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Flucht vor der Religion   Leave a comment

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Der Islam ist meines Wissens die einzige Religion bei der beim Abfallen vom Glauben (Apostasie) in einigen islamischen Ländern, wie zum Beispiel in Saudi-Arabien die Todesstrafe steht. Da fühlt man sich ins Mittelalter zurück versetzt. Um diesem Schicksal zu entgehen hilft nur die Flucht aus solchen Ländern. Es wird im Westen oft übersehen, dass es auch in islamischen Ländern Atheisten gibt. Sie müssen aber diese Überzeugung verstecken, oder eben flüchten wie Rana Ahmad Hamd.

 

© Charlotte Sophie Meyn – Nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien mit neuem Namen: Rana Ahmad Hamd in einer Gaststätte in Köln

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Rana Ahmad Hamd ist nach Deutschland geflohen – nicht vor Krieg oder aus Armut, sondern weil sie nicht mehr an Gott glaubt. Darauf steht in Saudi-Arabien die Todesstrafe.

Der Tag, an dem sich Rana Ahmad Hamds Leben für immer verändern wird, beginnt wie Hunderte von Tagen zuvor. Früh am Morgen fährt ihr Vater sie durch die Straßen der saudischen Hauptstadt Riad, zu ihrem Arbeitsplatz. Sie steigt aus, aber als sie das Auto aus den Augen verloren hat, tritt sie keinen neuen Tag im Sekretariat der Schule an. Stattdessen ruft sie sich über eine App auf ihrem Smartphone ein Taxi und lässt sich zum Flughafen fahren.

Ein paar Stunden später, gegen zwei Uhr nachmittags, tritt Hamd aus dem Gebäude des Flughafens Istanbul-Atatürk. Sie hat nichts dabei außer ihrem Laptop, ihren Papieren und zweihundert amerikanischen Dollar. Und dann macht sie etwas, wovon sie schon lange geträumt hat: Sie nimmt ihr Kopftuch ab, und ihre Abaya, den bodenlangen schwarzen Mantel, den Frauen in Saudi-Arabien tragen müssen.

„Zehn, fünfzehn Minuten stand ich einfach nur da und sah mich um. Ich sah zur Sonne, ich beobachtete die Autos, die vorbeifuhren, die Menschen um mich herum. Ich fragte mich, ob es ein Traum sei, ob mich jemand aufwecken würde, oder ob ich es wirklich geschafft hatte“, erzählt Hamd. Sie sitzt im Hof eines Restaurants, unweit des Flüchtlingsheims in Köln-Porz, wo sie inzwischen wohnt. Ihre Geschichte sprudelt aus ihr heraus in einem Englisch, aus dem man den arabischen Einschlag deutlich heraus hört, mit einem gerollten R und einem P, das eher wie ein B klingt.

Im syrischen Pass von Rana Ahmad Hamd, dreißig Jahre alt, Lippenpiercing, starke Schminke, lautes Lachen, steht ein anderer Name. Ein Name, den sie zusammen mit der Abaya abgelegt hat. Aus Sicherheitsgründen. Aber auch, weil es ein Name ist, der aus dem Koran stammt. Hamd glaubt nicht mehr an das, was darin steht. Und deshalb musste sie Saudi-Arabien verlassen. Eine Geschichte wie ihre ist dort nicht vorgesehen. Auf Abfall vom Glauben steht die Todesstrafe.

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Flüchtlinge - Rana Ahmad Hamd (pseudonym) erzählt von ihrer Flucht aus Syrien. Sie ist in Saudi-Arbabien geboren und aufgewachsen und jetzt zum Atheismus konvertiert.

Hamd mit Niqab – auf einem Foto, das sie vor ihrer Flucht selbst aufgenommen hat – © privat

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Die ersten 25 Jahre ihres Lebens weiß Hamd nicht, dass so etwas wie Atheismus überhaupt existiert. Jeder auf der Welt hat, so denkt sie, irgendeine Religion. Hamds Vater ist bereits zehn Jahre vor ihrer Geburt aus Syrien nach Saudi-Arabien gekommen, um dort als Bauleiter zu arbeiten. Nach ungefähr vier Jahren heiratet er während eines Aufenthalts in Syrien Hamds Mutter, und nimmt sie mit nach Riad. Hamd hat einen älteren und einen jüngeren Bruder und eine ältere Schwester. Sie seien eine ganz normale Familie gewesen, erzählt sie, der Liebling ihres Vaters sei sie gewesen. Als sie klein gewesen war, habe er ihr immer Kinderbücher mitgebracht.

Verlobungsfeier in Syrien

Hamd besucht eine normale staatliche Schule in Saudi-Arabien, eine Mädchenschule natürlich, Koedukation gibt es im Königreich nur an einigen internationalen Schulen. Mehr als ein Viertel aller Unterrichtsstunden ist der Religion gewidmet. Die Lehrer erzählen ihr, dass alle Nichtmuslime in die Hölle kämen. Dass es eine Pflicht sei, Christen und Juden zu hassen. Mit zehn Jahren muss sie eine Abaya tragen, mit dreizehn die Vollverschleierung. Bis sie volljährig ist, hat sie kein einziges Mal Kontakt mit einem Jungen oder Mann, mit dem sie nicht verwandt ist.

Mit 19 soll Hamd verheiratet werden, in Syrien findet sogar eine Verlobungsfeier statt, doch die Pläne zerschlagen sich,  weil der Bräutigam nicht nach Saudi-Arabien ziehen will und sie nicht nach Syrien.

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Evolutionstheorie als Erweckungserlebnis

Hamds Familie ist tiefreligiös. Hamd darf das Haus ohne Begleitung kaum verlassen. Da Frauen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren dürfen, heuern viele von ihnen einen Chauffeur an, aber Hamds Familie besteht darauf, sie regelmäßig zur Arbeit und zurück zu fahren. Sie wollen nicht, dass sie alleine unterwegs ist.

An einem Tag im Jahr 2011 stöbert Hamd wieder einmal auf Twitter. Einer ihrer Kontakte, sieht sie, hat einen Tweet geteilt von jemandem, der sich „Arab Atheist“ nennt. Das Wort „Atheist“ hat Hamd noch nie gehört. Sie gibt es bei Google Translator ein. Als Definition steht dort: „Eine Person, die nicht an Gott oder Götter glaubt.“ Hamd ist schockiert. Aber sie will mehr erfahren.

Sie beginnt, Arab Atheist auf Twitter zu folgen, später mit ihm zu chatten. Er erklärt ihr seine Sicht der Welt, empfiehlt ihr Dokumentationen, zum Beispiel über die Evolutionstheorie, danach Bücher, arabische Übersetzungen von Richard Dawkins, Nietzsche, Voltaire, Darwin. Noch möchte sie sich bestätigen, dass sie das Richtige glaubt, dass die Wahrheit im Islam liegt. Aber je mehr sie liest, desto mehr  kommen ihr Zweifel.

Hamd erfährt von der Evolutionstheorie, vom Urknall, von Dingen, die nicht auf dem Lehrplan ihrer Schule standen. „Ich habe geweint, als ich herausgefunden habe, was ich alles nicht gelernt habe, was man mir vorenthalten hat“ sagt sie. Nach etwa einem Jahr stellt sie fest, dass sie nicht mehr glauben kann, weil sie zu viele Widersprüche im Koran sieht.

Das sei für sie wie ein Schock gewesen, sagt Hamd. Sie habe das Gefühl gehabt, zu viel Zeit ihres Lebens verschwendet zu haben, belogen worden zu sein. Sie fühlt sich allein und verlassen ohne das Gefühl, dass Gott ein Auge auf sie hat. „Der Islam ist nicht nur deine Religion. Es ist, als sei er auch deine Nationalität, als seist du Teil einer großen Familie“sagt sie. 

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Ihre Familie ahnt nichts

Ihre Familie ahnt von all dem nichts. Vor ihnen tut Hamd weiterhin so, als bete sie fünfmal am Tag, als habe sich nichts verändert. Nur im Internet kann sie schreiben, was sie wirklich denkt. Immer stärker vernetzt sie sich mit atheistischen Gruppen aus aller Welt, die zum Beispiel  Faith2Faithless, Ex-Muslims of North America, Atheist Republic heißen.

Aber sie erlaubt sich kleine Fluchten im Alltag. Sie entscheidet sich, an ihrem Arbeitsplatz den verhassten Gesichtsschleier abzulegen und sich zu schminken. Ihre Eltern akzeptieren das, aber als ihr älterer Bruder es herausfindet, wird er wütend. Er vermutet, dass sie sich heimlich mit Männern trifft. In einer Tasche in ihrem Zimmer versteckt er ein Abhörgerät. Als Hamd mit einem Freund telefoniert, dabei lacht und herumalbert, fühlt er sich in seinem Verdacht bestätigt, stürmt in ihr Zimmer und drischt auf sie ein, bis sie zu Boden geht. Er wolle sie umbringen, ruft er dabei. Hamds Vater hört ihre Hilfeschreie und geht dazwischen. Nach diesem Vorfall aber wird sie noch unglücklicher, will nicht mehr leben und schneidet sich kurz darauf die Pulsadern auf. Ihr Vater findet sie rechtzeitig und bringt sie ins Krankenhaus, wo ihr das Leben gerettet wird.

