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Kellogg’s und die Vorhaut   1 comment

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Jeder kennt Kelloggs Cornflakes, aber kaum jemand weiß, dass der puritanische Harvey Kellogg, der Erfinder der Kelloggs Cornflakes ein glühender Vorkämpfer gegen die Masturbation und andere „sexuelle Wollüste“ 😉 war.

„Wollust (lateinisch voluptas) ist eine sinnliche, sexuelle Begierde und Lust, die bei sexueller Aktivität, der Befriedigung oder bei sexuellen Phantasien erlebt wird. Wollust schließt das aktive Handeln zur Steigerung der sexuellen Befriedigung ein.

Wollust beschreibt das Kultivieren einer Empfindung, die als drängend und lustvoll gilt, früher auch als ruchlos und frevelhaft. Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch erotische Fantasien frei. Hinter der Wollust stehen mit den damit verbundenen Fantasien starke Triebkräfte und Verlockungen. In diesem Sinne ist ein Gegenbegriff die Frigidität.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Wollust


 

Georg Hoffmann-Ostenhof Kellogg’s und die Vorhaut.

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Nun zur Beschneidung: Kellogg ist nicht nur als Reformator des Frühstücks in die Geschichte eingegangen. Der Asket – er selbst soll zeitlebens sexuell enthaltsam gelebt haben – beschränkte sich keineswegs auf Diätvorschriften.
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wütete ein obsessiver Kampf gegen die Masturbation. Diese inzwischen als universelle und harmlose, wenn nicht sogar gesundheitlich positiv erkannte Aktivität wurde dämonisiert: Sie führe direkt zu Neurosen und Psychosen, zu Rückenmarkschwund und allen erdenklichen todbringenden Leiden.

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Kellogg war nun nicht der erste und einzige, wohl aber der einflussreichste Propagandist der Beschneidung. Die Vorhaut sei der Quell allen Übels, meinte er. Dieses kleine Hautstück verleite die Buben dazu, an sich herumzuspielen und so die Möglichkeit zu entdecken, sich selbst ganz autonom Lust zu verschaffen – eine Betätigung, die der Adventisten-Doktor als des Teufels ansah. Und so schrieb er: Die sicherste Methode, kleinen Buben die Selbstbefriedigung auszutreiben, sei die Beschneidung: „Dabei sollte die Operation ohne Anästhesie durchgeführt werden, da der kurze Schmerz eine segensreiche Auswirkung auf den Geisteszustand des Jungen haben kann – speziell, wenn die Operation mit der Idee der Bestrafung verbunden wird.“

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Auch damit war Kellogg überaus erfolgreich. Außer den Muslimen und Juden, die seit jeher aus religiös-archaischen Gründen die Eichel ihrer männlichen Kinder mittels eines Schnittes freilegten, war 1870 noch kaum ein US-Bürger beschnitten. Die immer verrückter werdende Angst vor dem „Laster“ der Masturbation war nun die größte treibende Kraft hinter der zunehmenden und routinemäßigen Beschneidung von Buben.

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Die hygienischen und gesundheitlichen „Gründe“ für diese Operation waren zumeist nachgeschobene Rationalisierungen. Der lustmindernde Effekt der Beschneidung blieb bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts eines der wichtigsten Argumente für diesen medizinisch unnötigen Eingriff.
1970 sollen in den USA bis zu 90 Prozent der städtischen Bevölkerung beschnitten gewesen sein – in anderen protestantischen und angelsächsischen Ländern wie Australien, England und Kanada war der Prozentsatz ähnlich hoch. Seit damals aber ist die Entwicklung rückläufig. Heute sind nur mehr etwa die Hälfte der amerikanischen Männer beschnitten. Die Ursache dafür ist offensichtlich. Dass Masturbation gesundheitsschädlich sei, glaubt inzwischen niemand mehr. Und die sexuelle Liberalisierung hat die Selbstbefriedigung inzwischen weitgehend rehabilitiert.
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Das ist die skurrile Geschichte der nichtreligiösen Beschneidung. Und was bringt diese in der nicht enden wollenden Sommerdebatte über Fluch und Segen der Vorhaut? Zunächst nicht sehr viel. Alle Argumente – sowohl die guten wie auch die von Vorurteilen geleiteten – sind bereits gefallen.

Fest steht jedenfalls: Die Beschneidung hält so wenig die Menschen vom Masturbieren ab, wie die Cornflakes die geschlechtliche Begehrlichkeit einzudämmen in der Lage waren. Onaniert wird immer und überall.
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Die Beschneidung mag nun eine Körperverletzung sein. Deren traumatisierende Wirkung scheint jedoch weitgehend überschätzt zu werden. Der wütende Kampf gegen die Sünde der „Selbstbefleckung“ dürfte bisher mehr seelischen Schaden angerichtet haben als die Beschneidung. Diese zu verbieten wäre natürlich gefährlicher Unsinn. Der Wert der Religionsfreiheit muss Vorrang haben. (Anmerkung: bei diesem Absatz widerspreche ich dem Autor, die Körperverletzung steht für mich  höher und VOR der Religionsfreiheit. Keine Zugeständnisse hier an Juden und Muslime).

Die Religionen aber, welche sie zu einem wichtigen Teil ihrer Identität erklären, sind auf sich zurückgeworfen. Hygienische und gesundheitliche Argumente ziehen immer weniger. Man muss schon fest daran glauben, dass Gott wirklich will, dass dem männlichen Nachwuchs mit dem Messer zu Leibe gerückt wird.

