschmäckle. Sollte sich dahinter ein “technischer Fehler” verbergen, wäre es schon sehr merkwürdig, wenn er ausgerechnet den Beginn von Wagenknechts Beitrag mit dieser brisanten Information betreffen sollte. Es kann vorkommen, dass Dateien nicht komplett auf einen Server hochgeladen werden. Dann fehlt logischerweise das Ende oder sie sind komplett korrumpiert und nicht abspielbar.
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Wenn jedoch der Beginn fehlt, kann das kaum mit einem technischen Fehler erklärt werden, da hierzu ein Schnitt notwendig wäre. Ohne diesen Schnitt würden in der Videodatei die entscheidenden Codec-Informationen fehlen, die das Abspielen überhaupt ermöglichen.
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Das schriftliche Bundestagsprotokoll enthält – anders als das Video – die entscheidende Passage komplett und diente hier als Vorlage für das Transkript.

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Update: Mittlerweile ist die volle Rede der Abgeordneten Wagenknecht auch in der Mediathek des Bundestages verfügbar. Eine Erklärung für den Vorgang haben wir bisher nicht gefunden.

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Hat die Bundestag-Mediathek Sahra Wagenknechts Hinweise auf Stratfor-Rede zensiert?

 

Gruß Hubert

Veröffentlicht 26. März 2015 von hubert wenzl in Politik

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Transatlantische Journalisten als bewusste Täter   1 comment

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Ich hätte nie gedacht, dass es so viele transatlantische Schreiberlinge gibt, die in den Diensten der USA stehen. Erstaunlich auch wie man sich in Europa für amerikanische Interessen einspannen lässt und Spiel noch unterstützt, dass Europa und Russland sich feindlich gegenüber stehen sollen. Man opfert die europäischen Interessen auf dem Altar der sogenannten „transatlantischen Freundschaft“. Wie freundlich die USA gegenüber Europa steht wäre genauer zu überprüfen. Man erinnere sich an den Ausspruch „fuck the EU“ von Victoria Nuland und auch von Obama ist bekannt dass er von Europa sehr wenig hält.

70% der medienkritischen Beobachter sehen transatlantische Journalisten als bewusste Täter

Man kann es durchaus eine Expertenumfrage nennen, schließlich handelt es sich bei den Lesern der Propagandaschau mehrheitlich um besonders medienkritische und politisch weit überdurchschnittlich informierte Leser.

Die Frage nach der Rolle der Propaganda in deutschen Medien zieht zwangsläufig die Frage nach der Verantwortung der Täter nach sich. Die westlich orientierte Propaganda an sich ist evident und nicht nur in diesem Blog massenhaft dokumentiert und schlüssig nachgewiesen. Schlüssig bedeutet, dass wir von der politischen Motivation bis zur realen Ausgestaltung der Propaganda eine geschlossene Beweiskette haben. Damit stellt sich die Frage, ob die Täter, die sogenannten Journalisten, sich ihrer geopolitischen Rolle in der Vorbereitung, Rechtfertigung und Legitimation von Krieg, Massenmord, Folter, Misshandlungen, Vergewaltigung, Vertreibung, Flüchtlingselend, Zerstörung von Infrastruktur und Kulturgütern sowie der Traumatisierung und Radikalisierung von Millionen Menschen, Männern, Frauen und Kindern bewusst sind.

Ihre Verteidigungslinie ist so sattsam bekannt, wie heuchlerisch, verlogen und objektiv falsch. “Responsibility to Protect” nennen sie es, Verteidigung westlicher Werte, Verbreitung von Demokratie und Freiheit. Hinter ihnen liegt eine knietiefe Blutspur quer über den Globus. Die Klebers, Buhrows, Atais, Eigendorfs und Lielischkies in den deutschen Medien haben ihren ganz persönlichen Anteil an Tod und Verheerung im Irak, Libyen, Syrien, und der Ukraine – um nur die aktuellsten und blutigsten Konflikte aufzuzählen, an deren politischer Rechtfertigung sie aktiv und aggressiv mitgewirkt haben.

Das Ergebnis unserer Umfrage, ob diese Täter bewusst und damit vorsätzlich handeln, ist differenziert und ziemlich eindeutig: Rund 70% der Leser halten diese Kriegsvorbereiter für bewusst und damit reflektiert handelnde Täter. 39.33% gehen davon aus, dass diese Täter ihre geopolitische Rolle kennen und damit die Opfer ganz bewusst in Kauf nehmen. Weitere 28.77% gestehen den Tätern zu, dass sie zwar bewusst handeln, ihre Verantwortung für die Opfer aber psychisch verdrängen. 22.59% der Leser meinen, dass die Täter tatsächlich die eigene Propaganda von der Verbreitung von Demokratie und Freiheit glauben. Rund 6% sehen bei den Tätern unterschiedliche Fähigkeiten zur Reflexion über die Eigenverantwortung und 4% sehen Journalisten, die von sich glauben, dass sie nur berichten – ihre eigene politische Bedeutung also nicht reflektieren können oder wollen.

