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Zuckerbrot und Peitsche: Franziskus‘ Versöhnungs-Trip   2 comments

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Was soll das scheinheilige Vorgaukeln von Verständnis für Homosexuelle vom Papst? Für die katholische Kirche ist Homosexualität Sünde und damit basta.

Aus dem nachfolgendem Kommentar von Norbert Schönecker:

„Für die Katholische Tradition, die eine gleich große Rolle spielt wie die Bibel, gilt zudem klipp und klar: Die Kirche hat homosexuelle Betätigung in ihrer Lehre immer und überall ausgeschlossen. Diese Tradition ist verbindlich.“

Der Papst (und die katholische Kirche) hält Homosexuelle ja für ganz armselige Typen. Sein gespieltes Mitleid kann er sich unter sein weißes Käppchen schmieren.

Was sollen diese nicht glaubwürdigen Entschuldigungen? Diese Masche kennt man ja schon vom verstorbenen Papst Johannes Paul II.

Hier ein Artikel der atheistischen Richard Dawkins Foundation vom 01.06.2016 – von Dennis Riehle

Papst Franziskus ist auf mich zugegangen. Nein, nicht nur auf mich. Auf alle Homosexuellen, aber auch auf die Armen, die Benachteiligten und Schwachen. Auf alle, die die katholische Kirche in ihrer Vergangenheit verletzt haben könnte.

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Da scheint es vielleicht ganz praktisch, dass man nicht ins Detail geht. Es könnte länger dauern, bis diese Liste abgearbeitet ist.

Doch was soll ich nun mit dieser Geste, mit der Handreichung? „Danke und auf Wiedersehen, Herr Pontifex!“? Irgendwie wäre mir danach, denn ich weiß nicht wirklich, wie ich mit solch einer öffentlichkeitswirksamen Schau umgehen will. Die katholische Welt steht fast Kopf, aber auch ein bisschen die Protestanten, die Orthodoxen und andere Gläubige.

Sie sind begeistert von diesem Schritt, den Franziskus gegangen ist. So emotional, so leidenschaftlich, so selbstlos. Und dann auch noch solch eine Barmherzigkeit, solch eine Gnade!

Ja, genau das ist das Problem. Wieder werde ich den Gedanken nicht los, dass dort ein älterer Mann vor mir steht und dem kleinen, hilflosen und in seiner persönlichen Entwicklung so entglittenen, schwulen Ungläubigen nochmals deutlich macht, wie arm dran er doch ist und dass man über all seine Sünde hinwegsehen könne – denn dieser, der Schöpfungsgeschichte entflohene und verlorene Sohn kann ja eigentlich nichts für seine Situation, er will eigentlich nur spielen, seinen Schnuller zurück und möglichst bald wieder Sex.

Eine Bitte um Verzeihung sieht für mich anders aus. Denn sie ist mit Glaubwürdigkeit verbunden. Mit dem Zugeständnis, dass das, was passiert ist, eben nicht noch einmal vorkommen wird. Bei Franziskus dagegen, da will ich es nicht wahrhaben. Mir scheinen seine ständigen Vorstöße des Samariters wie ein Locken und Reizen mit Zuckerbrot und Peitsche. Eine Entschuldigung, damit die Menschheit jubelt – und dann die Einschränkung, dass man an den Normen eigentlich nichts ändern wolle. Der Schwule, die Lesbe, sie bleiben also irgendwie die Schmuddelkinder, nicht nur der katholischen Kirche.

Es ist eine geschickte PR, die Franziskus da fährt. Er erweckt den Anschein, dass auch Rom die Menschenwürde schätzt und die Homosexuellen entsprechend als Geschöpfe des Herrn respektiert. Ob damit aber ebenso gleiche Rechte verbunden sind, Toleranz und Akzeptanz, damit tut sich nicht nur der Papst schwer. Denn über die konservative Exegese der Heiligen Schrift kann auch er nicht hinwegsehen – und betrachte ich den ehemaligen Erzbischof auf alten Videos, dann wollte er schon damals nicht an der Überzeugung rütteln, wonach Schwule und Lesben per se in der Abkehr von Gottes Wort leben.

Wer um Vergebung bittet, der sollte auch etwas dafür anbieten. Und es ist sicher nicht der herunterschauende Blick des Mitleids, der überzeugt. Es wäre die bedingungslose Annahme, die Jesus eigentlich auch formuliert. Doch Franziskus, aber ebenso viele deutsche Würdenträger, schaffen es nicht, ohne sich noch eine kleine Hintertür offen zu lassen. Erst, wenn sie mit der Gutheißung eines jeden Menschen auch die Freiheit verbinden, die Verantwortung für das – meinetwegen auch gläubig geführte – Privatleben des Einzelnen ohne dogmatische Vorgabe in die Hand des Gegenübers zu legen und gerade dann noch zu ermutigen: „Du sollst ein Segen sein!“ (1. Mose 12,2), könnte das was mit Versöhnung werden. Bis es aber so weit kommt, brauche ich wohl wirklich noch ein Leben nach dem Tod…

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Zuckerbrot und Peitsche: Franziskus‘ Versöhnungs-Trip

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Hier noch ein gutes Video von Harald Lesch, den ich sehr schätze.

GOTT – gibt es ihn? Harald Lesch – Übrigens…zur „Gottesformel“

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Gruß Hubert

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Wenn ein Papst sich „Franziskus“ nennt   Leave a comment

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Der hl. Franziskus wird ja von der katholischen Kirche gerne als Feigenblatt hergenommen, wenn es am Welttierschutztag am 4. Oktober um Tiere geht.

„An diesem Tag gedenkt man des Heiligen Franz von Assisi (Namenstag), der am Abend des 3. Oktober 1226 gestorben ist (nach damaligem römisch-antikem Verständnis zählte die Zeit nach Sonnenuntergang bereits zum darauf folgenden Tag; daher zum 4. Oktober) und der als Gründer des Franziskanerordens unter anderem wegen seiner Tierpredigten berühmt und volkstümlich wurde.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Welttierschutztag

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Franziskus predigt zu den Vögeln (Darstellung einer Legende aus den Fioretti von Giotto di Bondone, um 1295) (Bild von Wikipedia)

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Der derzeitige Papst hat noch nichts getan für Tiere und ich sage auch voraus, dass er im Zukunft nichts für die Tiere tun wird. Denn „In der Kirche haben Tiere keinen Platz“, hieß es aus dem Vatikan. Der Name Franziskus im Namen des Papstes ist eine Täuschung.

