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Die Experten für Nächstenliebe und Barmherzigkeit   Leave a comment

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In den Kirchen wird ja so gerne die unendliche Liebe Gottes verkündet und Margot Käßmann, die ehemaligen Ratsvorsitzende der EKD, meinte sogar, mann solle muslimischen Terroristen mit Liebe und Gebet begegnen. Manche pseudo-progressive Christen sagen ja sogar Gott ist die Liebe. Bei verschiedenen Gelegenheiten bleibt aber von Liebe, Nächstenliebe, Barmherzigkeit nur mehr Hass übrig und man wünscht „unzüchtigen Sündern“ den Tod und bedauert noch, dass es nicht noch mehr Tote gegeben hat, so wie dieser Pastor Roger Jimenez von der Verity Baptist Church aus Sacramento, Kalifornien. Statt Liebe und Barmherzigkeit gibt es Intoleranz, Hass und Freude über Tote – und Bedauern, dass es nicht noch mehr waren.

 

Hier ein Artikel von Hugo Stamm auf watson.ch

Glaubensgemeinschaften sind Experten für Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Müsste man meinen.

Diesen Anspruch erheben sie zumindest. Vor allem die christlichen. Toleranz sollte auch zu ihren Kerneigenschaften gehören, schliesslich sind sie im Namen Gottes unterwegs, der nach ihrer Vorstellung seinen Sohn opferte, um seine Liebe zu demonstrieren.

Doch das funktioniert meist nur bei den Sonntagspredigten. Im Alltag drückt dann nur allzu gern ihr radikaler Glaube durch, der zu Intoleranz, manchmal gar Fanatismus führen kann.

Glaube macht emotionale Eunuchen

Die Reaktionen einzelner Freikirchen auf das Massaker von Orlando, bei dem 49 Menschen im Kugelhagel von Omar Mateen umkamen, macht wieder einmal deutlich, dass der Glaube Menschen zu emotionalen Eunuchen machen kann. Religiöse Dogmen zählen dann mehr als menschliche Regungen und Empfindungen.

„Die Tragödie ist, dass nicht mehr von ihnen gestorben sind“   Leave a comment

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Der islamische Attentäter von Orlando, der 49 Menschen in einer Disco erschoss, die von Homosexuellen besucht wurde, soll selbst homosexuell gewesen sein. Sein Vater soll ein Homosexuellen-Hasser sein. Ich bin jetzt bei der Recherche gehäuft auf die These gestoßen, dass homophobe Menschen selbst homosexuelle Neigungen haben oder homosexuell sein. Bekannt ist dass streng Religiöse und Nazis fast durchgehend Homosexuelle hassen.

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„Doppelmoral ist ein Merkmal patriarchaler und schwulenfeindlicher  Gesellschaften. In der Vergangenheit haben sich die größten Schwulenhasser wiederholt als selbsthassende, die eigene Homosexualität versteckende Schwule entpuppt. Den islamistischen Charakter dieser Tat ohne Tabuisierung zu benennen ist Voraussetzung, Gegenstrategien zu entwickeln und präventiv tätig zu werden“, betont Feuerherdt.

http://hpd.de/artikel/politik-und-islamvertreter-verharmlosen-islamismus-13212

 

Jetzt aber zu einem christlichem Pfarrer in den USA. Was der so vom Stapel lässt muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Aber vielleicht hat er ja auch homosexuellen Neigungen und kann sie sich als Pfarrer nicht zugestehen. Jedenfalls könnte er sich eine solche Hetze in Europa nicht leisten, vielleicht in Russland. In Europa wäre er ein Fall für den Staatsanwalt und würde vor Gericht landen.

Vom christlichen Kinderficker-Verein hat dieser Pastor Roger Jimenez wohl noch nie nichts gehört (und vom Stein um den Hals und ins Meer versenken). Außerdem bringt dieser Pfaffe alles durcheinander. Er kann nicht zwischen Sodomie, Pädophilie und Homosexualität unterscheiden. Homosexuell ist nicht pädophil und Sodomie ist Geschlechtsverkehr mit Tieren.

