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Der Verrat an den Tieren   Leave a comment

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Die wenigsten Menschen machen sich darüber Gedanken bzw. ist es ihnen nicht bewusst, welches Leid hinter dem Milchkonsum bzw. deren weiteren Produkten besteht. Den Kühen wird das Kalb wenige Stunden nach der Geburt weg genommen. Man stelle sich vor einer Mutter würde das Kind nach der Geburt genommen… Kein einziges Kind kann die Kuh behalten – und wenn das Kalb weiblich ist, dann ereilt es das gleiche Schicksal, es gibt kein Entkommen. Die männlichen Kälber behandelt man als Wegwerf-Ware, denn sie haben keinen Wert und sie gehen einem grausamen Schicksal entgegen. Ein „Nutztier“ könnte sich wirklich nur sehnlichst wünschen nie geboren zu werden um nicht der menschlichen Ausbeutung und Grausamkeit ausgeliefert zu sein.

Ein anderes Beispiel:

Damit die Fohlen nach dem Verkauf an den Händler überhaupt den Transporter besteigen, wird die Mutterstute vorangeschickt, denn nur so folgt ihr das Kleine vertrauensvoll. Dann werden die beiden durch eine Klappe getrennt. Das verängstigte Fohlen hat eine schreckliche Reise mit einem noch schrecklicheren Ziel vor sich und eine trauernde Stute, die oft schon wieder trächtig ist, bleibt allein zurück. Nach einem qualvollen Transport werden die Fohlen in nicht artgerechten Mastanlagen aufgezogen und nach genügender Gewichtszunahme geschlachtet. Welcher Pferdezüchter, der sich dieses subventionierten Verbrechens schuldig macht, kann nachts mit ruhigem Gewissen schlafen? Wie kann eine derartige Grausamkeit von Politikern zugelassen werden?

https://hubwen.wordpress.com/2019/06/15/tierrechtsextremisten/

Von Philosoph Helmut F. Kaplan

“Das ist Verrat in reinster Form”

Der Philosoph Helmut F. Kaplan über die alltäglichen Massaker in den Schlachthöfen und den Zusammenhang von Ernährung und Moral

Der Österreicher Dr. Helmut F. Kaplan (geb. 1952) hat mit seinen Büchern und anderen Publikationen wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie der Tierrechte im deutschsprachigen Raum populär zu machen. Am bekanntesten ist sein bei Rowohlt erschienenes Buch “Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung”. In “Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung” (Echo-Verlag) stellte Kaplan alle wichtigen Argumente der Tierrechtsbewegung fachlich fundiert und allgemein verständlich dar. Seine neuesten Bücher sind “Der Verrat des Menschen an den Tieren” (Vegi-Verlag) und “Freude, schöner Götterfunken” (Books on Demand). Im September 2007 wurde Helmut Kaplan der Tierschutzpreis der Hans-Rönn-Stiftung verliehen. Mit dem in Salzburg lebenden Philosophen und Autor sprach Ingolf Bossenz.

Herr Dr. Kaplan, Weihnachten, das wichtigste christliche Schlachtfest, ist noch nicht lange vorbei und schon haben wir wieder Ostern, an dem es – was Leid und Tod von Tieren betrifft – kaum weniger erbarmungslos zugeht. Dabei sollen diese christlichen Feste doch von Frieden und Versöhnung künden.

Dieser evidente Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit müsste eigentlich jeden Menschen, der sich auch nur einen Rest von Mitgefühl bewahrt hat, tief treffen: Es wird gefeiert, gesungen, man ist zu Tränen gerührt – und das bei Festen, die alljährlich für Millionen nicht menschlicher Kreaturen wahre Massaker bedeuten. Auf der einen Seite das Gerede von Liebe und Vergebung, auf der anderen Seite das Gemetzel in den Schlachthöfen. Schaltet man den Fernseher ein und gerät in eine der unzähligen Einkaufs-, Koch- oder Esssendungen – was kaum zu vermeiden ist -, bekommt man den Eindruck, dass sich die ganze Welt nur noch um eines dreht: um das Töten von Tieren für den Gaumenkitzel der Menschen. Umso wichtiger ist daher jeder Einzelne, der sich darüber aufregt und etwas dagegen tut.

Was denn zum Beispiel?

Nichts einfacher als das, weil sich die Lösung und damit die Auflösung dieser Verlogenheit buchstäblich vor unserer Nase befindet – auf dem Teller. Kaum jemand hat es treffender ausgedrückt als der griechische Philosoph [[Plutarch]] vor über zweitausend Jahren: “Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen wäre.”

Da Plutarchs Worte bis heute immer noch viel zu wenig Widerhall gefunden haben, stellt sich die generelle Frage nach dem Platz der Tiere im moralischen Wertesystem des Menschen. Welche Kriterien sehen Sie da als die entscheidenden?

Moralisch entscheidend und für den Menschen typisch ist, wie wir uns gegenüber jenen Tieren verhalten, mit denen wir in der so genannten Zivilisation zusammenleben, die von uns abhängig sind und die uns absolut “nichts getan” haben. Von den Diensten, die uns diese Tiere erweisen und erweisen können, machen wir ausgiebig Gebrauch. Nehmen Sie nur den vielfältigen Einsatz von Hunden: Sie fahnden unter anderem nach Drogen, sie suchen nach Verschütteten, sie führen Blinde. Zugleich werden sie in Kriegen bei der Minensuche und zu anderen militärischen Zwecken missbraucht.

Tiere werden aber nicht nur in der Ausnahmesituation Krieg rücksichtslos ausgebeutet und zu Tode geschunden, sondern auch – und vor allem – unter “ganz normalen” Bedingungen. Was doppelt tragisch ist, weil es einerseits die Zahl der betroffenen Tiere in unendliche Höhen treibt und weil andererseits diese Praktiken den “Ausnahmen” an Schrecken und Grausamkeit in nichts nachstehen. Ich spreche von den gewöhnlichen Massakern in den Schlachthöfen, dem alltäglichen Verrat des Menschen an den Tieren.

