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Vatikan-Konferenz – das Fiasko des Franziskus   3 comments

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Da lädt der Papst Bischöfe aus der ganzen Welt ein um das große Problem der Kirche mit dem sexuellen Missbrauch weltweit in ihren Institutionen aufzuarbeiten und einen ganz neuen Umgang damit zu fordern … und dann kommt sowas dabei heraus – nämlich ZERO. Er tut so als ob der der oberste Kinderschützer wäre und will auch noch außerkirchliche Menschen damit belehren. Entweder tut er so – oder er hat wirklich nichts verstanden. Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche hat einen schweren Treffer erhalten.
Der Schweizer Jean-Marie Fürbringer, ein Missbrauchsopfer, hatte wohl recht als er sagte: „dem Teufel die Schuld zu geben, sei „pastorales Blabla“.

Aus Tagesschau.de

Auszug.

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Bild von Tagesschau.de

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Opfer von Vatikan-Konferenz enttäuscht

Ein „Fiasko“, eine „vertane Chance“ – die Kritik der Betroffenen-Verbände an der Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan ist scharf. Und das, obwohl der Papst in seiner Abschlussrede deutliche Worte fand.

Der mehrtägige Krisengipfel im Vatikan zum Kindesmissbrauch hat Enttäuschung bei den Opfern ausgelöst, die auf konkrete Maßnahmen der katholischen Kirche gehofft hatten. Papst Franziskus versicherte zum Abschluss der viertägigen Sonderkonferenz zwar, die Kirche werde künftig jeden einzelnen Fall mit „äußerster Ernsthaftigkeit“ verfolgen. Ein Priester, der Kinder missbrauche, sei ein „Werkzeug des Satans“.

Opferverbände zeigten sich aber enttäuscht von der Rede und beklagten einen Mangel an wirklicher Veränderung. Der Schweizer Jean-Marie Fürbringer, der wie viele andere Missbrauchsopfer auf dem Petersplatz das Ende der Konferenz abgewartet hatte, sagte, dem Teufel die Schuld zu geben, sei „pastorales Blabla“.

„Fiasko“ und „vertane Chance“

Auch Matthias Katsch vom deutschen Opferverband „Eckiger Tisch“ erklärte, die Rede des Papstes sei „der schamlose Versuch, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen, ohne sich der Schuld und dem Versagen zu stellen und wirkliche Veränderung anzugehen“. Ein „Fiasko“ und eine „vertane Chance“ nannte Thomas Schüller, Direktor für Kanonisches Recht an der Universität Münster, die Papst-Rede.

Bundesjustizministerin Katarina Barley forderte die katholische Kirche auf, bei der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale weltweit umfassend mit der Justiz zusammenzuarbeiten. „Missbrauchstaten sind von Strafgerichten zu beurteilen“, sagte Barley den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Den Worten des Papstes müssten jetzt Taten folgen.

 

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Bild aus Video von Tagesschau.de

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In seiner Abschlussrede nannte Franziskus Priester und Bischöfe, die Missbrauch begangen haben, „Menschenschinder“. Täter, so das Kirchenoberhaupt, würden sich „zum Werkzeug des Teufels“ machen. Er räumte große Versäumnisse der katholischen Kirche in der Vergangenheit ein und versprach einen Mentalitätswechsel.

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Vatikan-Konferenz – das Fiasko des Franziskus

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Wie erleben Opfer die Missbrauchskonferenz im Vatikan?

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Aus br.de

Auszug.

Sie sind die Gesichter dieses Gipfels. Frauen und Männer, die als Kinder von Priestern missbraucht worden sind. Und während die Bischöfe hinter verschlossenen Türen beraten, werden die Opfer nicht müde, vor den Vatikantoren ihre Geschichte zu erzählen. Wie Alessandro Battaglia, der mit 15 von einem Priester sexuell missbraucht wurde. „Jeder von uns hat mindestens einmal versucht, sich das Leben zu nehmen.“ Nur mit viel Mühe schafft es Alessandro, über das Trauma seines Lebens zu sprechen. Er, der in seiner Jugend in der Kirche aktiv war, als Pfadfinder, als Jugendleiter, hat seinen Glauben verloren.

„Sie haben mir den Glauben gestohlen. An eine Kirche, einen Gott, der so etwas zulässt, kann ich nicht mehr glauben.“ Alessandro Battaglia

Bei der Gerichtsverhandlung gegen den Mann, der Alessandro vergewaltigt hat, kommt heraus, dass der Weihbischof damals empfohlen hat, den Täter zu versetzen.

