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So wurde Köln braun   1 comment

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Nazi-resistent sind Katholiken ganz bestimmt nicht. Die katholische Kirche tendiert schon seit unendlichen Zeiten zu rechten Diktaturen, siehe Spanien, siehe lateinamerikanische Länder. Ihre Feinde sind Kommunisten, Bolschewiken und Atheisten versteht sich von selbst. Es ist schon eine totale Verdrehung von Tatsachen, wenn der ehemalige Kardinal von Köln, Meisner, den Atheisten die Schuld in die Schuhe schieben wollte als er behauptete sie wären für das Emporkommen des Nationalsozialismus verantwortlich.
Man beachte im Artikel das Video „So sah Köln im „Dritten Reich“ aus“.

Für mich ist es unverständlich wie man so einem Demagogen und Diktator wie Hitler so zujubeln konnte.

Nazi-Doku zeigt: So wurde Köln braun

Von CHRIS MERTING
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Am Historischen Rathaus zelebrieren die Nazis mit Gauleiter Josef Grohé ihre Machtübernahme (1933).

Am Historischen Rathaus zelebrieren die Nazis mit Gauleiter Josef Grohé ihre Machtübernahme (1933).
Foto: Kölnprogramm

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Köln –  Wie konnte das katholische Köln so schnell so braun werden? Eine neue Film-Dokumentation zeichnet mit teilweise noch nie gesehenen historischen Aufnahmen den Weg Kölns in die NS-Diktatur. Und dieser Weg erscheint geradliniger als viele Mythen vom Nazi-resistenten Köln das einen glauben lassen wollten.
„Achtmal war Hitler in Köln zu Besuch, allein zwischen 1930 und ’33 waren es sechs Auftritte“, so der Filmemacher Hermann Rheindorf (47). Der Journalist hat für seine dreiteilige Dokumentation „Köln im Dritten Reich“ Material aus öffentlichen Archiven in aller Welt und privaten Sammlungen zusammengetragen.

Die einzigartigen Filmdokumente zeigen auch, dass Hitler bereits in den frühen Jahren des Nationalsozialismus in Köln frenetisch gefeiert wurde. So auch im August 1930 – ausgerechnet im Arbeiterbezirk Ehrenfeld.

Hitler füllte die Rheinlandhalle, in der 15.000 Menschen Platz hatten. „Das Publikum war gemischt wie bei einem Familienausflug“, kommentiert Rheindorf die historischen Aufnahmen, die am Mittwoch präsentiert wurden.

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Hitler trat als Agitator achtmal in Köln auf, erstmals im August 1930 in Ehrenfeld.

Hitler trat als Agitator achtmal in Köln auf, erstmals im August 1930 in Ehrenfeld.
Foto: Kölnprogramm
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In der Doku kommen viele Kölner Zeitzeugen zu Wort. In ihren Familiengeschichten wird deutlich, wie die NSDAP alle Bereiche bis zum Karneval durchdrang, wie Gegner und Minderheiten verfolgt wurden. So berichten etwa Ludwig Sebus, Agathe Hartfeld, geborene Herr und Schwester von Trude Herr, sowie der Edelweißpirat Fritz Theilen.

„Das waren sehr emotionale Begegnungen“, so Rheindorf, „viele haben während der Interviews geweint.“

 

http://www.express.de/koeln/noch-nie-gesehene-aufnahmen-nazi-doku-zeigt–so-wurde-koeln-braun,2856,21043946.html

 

Gruß Hubert

 

 

„Diese Haltung zeugt von Ignoranz“   Leave a comment

Auszug.

Interview mit Dirk Verhofstadt zum Reichskonkordat

Im Juli feierte das „Reichskonkordat“ Geburtstag. Es war der erste internationale Vertrag, den das Hitler-Regime abschließen konnte und ist bis heute gültig. Eingefädelt hatte es Nuntius Eugenio Pacelli, der später als Papst Pius XII. die Geschicke der katholischen Kirche während des Zweiten Weltkrieges lenkte. Mit ihm und seiner Rolle bei der Vernichtung der europäischen Juden hat sich der belgische Publizist Dirk Verhofstadt in einer umfangreichen Studie auseinandergesetzt, die vor Kurzem in deutscher Übersetzung erschienen ist. Gunnar Schedel sprach mit ihm über jenes Abkommen, das viele als verheerenden ersten Schritt zur internationalen Anerkennung des nationalsozialistischen Deutschland sehen.

