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Buben/Männer sind von Natur aus störanfälliger   1 comment

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Es ist interessant wie unterschiedlich die Entwicklung zwischen Jungen und Mädchen im Säuglingsalter verlaufen und wie kompliziert und störanfällig die Entwicklung zum männlichen Geschlecht verläuft. Es ist eindeutig, dass das weibliche Geschlecht größere biologische Stabilität hat. Männer sterben schon im Mutterleib öfter. Buben/Männer sind von Natur aus störanfälliger.
Ich habe den Artikel zusammengefasst, weil er sehr lange ist. Wer will kann ja alles lesen.

Hier ein Auszug von Männerarzt Dr. Georg Pfau.

Das „Prinzip des größeren Aufwandes“ belastet die Männer.

Die Urform des Lebens auf diesem Planeten, unserer Erde, ist weiblich. Diese Erkenntnis mag zwar bitter sein für Bibelgläubige, doch dies ändert nichts an den Tatsachen. Man höre und staune: 3,3 Milliarden Jahre gab es ausschliesslich weibliches Leben, der „Mann“, konkret das Y-Chromosom, ist erst 500 Millionen Jahre alt. Der Mann ist also ein Neuling auf der Erde.
Erst durch „besondere Aufwendungen“ entwickelt sich der zunächst ungeschlechtlich und bipotent ausgebildeter Organismus in Richtung Mann. Für die Entwicklung zum Weiblichen sind diese „besonderen Aufwendungen“ nicht erforderlich.
Männer sind daher besonders störanfällig, sie sterben nicht nur früher, sondern grundsätzlich auch öfter, – schon als Ungeborene im Mutterleib. Aus dem „Prinzip des höheren Aufwandes für das männliche Geschlecht“ ergibt sich zwangläufig das „Prinzip für die größere Störanfälligkeit für das männliche Geschlecht“ oder umgekehrt „Das Prinzip für die größere biologische Stabilität für das weibliche Geschlecht“.

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Männer sind daher besonders störanfällig, sie sterben nicht nur früher, sondern grundsätzlich auch öfter, – schon als Ungeborene im Mutterleib. Aus dem „Prinzip des höheren Aufwandes für das männliche Geschlecht“ ergibt sich zwangläufig das „Prinzip für die größere Störanfälligkeit für das männliche Geschlecht“ oder umgekehrt „Das Prinzip für die größere biologische Stabilität für das weibliche Geschlecht“.

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Die Geschlechtsproportionen beschreiben das mengenmäßige Verhältnis von Buben zu Mädchen. Dieses ist eben nicht 50:50 wie man annehmen könnte. Ganz im Gegenteil, um den höheren Verlust in Laufe der Entwicklung zum Mann auszugleichen, werden wesentlich mehr Buben gezeugt als Mädchen.
Die „primäre Geschlechtsproportion“ beschreibt das mengenmäßige Verhältnis von männlichen zu weiblichen Zygoten und: sie ist 126:100. Es werden also auf 100 Mädchen 126 Buben gezeugt.

Interessanterweise kommen aber nicht 126 Buben auf 100 Mädchen zur Welt. Es sind zwar noch geringfügig mehr, aber der Vorsprung der Männer ist auf einen kleinen Rest zusammengeschmolzen: die sekundäre Geschlechtsproportion beträgt nur mehr 106:100. Das beweist die wesentlich höhere Sterblichkeit von männlichen Zygoten gegenüber weiblichen Zygoten, auch dies wird nicht durch externe Faktoren bewirkt, sondern durch die größere Störanfälligkeit auf Grund des Prinzipes der höheren Aufwendung.

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Und es geht so weiter: obwohl noch deutlich mehr Buben als Mädchen geboren werden, bleiben die Männer nur bis zur 5. Lebensdekade die Mehrheit der Bevölkerung. Volkszählungen beweisen auch in Österreich, dass in dieser 5. Lebensdekade die Frauen genüber den Männern mengenmäßig die Oberhand gewinnen, im fortgeschrittenen Alter von 70 oder 80 kommen auf jeden Mann 2 oder mehr Frauen.
Obwohl also wesentlich mehr Buben gezeugt werden als Mädchen, nimmt das Verhältnis von Männern zu Frauen mit dem Alter kontinuierlich zu ungunsten der Männer ab. All denjenigen, die nun wieder behaupten, das wäre die alleinige „Schuld“ der Männer, kann man entgegenhalten, dass das Männersterben bereits im Mutterleib beginnt, und daran haben die Männer wohl kaum selbst „Schuld“.

