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Regensburger Domspatzen „Gefängnis, Hölle, Konzentrationslager“   Leave a comment

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Bei den Regensburger Domspatzen hat sich herausgestellt, dass der Skandal viel größer ist, als anfangs angenommen. Wie üblich geht es um körperlich Gewalt und sexuelle Übergriffe. Die katholische Kirche stellt ja immer die sexuellen Sünden als die größten hin. Sie selbst verstoßen aber in großer Anzahl dagegen, indem sie sich als Prügler und Kinderschänder betätigen. Und so eine Institution will anderen Menschen mitgeben was Moral ist. Abgespeist sollen die Opfer mit einer Entschädigung zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Was sind denn 5.000 Euro für eine Entschädigung? Das verdient diese Bezeichnung nicht. Die Opfer leiden ja ein ganzes Leben darunter. Sie sind oft zu einer normalen Liebesbeziehung nicht mehr fähig oder nur stark eingeschränkt mit verschiedenen Störungen.

Aus der WELT

Regensb-Domspa-Skandal

Mehr als 500 Kinder der Regensburger Domspatzen sind in den 1960er Jahren bis 1992 Opfer von körperlicher Gewalt geworden. „Verantwortlich war in vielen Fällen der Direktor,“ sagt Anwalt Ulrich Weber bei der Vorstellung des Berichts. (Video im Link)

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Zwei Jahre wurden die Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfe beim Chor der Regensburger Domspatzen untersucht. Die Ermittler gehen von weit mehr als 500 Opfern aus – und sie identifizieren die Täter.

Sieben Jahre lang hat es gedauert. Vor sieben Jahren waren die ersten ehemaligen Domspatzen an die Öffentlichkeit gegangen und hatten davon berichtet, wie sie in ihrer Zeit bei dem weltberühmten Regensburger Knabenchor körperlichem und sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren.

Wenig ist in den ersten Folgejahren passiert, erst 2015 entschloss sich das Bistum zu einer umfassenden Aufarbeitung und beauftragte den Rechtsanwalt Ulrich Müller mit der Aufklärung des Skandals.

Am Dienstag nun hat Müller seinen Abschlussbericht vorgestellt. Das Ergebnis lässt sich kurz zusammenfassen: Es war alles noch sehr viel schlimmer als man sich vorzustellen wagte.

Eine Atmosphäre täglicher Gewalt

In seinem rund 450 Seiten starken Abschlussbericht bezifferte der Sonderermittler die Zahl der „hoch plausiblen“ Opfer am Dienstag auf 547. Insgesamt 500 Domspatzen hätten seit 1945 körperliche Gewalt erlitten, 67 sexuelle Gewalt. Da einige Kinder sowohl körperliche wie auch sexuelle Gewalt erlitten, liegt die Zahl der Fälle laut Weber über den insgesamt betroffenen 547 Fällen.

Vor allem in der Vorschule habe eine Atmosphäre von alltäglicher Gewalt geherrscht. Die Opfer hätten die Zeit dort als „Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager“ oder als „schlimmste Zeit ihres Lebens“ beschrieben, die von Angst und Hilflosigkeit geprägt gewesen sei.

Weber sagte, er gehe davon aus, dass es noch weitere Fälle gebe. Bereits im vergangenen Jahr hatte er eine Dunkelziffer von rund 700 Opfern genannt. „Daran glaube ich auch heute noch“, sagte er.

Als mutmaßliche Täter seien 49 Personen ermittelt worden, neun von ihnen seien sexuell übergriffig geworden. Unter den Tätern seien Internatsdirektoren, ein Vorschuldirektor, Präfekten und viele Angestellte. Schwerpunktmäßig haben sich die Taten laut Bericht in den 60er- und 70er-Jahren ereignet. Bis 1992 sei durchgängig von körperlicher Gewalt berichtet worden.