Heute sprechen viele ja von Lügenpresse, aber ich kenne keine andere Organisation die so viel lügt (und heuchelt) wie die katholische Kirche. Welchen Stellenwert der heilige Franziskus hat zeigt der folgende Ausschnitt bei theologe.de

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Wie Franz von Assisi für die Inquisition missbraucht wurde

Da die Katharer oder Albigenser in der Bevölkerung sehr beliebt waren und viele Menschen erkannten, dass man dort im Gegensatz zur Kirche vielfach nach urchristlichen Idealen lebte, versuchten Papst und Kardinäle, eine ähnliche Bewegung auch innerhalb der Kirche anzusiedeln. Und genau dafür hatte man nun Franz von Assisi gebraucht, der Papst Innozenz III. gebeten hatte, schlicht und unbehelligt nach dem Evangelium leben zu dürfen.

Eigentlich wäre auch Franziskus aufgrund seiner Überzeugungen und Taten ein Fall für die Inquisition gewesen. Innozenz III. hatte ihn jedoch verschont und gewähren lassen, weil es seine Strategie war, mithilfe der Ideale von Franziskus eine kirchliche Alternative zu den bescheidenen und friedliebenden Bewegungen der Katharer, Waldenser und Mystiker des freien Geistes aufzubauen. Den Anstoß dafür erhielt der mörderischen Papst offenbar in einem Traum, in dem er sah, wie Franziskus angeblich die Kirche vor dem Einsturz und Untergang retten könne, indem er sie stützt und hält (siehe Gemälde von Giotto di Bondone) 

So machte die Kirche aus der Gemeinschaft des Franziskus kurz vor dessen Tod gegen seinen Willen einen streng kirchlich geregelten Mönchsorden. Franz von Assisi wollte jedoch überhaupt keinen Orden gründen, sondern er wünschte eine freie Bewegung von Gleichberechtigten und Gleichgesinnten. Auch wehrte er sich, solange er noch dazu in der Lage war, gegen alle Versuche, seine ursprünglichen Ideale zu verändern. Doch wurden ihm immer mehr Kompromisse aufgenötigt. Noch in seinem Testament verpflichtete Franz von Assisi den Orden aber ausdrücklich auf das von ihm in Worte verfasste Ideal der Armut und er erklärte dieses Testament für verbindlich.

Heiligsprechung von Franz und Verfolgung seiner Anhänger

Für die Vatikankirche war sein Testament aber nicht viel mehr als ein frommer Wunsch. Zwar trieb Papst Gregor IX. die Vereinnahmung durch die „Heiligsprechung“ von Franziskus im Jahr 1228 noch weiter voran, nur zwei Jahre nach seinem Tod. Doch bereits zwei weitere Jahre später annullierte derselbe Papst die von Franz von Assisi geforderte Verbindlichkeit seines Testaments für den neuen Orden. „Nach Kopien des Testaments wurde geforscht und wo sie gefunden wurden, wurden sie vernichtet.“ (Arno Widmann, Frankfurter Rundschau, 16./17.11.2013)
Sehr viele der jungen Nachfolger des Franz von Assisi, die so genannten „Franziskaner-Spiritualen“, waren damit aber nicht einverstanden. Die Folge: Nachfolger Jesu, die wirklich so leben wollten wie es Franz von Assisi ihnen vorlebte, wurden immer mehr innerkirchlich angefeindet.

Im Jahr 1302 erließ Papst Bonifatius VIII. (+1303) die Bulle Unam sanctam, um den totalitären Herrschaftsanspruch des katholischen Pontifex maximus über die ganze Erde zu zementieren. Die Bulle gipfelt in dem Satz „Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir.“ Dieser Lehrsatz ist in der Dogmen- und Lehrsatzsammlung von Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche (Regensburg 1992) unter der Randnummer 430 bis heute als „unfehlbare“ Glaubensvorschrift der römisch-katholischen Kirche markiert.

Mit dieser Unterwerfungsforderung ging die römisch-katholische Kirche kurz nach der Ermordung der letzten Katharer im Jahr 1310 nun auch gegen diejenigen Franziskaner in den eigenen Reihen vor, die sich nicht bedingungslos dem Papst in Rom unterwerfen wollten. Im Jahr 1317 wiederholte Papst Johannes XXII. (+1334) diese Forderung noch einmal ausdrücklich. Wer jetzt nicht bedingungslos gehorchte, wurde nun exkommuniziert, in schlimme Kerkerhaft genommen und gefoltert. „Hunderte“ Franziskaner wurden auf den Scheiterhaufen der Inquisition verbrannt (J. R. Grigulevic, Ketzer-Hexen-Inquistioren, Freiburg 1995, S. 166), weitere wurden vertrieben. Auch das Testament von Franziskus von Assisi wurde teilweise sogar öffentlich verbrannt. Im Jahr 1323 legte Papst Johannes XXII. dann in einer päpstlichen Konstitution fest, dass die Lehre des Franz von Assisi, dass Christus und die Apostel kein Eigentum besessen hätten, eine „Entstellung“ der Evangelien sei und damit „Ketzerei“.

Wenn ein Papst sich „Franziskus“ nennt

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Gruß Hubert

Der ach so viel gelobte Papst Franziskus   Leave a comment

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Vieles was der neue Papst aus Argentinien macht und sagt beruht auf Täuschung und Tarnung. Nichts Wesentliches hat sich verändert. Ob er sich mit einem kleineren oder größeren Auto kutschieren lässt, wer hat was davon? Viel mehr interessiert mich was er in Argentinien in der Zeit der Diktatur gemacht hat – und da bleiben große, sehr große Zweifel. Wenn man genauer dahinter schaut, bleibt überhaupt nichst übrig davon, dass dieser Papst Bewunderung verdienen würde. Nicht vergessen darf man auch, dass der Papst Jesuit ist – und denen kann man fast alles zutrauen. Von ihnen stammt ja auch der Spruch: Der Zweck heiligt die Mittel.

Aus theloge.de

Argentinische Bischöfe geben Ratschläge zum Töten

An dieser Stelle ist ein Blick auf die Rolle der Kirche während der argentinischen Militärdiktatur von 1976-1983 hilfreich. In jener Zeit war Jorge Mario Bergoglio Jesuitenführer Argentiniens und damit einer der führenden katholischen Würdenträger im Land. Heute sieht sich der Papst deshalb mit dem Vorwurf konfrontiert, mit der Junta paktiert zu haben oder zumindest von vielen Verbrechen gewusst oder sie gar gebilligt zu haben.