Verrat bezeichnet gemeinhin das Hintergehen von Menschen oder Institutionen, denen man moralisch und/oder rechtlich zur Treue verpflichtet ist. Wie lässt sich diese zwischenmenschliche Kategorie auf das Verhältnis des Menschen zum Tier anwenden?

Tiere, die von uns abhängen und uns nichts getan haben, zu denen Menschen vielleicht sogar einmal gut waren, finden sich auf einmal in der Hölle eines Schlachthofes wieder, umgeben von Menschen, die ihnen die ungeheuerlichsten und grauenhaftesten Dinge antun. Das ist Verrat in reinster Form. Und beteiligt sind daran nicht nur jene, die das Bolzenschussgerät oder das Messer führen, sondern auch alle, in deren faktischem Auftrag sie das tun – die Konsumenten, die sich an den Fleischtheken der Supermärkte bedienen.

Aber dieser Verrat wird – wie ja der unvermindert hohe Fleischverzehr zeigt – von den wenigsten Menschen als solcher empfunden.

Weil nach wie vor die Schimäre einer moralischen Kluft zwischen Menschen und Tieren die Ethik beherrscht. Aber die Annahme einer solchen Kluft ist irrational und hat vor allem religiöse Ursachen, zum Beispiel den Glauben, dass nur der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen sei und nur er eine unsterbliche Seele habe. Würden wir endlich ernst nehmen, was wir seit Darwin wissen – dass es EINE Evolution ALLEN Lebens gab und gibt -, würde diese Kluft verschwinden und wir würden unsere moralische Verantwortung auch gegenüber Tieren erkennen.

Ihnen geht es aber nicht nur um Verantwortung. “Tiere haben Rechte”, behaupten Sie dem Titel eines Ihrer Bücher zufolge. Welche Rechte verstehen Sie darunter?

Es geht vor allem um das Recht auf Leben, um das Recht auf physische Unversehrtheit und um das Recht auf Freiheit von Schmerz und Leid – jedenfalls, so weit das von uns Menschen abhängt. Das bedeutet: Wenn wir wissen, dass Tiere leiden, sollten wir Leiden verhindern. Und wo wir nicht sicher sind, ob Tiere leiden, sollten wir möglicherweise Leiden verursachende Handlungen unterlassen. Leider sind solche Erwägungen reine Theorie – weil wir in der Praxis selbst Tiere mit erwiesener größter Leidensfähigkeit behandeln, als wären sie leblose Gegenstände. Verwiesen sei nur darauf, wie in Schlachthöfen etwa mit Rindern oder Schweinen umgegangen wird!

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Hier weiterlesen:

Der Verrat an den Tieren

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So sehr leiden Kühe und Kälber beim Auseinanderreißen – was immer geschieht. Auch das ist Verrat!

Herzzerreißende Trennung von Kuh und Kalb

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Gruß Hubert

 

Folter, von der Tiere nur träumen können   Leave a comment

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Helmut F. Kaplan

So schrecklich die Foltermethoden der Bush-Administration, über die jetzt überall berichtet wird, sind – Tiere können von solcher Folter nur träumen: Diese Folter-Anleitungen erlauben „jede Behandlung, die keine bleibenden Schäden hinterlässt, keine Knochen bricht und keinen Verdächtigen umbringt“ (Die Zeit, 18, 2009, S. 9). Für Tiere in der Massentierhaltung und in Versuchslabors bedeuteten solche Bestimmungen eine immense Verbesserung ihrer Lebensqualität!

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Folter, von der Tiere nur träumen können

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Hier eine andere Folter mit Mäusen. Nur Bestien unter Menschen können solche Versuche machen. Die Versuche werden gemacht, weil man zum Beispiel mehr über Depressionen erfahren möchte. Unsinniger und grausamer geht es nicht.
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PETA Reveals Government-Sponsored Terrorism

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Gruß Hubert

Terror in New York – Ständiger Terror gegen Tiere   1 comment

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Der tägliche Terror gegenüber Tieren übersteigt den tödlichen Schrecken von New York um ein Maß, das in Zahlen nicht ausdrückbar ist.

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Terror in New York – und überall

Der Anschlag auf die beiden Türme des World Trade Centers in New York war für die Betroffenen eine schreckliche Katastrophe. Tausende von Opfern in wenigen Minuten. Über Ursachen, Zusammenhänge und Hintergründe wollen wir an dieser Stelle nicht spekulieren. Worum es gehen soll, ist, daran zu erinnern, daß das, was uns hier als größter Terroranschlag der Geschichte wochenlang in Atem hielt, für die Tiere tägliche Realität ist:

Tiere werden absichtlich den Bedingungen eines Atomkrieges ausgesetzt, um festzustellen, wie lange sie überleben und wie sie sterben. Tiere werden gefesselt und mit Gewehren beschossen, um die Wirkung neuer Munitionen zu erkunden. Tiere werden bei der “Erschließung” der Natur, beim Abriß von Gebäuden, beim Bau von Straßen, bei Inbetriebnahme von Staudämmen und so weiter und so fort rücksichtslos verängstigt, vertrieben, verletzt und vernichtet. Vögelschwärme, die den Betrieb auf Flughäfen behindern, werden erbamungslos niedergemetzelt. Überall und ununterbrochen sind Vergasungs- und Vergiftungskommandos unterwegs, um “Ungeziefer” und andere “Schädlinge” auf brutalste Weise zu “vertilgen”. Ganz zu schweigen von den rund um die Uhr weltweit stattfindenden Routine-Massakern in Versuchslabors und Schlachthäusern.