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Hamd bleibt nur die Flucht in die Türkei, in ein Land, für das sie kein Visum braucht. Eigentlich dürfen Frauen das Land ohne Erlaubnis ihres Vormunds nicht verlassen. Aber Hamd hat Glück. Da sie Ausländerin und berufstätig ist, ist ihr Arbeitgeber, nicht ihr Vater, verantwortlich. Ihr Vorgesetzter in der Förderschule glaubt ihr die Geschichte vom Familienurlaub, die sie erzählt, und unterschreibt das Formular, mit dem sie ein Ausreisevisum bekommt.

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Mit anderen Atheisten vernetzt

Nun zahlt es sich aus, dass Hamd online gut mit Atheisten aus aller Welt vernetzt ist: Armin Navabi, der Gründer der Online-Community „Atheist Republic“, stellt eine Crowdfundingseite für sie ins Netz. Damit sammelt der Exiliraner, der in Kanada lebt, Spenden, die Hamds weiteren Weg finanzieren sollen, und schickt ihr das Geld per Western Union. Insgesamt fünf Monate verbringt sie in Izmir, versucht mehrmals, ein Schengenvisum zu bekommen, doch vergebens. Schließlich entscheidet sie sich, illegal in die EU zu reisen. Der erste Versuch schlägt fehl, weil die Polizei auftaucht, bevor das Boot ablegen kann; Hamd muss fliehen. Ihre neunhundert Dollar bekommt Hamd aber nicht zurück. Das zweite Mal erscheint der Schlepper gar nicht erst. Das dritte Mal klappt es endlich. Als Hamd schließlich griechischen Boden betritt, bricht sie zusammen. Die herbeigerufene Ärzte hätten einen Schock diagnostiziert, erzählt sie.

Von Griechenland reist Hamd weiter über Mazedonien, Serbien, Ungarn, die Slowakei, Österreich, bleibt immer eine Zeitlang in Flüchtlingscamps entlang der Strecke, bis sie im November 2015 Deutschland erreicht. Auf dem Weg trifft sie das erste Mal in ihrem Leben einen israelischen Juden, also einen Angehörigen derjenigen Gruppe, von der sie in der Schule gelernt hat, sie seien für alles Böse auf der Welt verantwortlich. Der Arzt, der für die UN arbeitet, ist ihr sofort sympathisch. Zusammen machen sie ein Erinnerungsfoto. Eigentlich will Hamd nach Schweden, aber dafür reicht das Geld nicht mehr, und sie ist reisemüde geworden. Und sie hat gehört, dass Deutschland ein gutes Bildungssystem hat.

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Kampf gegen Stereotype

„Ich hasse Muslime nicht“, sagt Hamd. „Ich habe auch sehr gute muslimische Freunde, die mich so akzeptieren, wie ich bin.“ Sie möchte nicht, dass ihre Geschichte instrumentalisiert werde, um Hass auf Migranten zu schüren. „Was ich hasse, das ist, dass uns die Rechte im Namen der Religion genommen werden, vor allem den Frauen. Religion sollte uns Frieden bringen und nicht Regeln auferlegen.“ Und: Es scheint ihr, dass viele Deutsche Araber automatisch mit Muslimen gleichsetzen. Das frustriert sie. „Ich möchte das Stereotyp aufbrechen, dass arabische Frauen alle Muslimas sind und sich verschleiern. Es gibt arabische Atheistinnen.“

In einem Video auf YouTube schlägt Hamd allerdings deutlich markigere Töne an, prophezeit eine „gesellschaftliche Katastrophe“ in Deutschland, da die meisten Neuankömmlinge „geistig im Mittelalter leben“ würden und das Land „vernahöstlichen“ wollten, spricht davon,  dass das „Asylrecht im Dienste einer Völkerwanderung missbraucht wird.“

Als Hamd dieses Video dreht, ist sie kaum vier Monate in Deutschland. Dass sie mit ihren Aussagen Applaus von der falschen Seite bekommen könnte, von denen, die auf Frauen und Kinder schießen wollen, von denen, die lieber Flüchtlingsheime anzünden, als humanistische Religionskritik zu betreiben, von denen, die ein Weltbild pflegen, das sich von dem fundamentalistischer Muslime nur unwesentlich unterscheidet, das versteht sie erst allmählich. Als sie die gleiche Rede später noch einmal vor einem anderen Publikum hält, lässt sie einige Passagen weg und schwächt andere deutlich ab.

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Deutschland als gelobtes Land?

Sie sagt, sie sei erstaunt, dass Nichtreligiöse in Deutschland sich nicht in großem Stil organisieren. Dass die meisten von ihnen es schlicht und einfach nicht für nötig halten in einem Land, in dem Gleichgültigkeit gegenüber der Religion in vielen Milieus zur Norm geworden ist, das versteht sie erst ansatzweise.

Man hat den Eindruck, dass Deutschland für Hamd das gelobte Land ist, in das sie all ihre Wünsche und Träume hineinprojiziert hat. Langsam verflüchtigt sich die Illusion. Sie habe kaum glauben können, sagt Hamd, dass es auch hier in staatlichen Schulen Religionsunterricht gebe. Kinder, so meint sie, sollten von allem Religiösen verschont bleiben, so dass sie als Erwachsene selbst entscheiden können, ob und was sie glauben.

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Bald wird Hamd die Unterkunft verlassen. Die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung hat ihr geholfen, eine Wohnung zu finden. Jetzt wartet Hamd nur noch darauf, dass das  Sozialamt zustimmt. Und dass sie endlich einen Termin für ihre Anhörung bekommt; noch weiß sie nicht, ob ihr Asyl gewährt wird.

Ihre Tage verbringt sie vor allem damit, zu lesen. Immer wieder fährt sie in die Zentralbibliothek am Neumarkt. „Dort ist es ruhig, ich fühle mich zuhause und bin glücklich.“ Wenn das Wetter schön ist, setzt sie sich manchmal auch in einen nahegelegenen Park. Momentan arbeitet sie sich durch ein Buch über Algebra. Denn Hamd träumt von einem Studium, Physik vielleicht oder Nukleartechnik.

„Ich suche immer noch nach Antworten. Darauf, was nach unserem Tod passiert, darauf, wie das Universum entstanden ist und wie es enden wird. Ich will Antworten auf die Fragen, warum wir hier sind, warum die Luft, die Sonne, so sind wie sie sind. Aber ich weiß jetzt, dass diese Antworten nicht aus heiligen Büchern kommen, sondern aus der Wissenschaft.“

Von Charlotte Sophie Meyn

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Flucht vor der Religion

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Gruß Hubert

 

Der Mut zum aufrechten Gang   Leave a comment

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Von dem Mut, den Raif Badawi und Ensaf Haidar bewiesen haben, könnten sich viele in Europa wohl eine Scheibe abschneiden.

Raif Badawi und Ensaf Haidar wurden in Frankfurt mit dem Deschner-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung ausgezeichnet

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Der in Saudi-Arabien zu 10 Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilte Blogger Raif Badawi und seine Frau, die Menschenrechtsaktivistin Ensaf Haidar, wurden am vergangenen Samstag im Rahmen eines bewegenden Festakts in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt mit dem Deschner-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) ausgezeichnet. Badawi und Haidar erhielten den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihren „gemeinsamen, mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Säkularismus, Liberalismus und Menschenrechte“.

In seinem Eröffnungsstatement sagte gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon, der Festakt sei eine „Protestveranstaltung gegen das barbarische Unrecht“, das Badawi in Saudi-Arabien widerfahren sei, aber auch eine „Feier des freien Geistes, der sich selbst unter grausamsten, diktatorischsten Verhältnissen nicht gänzlich unterdrücken lässt“. Raif Badawi und Ensaf Haidar haben, so Schmidt-Salomon, den „Mut zum aufrechten Gang“ in eindrucksvoller Weise bewiesen und seien so zu „Vorbildern für Männer und Frauen weltweit geworden, die sich mit totalitärer Politik, religiöser Bevormundung und patriarchalen Rollenmodellen nicht länger abfinden wollen“.

Scharf ins Gericht ging der gbs-Sprecher mit der deutschen Bundesregierung, die im Januar 2016 jegliche Sanktionen gegen Saudi-Arabien ablehnte. Schmidt-Salomon wörtlich: „Auf dem Gebiet der Menschenrechte zeigt die Bundesregierung keinerlei Profil, sondern verfolgt eine rückgratlose Appeasementpolitik gegenüber Despoten, mit der sich die Werte der Freiheit und Gleichberechtigung aller Menschen nicht verteidigen lassen!“

Säkularismus ist die Lösung – Deschnerpreis an Raif Badawi und Ensaf Haidar 

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gbs-Video zum Festakt

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Die Autorin und Nahostexpertin Andrea C. Hoffmann, die in Zusammenarbeit mit Ensaf Haidar deren Autobiografie „Freiheit für Raif Badawi, die Liebe meines Lebens“ verfasste, stellte in ihrem Beitrag heraus, dass ohne Ensaf Haidar heute niemand etwas vom Schicksal Raif Badawis wüsste. Dass Raif noch am Leben sei, sei vor allem Ensaf zu verdanken, die so gar nicht dem Stereotyp der schüchternen und zurückgezogenen Saudi-Araberin entspreche. Daher begrüßte es Hoffmann sehr, dass der Deschner-Preis sowohl an Raif Badawi als auch an Ensaf Haidar verliehen wird: „Wir alle haben mittlerweile erkannt, was für eine starke Frau hinter diesem beeindruckenden Mann steht“.