 

Umfrage_Journalisten_Verantwortung

 

Transatlantische Journalisten als bewusste Täter

 

Gruß Hubert

Bunte Revolutionen: Eine neue Art der US-Kriegsführung   Leave a comment

Der russische Journalist Andrew Korybko beschreibt die „bunte Revolution“ als wichtigen Bestandteil der verdeckten US-Kriegsführung.

Von Andrew Korybko
Information Clearing House, 12.10.14

Gegenwärtig ist weltweit eine Veränderung der US-Strategie zu beobachten. Die USA sind dabei, ihr Rolle als „Weltpolizist“ aufzugeben und zum aus dem Hintergrund operierenden „Strippenzieher“ zu mutieren. Diese grundsätzliche Veränderung ist vor allem daran erkennbar, dass die sehr offensiv ausgerichteten US-Streitkräfte zunehmend defensiver und zurückhaltender agieren. Teil dieser Transformation ist auch das Ersetzen von Einheiten der regulären US-Truppen durch Spezialkräfte Auch von Privatfirmen angeheuerte Söldner (Private Military Contractors / PMCs) spielen eine immer wichtigere Rolle in der US-Strategie. Das heißt natürlich nicht, dass die USA nicht mehr militärisch intervenieren können oder wollen – keineswegs – aber die neue US-Strategie bevorzugt indirektere und heimtückischere Methoden der Einflussnahme und startet nicht mehr sofort Invasionen mit großflächigen Bombenangriffen und (eigenen) Bodentruppen. Sie beherzigt den Rat Sunzis (eines chinesischen Militärstrategen, der empfohlen hat: „Die höchste Kriegskunst besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne Kampf zu brechen.“

Das Ergebnis ist eine Mischung aus „bunten Revolutionen“, asymmetrischen Kriegen und dem Einsatz von Söldnern; der direkte Einsatz von US-Kampftruppen lässt sich vermeiden, weil die Stellvertreterkriege von regionalen Verbündeten geführt werden. Indem sich die US- Regierung dieser schmutzigen Methoden bedient, kann sie so tun, als habe sie mit den (von ihr inszenierten) Konflikten überhaupt nichts zu tun. Da keine regulären US-Truppen eingesetzt werden, ist das Risiko, dass es zu einer direkten Konfrontation der USA mit Russland, China oder dem Iran kommt, auch viel geringer, obwohl es in den Stellvertreterkriegen eigentlich nur darum geht, den Einfluss dieser drei Staaten zu verringern.

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Cartoon: Carlos Latuff, Wikimedia, copyright free
Wir sind hier, um Demokratie zu bringen!
Sprechen Sie mir nach
DE-MO-KRA-TIE!

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Der auf ganz Eurasien ausgerichtete Plan der strategischen Destabilisierung und Zerschlagung von Staaten geht auf Zbigniew Brzezinski und das von ihm entwickelte Konzept der Balkanisierung Eurasiens zurück. Die USA sind bei der Umsetzung seines Konzepts flexibel und geben nicht auf, wenn die Destabilisierung irgendwo ins Stocken gerät. Wenn das geschieht, wie es in der Ukraine, in Syrien und im Irak geschehen ist und demnächst vielleicht auch im Südchinesischen Meer geschehen wird, begnügt man sich erst einmal damit, in den an Russland und China angrenzenden Staaten, die sich zur Aufstellung von Raketenabschussbasen eignen würden, ein größtmögliches Chaos anzurichten. Dabei geht es darum, total destabilisierte „schwarze Löcher“ zu schaffen, die Moskau, Peking und Teheran große Probleme bereiten, unabhängig davon, „ob diese intervenieren oder nicht intervenieren“. Natürlich wäre es den USA am liebsten, wenn die ins Visier genommenen Staaten (Russland, China und der Iran) in das Desaster hineingezogen und selbst ausgeblutet und destabilisiert würden – wie die Sowjetunion im sowjetisch-afghanischen Krieg, den Brzezinski vor mehr als 30 Jahren inszeniert hat. Das Abrücken von größeren US-Invasionen in Eurasien und der Abzug aus Afghanistan, in dem wieder Anarchie herrscht, ist gleichzeitig eine Rückbesinnung auf das Konzept Brzezinskis und könnte für die eurasischen Großmächte (Russland und China) zu einer gefährlichen Falle werden.
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Die guten Erfahrungen, die US-Regierungen mit der Ausbildung und Bewaffnung der Mudschaheddin bei der Anzettelung des sowjetisch-afghanischen Krieges gemacht haben, können rückblickend als erster erfolgreicher Schachzug der (alten und) neuen aus dem Hintergrund agierenden US-Strategie angesehen werden. Schon damals hat die US-Regierung Pakistan und andere islamische Staaten dazu angestiftet, in Afghanistan die Saat der Verwirrung zu säen, und dabei gleichzeitig die internationale Söldnertruppe Al-Qaida geschaffen, die Afghanistan so destabilisiert hat, dass die Sowjetunion dem Drang, einzugreifen, nicht widerstehen konnte. Das war die von Anfang an verfolgte Absicht, und sie war äußerst erfolgreich. Der Stellvertreterkrieg in Afghanistan war gleichzeitig der Höhepunkt des Kalten Krieges; er störte das internationale „Gleichgewicht des Schreckens“ und leitete den Zusammenbruch der Sowjetunion ein, der 1991 erfolgte. Damit zerbrach auch das globale Gleichgewicht (der beiden Weltmächte), und die USA blieben als einzige Supermacht übrig. Die in Afghanistan praktizierte US-Strategie des Agierens aus dem Hintergrund wurde anschließend als überholt angesehen, denn die USA hatten jetzt die Macht und Möglichkeit, überall auf der Welt direkt und mit eigenen Streitkräften einzugreifen.

