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Pläne der Populistischen Parteien in Italien   Leave a comment

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Populisten, die dem Volk dienen, das bekommt man jetzt in Italien vorgeführt, wo eine Flat Tax (Steuer) geplant ist, die vor allem die Besserstehenden bedient. Dass ich nicht lache, dem Volk dienen… wie es Populisten immer wieder behaupten. Aber es stehen auch Neuwahlen im Raum, ich hoffe dann dass die finanziell schwächeren Schichten dann gescheiter werden, wenn sie erkennen, welche Schmerzen es ihren Geldbeutel bereiten würde, wenn die Populisten regieren. Von dem was die Versprechungen dieser beiden populistischen Parteien, Lega und 5 Sterne Bewegung, kosten würden und welche Schulden da gemacht würden, will ich gar nicht reden.

 

Hier Auszüge aus http://www.salto.bz/de

Flat taxes werden üblicherweise von liberalen Kreisen propagiert, weil sie Gutverdiener von der Belastung durch eine progressive Gestaltung der Steuersätze befreien.

Die italienische Verfassung schreibt für das Steuersystem das Prinzip der Progression vor, um einen Ausgleich zwischen den gesellschaftlichen Schichten zu erreichen. Dementsprechend erfahren die Bezieher hoher und sehr hoher Einkommen die weitaus größten Entlastungen durch die Einführung eines einzigen Steuertarifs.

So spart sich jemand, der 100.000 Euro jährlich bezieht, gut 16.000 Euro an Einkommenssteuern, während Bezieher von 15.000 Euro so gut wie gar nichts einsparen. Krasser könnte die regressive Wirkung der Flat tax nicht zum Ausdruck kommen.

[…]

Dabei sollen nicht mehr die Einkommen von Einzelpersonen, sondern die Familieneinkommen berücksichtigt werden. Konkret bedeutet dies, dass die Einkommen beider Elternteile oder Partner zusammengezählt und zur Gänze mit 15% oder 20% besteuert werden. (Anmerkung: der finanziell schwächere Partner wird sich ja freuen, wenn er durch den finanziell stärkeren Partner dann 20% statt 15% Steuer bezahlen darf). Vom bisherigen Stufentarif würde somit auf den Klassentarif umgestiegen, d.h. wer die 80.000-er Schwelle um auch nur 1 Euro überschreitet, rutscht mit dem gesamten Einkommen in die höhere Steuerklasse. Was das für die Leistungsbereitschaft der Bürger bedeutet, kann man sich ausmalen. Jeder der kann dürfte versucht sein, sein Einkommen möglichst unter diese Schwelle zu drücken, was auf zweierlei Weise erreichbar ist: Entweder wird das Arbeits- und Einkommenspensum zurückgefahren oder versucht, Teile davon in die Schwarzarbeit zu verschieben. Das reduziert nicht nur die Steuereinnahmen, sondern auch die volkswirtschaftliche Produktion und letztlich den Wohlstand.

Da die Einkommen beider Elternteile/Partner zusammengezählt werden, kann man sich vorstellen, wer von den beiden in den meisten Fällen auf Teilzeit umsatteln bzw. diese weiter reduzieren wird. Und was dies für die Renten der Frauen bedeutet. Viele Grüße zum Muttertag!

Aus Sicht der Familienpolitik hätte das Reformvorhaben für Einkommensbezieher um die 40.000 € pro Jahr kontraproduktive Auswirkungen mit der Signalwirkung: bleibt Single, macht bloß keine Kinder! Ab 50.000 Euro Familieneinkommen werden die Absetzmöglichkeiten für Kinder/Kleinkinder komplett gestrichen und damit das Nettogehalt jenem der Single angeglichen. Dem nicht genug, sollen die beiden Einkommen der Eltern zusammengezählt werden, wodurch zwei lohnabhängige Durchschnittsverdiener die 80.000 Euro-Marke knacken und in der Folge auf ihr gesamtes gemeinsames Einkommen um 5% höhere Steuern zahlen müssen als der alleinstehende Kollege.

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Was auf alle Fälle bleibt, ist die absehbare Wirkung einer solchen Art von Flat Tax auf die Erwerbstätigkeit der Frauen und deren Rente, auf die Familiengründungen und auf die wundersame Zunahme von Einpersonen-Haushalten.

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Pläne der Populistischen Parteien in Italien

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Siehe auch:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ersehnte-dritte-republik

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Gruß Hubert