Dies betonte auch Hamed-Abdel-Samad, der die Laudatio auf die Preisträger hielt. Sichtlich bewegt schilderte Abdel-Samad, der seit Monaten unter Personenschutz steht, wie groß die Bedeutung von Raif Badawi und Ensaf Haidar für die säkulare Bewegung in den arabischen Ländern ist. Durch Ensaf Haidars Engagement sei das Schicksal ihres Mannes der Weltöffentlichkeit bekannt geworden – im Unterschied zu den Schicksalen der vielen anderen politischen Gefangenen. Badawi und Haidar seien zu Symbolfiguren des Widerstands gegen den politischen Islam geworden, nicht zuletzt durch ihre ethische und politische Standfestigkeit. So sei Raif Badawi dem Vorschlag eines „bedeutenden europäischen Politikers“ nicht gefolgt, der ihm nahegelegt hatte, sich für sein Eintreten für Freiheit und Menschenrechte zu „entschuldigen“, um so die Chance zu erhöhen, früher entlassen zu werden.

Hierzu erklärte Hamed Abdel Samad, seine Sorge sei nicht die „Islamisierung Europas“, sondern der „rückgratlose Opportunismus der europäischen Politik“, die nicht entschieden genug für die Werte der offenen Gesellschaft eintrete. Hier sollte Europa von Raif Badawi und Ensaf Haidar lernen, von ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit.

Wie Schmidt-Salomon meinte auch Abdel-Samad, der als Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung vorgeschlagen hatte, Raif Badawi und Ensaf Haidar mit dem Deschner-Preis auszuzeichnen, dass Deutschland den Druck auf Saudi-Arabien unbedingt erhöhen müsse, sollte das Land weiterhin schwere Menschenrechtsverletzungen begehen.

 

Ensaf Haidar, die bei der Preisübergabe von den rund 300 Teilnehmern des Festakts mit Standing Ovations gefeiert wurde, stellte in ihrer Dankesrede heraus, wie wichtig internationale Auszeichnungen wie der Deschner-Preis für Raif seien, da sie zeigen, dass Raif und die vielen anderen politischen Gefangenen nicht alleine stehen und ihr Einsatz für Menschenrechte international wertgeschätzt würde. Sie sei überwältigt von dem Festakt in der Nationalbibliothek und dankte ihren unzähligen Unterstützern weltweit, vor allem in Deutschland, wo das Engagement für Raif und die anderen politischen Gefangenen besonders groß sei.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist die Frankfurter Amnesty International-Gruppe, die bei dem Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek mit einem eigenen Stand vertreten war und schon seit Januar 2015 jeden Donnerstag vor dem saudischen Konsulat in Frankfurt gegen die Inhaftierung Raif Badawis protestiert. Im Anschluss an den Festakt, der unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden musste,  gab gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon bekannt, dass sich die Giordano-Bruno-Stiftung selbstverständlich weiterhin für die Freilassung Raifs und der anderen politischen Gefangenen in den islamischen Ländern einsetzen werde. Hierzu sei auch eine engere Zusammenarbeit der gbs mit der von Ensaf Haidar gegründeten Raif Badawi Foundation geplant.

Der Mut zum aufrechten Gang

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Gruß Hubert

Saudi-Arabien richtet 47 Menschen hin   3 comments

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Foto: Tagesschau.de

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Saudi-Arabien wird von einem ultrakonservativen Königshaus regiert. Die Staatsreligion ist der Wahabismus, eine erzkonservative Ausrichtung des Islam. Das Rückständige bedeutet nie etwas Gutes für das Volk bzw. sollte man da wohl eher sagen für die Untertanen, es bedeutet immer Unterdrückung und den Mund halten, wenn man nicht große Risiken eingehen will.

Man kann gespannt sein, wie sich das jetzt zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien weiterentwickelt. Zumindest wird es zu sehr großen Spannungen führen.

Deutschland müsste endlich aufhören mit den Waffenlieferungen in dieses Land. Aber wenn die Geschäfte für die Waffenindustrie blühen sind die Menschenrechte gleich weniger wert und nicht mehr so wichtig.

Am 02.01.2016 wurden 47 Menschen hingerichtet. Das Land hatte 2015 laut Menschenrechtlern so viel Todesurteile vollstreckt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Januar bis November waren laut Amnesty International mindestens 151 Menschen hingerichtet worden. Unter anderem kann man auch wegen Abfall vom Glauben exekutiert werden. Gleiches gilt für Atheisten, siehe die SZ vom 03.04.2014

( http://www.sueddeutsche.de/politik/anti-terror-gesetz-saudi-arabien-sieht-atheisten-als-terroristen-1.1928513    – …dass nicht nur ehemalige Syrien-Kämpfer, sondern alle Regimekritiker und auch Atheisten nun als Terroristen belangt werden können).

Man kann nur hoffen, dass dieses ultrakonservative System eines Tages auch von der Geschichte überrollt und weggefegt wird.

 

Führender Schiit exekutiert Saudi-Arabien richtet 47 Menschen hin

Stand: 02.01.2016

In Saudi-Arabien sind 47 Menschen hingerichtet worden – unter anderem der schiitische Geistliche Nimr. Er war Anführer der Proteste, die im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 ausgebrochen waren. Die Todesstrafen wurden wegen Terrorismus und Anstiftung zur Gewalt vollstreckt.

Laut Innenministerium wurde unter anderem der prominente schiitische Geistliche Scheich Nimr Baker al-Nimr exekutiert. Nimr war ein entschiedener Gegner des sunnitischen Königshauses in Riad. Er hatte während der Proteste 2011 die Abspaltung der mehrheitlich schiitischen Regionen Katif und Al-Ihsaa im Osten des Landes befürwortet. Vor einem Jahr wurde er wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt.

Der Iran hatte Riad daraufhin vor der Hinrichtung Nimrs gewarnt. Sollte das Todesurteil gegen den Geistlichen vollstreckt werden, werde Saudi-Arabien einen „hohen Preis zahlen“, sagte der iranische Vize-Außenminister Hossein Amir Abdollahian.

Die Hinrichtungen wurden in verschiedenen Städten des Königreichs vollzogen. Der Nachrichtensender Al-Arabiya berichtete, dass 45 Saudis, ein Ägypter und ein Mann aus dem Tschad hingerichtet worden seien. Die meisten sollen an einer Serie von Anschlägen beteiligt gewesen sein, die die Terrororganisation Al Kaida zwischen 2003 und 2006 in Saudi-Arabien verübte.

Kritik vom Iran

Der Iran hat die Hinrichtung von Nimr scharf verurteilt. „Anstatt sich mit den (IS-) Terroristen zu beschäftigen, die die Region und die ganze Welt gefährden, lassen die Saudis eine Persönlichkeit wie Nimr hinrichten“, sagte Außenamtssprecher Dschaber Ansari. Die rein politisch und religiös motivierte Tat reflektiere die irrationale und verantwortungslose Politik der Saudis, kritisierte er weiter. Die Hinrichtung werde für das Königreich Konsequenzen haben, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA.

Kritik gab es auch von einem ranghohen iranischen Geistlichen. Die saudi-arabische Führung werde stürzen und die sunnitische Herrscherfamilie aus den Geschichtsbüchern gestrichen, sagte Ajatollah Ahmad Chatami, der der Führung in Teheran nahesteht, laut der Nachrichtenagentur Mehr. Er forderte die islamische Welt auf, die Hinrichtung auf das Schärfste zu verurteilen. Auch von führenden Schiiten aus dem Irak und dem Libanon kam massive Kritik und Empörung. Sie riefen auch zu Demonstrationen auf.

Proteste in Bahrain

Im Golfstaat Bahrain protestierten Menschen gegen die Hinrichtungen. Dabei feuerte die Polizei in dem Ort Abu-Saiba westlich der Hauptstadt Manama Augenzeugen zufolge Tränengas auf Dutzende Demonstranten ab. Die aufgebrachte Menge hielt Bilder des getöteten Geistlichen Nimr in die Höhe.

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Saudi Arabien Karte

Saudi Arabien

Religiöse und soziale Diskriminierung

Die meisten der rund zwei Millionen saudi-arabischen Schiiten leben im Osten des Landes. Die schiitische Minderheit klagt seit langem über religiöse und soziale Diskriminierung durch das wahhabitische Herrscherhaus.