Opfer wurden ignoriert, Täter gedeckt

„Nahezu alle Verantwortungsträger“ bei den Domspatzen hätten zumindest ein „Halbwissen“ von den Gewaltvorfällen gehabt, am Thema jedoch wenig Interesse gezeigt. Der Schutz der Institution habe im Vordergrund gestanden. Opferschicksale seien ignoriert, Beschuldigte teilweise geschützt worden, hieß es.

Deutliche Kritik übte Weber an dem früheren Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Dieser habe eine „klare Verantwortung“ für die „strategischen, organisatorischen und kommunikativen Schwächen“ des von ihm 2012 initiierten Aufarbeitungsprozesses. Die Abberufung von Müller als Präfekt der Glaubenskongregation vor wenigen Tagen steht nach Webers Aussagen jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Sonderbericht. Der Vatikan habe vorab keine Kenntnisse vom Inhalt des Berichtes gehabt.

Müller war von Kritikern wiederholt vorgeworfen worden, die Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe behindert zu haben. Nach Bekanntwerden des Skandals hatte Müller gesagt, der Missbrauch durch Priester sei von den Medien aufgebauscht worden.

Die zwiespältige Rolle des Georg Ratzinger

Zur Rolle des Domkapellmeisters Georg Ratzinger, Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. sagte Weber, dieser habe „kein Wissen über sexuelle Gewalt“ gehabt. Er warf ihm jedoch vor, bei den Fällen körperlicher Gewalt weggeschaut zu haben. Der heute 93 Jahre alte Ratzinger hatte den Knabenchor von 1964 bis 1994 geleitet, also in der Zeit, in der sich die meisten Missbrauchsvorfälle ereignet haben.

Das Bistum Regensburg hat den Opfern unter anderem sogenannte Anerkennungsleistungen zugesagt. Sie liegen pro Person zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Darüber wird auf Grundlage von Webers Bericht in einem gesonderten Gremium entschieden, in dem auch Opfervertreter beteiligt sind.

„Schweigen ist jetzt nicht mehr möglich“

Offenbar haben längst nicht alle Missbrauchs- und Gewaltopfer einen Antrag auf finanzielle Entschädigung gestellt. Bisher seien erst rund 300 Anträge eingegangen, hieß es. Rund 450.000 Euro seien bislang ausbezahlt worden.

Weber äußerte den Wunsch, dass die Arbeit der Berichtsautoren zur Befriedung aufseiten der Opfer beitrage. Die offene Dokumentation solle ihnen helfen, ihre Erlebnisse aus der Kinder- und Jugendzeit verarbeiten zu können. Ob seine Arbeit jetzt abgeschlossen sei, wurde Weber während der Pressekonferenz gefragt. „Ja“, sagte er. „Aber die Aufarbeitung ist nicht abgeschlossen, die geht noch weiter.“ Später fügte er hinzu. „Schweigen ist jetzt nicht mehr möglich.“

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Regensburger Domspatzen „Gefängnis, Hölle, Konzentrationslager“

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Siehe auch:

https://www.welt.de/vermischtes/article166763942/Der-Wille-der-Schueler-sollte-gebrochen-werden.html

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Gruß Hubert

Schwarzbuch katholische Kirche – Missbrauch   3 comments

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Man sieht wohin die Sexualunterdrückung der katholischen Kirche führt. Die kath. Kirche ist regelrecht besessen von der Sexualität, die sie repressiv zurückdrängen möchte. Leider braucht es sie zur Fortpflanzung denken sich die Moraltheologen. Die natürliche Sexualität wird dadurch pathologisch umkanalisiert. Da man Angst vor der Sexualität der Frau hat (es gibt natürlich Ausnahmen), sucht man sich wehrlose Kinder aus, die man manipulieren, ängstigen und benutzen kann. Man weiß welch unermesslichen Schaden das in der kindlichen Seele bis ins spätere Leben hinterlässt. Den Spruch mit dem Mühlstein wird gerne verdrängt. Das Motto bei den Missbrauchsfällen war größtmögliche Geheimhaltung.