So hatten hohe katholische Würdenträger während der Diktatur in Argentinien keine Skrupel, dem Regime auch bestimmte Arten der Todesstrafe zu empfehlen.
Der Menschenrechtler Esteban Cuya erklärt: „Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie sie übers Meer – Todesflug.“ (Glaubensfragen: Halbherzige Reue – Argentiniens Kirche und die ungesühnten Opfer der Militärdiktatur, SWR 2, 14.6.2001)

Nach Zeugenaussagen haben Priester den Todespiloten anschließend die Beichte abgenommen, und Priester waren auch bei Folterungen und Verhören beteiligt.
Der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den Mördern darüber hinaus eine Art Generalabsolution, indem er in einer öffentlichen Rede vor Generälen sagte: „Das Militär ist gereinigt im Jordan voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen.“ (zit. nach argentinien-nachrichten.blogspot.de, 14.10.2007)
Unter den Opfern, die bei lebendigem Leib ins Meer geworfen wurde, waren auch Mütter, die kurz zuvor ein Baby zur Welt gebracht hatten. (spiegel.de, 6.7.2012) Die Babys wurden zuvor an Anhänger der Diktatur, vermutlich überwiegend „fromme“ Katholiken, zur „richtigen“ Erziehung übergeben.

Papst Bergoglio und der Pakt der argentinischen Kirche mit der Diktatur

Die Verwicklung von Papst Jorge Bergoglio in diese Diktatur könnte auch der Grund gewesen sein, dass er im Jahr 2005 zunächst noch nicht Papst wurde. Mittlerweile steht vielfach Aussage gegen Aussage. Unbestritten ist Medienberichten zufolge, dass im Mai 1976, zwei Monate nach der Machtübernahme der Militärs, der damalige Jesuitenprovinzial von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, zwei seiner Jesuitenpatres, die in einem Armenviertel arbeiteten, zur Rede stellte bzw. warnte.

Als sie sich weigerten, ihre Arbeit in Anlehnung an die Befreiungstheologie für die Armen aufzugeben, wurden sie aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen. Dadurch waren sie sozusagen vogelfrei, und sie wurden prompt von den Putschisten entführt und gefoltert und erst fünf Monate später auf einem Feld außerhalb der Stadt halbnackt und betäubt wieder gefunden. Die beiden Entführungsopfer sagten später aus, Bergoglio habe den Militärs selbst mitgeteilt, dass sie nicht mehr unter dem Schutz des Ordens stünden, habe sie also denunziert. Bergoglio hingegen bestreitet dies und sagt, er habe durch Gespräche hinter den Kulissen die Freilassung der beiden erreicht.

Es geht aber nicht allein um diesen Vorfall, der, wie gesagt, nicht restlos geklärt ist. Es geht auch nicht allein um die Person des damaligen Jesuitenprovinzials Jorge Bergoglio, sondern es kommt hier die ganze Verwicklung der Kirche in die Militärdiktatur wieder ans Licht, die bis heute nicht aufgearbeitet ist. Die argentinische Kirchenspitze hat 1976 in einem Gespräch mit den Juntachefs den Putsch selbst abgesegnet und auf diese Weise zumindest in Kauf genommen, dass bis zu 30.000 Menschen verschwunden sind, gefoltert und ermordet wurden.

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An der Glaubwürdigkeit der Entlastung kann aber aus gutem Grund gezweifelt werden. So hat der „heilig“ gesprochene Ordensgründer Ignatius von Loyola in die Ordensregel der Jesuiten hinein geschrieben, „dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich … mittels des Oberen führen und leiten lassen muss, als sei er ein toter Körper (cuerpo muerto), der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt.“ (zit. nach Peter C. Hartmann, Die Jesuiten, München 2001, S. 21)

Man nennt dies auch „Kadavergehorsam“. Und dass dieser Gehorsam auch die Wahrheitsfindung betrifft, geht aus folgendem Bekenntnis hervor, das den Jesuiten von ihrem Gründer Ignatius von Loyola abverlangt wird: „Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so definiert.“ (Ignatius von Loyola, Die Exerzitien, übertragen von Hans Urs von Balthasar, Einsiedeln 1962, Nr. 365)
Dies wirft natürlich kein gutes Licht auf die heutige Aussage des einst entführten Jesuitenpaters, der – anders als früher – den damaligen Jesuitenführer Jorge Mario Bergoglio heute entlastet, denn sein Ordensgründer hatte ihm ja befohlen: „Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so definiert.“

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Der Papst, die Jesuiten und der gesunde Menschenverstand

Die Worte des Ordensgründers Ignatius von Loyola gelten bis heute als Basis der Jesuiten. Und dass solch ein absoluter und rücksichtsloser Gehorsam nicht nur Vergangenheit ist, zeigte sich auch in einer Begebenheit aus dem Jahr 1965. Papst Paul VI. hatte den damaligen Jesuitengeneral aufgefordert, demonstrativ vor ihm niederzuknien und sich in dieser Haltung zusammen mit ihm fotografieren zu lassen, um damit die bedingungslose Unterwerfung der Jesuiten unter den Papst in Rom auch optisch in Szene zu setzen. (Der Spiegel Nr. 44/1965 vom 27.10.1965)

Das alles ist der krasseste Gegensatz zu demokratischen Prinzipien, der nur denkbar ist. Und es zeigt auch auf: Diese Form von Religion und speziell die Weise, wie dies Jesuiten, zu denen auch Papst Bergoglio gehört, noch verschärfen, passt überhaupt nicht zu demokratischen Rechtsstaaten.

Dass die Kirche und speziell die Jesuiten nicht demokratisch sind, ist ja auch kein Geheimnis. Aber was kann dies im Einzelfall alles bedeuten? Dass beispielsweise das „Weiße“ in „Schwarz“ umdefiniert werden müsse, wenn die Kirchenführer das verlangen, kann man doch als Wahrheitssucher nicht einfach so akzeptieren. Und dann soll man auch noch einverstanden sein, dass diese Religion von demokratischen Staaten mit Milliardensubventionen finanziert wird? Hier müssten doch alle Menschen mit Gewissen und Verstand ihre Stimme erheben und protestieren, wenn sie solches hören. Und genau davor hat Papst Bergoglio offenbar auch Angst, wenn er öffentlich betet: „Herr, befreie uns vor der Versuchung des gesunden Menschenverstands.“ (radiovaticana.va, 20.4.2013; siehe dazu die Pressemitteilung der Freien Christen)

[…]

Papst Bergoglio verharmlost Grauen der Kreuzzüge

Denn da immer mehr Bürger ihren gesunden Menschenverstand einsetzen, merken sie auch: Die katholische Kirche erzieht die Menschen geradezu im Gegensatz zu demokratischen Werten, und von daher ist der Pakt des Katholizismus mit Diktaturen folgerichtig: ob es nun in Argentinien von 1976-1983 war oder ab 1973 mit der Diktatur in Chile. Oder man denke an weitere Bündnisse der Kirche im 20. Jahrhundert; an den Pakt der Kirche mit Diktator Franco in Spanien oder mit Diktator Mussolini in Italien, an Kroatien und den Pakt mit der Ustascha-Diktatur oder an die Slowakei und den Pakt mit dem Diktator und Priester Tiso.
Oder man macht sich noch einmal bewusst, wie sich der Vatikan mit Hitler-Deutschland arrangierte zum vielfachen Vorteil der Kirche und wie er 1933 durch Abschluss des Konkordats Nazi-Deutschland zur internationalen Anerkennung verhalf.