In Saudi-Arabien gilt die Todesstrafe für zahlreiche Vergehen, für Mord und Vergewaltigung, aber auch für Drogenhandel und das Abfallen vom Glauben. Das Land hatte 2015 laut Menschenrechtlern so viel Todesurteile vollstreckt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Januar bis November waren laut Amnesty International mindestens 151 Menschen hingerichtet worden. Im Jahr 2014 sollen laut Amnesty 90 Menschen hingerichtet worden sein.

Der Anstieg der Zahl von Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman. Er war Ende Januar 2015 nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah auf den Thron gestiegen. Amnesty kritisierte, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit ein.

Mit Informationen von Sabine Rossi, ARD-Hörfunkstudio Kairo.

König Salman | Bildquelle: AFP

König Salman ist seit knapp einem Jahr im Amt.

 

Saudi-Arabien richtet 47 Menschen hin

Siehe auch:
http://derstandard.at/2000028373916/Saudi-Arabien-richtete-47-Menschen-wegen-Terrordelikten-hin

https://de.nachrichten.yahoo.com/w%C3%BCtender-mob-z%C3%BCndet-saudische-botschaft-teheran-075048139.html

http://www.n-tv.de/politik/Saudi-Arabien-richtet-47-Menschen-hin-article16677521.html

 

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 3. Januar 2016 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Saudi-Arabien – Gefährliche Prinzen   1 comment

Anstatt Saudi-Arabien zu ächten unterhaltet Deutschland damit gute Beziehungen und macht auch noch Waffengeschäfte, die unter dem SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel massiv ausgeweitet wurden, obwohl der vorher das Gegenteil davon behauptete.

 

Gefährliche Prinzen

Saudi-Arabien bekämpft seine Gegner brutal, innen wie außen. Die Macht des Königshauses stützen religiöse Hardliner, die ihren ideologischen Islam global exportieren.

Der saudische Verteidigungsminister Mohammed bin Salman (2. v. li.), zweiter in der Thronfolge.
Der saudische Verteidigungsminister Mohammed bin Salman (2. v. li.), zweiter in der Thronfolge. © Fayez Nureldine/AFP/Getty Images

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Nach den Anschlägen von Paris wird der außenpolitische Ton gereizter. Vor allem die sunnitischen Regionalmächte Türkei und Saudi-Arabien müssen sich inzwischen einiges an Kritik anhören: Die Türkei fördert den „Islamischen Staat“ durch löchrige Grenzen, Dschihadisten-Transfer, Rohölschmuggel und Bombenangriffe auf kurdische Einheiten; die saudische Salafistenmission wiederum schuf den Nährboden für eine weltweite Radikalisierung, ohne die der Zulauf von IS-Rekruten aus mehr als 100 Nationen nach Syrien und Irak nicht erklärbar ist. Die Repressionen des Ölimperiums am Golf gegen Menschenrechtler und Blogger empören Bürger rund um den Globus.

Der im März vom Zaun gebrochene Krieg im Jemen öffnete dem IS erstmals den Weg zur Südspitze der Arabischen Halbinsel. Der Terrorrivale Al-Kaida dort ist ebenfalls stärker als je zuvor: Mit der Hafenstadt Mukalla und der Südprovinz Abyan beherrschen seine Kämpfer jetzt ein eigenes Kalifat.

Und so bescheinigte der Bundesnachrichtendienst dem superreichen Wüstenstaat in der vergangenen Woche eine „impulsive Interventionspolitik“, die die Stabilität der Golfregion gefährde. Vizekanzler Sigmar Gabriel legte am Sonntag nach und warf Saudi-Arabien vor, islamischen Extremismus zu exportieren. Man sei zur Lösung der regionalen Konflikte zwar auf sie angewiesen, sagte Gabriel der Bild-Zeitung. „Wir müssen den Saudis aber zugleich klarmachen, dass die Zeit des Wegschauens vorbei ist.“

Umstritten ist vor allem der junge Vizekronprinz Mohammed bin Salman, der Lieblingssohn des Königs. Als Verteidigungsminister spielt er eine zentrale Rolle bei der neuen forschen Linie. In politischen Kreisen in Riad, aber auch in Teilen der Königsfamilie ist wenig Gutes zu hören über den Aufsteiger, der als einziger der Führungsriege nicht im Ausland studierte. Er gilt als hyperehrgeizig, skrupellos, impulsiv und arrogant.

Zusammen mit Innenminister und Kronprinz Mohammed bin Nayef steuert der 30-Jährige die Geschicke des Landes, während dem fragilen und kränkelnden 79-jährigen König Salman die Kontrolle offenbar entgleitet.

Ideologisch nah an den Dschihadisten

Kronprinz Nayef gilt als „Terroristenfresser“ und Verfechter eines harten Kurses im Inneren – gegen Extremisten, Bürgerrechtler, Kritiker des Königshauses und schiitische Aktivisten gleichermaßen.

Ungeachtet internationaler Kritik ließ er in diesem Jahr die Hinrichtungen auf öffentlichen Plätzen verdoppeln, ihre Zahl ist inzwischen so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Parallel dazu streuen regimenahe Zeitungen derzeit Gerüchte, eine Massenexekution von 50 Terroristen, Oppositionellen und schiitischen Verurteilten stehe unmittelbar bevor.

Ideologisch fungiert Saudi-Arabien seit drei Jahrzehnten als wichtigste Drehscheibe religiöser Militanz. Das wahabitische Missionsprogramm, geschmiert mit Milliardenbeträgen aus dem Ölgeschäft, hat seine Wurzeln in einer speziellen Machtallianz zwischen dem Königshaus Al-Saud und der wahabitischen Klerikerkaste. Die ultrakonservativen Geistlichen verleihen den Herrschern religiöse Legitimität. Dafür bekommen ihre Eiferer nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, ihren puritanischen, intoleranten und frauenfeindlichen Einheitsislam weltweit zu verbreiten. Von Marokko bis Jemen, von Pakistan bis Indonesien, zunehmend auch in Europa dämonisieren die ultraorthodoxen Emissäre die lokale Frömmigkeit als unislamisch oder häretisch. Opulente Stipendienprogramme in Mekka und Medina für Abertausende Nachwuchsimame aus aller Welt sorgen dafür, dass diese aggressive Gleichschaltung inzwischen jeden Winkel der Erde erreicht.

 

Auch die Freitagspredigten der staatlich besoldeten wahabitischen Gelehrten in Saudi-Arabien unterscheiden sich kaum von der archaischen Korandoktrin des selbst ernannten Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi. Die religiös-ideologischen Überzeugungen sind einander verwandt. Beide Seiten praktizieren die gleichen barbarischen Scharia-Körperstrafen. Menschen werden ausgepeitscht, gekreuzigt, bekommen Gliedmaßen abgehackt oder mit einer Klinge den Kopf vom Rumpf geschlagen.

Entsprechend doppelgesichtig wirkt das Agieren Saudi-Arabiens gegenüber seinen radikalen Zöglingen. Während der Königshof den Bürgern per Dekret verbot, Gruppen wie dem „Islamischen Staat“ und Al-Kaida „moralische oder materielle Unterstützung zu geben“, konterten 50 Hardliner-Kleriker mit einem Aufruf an alle Muslime, sich gegen Russland, den Iran und das Assad-Regime in Syrien zusammenzuschließen. Die Dschihadisten in Syrien priesen sie dabei ausdrücklich als „heilige Krieger“.

Saudi-Arabien – Gefährliche Prinzen

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Gruß Hubert

Verbündete in gemeinsamer Sache   Leave a comment

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Vor Waffengeschäften mit den Golfstaaten schreckt Deutschland nicht zurück. „Im ersten Halbjahr 2015 lieferten deutsche Unternehmen nur nach Großbritannien und Israel mehr Rüstungsgüter als nach Saudi-Arabien. Mit knapp 180 Millionen Euro hatten diese Exporte ein beinah dreimal so großes Volumen wie im Vorjahreszeitraum“.

Wie kann Deutschland nur mit einem Land gute Beziehungen haben und noch viel skandalöser umfangreiche Waffengeschäfte machen? In diesem Jahr hat Saudi Arabien schon 151 Menschen enthauptet, darunter Kinder und geistig Kranke. In Saudi Arabien werden Menschenrechte mit Füßen getreten.

Siehe:

https://hubwen.wordpress.com/2015/12/03/kein-scherz-saudi-arabien-beschwert-sich-ueber-menschenrechtsverletzungen-in-norwegen/

 

Schwere Vorwürfe gegen Saudi-Arabien werden im deutschen Establishment laut. Die aktuelle saudische Regierung habe „die bisherige vorsichtige Haltung der älteren Führungsmitglieder der Königsfamilie“ aufgegeben und „durch eine impulsive Interventionspolitik“ ersetzt, heißt es in einer Analyse des BND, die in der Mitte dieser Woche an die Medien durchgestochen worden ist. Dies sei riskant; Riad drohe damit im In- wie im Ausland auf Widerstand zu stoßen. Die kritischen Einschätzungen, die von der Bundesregierung offiziell zurückgewiesen werden, deuten auf heftige Auseinandersetzungen im Berliner Polit-Establishment über den Umgang mit Riad hin. Die saudische Regierung, mit der die Bundesrepublik bislang unter anderem in Syrien eng kooperierte, sperrt sich derzeit, Kurskorrekturen der westlichen Nah- und Mittelostpolitik mitzuvollziehen; Teile der deutschen Eliten dringen deshalb darauf, Druck auf sie auszuüben. Konservative Medien, die bislang nicht mit Kritik an den Verhältnissen in Saudi-Arabien hervorgetreten sind, berichten plötzlich über die strukturelle Nähe zwischen der Golfdiktatur und dem „Islamischen Staat“ (IS, Daesh). Riad ist Berlin nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch eng verbunden: Ein langjähriger saudischer Geheimdienstchef ist Mitglied im Beirat einer der einflussreichsten sicherheitspolitischen Organisationen der Bundesrepublik.

