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Sterbehilfe – wann ist sie strafbar?   2 comments

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Sterbehilfe ist ja ein sehr komplexes und delikates Thema. Es wird deshalb auch sehr konträr diskutiert. Meiner Ansicht sollte jemand nicht lange leiden müssen, wenn es keine Aussicht auf Heilung gibt und die Person es nicht will. Ein Mensch sollte selbstbestimmt und in Würde sterben dürfen. Es gibt viele Facetten, die es bei der Sterbehilfe zu beachten gibt. Leicht kann man da konfus werden, mich nicht ausgenommen. Sterbehilfe wird auch in europäischen Ländern sehr unterschiedlich diskutiert und behandelt.
Hier ein Artikel von Netdoktor.

Selbstbestimmt leben, selbstbestimmt sterben – das ist für viele Befürworter der Sterbehilfe das Hauptargument.  Welche Arten von Sterbehilfe es gibt, wie andere Länder damit umgehen und was in Deutschland der rechtliche Rahmen dazu ist, erfahren Sie hier.

Gesund im hohen Alter einschlafen und nicht wieder aufwachen – diese Vorstellung vom Sterben wird nur für wenige Wirklichkeit. Oft zieht sich das Sterben hin und kann mit Schmerzen und drastischen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden sein. Nicht zuletzt haben viele Sterbende Angst, ihrer Umwelt „zur Last“ zu fallen. Dies alles schürt Ängste und weckt bei manchen den Wunsch, selbst zu bestimmen, wann sie sterben – auch, wenn dazu die Hilfe Dritter nötig ist.

Was ist Sterbehilfe?

Darf man jemandem beim Sterben helfen? Dies ist eine heiß diskutierte Frage, an der sich sowohl Ethiker als auch die Gesetzgebung immer wieder abarbeiten. Grundsätzlich werden verschiedene Formen der Sterbehilfe definiert:

Passive Sterbehilfe: Hierbei werden lebensverlängernde Maßnahmen (zum Beispiel künstliche Ernährung, Beatmung oder die Gabe bestimmter lebenserhaltender Medikamente) nicht fortgesetzt. Grundlage hierfür ist normalerweise der ausdrückliche Patientenwille, zum Beispiel in Form einer Patientenverfügung. Liegt dieser vor, ist die passive Sterbehilfe in Deutschland nicht strafbar.

Indirekte Sterbehilfe: Hierunter versteht etwa man die Gabe von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln, die das Leiden lindern, gleichzeitig aber auch die Lebenserwartung einschränken. Ein Beispiel sind Opiate, die den Schmerz und die Angst nehmen, gleichzeitig aber auch die Atmung dämpfen. Letzterer Effekt wird dann billigend in Kauf genommen – auch ausdrücklich bestätigt durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 1996. Indirekte Sterbehilfe ist demzufolge in Deutschland nicht strafbar.

Beihilfe zur Selbsttötung: Ein Selbstmord – zum Beispiel mit einem Giftcocktail – wird juristisch nicht geahndet. Rein rechtlich ist auch die Beihilfe zum Suizid nicht strafbar. Allerdings können Helfer anschließend wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden. Ärzten allerdings verbietet das Berufsrecht, Menschen bei der Selbsttötung zu assistieren. Ein Verstoß kann zum Beispiel den Entzug der ärztlichen Berufserlaubnis zur Folge haben.

Aktive Selbsttötung: Sie wird auch „Tötung auf Verlangen“ genannt und ist in Deutschland strafbar. Gemeint ist zum Beispiel, wenn jemand einem Sterbenden ein tödliches Mittel verabreicht – auch, wenn dieser das ausdrücklich gewünscht hat. Wer sich hier schuldig macht, muss mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren rechnen.

Diskussionspunkt: Beihilfe zur Selbsttötung

Die Debatten, die derzeit geführt werden, beschäftigen sich vor allem mit der Beihilfe zur Selbsttötung. Denn diese nutzen zum Beispiel Sterbevereine oder andere Organisationen, die Sterbehilfe anbieten. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wünscht sich ein umfassendes Verbot für alle derartigen Sterbehilfeangebote. Niemand solle kommerziellen Nutzen aus dem Leid und Tod anderer Menschen ziehen.

