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Christliche Demütigung der Frauen – „Aussegnung nach Gebären“   3 comments

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Heute hörte ich in einem lokalem Rundfunksender eine Frau über das Thema „christliche Aussegnung nach der Geburt eines Kindes“ reden. Das brachte mich auf die Idee der Sache genauer nachzugehen. Einiges wusste ich schon. Ich kann das nur als unerhörte Anmaßung der christlichen Kirchen bezeichnen wie demütigend man da mit Frauen umging. Das ging alles bis Ende der 1960-er Jahre. Vor allem in Dörfern getrauten sich die Pfarrer ja viel länger dieses freche Praxis der „Aussegnung“ durchzuführen. Ich weiß das auch noch von meiner Schwiegermutter. Ich kann dazu nur sagen, das war ein unglaublich freches Pack, ein Gesindel, der Frauen so erniedrigte. Man sieht, dass da sich das Patriarchat noch viel leisten konnte. In Großstädten natürlich, musste dieses freche Pack den Schwanz früher einziehen. In Erinnerung rufen muss man sich auch, dass die Pfarrer in Häuser gingen, wenn sich nicht genügend „Kindersegen“ einstellte und diesen anmahnten. Im Widerspruch dazu war dann die Geburt eines Kindes für die Frau Sünde (natürlich nur für sie allein, bei dieser Frauenfeindlichkeit). In diesem Zusammenhang von „Sünde“ zu sprechen ist schon pervers und krankhaft. Man erkennt daran aber das Patriarchat von vielen Religionen und die Herrschsucht der Kleriker. Zum Glück sind heute aber die Kirchen halb leer. Zu bedenken gilt auch, dass das erst 40 bis 50 Jahre her ist.

 

Auszug aus dem Spiegel.

So wurden der Frau beispielsweise kultische Funktionen vor allem wegen ihrer „monatlichen Unreinheit“ verboten. Sie wurde deswegen sogar von der Teilnahme am Abendmahl ausgeschlossen. Nach der Geburt eines Kindes mußte sie in einem besonderen liturgischen Akt der „Aussegnung“ wieder für kultisch rein erklärt werden – ein Brauch, der bis in die sechziger Jahre üblich war.

Auszug.

Im christlichen Glauben und im Volksglauben galt die Wöchnerin während der 40 Tage oder 6 Wochen bis zur Aussegnung (benedictio post partum) als unrein, unheilstiftend und als von der Christengemeinde abgeschieden. Während dieser Zeit hatte sie der Kirche fernzubleiben, war sie besonders anfällig gegenüber dem Teufel und seinen Dämonen. Ehelicher Umgang war ihr nach der Geburt eines Jungen für 40 Tage, nach der eines Mädchens für 80 Tage untersagt.

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Der „Muttersegen“ wurde von Frauen natürlich als Demütigung erlebt: einerseits, weil sie mit dem Widerspruch leben mussten, vom gleichen Pfarrer, der das nächste Kind anmahnte, nach der Geburt mit der „Aussegnung“ an die mit der Zeugung offenbar unlösbar verbundene Sünde erinnert zu werden, anderseits, weil sie sich unter dem Gesichtspunkt der scheinbar notwendigen Reinigung fragen mussten, ob denn die Ehemänner an der „Sünde“ nicht beteiligt waren.

 

AUF DIE KNIE

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Auf Knien mussten die Frauen mancherorts zur Aussegnung in den Altarraum rutschen, andere durften die Sakristei gar nicht betreten. Ein Film von Astrid Kofler und Günther Neumair wirft einen kritischen Blick auf das frauenfeindliche Ritual des Aussegnens.

Worum handelt es sich bei dem christlichen Ritus der Aussegnung?

Astrid Kofler: Die „Benedictio mulieris post partum“, die Segnung der Frau nach der Geburt, ist seit dem 11. Jahrhundert belegt. Das Aussegnen sollte, wie mir unter anderem der Professor für Pastoraltheologie Luis Gurndin erklärte, ein alter Muttersegen sein, ein Willkommensgruß für die junge Mutter, eine Erholungszeit von der Niederkunft. Sie war der Pflicht entbunden, in die Kirche zu gehen, sollte daheim so etwas wie Ruhe haben. Das Aussegnen aber wurde komplett missverstanden und falsch gedeutet. Im Volksmund auch „Firisegnen“ oder „Vorsegnen“ genannt, wurde zu einer Reinigung von Sünde, von einer Sünde, die die Frauen in Erfüllung des geforderten Beischlafs in der Ehe auf sich geladen hatten, die selten genug aus Liebe geschlossen worden und ohnehin Tragödie war.