Aber wir wissen ja, das Transparenz, Offenheit und Wahrheit nicht gerade zu den Tugenden des Vatikans gehört.  Wie die kath. Kirche mit den Missbrauchsfällen umgeht kann man nur höchst skandalös und schäbig nennen. Bei eventuellen Entschädigungen zeigt sie ihre ihr innewohnende Knauserigkeit. Sonst wäre sie auch nicht zu ihrem Reichtum gekommen – das ist aber wieder ein anderes Kapitel.

Die Sexualität und eine triebfeindliche Erziehung braucht die kath. Kirche auch maßgeblich für ihr Konzept der Sünde, der Schuldgefühle und des schlechten Gewissens. So müssen sich Gläubige immer wieder „schmutzig“, schwach und sündig fühlen. So sind Leute leichter zu führen. Der Gläubige soll sich sozusagen als nichtswertiger Wurm fühlen, der froh sein muss wenn niemand drauf tritt. Ein gesundes Selbstwertgefühl kann sich so nicht entwickeln und Sexualneurosen stehen bei Gläubigen an der Tagesordnung. Siehe Ekklesiogene Neurosen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ekklesiogene_Neurose

 

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Hier nur einige der unzähligen Beispiele für Missbrauch in der katholischen Kirche, wo sich der ex-Papst Joseph Ratzinger unrühmlich hervortat.

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Nr. K 53 / 2010 – Die Hölle von Ettal: 14 perverse und sadistische Priester und der Abt quälten 100 Kinder – „Im Kloster Ettal sollen nach Informationen des Focus etwa 15 Patres … weit mehr als 100 ihrer Schutzbefohlenen systematisch gequält und sexuell missbraucht haben. Das gehe aus dem Abschlussbericht hervor, den der Sonderermittler der katholischen Kirche in den kommenden Tagen vorstellen wird“ (bild.de, 10.4.2010).

Unter anderem wurden sie von den Hochwürden gezwungen, lebende Kleinreptilien roh zu essen. Oder ihr Kopf wurde massivst immer wieder auf die Tischplatte geschlagen, wobei mancher vielleicht auch an Guantanamo denkt. Oder die Priester droschen so massiv auf sie ein, dass die Trommelfelle platzten (infranken.de, 10.4.2010).

Ein oberer Präfekt von Ettal stellte sexuelle Übergriffe so dar, dass die Kinder bei ihm Schlange gestanden hätten, um sich von ihm sexuell befriedigen zu lassen. Derweil spendeten die Pilger in Ettal zig-Tausende von Mark für die Einrichtungen vor Ort. Einer der Angeklagten wegen sadistischer Quälereien ist der frühere Abt und Präfekt  Edelbert Hörhammer OSB, genannt Johannes, der das Kloster Ettal 32 Jahre lang leitete und maßgeblich prägte, von 1973 bis 2005. Ihm wird z. B. vorgeworfen, eine Schüler zum Essen einer lebenden Schnecke gezwungen zu haben, und er habe „wiederholt die Köpfe von Schülern auf die Pulte geschlagen“ (spiegel.de, 12.4.2010). Hörhammer ist auch ein Buchautor des Katholizismus (Die Moraltheologie Joseph Laubers (1744–1810) im Zeitalter des Josephinismus, Dom-Verlag, Wien 1973).

Anmerkung: Ein Staatsanwalt müsst von Amts wegen hier aktiv werden. Aber kein Staatsanwalt getraut sich das wie man sieht. Es gibt da wohl ein stillschweigendes Übereinkommen, dass der Staat hier nicht aktiv wird. Es gilt immer noch das Motto: Halt du sie arm (Staat), ich halt sie dumm (Kirche).

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Nr. K 49 / 2010 – Osterbotschaft aus dem Vatikan: „Unbedeutendes Geschwätz“ der Kirchenopfer und Kirchenkritiker? Oder des (ex-)Papstes? – Während der weltweit übertragenen Osterfeiern nach römisch-katholischen Kult aus Rom ergriff Kardinalstaatssekretär Kardinal Angelo Sodano, der ranghöchste Kardinal und Vorsitzende des weltweiten Kardinalskollegiums, das Wort und sagte: „´Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit dir und wird sich nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lassen`“. Die Kardinäle, Kurienmitarbeiter und Bischöfe weltweit stünden hinter ihm´“ ( http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,687236,00.html ).