MIZ: Herr Verhofstadt, vor 80 Jahren wurde das Reichskonkordat abgeschlossen. Warum war ein Konkordat auf Reichsebene überhaupt notwendig? Es gab doch die Länderkonkordate mit Preußen und Bayern…

Dirk Verhofstadt: Tatsächlich hatte der Vatikan schon Konkordate mit Bayern (1924), Preußen (1929) und Baden (1932) abgeschlossen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die Rechte der Länder beschnitten, sodass der Vatikan einen Vertrag mit dem ganzen Reich anstrebte. Nach Verhandlungen mit dem NS-Regime wusste Pacelli, dass dies möglich sein würde.

Mit dem ehemaligen Reichskanzler Heinrich Brüning war ihm das nicht gelungen, obwohl dieser ein prominentes Mitglied der katholischen Zentrumspartei war. Am 8. August 1931 fand in Rom ein Gespräch zwischen Pacelli und Brüning statt. Pacelli verlangte von Brüning, ein Konkordat abzuschließen, mit dem die Interessen der katholischen Kirche, vor allem im Bereich der Bildung, gewährleistet werden sollten – eine Forderung, die Brüning ablehnte, da ihm klar war, dass sie kaum durchzusetzen sein würde. Pacelli riet dem Kanzler daraufhin, nicht länger mit den Sozialdemokraten zusammenzuarbeiten, sondern mit Hitler, um so ein Konkordat zu ermöglichen. Brüning antwortete, dass Pacelli die Situation in Deutschland und vor allem die wahre Natur der Nazis völlig falsch einschätze. In diesem Moment warf die Kirche das Ruder herum und beschloss, die Zentrumspartei aufzugeben, um eine Einigung mit Hitler zu ermöglichen. Pacelli fand diesen Weg offenbar akzeptabler als die Wechselhaftigkeit der Weimarer Republik.

MIZ: Ging das Reichskonkordat auf eine Initiative der nationalsozialistischen Außenpolitik zurück oder gab es bereits vorher Verhandlungen? Und welche Rolle spielte dabei Nuntius Pacelli, der spätere Papst Pius XII.?

Dirk Verhofstadt: Der deutsche Historiker Gerhard Besier veröffentlichte 2004 sein Buch Der Heilige Stuhl und Hitler-Deutschland: Die Faszination des Totalitären, in welchem er sich auf die Einstellung Pacellis zu Nazi-Deutschland konzentriert. Er verweist auf ein Treffen zwischen dem Zentrumspolitiker Ludwig Kaas und Pacelli in Innsbruck am 26. September 1930, zwölf Tage nach der Reichstagswahl, die der NSDAP zu ihrem großen Durchbruch verhalf. Die NSDAP bekam 6,4 Millionen Stimmen, einen Anteil von 18,3 Prozent. Sie wurde damit zur zweitgrößten Partei in Deutschland und hatte nun mehr Sitze im Parlament als das Zentrum. Die deutschen Bischöfe kehrten sich damals noch gegen die braune Bewegung, aber Pacelli änderte in diesem entscheidenden Augenblick seinen Kurs. „Angesichts der prekären Lage des Zentrums (…) nach den letzten Wahlen konnte der klärende Ratschlag von Pacelli einen entscheidenden Einfluss ausüben, und das in der Tat in Richtung der Akzeptanz von Beziehungen zu Hitler“, heißt es in einem Bericht der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl vom 30. September.

