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Alle zwei Tage ein neuer Milliardär   Leave a comment

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Den Beitrag muss ich nicht kommentieren, da die Faktenlage ja eindeutig ist. Wenn eine Näherin ein ganzes Leben arbeiten müsste umd das zu verdienen wie irgend so ein Chef in vier Tagen. Wer da noch lange hin und her diskutieren will was Gerechtigkeit ist, der will verwirren.  Oder er will Reiche in Schutz nehmen … als ob die darauf angewiesen wären. Wenn das nicht ungerecht wäre, dann kann man die Wörter (Un)-Gerechtigkeit aus dem Wortschatz streichen.
Von den jüngsten Vermögenszuwächsen gehen 82 Prozent an das reichste EIN Prozent!

Aus Tagesschau.de

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Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Organisation Oxfam einen Bericht zur sozialen Ungleichheit vorgestellt. Das Ergebnis: Der Reichtum der Reichen wächst rasant.

Die neuen Zahlen, mit denen Oxfam-Aktivist Nick Bryer hantiert, mögen bei den einen Achselzucken und bei den anderen Wut auslösen: Seinen Worten zufolge kommt alle zwei Tage irgendwo auf der Welt ein neuer Dollar-Milliardär hinzu. Inzwischen seien es mehr als 2000. Eine Näherin in Bangladesch müsse ihr ganzes Leben arbeiten, um so viel zu verdienen wie der Chef eines führenden Modekonzerns in vier Tagen. Und allein 42 Menschen besäßen zusammen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich, beklagt Bryer. „Wenn wir uns nur die jüngsten Vermögenszuwächse anschauen, dann gehen 82 Prozent davon – also vier von fünf Dollar – an das reichste ein Prozent“, sagt er. „Während der Wohlstand der unteren Hälfte der Menschheit, dreieinhalb Milliarden Menschen, gar nicht gewachsen ist.“

Kritik an der Datengrundlage und Interpretation

Die britische Hilfsorganisation Oxfam musste in der Vergangenheit Kritik einstecken: an der Grundlage der Daten und an deren Interpretation. Bryers Vergleiche beruhen zum einen auf der Milliardärsliste des US-Magazins „Forbes“, die teils Schätzwerte angibt. Zum anderen basieren sie auf dem „Globalen Wohlstandsreport“ der Schweizer Bank Credit Suisse, der für viele Länder nur eine schwache Datenbasis hat.

Nach der Oxfam-Methodik gilt etwa ein angehender Harvard-Jurist, der sich fürs Studium verschuldet, als arm – obwohl er später die Chance hat, viel Geld zu machen. Bryer verteidigt jedoch die Botschaft des neuen Berichts. „Es ist die zuverlässigste Schätzung, die sich ermitteln lässt“, sagt er. „Aber natürlich: Ohne einen globalen Zensus haben wir keine wirklich wissenschaftlichen Daten.

Das Muster ist aber klar: Wohlstand häuft sich bei denen an der Spitze an, während die meisten Menschen auf der Welt zurückgelassen werden.“

Erfolge der Globalisierung anerkannt

Oxfam verteufelt indes nicht die Globalisierung, sondern erkennt an, dass sich auch dank ihr der Anteil jener Menschen, die in extremer Armut leben, in den vergangenen 20 Jahren halbiert hat. Und es gibt Bryer Hoffnung, dass Regierungschefs und Konzernlenker aufgewacht sind, aufgeschreckt durch die Erfolge der Populisten. Sie registrieren die Ungleichheiten innerhalb eines Landes und auf der Welt nun immerhin als Problem.

Aber auch zuletzt seien etwa Löhne und Gehälter geringer gestiegen als die Produktivität. Den wohlfeilen Worten, die auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos wieder zu hören sein werden, müssten jetzt Taten folgen, fordert Bryer. „Regierungen sollten gesetzliche Mindestlöhne einführen und kontrollieren. Sie sollten die Arbeitnehmerrechte stärken, vor allem für Frauen“, erklärt er. „Sie sollten exzessive Managergehälter und Ausschüttungen an Aktionäre begrenzen. Und sie sollten die Steuervermeidung in großem Stil von Konzernen und Superreichen bekämpfen.“

Kritik an US-Steuersenkungen

Die auch von der ARD veröffentlichten „Paradise Papers“ haben gezeigt, mit welchen Tricks Firmen und vermögende Prominente ihre Einnahmen in Steuerparadiese verschieben. Die Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump für Unternehmen kritisiert Bryer – auch wenn er es einen „Schritt in die richtige Richtung“ nennt, dass Apple nun seine Milliardenreserven aus dem Ausland in die USA transferiert und dort versteuert.

Als vorbildlichen Steuerzahler aber solle man den Tech-Giganten deshalb nicht gleich feiern, meint der Oxfam-Vertreter. Dass die EU kürzlich eine Schwarze Liste mit Steueroasen veröffentlicht hat, findet Bryer gut – sie hätte aber aus seiner Sicht etwa auch Irland und Luxemburg sowie die City of London enthalten sollen.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

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Alle zwei Tage ein neuer Milliardär

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Gruß Hubert

Von Arm und Reich   13 comments

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Die Schere zwischen Arm und Reich klafft ja im neoliberalen Wirtschaftssystem immer weiter auseinander. Wenn es eine Lohnerhöhung gibt, dann bekommen die, die sonst schon viel mehr verdienen auch noch prozentmäßig den höheren Wert.
Die Ungleichheit wird auch noch gefördert. Diese neoliberale Ideologie wendet sich gegen jede Gleichmacherei – wie sie es nennt, wenn es gerechter werden sollte. Spöttisch wird auch gesagt, wenn man gerechter verteilen würde, würde das dazu führen, dass alle arm wären. Oder es wird auch gerne ins Feld geführt, dass man keinen Neid-Komplex anfachen solle, wenn es darum geht für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen.
Da kann es auch mal passieren, dass ein 24-stöckiges Hochhaus in London wie Zunder abbrennt, weil man im sozialen Wohnbau völlig ungeeignetes Dämm-Material verwendet hat, dass eben pro m2 um 1 Pfund billiger war.