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Pastor Roger Jimenez

Pastor Roger Jimenez bedauert, dass beim Massaker von Orlando nicht noch mehr Homosexuelle gestorben sind. Screenshot

 

BERLIN. (hpd) Pastor Roger Jimenez von der Verity Baptist Church im kalifornischen Sacramento vertritt die Auffassung, dass Christen nicht um die Opfer von Orlando trauern sollten, da Gott für Homosexuelle die Todesstrafe vorgesehen habe.

USA: Christlicher Pfarrer wettert gegen Opfer von Orlando

„Die Tragödie ist, dass nicht mehr von ihnen gestorben sind“

 

Als am Wochenende 49 Menschen in einem vorwiegend von Homosexuellen besuchten Nachtclub in Orlando durch einen homophoben IS-Sympathisanten mit homosexuellen Neigungen getötet wurden, war das Entsetzen in der westlichen Welt groß. Entsetzt war man auch darüber, dass die grausame Tat in der islamischen Welt lautstarke Befürworter fand, während muslimische Stimmen, die das Massaker verurteilten, kaum Gehör fanden.

Dass diese Morde an Homosexuellen nicht nur von Anhängern des Islam, sondern auch von einigen Christen in der westlichen Welt bejubelt werden, wurde durch ein Video bekannt, das sich in den vergangenen Tagen über die sozialen Medien verbreitete. Das Video zeigt die Sonntagspredigt von Roger Jimenez, Pastor der Verity Baptist Church in Sacramento, einen Tag nach dem brutalen Massaker von Orlando. In dieser Predigt spricht Jimenez seiner Gemeinde Empfehlungen aus, wie man als Christ auf Ereignisse wie das von Orlando reagieren solle. Auf jeden Fall, so Jimenez, solle man nicht um die toten Homosexuellen – die er als „Sodomiten“ bezeichnet – trauern, denn Gott habe für Homosexuelle ohnehin die Todesstrafe vorgesehen. – Eine Auffassung, die sich auch auf der Homepage der Verity Baptist Church findet:

„Wir glauben, dass Sodomie (Homosexualität) eine Sünde und abscheuliche Tat vor Gott ist, die Gott mit der Todesstrafe ahndet. Keinem Sodomiten (Homosexuellen) ist es erlaubt, Mitglied der Verity Baptist Church zu werden oder an ihren Gottesdiensten teilzunehmen.“

Wörtlich sagte Pastor Jimenez in seiner Predigt:

„Die Menschen fragen mich, warum ich nicht traurig bin, dass 50 Sodomiten gestorben sind. Das ist in etwa so, als würde man mich fragen, ob ich traurig bin, dass heute 50 Pädophile gestorben sind. – Nein. Ich glaube, dass das toll ist. Ich glaube, dass das der Gesellschaft hilft. Ich denke, dass Orlando heute Nacht ein bisschen sicherer ist. Die Tragödie ist, dass nicht noch mehr von ihnen gestorben sind. Ich ärgere mich, dass er seinen Job nicht zu Ende gebracht hat!“

Allerdings betonte Jimenez ausdrücklich, dass er mit solchen Äußerungen niemanden zur Gewalt aufrufen wolle. Er ginge ihm lediglich darum, deutlich zu machen, dass in einem Staat, der sich tatsächlich an den Gesetzen Gottes orientiere, die Regierung sich um solche Leute kümmere:

„Ich wünschte, die Regierung würde sie alle zusammentreiben, an die Wand stellen, ein Erschießungskommando vor ihnen antreten lassen und ihnen die Hirne rausblasen.“

Unter dem Titel „Die christliche Antwort auf die Orlando Morde“ ist die Predigt auf der Homepage der Verity Baptist Church nachzuhören. Das Video der Predigt findet sich nach kurzzeitiger Löschung wegen Verstoßes gegen die Youtube-Richtlinien nun wieder auf dem Youtube-Kanal der Kirche.