Der Ritus vereint zwei widersprüchliche Anforderungen: die Pflicht, in der Ehe Kinder zu haben, und das Keuschheitsgebot.

Astrid Kofler: Das war das Problem. Eine der Interviewpartnerinnen erzählte mir, wie sehr sie sich jeweils vor der im Haus wohnenden Schwiegermutter schämte, wenn sie schon wieder schwanger war. Sie schämte sich, weil die Schwiegermutter schlussfolgern würde, dass sie (schon wieder) unrein geworden war; sie hatte sich der Fleischeslust hingegeben. Eine andere Frau erzählt, wie sie der Pfarrer nach diesem demütigen Ritual der Aussegnung stets mit der Aufforderung nach Hause schickte, bereit zu sein für die Aufnahme des nächsten Kindes. Familienseelsorger Toni Fiung berichtet von einer alten Frau, die seinerzeit gar keine Kinder mehr haben wollte, weil der Akt der Aussegnung so verletzend gewesen war. Hochwürden Anton Mittelberger, der als Kooperator noch aussegnen musste und es als Pfarrer nicht mehr tat, verweist darauf, dass eine Ehe ja eigentlich erst mit der Hingabe vollzogen ist. Das war ein großes Dilemma: da der Zwang zum Vollzug der Ehe, der Zwang zur Hingabe, die das Sakrament der Ehe vorgab, dort der Zwang zu einem ehelichen Verkehr, der ausschließlich zur Zeugung eines Kindes diente, und da wiederum das automatische Sich-mit-Schuld-Verunreinigen, sobald die Frau das vom Pfarrer jährlich eingeforderte Kind empfing.

Welche Rolle spielte das Wöchnerinnen-Blut?

Astrid Kofler: Weibliches Blut war der Inbegriff von Unreinheit. Auch wegen der allmonatlichen Verunreinigung wurden die Frauen aus dem Kultbereich und dem Altar verdrängt. Bei Leviticus 15,19 ff. ist nachzulesen, dass eine menstruierende Frau nach Gottes Bestimmung sieben Tage unrein ist. Alles, was sie berührt, ist unrein. Und jeder, der sie berührt, wird unrein. Das sind alte jüdische Reinheitsgesetze die – so erklärt es Toni Fiung im Film – unreflektiert und von anderen ähnlichen Riten losgelöst ins Christentum übernommen wurden und eine ganz andere Bedeutung bekamen. Nach dem jüdischen Gesetz haben Maria und Josef ihr Kind ja auch genau sechs Wochen nach Weihnachten in den Tempel gebracht. Daraus wurde ein wichtiges Marienfest, das lange mit einer Lichterprozession gefeiert wurde, und hierzulande als Maria Lichtmess und als Tag, an dem die Bauern wieder die Arbeit aufnahmen und die Dienstboten ihre Herren wechselten, von großer Bedeutung war.

Was hat die Frauen am Aussegnungsritual besonders gestört?

Astrid Kofler: Es war von Pfarrer zu Pfarrer verschieden. Manche Wöchnerinnen mussten vor der Kirchentür warten und sich langsam mit dem Pfarrer und einer um die Hände gewickelten Stola auf den Knien zum Altar hin bewegen, andere wurden in der Sakristei ausgesegnet, manche genau sechs Wochen nach der Geburt, andere schon früher. Problematisch war, dass die Gebete, die der Pfarrer dabei sprach, in Lateinisch waren und die Frauen gar nicht verstanden, worum es ging. Schwierig war für viele auch die Tatsache, dass sie die Kirche – bis sie ausgesegnet waren – nicht betreten durften. Was lag frommen Frauen näher, als nach der Geburt eines gesunden Kindes in die Kirche zu gehen und sich zu bedanken? Aber nein, das war nicht erlaubt. Wirklich schlimm war natürlich, dass die Geburt mit etwas Unreinem in Verbindung gebracht wurde, mit Sünde: Dabei hatten sie doch nur die Pflicht getan, einem weiteren Kind das Leben geschenkt.

Wöchnerinnen, die ohne diese Aussegnung im Kindbett starben, wurden mancherorts außerhalb des Friedhofs begraben.

(Anmerkung: das passierte früher auch mit „Selbstmördern“ oder mit Kindern, die vor dem Erhalt der Tauf starben. Sie wurden außerhalb der Friedhofsmauern begraben. Welch eine Härte und Unmenschlichkeit. Gottes Wille?)

Welche Rolle spielte der Mann?

