Archiv für das Schlagwort ‘Moral

Moral   Leave a comment

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Milliarden von Tieren leiden während ihres gesamten kurzen, schmerzhaften Lebens unter alptraumhaften Bedingungen gehalten und danach folgt ein grauenhafter Tod, nicht selten ohne Betäubung. Kontrolliert wird fast nie – und wenn, dann fast immer weggesehen. Profit auf dem Rücken der Tiere mit entsprechenden Tierquälereien hat Vorrang.

Von beasbevegan.ch

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Bild von beasbevegan.ch

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Ganz allgemein sprechen wir den Tieren eine Moral ab. Tiere handeln nach Instinkt und Überlebenswillen. Ein Löwe jagt und frisst die Antilope, weil er überleben muss und er ein Carnivor ist. Hätte er Empathie für seine Beute, er müsste innert kürzester Zeit verhungern.

Von uns sagen wir, dass wir ein Bewusstsein, eine Moral und vorallem Empathie haben. Schaut man sich in der Welt um, dann fragt man sich jedoch, wo da unser Bewusstsein und Mitgefühl ist? An beidem fehlt es gewaltig, wenn es um Profit und Gier geht. In der Tat ist unser Umgang mit anderen Erdlingen an Empathielosigkeit nicht zu übertreffen.

Wir führen Kriege um Rohstoffe und Macht. Wir zerbomben ganze Städte und bringen dabei reihenweise Zivilisten um. Eigentlich sind wir ständig am Morden.

Der milliardenfache Mord an Tieren für ihr Fleisch, ihre Haut, ihr Fell, ihre Milch, ihre Eier etc. ist der blanke Irrsinn, in Anbetracht dessen, dass wir diese Produkte weder zum Überleben noch für unsere Gesundheit benötigen!

Text by: Bea Kälin

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Bild von beasbevegan.ch

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Überraschenderweise fällt oft der Satz : „Moral ist subjektiv“, wenn es um das Töten von Tieren geht.

Wäre Moral tatsächlich subjektiv, dann gäbe es keinen Bedarf an einem Rechtssystem oder an Gefängnissen. Nach dieser Ansicht würden ja Mord, Vergewaltigung, Diebstahl etc. automatisch moralisch akzeptabel, denn Moral ist ja subjektiv.

Unnötiger Mord an Tieren ist unmoralisch. Dazu brauchen wir weder eine Religion noch eine Wissenschaft um das zu erkennen. Wir alle spüren, was richtig und was falsch ist, auch wenn man uns in gewissen Lebensfragen dafür blind gemacht hat. Öffnet man sein Herz und lässt vom Verstand los, dann ist Empathie möglich, dann ist man in der Lage, die Situation aus der Sicht des Opfers zu erkennen.

Text by: Bea Kälin

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Wie wäre das für uns, wenn wir an der Stelle der Tiere wären?

«MENSCHENFLEISCH» – das philosophische Gedankenexperiment | #filosofix

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Von beasbevegan.ch

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Ganz allgemein sprechen wir den Tieren eine Moral ab. Tiere handeln nach Instinkt und Überlebenswillen. Ein Löwe jagt und frisst die Antilope, weil er überleben muss und er ein Carnivor ist. Hätte er Empathie für seine Beute, er müsste innert kürzester Zeit verhungern.

Von uns sagen wir, dass wir ein Bewusstsein, eine Moral und vorallem Empathie haben. Schaut man sich in der Welt um, dann fragt man sich jedoch, wo da unser Bewusstsein und Mitgefühl ist? An beidem fehlt es gewaltig, wenn es um Profit und Gier geht. In der Tat ist unser Umgang mit anderen Erdlingen an Empathielosigkeit nicht zu übertreffen.

Wir führen Kriege um Rohstoffe und Macht. Wir zerbomben ganze Städte und bringen dabei reihenweise Zivilisten um. Eigentlich sind wir ständig am Morden.

Der milliardenfache Mord an Tieren für ihr Fleisch, ihre Haut, ihr Fell, ihre Milch, ihre Eier etc. ist der blanke Irrsinn, in Anbetracht dessen, dass wir diese Produkte weder zum Überleben noch für unsere Gesundheit benötigen!

Text by: Bea Kälin

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Überraschenderweise fällt oft der Satz : „Moral ist subjektiv“, wenn es um das Töten von Tieren geht.