Jimenez erntete mit seiner Predigt viel Kritik – auch von Vertretern anderer christlicher Gemeinschaften. Allerdings erhielt er auch Unterstützung von einem weiteren baptistischen Prediger. Steven Anderson von der Faithful Word Baptist Church in Tempe feierte das Massaker in Orlando ebenso wie Jimenez:

„Die gute Nachricht ist, dass mindestens 50 von diesen Pädophilen Kindern nichts mehr antun können. Die schlechte Nachricht ist, dass jede Menge von den Homos in der Bar noch am Leben sind und weiterhin Kinder sexuell belästigen und Menschen für ihre schmutzige homosexuelle Lebensweise rekrutieren können.“

(Anmerkung: Den Kirchen steht es als letztes zu sich über Kinder sexuell zu belästigen zu echauffieren, denn sie haben da Dreck am Stecken wie sonst niemand! Dieser Jimenez soll mal in Boston nachfragen!)

http://www.spiegel.de/panorama/missbrauchsskandal-in-us-kirchen-schuldig-reuig-pleite-a-676748.html

http://www.welt.de/vermischtes/article149525244/Wie-eine-Zeitung-die-Kirche-zum-Hinschauen-brachte.html

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Besonders zu befürchten sei nun laut Anderson, dass die Geschehnisse in Orlando nicht nur als Propaganda gegen Muslime, sondern auch gegen bibeltreue Christen ausgenutzt würden, die doch nur aussprächen, was in der Bibel stünde, nämlich dass Gott Homosexuelle mit dem Tod bestraft.

(Anmerkung: wie in Kenia: http://www.queer.de/detail.php?article_id=26369 )

Stattdessen würde nun wieder überall zu hören sein, dass man Homosexuelle lieben solle und aufhören müsse, sie zu hassen, weil dadurch gewalttätige Akte wie dieser provoziert würden. Der Teufel, so Anderson, freue sich über Orlando, weil er nun mit Hilfe dieser Propaganda seine Agenda vorantreiben könne. 

(Anmerkung: aha, der Teufel kommt auch noch daher, wer fürchtet sich noch vor dem?)

Von Daniela Wakonigg
16. Jun 2016

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„Die Tragödie ist, dass nicht mehr von ihnen gestorben sind“

 

 

Jetzt noch zu Homophoben, die selbst Homophobe sind.

NPD-Mann Holger Apfel hat Erklärungsbedarf.

NPD in der Krise Apfel in Erklärungsnot

Wenn Holger Apfel die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung eines „jungen Kameraden“ nicht entkräftigen kann, droht ihm der Parteiausschluss. Das Präsidium hält den Mann für glaubwürdig.

http://www.tagesspiegel.de/politik/npd-in-der-krise-apfel-in-erklaerungsnot/9257304.html

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Die Nachricht klingt, als wäre sie einem Ballermann-Besucher nach dem Eimersaufen durch die Rübe gerauscht: Holger Apfel, der ehemalige Chef der rechtsextremen NPD, versucht sich jetzt als Wirt auf Mallorca. Nach einem Bericht der Onlineausgabe des deutschsprachigen Wochenblattes „Mallorca Zeitung“ betreibt der 43-Jährige mit seiner Frau Jasmin am Strand von Palma de Mallorca ein Restaurant, das nicht etwa „Deutsches Eck“ oder „Zum braunen Hirschen“ heißt, sondern „Maravillas Stube“.

In der rechtsextremen Partei hatte zuvor ein monatelanger Machtkampf getobt. Es wurden Gerüchte lanciert, dass Apfel sich im August 2013 einem Parteikameraden unsittlich genähert habe. Der sächsische Landeschef Holger Szymanski sagte nach Apfels Rücktritt, dieser habe „in zwei Fällen im betrunkenen Zustand junge Männer belästigt“.

Bis heute wurden die Vorwürfe nicht geklärt. Apfel sagte der „Mallorca-Zeitung“, es handele sich um Intrigen von verfeindeten NPD-Mitgliedern. Diese fallen immer wieder mit homosexuellenfeindlichen Ausfällen auf.