 

http://www.profil.at/articles/1231/572/337061/georg-hoffmann-ostenhof-kellogg-s-vorhaut

 

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Hier noch eine fundamentalistische Tante, die ihren Sohn beschneiden lassen möchte, damit er nicht exzessiv onaniert.
 

Unfassbar: Mutter möchte Ihren Sohn der Lust berauben!

Lehnen Sie sich zurück, halten Sie sich fest und lassen Sie die folgende Email auf sich wirken. Ich habe Sie aus einem Internetforum herauskopiert. Sie stellt einen unfassbaren Übergriff einer Mutter auf die Sexualität des Sohnes dar. Sie möchte ihn auf Rat einer Ärztin beschneiden lassen um seine Lust auf Masturbation zu behindern. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um den strafrechtlichen Tatbestand der vorsätzliche Körperverletzung!

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http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/nicht-zu-glauben/

 

Gruß Hubert

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Kuriositäten zur Beschneidung und zu den Vorhäuten Jesu   1 comment

Manchmal ist das Thema rituelle/religiöse Beschneidung auch gut zu Unterhaltungszwecken, sofern man als Mann nicht davon betroffen ist. Zu den Vorhäuten Jesu (also Mehrzahl !! 😀 ) gab es früher einen regelrechten Reliquienhandel.

Auszug

Wogegen hilft die Beschneidung männlicher Säuglinge und Jugendlicher?

Hier einige Antworten aus dem 19. Jahrhundert: gegen nächtliche Samenergüsse (das hielt man damals für eine Krankheit), gegen Bettnässen, gegen Epilepsie, gegen Syphilis, gegen Bauchschmerzen, gegen Schielen, gegen Masturbation und – ach ja – gegen Vorhautverengung.

Im 20. Jahrhundert findet man weitere Leiden, gegen die das Wegschneiden der Vorhaut helfen soll, Peniskrebs, Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs und Unkeuschheit. Und natürlich hilft die fehlende Vorhaut gegen Aids.

Der Brauch der Beschneidung breitete sich in den USA seit dem 19. Jahrhundert immer mehr aus, 1953 veröffentlichten zwei Ärzte namens R. L. Miller und D. C. Snyder ihre Pläne alle männlichen Babys unmittelbar nach der Geburt beschneiden zu lassen, um der Masturbation vorzubeugen und um für Immunität gegenüber allen körperlichen und geistigen Erkrankungen zu sorgen. Einen besonders originellen Grund fand ein gewisser A. J. Fink: die massenweise Beschneidung sei notwendig, um zu verhindern, dass unter die Vorhäute von Soldaten Sand komme. Blöderweise entdeckt 1999 J. R. Taylor nach der anatomischen Untersuchung des spezialisierten Nervennetzes der Vorhaut, dass diese primär erogenes Gewebe ist, das für eine normale sexuelle Funktion notwendig ist. Die zahllosen abgeschnipselten Vorhäute werden in den USA übrigens von Erzeugern von Anti-Aging-Cremen für die Weiterverwendung in solchen Produkten aufgekauft.

Weitere Forschungen im 21. Jahrhundert ergaben, dass die Beschneidung nicht vor HIV schützt und dass die Vorhaut der empfindlichste Teil des Penis und weit empfindlicher als die Eichel ist. Was sofort das Echo hervorrief, die Beschneidung helfe gegen vorzeitigen Samenerguss.
Dr. Steve Scott fasste zusammen: „Historisch gesehen wurde der Beschneidung stets die Heilung genau jener Krankheiten zugeschrieben, welche zur jeweiligen Zeit die Gemüter der Bevölkerung erregten.“
Als Laizisten fällt einem zur Beschneidung ein, dass diese mit der

Markierung von Rindern mit einem Brandzeichen verglichen werden könnte. Man ist damit für den Rest des Lebens religiös gekennzeichnet, ein Austritt aus der Glaubensgemeinschaft hilft nichts: die Vorhaut wächst deswegen nicht nach. Die katholische Kirche besteht darauf, dass die an Kleinkindern verübte Taufe unwiderruflich sei, man bleibe auch bei Kirchenaustritt ein getaufter Katholik. Aber das macht nix. Weil Brandzeichen gibt’s keins.

[…]
Während einer Ekstase der hl. Katharina von Siena soll ihr Jesus als Vermählungsring seine Vorhaut geschenkt haben.

Dieser Ring, den angeblich nur Katharina selbst hatte sehen können, ziert noch immer den Fingerknochen der Heiligen, der zusammen mit ihrem Kopf in S. Domenico zu Siena verehrt wird.
A. V. Müller führt 1907 in seiner Abhandlung Über die hochheilige Vorhaut Christi? immerhin 13 Stätten auf, die sich des Besitzes der wahren Vorhaut Jesu rühmten: die Laterankirche in Rom, Charroux bei Poitiers, Antwerpen, Brügge, Paris, Boulogne, Besancon, Nancy, Metz, Le Puy, Conques, Hildesheim, Calcata. – Regelrechte praeputium-Mystiken und Vorhautkulte sind bezeugt: Speziell bestellte Vorhautkapläne sorgten beispielsweise in Antwerpen für die angemessene Liturgie, die bis zu feierlichen Hochämtern zu Ehren des hl. Teils reichten. Zu dem im französischen Charroux verehrten Teil, dem noch zu Zeiten Voltaires und Goethes eine günstige Wirkung auf den Verlauf der Geburt zugeschrieben wurde, pilgerten vor allem Schwangere.

Weiterlesen hier:

http://www.atheisten-info.at/downloads/Vorhaut.pdf

Hier noch ein anderer Link zum Thema:

Maggi fix und Kruzifix

http://www.jungewelt.de/2012/07-16/013.php

Gruß Hubert