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Mollath und der Fall HypoVereinsbank   Leave a comment

Im Fall Mollath wird kaum über das Verhalten der HypoVereinsbank gesprochen, die dort aber eine ganz wesentliche Rolle spielt. Psychiater, die ihn nie persönlich untersucht hatten, haben ihm aufgrund der von Mollath angezeigten vermutlichen Schwarzgeldverschiebungen als wahnhaft paranoid diagnostiziert. Die Hypovereinsbank in Nürnberg hatte schon 2003 in einem internen Revisionsbericht Mollath zuerkannt, dass er über Insinderwissen verfüge und seine Anschuldigungen gegebenüber seiner ex-Frau Petra M. und der Bank im Kern als zutreffend erklärt. Leider gibt es in Deutschland keine rechtliche Pflicht, dass eine Bank das melden müsste. Sie hätte aber zumindest eine moralische Pflicht dazu gehabt. Dann hätte der seit 2006 in einer forensischen Psychaitrie einsitzende Mollath wohl viel früher die Psychiatrie verlassen können. Aber die Bank wollte wohl einflussreiche Kunden und nicht zuletzt sich selber schützen wollen.

Hier ein Aufsatz auf sopos.org

Mollath und der Fall HypoVereinsbank

Gustl Mollath ist auf freiem Fuß, fühlt sich aber nicht frei. Frei wird er vielleicht sein, wenn er nach dem Wiederaufnahmeverfahren rehabilitiert, angemessen entschädigt und wieder integriert worden ist. Dazu muß der Fall Mollath noch einmal aufgerollt und der Schwerpunkt des Prozesses an einem entscheidenden Punkt neu gesetzt werden, und zwar auf die HypoVereinsbank. Das wird nur gelingen, wenn der Fall nicht mehr als »Rosenkrieg« zwischen dem Ehepaar Mollath dargestellt, sondern der Kern des Konflikts, das von Mollath angezeigte Bankenverbrechen, öffentlich berücksichtigt wird.

Das Verbrechen an Mollath wird von nahezu allen Kommentatoren auf das Versagen von Justiz und Psychiatrie reduziert, als ob die Bayerische HypoVereinsbank nichts mit der Sache zu tun gehabt habe. Ein Beispiel dieser entkernten Falldarstellung lieferte Christian Bommarius in der Frankfurter Rundschau vom 17./18.8.2013. Ein guter Kommentar zum Auftritt Gustl Mollaths bei Reinhold Beckmann in der ARD. Doch Bommarius schreibt dort, daß die Ex-Frau Mollaths »den Stein mit ihrer Anzeige ins Rollen brachte«. Das ist irreführend.

Den Stein brachte Gustl Mollath ins Rollen. Er drohte, seine Frau, damals »Vermögensberaterin« der HypoVereinsbank, und mit dieser auch die Bank, wegen wirtschaftskrimineller Praktiken von Schwarzgeldverschiebungen in Tateinheit mit Steuerkriminalität auffliegen zu lassen.

Über diesen harten Kern des Falles, der bei Beckmann sehr wohl thematisiert wurde, verliert Bommarius kein Wort. Weshalb? Wer den »Fall Mollath« gründlich analysiert, wird feststellen, daß er in Wirklichkeit ein – inzwischen höchstwahrscheinlich verjährter – Kriminalfall der Bayerischen HypoVereinsbank ist. Dazu muß man nicht einmal die Geschichte dieser Bank kennen und auch nicht wissen, daß in den Jahren, in denen Mollath erstmals die Bank dieses schweren Verbrechens beschuldigte, diese gerade europaweite Fusionsvorhaben und die Osterweiterung ihres Wirkungskreises durchgezogen hatte, die im Jahr des Mollath-Prozesses, 2006, in eine große Public-Relations-Kampagne mündeten.

Nur am Rande bemerkt sei hier die »strategische Partnerschaft« der HypoVereinsbank ( HVB ) mit dem 1. FC Bayern, mit der die Bank öffentlich für sich wirbt. Ausgerechnet Uli Hoeneß betrieb noch bis zu seiner Selbstanzeige für die Zuverlässigkeit von Geldanlagen bei der HVB (zusammen mit Börsenguru Frank Lehmann) vertrauensbildende Werbung.

Sie wurde – verständlicherweise – nach der Aufregung über Hoeneß von der Website der HVB entfernt. Vielleicht wird ja der anstehende Hoeneß-Prozeß klären, ob die Bank (vielleicht sogar Petra M.) auch dem Präsidenten der Münchner Meisterkicker behilflich war, einen Teil der in seiner Nürnberger Wurstfabrik sauer verdienten Millionen vor dem Zugriff des Fiskus zu retten. Solche Gedanken drängen nach vorn, wenn man Begriffe wie »strategische Partnerschaft« liest. Ob Staatsanwälte im demnächst stattfindenden Prozeß gegen den Noch-Präsidenten Hoeneß auf solch abwegige Gedanken kommen und deren Stichhaltigkeit überprüfen, darf nach allem, was über bayerische Gesetzeshüter bekannt ist, vorerst bezweifelt werden.