Nach Auffassung der NPD tragen Homosexuelle „biologisch nichts zum Fortbestand der Volksgemeinschaft bei“. Das Rezept der NPD gegen den Fachkräftemangel, Deutsche sollten in der Heimat bleiben und nicht in fremden Ländern arbeiten, befolgt ihr ehemaliger Chef zumindest nicht mehr.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article128269710/Ex-NPD-Chef-Apfel-ist-Zuwanderer-auf-Mallorca.html

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Aus Gutefrage.net

fraggle16
Wie sagte Hesse schon?
Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.
Sprich – die Leute, die was gegen Lesben und Schwule haben, tragen meistens Homosexualität in sich, nur gestehen sie sich diese nicht ein.
ein sehr schönes Beispiel dazu gibt es in dem Film: American Beauty

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Fremdschaemer

Ich denke, es ist bei vielen ganz einfach eine Mischung aus religiös bedingtem Hintergrund, kleinbürgerlichem Weltbild und schlichtweg keine Ahnung haben. Das Thema Homosexualität ist so alt wie die Menschheit, aber seit einpaar Jahren wird daraus ein Theater gemacht, als wäre es das Allerneuste und Ungewöhnlichste auf der Welt.

Sicher: ob man die sexuellen Praktiken insbesondere zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Männer für appetitlich hält, steht auf einem anderen Blatt. Und ehrlich gesagt bin ich auch nicht scharf drauf, knutschende oder Händchenhaltende Männer in der Öffentlichkeit zu sehen. Trotzdem werden diese Menschen für etwas verurteilt, für das sie im Prinzip nichts können, obwohl sie selbst schon genügend Schwierigkeiten haben, mit ihrer Sexualität umzugehen und diese nach außen zu tragen bzw. zu verheimlichen. Abgesehen davon gibt es jede Menge anderer erotischer Varianten (z.B. S/M), die bestimmt nicht jedermanns Sache sind, jedoch völlig legal und erlaubt sind, ohne dass gleich ein Staatsakt drauß gemacht wird. Ich bin schon auch schon Schwulen und Lesben begegnet, wobei mir die sexuelle Ausrichtung jedes Mal eigentlich total egal war, denn für mich war es letztendlich immer der Mensch, der Charakter und die Intelligenz, die gezählt hatten.

Und wie an anderer Stelle schon richtig bemerkt wurde: die allermeisten Schwulen- und Lesbenfeinde haben selbst homosexuelle Züge, für die sie sich insgeheim selbst hassen! Das Thema ruft irgendwelche verborgenen Ängst hervor – und je dümmer und kleingeistiger die Person ist, mit desto mehr vordergründiger Aggression antwortet sie darauf.

http://www.gutefrage.net/frage/warum-haben-so-viele-leute-was-gegen-lesben-und-schwule

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Die Ablehnung von Homosexualität wird zu einem großen Teil durch die Angst vor eigenen homosexuellen Neigungen gespeist. Das bedeutet nichts anderes, dass homophobe Menschen selbst ein bisschen schwul sind, es aber nicht wahrhaben wollen. Es gibt mittlerweile auch Forschung, die in diese Richtung geht und bewiesen hat, dass bei Männern, die besonders homophobe Ansichten hatten, beim Konsum homosexueller Pornografie sexuelle Erregung festgestellt wurde. Die Angst vor den eigenen, geheimen sexuellen Neigung schlägt bei diesen Männern oftmals in krasse Ablehnung von Homosexuellen um. Der Hass gegenüber der eigenen Sexualität ist Nährboden für den Hass von Homosexuellen.

https://justdavesblog.wordpress.com/2014/03/03/homophobe-sind-schwul-grunde-fur-den-hass-auf-schwule/

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[…]
„Wir sind homophob und hassen Schwule“, sagt in einem solchen Clip Maxim Marzinkewitsch, ein muskulöser Mann mit Glatze. Die Aufnahmen zeigen, wie er ein Opfer mit einem Messer einschüchtert und dem Mann droht, ihn zu vergewaltigen. Schwule seien „keine normalen Menschen“, fährt er fort. Marzinkewitsch, auch „Beil“ genannt, hatte zuvor Videos mit inszenierten Morden an Migranten veröffentlicht und war wegen Anstachelung zu religiösem Hass zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Ausgerechnet er gründete die Bewegung „Occupy Pädophilie“ mit Mitgliedern in mehreren russischen Städten. Sie erklären, nach „Kinderschändern“ zu suchen, und machen dabei Jagd auf Homosexuelle. Nur ein einziges Mal wurde gegen die Nationalisten bisher ein Verfahren eingeleitet. Der russische Kinderbeauftragte Pawel Astachow hat sich im Juli zwar skeptisch über die Methoden von „Occupy Pädophilie“ geäußert, aber nicht, weil sie diskriminierend wären, sondern weil man „solche Menschen auf die Anklagebank setzen muss und nicht freilassen, nachdem man sie mit Dreck übergossen und erniedrigt hat“.