Abgeordnete aus Union und SPD dagegen wollen, dass es zumindest Ärzten gesetzlich erlaubt wird, den Wunsch auf Selbsttötung zu unterstützen – in einem engen gesetzlichen Rahmen zumindest. Die Bundesärztekammer weist allerdings darauf hin, dass Ärzte dazu verpflichtet sind, das Leben zu erhalten, nicht dabei zu helfen es zu beenden. Ein klares Nein also zur ärztlichen Sterbehilfe.

In einem Punkt allerdings sind sich alle Seiten einig: Deutschland soll in der Palliativ- und Hospizversorgung besser werden. Im Frühjahr 2015 sollen Gesetzentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe in Deutschland vorgelegt und nach parlamentarischen Debatten im Laufe des Jahres auf den Weg gebracht werden.

Sterbehilfe in Europa

Unwahrscheinlich ist allerdings, dass die Sterbehilfe in Deutschland in absehbarer Zeit ähnlich liberal gehandhabt wird wie beispielsweise bei den europäischen Nachbarn Belgien oder Luxemburg. Dort ist aktive Sterbehilfe unter bestimmten Umständen durch einen Arzt erlaubt. Wichtig sei unter anderem, dass der Patient in einer medizinisch ausweglosen Situation steckt und abzusehen ist, dass sein restliches Leben mit unerträglichem Leiden einhergehen würde.

In der Schweiz ist aktive Sterbehilfe verboten,  die Beihilfe zum Selbstmord allerdings straffrei, solange keine „selbstsüchtigen“ Gründe dafür vorliegen. Mehrere Sterbehilfeorganisationen wie beispielsweise „Dignitas“ oder „Exit“ arbeiten auf dieser gesetzlichen Grundlage.

Italien, Österreich oder Dänemark verbieten gesetzlich die aktive Sterbehilfe und die Beihilfe zum Selbstmord, passive oder indirekte Sterbehilfe sind dagegen erlaubt.

Sterbehilfe – wann ist sie strafbar?

 

Mein Tod gehört mir (S)


http://www.4shared.com/video/g5NFjVzDce/Mein_Tod_gehrt_mir___S_.html
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Wenn Selbstbestimmung überhaupt einen Sinn hat, dann können ja nicht andere darüber verfügen ob mein Leben lebenswert ist oder nicht. Nur der Einzelne kann das für sich entscheiden. Es kann ja niemand zum Sterben gedrängt werden aber doch nicht auch zum Leben gezwungen werden.

 

Der Abschiedsbrief von Udo Reiter
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Gruß Hubert

Veröffentlicht 2. Juli 2015 von hubert wenzl in Medizin, Politik

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Unheilbarer Gehirntumor – Sterbehilfe   Leave a comment

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Ich muss selbstbestimmt sagen können ob ich noch weiterleben will oder nicht, egal aus welchem Grund. Ich lasse mir von keinem Pf-affen Affen sagen ober ich noch weiterleben „muss“. Müssen tut man nur sterben.

Es ist in meinen Augen einfach nicht hinnehmbar, dass Menschen sich anmaßen, anderen Menschen ein so fundamentales Recht, wie das auf einen frei gewählten Tod, zu untersagen. Und zu diesem „frei“ gehört nicht bloß, dass man sich neben dem Zeitpunkt auch den Weg aussuchen darf, den zu gehen man selbst in der Lage ist. Wenn ich unerträgliche Schmerzen habe, nützt es auch nichts, wenn mir jemand die Hand hält, sofern hierfür überhaupt die Zeit vorhanden ist, wie es von Christlichen in der Palliativmedizin immer wieder vorgebracht wird. Für Theologen, wie dem Erzbischof von Portland – USA, Alexander King Sample, hat das Leben immer Wert und ist kostbar, ganz egal in welchem Zustand wir uns befinden. Ganz egal in welchem Zustand wir uns befinden?? Zu sehen im Video im Link ganz unten bei Position 50 Sekunden zirka.

Ich kann mich wunderbar an Udo Reiter anschließen, der sich im Oktober dieses Jahres das Leben nahm, anschließen.
Er hat zum Revolver gegriffen. Er hat sich das Recht genommen, ganz selbstbestimmt. Die Selbstbestimmung muss prinzipiell gelten, sagte er. Sogar als Lebenssattheit muss ich mir das Leben nehmen dürfen.