Und geht man in der Geschichte weiter zurück, so war es die Kirche vielfach selbst, die hinter grausamen Diktaturen und Gewaltherrschern stand oder diese unmittelbar beauftragte, zum Beispiel durch Kreuzzüge. Dies alles wird dann von heutigen Kirchenführern wie Papst Bergoglio herunter gespielt.

In einem seiner Bücher schreibt der spätere Papst Bergoglio dazu: „Als die Katholiken … Konstantinopel plünderten und zerstörten – wie lässt sich das theologisch erklären? Es ist eine große Sünde, aber kulturell dachte man es damals so … Wir können die Geschichte nicht vom Standpunkt eines ethischen Puristen her analysieren. Die Geschichte war immer so.“ (zit. nach Frankfurter Rundschau, 15.3.2013)
Damit verrät der Papst im Grunde seine Gedankenwelt. Er wendet weder den Maßstab des Franziskus noch den des Jesus von Nazareth an, sondern erklärt jegliche Gewalt nur aus ihrer Zeit heraus. Doch wer hat diese Zeit geprägt? Das war doch jeweils die Kirche!
In dieser Gedankenwelt von Papst Bergoglio ist Jesus von Nazareth, der große Weisheitslehrer, der die Gewaltlosigkeit vorlebte, nichts als ein weltfremder „ethischer Purist“.

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Der ach so viel gelobte Papst Franziskus

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Und hier noch etwas zum „Wir sind Papst“ Ratzinger.

 

Die Zeit dieser Irreführungen und Angstmache neigt sich jedoch mehr und mehr dem Ende zu. Die Menschen haben genug von der Jahrhunderte alten und ebenso furchtbaren wie falschen Drohbotschaft der Kirche. Und sie glauben auch nicht mehr, dass die Kirche auf der Seite von Gott und Christus stünde, während alle anderen falsch liegen sollen.
Dieser positiven Entwicklung versuchte Joseph Ratzinger in seiner Zeit als Papst noch einmal entgegen zu wirken, so auch 2011 in Deutschland, als er predigte: Die römisch-katholische Kirche erscheine zwar „nur mehr als eine der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft, sie sei aber in Wirklichkeit „universales Heilssakrament.


Dazu lautet gleichbedeutend ein verbindlicher Lehrsatz aus dem offiziellen katholischen Lehrwerk Der Glaube der Kirche:
So verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen.“
So der katholische Lehrsatz. Nun beinhaltet jede äußere Religion weniger Gutes bzw. Böses, aber auch positive Ansätze für eine ethisches Leben. Wenn nun Menschen das Positive in allen Religionen als gleichwertig betrachten würden, ist das aus römisch-katholischer Sicht verabscheuungswürdig und verwerflich.
Diese Lehre steckt also in Wahrheit hinter vielen Andeutungen des Papstes, die er im Laufe seiner Amtszeit machte und die man beim ersten Hinhören oft nicht genau verstand.

Etwa, wenn er vor der Gefahr des „Individualismus“ oder „Relativismus“ warnte. In Wirklichkeit griff er damit Errungenschaften der Demokratie wie Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit an. Und letztlich stemmte sich der vorletzte Papst mit seiner Kritik noch einmal dagegen, dass jeder Mensch selbst Gotteserfahrungen machen kann, und zwar ohne Vermittlung der Kirche und ihrer Priester. Denn der Papst befürchtet zurecht den Untergang seiner Kirche, wenn immer mehr Menschen erkennen, dass sie die Kirche überhaupt nicht brauchen und wenn sie erfahren, dass deren Dogmen- und Zeremoniengebäude ihre Gottsuche bislang sogar massiv behinderte.
Der
ehemalige katholische Dogmatikprofessor Horst Hermann erklärt dazu: Der Papst bleibe
„ein Geisterfahrer, der … unbelehrbar“ auf seiner Spur fahre „und für den zigmillionen Andersdenkende im Irrtum sind.“ (http://hpd.de/node/11999)

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http://www.theologe.de/nachruf.htm

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Gruß Hubert

Die Kirche und ihre Barmherzigkeit und Nächstenliebe   Leave a comment

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Ich muss in ein schallendes Gelächter ausbrechen, wenn ich höre Kirche und ihre Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Für die Tiere ganz sicher nicht. Da können Menschen bzw. Monster, Bestien, mit den Tieren machen was sie wollen. Die Kirche ficht das nicht an. Aber sie hat auch keine Barmherzigkeit und Nächstenliebe bei Menschen, siehe Abtreibung und Sterbehilfe, lange war sie auch gegen Leiden mindernde Schmerzmittel, wie Opiate. Die Empfängnisverhütung mit praktikablen Methoden ist auch immer noch verboten. Aber es hält sich ja kein Katholik daran, und wenn, dann hat er/sie einen Dachschaden.

Ich mache mir jedenfalls nicht die geringste Hoffnung, dass sie Kirche zum Tierleid noch Stellung nimmt, geschweige dass sie Ermahnungen ausspricht.

Hier ein Beitrag zu dieser Thematik von Daniela Böhm.

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“Die Kirche spricht von Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Aber wie kann sie davon sprechen und einen großen Teil der Schöpfung – nämlich die Tiere – nicht mit einbeziehen?Der Katechismus sagt, dass der Mensch über all den Tieren steht und sie sich zunutze machen darf. Aber das passt wiederum nicht mit dem Gebot “Du sollst nicht töten” zusammen.

Papst Franziskus hat in seiner Antrittsrede und der Laudatio Si schon die ersten richtigen Ansätze gemacht, aber eine ausdrückliche Stellungnahme der Kirche, um das Tierleid wirklich zu beenden, fehlt leider noch immer.