http://www.welt.de/politik/ausland/article118892124/Wir-sind-homophob-und-hassen-Schwule.html

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Gruß Hubert

 

„Lasset uns totbeten!“   Leave a comment

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Hier ein Artikel über die Abartigkeit von Hubertusmessen, bei der Pfaffen und Jäger in trauter Allianz sind. Der Legende nach hätte Hubertus eine Wende eingeschlagen und seine Waffen niedergelegt. Aber Glaubwürdigkeit ist ja nicht eine Stärke der Kirchen. Da wimmelt es ja nur so von Scheinheiligkeiten, Heucheleien und Lügen. Das Waffen segnen kennen wir ja auch von den Kriegen. Da denken die fanatischen Lebensschützer auf einmal ganz anders.

Hier ein Artikel von .pro-iure-animalis.de

Im tristen, farblosen Monat November ist es soweit: Hubertusmessen und -jagden finden statt. Jäger holen sich den Schutz eines Pfarrers. Dieser bemüht den Heiligen Hubertus, schiebt diesem Schutzpatron der Jäger feige die Verantwortung zu, bemüht, dem Fegefeuer zu entkommen und seine Hände in Unschuld zu waschen. Nach den Gebeten heißt es schließlich: „Feuer frei aus allen Rohren!“

Wie kann etwas so fromm beginnen und sich zu einem Drama zuspitzen, dessen Ende, die Hinrichtung der Wildtiere, Gottes Schöpfung, einen naturliebenden Menschen bis ins Mark erschüttern? Ist es nicht ein Widerspruch, einerseits Liebe zu predigen, auf der anderen Seite Waffen und deren Träger zu segnen?

Aber so und nicht anders hat die Kirche die Geschichte überlebt. Wie beim Jüngsten Gericht über die Gräueltaten an unseren Tieren entschieden wird, wissen wir nicht, denn kein Pfarrer oder Jäger, die sich an blutrünstigen Spektakeln beteiligten und das Zeitliche segneten, sind je zurückgekehrt. Vermutlich hatte Gott als Schöpfer der Welt und der Natur kein Auge zugedrückt und seine vermeintlichen Vertreter und deren Nutznießer angesichts der Vernichtung seiner Kreaturen – in jedem Jahr sage und schreibe 5 500 000 Wildtiere –  mit einem Tritt in die Hölle befördert. Wird doch sein Ansehen in der Öffentlichkeit voranschreitend ruiniert.

Die Jägerlobby ist eine der politisch und wirtschaftlich mächtigsten Minderheiten in Deutschland, deren skandalöse Gesetzesprivilegien teilweise aus dem Mittelalter stammen und für einen modernen Rechtsstaat untragbar sind. Aber Staat und Kirche arbeiten Hand in Hand. Einem Siamesischen Zwilling gleichend sind sie unter Führung einer christlich – liberalen Regierung untrennbar miteinander verbunden. Kameraderie, Opportunismus und Traditionsbewusstsein der Einflussreichsten lassen keine Veränderung zu.

Wie die Lichtgestalt des Kreuzes Hubertus einst den Weg gezeigt habe, solle man diesen rechten Weg unter und mit dem Kreuz Jesu auch heute gehen.
Aber kann es rechtens sein, Baujagden zu veranstalten, bei denen Fuchswelpen ausgegraben, erschlagen, vom Bauhund abgewürgt oder anderweitig getötet werden? Ist der rechte Weg, bei Treib – und Drückjagden reihenweise auf Wild zu schießen, das mit zerfetzten Gliedmaßen in seiner Todesangst zu fliehen versucht? Aber ich vergaß, in der katholischen Kirche haben ja Tiere keinen Platz und schon gar keine Seele. Eine Fuchsfähe dürfte somit emotionslos zusehen, wenn ihr Nachwuchs von einer nach Gottes Ebenbild geschaffenen Spezies gemeuchelt wird, der laut Kirche eine Seele zusteht.