„Ich möchte das an meinem Beispiel deutlich machen. Ich sitze seit 47 Jahren im Rollstuhl und habe trotzdem ein schönes und selbstbestimmtes Leben geführt.

Irgendwann wird es zu Ende gehen. Aber wie? Ich möchte nicht als Pflegefall enden, der von anderen gewaschen, frisiert und abgeputzt wird. Ich möchte mir nicht den Nahrungsersatz mit Kanülen oben einfüllen und die Exkremente mit Gummihandschuhen unten wieder herausholen lassen. Ich möchte nicht vertrotteln und als freundlicher oder bösartiger Idiot vor mich hindämmern. Und ich möchte ganz allein entscheiden, wann es so weit ist und ich nicht mehr will, ohne Bevormundung durch einen Bischof, Ärztepräsidenten oder Bundestagsabgeordneten.“

Brittany Maynard ist tot
Es war ein öffentlicher Countdown bis zum Tod, jetzt hat Brittany Maynard ihren Plan umgesetzt. Am Wochenende nahm sie ihre tödlichen Medikamente.

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Suizidhilfe: „Warum dürfen nur Tiere ‚human‘ erlöst werden?“   Leave a comment

Suizidhilfe ist ein delikates Thema, worüber man vor allem mit den christlichen Kirchen nicht reden kann. Gleich wie diese verhindern möchten, dass Menschen selbst bestimmen können, wann sie Kinder bekommen, möchten sie auch verhindern, dass jemand selbst seinen Tod bestimmt, weil damit die „göttliche Allmacht“ fällt. Warum sollte ein Mensch zum Schluß unmenschlich leiden müssen?

Hier ein Auszug aus paperblog.com

WEIMAR. (fgw) Die Diplom-Psychologin Gita Naumann, beim Humanistischen Verband Berlin seit über 20 Jahren verantwortlich tätig im Bereich Lebens- und Krisenhilfe / Sterbebegleitung / Patientenverfügung, hat jetzt einen Sammelband zum Thema „Suizidhilfe als Herausforderung“ vorgelegt. Dieser Band enthält ärztliche, ethische und psychologische Positionen aus Sicht der Praxis sowie persönliche Aussagen Betroffener, verbunden mit juristischen Klarstellungen und humanistischen Lösungsansätzen. Die Überschrift dieses Artikels ist dem Brief einer Betroffenen entnommen.

Doch zunächst, der Suizid bzw. Freitod ist in unserem seit mehr als 15 Jahrhunderten vom Staats-Christentum geprägten Kulturkreis nach wie vor ein Tabu-Thema, wird von kirchlicher Seite als Selbstmord, also als ein Verbrechen, denunziert. Ganz anders sieht es in anderen Kulturkreisen aus. Ganz anders sah es auch in der vorchristlichen Zeit Europas aus, also in den antiken hellenistischen, römischen, keltischen, germanischen und slawischen Kulturen (und Religionen). Das menschliche Recht auf einen selbstbestimmten, würdevollen, ehrenhaften Tod war bzw. Ist gesellschaftlich akzeptiert.

Anders eben im Christentum. Warum? Ich nenne dafür – in aller Kürze – nur zwei Gründe: menschliche Selbstbestimmung führt eine „göttliche Allmacht“ ad absurdum. Vor allem aber: menschliche Selbstbestimmung über Leben, Lebensweisen, Gesundheit und auch über das Lebensende gefährdet das Hauptziel aller Priesterkasten – also die Macht, ihre Macht, über Menschen.

[…]
Doch leider kommen in dieser Frage, wie eigentlich in unserer Gesellschaft leider üblich, die Betroffenen nicht zu Wort bzw. wird deren Wort abgetan. Abgetan von Klerikern, abgetan von einer den christlichen Kirchen zugeneigten Politik, Justiz und auch Ärzteschaft. Und nicht vergessen soll dies werden: seit aus einem Gesundheitswesen ein Gesundheitsmarkt geworden ist, läßt sich mit Pharmaka, Apparatemedizin, Pflegeheimen u.a. Einrichtungen sehr, sehr viel Geld verdienen. Einrichtungen in privater Trägerschaft, und dazu zählen ohne Anstriche auch Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, sollen, wollen, müssen Gewinn erzielen. Ist doch Gewinnerzielung der einzige Zweck privater Unternehmen.