Da Gustl Mollaths 2004 von ihm geschiedene Ehefrau für diese Bank arbeitete und ihre »Vermögensberatung« so weit ging, daß sie sogar ganz persönlich Schwarzgeld reicher Leute in die Schweiz schaffte, verfügte Mollath über »Insiderwissen«. Das hatte die Bank schon 2003 in ihrem über Jahre geheimgehaltenen Bericht der Innenrevision festgestellt.
Daß es beim Ehestreit zu Mollaths Drohung kam, seine Frau und die Bank wegen dieses Wirtschaftsverbrechens anzuzeigen, muß bei allen Mittätern, vor allem der Bank, Alarm ausgelöst haben. Jetzt waren zuverlässige Berater und Beziehungen gefragt. Alles durfte passieren, nur nicht, daß eine öffentliche Debatte über kriminelle Geschäfte der HVB ihre gerade laufende Image-Erneuerungskampagne ad absurdum führte.

Bedarf es einer Verschwörungstheorie, um sich vorstellen zu können, wie die Telefone der beteiligten bayerischen »Leistungsträger« glühten? Daß Staatsanwälte, Wirtschaftskriminalisten, Steuerfahnder die Bank stürmen, leitende Bankangestellte verhaften könnten, muß einen Panik erzeugenden Druck auf alle staatstragenden Kräfte des CSU-Musterlandes ausgeübt haben. Dieser Druck – man lese nur über das Gebrüll des Vorsitzenden Richters, wenn Mollath von der HypoVereinsbank und der Geldverschiebung sprechen wollte – genügt als Erklärung dafür, wie die Idee entstanden sein könnte, diesen Vorwurf als frei erfunden, als »paranoide Wahnvorstellung« abzuqualifizieren, statt ihn einer gründlichen staatsanwaltschaftlichen und gerichtlichen Überprüfung zu unterziehen, wie es bei angezeigten Offizialdelikten gesetzliche Pflicht ist.

Doch Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden.
Falls es von oben die Weisung, die Finger von der Bank zu lassen, gegeben haben sollte, was noch zu klären ist, wären die Staatsanwälte entlastet. Wären sie zurückgepfiffen worden, hätten aber die – laut Ministerin Merk »unabhängigen« – Richter die Überprüfung dieser schwerwiegenden Vorwürfe veranlassen müssen.

Die von psychiatrischen Gutachtern als »diffus« und »paranoid« abqualifizierten Behauptungen Mollaths zum »Schwarzgeldsystem« der HypoVereinsbank waren immerhin klar genug, die Bank zu einer Innenrevision zu veranlassen. Und daß Frau Mollath, allen gegenteiligen Behauptungen ihres jetzigen Ehemannes – damals einer der Direktoren der HVB – zum Trotz, in die Sache verwickelt war, scheint nicht unwahrscheinlich. Wie sonst hätte Gustl Mollath zu seinem Insiderwissen gelangen können, das ihm die HVB-Innenrevision in ihrem geheimen Bericht bescheinigte? Die Diagnose der Psychiater, Mollath sei nicht schuldfähig, weil wahnsinnig und gemeingefährlich, erinnert vor diesem Hintergrund an die Konstruktionen der mittelalterlichen Inquisition.

Die illegalen Geldverschiebungen der Bank waren schon drei Jahre vor der Einweisung Mollaths in die forensische Psychiatrie eindeutig bewiesen.

Dennoch schreibt die Die Welt vom 17.8.2013: »Gustl Mollath soll ein dubioses Schwarzgeldsystem der HypoVereinsbank aufgedeckt haben, dem auch seine damalige Frau angehörte.« Man achte auf das Wörtchen »soll«. Aber wenigstens klammert Die Welt – anders als Herr Bommarius in der FR (und Beate Lakotta im Spiegel 33/13) – das Thema nicht aus. Ja sie schreibt sogar: »Weil die Sache für Prominente, vielleicht sogar für die ›bayerische Staatspartei‹ CSU hätte gefährlich werden können, brachte Petra M. ihren damaligen Ehemann in die Psychiatrie«, fügt jedoch hinzu: »lautet die gängige Interpretation des Falls«. Sie ergänzt noch: »Als Beweis zirkuliert im Netz ein Revisionsbericht der Bank aus dem Jahr 2003, der auf Mollaths Unterstützer-Seiten zu finden ist. In dem Bericht steht: ›Die Anschuldigungen des Herrn Mollath klingen zwar in Teilbereichen etwas diffus, unzweifelhaft besitzt er jedoch ›Insiderwissen‹.«

Wenn nach dem Bericht der Innenrevision »alle nachprüfbaren Behauptungen« zutreffend sind, also Mollaths damalige Frau, andere Mitarbeiter und die HypoVereinsbank tatsächlich das Verbrechen der Schwarzgeldverschiebung und Beihilfe zur Steuerkriminalität begangen haben, und wenn die Bank durch das rechtzeitige Eingeständnis ihres Verbrechens das Verbrechen an Mollath hätte verhindern können, muß das Problem Wirtschaftsverbrechen der HBV im Mittelpunkt des Wiederaufnahmeverfahrens stehen. Alles andere sind Folgewirkungen.

Details zu diesem Fall und vergleichbaren Begebenheiten finden sich in den Büchern des Mollath-Unterstützers Wilhelm Schlötterer: »Macht und Mißbrauch« sowie »Wahn und Willkür«. Schlötterer, einst oberster Steuerfahnder Bayerns, fiel selbst wegen Korrektheit im Fall Beckenbauer in Ungnade.
Von Hans See

http://www.sopos.org/aufsaetze/52258ad5cd959/1.phtml

Empfehlenswert ist auch das Buch „Die Affäre Mollath“ der beiden Journalisten Uwe Ritzer und Olaf Przybilla, von der Süddeutschen Zeitung, die sich ausführlich mit dem Fall Mollath beschäftigt haben.

