Archiv für das Schlagwort ‘Neger

Denn sie sind nichts anderes wie Tiere…   Leave a comment

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Entlarvend.

Todesmelodie – Szene in der Kutsche – arrogante bürgerlich Asoziale

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 24. Dezember 2018 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Die „Rheinlandbastarde“   Leave a comment

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Neulich las ich bei einer Person, die weit rechts angesiedelt ist, dass angeblich die weiße Rasse und ihre Kultur in Gefahr wäre. Unter anderem schrieb sie:

„Es geht um Rassismus gegen die weiße Rasse und zwar weltweit. Und das schon seit der Antike. Alle einstigen Hochkulturen, die grundsätzlich weißen Ursprungs waren, sind zu Grunde gegangen weil sie sich mit anderen Ethnien vermischt haben.“

Diese Meinung teile ich in keiner Weise.

Alexander Demandt schrieb das Buch: „Der Fall Roms. Die Auflösung des Römischen Reiches im Urteil der Nachwelt“. Demandt und findet einen Kronzeugen in dem Berliner Politologen Herfried Münkler. Der sieht in der Überdehnung der Machtsphäre einen politischen Kardinalfehler, „der den Großreichen, und so möglicherweise auch den USA, das Ende bereitet.

http://www.welt.de/geschichte/article130797844/Wie-Roms-Untergang-den-Weg-in-die-Zukunft-weist.html

So meinte man in der NS-Ideologie einer höherwertigen Rasse anzugehören. (Und manche Deutsche glauben das auch noch heute).

Der „arische Mensch“ sei der eigentliche Träger der Kultur. „Vollblutgermanen“ hätten alle bedeutenden wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritte eingeleitet. Diese Führungsrolle sei durch Rassenmischung gefährdet. Denn „niedere Rassen“ wie Mongolen, Indianer und Neger könnten keinen „erbbiologischen Beitrag zur Verbesserung der weißen Rasse leisten“. Deshalb müsse man deren Erbgut durch Rassenhygiene schützen.

Unbedenklich wurden aus der Tierzucht übernommene Vorstellungen auf den Menschen übertragen: Durch Begünstigen der Fortpflanzung Gesunder – etwa frühen Eheschluss und Belohnung hoher Kinderzahlen –, Verhindern der Fortpflanzung Kranker – z. B. durch Empfängnisverhütung, Geburtenkontrolle und Zwangssterilisation – sollten die Erbanlagen in der Bevölkerung langfristig verbessert und Erbkrankheiten vermindert werden. Motiviert wurden solche Ideen stark durch die von verschiedenen sozialdarwinistischen Richtungen vorausgesagte Degeneration der Gesellschaft bzw. der Rassen, die sie aufgrund einer angenommenen Ausschaltung der natürlichen Auslese durch zivilisatorische Einflüsse erwarteten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik

Im Zuge dieser Recherche über Rassismus bin ich heute auf die sogenannten „Rheinlandbastarde“ gestoßen. Hier ein paar genauere Erläuterungen, was es mit ihnen auf sich hatte. Bei einer Diskussion über Rasse oder Rassismus geht ja sehr oft auch um höherwertig und minderwertig (Kultur usw.). Diese sogenannten Bastarde hatten in der NS-Ideologie einen denkbar niederen Wert. Ganz unten waren Juden und dann gleich Neger.

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Keiner hat hören wollen

1937: Die Sterilisierung der Rheinland-Bastarde

Angst vor den „Fremdlingen“, verzerrt bis zum Haß – das begann schon vor Hitler und Himmler, schon zu Zeiten der Weimarer Republik, schon unter Friedrich Ebert. Später dann, allerdings, wurde die bloße Angst, die dumm gewesen war, zum Verbrechen, das ungesühnt bleiben mußte: Die Opfer, jene schätzungsweise 385 „Negerbastarde“, die noch als Kinder „unfruchtbar zu machen“ waren, wußten damals oft gar nicht, was ihnen angetan wurde.