Dieser tägliche Terror gegenüber Tieren übersteigt den tödlichen Schrecken von New York um ein Maß, das in Zahlen nicht ausdrückbar ist. Das muß man sich in Erinnerung rufen und vegegenwärtigen, um dafür zu sensibilisieren, wie berechtigt und unabdingbar die Forderungen der Tierrechtsbewegung sind – und wie obszön-“vernünftig” und zynisch-unzureichend alles ist, was von “besonnenen” und “realistischen” Zeitgenossen zur Verbesserung des Loses der Tiere vorgeschlagen wird.

Apropos obszön und zynisch: Im Zuge der Bergungs- und Aufräumungsarbeiten beim World Trade Center kam es auch zu einem “tragischen Mißverständnis”: Ein Polizist erschoß versehentlich einen Hund. Das “tragische Mißverständnis” bestand aber nicht darin, daß der Hund erschossen wurde, sondern darin, daß es der falsche war: Der Polizist hatte nicht, wie er glaubte, einen schädlichen “Streuner”, sondern einen wertvollen Suchhund (“highly trained” und “very expensive”) getötet.

Wie sagte doch Präsident Bush in bezug auf ausländische Hilfe bei der Suche und Verfolgung der Attentäter: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Diese ebenso unlogische wie unmoralische Aussage beschreibt auch unsere Einstellung gegenüber Tieren:

Nur Tiere, die uns nutzen, dürfen, solange sie uns nutzen, leben. Alle anderen sind unsere Feinde und müssen vernichtet werden.

Helmut F. Kaplan

Wer meine Tierrechtsarbeit unterstützen will: https://www.paypal.me/helmutkaplan

Zur Person: https://tierrechte-kaplan.de/biografie/

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Terror in New York – Ständiger Terror gegen Tiere

Die absolute Unmoral – Tierversuche   Leave a comment

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Ich kann Helmut F. Kaplan nur voll beipflichten. Er führt die Perversität der Tierversuche vor Augen.

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Tierversuche – Absolute Unmoral

Man muß sich einmal vergegenwärtigen, welche Ungeheuerlichkeit Tierversuche darstellen: Alle Übel, die wir für uns vermeiden oder lindern wollen – körperliche oder seelische Krankheiten, Unfallfolgen, Schmerzen usw. -, führen wir bei Tieren absichtlich herbei. Häufig im Bewußtsein, daß sie darunter ähnlich leiden, wie wir leiden würden – weil sonst die Versuche sinnlos wären. Wir schicken die Tiere also in jene Höllen, vor denen uns graut. Das ist die Umkehrung von Moral schlechthin: Wir fügen anderen zu, wovon wir verschont werden wollen.

Helmut F. Kaplan

Wer meine Tierrechtsarbeit unterstützen will: https://www.paypal.me/helmutkaplan

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Die absolute Unmoral – Tierversuche

 

 

Veröffentlicht 12. September 2018 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierversuche, Uncategorized

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Roh oder reif?   Leave a comment

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Reinhold Messner hat schon öfters extravagante Meinungen, oder redet auch Unsinn, da gebe ich Helmut F. Kaplan schon recht.

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Roh oder reif?

Helmut F. Kaplan

Wie üblich redete Reinhold Messner im Fernsehen wieder ziemlichen Unsinn. Diesmal ging es um die angebliche Notwendigkeit, Tiere eigenhändig umbringen zu können. Dies sei bei Kaninchen, dozierte Messner, schwieriger als bei anderen Tieren, weil bei Kaninchen unsere ursprüngliche Scheu vor dem Töten größer und das Mitgefühl intensiver sei. Wie auch immer, da müsse man eben durch. Moderator (Reinhold Beckmann) und Gast (Udo jürgens) nickten verständig bzw. grinsten dreckig.

Erst nachträglich wurde mir bewußt, welch erstaunliches Phänomen in solchen Situationen zutage tritt: Es besteht zwar weitgehendes Einvernehmen darüber, daß sowohl beim Töten von Tieren (etwa durch einen Bauern) als auch beim Töten von Menschen (etwa durch einen Serienmörder) eine anfängliche Scheu überwunden, eine Grenze überschritten werden muß. Was aber beim Umbringen von Menschen als katastrophale Verrohung angesehen wird, gilt beim Umbringen von Tieren als wünschenswerte Reifung!

Eine bemerkenswerte Unterscheidung – bei der allerdings weder Ethik noch Psychologie mitspielen: Es gibt keine vernünftige Begründung für diese Differenzierung (sondern nur eine auf religiösen Dogmen beruhende). Und Serienmörder „üben“ in der Regel gerade das an Tieren, was sie später an Menschen verbrechen. Mit anderen Worten: Die übliche Unterscheidung zwischen „gesunder“ Härte gegenüber Tieren und „natürlichem“ Mitgefühl gegenüber Menschen funktioniert praktisch eben nicht, weil Härte gegenüber Tieren nahtlos in Gewalt gegenüber Menschen übergeht.

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Roh oder reif?

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Vom gleichen Autor:

Jagdterror

Helmut F. Kaplan

Über allem verlogenen Gerede über die angebliche ökologische Notwendigkeit der Jagd (ginge es uns wirklich um die Umwelt, müßten wir ganz woanders ansetzen, z. B. beim Autoverkehr!) sollten wir eines nicht vergessen: Die Jagd bedeutet einen ununterbrochenen, unbeschreiblichen Terror gegenüber Tieren. Nach einem solchen feigen Anschlag auf Unschuldige und Wehrlose herrscht im Wald das blanke Entsetzen und die pure Panik: Kinder suchen verzweifelt ihre Eltern, Eltern suchen verzweifelt ihre Kinder und ein Ende des Massakers ist nicht abzusehen. Haben sich die Jäger erst einmal in ihren Blutrausch hineingesteigert, kennt das Morden keine Grenzen mehr.

