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Hilfestellung für Identitäre Bewegung   Leave a comment

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Für mich ist es erkenntnisreich zu sehen wie Rechte oder auch die Neue Rechte, wie bestimmte Gruppen genannt werden, transatlantisch zusammenarbeiten. So unterstützt nun die amerikanische Alt-Right-Bewegung die Identitäre Bewegung (IB) bei ihrer Aktion „Defend Europe“. Die Vertreter der Alt-Right-Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, die „Identität der Weißen Bevölkerung“ vor den Einflüssen eine multikulturellen Gesellschaft zu schützen. Unter anderem sagt die Alt Right-Bewegung auch, dass die weiße Bevölkerung vor dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit zu schützen sei. Das ist schon eine für mich schockierende und entlarvende Aussage. Diesen Satz musste ich wirklich zwei mal lesen, ich dachte ich sehe nicht richtig. Soziale Gerechtigkeit ist also für die Alt-Right-Bewegung negativ und unerwünscht. Super, toll, kann ich da nur sagen 😉

Die Alt-Right-Bewegung war eine große Stütze im US-Wahlkampf für Trump.

Mit ihrer Aktion „Defend Europe“ möchte die IB die NGO’s daran hindern Flüchtlinge im Mittelmeer zu retten.

Wobei man aber schon sagen muss, dass es auch so nicht geht, wie es die deutschen Organisation „Jugend rettet“ mit ihrem Schiff Juventa macht und laut Staatsanwaltschaft Kontakte zu Schleppern hat. Dies ist aber noch in der Phase der Untersuchung.

Weil ich von jemand gefragt wurde welche Stellung ich zu IB, zur Alt-Right-Bewegung und zu breitbar beziehe, gebe ich dazu meine Einstellung dazu kund.
Ich beziehe eine klare Anti-Stellung zu Organisationen, wie Alt-Right, die sich mit Ku-Klux-Klan verbündet, zu IB und zur Plattform breitbart.com (ex-Chef Steven Bannon, jetzt im Team von Trump). Ich war zwar der Meinung, das würde aus meinem Beitrag klar hervorgehen, aber ich kann es auch noch bestätigen und unterstreichen. Die Alt-Right-Bewegung steht für mich auf der Stufe von SS und Gestapo. Aber manche haben ja sogar da noch nichts dagegen einzuwenden. Dann darf man dazu wohl Nazi sagen, oder?

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Hier auch noch die Stellung Italiens zum Flüchtlingsproblem.

Mittelmeer-Krise: Italien konfisziert NGO-Schiff

Helfer der deutschen Organisation „Jugend rettet“ sprechen von „Routinekontrolle“ durch Küstenwache. Die Staatsanwaltschaft spricht von Kontakten zu Schleppern.

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Die „Juventa“ wurde von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. – APA/AFP/ITALIAN POLICE/HANDOUT

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Premier Paolo Gentiloni bezeichnete den geplanten Einsatz als möglichen Wendepunkt in der Flüchtlingskrise. Die Stabilisierung Libyens stehe ganz oben auf der Prioritätenliste Italiens. Von Libyen aus starten die meisten Migranten die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer in Richtung Europa. Allerdings hatte sich im vergangenen Monat die Zahl der Ankömmlinge drastisch verringert. Mit den Ankünften von Montag erhöhte sich die Zahl für den Juli auf 11.193, im Juli 2016 waren 23.552 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Insgesamt kamen in diesem Jahr 95.214 Migranten in italienischen Häfen an. Das sind nur noch 0,78 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2016. Vor wenigen Wochen überstieg ihre Zahl noch bis zu 40 Prozent der Ankünfte im Vergleich zum selben Zeitraum 2016. Eine stichhaltige Erklärung für diesen Rückgang kann bisher niemand geben.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 03.08.2017)

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5262741/MittelmeerKrise_Italien-konfisziert-NGOSchiff

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Zurück zu Alt Right und IB.