Es begann 1920 mit der „Schwarzen Schmach“ am Rhein, mit jenen ungefähr 40 000 farbigen Besatzungssoldaten der französischen Armee. Es begann mit Zeitungsberichten und Broschüren über Vergewaltigungen und „gefällige“ Frauen; mit einer Reichstags-Interpellation auch von SPD-Abgeordneten, wo es hieß:

„Für deutsche Frauen und Kinder, Männer und Knaben, sind diese Wilden eine schauerliche Gefahr“; mit der Antwort des damaligen Außenministers Köster, der tatsächlich schon zu jener Zeit „aus volkshygienischem Standpunkt heraus“ wegen der knapp vierhundert Mischlingskinder „eine Gefahr für Deutschland und Europawitterte;

mit der Anklage von Präsident Ebert gegen die „herausfordernde Verletzung der Gesetze europäischer Zivilisation“ durch die angeblich sexbesessenen Marokkaner in Köln, Wiesbaden oder Düsseldorf. Und ehe Hitler kam, legte die Reichsregierung 1932 zur Abwehr einer „Verschlechterung der Volksrasse“den Entwurf eines Gesetzes zur freiwilligen Sterilisation vor, der indessen nicht mehr angenommen wurde.Danach wurden dann, wie bekannt, Ausländerangst und Fremdenfurcht zu politischen Maximen, zu Legitimationen des Verbrechens, zu staatlichen Freibriefen für den Massenmord. Die Wurzeln eines Wahns aber reichen tiefer, weiter zurück, wie es:

Reiner Pommerin: „Sterilisierung der Rheinlandbastarde. Das Schicksal einer farbigen deutschen Minderheit 1918–1937“; Droste Verlag, Düsseldorf; 114 Seiten, 26,– DM

an diesem einen, vergleichsweise „harmlosen“ Fall nachgezeichnet hat.

In der Nachfolge des „Holocaust“-Aufschreckens wollten viele wissen, wie es geschehen konnte; es muß aber auch gewußt werden, wann es geschehen konnte, ab wann. Hier ist es, für einen speziellen Bereich, genau dokumentiert.

Und es ging, wie bei einer gut geölten, fehlerlos funktionierenden Maschine, so weiter: Gegen die „Bastardnaturen“ waren aus „rassischem Stilgefühl“ und zur Erreichung des „nordischen Zuchtziels“ Eingriffe nötig, um die „Vermehrung des Leidens zu verhüten“. So wurde damals geredet, gelogen. Hohe Ministerialbeamte waren daran beteiligt, vor allem auch Ärzte und Wissenschaftler.

Tagungen fanden statt, unter strenger Geheimhaltung. Papiere wurden angefertigt, Pläne erwogen: Brauchen wir ein neues Gesetz? Das bringt nur das Ausland und die Kirche gegen uns auf. Muß der „Führer“ selber die letzte Entscheidung fällen, wie dieser „Akt der Notwehr“ vollzogen werden soll, ob freiwillig oder gewaltsam; wer es übernehmen soll, die Partei oder der Staat? Er wurde dann nicht damit behelligt, es klappte auch so.

So zum Beispiel: Der Siebzehnjährige, der als Rheinlandbastard die „typischen Merkmale“ eines Mischlings aufwies – „störrisches Wesen, Vorliebe zum Straßenleben“ –, war gerade als Schiffsjunge unterwegs. Da die Berliner Sonderkommission 3 der Gestapo über ihn verfügt hatte, er sei „unfruchtbar zu machen“,

wurde er gegen Mitternacht während seiner Fahrt auf einem Rheinkahn aufgegriffen und an seinen Heimatort geschafft. Seine Eltern stimmten dem Eingriff zu, der Chirurg schrieb am nächsten Tag der Berliner Gestapo-Kommission vertraulich: „Erfolg der Operation: sicher.“ Und so geschah es mit Hunderten, mit Jungen und Mädchen jeglichen Alters. Es war der Anfang von Auschwitz: Nach der Zwangssterilisierung kam die „Vernichtung unwerten Lebens“, kam die Vernichtung der Juden.

Im Jahr 1920 hatte der Arzt Dr. Rosenberger über die „Rheinlandbastarde“ geschrieben: „Sollen wir schweigend dulden, daß künftig an den Ufern des Rheins statt der hellen Lieder weißer, schongesichtiger, gutgewachsener, geistig hochstehender, regsamer gesunder Deutscher die krächzenden Laute grauscheckiger, niederstirniger, breitschnäuziger, plumper, halbtierischer, syphilitischer Mulatten ertönen?“ Es war, schon damals, die Sprache des Unmenschen. Aber keiner hat sie hören, keiner Furcht vor ihr bekommen wollen.