Der unipolare Versuch, den US-Machtbereich durch Schock und Entsetzen auszudehnen

Trunken vor Macht nach dem Sieg im Kalten Krieg, lösten die USA eine ganze Flut militärischer Interventionen aus, die mit dem Ersten Golfkrieg (Vater Bushs) begann. Obwohl dieser Krieg als multinationale Operation ausgegeben wurde, waren die USA die treibende Kraft der sich streitenden Koalition. Einige Jahre danach bombardierten die USA dann serbische Stellungen in Bosnien, bevor sie die NATO in einen Krieg gegen Serbien um das Kosovo trieben. Die Bombardierung Serbiens machte den russischen Entscheidungsträgern klar, dass sie ihr Land vor künftigen Bedrohungen schützen mussten; deshalb begannen sie ihre Rüstungsindustrie zu modernisieren, um die USA und die NATO von einem direkten Angriff auf Russland abschrecken zu können. Das führte nicht zu einer sofortigen Änderung der US-Strategie, der Machtrausch der USA hatte seinen Höhepunkt noch nicht erreicht.
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Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 überfielen und besetzten die USA Afghanistan, ein Land auf der anderen Seite der Welt und fast im Herzen Eurasiens. Diese massive Ausweitung der US-Militärmacht und der Zugriff auf Eurasien waren beispiellos, aber noch nicht der Höhepunkt der neuen Ära nach dem Kalten Krieg. Der Gipfel des US-Machtrausches war erst mit der „Schock und Entsetzen“ verbreitenden Invasion des Iraks erreicht. Der massive US-Bombenkrieg gegen den Irak war eine Machtdemonstration, die dem Rest der Welt beweisen sollte, dass die USA als einzige Supermacht übriggeblieben waren. Deshalb schafften sie auch riesige Mengen von Soldaten und Waffen in den Mittleren Osten. Ironischerweise trugen die hohen Kriegs- und Besatzungskosten entscheidend zum Verfall der Macht der USA bei und ermöglichten es anderen Staaten wie Russland und China die Herausforderung anzunehmen und ihre eigenen Interessensphären gegen den Anspruch der USA zu verteidigen.

Die Balkanisierung Eurasiens

1997, mitten in der unipolaren Phase, veröffentlichte Brzezinski sein Buch „The Grand Chasboard“ [Das große Schachbrett, in dem er den USA empfahl, ihre geostrategischen Bemühungen auf Eurasien zu konzentrieren; dazu machte er auch wichtige Vorschläge. Er forderte die USA auf, sich die Vorherrschaft über Eurasien zu sichern und deshalb mit allen Mitteln ein Bündnis zwischen Russland und China zu verhindern. Die strategische „Balkanisierung“ möglichst vieler Gesellschaften auf dem riesigen eurasischen Kontinent sah er als bestes Mittel zu dessen Destabilisierung an. Logisch zu Ende gedacht, schlug er vor, Eurasien mit eine Welle inszenierter ethnischer, religiöser und politischer Konflikte in die Anarchie zu stürzen und damit letztlich auch Russland, China und den Iran zu zerschlagen. Die US-Kriege in Afghanistan und im Irak und ihre chaotischen Nachwirkungen können durchaus der Philosophie Brzezinskis zugeschrieben werden. Um die Destabilisierung Eurasiens zu beschleunigen und sich mehr Einfluss in Asien zu verschaffen, streben die USA auch heute noch Regimewechsel in wichtigen Staaten an.