Gruß Hubert

Ab sofort frei! – Der Fall Gustl Mollath   3 comments

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Es ist schon seltsam wie es in Bayern in der Justiz zugeht. Der Fall Mollath zeigt wieder mal eindringlich, dass man sich nicht mit Banken und Politikern anlegen soll. Sonst findet sich schon der passende Psychiater der demjenigen ein paranoides Gedankensystem attestiert. Bis gestern galt Mollath ja noch als gemeingefährlich. Die bayerische Justizministerin behauptete bis vor kurzem auch noch Mollath sei gemeingefährlich und dürfe deswegen nicht freigelassen werden.
Mit der Entscheidung vom 6. August 2013 des Oberlandesgerichtes Nürnberg ist Mollath nicht mehr gemeingefährlich. Das OLG Nürnbergt ordnete ein neues Wiederaufnahmeverfahren an. Gleichzeitig ordnete das Gericht die sofortige Freilassung Mollaths an.

Die SZ schreibt (Auszug):
Das OLG wiederum kippte nun die Entscheidung des Regensburger Landgerichts. Dabei stützt sich der 1. Strafsenat vor allem auf ein ärztliches Attest vom 3. Juni 2006. In dem wurden angebliche Verletzungen attestiert, die Mollath seiner damaligen Ehefrau zugefügt haben soll. Das Attest erweckt den Eindruck, dass es von einer Ärztin unterschrieben wurde, tatsächlich aber stammt es von deren Sohn.

[…]
Wohin Mollath nach seiner Freilassung ziehen wird, war zunächst noch unklar. Sein ehemaliges Wohnhaus ist zwangsversteigert; wo seine persönliche Habe geblieben ist, weiß niemand. Es ist davon auszugehen, dass sich Freunde und Unterstützer um Mollath kümmern werden.

Mit seinem Beschluss hob das OLG Nürnberg eine Entscheidung des Landgerichts Regensburg vom 24. Juli auf, die erhebliche Proteste ausgelöst hatte. Die Regensburger Richter hatten weder im Antrag Mollaths, noch in dem der Staatsanwaltschaft ausreichende Gründe für eine Wiederaufnahme des Falls anerkannt. Daraufhin hatten sowohl Mollath-Verteidiger Strate als auch die Staatsanwaltschaft das OLG als nächste Instanz angerufen.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/oberlandesgericht-nuernberg-gustl-mollath-kommt-noch-heute-frei-1.1739939

Aus der Deutschen Welle (Auszug)

Ab sofort frei! – Der Fall Gustl Mollath

Nach sieben Jahren Psychiatrie kommt Gustl Mollath umgehend frei. Sein Fall gilt schon seit langem als Justizskandal. Nun hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden, das Strafverfahren gegen ihn neu aufzurollen.

Gustl Mollath hasst sein Leben in der Psychiatrie. Lieber wäre er in einem „ordentlichen Gefängnis“, sagt er. Er hasst die nächtlichen Kontrollen, die ihm den Schlaf rauben. Er hasst das Essen, spricht dabei von „Körperverletzung“. Seit sieben Jahren sitzt Mollath in der psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Bayreuth. Jedes Jahr prüft das zuständige Landgericht, ob die Unterbringung Mollaths in der Psychiatrie nötig ist. Bisher lautete die Antwort jedes Mal: ja. Bis heute (6. August 2013). Das Oberlandesgericht Nürnberg verfügte nun seine sofortige Freilassung.

Viele Menschen sehen Mollath als Opfer der Justiz oder sogar als Opfer einer noch mächtigeren Verschwörung, weil der frühere Oldtimer-Restaurator einen Schwarzgeldskandal aufdecken wollte. Im Internet gibt es einen gewaltigen Hype um den Fall. Die Leute bloggen, kommentieren, stimmen darüber ab, ob der heute 56-Jährige freikommen soll. Die Petition „Gerechtigkeit und Freiheit für Gustl Mollath“ haben mittlerweile mehr als 44.000 Menschen im Netz unterzeichnet.

Ehepaar Mollath im Scheidungskrieg

Man muss weit zurückgehen, um den Fall Mollath verstehen zu können: 2006 sieht es das Landgericht Nürnberg als erwiesen an, dass Mollath seine inzwischen von ihm geschiedene Ehefrau schwer misshandelt hat. Außerdem soll er die Autoreifen verschiedener Personen zerstochen haben, die sich im Scheidungskrieg des Ehepaars auf die Seite seiner Frau geschlagen hatten. Weil ein Nervenarzt ihm damals paranoide Wahnvorstellungen attestiert, gilt er als schuldunfähig, aber als gefährlich. Mollath kommt in die Psychiatrie. Als Beweis für einen gefährlichen Wahn Mollaths führt das Gericht an, dass dieser fast alle Personen aus seinem Umfeld „völlig undifferenziert“ in einen Schwarzgeldskandal verstrickt sähe.