Wir müssen einfach das immense Leid der Tiere stoppen. Nicht nur in der Tierhaltung, dem Töten von Tieren für den Fleischkonsum und die Leder- und Pelzindustrie und so vielem Leid mehr – auch bei den Tierversuchen. Es ist schon wissenschaftlich erwiesen, das Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar sind.

Ich kann dieses Leid der Tiere einfach nicht ertragen. Und durch die Mahnwachen am Schlachthof oder diese Demonstration hier versuchen wir so viel Aufmerksamkeit wie möglich dafür zu bekommen. Für die Rechte der Tiere, die mir sehr am Herzen liegen.

Ich selber lebe seit meinem 15. Lebensjahr vegetarisch und nun seit sieben Jahren vegan und ich erfreue mich bester Gesundheit. Ich will niemanden verurteilen. Es ist aber die gesündeste Ernährungsform. Der ethische Aspekt davon steht für mich aber ganz klar an erstere Stelle.”

Daniela Böhm ist Tierschutzaktivistin und freie Autorin. Sie hat letztes Wochenende nicht nur den “Die In” vor der St. Michaelskirche organisiert, sondern steht auch hinter den immer wieder abgehaltenen Mahnwachen vor dem Schlachthof.

Mehr zu Daniela Böhm auf ihrer Website: www.danielaböhm.com

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Die Kirche und ihre Barmherzigkeit und Nächstenliebe

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Gruß Hubert

 

Neuer Kardinal wirbt offen für Homo-„Heilung“   Leave a comment

 

Es ist schon seltsam dass es immer noch Kreise gibt, die behaupten Homosexualität wäre eine Krankheit und somit heilbar. Die kath. Kirche glaubt das ja schon seit Urzeiten, wie sie ja auch anderen Unsinn für immer glauben wird (z.B. an die Jungfrau Maria, und und…) Seltsam sind auch die Allianzen, in der sich die Kirchen bei der Homophobie befinden. Dass vom neuen Papst keine große Reformen zu erwarten sind, sieht man auch an der Ernennung des neuen konservativen Kardinals Fernando Aguilar. Man tut so als ob Homosexualität eine „psychische Verirrung“ wäre. Spätesten seit den 60-er 70-er Jahren ist wissenschaftlicher Kenntnisstand, dass diese Orientierung angeboren ist. Glauben die Anhänger der Theorie, dass Homosexualität eine (psychische) Krankheit wäre…, dass die Homosexuellen sich das aussuchen und sich hartnäckig und uneinsichtig einer „Heilung“ widersetzen?? Wenn der neue Kardinal glaubt, dass Homosexualität eine Krankheit wie Bluthochdruck sei, dann ist er nicht ganz dicht – und alle anderen die solchen Quatsch glauben.
Der zentrale Punkt um der es den Kirchen bei der Sexualität geht ist die Fortpflanzung. Schließlich ist ihre Macht ja viele Mitglieder zu haben. Ein bisschen Lustgefühl duldet sie gerade noch – aber da ist man schon nahe an der Sündhaftigkeit. Aber geht ja leider (für die Kirche) nicht anders. Ein nicht tolerierbarer Punkt ist auch, dass man Homosexuelle von mancher Seite auch gerne in die Nähe von Pädophilen rückt.

Wie wäre es denn Herr Kardinal, wenn man bei der kath. Kirche mit der „Heilung“ der vielen Homosexuellen in ihren Reihen anfinge?! Da würde es dann ein ganzes Heer von Psychologen brauchen.

Ich kann diese Homophobie nicht ganz nachvollziehen, denn diese „anders gepolten“ Menschen tun den Heteros ja nichts und nehmen ihnen nichts weg. Man fragt ja Heteros auch nicht welche sexuelle Praktiken sie anwenden (stimmt nicht ganz – außer die kath. Kirche bei Ledigen, wenn jemand so idiotisch ist und zur Beichte geht). Wie man weiß gibt es auch bei Heteros Analverkehr. Was zwei in ihrem Schlafzimmer oder sonstwo machen ist ausschließlich ihre Sache. Und dass sie sich nicht fortpflanzen können verträgt die Gesellschaft gut. Es gibt ja genug andere die das tun können oder könnten. Es liegt auch an der Politik ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen, zum Beispiel angemessene Löhne oder genügend Kitas, um nur zwei Felder zu nennen.

Hier ein Artikel von queer.de

Katholische Kirche

Neuer Kardinal wirbt offen für Homo-„Heilung“

Artikelbild
Fernando Aguilar: Homosexualität ist eine Krankheit wie Bluthochdruck

Ein von Papst Franziskus gerade zum Kardinal beförderter Geistlicher wirft Homosexuellen ihre „fehlerhafte“ Sexualität vor und fordert sie auf, sich behandeln zu lassen und heterosexuell zu werden.

Der spanische Ex-Erzbischof Fernando Aguilar hat in einem Interview mit der Lokalzeitung „Sur“ erklärt, dass Homosexualität keine akzeptable sexuelle Orientierung sei, sondern „geheilt“ werden solle.
Pikant: Papst Franziskus hatte erst vor gut einer Woche die Ernennung von Aguilar in den Kardinalsstand angekündigt, die Ende Februar vollzogen werden soll. Aguilar war von 1993 bis 2007 Erzbischof von Pamplona.

Im Interview erklärte der 84-Jährige: „Viele Menschen beschweren sich [über ihre Homosexualität] und tolerieren sie nicht. Ich sage mit allem Respekt, dass Homosexualität eine fehlerhafte Erscheinungsform der Sexualität ist“. Schließlich, so der katholische Würdenträger, sei die einzige wichtige Funktion der Sexualität die Fortpflanzung. Mit dieser Aussage wolle er Schwule und Lesben nicht beleidigen, so Aguilar weiter, schließlich habe er selbst auch viele „Unzulänglichkeiten“ wie seinen hohen Blutdruck.
„Es ist keine Beleidigung, wenn ich auf die Fehlerhaftigkeit von Homosexualität hinweise, sondern hilfreich. In vielen Fällen kann man sich von Homosexualität erholen und sich normalisieren, wenn man die richtige Behandlung erhält“.

(Hubert, Einige Bemerkungen dazu: der alte … (ginge es vielleicht nicht noch ein bisschen älter für die Ernennung zum Kardinal, zum Beispiel 90 Jahre, statt „nur“ 84) meint, dass die Fortpflanzung die einzige wichtige Funktion der Sexualität wäre. Da zieht er wohl ganz wichtige psychologische Elemente außer Betracht – aber dieses sexfeindliche Argument kennt man ja von der Kirche.
Aber die Spitze der Dummheit ist es, wenn er behauptet dass Homosexualität eine Krankheit sei, die man heilen könnte. Welche Pillen gäbe es denn da nach Aguilar? Er stellt das ja als organisches Leiden hin wie Bluthochdruck. Oder stellt der Vatikan diese Wunderpille her um Homos auf das „richtige“ Ufer zu ziehen?)