Wäre Moral tatsächlich subjektiv, dann gäbe es keinen Bedarf an einem Rechtssystem oder an Gefängnissen. Nach dieser Ansicht würden ja Mord, Vergewaltigung, Diebstahl etc. automatisch moralisch akzeptabel, denn Moral ist ja subjektiv.

Unnötiger Mord an Tieren ist unmoralisch. Dazu brauchen wir weder eine Religion noch eine Wissenschaft um das zu erkennen. Wir alle spüren, was richtig und was falsch ist, auch wenn man uns in gewissen Lebensfragen dafür blind gemacht hat. Öffnet man sein Herz und lässt vom Verstand los, dann ist Empathie möglich, dann ist man in der Lage, die Situation aus der Sicht des Opfers zu erkennen.

Text by: Bea Kälin

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Wir wäre das für uns, wenn wir an der Stelle der Tiere wären?

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Veröffentlicht 22. März 2021 von hubert wenzl in Tiere, Tierrechte

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Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen   3 comments

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Man sieht genau, dass es der Institution katholische Kirche nicht um irgendeine Seele von irgendjemandem geht, um irgendeine Moral, sondern nur um Geld und Macht. Gleich wie die Kirche mit keinem Tier ein Mitgefühl hat, so hat sie es auch nicht mit irgendeinem Mensch. Entweder man hat ein mitfühlendes Herz oder man hat keines. Für die Kirche ist ja immer die Sexualität das größte Problem, wenn man aber damit Geld machen kann, dann hat sie nichts dagegen einzuwenden. Das zeigen die Pornobücher, die sie im eigenen Weltbild Verlag verkauft. Beschwerdebriefe an Bischöfe wurden ignoriert

Kontroversen

Eine 70-seitige Dokumentation der katholischen Initiative Katholisches! Weltbild kritisierte 2008 das angebliche Angebot an „Sexbüchern, gewaltverherrlichenden, esoterischen, magischen und satanischen Schriften“. Die deutschen Bischöfe als verantwortliche Eigentümer wurden angeschrieben; die Resonanz war jedoch gering.

Im Januar 2011 kam das Unternehmen Hugendubel in die Schlagzeilen, weil dem Konzern im firmeneigenen Gewerkschaftsblog Zensur vorgeworfen wurde. Durch die Kooperation mit dem Weltbild-Verlag wurde im Online-Shop von Hugendubel kurzzeitig ein „Filter“ verwendet, der zahlreiche schwul-lesbische, kirchenkritische, esoterische und kommunistische Artikel herausfilterte. Nach einhellig kritischem Medienecho wurde der Filter entfernt und entsprechende Titel wurden wieder gelistet. Im Oktober 2011 berichtete das Magazin buchreport, dass die katholische Verlagsgruppe auch Erotik publiziere, auf der anderen Seite aber im Hugendubel-Onlineshop, den Weltbild zu Jahresanfang übernommen hatte, plötzlich kirchenkritische Literatur fehle. Die Fachzeitschrift resümierte, dass der Versender gegenüber erotischer Literatur „deutlich aufgeschlossener“ sei. Daraufhin reagierten die deutschen Bischöfe mit der Mitteilung, dass man den „Vertrieb möglicherweise pornografischer Inhalte“ unterlassen wolle und dass eventuell ein Filtersystem versagt habe. Alexander Kissler forderte im Focus den „komplette[n] Ausstieg“ der Kirche aus Weltbild und Droemer Knaur sowie den „Verkauf sämtlicher Anteile […], und sei es mit Verlusten“. Diesen Preis müsse „eine Kirche sich leisten können, für die eine Entweltlichung um der Welt willen nicht nur eine fromme Phrase ist.“

Infolge einer Kapitalerhöhung hält Dröge seither 60 % der Anteile, die bisherigen Eigentümer behalten 40 %. Nach der Stabilisierung des Unternehmens sollen die verbliebenen Anteile an Droege verkauft werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Weltbild

Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen

„Anwaltshure“ oder „Schlampen-Internat“: Obwohl der „Weltbild“-Verlag der Kirche gehört, verkauft er Porno-Bücher

Von Bernhard Müller

Hier weiterlesen:

Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen

 

Gruß Hubert

 

Waffen-Lobbyist Dirk Niebel (FDP) – Rheinmetall   Leave a comment

Dirk Niebel der ehemalige Entwicklungsmnister von der FDP, wird ab 2015 Waffenlobbyist bei Rheinmetall. Dann wird er über ein Jahr nicht mehr Minister gewesen sein, das finden Rheinmetall und sogar Angela Merkel ausreichend.