Astrid Kofler: Das war ein weiterer Punkt, der viele Frauen verwunderte. Fast alle Frauen, die diesen Brauch des Aussegnens noch über sich ergehen lassen mussten, stellten sich die Frage, „Warum müssen wir herkommen, den Segen holen und warum die Männer nicht?“ Eine der Interviewpartnerinnen hat 14 Kindern das Leben geschenkt. Jedes Mal haben ihr die Knie geschlottert, als sie zum Aussegnen ging, so demütigend war es. Sie hatte unbeschreibliche Angst, aber „es war eine religiöse Pflicht und wir sind so erzogen worden, da hatte ja nicht nur ich so viele Kinder, da waren viele in der Nachbarschaft mit elf und zwölf Kindern, und der Pfarrer predigte von der Kanzel, was wir uns denken, wenn wir vor den Richterstuhl Gottes kommen. Und wir haben uns angeschaut und wussten nicht, was wir denken sollten. Und auch mit meinem Mann konnte ich darüber nicht reden.“

Wann fanden die letzten Aussegnungen in Südtirol statt?

Astrid Kofler: Das wäre eine spannende Recherche für eine Historikerin. In Ridnaun zum Beispiel war es bis Anfang der 70er-Jahre Usus: Das hing mit dem Pfarrer zusammen. Wenn einer in Pension ging und ihm ein jüngerer nachfolgte, hörte es früher auf. In der ländlichen Gegend verschwand der Brauch früher als in abgelegenen Bergdörfern. In Truden hielt sich der Brauch auch sehr lange.

Eine Frau erzählt, dass es damals einer Wöchnerin – nach der Niederkunft bis zur Aussegnung – nicht einmal erlaubt war, überhaupt ins Dorf zu gehen. Nicht einmal einkaufen gehen durfte die Frau, als wäre sie die wandelnde Sünde höchstpersönlich. Dass der Brauch gegen Ende der 60er-Jahre zunehmend verdrängt wurde, hat mit der Emanzipation der Frauen zu tun, aber auch mit dem Rückgang an Hausgeburten und der Zunahme an Geburten im Krankenhaus. Die Frauen begannen – zu Recht – Fragen zu stellen.

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Ein demütigendes Ritual

Bis in die 60er-Jahre hinein hat sich in Südtirol der Brauch der Aussegnung nach der Geburt gehalten. Er war eigentlich als Muttersegen gedacht, wurde aber über Jahrhunderte hin falsch verstanden und interpretiert. Die meisten Frauen empfanden es als demütigend, nach der Entbindung erst wieder die Kirche betreten und die heilige Messe besuchen zu dürfen, nachdem der Pfarrer sie ausgesegnet hatte: Das Aussegnen wurde den Frauen vielerorts als Reinigung von Sünde vermittelt. Dabei hatten sie doch eben erst einem Kind das Leben geschenkt.

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Eine Reinheitsvorschrift

Die „Benedictio mulieris post partum“ hat ihren ideologischen Ursprung in den Reinheitsvorschriften des Alten Testaments. Aber bereits Gregor der Große († 604) hat die alttestamentliche Deutung des Muttersegens abgelehnt. In Lehrbüchern für Pastoraltheologie wie in der Unterrichts- und Erbauungsliteratur vergangener Zeiten findet sich ganz klar die Deutung als Willkommenssegen für die Mutter nach ihrer Abwesenheit vom Gemeindeleben wegen ihrer Verpflichtungen dem Säugling gegenüber. Luis Gurndin

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Rolle des Vaters

Der Muttersegen wurde in der Volksfrömmigkeit weithin als Reinigung von Sünde verstanden und von vielen Frauen als Demütigung erlitten: einerseits, weil sie mit dem Widerspruch leben mussten, vom gleichen Pfarrer, der das nächste Kind anmahnte, nach der Geburt mit der „Aussegnung“ an die mit der Zeugung offenbar unlösbar verbundene Sünde erinnert zu werden, anderseits, weil sie sich unter dem Gesichtspunkt der scheinbar notwendigen Reinigung fragen mussten, ob denn die Ehemänner an der „Sünde“ nicht beteiligt waren.

Luis Gurndin

 

 

 

Auszug aus dem Spiegel zur Stellung der Frau zur Zeit des Jesus.

Frauen den Männern gleichzustellen war zur Zeit Jesu zutiefst anstößig und barg eine ungeheure gesellschaftliche Sprengkraft in sich. Gemäß dem zweiten Schöpfungsbericht der Genesis galt die Frau in weiten Kreisen des Spätjudentums als Symbol des Bösen, was seinen Niederschlag in allen Lebensbereichen fand.