Und wer redet in „diesen Tagen“ kritisch über die Kirche? Es sind vor allem die Opfer der Priester und ihre Fürsprecher. Und diejenigen, welche alle Untaten aufklären wollen und nicht hinnehmen, wie sich die Kirche weiter windet.
Der (ex)-Papst selbst hatte seinem obersten Kardinal am Palmsonntag die Steilvorlage für die erneute Verhöhnung der Opfer gegeben, indem er die „Christen“ aufgefordert hatte, sich „nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern zu lassen“
Nun, in seiner Osterbotschaft, erwähnte Benedikt XVI. dann zwar allgemein eine „moralische Umkehr“, erwähnte aber die zigtausend Kinderschänder-Verbrechen von Priestern und seine massive Vertuschungs- und Strafvereitelungspolitik mit keinem Wort. Da stellt sich dann doch die Frage: Was ist hier das „unbedeutende Geschwätz“? Das, was dem Papst von Opfern und Kritikern entgegen gehalten wird oder das, was der Papst dazu bisher selbst zu sagen hatte?
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Nr. K 36 / 2010 – Joseph Ratzinger klammert sich an den Stuhl Petri. Da dieser jedoch auf dem Blut und den Knochen der Opfer der Kirche über Jahrtausende erbaut wurde, ist die Frage, wie lange ihm dieser Stuhl noch Halt gibt.
Nun fordert auch des Sprecher der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ in Österreich, Hans Peter Hurka, den Rücktritt des Papstes. „´Wenn er konsequent wäre, müsste er das tun`, sagte Hurka am Freitag vor Beginn der ´Wir sind Kirche`-Bundesversammlung in Würzburg. Der frühere Kardinal Joseph Ratzinger habe seit 2001 Kenntnis von mehr als 300 Fällen von Pädophilie gehabt. ´Dann muss man sich fragen, ob er auch Mittäter war, weil er nichts getan hat`, argumentierte Hurka. Wenn Benedikt jetzt den Rücktritt irischer Bischöfe verlange, müsse er das auch für sich selbst erwägen“, so eine ddp-Meldung vom 26.3.2010.

Doch „eine persönliche Verwicklung hat der Papst am Sonntag indirekt als ´belangloses Geschwätz` zurückgewiesen“ (Spiegel online, 28.3.2010). Papst Benedikt XVI. sagte wörtlich, der Glaube an Jesus Christus gebe einem die Stärke, sich „nicht vom belanglosen Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern zu lassen“. Damit versucht der Pontifex, weiter über dem Teppich zu schweben, unter dem zahllose Verbrechen bisher gekehrt wurden.

Als Erzbischof von München und Freising trug er die Verantwortung für die Versetzung eines pädophilen Priesters in sein Bistum, der darauf erneut mehrfach zum Seelenmörder von Kindern wurde. Angeblich hätte er aber nicht mitbekommen, dass der Sittlichkeitsverbrecher wieder in der Kinder- und Gemeindearbeit eingesetzt wird. Und später als Vorsitzender der Glaubenskongregation im Vatikan, der heutigen Inquisitionsbehörde, ließ er sich unter höchster Geheimhaltung alle pädophilen Verbrechen von Priestern melden. An die jeweilige Staatsanwaltschaft weiter gegeben hat er nach dem heutigen Wissensstand aber keinen der Verbrechensfälle. Auch eine Mitwisserschaft der Missbräuche bei den Regensburger Domspatzen kann nicht ausgeschlossen werden. Joseph Ratzinger war Theologieprofessor in Regensburg und sein Bruder Georg Ratzinger der Chorleiter. Kaum denkbar, dass die beiden nicht darüber gesprochen haben, wenn es bei den Domspatzen Probleme gab.
Auch steht Joseph Ratzinger weiter im Verdacht, Bischof Joseph Stangl beim Exorzismus an Anneliese Michel beraten zu haben. Die junge Katholikin starb 1976 an den Folgen des Exorzismus. Das Erzbistum wurde der Lüge überführt, nachdem der Pressesprecher von Joseph Stangl erklärte, der Bischof habe von nichts gewusst. Tatsächlich konnte aber zweifelsfrei bewiesen werden, dass der Bischof selbst den Exorzismus angeordnet hatte. Und dieser war wieder ein Vertrauter von Joseph Ratzinger, damals Professor in Regensburg und kurz darauf von Stangl zum Erzbischof von München und Freising geweiht (mehr dazu hier). Gegen Bischof Stangl wurde nie ermittelt – nur gegen die von ihm beauftragten Exorzisten, die auch zu „Bewährungsstrafen“ verurteilt worden waren.