Aus tagesschau.de

Wie Alt-Right „Defend Europe“ unterstützt

„Defend Europe“ („Europa verteidigen“) – so lautet das Motto einer Kampagne der „Identitären Bewegung“ (IB). US-amerikanische Rechte helfen mit – vor allem bei der Finanzierung.

Das Geld für die Aktion, an der Identitäre aus mehreren europäischen Ländern beteiligt sind, wird über die US-Plattform „WeSearchr.com“ akquiriert. Die präsentiert sich als Community, die nach dem Crowdfunding-Prinzip finanzielle Mittel für unabhängige Recherchen einsammelt. Der „Marktplatz für Informationen“ gibt sich dabei einen seriös-rebellischen Anstrich.

Alle Inhalte – so behauptet die Plattform in ihren FAQ – würden von Redakteuren geprüft. Themen ohne journalistische Relevanz würden nicht veröffentlicht. Ausgangspunkt einer Recherche ist dabei immer eine eingereichte „Frage“ eines Users, der dann ebenso wie die Recherchierenden einen Teil der Spenden erhält.

Schwarmfinanzierter Journalismus oder virtuelle Sammelbüchse?

Doch viele der Themen auf WeSearchr haben mit dem selbsterklärten Zweck der Plattform nur wenig zu tun. Ihr Gründer ist der der Alt-Right-Bewegung zugerechnete Aktivist Charles C. Johnson, der so augenscheinlich Gleichgesinnten die Möglichkeit bietet, Gelder für ihre Projekte und Interessen zu beschaffen – wie zum Beispiel die Kosten für juristische Auseinandersetzungen.

Oft werden auch Themen platziert, die politische Gegner diskreditieren sollen – darunter die Frage, ob der französische Präsident Emmanuel Macron schwul sei, oder die Suche nach schmutzigen Details zur Scheidung von David Mikkelson, dem Gründer der Faktenchecker-Website „Snopes.com„. Diese Seite kooperiert in den USA mit Facebook bei der Suche nach Falschmeldungen und dürfte der Alt-Right-Bewegung ein Dorn im Auge sein.

Einzelspenden bis zu 2500 Dollar

Auf der Plattform WeSearchr findet sich auch „Defend Europe“. Die IB informiert über ihre Kampagne mit einem Videotrailer und einem Blog. Bislang haben (Stand 08.08.2017) mehr als 2.700 Beitragende rund 202.000 US-Dollar (ca. 171.000 €) für „Defend Europe“ gespendet, damit ist das Projekt derzeit das erfolgreichste auf der Plattform.

Die Spenden erfolgen größtenteils anonym. Kann man der Auflistung der Eingänge Glauben schenken, sind keine Großspenden darunter: Die höchsten Einzelbeträge belaufen sich auf 2500 US-Dollar. Anders als bei Crowdfunding normalerweise üblich ist der Finanzierungs-Zeitraum in diesem Fall nicht begrenzt.

Es ist fraglich, ob diese Summe ohne die Unterstützung des US-amerikanischen Alt-Right-Netzwerkes zustande gekommen wäre. Die Liste derjenigen, die Werbung für die Aktion machen, liest sich wie ein Who-is-who der neuen US-amerikanischen Rechten.

So rief David Duke, einer der bekanntesten Neo-Nazis in den USA und ehemaliger Anführer des Ku Klux Klan, im Juni auf Twitter zu Spenden für „Defend Europe“ auf. Zwar ist Dukes Reichweite dort mit rund 41.000 Followern nicht allzu groß und mit 38 Retweets hielt sich die Resonanz in engen Grenzen. Für Aufmerksamkeit bei potentiellen Geldgebern in der Szene dürfte der Tweet dennoch gesorgt haben.

Dies gilt auch für die Berichterstattung auf breitbart.com, dem publizistischen Sprachrohr der Alt-Right-Bewegung, das im Juni dem österreichischen IB-Funktionär Martin Sellner ausführlich Gelegenheit gab, die Aktion vorzustellen. Breitbart.com wird monatlich 80 bis 90 Millionen mal angeklickt.