Es ist schwierig, für diesen einzigartigen Terror gegen Tiere einen einigermaßen angemessenen Vergleich zu finden. Ich versuche es dennoch: Ein friedlicher Ostersonntag, die Menschen gehen in die Natur hinaus, man unterhält sich, die Kinder spielen und alle freuen sich über das herrliche Wetter. Und urplötzlich springt ein Terrortrupp aus dem Hinterhalt und richtet ein grauenhaftes Blutbad an.

Dieser Vergleich hinkt freilich gewaltig: Für Menschen sind solche Überfälle die extreme Ausnahme, für Tiere sind sie die schreckliche Regel. Und bei Menschen kommt nach einem solchen Überfall die Rettung, um die Verletzten zu versorgen. Bei Tieren kehren die Mörder zurück, um die Überlebenden zu erschießen.

http://tierrechte-kaplan.de/jagdterror/

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Gruß Hubert

Mir sind die Tiere lieber als die Menschen   Leave a comment

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Ich kann da  nur den Argumenten von Helmut F. Kaplan zustimmen.

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Helmut F. Kaplan

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Bei vielen Berufen gibt es Dinge, die man auf keinen Fall sagen darf, Aussagen, mit denen man sich quasi das eigene Grab schaufelt. Etwa, wenn ein Poltiker sagt, daß er seine Wähler für Idioten hält oder ein Arzt bekennt, daß ihm die Gesundheit seiner Patienten egal ist. Beim „Beruf“ Tierschützer oder Tierrechtler besteht diese „Todsünde“ im Bekenntnis: Mir sind die Tiere lieber als die Menschen. Im folgenden möchte ich zeigen, daß diese Aussage durchaus sachlich berechtigt sein kann – ganz abgesehen davon, daß jeder, sollte man meinen, sympathisch finden darf, wen er will.

Die übliche allgemeine und automatische Empörung über die Aussage, daß einem Tiere lieber als Menschen seien, ist sachlich schon deshalb unsinnig, weil es ja durchaus so sein könnte, daß der „Bekanntenkreis“ des Betreffenden eben aus „besonders sympathischen Tieren“ und „besonders unsympathischen Menschen“ besteht – kein Mensch kennt schließlich alle Tiere und alle Menschen. Freilich hat die hysterische allgemeine Empörung über jemandes Aussage, ihm seien die Tiere lieber als die Menschen, schon ihre Berechtigung.

Es wird nämlich als ganz selbstverständlich unterstellt, daß JEDER MENSCH moralisch wertvoller sei als JEDES TIER, daß auch der „schlechteste Mensch“ noch viel wertvoller sei als das „beste Tier“.

Nun sollte es bei so starken Behauptungen schon erlaubt sein, nach Gründen zu fragen. Wer dies allerdings hier tut, wird feststellen, daß man Begründungen in dieser Frage nicht nur für unnötig hält, sondern schon das bloße Fragen nach Gründen als quasi unsittlich betrachtet. Mehr noch: Nach Gründen für die menschliche Höherwertigkeit zu fragen, wird geradezu als gefährlicher Angriff auf die Gesellschaft angesehen – oder als Zeichen völliger geistiger Verwirrtheit.

Läßt man sich gnadenhalber und widerwillig dann doch zu Begründungen herbei, bestehen diese meist aus Verweisen auf dubiose Glaubenssätze wie etwa die von der Gottesebenbildlichkeit oder unsterblichen Seele des Menschen. Daß SOLCHE Begründungen außerhalb kirchlicher Räume in pluralistischen, säkularen Gesellschaften kein Gewicht haben, sollte nicht weiter erläutert werden müssen.

Betrachten wir schließlich mögliche faktische Gründe für die allgemeine moralische Höherwertigkeit des Menschen, kommen wir rasch zum Ergebnis: Es gibt keine. Denn kein Merkmal, das von irgendjemandem als moralisch relevant angesehen wird – etwa Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Rationalität oder Autonomie -, verläuft entlang der Speziesgrenze Menschen – Tiere. Mehr noch: Bei vielen Menschen sind diese Merkmale SCHWÄCHER ausgeprägt als bei vielen Tieren, viele geistig behinderte oder senile Menschen und alle kleinen Kinder befinden sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als viele Tiere.

Abgesehen davon, daß man, wie gesagt, eigentlich lieber mögen dürfen sollte, wen man will und warum man will, kann es also durchaus auch sachliche, „objektive“ Gründe für das Liebermögen von Tieren geben. Etwa, wenn man einen intelligenten, unternehmungslustigen, treuen Hund lieber mag als einen völlig apathischen vor sich hindämmernden Senilen.

Schließlich werden selbst eingefleischte Menschen-Fans einräumen, daß es auch viele üble Vertreter ihrer Spezies gibt. Ganz abgesehen von Hitler, Stalin & Co kennt jeder aus eigener Erfahrung Zeitgenossen, die er weniger mag – und bei denen es dafür gute Gründe gibt. Müssen uns wirklich alle Egoisten, Lügner, Verräter und Verbrecher lieber sein als jedes Tier?

„Aber Menschen sind moralfähig, sie können zwischen Gut und Böse unterscheiden!“ Erstens ist auch die Moralfähigkeit kein Merkmal, daß nur bei Menschen (geschweige denn bei allen) und bei keinen Tieren anzutreffen wäre. Zweitens gibt es Menschen, bei denen die Moralfähigkeit weniger ausgeprägt ist als bei manchen Tieren. Und drittens ist die bloße Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, ja noch kein Verdienst. Verdient macht sich jemand erst, wenn er diese Fähigkeit auch positiv nützt, sprich: sich für das Gute entscheidet. Andererseits beinhaltet die Moralfähigkeit die Gefahr, moralisch zu scheitern, sprich: sich für das Böse zu entscheiden.