Bischöfe in Italien haben Täter-Priester nur in andere Gemeinden versetzt

„In Italien gibt es fünf Bischöfe, die vor Gericht zugegeben haben, pädophile Priester in andere Gemeinden versetzt zu haben, die also wie in meinem Fall Taten vertuscht haben.“ Alessandro Battaglia

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Vertreter der Missbrauchsopfer enttäuscht – nur eine Nebenrolle?

Matthias Katsch ist wie viele Opfervertreter enttäuscht, dass Überlebende bei dieser Konferenz nur eine Nebenrolle spielen. Wie Kirche Missbrauch in den eigenen Reihen bekämpfen muss, würde er gerne den Konferenzteilnehmern persönlich sagen, vor allem einem Mann.

„Stellen sie sich vor, der Papst öffnet morgen den Petersdom und sagt: Alle Betroffenen kommt her, ich empfange Euch, ich höre euch zu!“

Aus vielen Nationen sind Missbrauchsopfer in diesen Tagen nach Rom gereist. Für viele von ihnen ein enormer Kraftakt – auch finanziell. Und die Hoffnung, dass Überlebende diese Konferenz nicht nur begleiten, sondern am Ende auch an ihr teilnehmen, haben sie noch nicht aufgegeben.

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Aus feinschwarz.de

Verantwortliche schützen die Institution und ihr ganz persönliches Leben.

 

Beck: Immer wieder lassen Verantwortliche in den Diözesen und Orden erkennen, dass sie den Schutz ihrer Institution gegenüber Vorwürfen und Anfragen so stark verinnerlicht haben, dass sie Opfer schnell als Gegner betrachten, dem Institutionenschutz Priorität einräumen und nur die unumgänglichen Maßnahmen ergreifen. Dabei scheint die katholische Kirche nicht nur Tätern ein günstiges Milieu zu bieten. Es gibt offenbar auch die Neigung, ein Schweigen und Vertuschen stärker zu honorieren, als ein offenes Bearbeiten. Wie bewerten sie diese strukturellen Fragen?

Katsch: Priester und Bischöfe können Fragen der Institution, der Organisation nicht von persönlichen Fragen trennen. Weil es für sie um die ganz persönliche Lebensführung geht. Priester zu sein, ist danach eben nicht einfach ein Beruf. Zugleich steht im Zentrum dieser Lebensweise die Pflicht zum Zölibat, an der offenbar sehr viele Priester scheitern. Über dieses Scheitern muss aber geschwiegen werden. So wie über die Homosexualität von Priestern geschwiegen werden muss. Deshalb schützen Verantwortliche, die die Institution zu schützen meinen, eigentlich immer auch ihr ganz persönliches Leben.
Die Abwertung von menschlicher Sexualität ist mit der Zeit so zentral geworden in der kirchlichen Lehre. Denken sie nur daran, mit welcher Inbrunst seit Jahren darüber gestritten wird, ob Wiederverheiratete Sex haben dürfen. Absurd das Ganze. Als ob das die zentrale Frage im Glauben der Christen wäre.

https://www.feinschwarz.net/sexueller-missbrauch-eine-studie-in-der-wahrnehmung-von-opfern/

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Video: Matthias Katsch, Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, zum Missbrauch in der katholischen Kirche und den Umgang damit

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-507927.html

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„Eckiger Tisch“

 

Matthias Katsch – von „Eckiger Tisch“

 

Wer wir sind

ECKIGER TISCH wurde im April 2010 von Betroffenen sexuali­sierter Gewalt an Schulen des katholischen Jesuitenordens gegründet. Diese Betroffenen hatten im Januar 2010 die hun­dertfachen Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen öffentlich gemacht. Der bewusst sperrige Name „Eckiger Tisch“ wurde als provokativer Kontrapunkt zum 2010 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen „Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch“ gewählt, an dem die Betroffenen nicht beteiligt wurden.

http://www.eckiger-tisch.de/wer-wir-sind/

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Missbrauchs-Gipfel.

Der Teufel war’s!

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ZEIT.de

Der Teufel war’s

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-02/missbrauchgipfel-abschlussrede-kommentar?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.twitter.ref.zeitde.share.link.x

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Kommentar zum Anti-Missbrauchsgipfel

von Peter Frey, ZDF-Chefredakteur

Eine Jahrhundertantwort auf ein Jahrhundertproblem sei die Rede des Papstes nicht gewesen, kommentiert Chefredakteur Peter Frey zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels der Katholischen Kirche. Er hätte „Systemfehler seiner Kirche benennen müssen“.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/anti-missbrauchs-gipfel-im-vatikan-kommentar-zdf-chefredakteur-peter-frey-ein-reformer-in-der-defensive-100.html

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Gruß Hubert