Die „Schlacht ums Mittelmeer“

 

Richard S. Spencer, Begründer der Alt-Right-Bewegung in den USA | Bildquelle: REUTERS

Richard S. Spencer, Begründer der Alt-Right-Bewegung in den USA

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Die von US-Neonazi Richard S. Spencer gegründete Website „Altright.com“ pries in martialischen Worten die IB im Juli für ihren Beitrag zur „Schlacht um das Mittelmeer“ und behauptete, „junge Weiße überall in der Weißen Welt“ würden nun „angesichts ihrer Entrechtung erwachen“. Das seien „ermutigende Nachrichten“.

Von Matthias Vorndran, mdr

Was ist die Alt-Right-Bewegung?

Unter dem Sammelbegriff „Alt-Right“ werden verschiedene Ideologien am rechten Rand des politischen Spektrums der USA zusammengefasst. Deren Vertreter haben sich zum Ziel gesetzt, die „Identität der Weißen Bevölkerung“ vor den ihrer Meinung nach schädlichen Einflüssen einer multikulturellen Gesellschaft, politischer Korrektheit und dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit zu schützen. Der Name ist eine Abkürzung des Begriffs „Alternative Right“ und geht auf den rechtsextremen Publizisten Richard S. Spencer zurück, der 2010 ein Onlinemagin mit diesem Titel gründete. Kritiker sehen in dem Begriff eine Beschönigung, die dazu diene, rechtsradikales Gedankengut einer breiteren Masse näher zu bringen.

Hier weiterlesen:

Hilfestellung für Identitäre Bewegung

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Gruß Hubert

 

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Veröffentlicht 9. August 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Die Stunde der Populisten   Leave a comment

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Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei. Als das Video vom rbb gemacht wurde, war die AfD noch auf dem Höhepunkt der Zustimmung. Inzwischen gibt es ja zwei Strömungen und die ex-Chefin Petry muss man schon sagen, ist entmachtet. Inzwischen lenken ja Gauland und Weidel das AfD-Schiff. Es könnte Petry so ergehen wie SIE es mit Lucke machte. Es kommt eben manchmal etwas zurück. Jedenfalls kein Mitleid von mir – auch wenn ich mit der AfD nie nichts zu tun haben würde, auch wenn ich Bundesdeutscher wäre. Aber bei den letzten Wahlen in einigen Ländern lief es ja nicht mehr so nach Wunsch für die Populisten – und das ist auch gut so.

Aus rbb mediathek mit Olaf Sundermeyer, der den Film „Die Stunde der Populisten“ gedreht hat.

„Die AfD will an die Macht: In alle Landtage, in diesem Jahr noch in den Bundestag und schließlich ins Kanzleramt. Im Jahr 2021 will sie Deutschland regieren. Das formulieren einzelne Parteifunktionäre offen als Ziel – in der rbb-Fernsehdokumentation „Die Stunde der Populisten“.

Im Interview mit dem rbb sagte Olaf Sundermeyer unter anderem auch, dass sich die Identitäre Bewegung (IB) sich im Kampf für die weiße Rasse sieht. Das ist lupenreiner Rassismus. Die AfD arbeitet auch mit einigen Anhängern der IB zusammen, und distanaziert sich davon nicht. Die IB hat eine rechtsradikale, rechtsextreme Ausrichtung. In Italien werden sie zum Beispiel ohne Frage den Faschisten zugerechnet. In Bozen wurde ein Gemeinderat dieser Bewegung, die in Italien „Casa Pound“ heißt, wegen Gewaltanwendung gegen einen Linken schon zwei mal verurteilt.

Nachfolgend das Video von rbb mit Olaf Sundermeyer, der Experte für Rechts- und Linksextremismus ist.

http://mediathek.rbb-online.de/tv/zibb/rbb-Journalist-Olaf-Sundermeyer/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822084&documentId=40359702

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Zu den Kontakten von AfD zu IB aus der WELT

AfD-Politiker bandeln mit Identitärer Bewegung an

Zwar gibt es in der AfD Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegenüber der Identitären Bewegung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Doch einige ihrer Mitglieder sehen das nicht so eng.