Das Thema Schwarzgeld – und der Umgang der Justiz damit – macht die besondere Brisanz des Falles Mollath aus. Während des gesamten Gerichtsverfahrens hatte Gustl Mollath auf dubiose Geldgeschäfte hingewiesen, in die auch seine geschiedene Frau verwickelt sei. Darüber hatte er bereits in mehreren Briefen die „HypoVereinsbank“ informiert, bei der Petra Mollath arbeitet. Während seines Gerichtsprozesses legt Mollath dann eine 106-seitige Verteidigungsschrift vor: einen Schnellhefter voller wirrer Ausführungen über den Putsch des ugandischen Diktators Idi Amin, die Mondlandung, den Krebstod seines Vaters. Dazwischen verborgen sind jedoch konkrete Anschuldigungen: Angestellte der „HypoVereinsbank“ sollen illegal Geld in die Schweiz transferiert haben. Später erstattet er Anzeige.

Während die „HypoVereinsbank“ ihre Revisoren auf die Vorwürfe ansetzt, bleibt die Justiz untätig. Der Richter liest Mollaths Schnellhefter nicht einmal durch, laut Zeugen verbietet er ihm sogar den Mund, wenn dieser über das Schwarzgeldthema sprechen will. Die Staatsanwaltschaft wiederum ermittelt nicht: Zu unkonkret sei Mollaths Anzeige gewesen – ohne Kontonummern, Beträge, Handlungsabläufe. Für den Journalisten Uwe Ritzer steht dagegen fest: „Sie ist so präzise, dass man hätte ermitteln können, wenn man gewollt hätte.“ Schließlich könne die Aufdeckung eines Schwarzgeldskandals nicht Sache von Privatpersonen sein.

Mollaths Behauptungen stimmen

Sechs Jahre lang sitzt Gustl Mollath weitgehend vergessen in der Psychiatrie. 2012 passiert dann etwas, was den Fall endgültig in den Fokus der Öffentlichkeit rückt: Der interne Revisionsbericht der „HypoVereinsbank“ wird öffentlich, jahrelang lag er schon bei der Bank unter Verschluss. Der Bericht kommt „relativ schnell zu dem Ergebnis, dass alle nachprüfbaren Behauptungen stimmen und Mollath über Insiderwissen verfügt“, sagt Journalist Ritzer.

Hier weiterlesen:
http://www.dw.de/ab-sofort-frei-der-fall-gustl-mollath/a-16947575

Hinweis
BR extra
Zum Fall Gustl Mollath sendet das Bayerische Fernsehen heute Abend ein BR extra: „Mollath frei – Der Fall und die Folgen“, von 19.00 bis 19.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen.
http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/mollath-entlassung-wiederaufnahme-100.html

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Frau Merk spielt sich nun ja plötzlich als Freiheitskämpferin von Mollath auf.

Frau Merk, schon vergessen??

Interview mit der bayerischen Justizministerin Beate Merk


 

Gruß Hubert

 

Sexualkundeunterricht in der Schweiz   Leave a comment

Hier ein Bericht über einen scheinheiligen Schweizer Moralapostel, Herrn Benjamin Spühler, der sich gegen den Sexualkundeunterricht an Schweizer Schulen stellen wollte. Im nachhinein stellte es sich heraus, dass er eine Kinderschänder war.
Hier ein Bericht von der TagesWoche.ch

Jetzt bleibt nur noch der Rückzug der Initiative

20.4.2012, 11:58 Uhr
Nachdem bekannt geworden ist, dass die treibende Kraft im Kampf gegen den Sexualkundeunterricht in den Schulen ein verurteilter Kinderschänder ist, wurde er vom Initiativkomitee ausgeschlossen. Doch das reicht nicht. Ein Kommentar von Monika Zech

Unfreiwillig im Mittelpunkt: Benjamin Spühler (Bildmitte, hier bei der Präsentation der Volksinitiative am Dienstag in Bern). (Bild: Keystone)

Nein, er sei nie wegen sexuellem Missbrauch einer Minderjährigen verurteilt worden, versicherte Benjamin Spühler der TagesWoche wie auch allen anderen Medien, die gestern Donnerstag via Mail eine entsprechende Information erhalten hatten. Der Vorwurf, dass ausgerechnet einer, der seit Wochen Sturm läuft gegen den geplanten Sexualkundeunterricht in Kindergarten und Primarschule, ein verurteilter Kinderschänder sein soll, las sich zunächst wie eine Verleumdungskampagne.

Doch im Laufe der Recherchen verdichtete sich der ungeheuerliche Verdacht. So berichtete die Basler Zeitung im September 1996 über einen Gerichtsfall vor dem Liestaler Strafgericht, bei dem einem damals knapp 45-jährigen Mann vorgeworfen wurde, ein Mädchen zwischen dessen 12. und 15. Lebensjahr unzählige Male zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Die Berichte über diesen Gerichtsfall stimmten erschreckend mit den in der Mail erhobenen Vorwürfen überein. Der Versuch, beim Strafgericht Liestal kurzfristig eine Bestätigung von Spühlers Verurteilung zu erhalten, scheiterte. An einer gesetzlichen Bestimmung, wonach «Aussagen zu einem rechtskräftig abgeschlossenen Fall einer Amtsgeheimnisverletzung gleichkäme», so die Antwort aus Liestal.

Heute wissen wir: Benjamin Spühler ist ein verurteilter Kinderschänder. Unter dem zunehmenden Druck der recherchierenden Journalisten knickte er schliesslich ein und gab seine Verurteilung immerhin gegenüber seinen Gesinnungsgenossen in Sachen Sexualkunde zu. Zwar bestritt er die ihm vorgeworfenen Taten und tut das heute noch, aber das Gericht glaubte dem Opfer und schickte Spühler für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Dem Komitee der diese Woche in Bern eingereichten Volksinitiative «Ja zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» blieb nichts anderes übrig, als sich von ihm zu trennen. Doch das reicht nicht.