Ob Dirk Niebel bis dahin vergessen hat was er in seiner Zeit als Entwicklungsmnister gelernt hat, als solcher saß er im Sicherheitsrat. Und gerade dieses Gremium entscheidet abseits der Öffentlichkeit über Waffenexporte. Klar, dass Rheinmetall gerne wissen möchte, was da so geredet wird. Der Minister verkauft also sein in öffentlicher Funktion erworbenes know how an ein Privatunternehmen.

Finden sie das unmoralisch? So ein schneller Wechsel von der Kontrolle zu den Kontrollierten?
Aber was soll der Herr Niebel denn sonst machen, auf eine Karriere in der FDP hoffen? So unterschiedlich ist seine Tätigkeit zu vorher ja auch nicht. Als Entwicklungsminister war er dafür zuständig, dass die Armen der Welt dort bleiben wo sie sind. Jetzt sorgt er dafür dass sie dort sind, weil sie tot sind – durch Rüstungsexporte. Ab Position 2:20 Minuten verteidigt Frau von der Leyen noch den Einsatz von Drohnen.
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Gruß Hubert

Zensur bei Webgiganten – Apple, FB & Co.   1 comment

Webgiganten kontrollieren Inhalte

Ich möchte hier gar nicht viel vorausschicken, es ist alles gesagt im Artikel von Focus, der den Artikel von Chip 2/2013 hat. Jedenfalls geht die Zensur viel weiter als man denkt. Am schlimmsten ist Apple, eine Firma dir mir höchst unsympathisch ist, wegen ihrer Produktionsmethoden, der Preispolitik, und und und (verlangt für ein Gerät, dass Apple 152 Euro kostet im Verkauf 679 Euro!). Denk „Like-Button“ von Facebook empfinde ich schon als Terror, ganz abgesehen von den Sicherheitsrisiken und Schnüffelattacken.
Welche Moral da bei diesen Webgiganten vorherrscht zeigt der Umstand, dass Hakenkreuze erlaubt sind, Brüste jedoch nicht.

Hier ein Bericht von „Focus“ (mit Genehmigung von Chip)

Hakenkreuze erlaubt, nackte Brüste nicht: Die Webgiganten Facebook, Apple, Amazon und Co. kontrollieren die User und zwingen uns ihre Moral auf – manchmal auch die des Staates.

Als Google kürzlich in Android 4.2 den Dezember aus dem Kalender warf, war das vermutlich nicht gewollt. Dass Google massenhaft Suchergebnisse löscht, hingegen schon. Oder dass Apple auf iPhones und iPads Apple-kritische Spiele entfernt. Oder dass Amazon WikiLeaks-Dokumente beseitigt. Oder dass Facebook willkürlich Fotos seiner Nutzer einstellt. Oder oder oder.

Bei autoritären Herrschern würde man solch ein Verhalten mit einem Wort verdammen: Zensur. Die Webgiganten jedoch bleiben unbehelligt, denn wer eine Website oder einen App-Store betreibt, bestimmt deren Inhalte. Auch Google, Facebook, Amazon und Apple haben dieses Recht. Für sie endet die Zensurgeschichte an dieser Stelle – doch für den User beginnt sie hier erst. Die Kontrollmacht der Großkonzerne zeigt sich in Einzelfällen: wenn man googelt, Fotos anschaut oder Apps lädt. Eine systematische, nordkoreamäßige Zensur ist das nicht unbedingt. Doch die Methoden, mit denen Apple, Facebook und Co. Inhalte kontrollieren, deuten ein Zensursystem völlig neuen Ausmaßes an.

Willkürherrscher kontrollieren das Web

In einem freien, offenen Internet wäre Zensur kaum möglich. Doch die Webgiganten haben längst ihre eigenen Welten, kontrollierbare Subnetze im Internet, aufgebaut.

Wie Türsteher in einem Nobelclub bestimmen dort die Konzernchefs – Mark Zuckerberg (Facebook), Larry Page (Google), Tim Cook (Apple) und Jeff Bezos (Amazon) – welche Inhalte reinkommen und welche rausfliegen.