Regimewechsel

Regimewechsel gehörten schon immer zum Instrumentarium der US-Außenpolitik, auch schon bei dem verdeckt inszenierten Sturz der syrischen Regierung im Jahr 1949. Die CIA hat seither schätzungsweise mehr als 50 Regierungen gestürzt oder zu stürzen versucht, die US-Beteiligung wurde aber nur bei sieben Staatsstreichen zugegeben [Karte s. hier]. Die Beteiligung der USA an Staatsstreichen kann direkt oder indirekt erfolgen. Direkt beteiligt an Staatsstreichen waren die USA zum Beispiel 1989 in Panama und 2003 im Irak und indirekt an dem Umsturz der 1953 im Iran stattfand, ebenso an allen durch bunte Revolutionen herbeigeführten Regimewechseln.
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Der Regimewechsel in der Ukraine hat die US-Regierung nur 5 Milliarden Dollar gekostet, also nur einen Bruchteil der Kosten verursacht, die entstanden wären, wenn einmarschierende US-Truppen Janukowytsch gestürzt hätten. Außerdem wäre das wegen möglicher internationaler Verwicklungen und der wiedererstarkten russischen Streitkräfte kaum möglich gewesen und hätte sogar einen Krieg zwischen den USA und Russland auslösen können. Wenn auch die Interessen anderer Großmächte eine Rolle spielen, sind bei einem beabsichtigten Regimewechsel verdeckte Maßnahmen vorzuziehen. Die durch einen Regimewechsel an die Macht gehievte Regierung muss auch international anerkannt werden. Da die westliche Demokratie als rechtmäßige Regierungsform anerkannt ist, wird ein Regime, das durch eine vom Westen inszenierte bunte Revolution an die Macht gekommen ist, vom Westen auch sofort als legitim anerkannt.

Bunte Revolutionen

Vom Westen inszenierte bunte Revolutionen dienen dazu, pro-westliche Staatsstreiche zu provozieren. Dabei werden vor allem soziale Medien und NGOs genutzt, um Gesellschaften zu infiltrieren, pro-westlichen Gruppierungen Einfluss zu verschaffen und diesen nach dem Sturz der bisherigen Regierung die Machtübernahme zu ermöglichen. Weil unzufriedene Menschen leicht zu manipulieren sind, wird der Eindruck erweckt, die Masse der Bevölkerung erhebe sich gegen ein tyrannisches Regime. Die westlichen Medien stellen in ihrer irreführenden Berichterstattung inszenierte Staatsstreiche als Wechsel zur Demokratie dar und verunglimpfen gleichzeitig alle legitimen Versuche der bisherigen Regierungen, Staatsstreiche zu verhindern, als illegitime Unterdrückungsmaßnahmen. Mit der von Gene Sharp entwickelten Taktik der „gewaltfreien Aktion“ lässt sich der soziale Protest der auf der Straße demonstrierenden Menschenmassen leicht manipulieren und in eine ganz andere Richtung lenken.
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Diese neue Methode der Kriegsführung ist äußerst effektiv, weil sie die Führung des angegriffenen Staates in eine kaum zu meisternde Zwangslage bringt: Kann die angegriffene Regierung Gewalt gegen protestierende Zivilisten anwenden, die nicht erkennen, dass sie politisch manipuliert und von militanten rechten Drahtziehern als menschliche Schutzschilde benutzt werden? Wie soll die angegriffene Regierung verhindern, dass die westlichen Medien sie vor der Staatengemeinschaft diskriminieren, selbst wenn sie sich nur mit legalen Maßnahmen zur Wehr setzt? Die Strategie der bunten Revolutionen erinnert an Catch-22 (einen Roman von Joseph Heller, weil sie der angegriffenen Regierung unlösbare Probleme aufhalst; deshalb ist es auch nicht schwierig, zu verstehen, warum in postsowjetischen Staaten und auch darüber hinaus bunte Revolutionen inszeniert wurden und immer noch werden.
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Die bunten Revolutionen haben die traditionellen CIA-Staatsstreiche abgelöst und sind zur bevorzugten Methode bei allen verdeckt inszenierten Regimewechseln geworden.

Andrew Korybko ist der politische Korrespondent der STIMME RUSSLANDS für die USA; er lebt und studiert derzeit in Moskau und schreibt ausschließlich für die ORIENTAL REVIEW.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Quelle:

http://principiis-obsta.blogspot.it/2014/10/bunte-revolutionen-eine-neue-art-der-us.html

 

Gruß Hubert

Kiew: Namenlose Gräber und ein Krematorium   Leave a comment

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Hier ein Artikel von hinter-der-fichte, der zeigt wie falsch wir von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten informiert werden.