Unser Rechtssystem sieht zwar neben der Bestrafung eines Täters auch dessen Resozialisierung vor. Einfacher formuliert: Wer seine Strafe abgesessen hat, hat das Recht auf eine zweite Chance. Heikel ist allerdings, wenn einer sich in einem Betätigungsfeld tummelt, in dem er straffällig geworden war. Und gerade die rechtskonservativen Kreise, die sich sehr schnell und bereitwillig Benjamins Spühlers Kampf gegen den Sexualkundeunterricht angeschlossen haben, schreien am lautesten, wenn es um Pädophilie geht. Von lebenslänglicher Verwahrung über öffentliches Anprangern bis zu Zwangskastration wird alles an Forderungen eingebracht. Was dann an den Stammtischen in den Ruf nach Wiedereinführung der Todesstrafe umgewandelt wird.

Der Fall von Benjamin Spühler zeigt einmal mehr, wie gern das Thema Sexualität von Heuchlern besetzt wird. Wie lange haben Kirchenvertreter dank der Tabuisierung der Sexualität Kinder missbrauchen können!

Tatsache ist eben, und das bestätigen sämtliche Fachleute – auch die Polizei: Aufgeklärte Kinder lassen sich nicht so leicht missbrauchen. Und genau darum geht es beim Sexualkundeunterricht. Exakt mit dem Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung argumentieren diejenigen, die einen moderaten, selbstverständlich dem Alter der Kinder angepassten Sexualkundeunterricht einführen wollen.

Dass ein verurteilter Kinderschänder die Initiative gegen diese Aufklärung ergriffen hat, sollte allen, die sich ihm angeschlossen haben, Grund genug sein, diese Initiative zurückzuziehen. Es geht nämlich darum, unsere Kinder vor solchen Menschen wie Benjamin Spühler zu schützen.

Quelle:
http://www.tageswoche.ch/de/2012_16/schweiz/417307/jetzt-bleibt-nur-noch-der-rueckzug-der-initiative.htm

Anmerkung: Wollte Benjamin Spühler mit der Initiative gegen Sexualkundeunterricht erreichen, dass Typen seines Kalibers leichtes Spiel bei Übergriffen auf Minderjährige haben?

Genau um auch Kinder vor Übergriffen vor Sexualstraftätern zu schützen, ist der Sexualkundeunterricht unter anderem auch gedacht.

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Basler Regierung weist Rekurse gegen Sexualkundeunterricht ab

6.7.2012

Die Basler Regierung hat zwei Rekurse, mit denen Eltern für ihre Kinder die Dispensation vom Sexualkundeunterricht forderten, abgewiesen. Sie erachtet den Unterricht als verfassungskonform und geeignet, Kinder vor Übergriffen zu schützen und für die Gesundheitsprävention zu sensibilisieren. Von sda

Hier weiterlesen:

http://www.tageswoche.ch/de/2012_27/schweiz/435387/basler-regierung-weist-rekurse-gegen-sexualkundeunterricht-ab.htm

Gruß Hubert

Schweizer UBS-Bank wäscht Geld der Tropenholzmafia   Leave a comment

UBS-Bank - Schweiz

LKWs mit illegal geschlagenem Tropenholz, Beweisfotos aus Sabah (Quelle: BMF)

Sabah ist ein Bundesstaat im malaysischen Teil Borneos. Dort erstreckt sich ein enges Netz an Naturschutzgebieten. In den tropischen Wäldern von Sabah leben seltene Tierarten wie Zwergelefanten, Sumatra-Nashörner und Orang-Utans. Doch die Natur ist in Gefahr. Seit 2003 wird Sabah von Musa Aman regiert. Nach Recherchen der Malaysischen Anti-Korruptions-Behörde (MACC) bereichert sich die Herrscherfamilie um Musa Aman systematisch an der Abholzung der tropischen Wälder auf Borneo.

Wie die MACC herausfand, erlaubte Gouverneur Musa Holzfirmen Regenwaldparzellen abzuholzen und kassierte dafür Millionen an Schmiergeldern. Bereits 2007 stieß die Behörde auf 5000 illegal gefällte Stämme aus Schutzgebieten. Sie fand heraus, dass hohe Regierungsebenen in den Skandal verwickelt sind. Der Bruder von Musa ist der Außenminister Malaysias und der Generalstaatsanwalt ein enger Freund der Familie. Obwohl die Beweise erdrückend sind, wurde bisher keine Anklage erhoben und die Ermittlungen von MACC immer wieder behindert. Auch durch die Schweizer UBS-Bank werden die Ermittlungen erschwert.