[…]

Unverblümt schrieb der PP-Vorstand um Hans-Thomas Tillschneider, AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt, erst im Juni auf seiner Internetseite: „Wir wünschen uns eine engere Zusammenarbeit zwischen Identitärer Bewegung und AfD, denn auch die AfD ist eine identitäre Bewegung und auch die Identitäre Bewegung ist eine Alternative für Deutschland.“

https://www.welt.de/politik/deutschland/article157911896/AfD-Politiker-bandeln-mit-Identitaerer-Bewegung-an.html

In der AfD geht die Angst vor der Fünf-Prozent-Hürde um

https://www.welt.de/politik/deutschland/article165801315/In-der-AfD-geht-die-Angst-vor-der-Fuenf-Prozent-Huerde-um.html

Der große Ärger kommt auf Petry erst noch zu

https://www.welt.de/politik/deutschland/article165897930/Der-grosse-Aerger-kommt-auf-Petry-erst-noch-zu.html

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 12. Juli 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Neonazis übernehmen die „Identitäre Bewegung“   Leave a comment

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Die Identitäre Bewegung benützt den Begriff der kulturellen Itentität ganz zentral in ihrer Ideologie. Oft stellt sich derr Begriff der kulturellen Identität als Rassismus dar, indem sie andere Rassen als die weiße für weniger wertvoll hält. Man benützt den Begriff kulturelle Identität um nicht offen als Rassisten da zu stehen.
Statt von „Rassen“ wird von „Kulturen“ gesprochen, die jeweils erhalten werden müssten. Haupttheoretiker ist Alain de Benoist, der Begründer von GRECE, mit seinem Werk Kulturrevolution von rechts (1985). Die „Identitären“ werden oft auch die Neue Rechte genannt. Das ganze entpuppt sich auch als alter Wein in neuen Schläuchen.

 

Aus einem Blog der ZEIT.

JN-Kampagne „Identität – Werde, wer Du bist“ © Screenshot von der NPD-Homepage

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Mit poppiger Jugendkultur mischen junge Rassisten europaweit die althergebrachte rechte Szene auf. Russische Nazi-Hools „bassen“ gegen die Antifa, während italienische Faschisten gegen Sparpolitik „flashmobben“. Die völkische Rechte in Deutschland dagegen besetzt Begriffe und bleibt dennoch in ihrer Ideologie gefangen. Gerade erst übernahmen neurechte Aktivisten die Meinungsführerschaft der deutschen Variante der französischen „Identitären“, schon startet die NPD-Jugend eine gleichlautende Kampagne.

Jung, aktionsorientiert und modern gibt sich die französische „Génération identitaire“. Mit neuer Fassade wollen sie mit altem Rassismus zur Bewegung werden. In Deutschland haben scheinbar die neurechten Akteure Götz Kubitschek und Felix Menzel die Zügel in die Hand genommen und schließen damit an die Strategien der „Konservativ-subversiven Aktion“ (ksa) an.

Die erste identitäre Aktion in Deutschland kommt aus der Neonaziszene: Widerstand muss auch Spaß machen, meinten die „Nationalen Sozialisten Rostock“ und tanzten im August mit Masken verkleidet einige Minuten vom Kröpeliner Tor bis zum Rathaus und nannten das ganze „Hardbass gegen Demokraten“.

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Tanzende Neonazis © Screenshot von YouTube

 

Diese Aktionsform russischer Neonazis breitet sich seit einem Jahr über Europa aus. (Anmerkung: der Blog ist vom 16.12.2012). Mit Parolen wie „Demokratie = Volkstod“, „NS Fetzt!“ und „Verboten Gut“, sollte in Rostock an die medienwirksamen Flashmobs der „Unsterblichen“ der im Juli verbotenenSpreelichterangeknüpft werden.Mit derselben Musik und rassistischen Parolen umzingelten daraufhin im Oktober die „Identitären Wien“ den Caritas-Workshops „Tanz für Toleranz“, bevor vier Wochen später fünf Personen mit dieser Aktionsform die Eröffnungsveranstaltung der „interkulturellen Wochen“ in Frankfurt am Main störten.

