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Putin lässt Erdogan abblitzen   1 comment

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Es ist gut und richtig, wenn Putin dem autokratischen Erdogan die Grenzen aufzeigt. Erdogan verweigert eine Entschuldigung für den Abschuss des russischen Militärflugzeuges abzugeben, möchte aber gleichzeitig um ein Gespräch bitten – wahrscheinlich um ihn gnädiger zu stimmen. Dem hat Putin eine Absage erteilt.

 

Die Beziehungen von Ankara und Moskau sind nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet eisig. Erdogan will offenbar mit Putin sprechen – doch der lehnt ab.

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sucht Kontakt zu seinem russischen Amtskollegen Putin. Die russische Regierung bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, dass Erdogan um ein Gespräch mit dem Kreml-Chef Wladimir Putin gebeten habe. Als möglicher Zeitpunkt wurde der 30. November genannt. Da treffen die Staatschefs in Paris beim Klimagipfel aufeinander.

„Das Gesuch von türkischer Seite ist an den Präsidenten weitergeleitet worden“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zunächst. Doch Putin lehnt ein Gespräch mit Erdogan offenbar ab. Grund: Ankara wolle sich nicht für den Abschuss des russischen Kampfjets am Dienstag im türkisch-syrischen Grenzgebiet entschuldigen. Reuters zitiert Kreml-Sprecher Juri Uschakow: „Wir sehen den Unwillen der Türkei, sich einfach für den Zwischenfall mit dem Flugzeug zu entschuldigen.“

Lawrow will Visafreiheit aufheben

Offenbar in Zusammenhang mit den aktuellen Spannungen zwischen Moskau und Ankara entschied der russische Außenminister Sergej Lawrow zudem, die Visumfreiheit für türkische Bürger bei Reisen nach Russland vom 1. Januar 2016 aufzuheben. Diese Entscheidung habe die Regierung nach dem schweren Zwischenfall im syrisch-türkischen Grenzgebiet getroffen, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Moskau. Grund sei eine „tatsächlich existierende und nicht ausgedachte“ terroristische Gefahr, sagte Russlands Chefdiplomat, ohne Details zu nennen. Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch kündigte für diesen Samstag eine Liste mit weiteren Sanktionen gegen die Führung in Ankara an.

 

Duma-Sprecher Sergei Narischkin ergänzte laut Reuters, es habe sich um „vorsätzlichen Mord“ an dem russischen Piloten gehandelt. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Darüber hinaus habe Russland das Recht auf eine „militärische Reaktion“.

Die Türkei hatte am Dienstag einen russischen Kampfjet abgeschossen, der nach Darstellung der Regierung in Ankara den Luftraum verletzt hatte. Russland weist dies zurück und hat erklärt, die Maschine habe sich in Syrien aufgehalten. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern waren bereits vor dem Zwischenfall gespannt, etwa weil Russland ein wichtiger Verbündeter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad ist. Erdogan will ihn dagegen stürzen.

Erdogan warnt vor „Spiel mit dem Feuer“

Laut Angaben des Fernsehsenders France 24 habe Erdogan nach dem Abschuss des Kampfjets bei Putin angerufen, es habe aber kein Gespräch gegeben. Auch ein Rückruf sei nicht erfolgt. Erdogan seinerseits wirft Russland weiterhin vor, in Syrien gegen die gemäßigte Opposition und nicht gegen die Terrormiliz IS vorzugehen. „Sie kämpfen nicht gegen den IS“, kritisierte Erdogan auf France 24. Vielmehr bombardiere Russland die in der Grenzregion lebende Minderheit der Turkmenen.

Die Türkei versteht sich als Schutzmacht der Turkmenen in Syrien und hatte das Vorgehen gegen die Minderheit mehrfach kritisiert. Zum Abschuss des Kampfjets sagte Erdogan: „Wir wollen keine Spannungen mit Russland.“ Es sei nun wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wörtlich warnte Erdogan die Regierung in Moskau vor einem „Spiel mit dem Feuer“. Er sei dagegen, den Konflikt auf andere Gebiete der zwischenstaatlichen Beziehungen auszudehnen, sagte Erdogan am Freitag in einer Rede. Er wies zugleich russische Vorwürfe zurück, wonach die Türkei von der Extremistenmiliz Islamischer Staat Öl kauft. Dies sei Verleumdung.

Reuters/dol

Putin lässt Erdogan abblitzen

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Gruß Hubert