Nun ist es wohl nicht völlig unsinnig oder unverständlich, wenn einem jemand, der sich jenseits der Kategorien Gut und Böse befindet, lieber ist als jemand, der zwischen Gut und Böse wählen kann, sich aber für das Böse entscheidet. Daß letzteres beim Menschen keine Seltenheit ist, wird niemand bei Sinnen bezweifeln.

© Helmut F. Kaplan

Mir sind die Tiere lieber als die Menschen

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Gruß Hubert

 

Mit Plutarch und “Leichenschmaus“ für die Rechte der Tiere   2 comments

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Denn die Schimäre einer moralischen Kluft zwischen Menschen und Tieren, die immer noch in der Ethik herrscht, habe vor allem religiöse Ursachen: “Zum Beispiel den Glauben, dass nur der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen sei und nur er eine unsterbliche Seele habe. Würden wir endlich ernst nehmen, was wir seit Darwin wissen – dass es EINE Evolution ALLEN Lebens gab und gibt –, würde diese Kluft verschwinden, und wir würden unsere moralische Verantwortung auch gegenüber Tieren erkennen.“

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Mit Plutarch und “Leichenschmaus“ für die Rechte der Tiere Der österreichische Philosoph Helmut F. Kaplan vertritt einen konsequent ethisch begründeten Vegetarismus Weihnachten ist ihm ein Gräuel, die Befreiung der Tiere sieht er als die logische Fortsetzung der Sklavenbefreiung, und den Fleischverzehr nennt er “Leichenschmaus“. So lautet auch der Titel seines populärsten Buches, das die Zeitschrift “Focus“ als “Bibel der Radikalvegetarier und Tierbefreier“ bezeichnete. Der Autor, der österreichische Philosoph Helmut F. Kaplan, ist der bekannteste Theoretiker der Tierrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum.

“Unerträgliche, unübertroffene, grauenvolle Verlogenheit.“ So sieht Helmut F. Kaplan Weihnachten, das in unserem “christlichen Abendland“ als schönstes Fest des Jahres gilt. Auf die Frage, ob diese Häufung negativer Superlative nicht sehr übertrieben sei, begründet der 54-jährige Österreicher im Gespräch diese irritierende Charakterisierung: “Im Gegenteil, der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit kann mit Worten kaum drastisch genug ausgedrückt werden: Es wird gefeiert, gesungen, man ist zu Tränen gerührt – und das bei einem Fest, das alljährlich für Millionen nicht menschlicher Kreaturen ein Massaker bedeutet. Auf der einen Seite das Gerede von Liebe und Vergebung, auf der anderen Seite das Gemetzel in den Schlachthöfen.“

Die Lösung dieses Widerspruchs und damit die Auflösung solcher nicht nur weihnachtlichen Verlogenheit befindet sich für Kaplan buchstäblich vor unserer Nase – auf dem Teller. Er verweist auf den griechischen Philosophen Plutarch, der bereits vor über zweitausend Jahren schrieb:

“Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen wäre.“

Fleischverzicht mit 11 Jahren

Als sich der Salzburger 1963 entschloss, fortan kein Fleisch mehr zu essen, waren ihm weder Plutarch noch andere Geistesgrößen ein Begriff. Es gab auch kein Schlüsselerlebnis für diese Zäsur. Der 11-jährige Junge hatte einfach genug vom Anblick der blutigen Auslagen in den Metzgerläden, der zerstückelten Kreaturen in den Fleischregalen, der mit Eis beschütteten toten Fische in den Lebensmittelgeschäften.

Dem vor allem emotional begründeten Entschluss, nicht mehr mitschuldig sein zu wollen am millionenfachen Töten von Tieren, folgte die Suche nach den richtigen Argumenten. Sie war später maßgeblich für Kaplans Entscheidung, ab 1975 Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg zu studieren. Mit einer Arbeit zu Freuds Psychoanalyse promovierte er dort zum Doktor der Philosophie.

Mitte der 80er Jahre begann Kaplans intensive Beschäftigung mit der Philosophie der Tierrechtsbewegung. Österreich und die anderen deutschsprachigen Staaten waren damals Entwicklungsländer, was die Bewertung und Behandlung von Tieren betraf. Dagegen hatten sich im englischsprachigen Raum in dieser Hinsicht bereits revolutionäre Veränderungen vollzogen. Der traditionelle Tierschutz war durch eine Tierrechtsbewegung ergänzt worden, die einen kompromisslosen, ethisch begründeten Vegetarismus propagierte. Ihren führenden Theoretiker hatte sie in dem australischen Philosophen Peter Singer gefunden, dessen 1975 erschienenes Buch “Animal Liberation“ (Befreiung der Tiere) zum Gründungsdokument der Tierrechtsphilosophie wurde. Da war es nahe liegend, dass Helmut Kaplan sein Philosophiestudium 1987 mit einer Arbeit zu “Peter Singers Philosophie des Vegetarismus“ abschloss.

Ein Klassiker – sogar in Japan

Von nun an hatte die deutschsprachige Tierrechtsszene ihren eigenen Theoretiker, der mit bislang rund einem Dutzend Büchern (zuletzt erschienen: “Der Verrat des Menschen an den Tieren“), zahllosen anderweitigen Publikationen sowie öffentlichen Auftritten wie kein Zweiter die Debatte um Tierschutz, Tierrechte und Vegetarismus prägt. 1993 erschien bei Rowohlt sein Buch “Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung“. Längst ein Klassiker, der sogar ins Japanische übersetzt wurde. Den vom “Focus“ geprägten Begriff “Bibel“ mag Kaplan allerdings weniger. Nicht unbedingt aus persönlicher Bescheidenheit (Wer liest oder hört derlei nicht gern?).