Anführer der arabischen Welt

Für Aufsehen hat bereits am Mittwoch eine in Auszügen bekannt gewordene Analyse des BND gesorgt. Der deutsche Auslandsgeheimdienst hatte darin festgestellt, König Salman und sein Sohn Mohammed bin Salman, aktuell Verteidigungsminister Saudi-Arabiens, wollten Riad als „Anführer der arabischen Welt profilieren“. Dabei gäben sie „die bisherige vorsichtige diplomatische Haltung der älteren Führungsmitglieder der Königsfamilie“ auf und ersetzten sie „durch eine impulsive Interventionspolitik“. Dies bezieht sich wohl auch auf die Aufrüstung salafistisch-jihadistischer Milizen in Syrien durch Riad, insbesondere aber auf den äußerst brutal geführten Interventionskrieg der saudischen Streitkräfte im Jemen (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Mit seinem dortigen Krieg wolle Riad demonstrieren, dass es bereit sei, erhebliche „militärische, finanzielle und politische Risiken einzugehen, um regionalpolitisch nicht ins Hintertreffen zu geraten“, heißt es weiter in dem BND-Papier.[2] Diese Machtdemonstration sei in der Tat riskant. Die Aktivitäten von Verteidigungsminister Mohammed bin Salman bärgen außerdem „latent die Gefahr, dass er bei dem Versuch, sich zu Lebzeiten seines Vaters in der Thronfolge zu etablieren, überreizt“. Es sei nicht auszuschließen, dass er in absehbarer Zeit im Lande selbst auf Widerstand stoße; auch sei zu befürchten, dass er „die Beziehungen zu befreundeten und vor allem alliierten Staaten der Region überstrapaziert“.

Dementis

Die bekannt gewordenen Passagen aus der BND-Analyse sind am gestrigen Donnerstag von der Bundesregierung umgehend scharf zurückgewiesen worden. „Die in diesem Fall öffentlich gemachte Bewertung spiegelt nicht die Haltung der Bundesregierung wider“, wird ein Regierungssprecher zitiert; vielmehr betrachte die Bundesregierung Saudi-Arabien weiterhin „als wichtigen Partner in einer von Krisen geschüttelten Weltregion“. Im Auswärtigen Amt heißt es ergänzend, „ohne eine konstruktive Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien“ könne es „nicht gelingen, in Syrien und anderswo in der Region die politischen Fortschritte zu erzielen, die wir so dringend brauchen“.[3]

Auseinandersetzungen in Berlin

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Ungeachtet aller Dementis weist die Tatsache, dass die BND-Kritik an der saudischen Regierung durchgestochen und publiziert wurde, auf heftige Auseinandersetzungen im Berliner Polit-Establishment über den Umgang mit Riad hin. Hintergrund ist, dass die saudische Regierung sich gegen Kursänderungen in der westlichen Nah- und Mittelostpolitik sperrt. Bereits gegen das Nuklearabkommen mit Iran hat sie heftig protestiert [4]; jetzt weigert sie sich, die Einbindung des syrischen Präsidenten Bashar al Assad in eine Übergangsregierung in Damaskus zu akzeptieren, die nach dem Beginn der russischen Intervention in Syrien aus Sicht Berlins wohl nicht mehr zu vermeiden ist. Teile des deutschen Establishments dringen deshalb darauf, den Druck auf Riad zu verstärken.

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Plötzliche Erkenntnisse

Im medialen Bereich spiegelt sich dies aktuell in ungewöhnlich kritischen Medienberichten über Riad wider. So heißt es in der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die „Brandschatzer“ des „Islamischen Staats“ (IS, Daesh) stünden „dem Königreich Saudi-Arabien … ideologisch nahe“. In Saudi-Arabien, „dem islamischen Gottesstaat, der seine Ideologie in die ganze Welt exportiert, werden Kritiker ausgepeitscht, Kirchen und Synagogen sind verboten, die schiitische Minderheit, Frauen und Homosexuelle werden diskriminiert. Bei Gotteslästerung droht die Todesstrafe.“[5] All dies trifft zu, kann jedoch aufmerksamen Journalisten schon vor Jahren nicht verborgen geblieben sein. Der plötzlichen Kritik aus dem konservativen Establishment an den gesellschaftlichen Verhältnissen in Saudi-Arabien entspricht eine ebenso plötzliche Kritik an den deutschen Rüstungsexporten in das Land.

„Selbst vor Waffengeschäften mit den Golfstaaten schreckt Deutschland nicht zurück“, heißt es: „Im ersten Halbjahr 2015 lieferten deutsche Unternehmen nur nach Großbritannien und Israel mehr Rüstungsgüter als nach Saudi-Arabien. Mit knapp 180 Millionen Euro hatten diese Exporte ein beinah dreimal so großes Volumen wie im Vorjahreszeitraum“.[6] „Saudi-Arabien bietet mit seinem intoleranten und rückwärtsgewandten Islam den Nährboden für Terror und fördert den Extremismus“, wird berichtet.[7] Auch dies ist bekannt, seit der Saudi Osama bin Laden in den 1980er Jahren mit millionenschwerer Unterstützung aus seinem Heimatland zunächst den Jihad gegen die sowjetischen Streitkräfte in Afghanistan organisierte und anschließend, um den Jihad an anderen Orten weiterzuführen, am Hindukusch Al Qaida gründete.

Ebenso neu wie die aktuellen Berichte über die saudische Terrorförderung ist allerdings, dass Berlin ernste außenpolitische Differenzen mit Riad austrägt.

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Ein netter Kerl

Wie weit die bisherige außenpolitische Übereinstimmung zwischen der Bundesrepublik und Saudi-Arabien ging, zeigt exemplarisch die Personalie Prinz Turki bin Faisal al Saud. Prinz Turki wurde 1977 zum Präsidenten des saudischen Geheimdienstes GID (General Intelligence Directorate) ernannt, mit dem der BND bereits damals eng kooperierte. In den 1980er Jahren organisierte Prinz Turki, Kontaktmann des Partnerdienstes BND, die staatliche saudische Unterstützung für die afghanischen Mujahedin, die gegen die Präsenz der sowjetischen Streitkräfte am Hindukusch und gegen die prosowjetische Regierung in Kabul kämpften. Dabei kooperierte er mit dem Sohn eines schwerreichen saudischen Geschäftsmannes, der die afghanischen Mujahedin und afghanische Kriegsfreiwillige privat förderte – mit Osama bin Laden. Prinz Turki und Bin Laden seien „feste Freunde und Verbündete in einer gemeinsamen Sache“ gewesen, urteilt der Afghanistan-Experte Ahmed Rashid.[8] „Er sprach wenig und erhob nie seine Stimme“, lobte Turki später Bin Laden: „Kurzum, er war ein netter Kerl.“[9] Prinz Turki blieb bis 2001 an der Spitze des saudischen Geheimdiensts. Heute fungiert er nicht nur als Vorsitzender des King Faisal Center for Research and Islamic Studies in Riad, sondern auch als Mitglied im Beirat („Advisory Council“) der Münchner Sicherheitskonferenz. Der Advisory Council „berät … den Vorsitzenden der Konferenz“, Wolfgang Ischinger, „in Fragen der strategischen Ausrichtung, des thematischen Fokus sowie des Ausbaus von Partnerschaften“.[10]

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 Verbündete in gemeinsamer Sache

 

Hier noch ein passendes Video dazu von Sabine.

 Vaterland – Silly (S)

 

http://www.4shared.com/video/q9-RCYFoce/Vaterland_-_Silly__S_.html
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Gruß Hubert

 

Kein Scherz: Saudi Arabien beschwert sich über Menschenrechtsverletzungen in Norwegen   Leave a comment

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Frechheit und Ignoranz kennt keine Grenzen. Das zeigt wieder mal die Beschwerde von Saudi Arabien, wo beklagt wird, dass in Norwegen die muslimische Minderheit nicht geschützt wäre und Religionskritik nicht verboten ist (!!) Gerade die Saudis…

Kein Scherz: Saudi Arabien beschwert sich über Menschenrechtsverletzungen in Norwegen
 
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Ja, Sie haben richtig gelesen. Das Land, dass für seine Menschenrechtsverletzungen bekannt ist, hat beschlossen Norwegen eine Moralpredigt zu halten. Die Golf-Monarchie kritisiert, dass in Norwegen muslimische Minderheiten nicht geschützt würden und dass Religionskritik nicht verboten ist. Allein in diesem Jahr wurden 151 Personen (einschließlich Kinder und geistig Behinderte) in Saudi Arabien geköpft. In Anbetracht dessen erscheint der saudische Einwand wie ein schlechter Scherz.