Was für ein Hochmut einer solchen Kirche! Emotionen wie Angst und Panik sowie das Empfinden von Schmerzen sind bei Mensch und Tier identisch. Das komplizierte Paarungsverhalten der Tiere, das Zusammenleben in Gruppen und Familien, die Fähigkeit vorzusorgen und die Verständigungsmöglichkeiten untereinander ähneln den unseren. Die Unterschiede zwischen uns und ihnen sind keineswegs prinzipieller Natur. In vielem sind Tiere dem Menschen sogar weit überlegen. Der Seh-, Hör- und Tastsinn ist bei den meisten Säugetieren höher entwickelt als bei uns. Ich bewundere das geniale tierische Navigationssystem und die Feinheiten der Brutpflege.

Während im späten Mittelalter viele Handwerkszünfte am Namenstag des Heiligen Hubertus zu dessen Ehren Messen abhielten, ist dieser Brauch allmählich gänzlich verschwunden. Nur Jäger sind dieser Tradition treu geblieben. Ein Missverständnis? Denn es war ein Hirsch, zwischen dessen Geweihstangen das Kreuz Christ erschien und sich dem Heiligen Hubertus, der bis zum legendären Zeitpunkt ein Jäger war, zuwandte, ihn eindringlich zur Rückkehr bat und dieser die Waffen für immer niederlegte. Offensichtlich lesen Jäger die überlieferte Geschichte, eine Sage, nicht zu Ende, huldigen sie doch alljährlich den ersten berühmten Jagdgegner. Zu groß ist ihr Bedürfnis, in Wald und Flur zu richten, zu entscheiden, was willkommen ist, leben darf oder nicht.

Das Ammenmärchen auf die Fahne schreibend, ein Gleichgewicht in der Natur schaffen und halten zu wollen, ziehen sie legal bewaffnet in den Kampf. Führen einen einseitigen Krieg gegen Wehrlose, die keine Stimme haben. Tatsächlich allerdings hat es dieses besagte Gleichgewicht niemals gegeben und wird es auch nicht. Kein Tier, sondern ausschließlich der Mensch zerstört im großen Stil den Lebensraum,
in dem die Schöpfung noch existiert – er beseitigt die Regenwälder, die Lunge der Erde. Er verpestet die Luft, vergiftet die Flüsse, beraubt die Meere. Und er tötet aus purer Lust.

In einer Fürbitte beim Hubertus – Gottesdienst heißt es: „Wir bitten für Jägerinnen und Jäger…Lass sie in allem, was sie tun, das Tier als lebendiges Geschöpf erkennen.“ Widersprüchlicher kann es wohl nicht sein. Es grenzt an Sarkasmus, „Lasset uns totbeten!“ wäre treffender.

Man säuselt, dass die Jagd einen positiven Beitrag zum Schutz und zur Bewahrung der Schöpfung leiste. Dieser Aspekt würde bei der Gestaltung der Hubertusmessen im Vordergrund stehen. Angesichts dieser Scheinheiligkeit möchte man sich übergeben, wird doch bei diesen Messen und beim Beweihräuchern dieses Brauchtums aus Sympathie mit der lodengrünen Zunft nur ein nichtmenschliches Geschöpf überhaupt geduldet: der Jagdhund.

Jagd, die stets mit den Qualen und Leid der Tiere verbunden ist, kann weder Schutz noch Bewahrung der Schöpfung und nie Naturschutz sein. Niemals. Der Mensch, nur ein Teil der Natur, ist Leben inmitten von Leben, das auch leben will. Der Schutz der Natur ist Verständnis für all ihre Vielfalt, Respekt vor der Einzigartigkeit ihrer Werke, ihrer grandiosen Kunst.
Bei der Jagd erkenne ich nichts Dergleichen, sondern ausschließlich Befriedigung einer abnormen Neigung und kaltblütigen Mord.
Dass man so in den Himmel kommt, wage ich zu bezweifeln.
Von Heike Heinze, Berlin

http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1532&Itemid=54

Gruß Hubert