Sie war Eigentum des Mannes: zunächst des Vaters, dann des Gatten, dann des Schwagers – und in keinem Fall war sie rechtsfähig. Im Gottesdienst war ihr nicht nur jegliche Funktion verwehrt, sondern sie war geradezu überflüssig: Für das Zustandekommen eines gültigen Gottesdienstes war nur die Anwesenheit von Männern nötig. Die Frau hatte die Rolle der Hinterbänklerin.

[…]

Bezeichnenderweise setzte sich in den Gemeinden das Wort „Die Frauen sollen in der Gemeinde schweigen . . . Sie sollen sich unterordnen“ (1. Korintherbrief 14,34) mehr und mehr durch, obgleich diese Anweisung dem Paulus fälschlicherweise unterschoben wurde.

Es war das Verhängnis der ersten christlichen Jahrhunderte, daß sich alle frauenfeindlichen Traditionen des Judentums, der griechischen Philosophie und der orientalischen Gnosis im frühen Christentum zu der Vorstellung von der gottgewollten Minderwertigkeit der Frau bündelten.

Hinzu kam, daß sich in der frühen Kirche nach dem Erlöschen der Naherwartung des Weltendes eine Tendenz zur Institutionalisierung und Sakralisierung durchsetzte, welche die Frau wieder auf ihre untergeordnete Rolle festlegte.

So wurden der Frau beispielsweise kultische Funktionen vor allem wegen ihrer „monatlichen Unreinheit“ verboten. Sie wurde deswegen sogar von der Teilnahme am Abendmahl ausgeschlossen. Nach der Geburt eines Kindes mußte sie in einem besonderen liturgischen Akt der „Aussegnung“ wieder für kultisch rein erklärt werden – ein Brauch, der bis in die sechziger Jahre üblich war.

Das Diakonissen-Amt, das letzte kirchliche Amt für Frauen, wurde endgültig im 6. Jahrhundert abgeschafft. Und an diesem Punkt steht die katholische Kirche 1400 Jahre später noch immer.

Angesichts des Beispiels Jesu und des Urchristentums ist der Starrsinn der Leitung der katholischen Kirche hinsichtlich einer umfassenden Gleichstellung der Frau ein Skandal.

DER SPIEGEL 52/1992
Titelbild

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http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9290661.html

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Durch die Zeremonie der Aussegnung – quasi einer Wiedertaufe – reinigte der Priester die Frau von der sündenbehafteten Geburt und nahm sie wieder in die Gemeinschaft der Christen auf. Der Ritus wurde nach der Geburt eines Knaben einen Monat, bei der eines Mädchens zwei Monate später vollzogen.
Dem Schutz der Wöchnerin galten vielerlei Mittel und (z.B. Amulette, Salben, Kräuter), Privilegien (z.B. die Erlaubnis, je nach Wunsch Obst oder Trauben zu schneiden), Bräuche (Kindbettschenke, Kindbettsuppe etc.) und Rechtsmittel (so war der Mann vom Gefolgschaftsdienst befreit oder musste nur so weit Heerfolge leisten, dass er zur Nacht wieder daheim sein konnte).
Im Kindbett, also im Zustand der Unreinheit gestorbene Wöchnerinnen galten als potentielle Wiedergängerinnen und wurden – Bußbüchern des 10./11. Jh. zufolge – im Grabe gepfählt, vom Pfarrer wie ein Dämon gebannt oder durch gewisse Gaben und durch besonders aufmerksame Pflege ihres Kindes zufrieden gestellt und so vom Wiedergang abgebracht. Trotz der Annahme, dass eine Wöchnerin bis zur Aussegnung unrein sei, bestand mancherorts der Glaube, dass der Himmel für sie drei under neun Tage offen stünde; in diese Frist dürften die meisten Todesfälle durch Kindbettfieber gefallen sein und die Frauen gelangten wegen ihrer Verdienste um das werdende Leben direkt ins Himmelreich.

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Gruß Hubert

 

Sie hassen uns   1 comment

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Muslime beklagen sich, dass seit Silvester die Hasstiraden gegen eigene Landsleute, insbesondere in den sozialen Netzwerken, zugenommen haben. Allerdings ist festzustellen, dass deutliche Distanzierungen und Verurteilungen der sexuellen Übergriffe von muslimischen Verbänden und Organisationen noch immer nicht erfolgt sind.

Ein großer Fernsehsender berichtete, dass jetzt eigentlich die Hetze, die gegen Asylbewerber stattfindet, viel schlimmer ist als die Vergewaltigungen. Da muss man sich schon schwer an den Kopf fassen ob da noch alle Latten am Zaun hängen. Das sagte der Börsenguru Dirk Müller in einem Interview. Linke und Grüne verharmlosen die Vorkommnisse zu Silvester in Deutschland und geben Nordafrikanern und Arabischstämmigen somit ein Gefühl der Narrenfreiheit. Das muslimische Frauenbild ist erschreckend. Unerträglich ist es auch wenn die sexuellen Übergriffe von Köln mit dem Oktoberfest verglichen wird.