Ein Kommentator erklärt diese unglaubliche Ignoranz mit Narzissmus, dem viele Politiker und Führer unterliegen.

Andres Tradler

Versteht doch bitte, dass die allermeisten Führer Narzissten sind. Die sind krank, unfähig eigene Fehler zu erkennen, sind ganz leicht gekränkt und schießen sich sofort auf ihren Feind ein. Unfähig, zu vergeben. Nur von solchen Menschen werden wir geführt, denn der Narzisst hat die innere Überzeugung, alles sei Schein und ist dementsprechend geübt in diesem Verstellen. Er ist unfähig zur Empathie und nur sein Erfolg, den er festmacht an seiner Fähigkeit, etwas darzustellen, ist das allerwichtigste für ihn, er ist skrupellos, wenn es für ihn vorteilhaft ist. Diese Leute tun immer so, als ob, sind aber die lieblose kriegszüchtende Pestilenz dieser Erde.

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Kein Scherz: Saudi Arabien beschwert sich über Menschenrechtsverletzungen in Norwegen

 

 

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Hier noch ein Auszug aus einem meiner Beiträge.

Neuer „Experte“ für UN-Menschenrechtsrat aus Saudi Arabien – ein schlechter Witz

Faisal Bin Hassan Trad aus  Saudi-Arabien ist der neue „Experte“ der Vereinten Nationen für Menschenrechte.
Geht’s noch perverser? Das ist ein ganz schlechter Witz. Gerade aus Saudi-Arabien soll der neue „Experte“ für Menschenrechte kommen, einem Land wo noch geköpft und gekreuzigt wird. Man macht den Bock zum Gärtner.

Bizarr: Neuer „Experte“ für UN-Menschenrechtsrat aus Saudi Arabien – Regimekritiker werden geköpft und gekreuzigt

 

Saudi Arabien

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Ali Al-Nimr soll enthauptet werden, dann soll sein kopfloser Körper aufgehängt und öffentlich ausgestellt werden. Der neuste grausame Akt der IS-Dschihadisten? Nein: Ein Urteil des Obersten Gerichtshofes in Saudi Arabien.

Das Vergehen: Al-Nimr wurde wegen Disloyalität zum Herrscher zum Tode verurteilt, weil er vor vier Jahren an Demonstrationen und Protesten teilgenommen und Slogans gegen den Staat gerufen hat. Außerdem habe er sein Handy benutzt, um für Demonstrationen zu mobilisieren. Er wurde auch verurteilt, weil er gesuchte Menschen versteckt und die Polizei mit Molotov Cocktails angegriffen haben soll. Obwohl die Staatsanwaltschaft dazu keinerlei detaillierte Beweise geliefert hat.

Al-Nimr war zu dem Zeitpunkt der Taten, die ihm vorgeworfen werden,17 Jahre alt. Er selbst streitet diese Vorwürfe ab und hat erklärt, dass er zu einem Geständnis gezwungen wurde.

Saudi-Arabien – Rangliste der Pressefreiheit — Platz 164 von 180

Das Königreich betrachtet Medien als Propaganda- und Erziehungsinstrument; Zensur ist in Saudi-Arabien alltäglich. Verboten sind etwa Kritik an Religionsführern und ungenehmigte Berichte über Gerichtsverfahren. Lange Haftstrafen, Veröffentlichungs- und Reiseverbote sind häufig. Bestraft werden beispielsweise Berichte über die Proteste der schiitischen Minderheit oder Kritik an der Diskriminierung von Frauen. Bei Gotteslästerung – die sehr weit ausgelegt wird – droht die Todesstrafe.Rund 400.000 Internetseiten sind gesperrt. Dennoch ist das Internet als Alternative zu den umfassend kontrollierten traditionellen Medien sehr populär.

Per Stellenanzeige werden acht Henker gesucht, die bereit sind, andere zu köpfen.

 

Ein Bild Greifer aus einem undatierten Video LiveLeak.com posted zeigt ein Saudi Henker sein Schwert vor der Enthauptung ein Sträfling.

Ein Bild aus einem undatierten Video zeigt ein Saudi Henker bei der Enthauptung

 

Im Mai wurde bekannt, dass Saudi-Arabien 8 Henker sucht. Besondere Qualifikationen braucht man nicht für den Job, Berufserfahrung auch nicht. Kandidaten für die acht Stellen als „religiöse Funktionäre“, die auf dem Portal der saudi-arabischen Regierung ausgeschrieben sind, müssen eigentlich nur eins mitbringen: Die Bereitschaft, „die Todesstrafe zu vollstrecken“ und Amputationen durchzuführen – das ist die Strafe für geringere Vergehen, etwa Diebstahl.

 

 

 

Gruß Hubert

Raif Badawi erhält Sacharow-Preis   Leave a comment

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Ausnahmsweise einmal ein gutes Signal vom EU-Parlament. Der saudiarabischen Blogger Raif Badawi wird mit dem Sacharow-Preis geehrt. Die Vergabe dieses Preises ist ein wichtiges Signal und hat Symbolwirkung. In Saudiarabien herrscht ein autoritäres Herrscherhaus. Die absolut vorherrschende Religion ist der extrem fundamentalistische Wahhabismus, aus dem auch die Salafisten und Al Kaida hervorgingen. Vollkommen unverständlich, dass zum Beispiel auch Deutschland gute Beziehungen mit Saudiarabien unterhält und dorthin umfangreiche Waffenexporte geliefert werden. In Saudi-Arabien kommt es zu massiven Menschenrechtsverletzungen.

Raif Badawi wird vorgeworfen, in seinem Blog wiederholt die Religionspolizei für die harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islams kritisiert zu haben. Im Januar erhielt er 50 Peitschenhiebe. Nach internationalen Protesten gab es bisher keine weitere Züchtigung.

Raif Badawi erhält Sacharow-Preis

Der arabische Blogger Raif Badawi wird vom EU-Parlament für seinen Einsatz für Meinungsfreiheit mit dem Sacharow-Preis geehrt. Eine Bestrafung Badawis in Saudi-Arabien hatte für Empörung in der Weltöffentlichkeit gesorgt.

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© Reuters Raif Badwai setzte sich für die Trennung von Staat und Kirche in Saudi-Arabien ein.

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Der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi erhält den Sacharow-Preis des EU-Parlaments „für die geistige Freiheit“. Die Fraktionsvorsitzenden des Parlaments einigten sich am Donnerstag in Straßburg auf den 31 Jahre alten Wirtschaftswissenschaftler. Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) würdigte Badawi als „mutigen und vorbildlichen Mann“.

Die 1000 Stockhiebe, zu denen Badawi wegen angeblicher Beleidigung des Islams verurteilt worden ist, nannte Schulz „brutale Folter“. Der Parlamentspräsident forderte den saudischen König auf, „Badawi unverzüglich zu begnadigen und freizulassen, damit er den Preis entgegennehmen kann“.

Badawi wurde 2014 zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilt. Auf seinem Blog hatte er die Trennung von Staat und Religion vorgeschlagen – eine schwere Provokation im streng religiösen Königreich. Vergeben werden soll die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung am 16. Dezember in Straßburg.

Für den Parlaments-Vizepräsidenten und Vorsitzenden der FDP im Parlament, Alexander Graf Lambsdorff, ist „Meinungsfreiheit so wichtig wie die Luft zum Atmen“. „Raif Badawis Engagement für dieses grundlegende Menschenrecht, trotz hoher Risiken, ist uns allen ein leuchtendes Beispiel“. Der Fall Badawi hat weltweit Proteste ausgelöst. Westliche Regierungen mahnten die Saudis, auf die Strafe zu verzichten.

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  © reuters, Reuters Rückblick Januar 2015: Amnesty protestiert für die Freiheit von Blogger Badawi
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Ehefrau lebt in Kanada

 Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht in der Preisverleihung an Badawi ein „starkes Zeichen für Meinungs- und Pressefreiheit weltweit“. „Wir alle würden uns wünschen, dass er den Preis auch persönlich entgegennehmen könnte“, schrieb Gabriel auf Facebook. Die Bundesvorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir, forderten die Bundesregierung auf, den Druck auf Saudi-Arabien zu erhöhen, „die unmenschliche Strafe gegen Raif Badawi und andere Opfer des saudischen Justizsystems aufzuheben“.

Badawis Ehefrau, Ensaf Haidar, die mit ihren Kindern in Kanada lebt, sprach die Hoffnung aus, dass der Preis ein positives Signal für die Freilassung ihres Ehemannes aussenden würde. „Ich hoffe, der Preis wird ihn aufheitern. Als ich vor sechs Tagen mit ihm telefonierte, war er in keiner besonders guten Verfassung“.

Mitbewerber Badawis um den Preis waren die demokratische Opposition in Venezuela und der im Februar ermordete russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow.