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Die 1. größere Aufwendung (das Y-Chromosom)

Größere Aufwendungen bedingen eine höhere Störanfälligkeit. Dieses Prinzip ist ein Paradigma, das sich aus der Erfahrung selbst bestätigt.
Die größere Aufwendung beginnt für die Männer bei deren Zeugung. Um die Entwicklung in Richtung „männlich“ in Gang zu setzen, bedarf es eines speziellen Gens, des SRI-Gens. Dieses Gen sitzt auf dem Y-Chromosom. Und damit beginnt die Problematik.
Die Evolution hat für das genetische Material ein geniales Sicherheitssystem eingebaut, indem (fast) JEDES Chromosom doppelt angelegt ist. Auf diese Weise können Fehler auf einem Chromosom durch das jeweilige Duplikat ausgebessert werden. Sollte ein Gendefekt vorliegen, greift die Zelle bei der Proteinsynthese auf das intakte Parallelchromosom zurück.
Klingt gut, ist gut, hat aber einen Haken, …und zwar bei den Männern. Denn dort sind nur 22 Chromosomen paarweise angelegt, das 45. und 46. Chromosom sind kein Paar, sondern 2 einzelne Chromosomen, konkret ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom. Somit ist das geniale Prinzip der paarweisen Anlage von Chromosomen mit einer Ausnahme behaftet: die Geschlechtschromosomen bei den Männern.
Offenbar kommt es nicht selten vor, dass auf dem X- oder dem Y-Chromosom ein Fehler „sitzt“. Denn die erheblichen Unterschiede zwischen der primären und der sekundären Geschlechtsproportion gehen darauf zurück. Das Verhältnis männlicher zu weiblichen Totgeburten beträgt übrigens 115:100.

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Wir alle kennen Testosteron als jenes Hormon, das bei den Buben die Pubertät dominiert. Unter seiner Führung wird aus dem Kind ein Mann. Das ist natürlich richtig, doch ist kaum jemandem bewusst, dass Buben schon viel früher großer Mengen an Testosteron bedürfen, um sich überhaupt in Richtung männlich zu entwickeln. Dabei sind für eine reibungslose Entwicklung noch andere Voraussetzungen erforderlich: zum Testsoteron brauchen Männer noch ausreichend 5-alpha-Reduktase und geeignete Rezeptoren. Auch hier gibt es Störungen mit dramatischen Auswirkungen.

Die 2. größere Aufwendung (als bei den Mädchen) betrifft die 9.- 18. Schwangerschaftswoche.

Noch im Mutterleib, die Zygote (das unentwickelte Kind) ist gerade einmal 3 cm groß, kommt es aus dem eigenen Hoden dieses Winzlings unter der Führung der Hypophysenhormone der Mutter und des im eigene Hoden gebildetetn LH zu einem Hormonschub. Jetzt werden die undifferenzierten Geschlechtsorgane in Richtung männlich entwickelt. Dieser große Entwicklungsschritt im Leben eines Mannes bedarf eines Testosteronspiegels, der mit dem eines erwachsenen Mannes vergleichbar ist. Jetzt entwickelt sich der Penis und jetzt wandern die Hoden in den bereitgestellten Hodensack. Wie sehr störanfällig dieser Entwicklungsschritt ist, kann man unschwer an den häufigen Fehlbildungen im Bereich der männlichen Genitalien erkennen (z.B. die offene Harnröhre, auf medizinisch Hypospadie. Leistenhoden, Intersexsyndrome).
Damit ist aber immer noch nicht genug, diese hohen praenatalen Testosteronspiegel halten etwa 9 Wochen lang an, und die Entwicklung der Genitalien benötigt gerade ein paar Tage. Wofür wird dann also das restliche Testosteron gebraucht? Es ist ja kaum anzunehmen, dass hier umsonst ein hochwirksames Hormon „verpulvert“ wird. Wie schon vermutet, es hat alles seinen Sinn, denn in den weiteren Wochen kommt es zur Ausgestaltung des männlich differenzierten Gehirns. (Androgenisierungsmodell des männlichen Gehirns).

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Sie haben richtig gelesen: ja, es gibt das „männliche Gehirn“, genauso wie es ein „weibliches“ gibt. Im Unterschied zu den Mädchen, benötigen Buben Testosteron um ihr Gehirn geschlechtstypisch auszugestalten, Mädchen brauchen dagegen…nichts! Das weibliche Pendant zum Testosteron, die Östrogene spielen für die geschlechtstypische Ausgestaltung der weiblichen Geschlechtsorgane, aber auch des weiblichen Gehirns keine Rolle.

Der „größere Aufwand“ betrifft also nur die Männer! Und das sieht man auch hier wieder an der größeren Störanfälligkeit. Mangel und Überschuß an Testosteron führen zu Störungen der geschechtstypischen Differenzierung des Männergehirns. In diese Zeit fallen die Prägungen für die spätere sexuelle Orientierung, die Geschlechtsidentität, eine zu geringe wie auch eine zu ausgeprägte Masculinisierung.

Forschungen bringen Autismus, der fast gänzlich aufgehobenen Fähigkeit zum Aufbau sozialer Kontakte, eine typisch männliche Erkrankung, in Zusammenhang mit einem Überschuß an Testosteron in dieser Entwicklungsphase. Ebenso scheinen sich Transsexualität, Transvestitismus oder Homosexualität mit diesem Androgenisierungsmodell erklären zu lassen.