Doch ihm geht es ja gerade um die Verbannung alles Religiösen und religiös Verbrämten aus der Ethik. “Religiöse Überzeugungen sind private Glaubenshaltungen“, erklärt Kaplan. “Tierrechte aber sind – ebenso wie Menschenrechte – allgemeinverbindliche Moral-, Rechts- und Gerechtigkeitspositionen.“

Daher seien alle strikten Verknüpfungen von Tier- oder Menschenrechten mit bestimmten religiösen Vorstellungen unsinnig. Was übrigens auch umgekehrt gelte.

Denn die Schimäre einer moralischen Kluft zwischen Menschen und Tieren, die immer noch in der Ethik herrscht, habe vor allem religiöse Ursachen: “Zum Beispiel den Glauben, dass nur der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen sei und nur er eine unsterbliche Seele habe. Würden wir endlich ernst nehmen, was wir seit Darwin wissen – dass es EINE Evolution ALLEN Lebens gab und gibt –, würde diese Kluft verschwinden, und wir würden unsere moralische Verantwortung auch gegenüber Tieren erkennen.“

Diese Verantwortung muss für Kaplan darin münden, den Tieren Rechte zuzubilligen. Doch was sind eigentlich “Tierrechte“? “Es geht vor allem um das Recht auf Leben, um das Recht auf physische Unversehrtheit und um das Recht auf Freiheit von Schmerz und Leid – jedenfalls, so weit das von uns Menschen abhängt. Das bedeutet:

Wenn wir wissen, dass Tiere leiden, sollten wir Leiden verhindern. Und wo wir nicht sicher sind, ob Tiere leiden, sollten wir möglicherweise Leiden verursachende Handlungen unterlassen. Leider sind solche Erwägungen reine Theorie – weil wir in der Praxis selbst Tiere mit erwiesener größter Leidensfähigkeit behandeln, als wären sie leblose Gegenstände. Verwiesen sei nur darauf, wie in Schlachthöfen etwa mit Rindern oder Schweinen umgegangen wird!“

Einst die Sklaven – heute die Tiere

Helmut Kaplan sieht sowohl Menschen- wie Tierrechte als “ethisch begründete Rechte, die vor allem kulturellen Ursprungs sind“. Schließlich hätten wir uns im Laufe unserer Entwicklung dafür entschieden, allen Menschen grundlegende Rechte zuzugestehen. Und Kaplan erinnert: “Das war bekanntlich nicht immer so – siehe etwa die Sklaverei oder die Frauendiskriminierung. Und die Tierrechtsbewegung ist die logische und notwendige Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen, wie eben der Befreiung der Sklaven, des Kampfes gegen Rassismus oder für die Emanzipation der Frauen.“

Diese Einbeziehung nicht menschlicher Lebewesen ist das eigentlich Revolutionäre an der von Kaplan und anderen vertretenen Ethik. Galt es doch bis in die 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts als Konsens unter den Philosophen, dass ausschließlich der Mensch legitimes Subjekt der Ethik ist.

Dennoch will Kaplan nicht von einer “neuen“ Ethik sprechen: “Wir brauchen überhaupt keine neue Ethik, wir müssen lediglich die vorhandene Ethik konsequent zu Ende denken. Und vor allem anwenden!“

Das entscheidende Kriterium dabei sieht der Salzburger Philosoph in der Leidensfähigkeit. “Wenn wir wollen, wissen wir sehr genau, wie Tiere behandelt werden möchten. Dazu brauchen wir uns nur ehrlich und ernsthaft in deren Situation zu versetzen, um uns dann zu fragen, wie wir an ihrer Stelle behandelt werden möchten. Das wird uns in den allermeisten Fällen, etwa bei Tieren im Schlachthof oder im Versuchslabor, überhaupt nicht schwerfallen. Im Gegenteil: Unser moralisches Problem wird vielmehr meistens sein, dass wir uns so leicht in ihre Lage versetzen können!“

Der für Kaplan einzige wirkliche Ausweg aus diesem moralischen Konflikt (Biofleisch aus so genannter artgerechter Haltung ist für ihn nur eine “Notlösung“): Verzicht auf Fleisch und möglichst auch alle anderen Produkte vom Tier, also vegane Ernährung.

Doch ungeachtet dieser radikalen Forderung ist der Österreicher Realist genug, der Entwicklung und vor allem den Menschen Zeit zu geben: “Wenn jemand, der bis jetzt zwanzig Prozent vegane Lebensmittel gegessen hat, nunmehr vierzig Prozent solcher Lebensmittel isst, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ein Fleischesser zum Vegetarier wird, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ein Fleischesser, der bisher zehn Wurstsemmeln pro Woche gegessen hat, nur noch fünf isst, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Und wenn jemand, der noch nie über Tierrechte nachgedacht hat, beginnt, sich darüber Gedanken zu machen, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung.“

Ingolf Bossenz

Mit Plutarch und “Leichenschmaus“ für die Rechte der Tiere

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Gruß Hubert

 

Wir nehmen die Dienste und Hilfe der Tiere gerne und ausgiebig in Anspruch   Leave a comment

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Ein hervorragender Beitrag von Helmut F. Kaplan zum Thema: „Der Verrat des Menschen an den Tieren“.
Ich kenne keinen größeren und erbärmerlicheren Verrat in der Geschichte der Menschheit.

Daß wir von den Diensten, die uns Tiere erweisen und erweisen können, gerne und ausgiebig Gebrauch machen, ist nicht zu übersehen. Denken wir nur etwa an den vielfältigen Einsatz von Hunden: Sie fahnden nach Drogen, sie suchen nach Verschütteten, sie führen Blinde usw. Überall und immerzu machen wir uns Tiere zunutze.

Dabei soll hier gar nicht von jenen Bereichen die Rede sein, in denen von vornherein augenscheinlich ist, daß wir die Tiere nicht nur nutzen, sondern schlicht ausnutzen, etwa bei der Erzeugung von Fleisch oder bei der Durchführung von Experimenten mit ihnen.