Alte Ideologie unter neuen Namen

Bereits im September 2010 erstellte die selbsternannte „Sarrazin-Bewegung“ – eine kulturrassistische Splittergruppe, die sich auf Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ beruft – die Facebookseite „Identitäre Bewegung „100% Identitär – 0% xenophobisch““ und knüpften damit an die neurechte Ideologie einer angeblichem kollektiven „Identität“ an, die auf der kulturellen und regionalen Herkunft beruhe. Die Betonung auf das „Eigene“, aber angeblich ohne Rassismus. „Ethnopluralistische Vielfalt“ statt „kultureller Einheitsbrei“ – Mit der Überhöhung des Regionalen durch den französischen „Bloc identitaire“ klingt dies auch nicht sofort nach dem „Volkstod“ und der damit verbundenen altbackenen völkischen „Blut-und-Boden-Ideologie“ wie bei der NPD.

Der Widerspruch, an dem eine einheitliche gesamteuropäische rechte Bewegung bisher scheiterte, scheint mit dem Dreiklang aus „Region, Nation und Europäisch“ aufgehoben: „Identitär“ ist, wer sich zu seiner regionalen, nationalen und kulturellen Herkunft bekennt.

Die Grenzen zwischen Kulturalismus und Rassismus verschwimmen. Der Begriff „Identität“ wird völkisch besetzt, aber kulturalistisch umschrieben.

 

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Die Homepage der „Identitäre Bewegung“ © Screenshot

 

Das Konzept von „Ethnopluralismus“ und „Identität“ speist sich aus der Ideologie der „Neuen Rechten“ der 70er und 80er Jahre. Ganz nach dem neurechten Vordenker Alain de Benoist erobert diese Ideologie scheinbar vermittelt über Musik, Videos und dem Partypatriotismus der Fußball-WM den vorpolitischen und kulturellen Raum, unterschlägt dabei aber, dass die Beziehungen der Menschen untereinander auf Sozialisation und sozialen Normen basiert und nicht auf naturalisierter Herkunft, es sei denn, diese wird zur sozialen Norm. So endet die vordergründige „ethnopluralistische Vielfalt“ wieder im stumpfen Rassismus.

 

Rassismus mit oder ohne „Heil Hitler“?

 

Da die Neonaziszene seit Jahren versucht ihre menschenverachtende Ideologie wieder gesellschaftsfähig zu machen, wundert es nicht, dass Nazis auf den Zug aufspringen. Die „Identitäre Gruppe Frankfurt” wurde 2010 von den „Nationalen Sozialisten Rhein-Main“ und aus dem „Freien Netz Hessen“ heraus initiiert. Im März 2011 erstellte der neurechte „Block Identität“ (BI) seine Facebookpräsenz und folgte damit Blog und Twitter-Account, die bereits davor online gingen. Ende Juli desselben Jahres dann ein erstes BI-Treffen im Ruhrgebiet. Für den August letzten Jahres rief der NPD-Stadtrat und Anführer der „Nationalen Sozialisten Geithain“ (NSG), Manuel Tripp, zum Geithainer „Tag der Identität“ auf. Nach Eigenbeschreibung vertreibt er in seinem Shop „identitäre Kleidungsstücke“. Die sächsische Neonaziszene näherte sich ideologisch den „Neurechten“ an. Thorsten Thomsen, Pressesprecher der sächsischen NPD-Fraktion und Arne Schimmer, NPD-Abgeordneter im Sächsischen Landtag nahmen im Oktober an der von Götz Kubitschek und Felix Menzel organisierten neurechte Messe in Berlin teil. Schimmer soll bereits Jahre zuvor an Schulungen des neurechten „Think Tank“ – dem Institut für Staatspolitik (IfS) – teilgenommen haben.