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Nr. K 35 / 2010 – Wo sind die gedeckten und vertuschten Kinderschänder-Verbrecher der Priester gesammelt und archiviert? Im Vatikan. Denn dorthin müssen seit Jahrzehnten alle Verbrechen unter dem secretum pontificium (der höchsten Geheimhaltungsstufe nach dem Beichtgeheimnis) gemeldet werden. Die Frankfurter Rundschau schreibt: „Der Vatikan sitzt auf allen Fakten zu zahlreichen Fällen von Kindesmissbrauch – und er hält den Daumen auf den Informationsfluss“ (26.3.2010). Was bringt in diesem Zusammenhang der Runde Tisch der Bundesregierung? Stern.de schreibt dazu: „Unabhängige Aufklärung? Von wegen. Die Besetzung des Runden Tischs der Bundesregierung ist zwar hochkarätig, sendet aber eine klare Botschaft an die katholische Kirche: Fürchtet euch nicht!“ Ein Beispiel: Bei „Ministerin Schavan muss die Frage gestellt werden, ob sie nach ihrer langjährigen, engen beruflichen Bindung an die katholische Kirche die unabdingbare Unabhängigkeit für ihre Arbeit am Runden Risch mitbringt. Hat sie den Mumm, etwa dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller offen entgegen zu treten?“ (25.3.2010). Auch wenn Müller sie z. B. mit dem angeblichen Verlust ihres Seelenheils bedrohen würde? Letztlich könnte nur der Druck aller Staaten auf den Vatikan helfen und die Aufforderung, das ganze Verbrecherarchiv zu öffnen. Denn nach kirchlichen „Gesetzen“ dürfen die geheimen Archive der Glaubenskongregation erst nach 100 Jahren geöffnet werden. Doch das dürfen sich die Menschen nicht mehr gefallen lassen. Man stelle sich vor, die Stasi-Akten hätten auch erst im Jahr 2089 geöffnet werden dürfen (100 Jahren nach dem Fall der Mauer)! So könnte man symbolisch gesprochen, fordern: „Satan, öffne Dein Archiv!“ Und zwar jetzt. Die Dokumente sollten allesamt den Strafverfolgungsbehörden der jeweiligen Ländern ausgehändigt werden.
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Nr. K 37 / 2010 – Weitere Aufgaben für den Runden Tisch: Auch Sodomie und Schicksal von schwangeren Nonnen untersuchen – Der bekannte Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner stößt in einem Interview zu den aktuellen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern auch ein weiteres dunkles Thema an: die Sodomie in der Kirche, das heißt den Sex von Amtsträgern mit Tieren. So sagte er u. a.: „Wie denn nur beispielhalber die Ritter des Deutschen Ordens, verpflichtet, ein Leben ´allein im Dienste ihrer himmlischen Dame Maria` zu führen, alles v…, was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und, wie wir nicht ohne Grund vermuten dürfen, weibliche Tiere“ ( http://hpd.de/node/9114 ). Die Tiere können jedoch nicht auspacken und die Täter nicht anzeigen. Alle bisher aufgedeckten Fälle in der jüngeren Vergangenheit sind deshalb den besonderen Umständen zu verdanken: Als z. B. ein katholischer Priester nicht nur einen 15-Jährigen missbrauchte, sondern auch Tiere vergewaltigte oder als ein evangelischer Pfarrer Sex mit Tieren in die Jugendarbeit einbezog oder wiederum ein katholischer Priester beim Sex mit einem Pferd starb.
Auch das Schicksal von schwangeren Nonnen sollte besser untersucht werden. Aus der Kirchengeschichte sind ja Baby-Gräber im Umfeld von Nonnen-Klöstern bekannt. Dazu die Frage: Was geschieht heute genau, wenn eine Nonne schwanger ist? Dies sollte unbedingt von einer neutralen Stelle überprüft werden.

