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Sterbehilfe – Themenreihe ARD   Leave a comment

Anläßlich einer Sendung über Sterbehilfe im Abendprogramm der ARD vom 19.11.2012 war auch Bruder Paulus (OFMCap sprich Kapuzinerpater) eingeladen und brachte die Argumente der Kirche vor, die ja sattsam bekannt sind.
Auf seiner Internetseite bruderpaulus.de bringt er einige Argumente. Ich bin immer entsetzt über die Härte und Unbarmherzigkeit der Kirchenvertreter, bei der es kein noch so grausames und schmerzvolles Leiden bzw. vom Sterbenswilligen nicht mehr gewolltes Leben aufgrund von nicht mehr vorhandener Lebensqualität gibt, um das Einverständnis für eine Sterbehilfe zu geben. Bruder Paulus schwafelte gestern von sozialen Netzen, von Bekannten, Freunden, Arbeitskollegen…, die dem Sterbenswilligen den Todeswunsch nehmen würden. Ein Fallbeispiel in der Sendung zeigte, dass ein Mann, der bis zum Hals gelähmt war, ein ganz vorbildliches Netz hatte, mit bewundernswertern Eltern, Freunden usw. Trotzdem war sein Wunsch nach dem Tod ganz klar und eindeutig. Wer hätte das Recht ihm diesen Wunsch zu verweigern?

Was heißt denn den Todeswunsch lindern? Wenn jemand selbstbestimmt sagt, sein Leben sei nicht mehr lebenswert, so muss er dieses Recht haben aus dem Leben zu scheiden. Wenn er/sie das nicht mehr selbst tun kann, so ist es eine Freundestat, wenn es jemand tut, den er/sie darum bittet. Es kann niemand zum Sterben gezwungen werden aber auch nicht zum Leben. Sollen andere über einen bestimmen können? Die Mehrheit der Menschen heute wünscht sich das Leiden verkürzen zu können, wenn keine Aussicht auf Heilung besteht. Das wird auch die Kirche zur Kenntnis nehmen müssen (wie sie eben auch anderes schon zur Kenntnis nehmen musste).

Bruder Paulus geht hier bewußt massiv in Emotionen rein, wenn er beim Sterbehelfer Christian Arnold den Vergleich bringt von Tötungszangen, wie sie in Metzgereien gebraucht werden (nebenbei gesagt bei Tieren ist der Kirche ja jegliches Leid vollkommen egal, Tiere sind ja nur Ressourcen für den Menschen). Aber das in billige Emotionen reingehen ist ja typisch für Kirchenvertreter – man kennt das ja auch von der Abtreibung. Eine Frau die abtreibt ist eine Mörderin…

Was Br. Paulus auf seiner Seite schreibt ist billigste Propaganda, in der er mit unzutreffenden Emotionen arbeitet. Beim letzten Segen hätte ja gerne die Kirche das Monopol (und bei der Taufe natürlich auch).

 

Hier Bruder Paulus Meinung auf seiner Homepage.

Zum Sterben schön: Wenn der letzte Segen vom Arzt kommt

Es kommt der Tötungshelfer Uwe Christian Arnold nicht mit dem Messer, nicht mit dem Revolver und nicht mit einer Tötungszange, wie sie in Metzgereien gebraucht wird. Nur ein kleines Gefäß hat er dabei. Es enthält die tödliche Gabe.

Segneten früher die Kirchen Waffen, wofür sie zumeist zurecht gescholten werden, verbreitet nun der Arzt-Priester die Aura, hier geschehe etwas zutiefst Natürliches.

(Anmerkung: das fiel mir gerade ein, die Kirche als Lebensschützer und Waffensegner in Personalunion. Br. Paulus sagt FRÜHER – ich bin mir gar nicht sicher, ob sie sie nicht auch in Zukunft wieder Waffen segnen würden, mir ist nicht bekannt, dass sich die Kirche(n) zum Pazifismus bekennen würden).

Er lindert nicht den Todeswunsch, sondern hilft, das zerstört wird, was Freiheit ermöglicht: Leben. Leben, das sich den Lebenden entziehen will.