Apple zum Beispiel erlaubt nur eine Downloadquelle für Apps – den eigenen App Store – und entscheidet, wer wie viel Geld verdienen darf. Google entscheidet, welche Websites man findet, und bindet seine User mit Zusatzdiensten an sich. Facebook entscheidet, welche Freunde für den User interessant sind, welche Spiele und welche Fanseiten. Und mit der Programmierschnittstelle Open Graph 2.0 durchzieht Facebook das Web mit Like-Buttons, Kommentarboxen und Facebook-Log-ins. Amazon dominiert den E-Book-Markt, weil die Kombination aus großem Angebot und gutem Reader trotz der DRM-Beschränkungen sehr attraktiv ist. Dazu kommen der Marketplace, eine der weltweit größten Verkaufsplattformen, sowie ein eigener Android-Store für den Kindle Fire. Auch Microsoft eifert mit Windows 8 dem Apple-System nach – inklusive der strengen Inhaltskontrolle. Und selbst Twitter hat seine Grenzen mit einer neuen, strengen Programmierschnittstelle für viele Entwickler abgeschottet.

Natürlich helfen die Kontrollen, etwa Kinderpornografie zu löschen, und das sollen sie auch. Doch wie jedes Werkzeug lassen sich diese Mechanismen eben auch missbrauchen, um willkürlich andere Inhalte zu löschen. Wem diese streng reglementierten Clubs daher nicht passen, der muss mit der schäbigen Kneipe gegenüber vorliebnehmen. Alternativen gibt es schließlich auch im Web. Doch wer nutzt Bing, wenn deren Websuche in Deutschland noch so unausgereift ist? Wer nutzt StudiVZ, wenn alle Freunde bei Facebook sind?

Komplizen der politischen Zensur

Wer Inhalte beseitigt, beruft sich häufig auf nationale Gesetze (die andererseits bei Datenschutzfragen gern ignoriert werden). Bestes Beispiel sind Links zu Downloadseiten, die gegen das Urheberrecht verstoßen. Dabei reicht es oft schon, wenn Rechte-Inhaber, etwa Filmstudios, die Löschung eines Links beantragen; dann wird er ohne richterliche Entscheidung entfernt. Nur dieser vorauseilende Gehorsam befreit die Unternehmen von der Haftung.

Google zum Beispiel mustert laut des firmeneigenen Transparency Reports pro Monat knapp zwölf Millionen URLs zu illegalen Kopien von Filmen, Musik und E-Books aus – Tendenz steigend. Dazu kommen Inhalte, die man nach Gerichtsurteilen oder Anfragen staatlicher Behörden entfernen muss. In Deutschland waren das im ersten Halbjahr 2012 bei Google 247 Löschanfragen zu 1.903 Inhalten, etwa Verletzungen von Persönlichkeitsrechten oder jugendgefährdende Inhalte. Nur etwa jede fünfte Anfrage lehnt Google nach eigenen Angaben ab.
Mit freundlicher Genehmigung von CHIP. Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 02/2013 des Magazins.

Zensur im Internet: Webgiganten kontrollieren Inhalte – weiter lesen auf FOCUS Online:

http://www.focus.de/digital/computer/chip-exklusiv/tid-28989/zensur-im-internet-webgiganten-kontrollieren-inhalte_aid_898089.html

Gruß Hubert

Die Moralität des Ungehorsams   Leave a comment

Was Chomsky und Foucault der Protestkultur zu sagen hätten

Auszug
Der Staatsbürger hat das Recht, nach seinem Gewissen zu handeln. Er hat das Recht, ja die Verpflichtung zu handeln – im Extremfall auch gegen das jeweilige Gesetz – wenn der Staat unrecht begeht, sich moralisch oder rechtlich schuldig macht. Es ist das notwendige Recht von Journalisten, zu recherchieren und zu kritisieren, es ist das Recht von Julian Assange, geheime Dokumente seiner Informanten zu veröffentlichen und es ist das Recht des Bürgers, gegen Stuttgart 21 oder die Atompolitik auf die Strasse zu gehen. Der Staat aber scheint sich, wenn nicht schon mit dem verfassungsmäßigen Legalität, so doch mit der moralischen Legitimität dieser Rechte immer schwerer zu tun. Die politische Elite sieht ihre Interessen zusehends mit der Demokratie und dieser, ihrer aufklärerischen Elemente kollidieren.

Es wird allzu deutlich, dass sich die westlichen Gesellschaften in einer besorgniserregenden Epoche der Restauration befinden. Das kurz währende, goldene Zeitalter der wohlfahrtsstaatlichen Demokratien ist vorbei, jenseits und diesseits des Atlantiks ist ein Rückbau sozialer, demokratischer und freiheitlicher Rechte zu konstatieren.