Preisträger waren Mandela und Malala

Der Sacharow-Preis ist eines der wichtigsten Auszeichnungen, die die EU-Abgeordneten im Einsatz für die Menschenrechte zu vergeben haben. Damit werden seit 1988 Menschen gewürdigt, die sich auf außergewöhnliche Art und Weise für Grundrechte, Meinungsfreiheit und gegen Unterdrückung einsetzen.

2013 ging er an die damals 16 Jahre alte Pakistanerin Malala Yousafzai, die in ihrer Heimat für das Recht auf Bildung kämpft und 2012 von den Taliban gezielt niedergeschossen wurde. 2014 erhielt sie auch den Friedensnobelpreis. Frühere Preisträger waren der erste schwarze Präsident Südafrikas, Nelson Mandela (1988), bevor er Präsident wurde, und der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia (2008).

Raif Badawi erhält Sacharow-Preis

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Hier noch etwas zu den skandalösen Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien.

Bundesregierung genehmigt Waffenexporte in die Golfregion

Patrouillenboote für Saudi-Arabien, Panzer für Katar und den Oman: Der Bundessicherheitsrat hat offenbar umfangreiche Waffenlieferungen für die Golfstaaten freigegeben.(Stand 27. Juni 2015)

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-06/waffenexporte-ruestung-golfregion-saudi-arabien

Deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien

Saudi-Arabien gilt als einer der autoritärsten Staaten der Welt. Dementsprechend ist die Menschenrechtslage dort äußerst schlecht. Zudem ist die Situation in dem Wüstenstaat und in der Region sehr bedenklich und der Endverbleib von Waffen nicht gesichert.

Der deutschen Bundesregierung scheint all dies egal zu sein, denn wie der Datenbank der Campaign Against Arms Trade (CAAT) und waffenexporte.org zu entnehmen ist, billigte sie entgegen ihren eigenen Rüstungsexportkriterien zwischen 2001 und 2014 Rüstungsverkäufe im Wert von fast 2,6 Milliarden Euro an das diktatorische Regime. Darunter befanden sich Genehmigungen unter anderem für den Export von Feuerleiteinrichtungen, Kriegsschiffen, Munition, Kleinwaffen sowie Fahrzeugen und Panzern.

http://aufschrei-waffenhandel.de/Saudi-Arabien.177.0.html

Einige Fakten zum Wahabismus.

Wahhabiten
Die Anhänger Ibn Abd al-Wahhabs nehmen für sich in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten. Glaubensauffassungen, die mit dem Wahhabismus nicht vereinbar sind, werden von ihnen in der Regel als unislamisch deklariert.[1] Die meisten Wahhabiten leben heute in Saudi-Arabien, wo ihre Lehre staatliche Förderung genießt. Daneben dominieren Anhänger der wahhabitischen Lehre auch in Katar, sie finden sich aber auch in Indien, Pakistan und Westafrika. Die Bezeichnung „Wahhabiten“ wird nur von Gegnern dieser Gruppierung verwendet. Sie selbst bezeichnen sich in der Regel nicht so, sondern als Salafis oder einfach als „Sunniten“ (ahl as-sunna).
Die in Asien verbreitete Gruppe der Ahl-i Hadîth sowie das Al-Qaida-Netzwerk stehen den Wahhabiten nahe. Auch die Ideologie der Taliban weist Ähnlichkeiten mit dem Wahhabismus auf, allerdings sind die Taliban Anhänger der hanafitischen Rechtsschule.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wahhabiten

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Gruß Hubert

1000 Peitschenhiebe für saudi-arabischen Blogger (plus 10-jährige Haft)   1 comment

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Unfassbar welche Gesetze es in manchen islamischen Staaten gibt, wie zum Beispiel in Saudi Arabien, wenn es auch nicht das einzige islamische Land mit empörenden Gesetzen ist. Der Blogger Raif Badawi hatte nur das harte Vorgehen der religiösen Polizei (welch Anachronismus…!) kritisiert. Für so eine Harmlosigkeit (aus westlicher Sicht) bekommt man in Saudi Arabien zehn Jahre Haft und 1000 Peitschenhiebe. Trotzdem hatte man die Unverfrorenheit einen saudi-arabischen Vertreter zur Solidaritätskundgebung nach Paris zu schicken. Was soll das?

SPON:
„Der 30-jährige Aktivist hatte auf seiner Internetseite Liberal Saudi Network immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islam kritisiert. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im vergangenen Jahr wegen „Beleidigung des Islam“ zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und den 1000 Peitschenhieben verurteilt.“
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http://www.spiegel.de/panorama/justiz/raif-badawi-blogger-geht-es-vor-erneuter-auspeitschung-sehr-schlecht-a-1013095.html
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Ebenfalls aus SPON:

 

1000 Peitschenhiebe soll der saudi-arabische Blogger Raif Badawi als Strafe bekommen. Nach den ersten 50 geht es dem 30-Jährigen so schlecht, dass der Vollzug laut Amnesty International nun ausgesetzt wird.

Dschidda/Brüssel – Vor einer Woche bekam der saudi-arabische Blogger Raif Badawi die ersten 50 Peitschenhiebe seiner Strafe wegen angeblicher „Beleidigung des Islam“. Die restlichen 950 sollte der 30-Jährige in den kommenden Wochen erhalten. Nun scheint der für Freitag angekündigte Vollzug der nächsten 50 Schläge verschoben worden zu sein. Das meldet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf Twitter. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle von dem Aufschub.

Badawi sitzt derzeit in einer Gefängniszelle in Dschidda. Der Aktivist hatte auf seiner Internetseite Liberal Saudi Network immer wieder die Religionspolizei kritisiert. Diese setzt mit harter Hand die strenge Auslegung des Islam durch, die in dem Königreich vorherrscht. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im vergangenen Jahr zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und den 1000 Peitschenhieben verurteilt.

„Empörende Unmenschlichkeit“

Badawai habe die ersten 50 Schläge nicht gut verkraftet, berichtete der „Guardian“ unter Berufung auf Amnesty International. Sein gesundheitlicher Zustand ist laut Amnesty auch der Grund für die Aufschiebung der Strafe. Die Entscheidung, die Peitschenhiebe auszusetzen, liegt beim Gefängnisarzt.

Die Verschiebung der Strafe aus Gesundheitsgründen zeige die „absolute Brutalität dieser Bestrafung und unterstreicht ihre empörende Unmenschlichkeit“, sagte Amnesty-Vertreter Said Boumedouha. Es sei makaber, dass Badawi nach jedem Mal Auspeitschen erst wieder gesund werden müsse, um die Fortsetzung der Bestrafung zu ermöglichen. Badawis Frau sagte, die nächste Auspeitschung solle nun wahrscheinlich am Freitag kommender Woche stattfinden.

Der Fall Raif Badawi hat international Entsetzen ausgelöst. Nach der ersten Auspeitschung in der vergangenen Woche hatte die Organisation Human Rights Watch König Abdullah aufgefordert, die Verurteilung Badawis aufzuheben und den Blogger „umgehend zu begnadigen“. Auch die EU und die US-Regierung kritisierten das Vorgehen.

Hoffnung setzt die Frau des Verurteilten, Ensaf Haidar, darauf, dass das Büro des saudischen Königs Abdullah die Akte bereits vor einem Monat an das höchste Gericht verwiesen habe, wie sie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Damit könnte der Fall möglicherweise neu aufgerollt werden.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/raif-badawi-auspeitschung-von-blogger-verschoben-a-1013316.html

Übersetzung aus The Guardian, Auszug.

Smialowski/AFP/Getty Images

 

Badawi Ehefrau Ensaf Haidar, sagte dem Guardian von Montreal am Sonntag: „Viele Regierungen in aller Welt haben über den Fall meines Mannes protestiert. Ich war optimistisch, bis zur letzten Minute dass die Auspeitschung nicht erfolgt. Aber die saudische Regierung benimmt sich wie Daesh [abwertend arabische Name für islamischen Staat oder Isis].“

Dabei verurteilte Saudi-Arabien zusammen mit anderen arabischen und muslimischen Ländern die Ermordung von 12 Menschen der Pariser Satirezeitung Charlie Hebdo. Böse Kommentare geißeln die Doppelmoral bei der grausame Strafe für einen Mann, der der angeblichen Beleidigung des Islam beschuldigt wurde. (Dabei hatte er nur das harte Vorgehen der religiösen Polizei kritisiert).
Eine Karikatur, die in den Sozialmedien zirkulierte, zeigte einen Mann der Badawi ähnelte, die das Vorgehen von Saudi Arabien geißelte: „Saudi-Arabien verurteilt den Terroranschlag auf die Freiheit der Meinungsäußerung in Paris …“

Badawis Anwalt, Waleed Abu al-Khair, wurde im Juli vergangenen Jahres zu 15 Jahren Haft wegen der Kritik an Menschenrechtsverletzungen verurteilt.
Quelle:
http://www.theguardian.com/world/2015/jan/11/flogging-global-outrage-saudi-arabia-silent

 

Gruß Hubert

Die Eierstöcke der Frau und Auto fahren in Saudi Arabien   1 comment

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Man kann sich nur wundern mit welchen Argumenten in Saudi Arabien den Frauen das Autofahren verboten wird. Der Wert der Frau in islamischen Ländern ist nicht viel höher als der von Vieh.