 

Die „Rheinlandbastarde“

 

Eugenik_Bastard_NS-Rassenhyg

Quelle: Wikipedia, Eugenik

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Hier noch ein paar Ausschnitte von Museen Köln.

Sterilisierung der „Rheinlandbastarde“

Im Frühjahr 1937 wurde in der Prinz-Albert-Straße, dem Sitz der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Berlin, die sogenannte „Sonderkommission 3“ gebildet, mit dem Auftrag, die Sterilisierung aller Kinder von französischen und amerikanischen Besatzungssoldaten aus der Zeit der Rheinlandbesetzung mit deutschen Frauen (den sogenannten „Rheinlandbastarden“) durchzuführen. Das Reichsministerium des Innern, das zuvor in jahrelanger systematischer Kleinarbeit und in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Wohlfahrtsverbänden wie der Deutschen Caritas e.V. recherchiert hatte, stellte dazu die nötigen Unterlagen, die jedes Kind genau erfassten, zur Verfügung. Nach Abschluss der Aktion, die streng geheim gehalten wurde, waren mehrere hundert Jugendliche zwangsweise sterilisiert. Niemand von ihnen hat bis heute eine Entschädigung erhalten. Eine Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus blieb diesen Menschen versagt.

http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0211_schwarze/aus_04_02.asp

Einführung

Seit 1989 mehren sich in Deutschland rassistische Angriffe gegen „Andersfarbige“. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Ausstellung das Schicksal von Afrikanern und anderen Schwarzen im NS-Staat. Der Blick auf die Vergangenheit legt dabei Kontinuitätslinien frei, die oft erschreckend ungebrochen in die Gegenwart führen.

Ausgangspunkt für die Ausstellung ist die Beobachtung, dass es sich bei der großen Mehrheit der „schwarzen Deutschen“ um ganz normale Leute handelte, die ihr Leben nicht anders als die meisten übrigen Menschen nach den geltenden Normen und Regeln der deutschen Gesellschaft gestalten und meistern wollten.

Diesem Entwurf stellte sich das nationalsozialistische Konstrukt des „Negers“ entgegen, das äußerliche – „rassische“ – Merkmale wie Hautfarbe, Lippen und Haarform zum Vorwand nahm, sie zu „Fremden“ abzustempeln. Sie wurden als „gefährliche Pest“ gesehen, die den durch den Nationalsozialismus neu definierten „deutschen Volkskörper“ nicht nur kulturell, sondern auch biologisch bedrohte. Die gesellschaftliche und politische Diffamierung, Verfolgung und Vernichtung von Schwarzen durch den NS-Staat erscheint so am Ende als unausweichliche Folge eines rassistischen Konstrukts.

Die Ausstellung zeigt neben historischen Dokumenten wie Flugschriften, Plakaten und Archivalien Fotografien, Bücher, Münzen, Spielzeug, Werke der bildenden Kunst, Tondokumente, Filme und Interviews mit Überlebenden – Facetten aus dem Leben der Farbigen, die sich zu einem Gesamtbild ihres Schicksals zusammenfügen. Unter verschiedenen Gesichtspunkten und auf unterschiedlichen Ebenen wird so das Leben der Schwarzen in Deutschland und ihre Rolle im nationalsozialistischen Staat dokumentiert.

http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0211_schwarze/aus_10.asp

Blut und Gene: „Verseuchung“, „Vernegerung“

Die seit den Kreuzungsversuchen des österreichischen Augustinermönchs Gregor Mendel (1822-1884) begründete Vorstellung, der zufolge „minderwertige Rassen“ bei Kreuzung mit „höherwertigen“ deren Niveau herabsetzen, war seit Beginn des 20. Jahrhunderts unter Ärzten und Anthropologen sehr verbreitet und galt noch bis mindestens Ende der dreißiger Jahre auch den meisten Genetikern in Europa und Amerika als Axiom.

Die auf dieser Grundlage behauptete Möglichkeit einer „Bastardisierung“ der „nordischen Rasse“ durch Einmischung „minderwertigen” Bluts beherrschte seit der Jahrhundertwende die wissenschaftliche Diskussion über die Rassenhygiene, an der sich nicht nur national-völkisch Interessierte, sondern auch viele Personen aus liberaleren Kreisen der deutschen Gesellschaft beteiligten.