[…]
MIZ: Was war die Motivation für den Vatikan, sich auf Verhandlungen mit einem totalitären Regime einzulassen? Noch dazu mit einem, das die katholische Kirche bis zur Machtergreifung immer kritisiert hatte…

Dirk Verhofstadt: Erstens seine Furcht vor dem Kommunismus angesichts von dessen erfolgreicher Ausbreitung in Europa in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Pius XI. zeigte (wie Pacelli) stets mehr Sympathie für „katholische Staaten unter strenger Führung“, wie den spanischen katholisch-korporatistischen Staat, und betrachtete die demokratischen Ideale wie Freiheit, Unabhängigkeit und Eigeninitiative als Krankheiten, von denen der „schwächliche Körper des Christentums geheilt werden muss“. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, als sowohl Deutschland als auch die österreichisch-ungarische Monarchie mit ihrer starken katholischen Präsenz in Trümmern lagen und die „rote Gefahr“ aus dem Osten herankam, entschied sich der Vatikan resolut für totalitäre Systeme, welche die Interessen der Kirche schützen sollten. Daher die Konkordate mit Mussolini und später mit Hitler.

[…]
MIZ: Pius XII. wird sein Schweigen angesichts des Holocaust vorgehalten. War das Reichskonkordat der „Pakt mit dem Teufel“, der zur Folge hatte, dass der Papst seinen Vertragspartner nicht öffentlich kritisierte?

Dirk Verhofstadt: Ja. Mit dem Konkordat schob Pacelli die deutschen Bischöfe und einfachen Gläubigen in die Arme der Nazis. Nehmen Sie den Brief von Michael Buchberger, dem Bischof von Regensburg, den er bereits am 3. Juli 1933 an den Führer sandte: „Wir sind bereit, voll guten Willens und Loyalität mit Ihrer Exzellenz für den Wiederaufbau unserer Heimat zusammenzuarbeiten, das heißt für die geistige und moralische Gleichschaltung des gesamten deutschen Volkes auf christlicher und patriotischer Basis.“ Bemerkenswert ist, dass dieser Bischof das Wort Gleichschaltung gebrauchte, ein Begriff, mit dem die Maßnahmen bezeichnet wurden, mit denen die Nazis Deutschland in eine totalitäre Diktatur verwandelten. Kardinal Bertram sandte als Vorsitzender der Bischofskonferenz von Fulda am 22. Juli 1933 einen Brief des Dankes an den Führer. Darin schrieb er, dass die Kirche bereitwillig mit dem Regime zusammenarbeiten würde.

Allerdings gab es einen einzigen deutschen Bischof, der seine Vorbehalte zum Ausdruck brachte. Schon anlässlich der Machtergreifung 1933 hatte der Berliner Bischof Konrad Preysing erkärt: „Wir sind in den Händen von Kriminellen und Verrückten.“ Und Anfang Juli fragte Preysing bei Pacelli an, ob „ein Konkordat wohl noch möglich ist“ in einer Zeit der völligen Willkür und Unterwerfung unter die Interessen des Vaterlandes. Diese kritische Sicht war richtig. Pacelli aber entschied sich, eine Vereinbarung mit einem Regime abzuschließen, das kein Rechtsstaat war. Seine Fürsprecher betonen immer wieder, dass der spätere Papst in guter Absicht gehandelt habe und der Text – zumindest auf dem Papier – besonders günstig für die Kirche war. Aber an wen sollte man sich richten, wenn die Vereinbarung durch eine der beiden Parteien nicht eingehalten wurde? Pacelli hatte mit dem Konkordat die deutsche Kirche faktisch aus der Hand gegeben und seine Unterschrift unter eine Reihe von Abmachungen gesetzt, deren Einhaltung niemand zusichern konnte. Diese Haltung zeugt nicht nur von Naivität, sondern auch von Ignoranz, Mangel an Einfühlungsvermögen und sogar von Komplizenschaft.

http://www.miz-online.de/node/396

Gruß Hubert

 

Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal – Teil II   Leave a comment

Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal – Teil II

Morde bis zum Untergang des Dritten Reiches und darüber hinaus

In der sächsischen Anstalt Großschweidnitz sind zwischen 1939 und 1945 über 5700 Patienten „gestorben“, allein bis Mai 1945 1012 Bewohner.
In Hadamar werden 1941 10 000 Menschen vergast und danach etwa 5000 mit Hunger und Spritzen ermordet. Im Januar 1945, zwei Monate vor dem Einmarsch der Amerikaner, bestellt Dr. Adolf Wahlmann noch 10 000 Veronaltabletten, um weiterhin Patienten vergiften zu können. Von der Befreiung Hadamars gibt es Filmaufnahmen der US-Army. Sie zeigen zum Skelett abgemagerte Menschen wie sie aus den Konzentrationslagern bekannt sind.
In der Anstalt Meseritz-Obrawalde, 150 km östlich von Berlin, werden ab 1942 18 000 Menschen ermordet. Die letzten am 28. Januar 1945, einen Tag bevor die sowjetische Armee eintrifft. Einige tausend noch ungenutzter Urnen dokumentieren, daß weiter gemordet werden sollte.
In der bayerischen Anstalt Kaufbeuren hatte Direktor Valentin Faltlhauser aus eigenem Antrieb eine spezielle „Hungerkost“ entwickelt, wonach seine Patienten binnen dreier Monate verhungerten. Noch drei Monate nach der Befreiung und nach der Verhaftung des Direktors geht das Massensterben weiter.
In der brandenburgischen Anstalt Teupitz leben am 28. April 1945, am Tag der Befreiung, noch 600 Bewohner, Ende Oktober sind es nur noch 54 Patienten.
In der sächsischen Anstalt Altscherbitz sterben 1945 mehr Menschen als während der Nazi-Zeit. Die Sterberate beträgt 1945 36,5 Prozent, das sind 838 Menschen. 1947 steigt die Sterberate auf 38 Prozent, das sind 887 Menschen.
In der württembergischen Anstalt Zwiefalten sterben 1945 46,5 Prozent der Insassen, doppelt so viele wie 1944.
In der pommerschen Anstalt Ueckermünde beträgt 1945 die Sterblichkeit 55 Prozent. In der Anstalt Bernburg/Saale verdoppelt sich 1945 die Zahl der Sterbefälle.
Schloß Hoym in Sachsen-Anhalt, während der Nazi-Zeit eine Absterbeanstalt für sog. psychiatrische Pflegefälle. Auch hier beginnt das Massensterben erst nach der Befreiung. Bei 500 Bewohnern beträgt 1945 der „durchschnittliche Sargbedarf“ 250 Särge.

Die Anstalt Düsseldorf-Grafenberg hat 1946/47 eine Sterberate von 55 Prozent, 1948/49 sind es noch immer 30 Prozent. Grafenberg hatte schon vor den Nazis Kranke zur Erprobung von Malaria-Präparaten Bayer-Elberfeld zur Verfügung gestellt.
Der Psychiater Heinz Faulstich („Hungersterben in der Psychiatrie 1914-1949″, 1998) hat als erster Vertreter seines Faches die Ermordung mittels Hunger dokumentiert. Faulstich gibt für die Nachkriegszeit eine Mindestzahl von 20 000 Toten an, wahrscheinlich seien es jedoch erheblich mehr. Eine Bestandsaufnahme insgesamt scheitert daran, daß zahlreiche Anstalten ihre Unterlagen vernichtet haben.

Bis heute finden die Täter im Regelfall mehr Verständnis als ihre Opfer. Es gibt eine Ausnahme: Mitarbeiter der Wittenauer-Heilstätten in Berlin haben die Vergangenheit ihrer Klinik aufgearbeitet. Von 1939 bis zum Kriegsende am 24. April 1945 waren 4 607 Patienten umgekommen, in der Regel etwa 20 Tage nach ihrer Einlieferung. Nach der Befreiung werden 2500 Menschen neu aufgenommen, davon „sterben“ im selben Jahr 1400, etwa 55 Prozent.
Seit 1957 heißt die Einrichtung Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Bonhoeffer war Gutachter bei der „Unfruchtbarmachung geistig Minderwertiger“ (Bonhoeffer), freiwillig, wie alle. Bonhoeffer arbeitete noch nach seiner Pensionierung für die rassistischen Sterilisierungsgerichte. Im Dezember 1941 hat er einen sog. Halbjuden zu begutachten, der vor 14 Jahren ein einziges Mal in der Psychiatrie gewesen war. Selbst das NS-Erbgesundheitsgericht hat Bedenken, da er keinerlei kranke Symptome zeige und normal arbeite. Bonhoeffer empfiehlt dennoch die Sterilisierung.