Schlagende Argumente gegen autofahrende Frauen in Saudi-Arabien

Nix Mecker: Keine Frage, was bei uns überwiegend zu einer reinen Redensart verkümmert ist, das schlagende Argument, gilt in Saudi-Arabien immer noch als finales Züchtigungsmittel für die ungehorsame Frau … aber auch für das Vieh.

 

Frauen-burka.

 

Letzteres muss gesagt werden, damit die Frauen dort nicht übergebührlich aufgewertet werden, denn sie haben kaum einen höheren Stellenwert als das Vieh. Nicht nur der Wallfahrtsort Mekka ist ein Alleinstellungsmerkmal des Landes, nein auch die Tatsache, dass es das einzige Land auf diesem Planeten ist in dem Frauen verboten ist Auto zu fahren. Selbst dann nicht, wenn sie die Befähigung dazu offiziell im Ausland redlich erlangt haben. Tun sie es doch, dann folgen unter Umständen wieder die oben erwähnten schlagenden Argumente, gern auch in Form der Peitsche.

Aber jetzt versucht sich das Land bei der Begründung des aufrechterhaltenen Fahrverbots für Frauen doch erst noch einmal mit schlagenden Argumenten der verbalen Art. Scheich Saleh bin Saad al Lehaydan weiß es ganz genau:

„Eine Frau, die regelmäßig Auto fährt, bringt ihre Gesundheit und die ihrer neugeborenen Kinder in Gefahr“!

Er posaunte das Geheimnis gegenüber der saudischen Newsseite Sabq aus, wie der EXPRESS an dieser Stelle in Erfahrung brachte. Das liegt also daran, dass die Eierstöcke der Frau beim Autofahren durch das Becken nach oben gedrückt werden, wegen der Sitzhaltung beim Autofahren, was dann zu einer spontanen Schädigung der Eierstöcke führen kann. Oh, oh, wenn das die Frauen hier in Europa wüssten, sie würden sofort das Auto stehen lassen.

Natürlich wissen weder die Frauen in allen übrigen Ländern davon und auch nicht die in Saudi-Arabien. Das hat einen guten Grund wie der Scheich auch zu berichten weiß. Denn diese wissenschaftliche Studie, die das belegt, ist absolut geheim … bis jetzt … aber vorzeigen kann er sie trotzdem nicht, sie muss wohl aus Sicherheitsgründen auch weiterhin geheim bleiben. Insoweit könnte man auch zu der bösen Vermutung gelangen, dass diese nicht vorzeigbare geheime Studie mit „Eselinnen“ durchgeführt wurde. Setzt man solche Vierbeiner in ein Auto, in der beschriebenen Haltung, dann dürfte es tatsächlich fatale Folgen Folgen haben. Nun, so genau können die Saudi-Araber da wohl nicht unterscheiden, oder wollen es vielleicht auch gar nicht.

Ob es wohl auch ebenso geheime Studien gibt, wonach das Autofahren bei Männern nicht nur einen Samenstau verursacht, sondern auch zu massiven Störungen des Denkvermögens oder gar zu religiösen Wahnvorstellungen führen kann, das wurde nicht bekannt. Ok, darum ging es ja auch nicht, denn so etwas ist in Saudi-Arabien längst akzeptiert. Interessant wäre jetzt natürlich schon noch gewesen wo diese Studie entstanden sein soll. Es kann keine saudische Studie sein, weil es dort keine autofahrenden Frauen gibt.

Nun, wenn sich der Scheich so dumm anstellt, dann wollen wir ihm mal bei der Argumentation ein wenig behilflich sein, wie er das Fahrverbot für Frauen besser hätte begründen können, da sollten uns doch die Ideen nicht ausgehen. Wollen hoffen, dass dieser Voll-D*** hier auch nachliest oder sich wenigstens unsere Inspirationen übersetzen lässt.

  • Hätte er sich jetzt nicht auf das Eierstock-Drama fixiert, wäre er besser beraten gewesen, beim deutschen TÜV ein Gutachten anzufordern und man darf sicher sein, es wäre zur vollsten Zufriedenheit der saudischen Zahlmeister ausgefallen. Darin hätte stehen können, dass die vollverschleierten Frauen einen zu schlechten Überblick (Blickwinkel) haben und damit eine Verkehrsgefährdung darstellen. Auch die langen Röcke könnten sich an Kupplung, Bremse oder Gaspedal verfangen und entsprechend Unfälle verursachen.
  • Ein Statement der deutschen Polizei hätte noch ergänzen können, das Vollvermummung beim Fahren auch in Deutschland ein Problem darstellt und wenn es „demonstrativen Charakter“ hat, dann ist es sogar in Deutschland verboten, siehe Vermummungsverbot [Wikipedia]. Deutschland ist immer eine gute Referenz, das würden sogar die saudischen Frauen schlucken und sich hernach bestimmt fügen. Eine Aufhebung des „Vermummungsgebots” für saudische Frauen stand noch nie auf der Agenda, deshalb würde dann implizit das Autofahren dabei durchs Rost fallen, ohne den Frauen persönlich etwas zu wollen.
  • Leichter hätte es der Scheich gehabt, wenn er die Verantwortung in Richtung der Vormundschaften der Frauen delegiert hätte. In Saudi-Arabien gibt es nicht ein zweibeiniges weibliches Wesen ohne Vormund. Ohne deren Erlaubnis läuft rein gar nichts. Nicht Reisen, nicht Studieren, nicht alleine Ausgehen, rein gar nichts. Und um einige weicheiige Männer/Vormunde davon abzuhalten den Frauen in dieser Sache womöglich doch nachzugeben, hätte es ja gereicht die Vormunde mit satten Strafen zu bedrohen, wenn ihre Schutzbefohlenen Weiber dort eine Erlaubnis zum Autofahren erbetteln wollten oder sie gar unerlaubt dabei erwischt werden. Schon wäre die Diskussion in eine andere Richtung gegangen und allein nur beim Blick auf das Auto wäre die Frau schon zusammengeprügelt worden, denn die Angst der Männer hat schon immer erheblich mehr bewegt als der Mut der Frauen.
  • Und zuletzt darf natürlich folgender Hinweis nicht fehlen: hätten die Saudis doch nur eine reale Studie zu den bestehenden Vorurteilen gegenüber autofahrenden Frauen in der Restwelt in Auftrag gegeben und diese als Realität verkauft, wären sie erheblich erfolgreicher gewesen. Von den Frauen die nicht einparken können, die Entfernungen nicht richtig abschätzen können, ewig zu langsam fahren und allzeit den Verkehr behindern (nicht nur im Bett). Dazu noch die Zoten vom fehlenden Technikverständnis der Frauen, dass die Autos eben viel zu komplex seien um von ihnen verstanden zu werden. Um final dann auch noch auf die Waffenscheinpflicht von Autos zu verweisen, Mordsgerät welches definitiv nicht in Frauenhände gehört, dass erst wäre ein Reißer geworden.

Stattdessen nun die Geschichte von den Eierstöcken und der verpfuschten Nachkommenschaft. Billiger und unglaubwürdiger geht’s nimmer. Um nun allerdings in Saudi-Arabien das Mittelalter nicht aufgeben zu müssen, haben die Autoritäten dort schon angekündigt gegen die „Ramba-Zamba Autoweiber“ (übersetzt: Feministinnen) entschieden vorgehen zu wollen. Das schließt auch harte Strafen für Filme ein, die die „Autoweiber” von ihren Straßeneskapaden Straftaten auf Youtube hochladen.

Und schon sind wir final wieder beim schlagenden Argument angelangt, der Peitsche. Ob die Täterinnen im Wiederholungsfall auch gesteinigt werden sollen, darüber schweigen sich die geistlichen Männer mit akutem Sammenstau Hirnversagen wohlweislich aus.

Die geistige Impotenz der saudischen Herrschaft treibt dort also weiter seltsame Blüten, aber dafür sind sie schließlich Deutschlands beste Freunde und bekommen neben den Autos mit den Sternen auf der Haube auch die dicken Brummer von uns verkauft, die Leos, die man braucht um die Rechte der Nachbarn (auch die der Frauen) erfolgreich niederhalten zu können. Echte Männerfreundschaften sind doch noch nie an den Frauen gescheitert, oder?

 

 Über den Autor

WiKa

Wilfried Kahrs – Die Welt ist stellenweise so verzerrt, da hilft nur noch heftigere Verzerrung, Sarkasmus und wortakrobatische Verbiegung um ansatzweise wieder gerade Konturen erkennen zu können. Genau das scheint die Aufgabe zu sein, um einige Lichtstrahlen mit der Brechstange ins Dunkel hinabzulassen … 🙂

http://www.neopresse.com/gesellschaft/schlagende-argumente-gegen-autofahrende-frauen-in-saudi-arabien/

Gruß Hubert

Veröffentlicht 29. November 2013 von hubert wenzl in Politik

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