 

Muslimisches Frauenbild

Sie hassen uns

Die giftige Mischung aus nordafrikanisch-arabischer Kultur und Religion, die sich in der Kölner Silvesternacht Bahn brach, wird in Deutschland noch immer beschönigt oder beschwiegen. Islamkritik ist überfällig. Ein Gastbeitrag.

11.01.2016, von Samuel Schirmbeck

© Reuters Frauen in Nordafrika sollten sich vollverschleiern, um den Zudringlichkeiten der Männer zu entgehen.

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Was in der Silvesternacht in Köln passierte, passiert jetzt, in diesem Moment und wie selbstverständlich, am helllichten Tag hunderttausendfach in Nordafrika und in der arabischen Welt: Frauen werden sexuell belästigt, gedemütigt und, so sie es wagen, sich den Übergriffen zu widersetzen, als „Schlampen“ oder „Huren“ beschimpft.

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37992535

© cyrilschirmbeck.com

Samuel Schirmbeck ist Autor und Filmemacher. Er berichtete bis 2001 als Korrespondent der ARD über Algerien.

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Die ägyptische Schriftstellerin und Feministin Mona Eltahawy hat dieses Phänomen und seine Ursachen am 2. Mai 2012 in der französischen Zeitung „Le Monde“ beschrieben: „Ja: sie (die Männer der arabischen Welt) hassen uns. Es muss endlich gesagt werden . . . Die Frauen der ganzen Welt haben Probleme; stimmt, die Vereinigten Staaten haben noch keine Frau zur Präsidentin gewählt; und richtig, in vielen ,westlichen‘ Ländern (ich lebe in einem von ihnen) werden Frauen weiterhin wie Objekte behandelt. Das ist im Allgemeinen der Punkt, an dem das Gespräch beendet wird, wenn Sie versuchen, über die Gründe zu diskutieren, aus denen die arabischen Gesellschaften die Frauen hassen . . .

Nennen Sie mir den Namen arabischer Länder, und ich werde Ihnen eine Litanei an Beispielen für den schlimmen Umgang – er ist tausendmal schlimmer, als Sie denken – mit Frauen rezitieren, der von einer giftigen Mischung aus Kultur und Religion angefacht wird, mit der sich anscheinend nur wenige auseinandersetzen wollen, aus Angst, der Blasphemie beschuldigt zu werden oder zu schockieren.“

Der Gewaltausbruch von Köln war jedoch derart heftig, dass sich die „giftige Mischung aus Kultur und Religion“, die Mona Eltahawy in ihrem Buch „Foulards et Hymens. Pourquoi le Moyen Orient doit faire sa révolution sexuelle“ („Schleier und Jungfernhäutchen. Warum es im Nahen Osten eine sexuelle Revolution geben muss“) detailliert darlegt, nicht länger leugnen oder verdrängen lässt, auch wenn das von linker und muslimischer Seite auch jetzt wieder versucht wird. So sprach die „taz“ angesichts der Empörung über die Übergriffe von der „Reproduktion des rassistischen Bildes der unschuldigen weißen Frau, die vor dem aggressiven muslimischen Mann geschützt werden muss“.

Es war allerdings eine nicht „weiß“, sondern asiatisch aussehende junge Frau, die ausführlich schilderte, wie sie von Dutzenden Händen überall begrabscht wurde: „Ich fand, sie (die Männer) hatten nicht den Eindruck, dass sie was Falsches tun.“ Bei Mona Eltahawy könnte die „taz“ erfahren, warum die jungen Muslime kein Unrechtsbewusstsein zu haben schienen.

Frauen können sich nicht entziehen

Doch ist zu befürchten, dass auch sie, obwohl Muslimin und Ägypterin, dann als „rassistisch“ eingestuft würde. Schon warnte der Beauftragte der türkischen Religionsbehörde (Ditib) für interreligiösen Dialog in Deutschland, Bekir Alboga, vor einer „Kulturalisierung von Verbrechen“, und die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor befand: „Beim Oktoberfest in München und beim Kölner Karneval kommt es gehäuft vor, dass stark alkoholisierte Männer Frauen sexuell bedrängen und belästigen. Das wird dann gern als Kollateralschaden dieser Veranstaltungen abgetan. Es gibt keinen Unterschied zwischen der einen sexuellen Gewalt und der anderen.“

 

Sie hassen uns

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Gruß Hubert