Insgesamt sollen mehr als 70 Millionen Euro Schmiergeld aus dem Handel mit illegalem Tropenholz über UBS Konten gewaschen worden sein. Gemäß der Schweizer „Handelszeitung“ nahm die UBS in Singapur von einem engen Vertrauten Musas auch Barchecks in Höhe von 15 Millionen Dollar entgegen. „Die UBS hat in dieser Affäre gegen international anerkannte Normen gegen Geldwäsche verstoßen“, schreibt der Schweizer Bruno Manser Fonds. „Wir haben deshalb die Finanzpolizei und die Bankenaufsicht in der Schweiz aufgefordert, Ermittlungen gegen die Bank aufzunehmen.“

Bitte fordern Sie den Vorstand der UBS auf, mit den Behörden zu kooperieren und die skrupellosen Geschäfte mit der Tropenholzmafia zu beenden.

https://www.regenwald.org/aktion/886?ref=nl&mt=1424

Gruß Hubert

Veröffentlicht 29. August 2012 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Machenschaften auf der Schweizer Community Latschariplatz   2 comments

Schweizer Community Latschariplatz von Diessenhofen.

Herr Josef Möller (J.M. alias kapverd) vermutet richtig, dass in der Schweizer Community Latschariplatz  nicht öffentlich diskutiert werden kann.

Nicht nur das, bei Sabine wurde nicht mal die vom Administrator Herrn Sehringer (alias bannjongg) angegebene „Sperrfrist“ von 14 Tagen eingehalten

Wohlgemerkt, die Sperrfrist war willkürlich und ohne Vorfall von Herrn Sehringer, wohl auf Drängen von ein paar prüden Schweizer Moralaposteln „verhängt“ worden.

Nebensatz: da hätten diese Moralapostel wohl in der Schweiz andere Betätigungfelder (Stichwort: dreckige und blutige Gelder in Schweizer Banken oder zumindest das Einsammeln von Schwarzgeldern / Steuerhinterziehungen aus anderen Ländern, kein Diktator ist da zu blutbesudelt). Aber da hält man sich lieber an den Grundsatz: Geld stinkt nicht.

Und bei mir verzichtete dieser Herr gleich auf eine Begründung. Die Antwort von Herrn Sehringer an Herrn Möller war ja völlig an den Fakten vorbei gegangen. Was heißt da forumintern? Dass es Druck intern gab und Herr Sehringer nicht den Mumm hatte dem zu widerstehen? Sabine und ich (Hubert) können sich ja nicht mehr wehren, wenn Herr Sehringer falsche Fakten nennt.

Mieser und niveauloser geht es nicht mehr, das ist unterste Schublade.

Ich fordere hiermit öffentlich, offiziell und in aller Deutlichkeit Herrn René Sehringer dazu auf, meine Beiträge, Themen, Kommentare umgehend zu löschen.

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Hier die Korrespondenz von Josef Möller, alias „kapverd“ und Herrn René Sehringer, alias „bannjongg“, vom 26.08.2012

der Abgang     (26.08.2012 – 17:21)

von zwei Usern und Schreibern hier ging absolut unspektakulär und nicht
öffentlich vonstatten. Plötzlich stand nur noch „Gast“ unter den Beiträgen.
Kann in der Schweiz nicht öffentlich diskutiert werden ………. oder ist es
nicht üblich Urteile in der Öffentlichkeit eines Forums zu diskutieren …………
oder war einfach nur Interessenlosigkeit hier im Spiel und „man“ gab dem
Moderator die Armbrust zur Hand?

mfG J.M. (alias „kapverd“)

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Hallo kapverd,     (26.08.2012 – 18:13)

absolut richtig bemerkt: Ich musste die Notleine ziehen! Da es sich aber
um ein rein foruminternes Problem handelte, wurde das auch dergestalt
gehandhabt.

bannjong
administrator  (René Sehringer)

http://www.bannjongg.com/cgi-bin/sbb/sbb.cgi?&a=show&forum=69&show=93

Pro Life   Leave a comment

Unter den Abtreibungsgegnern (oder -fanatikern) von „Pro Life“ konnte ich bei wikipedia ja einige schwere Brocken über diesen Verein finden.

Pro Life ist ein Verein nach schweizerischem Recht mit Sitz in Bern.

Der Verein lehnt Abtreibung unabhängig vom individuellen Einzelfall bedingungslos ab, so auch nach Vergewaltigung oder bei fehlenden Überlebenschancen des Fötus.

[…]
Der Verein wurde 1989 von Gerd Josef Weisensee und seiner Ehefrau Almut Weisensee-Wagner gegründet und gilt heute als mitgliederstärkste Nachfolge-Organisationen des inzwischen offiziell aufgelösten Vereins zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM), der von der deutschen Bundesregierung in die Broschüre „Jugendsekten und Psychogruppen“ aufgenommen wurde.

Tätigkeit in der Schweiz

Im Gegensatz zu anderen Vereinigungen mit ähnlichen Zielen müssen die Mitglieder von Pro Life ihr Recht auf die freie Wahl ihrer Krankenkasse auf den Verein übertragen und gleichzeitig darauf verzichten, Kassenleistungen zum Schwangerschaftsabbruch und zur substitutiven Drogenbehandlung in Anspruch zu nehmen. Die Rechtmäßigkeit dieses Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte von Vereinsmitgliedern wurde von Fachleuten heftig kritisiert, aber zumindest in der Schweiz in letzter gerichtlicher Instanz vorerst für zulässig erachtet. In Deutschland steht eine gerichtliche Entscheidung noch aus.

Durch die massenhafte Bündelung von Krankenversicherten erlangte Pro Life eine enorme Macht gegenüber den Krankenkassen und gleichzeitig eine lukrative Einnahmequelle durch laufende Provisions- und zusätzliche Honorareinnahmen. So zahlte die schweizerische Krankenkasse „Helsana“ im Jahr 2003 an Pro Life schätzungsweise 4,6 Millionen Franken für den kollektiven Wechsel der damals noch 29.000 Mitglieder zu ihr.