 

Aguilar: Papst ist meiner Meinung

Aguilar deutete ferner an, dass er in dieser Frage mit dem Papst einer Meinung sei. Er wurde etwa auf die homofreundlichen Äußerungen des Papstes angesprochen, der im vergangenen Jahr gesagt hatte: „Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?“ (queer.de berichtete) (Papst nennt Schwule „unsere [warmen?] Brüder“. Laut Aguilar seien diese missverstanden worden).
Franziskus habe „Respekt“ für alle Menschen, das ändere aber nichts daran, dass homosexuelle Praxis moralisch nicht gerechtfertigt werden könne.

LGBT-Gruppen verurteilten die Äußerungen des zukünftigen Kardinals. Die Organisation Colegas stellte Strafanzeige gegen den katholischen Würdenträger, weil er gegen Antidiskriminierungsrichtlinien verstoßen habe. „Diese Aussagen gefährden das Wohlergehen tausender homosexueller Teenager, die bereits jetzt unter massivem homophoben Mobbing zu leiden haben“, erklärte die Gruppe in einer Pressemitteilung.

Die Heilung von Homosexualität wird von allen etablierten Psychologenverbänden als Stigmatisierung einer Minderheit abgelehnt. Der Weltärztebund hat Homosexualität erst im vergangenen Jahr in einer Erklärung als „natürliche Variation menschlicher Sexualität ohne direkt daraus resultierende schädliche Auswirkungen“ beschrieben.

Schädlich für Schwule und Lesben seien lediglich „direkte und indirekte Diskriminierung, Stigmatisierung [und] die Ablehnung durch nahestehende Menschen und Mobbing“ (queer.de berichtete). (dk)

http://www.queer.de/detail.php?article_id=20859

Gruß Hubert

Franziskus – „Papst der Armen“?   Leave a comment

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Wenn man den Papst Franziskus genauer durchleuchtet, bekommt er gewaltige Kratzer ab. Auch seine Haltung während der Militär-Junta in Argentinien war sehr umstritten, wie des gesamten höheren Klerus. Einen Papst der Armen wird es in der katholischen Kirche nie geben. Keiner wird den immensen Reichtum der Kirche verteilen.

Die Reichen milde tadelnd, den Armen fromme Hoffnungen machend

Hier ein Artikel aus der „miz“.

Auszug.

Überlegungen zu kirchlichen und außerkirchlichen Hintergründen einer Papstwahl

von Gabriele Röwer

Am 13. März 2013 wurde Jorge Mario Bergoglio (geb. 1936) zum Papst gewählt – gewiss nicht zufällig, wie zu zeigen ist, der erste „Franziskus“ in diesem Amt, der erste Lateinamerikaner italienischer Abstammung), der erste Jesuit auch.

Eingetreten bereits 1958 in diesen größten Männerorden der Welt mit den Idealen eines Bettelordens, der über ein Milliardenimperium mit etlichen Aktienpaketen multinationaler Konzerne verfügt und in dem ein Gelübde zudem das Anstreben hoher Ämter verbietet, wirkte er von 1973 bis 1979 als Provinzial der argentinischen Provinz. Priester seit 1969, Rektor an der Theologischen Fakultät San Miguel von 1980-1986, wurde Bergoglio von Johannes Paul II. (dem Polen Wojtyla) 1992 zum Weihbischof in Buenos Aires, 2001 zum Kardinalpriester ernannt, stets, auch nach der überraschenden Wahl des zuvor weithin Unbekannten zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, eine arme Kirche für die Armen propagierend. Doch war diese Wahl, genau besehen, wirklich „überraschend“? War sie, ob mit, ob ohne Wissen des Gewählten, vielleicht von langer Hand vorbereitet, weil sie ins Konzept gewisser weltlicher und geistlicher Potentaten passte, ihren Interessen nützlich war, wie einst, cum grano salis, jenen des Innozenz III. gegenüber Franz von Assisi? Dem soll hier in der gebotenen Kürze nachgegangen werden.

Eine Charmeoffensive ohnegleichen

Bei den meisten Kommentatoren wie auch in Büchern über ihn dominieren die bekannten Schilderungen seiner Bescheidenheit, Unkonventionalität, der Hilfe des „papa argentino“ für die Ärmsten der Armen schon in den Slums von Buenos Aires, getreu dem Vorbild seines Namensgebers – von aller Welt bestaunt und begeistert begrüßt.

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Längst rühmt man Franziskus als „Papst der Herzen“. Seiner „egozentrischen“ Kirche die Leviten lesend, fordert er sie auf, wie jüngst am Weltjugendtag in Rio de Janeiro, in naiver und demütiger Frömmigkeit aus sich herauszugehen und die Botschaft Jesu glaubhaft zu verbreiten bei „den Ärmsten, Schwächsten und Geringsten“, den Chancenlosen gerade auch in den Randbezirken der Gesellschaft. Vorläufiger Höhepunkt der die Herzen der Massen seit Monaten ergreifenden „Charme-Offensive“ fast ohnegleichen, von den Medien bestvermarktet: seine Begegnung mit Flüchtlingen auf Lampedusa, wie so oft nun schon unter Umgehung des vatikanischen Apparats und jeglicher Obrigkeiten. Vor etwa 10.000 Migranten und Inselbewohnern rief er auf dieser ersten, daher besonders symbolträchtigen Reise seines Pontifikats zu mehr Solidarität mit den verzweifelt Hilfesuchenden auf und zur Abkehr von einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“, voran in den Wohlstandsländern.

Ein Kommentator fragte indes, was Franziskus hindere, „die Milliarden, die die katholische Kirche gebunkert [habe], in die Hand zu nehmen, um den Flüchtlingen zu helfen“, ein anderer, was ihn hindere, die Tore des Vatikans für die Schutzsuchenden zu öffnen. Über den Milliarden-Reichtum dieser Kirche u.a. an Gold, Firmenbeteiligungen, Immobilien und Landbesitz, zumal in den überwiegend katholischen Ländern Lateinamerikas, seit Jahrhunderten vor allem gewonnen durch Schröpfung und Schindung der Massen, gibt es inzwischen etliche Studien, auch Deschner äußerte sich, wie der Politologe Carsten Frerk und andere Autoren, mehrfach hierzu.