Vielmehr wollen wir unsere Neigung, Tiere für uns dienstbar zu machen, an einer im Vergleich zu anderen Nutzungen äußerst harmlosen Praxis demonstrieren, den sogenannten „Tiertherapien“.

Die therapeutische Wirkung von Tieren wird gezielt eingesetzt, etwa in Krankenhäusern, Erziehungsheimen und Gefängnissen. Worum es dabei grundsätzlich geht, erläutert das Informationspapier „‚Heilkraft‘ der besonderen Art“7 des österreichischen Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung: „Für die Menschen der Antike war es selbstverständlich, was neueste Forschungen nun empirisch beweisen: daß Menschen, die mit einem … Heimtier zusammenleben, ausgeglichener sind, freundlicher und ’stabiler‘. Daß sie Krankheiten leichter bewältigen und Krisen besser meistern.“ Ein konkretes Beispiel8 soll Wesen und Wirkung der Tiertherapie veranschaulichen:

„Sie heißt Anna; ist Patienten im Psychiatrischen Krankenhaus auf der Baumgartner Höhe in Wien; geistig schwer behindert. Sie wird nie ohne stationäre Behandlung auskommen können. Der Initiative moderner Psychiater verdankt sie es, einmal wöchentlich ‚Tierbesuch‘ zu bekommen. Eine junge Wiener Tierpädagogin hat das organisiert: Sie kommt mit Hund und Hasen, Hamster und Huhn. Läßt sie von den Patienten streicheln, füttern, zeichnen. Sieht ein Lächeln auf sonst leeren Gesichtern.

Nur Anna reagiert nicht; monatelang nicht. Oder höchstens mit einem bösen Achselzucken. Ein letzter Versuch: Man zeigt ihr einen jungen Zwerghamster und ihm gelingt das kleine, große Wunder: ‚Liab‘, sagt die Anna. Diese Anna, die von sich aus keine Silbe artikuliert, die bestenfalls einzelne Worte nachsprechen kann. Dem Mini-Hamster ist gelungen, was geduldige Therapeuten bislang nicht schaffen konnten: die ‚Mauer‘ zu durchbrechen, die diese Kranke umgibt.“

Der Einsatzbereich von „Tiertherapien“ oder „tiergestützten Therapien“, wie diese systematische Nutzbarmachung der heilenden Wirkung von Tieren auch genannt wird, ist groß – entsprechend der Grundthese dieser vergleichsweise neuen Disziplin: „Wesen mit Flossen, Fell oder Flügeln können helfen, Krankheiten und Behinderungen von Menschen zu heilen oder zu lindern.“9 Sehen wir uns stellvertretend für das breite Anwendungsspektrum von Tiertherapien drei Bereiche an:

Zunächst ein Beispiel für die Behandlung von Behinderten mittels Delfinen: „Die 20 Monate alte Lea-Paulina ist mit einem Hirnschaden geboren worden und meist ganz in ihrer Innenwelt befangen. Was andere Außenreize kaum vermögen, gelingt Nickkis Delfinschnauze: Sie weckt für Sekunden die gesammelte Aufmerksamkeit des Mädchens.“10 (Wir verwenden Delfine, um Minen aufzuspüren.11)

Auch Hühner helfen Menschen, im Leben wieder zurechtzukommen: „Ein Huhn kann Halt geben und das Herz wärmen, wenn das Vertrauen in Menschen zerrüttet ist. Vernachlässigte, misshandelte und missbrauchte Jugendliche … treffen im amerikanischen Farm-Internat ‚Green Chimneys‘ auf Seel-Sorger mit Federn ….“12 (Wir sperren Hühner lebenslang in Drahtkäfige, deren Grundfläche pro Tier deutlich kleiner ist als eine Druckseite des „Spiegel“.13)

Besonders vielfältig ist der Einsatzbereich von Hunden (denen wir zu Versuchszwecken Sprengstoff verfüttern bis sie daran elend zugrundegehen14). Über die Ausbildung zum Blindenhund erfahren wir:

„Bis zu einem Jahr werden geeignete Hunde von Spezialausbildern trainiert, Menschen zur nächstgelegenen freien Parkbank oder ans Treppengeländer zu führen. Die Hunde lernen, mit der Schnauze anzuzeigen, wo der Griff einer Haus- oder S-Bahn-Tür ist. Sie üben, Hindernisse in Menschenkopfhöhe zu umgehen, tief hängende Zweige oder aufgespannte Regenschirme. Sie trainieren, sich von anderen Hunden nicht ablenken zu lassen, solange sie das Geschirr tragen. Und sie werden geschult, bei Gefahr für ‚ihren‘ Menschen den Gehorsam zu verweigern, wenn zum Beispiel unversehens ein Auto um die Ecke biegt.“15

Mindestens vier Wochen lang wird dann der Hund gemeinsam mit dem ihm anvertrauten Menschen vom Hundeausbilder betreut. Am Anfang steht ein erster kurzer Besuch zum Kennenlernen, dann folgt die erste Übernachtung beim neuen Herrchen. Spaziergänge beginnen in ruhigen Gegenden, dann kommen Ampeln hinzu und Treppen. Am Ende stehen die Eingewöhnung ins neue Wohnviertel sowie die emotionale Abnabelung vom Ausbilder.

Wurden früher Schäferhunde als „Prothesen“ für Kriegsblinde ausgebildet, sind heute die als besonders sanft und gutmütig geltenden Labrador Retriever und Golden Retriever als Helfer besonders beliebt – und haben einen erweiterten Einsatzbereich:

– „Behinderten-Begleithunde“ tragen für Körperbehinderte Packtaschen, ziehen Rollstühle, holen Wäsche aus der Maschine, bedienen Schalter usw.

– „Hörhunde“ alarmieren Taube, wenn der Wecker klingelt oder jemand an die Tür klopft.