Kiew: Namenlose Gräber und ein Krematorium

 

Hunderte Morde, Folter und Gräueltaten: Der Leichenberg der ukrainischen Faschisten ist viel höher als bekannt. Mit der bei ARD-Monitor vorgeführten Salami-Taktik der Kiewer Putschisten, nur zu „ermitteln“ was ohnehin schon jeder weiß, soll Zeit gewonnen werden.

 

Sicherheitsorgane verweigern Putschisten die Gefolgschaft

Die Reise Jazenjuks nach Donezk heute am 11. 4. 2014 wurde aus Furcht vor den antifaschistischen Aufständischen geheim gehalten. Der selbsternannte Innenminister hatte mit militärischer Gewalt gegen die Demonstranten und Hausbesetzer gedroht. Der Putschisten-Chef (EU-Sprech: „Premierminister“) rudert jetzt zurück und verspricht jetzt alles Mögliche, nur um Ruhe zu haben. Er hat berechtigtes Fracksausen nachdem nun auch die Alpha-SEKs den Faschisten die Gefolgschaft verweigert haben. In Charkow hatten sie noch das besetzte Gebäude geräumt, aber nur weil ihnen gesagt wurde, es seien schwerbewaffnete Terroristen dort verschanzt. Alpha hat nun mitgeteilt, dass sie zur Geiselbefreiung oder Terrorbekämpfung geschaffen wurden und nicht um gegen das Volk eingesetzt zu werden. Der Widerstand in den bewaffneten Organen im Osten und Süden der Ukraine gegen die Putschisten-„Regierung“ ist evident, wie dieses Beispiel zeigt: Der Miliz-Offizier Oberstleutnant Tschuikow hat sich geweigert, weiter „kriminelle Befehle“ entgegenzunehmen und den Dienst quittiert. Die NATO hat den Osten und Süden der Ukraine bereits aufgegeben. Die Marionetten in Kiew glauben die eigenen Lügen von Putins bevorstehendem Einmarsch und haben nur noch 2.000 Soldaten dort. Die anderen sollen Kiew als „Volksturm“ verteidigen.

 

Faschisten auf Kommandoposten

Die EU- und die BRD-Blockparteien versuchen den Faschismus-Vorwurf herunterzuspielen. In Deutschland sind besonders die Grünen darin aktiv.
Sie verschwiegen, dass alle Machtpositionen von Faschisten, die den Putsch ausführten, besetzt sind. Z. B. der Verteidigungsminister kam von der Swoboda. Parubij, der Kommandant des Maidan in dessen Hoheit die tödlichen Sniper agierten, ist jetzt Sekretär des Sicherheitsrates der Ukraine und Chef der „Nationalgarde“ im Stile der SA. Er kam von der nationalsozialistischen Partei. Jarosch ist der Chef des Rechten Sektors. Der Generalstaatsanwalt kommt von der Swoboda. Grüne aufgepasst: Auch die Umwelt- und Landwirtschaftsminister sind Faschisten.