Mit den Einnahmen des Vereins werden hauptsächlich kostspielige politische Initiativen mit dem Ziel finanziert, die Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen in sozialen Härtefällen abzuschaffen und die Akzeptierende Drogenarbeit zu verbieten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Life_%28Verein%29

Das sagt ja schon viel, wenn der Verein Pro Life zu den „Jugendsekten und Psychogruppen“ gerechnet wird.
Diese militanten Abtreibungsgegner kann man zur christlichen Rechten zählen. Diese Leute gefallen mir überhaupt nicht. Sie geben sich als Lebensschützer aus und sind durch und durch lebens- und sexualfeindlich eingestellt (also ein Widerspruch in sich), außerdem auch noch sehr autoritär, hart und unnachgiebig. Bedauern kann man höchstens, dass manchmal die falschen abgetrieben werden. Ich hoffe man versteht meine Ironie (und wen ich damit meine). Wie militant und radikal diese Abtreibungsgegner sind hat man ja schon einige mal in den USA miterlebt, wo Ärzte vor Abtreibungskliniken abgeknallt wurden.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. August 2012 von hubert wenzl in Medizin, Politik, Religionskritik

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Ist die Schweiz prüde?   10 comments

Ist die Schweiz prüde?

von Alexander Müller veröffentlicht am 8. April 2012 | 1.492 mal gesehen

Nacktheit in der Öffentlichkeit ist in der Schweiz grundsätzlich nicht verboten. Das Bundesgericht hat in einem Grundsatzurteil den Kantonen jedoch erlaubt Nacktwandern unter Strafe zu stellen.

Im betreffenden Urteil ging es um einen Nacktwanderer, der im Kanton Appenzell-Ausserrhoden wegen «grob unanständigen Benehmens» zu einer Busse von 100 Schweizerfranken verurteilt wurde. Der betreffende Nacktwanderer hatte den Fall bis vors Bundesgericht weitergezogen. Die Bundesrichter waren sich darin einig, dass Nacktwandern vom Strafgesetzbuch des Bundes nicht erfasst wird. Drei von fünf urteilenden Richtern waren allerdings der Ansicht, dass die Kantone befugt sind, mit eigenen Bestimmungen die nicht sexuell motivierte Entblössung unter Strafe zu stellen.

Auch im Kanton Appenzell-Ausserrhoden wird Nacktwandern nicht ausdrücklich untersagt. Es wird aber dem Verbot der «groben Verletzung von Sitte und Anstand» zugeordnet. Laut Behörden ist das Empfinden des Durchschnittsmenschen was Sitte und Anstand anbelangt ausschlaggebend dafür, was Sitte und Anstand verletzt.

Nacktheit in der Öffentlichkeit wird in der Schweiz meist unter dem Deckmantel des Jugendschutzes bekämpft. In der Regel stehen dahinter jedoch religiös-konservative Menschen, denen Nacktheit in der Öffentlichkeit aus anderen Beweggründen nicht passt.  Wenn es stimmt, was die Appenzeller Behörden über das Empfinden des Durchschnitts-Schweizers denken, dann lässt dies auch einen Rückschluss darauf zu, wie prüde unser Volk ist oder wie wie stark die Doppelmoral ist. Im Internet ist Nacktheit in der Öffentlichkeit für die meisten Schweizer nämlich kein Problem. Im Gegenteil, viele erfreuen sich darüber. Es sind wenige, die bisher vergeblich versuchten, die Freiheitsrechte anderer im Internet zu beschneiden. Wer nackte Haut und sexuelle Handlungen im Internet sehen will, der braucht nur zu googlen. Wobei er vorher noch den Prüderie-Filter ausschalten muss.

Unter Prüderie versteht man laut Definition eine sehr empfindliche Einstellung und Engherzigkeit gegenüber Sitte und Moral. Im weiteren Sinne bezeichnet Prüderie eine Geisteshaltung, die das Ziel verfolgt, sexuelle Äusserungen jeglicher Art in der Öffentlichkeit und teilweise auch im Privatbereich weitestgehend auszuschliessen.

Prüderie hat seinen Ursprung in der Sexualethik verschiedener Religionen (Judentum, Christentum, Islam). Bereits im Judentum wurden bestimmte zwischenmenschliche Handlungen als unrein angesehen. Das Christentum, welches aus dem Judentum entstanden ist, hat vieles davon übernommen. Dasselbe gilt für den Islam, er hat vieles vom Judentum und Christentum übernommen und teilweise sogar noch verschärft. Muslimas sollen ihre Reize vor Männern verbergen (Burka usw.), fremden Männern nicht die Hand geben usw.

Vieles, was mit Religionen zusammenhängt, wird inzwischen jedoch zu Recht in Frage gestellt. So wurde die religiös legitimierte Ständeordnung ein Opfer der Aufklärung. Herrscher von Gottes Gnaden wurden inzwischen durch demokratische Systeme ersetzt und Menschenrechte wurden ausgebaut.

Wieso soll Nacktheit in der Öffentlichkeit weiterhin unsittlich und unmoralisch sein, wenn die Grundlage einer solchen Ansicht längst der Vergangenheit angehört? Von Menschen erfundene Religionen, die hauptsächlich zur Unterdrückung von Menschen genutzt wurden, haben zum Glück längst nicht mehr den Stellenwert, den sie einst hatten.