– „Epilepsie-Hunde“ spüren, wann bei ihrem Besitzer ein Anfall bevorsteht und warnen ihn rechtzeitig davor. Wie sie dies erkennen können, ist noch ungeklärt, aber es funktioniert.

Wir nehmen die Dienste und Hilfe der Tiere gerne und ausgiebig in Anspruch

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Bezüglich Verrat an den Tieren auch noch einige Gedanken von Carl Anders Skriver .

Der Verrat an den Tieren hält Carl Anders Skriver (der selber Pastor war) besonders den christlichen Kirchen vor.

Skriver hält alle Tiere — von der Mücke bis zum Mastschwein — für gleichberechtigte und gleichwertige Menschenbrüder. Der Mensch soll sie weder töten noch auch nur ausnutzen dürfen. Die Lehre beider Kirchen, der zufolge Tiere weder eine unsterbliche Seele besitzen noch Aussicht auf ein Weiterleben nach dem Tode haben, verdammt Skriver als „Irrlehre“.

Seit es die christliche Kirche gibt, hat sie laut Skriver die Tiere verraten. Den Missionaren habe es seit jeher vollauf genügt, wenn die Heiden ihren Göttern abschworen. Die Abkehr von Gebratenem und Gesottenem sei den Getauften nicht zugemutet worden, weil das „zum Zusammenstoß mit allen Jägern, Fischern, Tierzüchtern, Schlachtern. Pelz- und Lederhändlern, Ärzten … und den Milliarden süchtigen Fleischkonsumenten geführt“ hätte.

Aus dem Spiegel
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46050216.html

Siehe auch auf Amazon.de

Die Tiere sind in der christlichen Dogmatik und Ethik nicht zufällig ausgelassen worden. Die barbarische Schlachthaus- und Vivisektionskultur des christlichen Abendlandes sind die Folge einer religiös- geistigen Fehlentwicklung, die von Carl Anders Skriver bis in das erste und zweite Jahrhundert n.Chr. zurückverfolgt wird.

Angesichts des Absolutheitsanspruchs der christlichen Verkündigung, wie sie von den christl. Grosskirchen vertreten wird, ist es beschämend, zu erkennen, wieviel umfassender im Vergleich dazu das Liebesgebot Gautama Buddhas alle Kreatur in die Nächstenliebe einschliesst. Den vom sog. Christentum Enttäuschten wird von Skriver überzeugend gezeigt, dass eine umfassende Barmherzigkeit sehr wohl und sehr viel mit dem historischen Jesus zu tun hat. Das Evangelium als gute Botschaft für alle Kreatur muss wieder entdeckt und von Grund auf neu eingeführt werden. Das ist die berechtigte Hoffnung des Autors.

http://www.amazon.de/Der-Verrat-Kirchen-den-Tieren/dp/3798100012

 

Gruß Hubert

 

Tiere verhalten sich uns gegenüber freundlich und hilfreich   3 comments

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Hier ein Auszug aus einer Tierrechts-Seite von Helmut F. Kaplan, aus dem hervorgeht wie selbstlos Tiere gegenüber Menschen verhalten und selbst ihr Leben dafür riskieren und auch hingeben.

Tiere begegnen uns, wie gesagt, in aller Regel freundlich. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen dies anders ist, etwa, wenn uns ein Löwe im Urwald, ein Hai im Ozean oder ein Krokodil im Nil angreift. Aber das sind ausgesprochene Ausnahmen. Moralisch entscheidend und für den Menschen typisch ist, wie wir uns gegenüber jenen Tieren verhalten, mit denen wir „in der Zivilisation“ zusammenleben, die von uns abhängig sind und die uns absolut „nichts getan“ haben.

Tiere begegnen uns aber auch abseits menschlicher Siedlungen oft freundlich, ja sie retten uns manchmal sogar das Leben – „von sich aus“, ohne sich in irgendeinem Abhängigkeitsverhältnis zu uns zu befinden. So hat etwa ein Delfin einen 14-jährigen Buben gerettet, der an der süditalienischen Küste vor Apulien in Seenot geraten war. Der Junge, der nicht schwimmen konnte, war von einem kleinen Boot ins Meer gefallen. „Dort habe“, so ein Zeitungsbericht, „sich ein Delfin dem Buben genähert, ihn mit seinem Körper an der Wasseroberfläche gehalten und mit sanften Stößen in Richtung des Bootes befördert“ und ihm so das Leben gerettet. Solche tierlichen Rettungsaktionen sind erwiesenermaßen keine Einzelfälle.

E. Gavin Reeve berichtet von einem Mischlingshund namens Blackie, der vergeblich versucht hatte, den vier Monate alten Säugling Ian vor dem Feuertod zu bewahren. Beide kamen in den Flammen um.

Zwar hatte niemand den tapferen Rettungsversuch des Hundes direkt beobachtet, aber dieser hatte eindeutige Spuren hinterlassen: leichte Abdrücke seiner Zähne an den Schultern des Babys, die vom Versuch, es vom Feuer wegzuziehen, zeugten.

Dieses war in der Küche ausgebrochen. Während die Mutter zu ihren beiden anderen Kindern eilte, rannte Blackie in Ians Schlafzimmer. Die Mutter hörte einen Bums: wahrscheinlich der Aufprall des Kindes am Boden, nachdem der Hund es aus seinem Bett gezogen hatte.

Der tote Ian wurde nur wenige Zentimeter von Blackies ausgestreckten Pfoten entfernt gefunden.

Der Hund war der Familie ein Jahr zuvor zugelaufen und seit Ians Geburt meist an dessen Bett gesessen.

Zahllose weitere Beispiele für selbstloses Verhalten bei Tieren finden sich bei John Robbins und Joan Dunayer.

Tiere verhalten sich uns gegenüber freundlich und hilfreich

 

Gruß Hubert