Die Verelendung der Massen in Lateinamerika, wo fast die Hälfte der über eine Milliarde Katholiken weltweit lebt – in Argentinien, dem Herkunftsland des neuen Papstes, sind es gar 95% –, ihre seit Jahrhunderten notorische Pauperisierung – Unwissenheit, Analphabetismus, chronische Unterernährung – und Versklavung, wurde, so Deschner, „seit Jahrhunderten mit Hilfe des Katholizismus verursacht und gedeckt“. Die lateinamerikanische Kirche sei noch „bis ins 20. Jahrhundert hinein (…) hoffnungslos ultramontan, erzreaktionär, das eigentliche Fundament der herrschenden ‘Ordnung’, der Großfinanz, der latifundären und halbfeudalen Kolonialmethoden“: „Während die Masse, Generation um Generation, in Dreck und Elend verkam, wurde der Klerus nahezu allmächtig und immens reich, wie die übrigen Sklavenhalter und Herren, die zur Finanzierung von ‘Gotteshäusern’ eingefangene Indios versteigerten…“

Grenzen von Franziskus’ Reichtumskritik

Doch von diesem den meisten kaum vorstellbaren horrenden Reichtum der Kirche spricht, wie seine Vorgänger, auch Franziskus nicht. Selbst so bescheiden wie möglich lebend, prangert er umso heftiger den unverhüllt barocken „Prunk und Protz“, die Machtfülle der Kurialen an, ihre bombastische Selbstüberhöhung, ein „Ärgernis“ für immer mehr Katholiken, die sich auch deswegen von ihrer Kirche immer zahlreicher ab- und vor allem den Evangelikalen, besonders in Südamerika, zuwenden.

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So wäre denn der „Papst der Herzen“, der „Papst zum Anfassen“, der „Papst der Armen“ – wie einst der „Kardinal der Armen“ – vielleicht in erster Linie, wie jetzt in Rio von ihm selbst mehrfach beschworen, ein Missionar?

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Franziskus, ein „Papst der Armen“, und die katholische Soziallehre

Möglich, dass Bergoglio mit all seinen durch eigenes Beispiel untermauerten Plädoyers für eine arme Kirche an der Seite der Armen diese tatsächlich auch um ihrer selbst willen im Blick hat. Unbestreitbar aber reiht sich sein Reden und Tun ein in die Tradition der katholischen Soziallehre. Sie wurde bezeichnenderweise 1891 begründet, als sich das Proletariat gegen die desaströsen Auswirkungen der industriellen Revolution immer stärker zu organisieren begann, sich revolutionär zu erheben und die Basis christlichen Fußvolks der Herrschaft von Kirche, Staat und Kapital zu entziehen drohte. Die am 15. Mai 1891 von Leo XIII. (1878-1903), einem, wie Deschner zeigt, stark politisch orientierten Papst („Ego sum Petrus.“ – „Ich will eine große Politik führen.“) veröffentlichte „Arbeiterenzyklika“ Rerum Novarum, wurde, im scharfen Kontrast und in Konkurrenz zu Marx’ Kommunistischem Manifest von 1848, gleichsam die Magna Carta für alle späteren kirchlichen Strategien zur Deutung und Bewältigung der „Sozialen Frage“ und, wie Bismarcks Sozialgesetzgebung seit 1883, geschaffen, um den revolutionären Kräften links von der Mitte den Boden zu entziehen.

Die Reichen milde tadelnd, den Armen fromme Hoffnungen machend, wurde sie ein Vorbild auch für alle folgenden Sozialenzykliken (voran 1931: Pius XI.; 1961: Johannes XXIII.; 1971: Paul VI.; 1981 und 1991: Johannes Paul II.). Dieses Programm gilt im Wesentlichen bis heute, wie Reden und Tun auch von Franziskus belegen, selbst wenn er nicht wie Leo XIII. als Machtpolitiker auftritt.

Den „Rerum Novarum“, den „neuen Dingen“, also den für die Herrschenden innerhalb und außerhalb der Kirche brandgefährlichen sozialen Entwicklungen mit revolutionärem Sprengstoff (vgl. das „aggiornamento“ und „aperturismo“ Johannes XXIII. Anfang der 1960er Jahre – mündend ins Vatikanum II – als Reaktion auf die „apertura a sinistra“ in Italien) ist nur zu begegnen, die „Pest des Sozialismus“, diese „todbringende Seuche“, so Prediger Leo, ist nur zu überwinden, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen friedlich „die Ordnung der menschlichen Gesellschaft [das ist: „die christliche Ordnung“] mitgestalten“ – unter Anerkennung freilich der „natürlichen Ungleichheit“ der Menschen (in die Bergoglio z.B. die Sklavenhaltung in Argentinien einbezog). Mangel oder Überfluss an Reichtum aber sind ohnedies unbedeutend „für die ewige Seligkeit“. Das Hauptübel der Zeit, so auch alle folgenden Päpste bis zu Franziskus (vgl. seine erste Enzyklika „Lumen Fidei“ vom 29. Juni 2013), ist der Glaubensschwund, nur durch Wiederbelebung der Religion, so endet Leos Enzyklika, sind die Missstände zu überwinden, sind vor allem aber, wie zu ergänzen ist, Einfluss und Macht der Kirche zu bewahren.

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„Kirche des Volkes“ versus „Befreiungskirche“: Bergoglio und die argentinische Militärdiktatur

Doch wie sieht solche „Prüfung“ für die Kirche konkret aus? Für Bergoglio jedenfalls berührt sie nicht die menschen- und lebensfeindlichen Strukturen des Finanzkapitalismus, sie tauchen in keiner seiner Reden auf, so oft er auch die Erneuerung veralteter Strukturen innerhalb von Kirche und Kurie anspricht. Gemäß eigenem Beispiel fordert er Hilfe für die Armen durch persönliche Kontakte – wie wichtig auch immer, doch wahrlich kein Weg zur Beseitigung „ungerechter Verteilung der Güter“ durch die von ihm verurteilten neoliberalen Verursacher der Krise. Über Appelle kommt auch er offenbar so wenig hinaus wie seine Vorgänger, selbst wenn er sie schärfer formuliert.