Die geschilderten positiven Rechte werden ersetzt durch repressive Maßnahmen, sprich Druck und Sanktionen, vor allem (und zuerst) gegen die Schwächsten in der Gesellschaft. Die westlichen Regime verzichten verstärkt auf den Diskurs mit der Zivilgesellschaft. Doch eine Politik, die immer weniger mit einem demokratischen Willensbildungsprozess zu tun hat, lässt sich der Bevölkerung zunehmend schwerer vermitteln. Zu Recht wird der Unmut und die Bereitschaft zu zivilen Ungehorsam größer; der Staat aber reagiert immer gereizter auf den zivilen Protest.

1974 haben die bedeutenden philosophischen Denker und Gesellschaftskritiker Noam Chomsky und Michel Foucault in einer legendären Sendung im niederländischen Fernsehen unter anderem über den Konflikt zwischen Staat und Zivilgesellschaft diskutiert. Ihre Gedanken zum angeschnitten Sachverhalt sollen hier in Auszügen wiedergegeben werden. Noch immer – oder gerade heute – sind diese Ausführungen hochaktuell und ein provokantes Manifest für den zivilen Ungehorsam. Das Gespräch wurde von dem Philosophen Fons Elders moderiert:

“Handlungen zu begehen, die kriminelle Akte des Staates verhindern, ist ebenso angemessen wie die Strassenverkehrsordnung zu stören, um einen Mord zu verhindern.”

Foucault: (…) Zu sagen, dass hinter der Regierung, hinter dem Staatsapparat eine dominante Klasse steht, reicht nicht. Man muss die Stützpunkte lokalisieren, die Orte und Formen, von wo aus und wie sie Herrschaft ausübt.

Chomsky: Die andere (Aufgabe) besteht darin, möglichst gründlich die Natur von Macht, Unterdrückung, Terror und Zerstörung in unserer eigenen Gesellschaft zu verstehen. Dazu gehören natürlich die von Ihnen erwähnten Institutionen als auch die zentralen Institutionen jeder Industriegesellschaft in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Finanzen sowie in der kommenden Zeit besonders die großen multinationalen Unternehmen (…). Das sind die wichtigsten Institutionen der Unterdrückung, des Zwangs und der autokratischen Herrschaft, auch wenn sie mit Äußerungen wie “Wir halten uns an die Gesetze von Demokratie und Markt” den Eindruck der Neutralität zu erwecken versuchen. Das ist ganz präzise im Hinblick auf ihre autokratische Macht zu verstehen, einschließlich der besonderen Form von autokratischer Kontrolle, die in einer Dominanz der Kräfte des Marktes in einer nicht egalitären Gesellschaft begründet liegt.

Selbstverständlich müssen wir solche Zusammenhänge begreifen, aber nicht nur das, wir müssen sie auch bekämpfen. Man sollte einen Großteil der Energien und Anstrengungen im eigenen politischen Engagement tatsächlich auf diesen Bereich konzentrieren.

[…]
Chomsky: Ja. Man sollte da ein bisschen vorsichtig sein. Denn, um einen wichtigen Punkt von Michel Foucault aufzugreifen, man muss dem Staat nicht unbedingt erlauben, zu definieren was legal ist. Der Staat hat zwar die Macht, seine ganz bestimmte Vorstellung von Legalität durchzusetzen. Aber Macht bedeutet nicht automatisch Gerechtigkeit oder auch nur Fehlerfreiheit. Der Staat könnte durchaus etwas als zivilen Ungehorsam definieren und sich dabei irren.

In den Vereinigten Staaten definiert es der Staat zum Beispiel als zivilen Ungehorsam, wenn man einen Zug mit Munition für Vietnam entgleisen lässt. Aber er irrt sich in dieser Definition, weil es legal und angemessen ist und getan werden sollte. Handlungen zu begehen, die kriminelle Akte des Staates verhindern, ist ebenso angemessen wie die Strassenverkehrsordnung zu stören, um einen Mord zu verhindern. Wenn ich, statt vor einer roten Ampel anzuhalten, durchfahren würde, um jemanden vor einer Bande mit Maschinengewehren zu bewahren, wäre das selbstverständlich keine illegale Handlung, sondern richtig und angemessen. Kein vernünftiger Richter würde mich für so eine Tat verurteilen.

Hier weiterlesen:

http://le-bohemien.net/2010/11/09/die-moralitat-des-ungehorsams/

Gruß Hubert

Veröffentlicht 20. November 2012 von hubert wenzl in Politik

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