Das quasi-heilige Gefäß mit der giftigen Mischung, überreicht vom Freund des Lebens, dem Arzt. Da wird auf Lossprechung gehofft: Wenn es der Arzt ist, und wenn es Gift ist: Dann ist es recht. (Was werden nur jene sagen, die nun aus diesem Körper keine Organe empfangen können?)

Als sei der Sterbewillige doch noch unsicher, wünscht er sich den Halt quasi-religiöser Freisprechung: Es war ein Halbgott in Weiß, der mir den Trunk reichte.

Ein Arzt, der solches tut, ist am Ende seiner Kunst.

http://www.bruderpaulus.de/ (statt von der Kirche…)

 

Gruß Hubert

Kirche? Mehr als man glaubt.   Leave a comment

Man würde kaum glauben, wo die Kirche überall ihre Finger im Spiel hat. Der Religionskritiker Carsten Frerk führt das vorbildhaft und akribisch vor.
Hier sein Bericht.

Rückläufige Steuereinnahmen, leere Kassen – so sieht das Fazit der Kirchen aus. Kurz vor Jahresende erschien im Alibri-Verlag eine ganz andere Bilanz, die belegt, dass die beiden Kirchen die reichsten Unternehmer der Bundesrepublik sind.

Als getauftes Kind wächst man in die Kirche hinein und erlebt sie vor Ort als das Kirchengebäude und den Pfarrer während der Gottesdienste und beim Konfirmations- oder Kommunionsunterricht. Wenn man unterwegs ist, ständig eine der 30.000 Kirchen in Deutschland – der Horizont bleibt aber normalerweise auf diese Gebäude und die Theologen beschränkt.
Nur wer sich aktiv darum kümmert wird merken, dass der alte Satz: „Von der Wiege bis zu Bahre: christliche Talare“ immer noch stimmt.
Man wird in einem konfessionellen Krankenhaus geboren, geht in einen entsprechenden Kindergarten, dann auf eine Bekenntnisschule und kann schließlich seine Lehre bei einem konfessionellen Wirtschaftsunternehmen absolvieren oder studiert an der katholischen Universität Eichstätt.
Dann wird man einer der 1,35 Millionen konfessionellen hauptamtlichen Mitarbeiter in Deutschland, lässt sich in kirchlichen Einrichtungen weiterbilden, hat sein Gehaltskonto bei einer kirchlichen Bank, baut sein Haus auf einem kirchlichen Erbbaugrundstück oder bewohnt eine der 150.000 Mietwohnungen im kirchlichen Besitz.
Im Fernsehen sieht man eine der zahlreichen Kirchensendungen und trinkt dazu Klosterbräu oder Wein von kirchlichen Weingütern. Als Kaffee, Tee oder Orangensaft darf es dann natürlich nur der von TransFair sein und beim Verreisen wohnt man dann in kirchlichen Familienferienstätten oder christlichen Hotels. Natürlich kann man auch auf die Malediven mit einem kirchlichen Reisebüro verreisen, während die Kinder im christlichen Zeltlager untergebracht werden.
Kulturell ist man im Kirchenchor aktiv oder spielt die Posaume mit christlichem Zungenschlag und für das soziale Engagement wird man einer der 1,3 Millionen Ehrenamtlichen im Dritte-Welt-Laden, bei der Bahnhofsmission oder im Kirchenvorstand.
Gut aufgehoben ist man dann noch in Frauenkreisen und schließlich in der Seniorenakademie oder im konfessionellen Altenheim, bis dann der Pastor oder Pfarrer die letzten Worte spricht.

Die einzigen Wirtschaftsunternehmen, die nicht von der Kirche betrieben werden, sind Beerdigungsunternehmen und Bordelle.

Noch eine Anmerkung von mir. Wie ist die Kirche überhaupt zu dem Reichtum gekommen?

Sie sind ja nicht produktiv im Sinne von Erwerb. Sie erzählen ja nur Geschichten, Märchen und Predigten. Man überlege sich das mal.