Ideologien jeder Art, voran Kapitalismus und Marxismus, ablehnend, vertrat Bergoglio in Argentinien die Positionen der dortigen „Kirche des Volkes“ an der Seite der Armen, im Widerspruch etwa zur brasilianischen „Befreiungskirche“ als einer Repräsentantin der in den 1960er Jahren entwickelten, von ihm wie seinen Vorgängern entschieden als „Irrlehre“ abgelehnten „Theologie der Befreiung“, die, wie viele christliche Gruppierungen vor ihr, den Urkommunismus des Christentums jenem von Marx im Wesentlichen verbunden sahen, teilweise auch den Guerillakampf gegen Ausbeuter und Unterdrücker des Volkes bejahend (Lateinamerika war seit 1965 bis 1985 fast vollständig von Militärdiktaturen beherrscht, lanciert durch die USA als Reaktion auf die kubanische Guerilla-Revolution von 1959). Nicht selten bezahlten sie diesen Kampf mit ihrem Leben wie der katholische Priester Camillo Torres (Kolumbien), doch selbst reformbereite Befreiungstheologen wie Óscar Romero, namhafter Erzbischof von El Salvador, wurden ermordet.

Der franziskanische Befreiungstheologe Leonardo Boff, in der Ära Johannes Paul II./Benedikt XVI. mit Bußschweigen bestraft, verteidigte indes jüngst, wie der argentinische Friedensnobelpreisträger und Menschenrechtsaktivist Adolfo Pérez Esquivel, Bergoglio/Franziskus gegen Vorwürfe allzu großer Loyalität gegenüber der Schreckensherrschaft der extrem rechtsgerichteten, autoritären und ultranationalistischen argentinischen Junta unter General Jorge Videla und Admiral Emilio Massera (1976-1983: 30.000 Opfer der Todesschwadronen).

[…]Nicht nur heute werden Kleriker von den Mächtigen der Welt für ihre Interessen instrumentalisiert – wie die Kirche in Lateinamerika immer wieder von den USA, eng verbunden durch das Feindbild Nummer Eins, den Kommunismus – oder wie ein Papstaspirant durch beide? Im Hochmittelalter geschah in gewisser Hinsicht Vergleichbares.

http://www.miz-online.de/node/394

 

Gruß Hubert

 

 

Papst – Fensterpredigten und Taten   Leave a comment

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Die Lobhudeleien der Medien über den derzeitigen „sensationellen“ Papst sind kaum zu ertragen. Bis jetzt ist alles nur bei Worten geblieben – und es wird auch dabei bleiben.

Hier ein Kommentar dazu von Horst Herrmann.

Die Zeitungen der Jesuiten verbreiten weltweit ein Interview mit dem Papst und viele Medien sind begeistert, ja, von „Revolution von oben“, „Papst kritisiert Kirche“, „…spricht über den Dünkel der Kurie und den weiblichen Genius“, „Seine klaren Worte sollten Kleriker erschrecken“ ist die Rede.

Gemach, sagt ein Kenner der katholischen Kirche. Worum geht es?

„Deutlichkeit ist die Höflichkeit der Kritik“. Diesen Rat von Marcel Reich-Ranicki akzeptiere ich nicht nur. Ich habe es stets so gehalten.

So mache ich es auch heute, wenn ich über das Interview spreche, das Papst Franziskus vergangenen Freitag gegeben hat und das von Medien als sensationell bezeichnet wird.

Sensationell? Diese Einschätzung stimmt nur, wenn sie von Gläubigen stammt, die vom Vatikan nichts anderes gehört haben als die endlose Beschwörung des immer Gleichen.

Nebenbei: Ist Franziskus ein „sensationeller“ Papst, bedeutet das ein scharfes Urteil über seinen direkten Vorgänger. Dieser schwächste Papst seit 150 Jahren hat eben so gut wie nichts geleistet. Ich sprach mehrfach davon. Im Übrigen war Joseph Ratzinger auch nicht der brillante Denker, als der er sich hat verkaufen lassen. Zurzeit kommen zunehmend Bücher auf den Markt, die das ähnlich sehen wie ich.

Und Papst Franziskus? Ich wundere mich immer wieder, dass Menschsein als sensationell gilt. Oder ist es nicht selbst­verständ­lich, dass ein Papst den Prunk und Protz des Vatikans als bedrückend empfindet? Ist es nicht selbst­verständ­lich, dass er von Barm­herzig­keit gegenüber Mit­menschen spricht, die von der Kirche bisher geradezu verfolgt worden sind?

Gerade die so genannte christliche Nächsten­liebe kam, wie historisch erwiesen, nicht ohne Diskrimi­nierung jener aus, die nicht ins Bild der Gläubig­keit passten.

Gerade von angeblich guten Christen werden noch heute wieder­verheiratete Geschiedene abschätzig beurteilt. Ähnlich ergeht es Homo­sexuellen, ver­heirateten Priestern, in „wilder Ehe“ Lebenden, Frauen, die Geburten kontrollieren, Müttern mit nicht­ehelichen Kindern, Selbs­tmördern und, und …

Im Übrigen waren es bisher nur Worte, von Fenster­predigten möchte ich gar nicht sprechen, die Papst Franziskus angeboten hat. Taten sind nach wie vor Fehl­anzeige.

Aber wenn Worte, Appelle und Ankündigungen als Taten gelten und das Etikett „sensationell“ verdienen, belegt dies nur das Eine: Wer dazu gebracht wurde, kritik­los hinzu­nehmen, was ihm angebliche Autoritäten einge­trichtert haben, wird lange kein Denken beherrschen. Bis er sich, selten genug, befreien will und kann. Befreiung von dem Glaubens- und Autoritäts­schrott aus Kinder­tagen ist in der Tat angesagt. Konkret von den aner­zogenen irrigen Haltungen. Doch Befreiung macht Mühe. Fehl­entwick­lungen wachsen sich nicht von allein aus.

Im abgegrenzten Pferch, in dem Hirten eine Herde betreuen, gelten Über- und Unter­ordnung. Ansprüche auf Herrschaft finden noch immer Glauben bei den zum Blick nach oben bereiten Menschen. Sie erhoffen von ihrer Kirchen­bindung Anleitungen zur Welt­bewältigung. Sie lassen die eigenen Bedürfnisse durch angeblich Berufene lenken. Sie bilden eine Antenne aus, die haupt­sächlich die Signale des religiösen Herrschafts­monopols empfängt. Sie verfügen über verschiedene Strategien der Wahr­nehmungs­abwehr.

Das soll es sein? Das ethische Verhalten des Menschen bedarf keiner religiösen Grundlage. Im Gegenteil. Die Kirche hatte ihre Chance. Sie hat sie jahr­tausende­lang nicht im Sinne der Menschen genutzt. Vielmehr hat sie eine Ära der Angst begründet, ein Milieu der Furcht vor Sünde, Schuld und Strafe geschaffen und erhalten.

Papst Franziskus hat noch viel zu tun. Ob er es endlich anpackt?

http://hpd.de/node/16763
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Gruß Hubert