„Verschleppt und verbrannt“

Putschisten ermorden das eigene Volk: Die „Ärzte des Maidans“ sind der vom Westen den Millionen Skeptikern und Antifaschisten in Deutschland unterstellten Nähe zu Russland völlig unverdächtig. Die Informationen der Organisation „Ärzte des Maidans“, die die medizinische Versorgung während des Aufstandes auf dem Unabhängigkeitsplatz organisierte, widersprechen trotzdem gravierend der ukrainischen Propaganda.In einem ukrainischen TV-Kanal sprechen die Mediziner von mehr als 780 Toten. National befreites Krematorium: „Diese Zahl umfasst etwa 300 Menschen, die aus dem Krankenhaus verschwunden sind. Sie wurden entführt und im Krematorium verbrannt.“ Die Angaben decken sich mit ukrainischen Medienberichten von Anfang März. Danach wurden am 24. Februar Leichenhalle und Krematorium in Kiew von Kräften des Rechten Sektors besetzt. Ihr Vorwand: Angeblich „die von Sicherheitskräften begangenen Massaker in Kiew in der Zeit vom 19. Januar bis 22. Februar 2014 zu untersuchen.“ Doch das Krematorium blieb besetzt, weit länger als für eine angebliche Spurensicherung nötig gewesen wäre. Und es arbeitete Tag und Nacht, wie Kiewer Einwohner sagen! Die Angaben sind leicht nachzuprüfen. Wir helfen gerne. Die „Ärzte des Maidans“ beschuldigen die Junta in Kiew des Weiteren, die realen Informationen über die Opfer des Maidan vorsätzlich zu manipulieren. Die Ärzte, die die Verwundeten seit November 2013 behandelten, können einerseits bezeugen, dass sowohl rund 300 Menschen, die sich nicht selbstständig bewegen konnten, aus den Krankenhäusern entführt wurden. Andererseits wäre da noch das ausgebrannte Gewerkschaftshaus. Es war von den Aufständischen besetzt und nicht in Reichweite der Berkut. Diese Feststellung ist wichtig, weil zur Stunde die Westpropaganda hektisch versucht, noch die unmögliche Kurve zu kriegen. Indem sie ausgerechnet der Berkut telekinetische Fähigkeiten unterstellt und ihr den Brand – der eine umfassende Verteilung von Brandbeschleuniger im Gebäude erforderte undim Machtbereich des Rechten Sektors lag – in die Schuhe schieben will. Der Brand erfasste 8 Etagen! Der Organisation „Ärzte des Maidans“ zufolge sind in den Flammen nicht 13 Menschen, wie die „Regierung“ behauptet, sondern rund 200 Schwerstverletzte, die ohne Hilfe das Haus nicht verlassen konnten, bei lebendigem Leib verbrannt. Auch das korrespondiert mit den westlichen Medienangaben aus jenen Tagen. Der Brand brach – im Kommandobereich von Parubij (nicht der Regierung Janukowitsch!) – genau dann aus, als wegen der drohenden Eroberung des Maidan durch die Polizei für die Faschisten die Gefahr bestand, dass Gefangene, Gefolterte und Mordopfer im Gewerkschaftshaus entdeckt würden. Die vielen verkohlten Leichen wurden laut „Ärzte des Maidan“ in einem schwarzen VW-Kleinbus ohne Kennzeichen an unbekannte Orte gebracht. Rund 20 Berkuts und weitere Milizangehörige wurden auf dem Maiden ermordet. (Wir zeigen aus ethischen Gründen keine Bilder der Opfer, aber wir berichteten über den Berkut, dem eine Hand abgehackt und ein Auge ausgestochen und dann von den Bestien medizinische Hilfe verweigert wurde. Auch das Video des geköpften Berkut ist den entsprechenden Stellen bekannt und im Internet noch zu finden. Die Berichte der Folteropfer sind ebenfalls evident. Sogar die taz berichtete wie Leute „verschwunden wurden.“) Todesopfer wurden nach dem Putsch immer wieder in den Wäldern um Kiew herum gefunden. Auch die Zahl der offiziell nur 166 Vermissten zweifeln die „Ärzte des Maidan“ an.
Hier aus einer anderen Quelle vom 4. 4. 2014 ein Massengrab und namenlose Kreuze in Browary bei Kiew.

Keine Chance für Spin Doctors

Die Berichte der „Ärzte des Maidan“ sind äußerst ernst zu nehmen. Sie waren in den Monaten der Proteste auf dem Maidan im Lager der Regierungsgegner. Es gibt triftige Gründe, wenn sie jetzt – trotz Gefahr für Leib und Leben – diese schwerwiegenden Informationen veröffentlichen. Erinnern wir uns, dass die Ärztin Bogomolets den estnischen Premier darüber informierte, dass die Opfer beider Seiten die gleichen Schusswunden aufweisen. Später wiederrief sie plötzlich diese – wie wir heute wissen – wahre Aussage. Sie wurde augenscheinlich unter Druck gesetzt. Gestern in ARD-Monitor bestätigte ein Kiewer Arzt genau diese Aussage. „Aus Opfern beider Seiten haben wir dieselbe Munition herausgeholt.“

Die Taktik auf beide Seiten zu schießen, um einen Bürgerkrieg auszulösen kennen wir aus Libyen und Syrien. Das Verschwindenlassen der Opfer und Beweise ist ebenfalls eine bekannte Taktik der NATO-Faschisten von Vietnam, über Chile bis zu den „black sites“ der CIA heute. Wenn sich jetzt die Medien im NATO-Einflussbereich in einem plötzlich ausgebrochenen pseudo-objektiven Aktionismus auf die Scharfschützen vom Maidan stürzen, dient das nur der Ablenkung vom großen Morden.

 

Vier Sniper von den US-Freunden

Doch auch die plötzlichen Sniper-Aufklärer seien gewarnt. Georgien hat bereits vier der Kiewer Sniper als Killer im Dienste Saakaschwilis identifiziert. Und der ließ sich auffällig fröhlich auf dem Maidan blicken.

Wie zu sehen ist, decken und bezahlen EU und NATO faschistische Mörder. Bewusst, heimlich, vorsätzlich. Das verstößt gegen Grundgesetz, Strafgesetze und das so gerne gegen Russland ins Feld geführte Völkerrecht. Den Haag, deutsche Staatsanwaltschaft, Politik und Medien müssen jetzt Farbe bekennen. Aber nicht wieder braun.