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„Vierhundert Millionen Pfund an öffentlichen Geldern für die Renovierung von Buckingham Palace aber kein Geld für Feuermelder und Sprinkleranlagen für das arme Volk“, empören sich mehrere Stimmen“, wie die faz schrieb.
Und weiter in der faz: “ „Vierhundert Millionen Pfund an öffentlichen Geldern für die Renovierung von Buckingham Palace aber kein Geld für Feuermelder und Sprinkleranlagen für das arme Volk“, empören sich mehrere Stimmen.“

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© dpa – Mahnmal: Löscharbeiten an der völlig verkohlten Fassade des Grenfell-Hochhauses im Londoner Stadtteil Kensington.

http://www.faz.net/aktuell/demonstranten-stuermen-bezirksrathaus-in-london-15064121.html

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Man kann das Ganze aber auch noch unter einem anderen Aspekt betrachten, nämlich wie sich Arm und Reich auf den Tierschutz auswirkt, so wie es Martin Balluch im Folgenden schreibt.

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Im New Scientist vom 21. April 2012, Seiten 52-55, wird ein Überblick über psychologische Forschungen zu Einstellungen von Menschen aus armen und reichen sozialen Schichten geboten. Dabei, so wird dort ausgeführt, zeige sich, dass reiche Menschen eine signifikant geringere Fähigkeit haben, mit anderen mitzufühlen. Sie seien unfähiger, emotionale Zustände in anderen zu erkennen, und würden sich weniger für die Bedürfnisse anderer interessieren. Sie wären auch eher bereit, andere zu übervorteilen und sich durch Tricks Gewinne zu erschleichen.

Als Erklärung meinen die WissenschaftlerInnen, dass ärmere Menschen eher auf die Hilfe anderer angewiesen sind und daher eher mit Problemen anderer mitfühlen könnten. Wer selbst existentielle Probleme habe, würde auf die emotionalen Zustände anderer mehr achten und anderen in der Not eher beistehen.

In Bezug auf Tierschutz frage ich mich oft, ob sich eine wirtschaftliche Rezession positiv oder negativ auf Tierschutzbelange auswirkt. Mit weniger Geld wären vielleicht mehr Menschen gezwungen, nur die billigsten Tierprodukte zu kaufen und hätten kein Geld für Tierschutzspenden und keine Zeit, sich gegen Tierleid einzusetzen. Andererseits ermöglicht mehr Geld den Menschen, sich mit Luxustierprodukten, wie Pelz oder Gänsestopfleber, einzudecken und viel mehr zu konsumieren. Die im New Scientist referierten Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine wirtschaftliche Rezession für Tierschutz eher besser wäre. Menschen mit weniger Geld und größeren wirtschaftlichen Problemen sollten demnach eher in der Lage sein, Mitgefühl für ausgebeutete Tiere zu entwickeln, auch wenn ihnen das geringere Budget weniger Freiraum bietet, sich dafür einzusetzen. Deckt sich das mit unserer Erfahrung? Mir ist kein eindeutiges Urteil möglich.

Im New Scientist werden aber auch Ergebnisse zu einem anderen psychologischen Aspekt von Reichtum angeführt. Menschen, die im Wohlstand leben, seien relevant häufiger als andere Menschen davon überzeugt, dass man selbst Schuld sei, wenn man wenig Geld hat. Das Gefälle von Reich zu Arm sei keine Ungerechtigkeit der Gesellschaft, sondern eine Folge der höheren Leistungsfähigkeit der Reichen, denen deshalb ihr Reichtum zustehe und sie nichts davon abgeben müssten. Die Schere zwischen Reich und Arm sei also nach Ansicht ersterer eine Folge ihrer größeren Fähigkeiten und daher durchaus gerecht und kein politisches Problem, das gelöst werden müsse. Reichere würden darüber hinaus eher dazu tendieren, rechtskonservativ zu sein und den repressiven Überwachungsstaat zu begrüßen.

Diese Ergebnisse erscheinen nachvollziehbar. Allerdings haben wir das Problem, dass die Reichen einen überproportional hohen politischen Einfluss haben. So erklärt sich die entsprechende Entwicklung unserer Gesellschaft und warum unsere Finanzministerin tatsächlich im Fernsehen verkündet, man müsse die Reichen entlasten, weshalb sie eine Senkung des Höchststeuersatzes durchführen werde.

Ich denke das ist ein Aufruf an die viel größere Zahl der Nicht-Reichen und politisch Einflusslosen, sich zu organisieren. Sonst setzt sich überall die 2-Klassen-Gesellschaft durch wie in London, wo die Lebenserwartung im reichen Bezirk Kensington für Männer 88 Jahre erreicht hat, während sie im ärmeren Bezirk Tottenham Green in derselben Stadt nur 71 Jahre beträgt. Niemand mit einem Minimum an sozialem Gewissen kann derartige Unterschiede goutieren.

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Von Arm und Reich

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 23. Juni 2017 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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