 

Screenshot von FB

Am 10. Oktober diesen Jahres dann, ging die Facebookseite „Identitäre Bewegung Deutschland“ als zentrale deutsche Plattform – inspiriert durch die „Generation Identitaire“ in Frankreich und der „Identitäre Bewegung Österreich“ – online und hat aktuell über 4.000 „Gefällt mir“-Angaben. Erstes Posting ist das Video der französischen Kriegserklärung der „Génération Identitaire“ gegen die vermeintliche von der 68er-Bewegung geprägte „multikulturellen Gesellschaft“ sowie gegen die angebliche „Islamisierung“ Europas. Die „identitäre“ Kriegserklärung wird vier Tage später auch in der Internetsendung des neonazistischen FSN-TV vorgestellt, noch bevor am 20. Oktober 60 aus ganz Frankreich angereiste antimuslimische Rassisten das Dach einer Moschee in Poitiers besetzen. Die Polizei beendete den Protest nach sechs Stunden und nahm drei Personen wegen Anstachelung zum Rassenhass und Sachbeschädigung fest.

Götz Kubitschek und Martin Lichtmesz, beides Aktivisten der „Konservativ-subversiven Aktion“, nehmen daraufhin am ersten Novemberwochenende am Konvent des „Bloc identitaire“ in der südfranzösischen Stadt Orange teil. Danach gab Kubitschek Handlungsempfehlungen für eine deutsche „Identitäre Bewegung“ heraus, indem er die Aktionsorientierung bekräftigt: „Agieren, agieren, agieren: Aktion verbindet, Reden trennt”. Den Aktivisten soll durch verpflichtende Richtlinien vorgeschrieben werden, wie diese sich bei Aktionen zu kleiden haben und welche Symbole verwendet werden. Zudem schlägt er die Formulierung eines „Manifests“ nach dem französischen Vorbild vor, im Bewusstsein der Vorbelastung des Begriffs durch Breivik. Kubitscheks autoritäre Züge werden überdeutlich. So spricht er von „brauchbaren regionalen Führungsköpfen“ und empfiehlt:

  • Für einen extrem raschen Aufwuchs des eigenen Projekts und die damit veerbundene [sic!] Sog-Entwicklung sorgen, die es möglichen identitären Konkurrenten nahelegt, sich einzuordnen oder zu verschwinden. Dies bedeutet, die Zügel in die Hand zu nehmen, nicht auf basisdemokratische Führungsmodelle reinzufallen, sondern andersherum: unterhalb einer straffen Organisation regionale Kreativität zuzulassen und zu fördern, ohne sich in generelle Streitereien zu verwickeln und Runde Tische zu bilden

  • Sich klar darüber sein, daß es schiefgehen kann, daß aber der eigene Name danach so oder so einen Stempel trägt und daß es kein Mitleid für gescheiterte „Nazis“ gibt (zumindest in Deutschland nicht). Über diese möglichen Konsequenzen gründlich nachdenken und lieber gleich sagen: Das ist nichts für mich.

Letzteres dürfte mit ein Grund dafür sein, warum sich nach anfänglichen Richtungsstreitigkeiten die „Identitäre Bewegung Deutschland“ sich inzwischen oberflächlich von der NS-bezogenen Szene und der NPD distanziert. Dies hinderte die „Jungen Nationaldemokraten (JN)“ nicht daran mit Unterstützung der Mutterpartei NPD die Kampagne „Identität – Werde, wer Du bist“ ins Leben zu rufen:

„Das EIGENE bedingungslos verteidigen! Die WEISSE HAND ist unser Zeichen gegen alle, die unsere IDENTITÄT zerstören. WIR sagen: Bis hierhin und nicht weiter“.

Hier wieder das „Eigene“, das einer kollektiven „Identität“ angehören soll, dass mit dem „Wir“ betont wird. Das hier die Worte „Rasse“ und „Volk“ nur vermieden werden, um nicht sofort an die historischen Vorbilder mit ihrer „Blut-und-Boden-Ideologie“ sowie an die nationalsozialistische Parole „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ zu erinnern, ist offensichtlich.