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/04/kiew-namenlose-graber-und-ein.html
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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 17. Mai 2014 von hubert wenzl in Politik

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Korrupte Desinformationsorgane   Leave a comment

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Hier ein Artikel von cuncti.net wie die Presse verkommt und wie sie voneinander kritik- und analyselos abschreibt. Lügen werden so vervielfacht und viele Leute glauben sie, weil es ja alle schreiben. Das ist dann gezielte Desinformation.

Wie unsere Presse zum korrupten Desinformationsorgan verkommt

Von Hadmut Danisch, zuerst erschienen auf Hadmut Danischs Blog

Presse und Rundfunk erleiden gerade einen dramatischen Qualitätssturz.

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Es gab mal eine Zeit, in der verstanden sich Journalisten als welche, die untersuchen, aufdecken, konfrontieren, überprüfen. Die nichts glauben, die nichts abschreiben, sondern der Sache auf den Grund gehen. Diese Journalisten gibt es (fast) nicht mehr.

Immer stärker werden die Medien von einem neuen Typus von Journalisten durchsetzt, die ihre Position nicht mehr als die eines Kritikers und Untersuchers, sondern nur noch als die eines Sprachrohrs verstehen.

Journalisten, die ein Produkt des Web 2.0 sind, die der Generation Blog/Facebook angehören, für die die Publikation nichts anderes mehr ist als das Durchpeitschen einer Meinung, das Betreiben von Lobbyismus, der Krieg gegen alle abweichenden Meinungen.

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Hadmut Danisch: Frauenquote – wie die Gender-Ideologie Politik, Wissenschaft, Recht und Verfassung unterwandert

Journalisten verstehen sich nicht mehr als Verpflichtete oder Verantwortliche, sondern als Berechtigte, als mit Macht ausgestattete. Als hätte man ihnen ihr Medium als Spielzeug zum persönlichen Belieben ausgehändigt, als würde die Position sie berechtigen, ihre persönlichen Launen und Kriege auszuführen. Früher nannte man so etwas Korruption, heute nennt man das Journalismus.

Ich habe in den letzten Monaten mindestends vier oder fünfmal gelesen, dass Journalistinnen sich damit brüsteten, „Chef vom Dienst” zu sein. Ich könnte mich jedoch nicht erinnern, in den 40 Jahren davor jemals gelesen zu haben, dass irgendwer mit dieser Position angegeben hätte. Und ähnliche Effekte mehr. Journalisten, und von denen fallen mir vor allem Journalistinnen negativ auf, betrachten ihre Position immer häufiger als Machtposition.

Es gab eine Zeit, in der verstanden sich Journalisten als Vertreter und Dienstleister ihrer Leser. Heute ist das genau andersherum. Heute versteht man sich als Vertreter und Dienstleister von Politik, Lobbyisten und Ideologien, und die Leser als Formungsmasse. Als Schafherde, die man lenken will.

Dazu kommt, dass Journalisten immer stärker vernetzt und in gegenseitiger Abhängigkeit sind. Ursachen dafür sind

  • Die stärkere Zentralisierung auf wenige Medienkonzerne. Bis in die 70er und 80er Jahre waren viele Zeitungen und Zeitschriften noch eigenständige und eigenwillige Organisationen und standen zudem in Wettbewerb zu einander. Heute gehören viele Zeitungen und Zeitschriften Medienkonzernen, und deren Inhalte werden oft zentral gesteuert, lobbyisiert, instrumentalisiert.
  • Die zunehmende Professionalisierung der Außendarstellung der Politik, zu der auch immer stärker die Steuerung und Einflussnahme auf die Redaktionen und sogar deren Besetzungen (etwa im öffentlichen Fernsehen) gehört.
  • Finanzielle Zwänge durch die sinkenden Umsätze. Das führt zu immer kleineren Redaktionen, die nur noch regelmäßige Ressorts betüdeln, aber nichts mehr recherchieren können. Und es führt zu immer stärkerer Abhängigkeit von Anzeigenkunden, denn Zeitungen und Zeitschriften werden heute im Vergleich zu früher viel weniger durch die Leser und viel stärker durch die Anzeigenkunden finanziert. Da werden natürlich industrielle und politische Ziele durchgesetzt.
  • Die immer dreckigeren Methoden der Politik, Einfluss zu nehmen. Beispielsweise werden unbequeme Journalisten von der Politik nicht mehr mit direkten Informationen versorgt, nicht mehr zu Reisen eingeladen usw., und damit aus dem Job gekickt. Politiker ziehen sich damit ihr persönliches Presserudel heran. Wer nicht bei irgendeinem mitspielt, ist beruflich tot. Dazu gehört auch, dass an unbequemen Journalisten immer exzessiver Rache geübt wird.