 

Sie alle glaubten mehr oder weniger daran, dass „Rassenvermischung“ schädlich sei, und man deshalb jede Aufnahme von „Bastardblut“ verhindern müsse. Die im Zusammenhang mit dem „Kampf gegen die schwarze Schmach“ penetrant wiederholte Behauptung, dass deutsche Frauen und Mädchen in großer Zahl Opfer schwarzer Vergewaltigungstäter wurden, erscheint vor diesem Hintergrund als ein Teil der dann von den Nazis systematisch betriebenen „wissenschaftlich“ begründeten „Rassenhygiene“.

http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0211_schwarze/aus_02_04.asp

Feindbilder: „Hinter dem Schwarzen steht immer der Jude“

In der streng hierarchisch geordneten Welt der Nazis waren selbstverständlich auch ihre Feinde hierarchisch gegliedert, an der Spitze “natürlich der Jude”, der alles in seinem Interesse und meist aus dem Verborgenen lenkt. Ein häufig wiederkehrender Topos war der jüdische Drahtzieher, der sich des Schwarzen bedient, um sein “schändliches” Spiel zu betreiben.
http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0211_schwarze/aus_03_07.asp

Rheinlandbesetzung: „Die schwarze Schmach“

Die Beteiligung französischer Kolonialtruppen an der Besetzung des Rheinlandes und dann der des Ruhrgebiets nach dem Ersten Weltkrieg wurde von Teilen der nationalen Presse und einigen einflussreichen Vertretern von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft als bewusste Demütigung Deutschlands durch den französischen „Erbfeind“ angegriffen. Mit kalkulierter Empörung verwiesen sie auf die „Schmach“ , die dem „deutschen Kulturvolk“ angetan würde, indem man unzivilisierte „Wilde“, ausgestattet mit Hoheitsrechten und militärischer Macht, als Herren über Weiße setzte. Um die verbündeten Kriegsgegner zu spalten und Frankreich außenpolitisch zu isolieren, verwiesen sie grundsätzlich auf die Gefahren, die der weltweiten Vorherrschaft der „weißen Rasse“ aus solchem Vorgehen erwüchsen: Der Kolonisierte würde übermütig und wäre danach nicht länger so leicht zu lenken.

http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0211_schwarze/aus_02_03.asp

Siehe auch:

Geheim-Akte Hitler entdeckt: Die Befehle des „Führers“ zur Sterilisation von „Negerkindern“, seine geheimen Kriegsbefehle und die Vorbereitung des Millionenmords | Berliner-Kurier.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.berliner-kurier.de/geheim-akte-hitler-entdeckt–die-befehle-des–fuehrers–zur-sterilisation-von–negerkindern—seine-geheimen-kriegsbefehle-und-die-vorbereitung-des-millionenmords-21918084#plx405021479

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Hintergrund vieler Überlegungen zur „Rassenhygiene“ war die Eugenik.

Eugenik (von altgriechisch eu ‚gut‘ und genos ‚Geschlecht‘, deutsch Erbgesundheitslehre) oder Eugenetik bezeichnet seit 1883 die Anwendung theoretischer Konzepte auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern (positive Eugenik) und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern (negative Eugenik). Der britische Anthropologe Francis Galton (1822–1911) prägte den Begriff. Um 1900 entstand auch der Gegenbegriff Dysgenik, der „Lehre von der Akkumulierung und Verbreitung von mangelhaften Genen und Eigenschaften in einer Population, Rasse oder Art“ bedeutet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik

 

Das „zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ erlassene Gesetz verbot die Eheschließung sowie den außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden. Es sollte der sogenannten „Reinhaltung des deutschen Blutes“ dienen, einem zentralen Bestandteil der nationalsozialistischen Rassenideologie. Verstöße gegen das Gesetz wurden als „Rassenschande“ bezeichnet und mit Gefängnis und Zuchthaus bedroht. Die Strafandrohung für außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden richtete sich nur gegen den Mann, nicht gegen die Frau.

