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Phimose – Krankheit oder „Lizenz zum Gelddrucken“?   Leave a comment

Ich möchte hier einen Bericht von Inaktiv-Online wiedergeben, der besagt, dass viel zu oft und zu leichtfertig Phimose-Operationen gemachte werden, die überhaupt nicht notwendig wären. Phimose kommt im Kindesalter oft vor, wächst sich in den allermeisten Fällen bis zur Pubertät aus. Operationen sind nur in den seltensten Fällen notwendig.

Wenn die WHO die Beschneidung mal vor 25 Jahren propagiert hat, kann ich nur den Kopf schütteln. Wie konnte eine Weltgesundheits-Organisation für so ein Unding Werbung machen?

„Da wird von „besseren hygienischen Bedingungen“ gesprochen, so als ob man zur Reinigung des Penis die Vorhaut amputieren müsste. Das ist natürlich reiner Schwachsinn, fachlich unhaltbar und unwahr. Die Anatomie des männlichen Genitales ist von der Natur so konstruiert worden, daß man es problemlos reinigen kann.“
http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/

Hier nun Inaktiv-Online

Phimose – Krankheit oder „Lizenz zum Gelddrucken“?

Als medizinischer Grund für die operative Entfernung der Penisvorhaut wird in den allermeisten Fällen eine Phimose bzw. Vorhautverengung genannt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei um einen entwicklungsphysiologisch völlig normalen Zustand handelt, der, solange er symptomfrei bleibt, eigentlich gar nicht behandlungsbedürftig ist. Erfahrungen aus den skandinavischen Ländern belegen eindeutig, dass sich die meisten kindlichen Vorhaut- „Probleme“ (Verengung oder Verklebung) bis zur Pubertät von selbst erledigen. Dementsprechend sind in diesen Ländern ERHEBLICH weniger Phimose-Operationen zu verzeichnen.

[…]
Hinsichtlich Bekanntheit, Verfügbarkeit und ärztlicher Aufklärung über nichtoperative oder gering invasive Alternativen zur Beschneidung scheint aber noch vieles im Argen zu liegen.

Dazu Kinderarzt Dr. Martin Lang, Augsburg, auf seiner Homepage:

„Zur Behandlung einer Phimose im Wachstumsalter gibt es eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten operativer und nichtoperativer Art. Leider werden die Eltern und betroffenen Kinder hierzulande selten umfassend und sachgerecht vor einer Phimose-Behandlung aufgeklärt.“

Und weiter:

„In Deutschland besteht ein hohes Maß an Unzufriedenheit nach Phimose-Operationen. Ich meine: aus gutem Grund. Denn häufig wird hierzulande zu früh, zu viel und zu „radikal“ operiert.“

[…]
Ähnliche Kritik kommt aus Österreich. Prim. Univ. Doz. Dr. Michael Rauchenwald, Vorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie am Donauspital Wien:

„Auch in Österreich ist die Operation bei Phimose … mit fast 9.400 Eingriffen pro Jahr wahrscheinlich die häufigste chirurgische Intervention … Zieht man die knapp 40.000 männlichen Geburten pro Jahr in Betracht, so ergibt sich eine Rate von Vorhautoperationen von etwa 7% in den ersten vier und etwa 13% innerhalb der ersten neun Lebensjahre. Diese Zahlen erscheinen als eindeutig zu viel.

[…]
Trotzdem wird die Indikation meist nur wenig hinterfragt, der Eingriff selbst wird häufig als banale Operation abgetan und dem chirurgischen „Schüler“ überlassen. Eine fehlerhaft durchgeführte radikale Zirkumzision hat jedoch mitunter lebenslange funktionelle, kosmetische und psychosoziale Folgen für den jeweils betroffenen Patienten.“

Zu den Folgen nochmals Kinderarzt Dr. Lang:

„Eine … schlecht durchgeführte totale Beschneidung kann erhebliche lebenslange Missempfindungen beim Patienten auslösen (z. B. Spannungen am Penisschaft, Überempfindlichkeit/ Empfindungsverlust an der Eichel, Trockenheitsgefühl, Schmerzen beim Beischlaf, Amputationsgefühl u. a.). Zudem können … nach einer Totalbeschneidung nur schwerlich Korrektureingriffe vorgenommen werden.“

Einige dieser Symptome können auch dann auftreten, wenn der Eingriff lege artis (nach den Regeln der ärztlichen Kunst) ausgeführt wurde. Einen Korrektureingriff, etwa zur Behebung eines Empfindungsverlustes im Bereich der Eichel, gibt es nicht.

Fazit

Überall auf der Welt, in unterschiedlichen Kulturen und aus unterschiedlichen Gründen, werden also Kinder, Mädchen wie Jungen, ohne objektiv haltbaren Grund an ihren Genitalien verletzt und dabei erheblichen Schmerzen und Gefahren ausgesetzt.

„Es ist Zeit, anzuerkennen, dass das Recht auf genitale Selbstbestimmung allen Kindern zusteht, unabhängig von ihrer Rasse, ihrer Kultur und ihrem Geschlecht.“

Quelle:
http://www.intaktiv-online.de/sexuelle-selbstbestimmung/sexuelle-selbstbestimmung/phimose-krankheit-oder-lizenz-zum-gelddrucken.html

Veröffentlicht 24. Juli 2012 von hubert wenzl in Medizin

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