  • Immer stärkeres Abschreiben. Journalisten lästern gerne über plagiierte Dissertationen, aber übergehen dabei, dass ihre eigenen Artikel häufig selbst nur abgeschrieben sind – von Agenturmeldungen oder sogar den Eigendarstellungen der Personen, über die man schreibt. Man muss sich nur mal zu einem aktuellen Tagesthema die Online-Meldungen der Presse heraussuchen. Steht überall das gleiche drin, oft sogar wörtlich oder gar identisch.
  • Ein Mentalitätsproblem. Journalismus wird immer häufiger als Manipulation verstanden. Das ist auch eine Folge von Web 2.0 und dem Aufkommen von Medienagenturen und Medienberatern. Die Manipulation der Medien ist heute ein eigenes Geschäft, ein eigener Beruf.
  • Ein ideologisches Problem. Mit dem Feminismus kam der Poststrukturalismus, der die Existenz von Wahrheit und Realität als gegeben ablehnt, und sie nur als Produkt von Sprache ansieht. Erschreckend viele Journalisten hängen dieser Ansicht an. Was auch damit zusammenhängt, dass viele Journalisten Fächer wie Politik, Literaturwissenschaften, Soziologie usw. studiert haben, denen jeder wissenschaftliche Gedanke abgeht, und die dieser Ideologie verfallen sind. »Wahrheit« und beschreibender Journalismus kommen da überhaupt nicht mehr vor. Es herrscht die Auffassung, dass man schreibt, wie man es haben will, und man damit die Realität erst macht, gestaltet. Und dass man im Rahmen dieser Gestaltungsmacht schreiben kann, darf, soll und muss, was immer man will oder für notwendig hält. Lügen ist zum Beruf geworden.
  • Schlichtweg das Absacken von Allgemeinwissen und Befähigung. Immer weniger Journalisten sind durch eine ernsthafte Journalistenschule gegangen, und vielen Artikeln merkt man an, dass der Autor deftig ungebildet und naiv ist. Es schreibt die Generation Google-Wikipedia-Copy-Paste, und so sieht es dann auch aus. Zumal sich daraus die indirekte Manipulation ergibt, denn Google (über SEO) und besonders Wikipedia sind in ihren Ergebnissen massiv politisch und ideologisch beeinflusst. Wer dort abschreibt, der schreibt meist Müll ab. Man könnte es auch Verdummung nennen.
  • Die Wahrnehmungsselektion der Leser. Früher waren Zeitungen räumlich gebunden, weshalb man lesen musste, was es da gab. Zeitungen hatten automatisch eine bunte Mischung von Lesern und Leser kaum Einfluss auf die Auswahl. Heute ist das anders. Im Zeitalter des Internet haben wir Zugang zu nahezu allen Medien der Welt, und Leser wählen die Medien, die das schreiben (genauer gesagt bestätigen), woran sie sowieso schon glauben und was sie hören wollen. Damit ergibt sich für Medien ein deutlich homogeneres Leserfeld, wass sich über Rückwirkungen wie Kaufentscheidungen, Leserbriefe, Abos usw. auch auf den Inhalt auswirkt. Früher wirkten Medien eher in Richtung Mitte/Durchschnitt, heute wirken sie eher in Richtung Extreme.
  • Der Aufbau massiver Netzwerke, die auch die Presse unterwandern, seien es katholische, feministische, parteipolitische oder andere Netzwerke.

Gerade aktuell konnte man diese Effekte an zwei Beispielen besonders gut beobachten. Das war einmal die Affäre Brüderle/#Aufschrei, in der nahezu sämtliche Medien völlig synchron, monoton, einheitlich und absolut kritik- und analyselos alle denselben Unsinn geschrieben haben. So etwas wäre nicht möglich, wenn die Medien unabhängig voneinander wären. Das kann nur funktionieren, wenn sie im Hintergrund über Netzwerke gesteuert werden.

Das zweite Beispiel ist die Affäre Schavan. Schavan hat ja nun über die Jahre jede Menge Mist produziert und Korruption gekocht. Positives ist von ihr nicht zu finden, dafür grober Machtmissbrauch. Aber fast die gesamte Presse lobt sie als hochangesehene Ministerin, die jahrelang erfolgreich gewesen sei. Nur welche Erfolge das gewesen sein sollen, das schreibt niemand. Da wurde eine Sprechweise politisch vorgegeben, und alle schreiben sie nach.

 

http://www.cuncti.net/streitbar/373-wie-unsere-presse-zum-korrupten-desinformationsorgan-verkommt

 

Gruß Hubert

Veröffentlicht 5. März 2014 von hubert wenzl in Politik, Wirtschaft

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