Während die rassistische „identitäre“ Ideologie sich im vorpolitischen und kulturellen Raum weiter ausbreitet, scheitert die organisierte deutsche Rechte dennoch an sich selbst. Die sogenannte „Identitäre Bewegung Deutschland“ mit dem gelben Lambda als Symbol, schafft zwar die strömungsübergreifende Bündelung von jungen Aktivisten aus der antimuslimischen und „Neuen“ Rechten, ist sich aber uneins darüber inwieweit Neonazis mit dazu gehören und gibt sich trotz professionellen Marketings und jugendorientierter Agitprop zu radikal völkisch-rassistisch um neue Zielgruppen zu erreichen.

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Neonazis übernehmen die „Identitäre Bewegung“

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Siehe auch:

Die Identitären – Speerspitze einer Parteienübergreifenden Nationalbewegung

Einer von ihnen ist der „Obmann“ Martin Sellner, der auch oft in Deutschland auftritt und einen Youtube-Blog betreibt. Erst Mitte April 2016 sorgten die Wiener Identitären für Aufsehen in allen Medien. Während der Aufführung des Theaterstücks „Die Schutzbefohlenen“ der „Dramatikerin“ mit jüdischen Wurzeln, Elfriede Jelinek, stürmten sie die Bühne im Audimax der Wiener Universität.

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Zudem sind die Identitären eine treibende Kraft der Initiative „Ein Prozent für unser Land“. Es handelt sich um Aktivisten um Götz Kubitschek. Auch der Chef der österreichischen Identitären, Martin Sellner, wirkt maßgeblich mit. Es soll ein Prozent der Bevölkerung für den Überlebenskampf unseres Volkes gewonnen werden – das reiche aus, um das politische System grundsätzlich zu verändern. Zur Grenzaktion in Freilassing rief offiziell die Initiative „Ein Prozent“ auf. Auch Wahlbeobachtungen werden von „Ein Prozent“ organisiert, die die sehr wahrscheinlichen Wahlfälschungen zu Lasten der AfD verhindern sollen. „Die Identitären werden dadurch zu einer Art außerparlamentarischer Strömung, die die AfD unterstützt“, sagt der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler aus Düsseldorf.

Durch Kubitschek und AfD-Politiker wie Björn Höcke oder André Poggenburg haben die Identitären nun eine Anbindung an die AfD aufgebaut. Sie rufen auch dazu auf, an deren Demonstrationen teilzunehmen. In Paderborn kandidierten sie zur Vorstandswahl der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD.

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http://concept-veritas.com/nj/16de/multikultur/11nja_die_identitaeren.htm

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Hier noch ein Link zu einem Video aus der 3-Sat Mediathek über Götz Kubitschek.

Götz Kubitschek / Armin Nassehi

Götz Kubitschek ist der wohl prominenteste Vertreter der „Neuen Rechten“. Der Soziologe Armin Nassehi hat mit Kubitschek einen Briefwechsel geführt und als Buch veröffentlicht.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=57599

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Gruß Hubert

 

Nazi-Aktivisten stürmen Saal und „spielen“ Steinigung   Leave a comment

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An der Uni in Klagenfurt sah man die rechtsextreme „Identitären Bewegung“ bei einer ihrer bekannten Störaktionen. Diese Methode wenden sie immer wieder an, Aktion starten und möglichst unerkannt entkommen. In Klagenfurt könnte das nicht geklappt haben. Mit den Smartphones ist ja immer eine Videocamera bei der Hand.

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Identitäre stürmen Veranstaltung „Inklusionsbegleiter“ in Klagenfurt

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Identitäre stürmten Uni Klagenfurt – Rektor attackiert

Eine Gruppe von Identitären hat am Donnerstagnachmittag eine Vorlesung an der Universität Klagenfurt gestürmt. Wie Rektor Oliver Vitouch am Abend gegenüber der APA erklärte, war eine Gruppe von zehn teils verkleideten Männern mit Kamera und Megafon in den Hörsaal gekommen. Der Rektor forderte die Männer zum Gehen auf, sie verließen den Saal aber erst, nachdem er die Polizei gerufen hatte.