Hier weiterlesen:

http://www.carstenfrerk.de/journalistisches_k.htm#mehr

Gruß Walter/Hubert

Der Diener Gottes, ein Leiharbeiter   Leave a comment

Leiharbeit ist moderne Sklavenarbeit. Es ist ein Skandal und tritt die Würde der Menschen mit Füßen.
Natürlich nützt auch die Kirche dieses moderne Ausbeutungsinstrumentarium. War sie ja bei den den Letzten, wenn nicht die Letzte, die sich gegen die Sklaverei aussprach – wieder mal bis es nicht anders ging. Sie passt sich ja immer erst an, wenn es die Zeitumstände erfordern und es nicht mehr anders geht. Ein bekannter Erzbischof, ich glaube es war Marcinkus, sagte mal: Nur von den Ave Marias läuft die Institution Kirche nicht. Der war schon ein richtiger Gauner, schon gar nichts von „ehrwürdig“, siehe bei Wikipedia:
„Zeitweise konnte Marcinkus den Vatikan nicht verlassen, da es einen Haftbefehl gegen ihn gab. Die Vatikanbank zahlte 241 Millionen US-Dollar als Entschädigung an 120 Gläubiger der bankrotten Privatbank. „in Anerkennung moralischer Mitbeteiligung“, wie der Heilige Stuhl verlauten ließ.“ Zitat Ende
Marcinkus
Aber das nur nebenbei.
Hier der Bericht vom Spiegel.

Auszug
Unternehmen Irrsinn – Der Diener Gottes, ein Leiharbeiter

Corbis

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – bei der Caritas liegt die Betonung auf „selbst“

Billig, willig und leicht loszuwerden: Was früher Sklaven waren, sind heute Zeitarbeiter. Sogar kirchliche Organisationen schmeißen feste Mitarbeiter raus, um sie danach günstig zu leihen. Die Zeitarbeit ist zu einem juristischen Schlupfloch verkommen, klagt Karriereberater Martin Wehrle.

Wo soll die Nächstenliebe wohnen, wenn nicht in der Caritas, dem Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche? Wer, wenn nicht ein kirchlicher Arbeitgeber, könnte der profitgierigen Wirtschaft, die nur den Namen des schnellen Gewinns heiligt, als moralisches Vorbild dienen?

In der Tat beherzigt die Caritas das Gebot „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“ – mit Betonung auf „selbst“. Mit der Raffinesse eines Schmugglers ging der kirchliche Arbeitgeber beim Anheuern zum Beispiel im niedersächsischen Altenoythe vor. Eine eigene Leiharbeitsfirma, die Caritas Verein Altenoythe Dienstleistungsgewerkschaft, schleuste die Arbeiter zu Schnäppchenpreisen in den Weinberg des Herrn. Diese Geliehenen verrichteten für den Caritas-Verein Altenoythe die gleiche Arbeit wie ihre stammbeschäftigen Kollegen, waren aber in höherem Maß auf den „Lohn Gottes“ angewiesen. Das irdische Gehalt ließ zu wünschen übrig. Erst im Dezember 2010 kündigte der Verein an, auf Leiharbeit zu verzichten.

Wie sah das Modell in der Praxis aus? Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtete damals von dem Diplom-Psychologen Uwe Bening. Er hatte als Stammmitarbeiter bei der Caritas 3600 Euro brutto im Monat verdient, dieses Gehalt entsprach seiner Ausbildung. Später wurde ihm dieselbe Tätigkeit erneut angeboten – diesmal jedoch über einen Vertrag als Leiharbeitskraft. Zu 800 Euro weniger Gehalt.

Leiharbeit: Sprungbrett oder Sklaverei?

Ein Drittel der rund 750 Mitarbeiter stand nicht mehr direkt bei dem Caritas-Verein unter Vertrag, sondern legte sich als Zeitarbeiter ins Zeug. Über diesen Hintereingang wurden bis 2011 die meisten neuen Mitarbeiter ins Unternehmen gelotst. Das senkt die Personalkosten und sorgt dafür, dass der Anteil der Stammbelegschaft immer mehr abnimmt.