Diese Bestimmung wurde oft Adolf Hitler persönlich zugeschrieben. Sie zeuge von seinem Frauenbild, nach dem die Frau sexuell unmündig sei.

[…]
Die jüdischen Partner aus Mischehen wie auch die „jüdisch Versippten“, wie die „deutschblütigen“ Ehemänner aus Mischehen genannt wurden, wurden im Laufe des Krieges zu Zwangsarbeit verpflichtet und häufig in Lagern der Organisation Todt kaserniert. In Berlin wurden kurz vor Ende des Krieges auch die „arischen“ Ehefrauen entsprechend eingesetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Gesetze

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Hier mündeten die Nürnberger Rassengesetze in der NS-Ideologie. „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre.“

Die Nürnberger Rassengesetze vom 15.09.1935

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Gruß Hubert

 

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer – „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“   Leave a comment

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Vorausschicken möchte ich, dass ich kein religiöser Mensch bin. Aber was man gegen den gebürtigen kongolesischen Pfarrer in der oberbayerischen Gemeinde Zorneding betrieben hat, geht einfach nicht.
Nach rassistischen Attacken und Morddrohungen warf der Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende das Handtuch und gab seinen Rücktritt bekannt.
Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer Horst Seehofer: „Völlig inakzeptabel“

Der Rücktritt des Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende schlägt hohe Wellen. Der gebürtige Kongolese sah sich in seiner Gemeinde massiven Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt und trat am Sonntag zurück. CSU-Chef Seehofer bezeichnete die Anfeindungen gegen den Geistlichen im Gespräch mit dem BR als „völlig inakzeptabel“.

Stand: 08.03.2016

Er fühle sich jetzt erleichtert, sagte der Pfarrer am Montagmorgen und bitte um Verständnis für seinen Abschied am Ende des Monats. Vorgestern hatte Olivier Ndjimbi-Tshiende die Gemeinde im Gottesdienst über seinen Weggang aus der Pfarrei unterrichtet. Ausschlaggebend seien „die Erfahrungen der letzten Zeit.“ Die Situation sei sehr belastend für ihn gewesen. Näheres führte er nicht aus.

Ab sofort ein Pfarrer ohne Pfarrei: Olivier Ndjimbi-Tshiende

Es ist das Ende einer Eskalation – ein Musterbeispiel dafür, was Worte anrichten können. Im Oktober 2015 hatte die Zornedinger CSU-Politikerin Sylvia Boher im Parteiblatt „Zorneding Report“ gegen eine „Invasion“ afrikanischer „Militärdienstflüchtlinge“ gehetzt. Der Pfarrer – ein gebürtiger Kongolese – widersprach ihren Thesen, worauf Bohers Parteifreund Johann Haindl ihn als „Neger“ titulierte (siehe Kasten unten). In den folgenden Monaten erhielt Ndjimbi-Tshiende Schmähbriefe und massive Drohungen, bis er jetzt einen Schlussstrich zog.

Online-Petition für Pfarrer gestartet

Das Erzbistum München und Freising nahm das Abschiedsgesuch des Pfarrers mit großem Bedauern an, sagte Bistumssprecher Bernhard Kellner. „Wir bedauern das sehr und stehen an seiner Seite.“

Die Kirchengemeindemitglieder reagieren zum Teil schockiert. Der evangelische Pfarrer Manfred Groß berichtet, sein katholischer Kollege habe ihm mehrmals erzählt, dass er auch in seiner Zeit vor Zorneding immer wieder wegen seiner Hautfarbe beleidigt worden sei. Groß will im Kirchenvorstand und im Gespräch mit der politischen Gemeinde darauf dringen, ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Nun wurde eine Online-Petition gestartet, damit der Pfarrer bleibt.

„Wenn wir den Weggang des Pfarrers nun stillschweigend akzeptieren, überlassen wir kriminellen Nationalsozialisten das Feld. Wir signalisieren, dass es in Deutschland wieder so weit ist, dass eine Gruppe, die Angst verbreitet, nicht mit Gegenwehr zu rechnen hat.“

Julia Peters-Klopp

Deshalb möchte die Initiatorin der Petition, Julia Peters-Klopp, dass „unser Pfarrer bleibt – und dass die Bevölkerung aufbegehrt gegen diese Art der Machtergreifung“.