Schauen wir nach Brasilien. Dort gehen die Menschen mit Nacktheit in der Öffentlichkeit und Sexualität wesentlich entspannter und lockerer um. (Anmerkung Hubert: Von gewissen Schweizern, die vorwiegend in Brasilien leben, sollte man darum eigentlich mehr sexuelle Offenheit erwarten, das aber nur nebenbei).

Ist das nicht schön?

Was ist gegen einen sexy Auftritt einzuwenden? Jugendschutz? Lächerlich!

Carnevale di Rio 2011 S

Was in Brasilien im Karneval und am Strand möglich ist, das war in Stammeskulturen und bei frühzeitlichen Menschen normal. Die Männer im folgenden Bild würden im Halbkanton Appenzell-Ausserrhoden, in Saudi-Arabien und im Iran wegen ihres öffentlichen Auftretens bestraft werden. Was aus Sicht einiger pervers aussieht, ist für diese Männer normal.

Die junge Frau im folgenden Bild scheint auch kein Problem mit ihren Brüsten zu haben. Zum Glück lebt sie in Afrika und nicht im Halbkanton Appenzell-Ausserrhoden. Denn im Appenzellerland wäre es nicht erlaubt so herumzulaufen.

Ob die Kinder dieser jungen Frau einen nachhaltigen Schaden davon tragen werden, weil sie so herumläuft?

DAILYTALK.CH

http://www.dailytalk.ch/ist-die-schweiz-prude/

Hier noch ein interessaner Kommentar
von Alexander Müller – bei Dailytalk.ch

Nacktheit hat mit Freiheit zu tun. Wer frei im Geist ist, der muss sich nicht unter einer Burka verstecken, er kann nackt wandern. Wer sich hingegen einer erfundenen Gottheit unterwirft, der ist unfrei. Er ist ein Gefangener seines Glaubens oder ein Unterdrückter einer Gesellschaft, die in einem Glauben gefangen ist.
http://www.dailytalk.ch/ist-die-schweiz-prude/

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Hier noch ein anderer Link zum gleichen Thema.

http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/10294/wenn-sauberm-nner-schmutzige-schlagzeilen-machen/?lang=de

Auszug:

Wenn Saubermänner schmutzige Schlagzeilen machen

Wer den Skandal um die sogenannte Sexkoffer-Initiative verstehen will, muss wissen, wie sich Prüderie definiert. Prüderie, so schreibt das Online-Lexikon «Psychology 24» in einem erhellenden Eintrag, ist «übertriebene Schamhaftigkeit», «schroffe Abwehr alles Sexuellen» – sie entspringt einer «Unsicherheit, die mit sturem Gehorsam gegenüber allen Tabus» verdeckt werden soll. «Durch ihre Übertriebenheit entlarvt sich die Prüderie als Reaktion auf die eigene Triebhaftigkeit», heisst es da. Und weiter: «Der Prüde spürt unbewusst, wie verführbar er ist; deshalb möchte er, dass auch alle anderen sich an die Verbote halten, denen er sich unterworfen hat.»

Die Sätze lesen sich wie eine prophetische Charakterstudie des Basler Polit-Aktivisten B. S. Im Jahr 1996 erhält B. S. eine Freiheitsstrafe, weil er eine Minderjährige missbrauchte. 2012 findet sich der gleiche Mann im Komitee einer Volksinitiative, die Sexualkunde an der Primarschule verhindern will. B. S. ist dabei, als die Initianten am 17. April vor fehlgeleiteten Pädagogen warnen, die mit Sexkoffern, Holzpenissen und Plüschvaginas unschuldige Kinderseelen kontaminieren wollten. Wenige Tage nach der Lancierung des Anliegens berichten Medien über die Vergangenheit von B. S. – das Desaster für die Initianten ist perfekt.

Prüderie ist nicht geeignet, um politische Anliegen hervorzubringen: Holzpenisse und Geschlechtsteile aus Stoff aus der «Sex-Box» für den Aufklärungsunterricht an Schulen in Basel. (Bild: Keystone)

Ist der Fall B. S. einzigartig? Dass politische Exponenten ihre ethischen Imperative durch das eigene Verhalten konterkarieren, kommt immer wieder vor. Nirgends driften Anspruch und Wirklichkeit aber so oft auseinander wie bei sexualbezogenen Themen.

Hier noch ein treffender Kommentar im Tagesanzeiger.ch wegen der Sexualaufklärung.
Marlene Wanner sagt:
4 Mai 2012 um 07:31

Offensichtlich gibt es bei dieser Kampagne in der Schweiz noch eine andere Facette: Pädophile wollen verhindern dass unsere Kinder rechtzeitig aufgeklärt werden. Lustig hingegen ist das immer wieder gebrachte Argument dieser vordergründig Konservativen: Sexualaufklärung sei ausschliesslich Sache der Eltern. Doch da gerade Konservative sich mit dem Thema schwer tun passiert das dann meist eben nicht oder mit ganz falschen Informationen wie z.B. Masturbation sei schädlich für Geist und Körper, das wollte man mir auch eintrichtern – zum Glück war ich früh aufgeklärt & konnte die Lügen entlarven.

http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/10294/wenn-sauberm-nner-schmutzige-schlagzeilen-machen/?lang=de

... und führe uns nicht in Versuchung...

… und führe uns nicht in Versuchung…

Gruß Hubert