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Nr. K 2 / 2010 – Am 3.3.2010 veröffentlicht Spiegel online unter der Überschrift „Hölle, lebenslang“ den Bericht eines missbrauchten Opfers im Internat der Zisterzienser in der katholischen Eliteschule in Mehrerau bei Bregenz am Bodensee (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,680400,00.html). Darin heißt es u. a.: „´Trotz Hunger haben wir uns geweigert, die grausame Suppe zu essen – diesen Klosterfraß, für den meine Eltern teures Geld bezahlen mussten`, sagt Schneider. Es sei nichts Außergewöhnliches gewesen, wenn ein Pater in die Schüsseln ein Stück rohes Fleisch oder eine ungeschälte Kartoffel warf und die Kinder zwang, die Suppe auszulöffeln. ´So füttert man Schweine`, sagt Schneider, dessen Eltern damals einen Bauernhof betrieben. ´Ich war nicht besonders anspruchsvoll, aber das überschritt die Grenze des Zumutbaren.` Freiräume gab es für die Kinder nicht. ´Von 6 Uhr in der Früh bis 10 Uhr nachts – es waren immer dieselben Leute um uns` …Während des Unterrichts, der nach Kloster-Gepflogenheiten den ganzen Tag über dauerte, schlich sich der Erzieher oft von hinten an seine Zöglinge heran und schlug ihnen seinen Handknöchel mit voller Wucht auf den Kopf. Den Heiligabend und weitere sieben Tage musste er in einer Kammer sitzen, mit der Bibel, die er von morgens bis abends lesen sollte … Mitschüler seien nachts in die Zelle eines Paters bestellt worden, erinnert sich Schneider.

Dort sei ihnen ´mit einem Stecken der Hintern versohlt` worden ´und was weiß ich nicht alles`. Ein anderer Schüler bestätigt, hinter verschlossenen Türen sei es zu sexuellem Missbrauch gekommen. ´Sie zwangen uns mit einem Rohrstock, ihre abartigen Wünsche zu erfüllen`, sagt ein ehemaliger Mitschüler Schneiders. Ein anderer nahm sich mit 56 das Leben. In seinem Abschiedsbrief erwähnte der Mann die demütigenden Übergriffe, die er nie verarbeitet hatte … ´Ich bin erstaunt darüber, dass die Opfer nun überhaupt Gehör bekommen. Aber anscheinend hat die Kirche nicht mehr genug Macht, das zu unterdrücken, was man auch schon vor 50 oder 100 Jahren in jedem Dorf auf dem Land gewusst hat.` ´Uns wurde im Kloster allen Ernstes vermittelt, dass schon der Gedanke an ein Mädchen eine Todsünde wäre, der direkte Weg zur Hölle, ohne Rückfahrschein.` Ein Mitschüler habe zwei Tage vor dem Abitur das Kloster verlassen müssen, weil sein Pater die Illustrierte ´Stern` bei ihm entdeckt hatte und darin Frauen im Bikini abgebildet waren.“

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Schwarzbuch katholische Kirche – Missbrauch

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Gruß Hubert