Ursprünglich sollten Zeitarbeiter Auftragsspitzen abfangen. Wenn eine Fabrik einen Sonderauftrag bekam, benötigte sie vorübergehend zusätzliches Personal. Die Zeitarbeiter kamen und gingen mit der Arbeitsflut. Solche Einsätze unterstützten die Stammbelegschaft.

Bis 1985 trug die Leiharbeit ein enges gesetzliches Korsett: Maximal drei Monate durften Zeitarbeiter beschäftigt werden.

Dieses Korsett franste in den nächsten beiden Jahrzehnten durch geschickte Lobbyarbeit der Firmen aus: auf 6, 9, 12 und 24 Monate – bis es 2003 komplett gesprengt wurde, auf Veranlassung des „Superministers“ Wolfgang Clement. Der machte drei Jahre später als Lobbyist den Sack zu: Für Adecco, einen der Global Player der Zeitarbeit, trat er als Vorsitzender des Adecco-Instituts zur Erforschung der Arbeit an.

Als Ziel gab Clement an, er wolle den Anteil der Zeitarbeiter in Deutschland verdreifachen. Ob er seine Einkünfte als Lobbyist wohl auch verdreifacht hat?

Mitarbeiter zum Spottpreis

Heute ist die Zeitarbeit zu einem juristischen Schlupfloch verkommen, durch das sich qualifiziertes Personal dauerhaft zum Spottpreis heuern lässt. Die Leihmitarbeiter sind von der Stammbelegschaft nicht zu unterscheiden: Sie machen dieselben Jobs. Sie bleiben über Jahre in der Firma. Nur sind sie billig, williger, leichter loszuwerden. Moderne Irrenhaus-Sklaven.

Immer mehr Firmen gründen Zwillingsunternehmen in der Zeitarbeitsbranche. Bereits 2007 fand eine Verdi-Studie heraus: Nahezu jeder fünfte Leiharbeiter war über eine Tochterfirma im eigenen Betrieb tätig. Das Prinzip ist einfach: Die linke Hand reicht der rechten Hand das Personal kostengünstig rüber, am eigentlichen Tarif vorbei.

Hier weiterlesen:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/ich-arbeite-in-einem-irrenhaus-martin-wehrle-a-860820.html

Gruß Hubert

Veröffentlicht 14. Oktober 2012 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Politik, Religionskritik

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Kinderhandel in Spanien   Leave a comment

Kinderhandel in Spanien

von hubwenzl @ 2012-07-18 – 23:43:41

Dieser Artikel der taz zeigt das verbrecherische Tun der Nonne María Gómez Valbuena in Spanien in der Zeit des Franco-Regimes aber auch danach bis in die 1980-er Jahre. Sie schaltete Anzeigen in Zeitschriften, wo sie versprach Schwangeren zu helfen. Doch sie hatte nichts anderes im Sinn als den Müttern ihre Kinder wegzunehmen und sie an Adoptionswillige zu verkaufen. Auch der Spiegel 29/2012 berichtet über diese Geschichte.

Kinderhandel in Spanien
Schwester María gab vor zu helfen

Alleinstehenden Frauen nahm die Nonne María Gómez Valbuena über Jahrzehnte die Babys weg und verkaufte sie an reiche Familien. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt.
von Reiner Wandler

 

Bis in die 1980er Jahre hinein betrieb die Nonne den Handel mit Babys. Bild: mem-film.de/photocase.com

MADRID taz | Es war ein lukratives und perfides Geschäft, das die spanische Nonne María Gómez Valbuena zusammen mit Ärzten der Madrider Geburtsklinik bis hinein in die 1980er Jahre betrieb. Alleinstehenden Schwangeren aus sozial benachteiligtem Umfeld wurden unter Vorwänden ihre Neugeborenen weggenommen und an reiche, gut katholische Familien verkauft.

Die mittlerweile 80-jährige Schwester María schaltete Anzeigen in Zeitschriften. Alleinstehenden Schwangeren würde geholfen, hieß es da. Es waren dunkle Jahre im streng katholischen Spanien. Meist wurden unverheiratete Schwangere von der Familie zurückgewiesen, legalen Schwangerschaftsabbruch gab es nicht.