Und zur Verschleierung z.B. von Machtinteressen und von Gewinnstreben, wurden/werden Mythen aller Art erfunden und medial breit gestreut.

In ihrem einführenden Beitrag „Mythen, Realitäten und eine neue Debatte“ schreibt daher Gita Neumann, daß es zum Thema Suizid und Suizidhilfe in Deutschland ein ganzes Bündel von Mythen gibt: den Allmachtsmythos einer überschätzten und ideologisch (christlich) vereinnahmten Palliativmedizin und der Hospize, den Rechtfertigungsmythos des so nicht existenten Hippokratischen Eides; vor allem aber den Mythos daß die Hilfe zum Suizid in Deutschland verboten sei…

[…]
Meinolfus W.M. Strätling, ebenfalls Arzt, stellt daher die berechtigte Frage an die sogenannte verfaßte Ärzteschaft: „Assistierter Suizid – grundsätzlich ‚keine ärztliche Aufgabe? – Eine Bestandsaufnahme und Kritik: Medizin – Ethik – Recht“.

Er kritisiert u.a. die belegte „einseitige, weltanschaulich motivierte Vereinnahmung und Unterwanderung der Palliativmedizin, der Hospizbewegung und ihrer Grundanliegen“ (S. 95/96).

Da kann man nur auf die seit alters bewährte Methode des christlichen Klerus verweisen: „Wenn ich etwas nicht verhindern kann, dann setze ich mich an dessen Spitze und lasse es ins Leere laufen…“

[…]
Strätling fordert die Anerkennung der „conditio humana“ (und setzt sich damit in Gegensatz zu den christlichen Kirchen): „Der Mensch ist sterblich. Er ist dem Tod und denkbar damit auch dem Leiden unterworfen. Dieses Leid kann und sollte (…) sicher bestmöglich vermieden oder gelindert werden. Eine ‚Erlösung‘ davon kann die scheinbare ‚Heilsbotschaft‘ Palliativmedizin aber sicher nicht bieten.“ (S. 100) Er fordert daher „ärztliche Leidvermeidung statt Zementierung der Grauzone“ und spricht sich deshalb dafür aus, daß die Vermeidung von schlimmen Leid durch den ärztlich assistierten Suizid durchaus zu den ärztlichen Aufgaben gehöre.

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Zur öffentlichen Wahrnehmung des Themas schreibt Strätling: „Empirisch existieren viele Hinweise, daß die öffentliche Berichterstattung überwiegend durch Unwissen, Unsicherheiten und gezielte Desinformation geprägt ist. (…) Zu identifizieren sind dabei vor allem konservative bzw. religiös motivierte Kreise (…) und der Hospizbewegung. Dies belegt eine überwiegend weltanschaulich-ideologische und berufspolitische Motivation.“ (S. 124) Und er weist auf eine Überrepräsentanz „christlicher Träger“ in der Palliativmedizin und Hospizbewegung hin, was im „Sinne der Vertretung weltanschaulicher Pluralität (…) nicht legitim sei.“ (S. 132). In diesem Zusammenhang fällt die Bemerkung, daß sich der Klerus in der Debatte gerne hinter „medizinethischen“ Argumenten verstecke.

[…]
Gita Neumann schreibt aber als Fazit des Sammelbandes dies klar und deutlich: „Das unstrittige Recht, die eigene Grenze der Leidensfähigkeit selbst zu bestimmen, darf nicht zum Recht auf Suizidhilfe umdefiniert werden.“ Und: „Beherzigen wir zur Entscheidung ideologischer Grundsätze immer, daß niemand meinen darf, definieren zu können, was die Würde am Ende des Lebens bedeutet – es sei denn für sich selbst.“ (S. 234)

Nun, das dürfte dem christlichen Klerus aber absolut nicht gefallen…
Erstellt am 27. Oktober 2012 von Freigeistweimar

Suizidhilfe-warum-dürfen-nur-Tiere-human-erlöst-werden

Gruß Hubert