Menschen, die zwangssterilisiert wurden, fielen dem Rassenwahn der Nazi-Zeit zum Opfer, wurden aber rechtlich nie als Nazi-Verfolgte anerkannt und entschädigt

Es bleiben lediglich Almosen aus einem Härtefallfond.

Die Täter setzten ihre Karriere ohne Scham fort, traten sogar als Gutachter in Entschädigungsfällen auf und verhöhnten ihre Opfer, angesichts ihrer Minderwertigkeit könne kein seelischer Schaden vorliegen.

Einer der meistgeehrten Psychiater der Nachkriegszeit war Prof. Helmut E. Ehrhardt, Mitglied der NSDAP ab 1937, Ordinarius für Gerichtliche und Soziale Medizin in Marburg. Ehrhardt tat sich vielfach als Weißwäscher der Nazi-Psychiatrie hervor. 1963 meinte er in einem Gutachten für das Bundesfinanzministerium: „Eine Entschädigungsregelung für die Sterilisierten würde in vielen Fällen zu einer … Verhöhnung des echten Gedankes der Wiedergutmachung.“ Ehrhardt wurde mit der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, geehrt. Er war u.a. Mitglied des Beirats für Seelische Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation, des ethischen Komitees und der forensischen Sektion des Weltverbandes für Psychiatrie, zuletzt auch Ehrenmitglied.

Die Verhöhnung der Opfer hat Tradition: bereits 1946 erstattete der Wiener Ordinarius der Psychiatrie Otto Pötzl ein Gutachten, wonach die Verabreichung von Giften eine besonders humane Tötung gewesen sei, da die Opfer in den Tod „Dahindämmern“. Der Wiener Gerichtsmediziner Leopold Breitenecker gutachtete 1967 in einem Prozeß gegen Vergasungsärzte über den Gaskammertod: „Es ist sicherlich eine der humansten Tötungsarten überhaupt.“ (Ks 1/66 GStA Frankfurt a. M.). Breitenecker, Gründer der Österreichischen Gesellschaft für gerichtliche Medizin, war Mitglied diverser Ethik-Kommissionen. Sein Sohn Manfred, Universitätsprofessor, Institut für theoretische Physik der Universität Wien, meinte noch in diesem Jahr, die Angehörigen der Ermordeten könnten die Aussage über das Sterben in der Gaskammer „vielleicht als Trost“ empfinden.

Der Schutz mörderischer Kollegen stand höher als das Leid der Opfer. So wird verständlich, daß Psychiatrieprofessor Werner Heyde, der medizinische Leiter des Gasmords, bis 1959 mit Wissen zahlreicher Kollegen unter dem Namen Dr. Sawade als Gutachter in Entschädigungsfällen arbeiten konnte.

Täterschutz galt bis zum Tode: Die Todesanzeige der Ärztekammer Niedersachsen für Dr. med. Klaus Endruweit, zum Vergasen in der Anstalt Sonnenstein in Pirna eingesetzt: „Wir werden seiner ehrend gedenken.“ Die Todesanzeige der Klinik Wunstorf für Hans Heinze, dem ehemaligen Leiter der größten Kindermordstätte der NS-Zeit: „Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“ In der Todesanzeige der Universität Kiel für Prof. Werner Catel, verantwortlich für den Kinder-Massenmord, heißt es, er habe „in vielfältiger Weise zum Wohle kranker Kinder beigetragen“. Die Traueranzeige der Psychiatrischen Universitätsklinik Düsseldorf für Prof. Friedrich Panse gipfelt in dem Satz: „Ein Leben der Arbeit im Dienst leidender Mitmenschen … ist vollendet.“ Panse war T4-Gutachter, d.h. er gutachtete Patienten in die Gaskammer.
Ende des Referats von Ernst Klee.

Quelle:
http://www.toxcenter.de/artikel/Psychiatrie-NS-mordete-Quecksilberkranke-Referat-Ernst-Klee.php

Veröffentlicht 16. Juli 2012 von hubert wenzl in Psychiatrie, Uncategorized

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