Schwester María versprach den jungen Frauen bei einem ersten Gespräch die Versorgung der Neugeborenen in einem Kinderheim. Das sollte der Mutter helfen, ihr Leben in Ordnung zu bringen.

Doch wer sich auf Schwester María einließ, verlor sein Kind. Kaum aus dem Kreißsaal entlassen, wurden den meisten Müttern erklärt, das Baby sei tot zu Welt gekommen. Das Krankenhaus würde sich um die Beisetzung kümmern. Im Nachbarzimmer wartete die Käuferin und nahm den Säugling entgegen. Hohe Geldbeträge wechselten den Besitzer. Kamen einer Mutter Zweifel, ging das Krankenhauspersonal so weit, ihr einen Leichnam zu zeigen. Dieser soll, so Zeugen, in einem Kühlschrank eigens für diesen Zweck aufbewahrt worden sein.

Eine der Betroffenen, María Luisa Torres, hat mittlerweile ihre Tochter wiedergefunden. Es war 1982, als sie sich auf die Anzeige von Schwester María meldete. Sie war alleinstehend und wollte ihre Tochter in einem Kindergarten lassen, von dem in der Anzeige die Rede war. Nach der Geburt wurde ihr mitgeteilt, dass das Bay verstorben sei. Sie sagte gegen Schwester María aus. „Sie hat all dies getan, um ihre Taschen zu füllen“, meint Torres.

Die Ermittlungen wurden erst nach jahrelangem Drängen der betroffenen Frauen überhaupt aufgenommen.
So wurde auch Torres bei einem ersten Versuch, sich vor Gericht Gehör zu verschaffen, abgewiesen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Madrid wegen „Entführung“. Neben Schwester María wird auch gegen einen Arzt ermittelt.

Schätzungen von 300.000 verkauften Kindern

Die Vorfälle in der Hauptstadt sind kein Einzelfall. Die „Plattform geraubter Kinder“ schätzt die Zahl der Babys, die in den Jahren der Diktatur und in den ersten Jahren der Demokratie geraubt wurden, auf bis zu 300.000. Im letzten Jahr gingen 1.500 Anzeigen bei den Gerichten ein. Mittlerweile wurden auf richterliche Anordnung 22 Gräber geöffnet. Mehrere von ihnen waren tatsächlich leer.

Die ersten Anzeigen kamen von Menschen, denen die vermeintliche Mutter auf dem Sterbebett gestanden hatte, dass sie als Kinder einst gekauft worden waren. Zusammen mit Frauen, die nie den Verdacht losgeworden sind, ihr Baby sei gar nicht gestorben, gründeten sie die Initiative „Plattform geraubter Kinder“. Sie demonstrierten immer wieder. 90.000 Unterschriften forderten schließlich eine „Untersuchungskommission wie in Argentinien“.

Die Betroffenen haben auch den in Madrid verantwortlichen Arzt ausfindig gemacht. Eduardo Vela, der mittlerweile in Rente ist, leugnete beim Verhör alles. Nach Unterlagen über die Geburten befragt, gab er an, sie vernichtet zu haben – zum Schutz der Persönlichkeit der Mütter.

„Überall in Spanien gab es Nonnen und Ärzte, die nach dem gleichen System vorgingen“, berichtet Mar Soriano Rñiz, Gründerin und Sprecherin der Initiative in Madrid. „Es gibt keinen Grund mehr, uns abzuweisen“, sagt die Frau, die ihre Schwester Beatriz sucht, zum Beschluss der Staatsanwaltschaft. Sie sei an Mittelohrentzündung verstorben, wurde ihrer Mutter einst erklärt. Sie hofft Beatriz doch noch zu finden.

In neun Fällen war die Suche nach den verschwundenen Kindern bisher erfolgreich. „Alles dank unserer Arbeit. Ohne jegliche Unterstützung von staatlicher Seite“, sagt Soriano.
Quelle:

http://www.taz.de/!90802/