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Jetzt wird das Timing für den Beginn der Pubertät festgelegt, es kommt zur Differenzierung der bereits in der 9.-18. Schwangerschaftswoche geprägten Sexual- und Paarungszentren und zur Prägung der Partnerpraeferenz. Zu diesem Zeitpunkt entscheiden sich schon sehr wichtige Details für das spätere Sexualleben des gerade erst zur Welt gebrachten Säuglings.
Auch diese Phase verläuft bei den Mädchen wesentlich weniger spektakulär, sie bedarf keiner besonderer Zutaten. Ganz anders bei den Buben, die nur darauf hoffen können, dass „alles“ reibungslos funktioniert. Sie benötigen einmal mehr für ihre „normale“ Entwicklung besondere Zutaten in der richtigen Dosierung zur richtigen Zeit. Läuft nicht alles nach Plan, kommt es wie immer zu Störungen, die erst später, postpubertär, zum Tragen kommen. Auch wenn diese Vorgänge noch nicht restlos geklärt sind, werden sie (mit)-verantwortlich gemacht für die verschiedenartigsten Besonderheiten in der sexuellen Praeferenz von Männern.

Diese komplizierten Vorgänge erklären auch, warum die meisten Paraphilien (abnorme Vorlieben) ausschliesslich Männer betreffen. Es gibt nur eine Paraphilie, die bei den Frauen in einer messbaren Größe zu finden ist, den Masochismus. Er kommt bei Frauen in einem Verhältnis von 1:20 zu den Männern vor.

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Die 4. größere Aufwendung in der 2.-4. Lebensstunde

Der nächste große Schritt in der somatosexuellen Entwicklung des neugeborenen Säuglings folgt unmittelbar auf die Geburt. Das Kind ist kaum geboren, das Geburtsgeschlecht wurde gerade erst als „männlich“ in das Geburtsregister eingetragen, steigt erneut der Testosteronspiegel in ungeahnte Höhen. Zwar nur für sehr kurz, exakt vom Beginn der 2. bis zum Ende der 4. Lebensstunde (!), aber dafür umso heftiger. Die hier erreichten Werte für das Testosteron entsprechen denen erwachsener Männer.
Jetzt wird das Timing für den Beginn der Pubertät festgelegt, es kommt zur Differenzierung der bereits in der 9.-18. Schwangerschaftswoche geprägten Sexual- und Paarungszentren und zur Prägung der Partnerpraeferenz. Zu diesem Zeitpunkt entscheiden sich schon sehr wichtige Details für das spätere Sexualleben des gerade erst zur Welt gebrachten Säuglings.
Auch diese Phase verläuft bei den Mädchen wesentlich weniger spektakulär, sie bedarf keiner besonderer Zutaten. Ganz anders bei den Buben, die nur darauf hoffen können, dass „alles“ reibungslos funktioniert. Sie benötigen einmal mehr für ihre „normale“ Entwicklung besondere Zutaten in der richtigen Dosierung zur richtigen Zeit. Läuft nicht alles nach Plan, kommt es wie immer zu Störungen, die erst später, postpubertär, zum Tragen kommen. Auch wenn diese Vorgänge noch nicht restlos geklärt sind, werden sie (mit)-verantwortlich gemacht für die verschiedenartigsten Besonderheiten in der sexuellen Praeferenz von Männern.

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Männliche Säuglinge sind bei gleichem Geburtsgewicht gegenüber den weiblichen Säuglingen unreifer, der erste und der zweite kindliche Gestaltswandel stellt sich bei Jungs deutlich später ein als bei Mädchen. Die bedeutet, dass Buben gegenüber den Mädchen in ihrer Entwicklung verzögert sind.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, jeder Mensch weiss, dass Buben später in die Pubertät kommen als Mädchen, dennoch wird dieser Umstand ignoriert. Wie sonst könnte man es sich erklären, dass Buben und Mädchen gleichen Alters in denselben Klassen coedukativ unterrichtet werden, obwohl es bekannt ist, dass die Mädchen einen deutlichen Entwicklungsvorsprung haben.
Der „Spiegel“ vom April 2004 titelt mit der prokanten Story „Schlaue Mädchen, dumme Jungs“ und meint damt genau die von mir aufgezeigte Problematik.
Die Ignoranz der heutigen Gesellschaft gegenüber den Bedürfnissen der Männer ist pathognomonisch. Wie sagt die bekannte Soziologin Heike Diefenbach aus Chemnitz? „Es entspräche der political correctness der heutigen Gesellschaft, die Mädchen im Nachteil zu sehen, selbst wenn dies in gewissen Bereichen gar nicht zutrifft.“

In der somatosexuellen Entwicklung sind die Buben im Nachteil und ich rate allen Erzeihungswissenschaftern, Pädagogen und Politikern, sich das für die Erkennnis dieser Fakten erforderliche Wissen anzueignen.

http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/das-prinz-des-groesseren-aufwandes-belastet-die-maenner/

 

Gruß Hubert

Veröffentlicht 23. September 2013 von hubert wenzl in Medizin

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