 

APA
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Vitouch wollte einen der Männer festhalten, wurde daraufhin bedroht und erhielt einen “leicht verschmerzbaren Schlag in die Magengrube”, wie er erklärte. Seine Motivation, den Mann mit Lederjacke aufzuhalten, umschrieb er so: “Ich wollte die Identität des Identitären feststellen, das war ihm aber offenbar nicht so recht.”

Die Identitären waren auf unterschiedliche Weise verkleidet. Einer hatte sich laut Rektor Oliver Vitouch ein mittelalterliches Holzjoch umgeschnallt, ein anderer trug eine Burka. Nach Angaben der Polizei inszenierte die rechtsextreme Gruppe in dem Hörsaal mit Steinen aus Styropor eine Steinigung. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

“Ich bin gegen 17.30 Uhr über die Störaktion informiert worden und sofort vom Rektorat in den Hörsaal gelaufen, wo gerade eine Ringvorlesung zum Thema Flucht und Asyl gehalten wurde”, erzählte Vitouch. Er habe die Gruppe aufgefordert, den Hörsaal zu verlassen und versucht, ein angebrachtes Transparent zu entfernen. Das habe die rund zehn Personen aber nicht beeindruckt. Die ganze Aktion sei offenbar genau geplant gewesen, die Teilnehmer durchwegs junge Männer, sagte der Rektor, der kürzlich zum Präsidenten der Universitätenkonferenz (uniko) gewählt wurde.

Der Zwischenfall sei von mehreren Studierenden mittels Handyvideo festgehalten worden, so Vitouch. “Es dürfte also genug Zeugen geben, um die Leute identifizieren zu können.” Seiner Einschätzung nach handle es sich um Identitäre, die Polizei konnte diesbezüglich am Abend noch keine genaueren Angaben machen. Die “Identitäre Bewegung Österreich” prahlte indes bereits Donnerstagabend auf ihrer Facebook-Seite mit der Aktion.

Während des ganzen Zwischenfalls befanden sich an die 70 Studierende im Hörsaal. Verletzt wurde niemand. Vitouch betonte, man werde sich auf keinen Fall einschüchtern lassen. Dass sich die mutmaßlichen Identitären die Universität Klagenfurt ausgesucht haben, dürfte wohl mit der Uni-Abteilung für Sozial- und Integrationspädagogik zusammenhängen. Dieses bietet einen Studiengang an, der mit einem Master of Art abgeschlossen wird.

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) zeigte sich in einer ersten Reaktion entsetzt über die Aktion: “Ich verurteile solche aggressiven Angriffe auf das Schärfste.” Man werde alle demokratischen Maßnahmen ergreifen, um solche Dinge zu verhindern. “Derartiges hat weder in Kärnten noch sonst wo das Geringste verloren und erfordert das Zusammenrücken aller demokratischen Kräfte”, betonte Kaiser mit Hinweis auf eine Störaktion der Identitären Mitte April bei der Aufführung eines Stücks von Elfriede Jelinek am Audimax in Wien.

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Nazi-Aktivisten stürmen Saal und „spielen“ Steinigung

 

Siehe auch:

Eklat an Ösi-Uni Nazi-Aktivisten stürmen Saal und „spielen“ Steinigung

http://www.mopo.de/news/panorama/eklat-an-oesi-uni-nazi-aktivisten-stuermen-saal-und–spielen–steinigung-24207726

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Vitouch wandte sich mit einem Mail an die Studierenden der Universität. Er rief dazu auf, sich durch diese „erbärmliche Aktion“ nicht einschüchtern zu lassen: „Ganz offensichtlich wollen die selbst ernannten ‚Aktivisten‘ die an den Universitäten gelebten Werte und Prinzipien attackieren. Das wird ihnen nicht gelingen.“ Man werde sich von dergleichen Inszenierungen weder einschüchtern noch verunsichern lassen.

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Martialisches Bild der Identitären Bewegung Österreich auf Facebook

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Gruß Hubert