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Die „Grundstimmung am Ort“: tief gespalten

Auch Zornedings erster Bürgermeister Piet Mayr bedauert den Abschied des Pfarrers; die Vorgänge gäben „nicht die Grundstimmung am Ort wieder“. Hinter den Drohungen vermutet er „Psychopathen“. Doch die Gemeinde ist gespalten. 2014 sorgte die Unterbringung von 35 minderjährigen Flüchtlingen für Auseinandersetzungen; eine Schule, die ein Hilfsprojekt erarbeitete, wurde mit fremdenfeindlichen Mails bombardiert. Im November 2015 erteilte Mayr auf einer Versammlung Flüchtlingshelfern unter Verweis auf die Gemeindeordnung Redeverbot, wofür er lauten Beifall erhielt.

Die CSU-Spitze hatte sich heute Vormittag beharrlich zu dem Rücktritt des Pfarrers ausgeschwiegen, Generalsekretär Andreas Scheuer hatte sogar die Bitte des BR um eine Stellungnahme abgelehnt und dafür viel Kritik eingesteckt. Umso deutlicher äußerte sich Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause. Der Pfarrer sei „Opfer eines fremdenfeindlichen Mobs, der sich auch durch die nur halbherzig zurückgenommenen rassistischen Äußerungen der örtlichen CSU-Funktionäre befeuert fühlen durfte.“

Seehofer veruteilt Geschehen als „völlig inakzeptabel“

Gestern Nachmittag erklärte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer gegenüber dem BR:

„Das ist völlig inakzeptabel und ich verurteile das total. Die bayerische Polizei und Justiz muss alles daran setzen, das aufzuarbeiten. Null Toleranz ist da bei uns in Bayern der Maßstab.“

Horst Seehofer

Einen Zusammenhang mit der Rolle der CSU vor Ort wollte Seehofer allerdings nicht erkennen. „Das wurde damals von den Verantwortlichen schon aufgearbeitet.“

Scheuer und Aigner fordern harte Strafen

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat reagiert: Er sagte, dass seine Partei die Drohungen „aufs Schärfste“ verurteile, die nun „mit aller Härte des Gesetzes aufgeklärt“ werden müssten.

Auch die CSU-Bezirksvorsitzende, Staatsministerin Ilse Aigner, und der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber verurteilten mittlerweile die Umstände, die zum Rücktritt von Ndjimbi-Tshiende führten.

„Wir bedauern den Rücktritt von Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende zutiefst und verurteilen die Umstände, die dazu geführt haben, auf das Schärfste! Diejenigen, die solche Drohungen aussprechen, müssen mit aller Härte des Gesetzes verfolgt und bestraft werden. Ausländerfeindlichkeit und jede Form von Rassismus dürfen nicht toleriert werden.“

Ilse Aigner und Thomas Huber in einem schriftlichen Statement

Aigner: CSU trifft keine Schuld

Wie Parteichef Horst Seehofer stritt aber auch sie jede Verbindung zur Rolle der CSU ab:

„Wir verwahren uns aber auch gegen Unterstellungen, dass die CSU mit den Drohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende in irgendeiner Verbindung steht. Einen solchen Zusammenhang herzustellen, ist böswillig.“

Ilse Aigner und Thomas Huber in einem schriftlichen Statement

Ende eines Gastspiels

Zur Begrüßung noch freundlich: Der „Zorneding Report“ vom Dezember 2012

Wohin der Zornedinger Pfarrer jetzt wechselt, ist noch nicht bekannt. Ndjimbi-Tshiende bittet um Verständnis dafür, dass er keine weiteren Interviews geben und sich nicht mehr zu den Vorgängen äußern wolle.

Der 66-Jährige, der 1979 die Priesterweihe empfangen hat, ist habilitierter Philosoph. Seit 2009 gehört er dem Münchner Diözesanklerus an, seit 2012 ist er Pfarrer in Zorneding. Bei seiner Einführung hatte das CSU-Blatt „Zorneding Report“ noch über „das Glück“ geschrieben, „als Pfarrer an einen Ort gekommen zu sein, wo viele Gläubige noch Heimat empfinden und gestalten“. Ndjimbi-Tshiende selbst hatte seine „Vision für die Gemeinde“ in einem Vorstellungstext so formuliert:

„Die schwierigste Aufgabe des Menschen als solchem scheint wohl dies zu sein: Verstehen und verstanden werden (…) Wo Menschen sind, entstehen auch Probleme, diese sind mit der Vernunft zu lösen, Emotionen lassen eher die Lage explodieren.“

Olivier Ndjimbi-Tshiende 2012

„Nach der Vorabendmesse bist du fällig“

Die Äußerungen der CSU-Lokalpolitiker scheinen das Klima in Zorneding massiv verschlechtert zu haben. Noch im Oktober hatte Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt, er habe bisher in Zorneding keine Ausgrenzung erfahren. Danach erhielt er immer mehr Schmähpost, darunter auch massive Drohungen mit Formulierungen wie „Ab mit dir nach Auschwitz“ und „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“. In drei Fällen hat der Pfarrer Anzeige erstattet. Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

„Eine Schande“ – Reaktionen @BR24 (Forum und Facebook)

Hans Grassl

Leider ist das nicht das erste Mal, dass in Zorneding ein Pfarrer gehen musste, weil er einigen Ortshonoratioren nicht passte. Wir haben vor 27 Jahren Zorneding verlassen, weil wir das erlebt haben. Der Ungeist hat anscheinend in Zorneding einen festen Stand.

Hans-Joachim Waldheim

Für alle ach so christlichen Bayern: Der erste Mensch, und somit Adam, war ein Schwarzer.

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer – „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“

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Siehe auch:
http://www.welt.de/vermischtes/article153030131/Die-grosse-Erschuetterung-von-Zorneding.html

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„Kritik der schwarzen Vernunft“ Der kamerunische Historiker Achille Mbembe

Achille Mbembe kennt die afrikanische und die europäische Perspektive. Sein preisgekröntes Buch untersucht historische und gegenwärtige Zusammenhänge von Rassismus und Kapitalismus und die Vorgeschichte der Globalisierung.

Schon der Titel macht deutlich, das Achille Mbembe das europäische Denken mit seinen eigenen Mitteln kritisieren will. Und er verweist gleich auf einen der ganz großen Texte der Philosophiegeschichte: Die „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant. Der Aufklärer fragt darin nach den „Bedingungen der Möglichkeit“ von Erkenntnis. Und ein analoges Unterfangen, historisch und politisch gewendet sozusagen, hat Achille Mbembe angegangen: Was waren und sind die Bedingungen für den beispiellosen Siegeszug des Kapitalismus?

Das Konzept des „Negers“

Eine wichtige Voraussetzung für diesen Siegeszug sind nach Mbembe Asymmetrien von Macht und Reichtum. Und eines der Hauptthemen in Mbembes Buch ist der Zusammenhang von Kapitalismus und Rassismus: Rassistische Konzepte vom „Neger“ wurden in der frühen Neuzeit wirksam, in der sich ein Markt bildete, der alles, eben auch den Menschen, zur Ware machte. Mbembe untersucht das Fortwirken dieses Narrativs der Ausgrenzung bis in die Gegenwart. Und seine These ist, dass der geistesgeschichtliche Hintergrund dieser Entwicklung historisch nicht gegen die europäische Idee der Aufklärung arbeitete, sondern Teil von ihr war.

Achille Mbembe über …

Neger

„Auf phänomenologischer Ebene bezeichnet der Ausdruck zunächst einmal keine bedeutungstragende Realität, sondern eine Lagerstätte oder eher noch eine Kruste aus Dummheiten und Phantasmen, die der Westen (und andere Teile der Welt) zusammenbraute und mit der er Menschen afrikanischer Abstammung überzog, noch bevor sie in das Netz des im 15. und 16. Jahrhundert aufkommenden Kapitalismus gerieten. Als ein lebendiges menschliches Wesen mit bizarren Formen, von den Strahlen des Himmelsfeuers geröstet, mit einer übermäßigen Ausgelassenheit ausgestattet, von Freude überwältigt und vom Verstand verlassen, ist der Neger vor allem anderen ein – gigantischer und phantastischer – Körper, ein Glied, Organe, eine Farbe, ein Geruch, Fleisch und Blut, eine unerhörte Ansammlung von Empfindungen.“

 

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/kulturjournal/achille-mbembe-kritik-der-schwarzen-vernunft-100.html

 

Gruß Hubert