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Apropos Lügenpresse   Leave a comment

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Diesem rechtsradikalen US-Portal breitbart.com des geschassten ex-Chefberaters Steve Bannon ist wieder mal ein Fauxpas passiert. Manchmal ist es das Ansinnen von rechtsextremen Seiten Stimmung zu machen und manchmal sind sie auch strohdumm, wie hier in diesem Fall. Hier machte man den Fußball-Millionär Lukas Podolski, der jetzt in Japan kickt zum Flüchtling, der sich per Dieser rechtsradikale US-Seite breitbart.com des geschassten ex-Chefberaters Steve Bannon ist wieder mal ein Fauxpas passiert. Manchmal ist es das Ansinnen von rechtsextremen Seiten Stimmung zu machen und manchmal sind sie auch strohdumm, wie hier in diesem Fall. Hier machte man den Fußball-Millionär Lukas Podolski, der jetzt in Japan kickt zum Flüchtling, der sich per Jetski von Marokko nach Spanien bringen ließ.

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Aus der Frankfurter Rundschau (20.08.2017)

Rechte Internetseite Breitbart macht Podolski zum Flüchtling

Die rechtsextreme Website „Breitbart“ bebildert eine Meldung über spanische Schlepper ausgerechnet mit einem Foto von Lukas Podolski.

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Lukas Podolski

Sieht so ein Flüchtling aus? Lukas Podolski auf dem Bild, das Breitbart verwendete. Foto: Markus Gilliar (DFB)

Kaum fliegt Steve Bannon aus dem Weißen Haus und ist zurück bei Breitbart. com, brennen bei der rechtsextremen Website die Sicherungen durch.Einen Artikel über eine spanische Schlepperbande bebildern die Macher mit einem Foto von Lukas Podolski. Aufgenommen im Jahr 2014 zeigt es den späteren Weltmeister beim Relaxen auf einem Jetski.

Die Meldung stammt von der Nachrichtenagentur AFP. Der Inhalt: die spanische Polizei habe einen Ring von Schleppern zerschlagen, die Flüchtlinge für ca. 5.000 Euro per Jetski von Marokko nach Spanien gebracht hatten. Die 18 Kilometer lange Überfahrt würden die motorisierten Miniboote in zehn Minuten schaffen, fast täglich wären die Schlepper unterwegs. Drei Schlepper habe die Polizei festgenommen, zwei weitere befänden sich auf der Flucht.

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Ein Screenshot zeigt die peinliche Symbolbild-Panne von Breitbart Network. Foto: screenshot

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Weil kein Bild von den Menschenschmugglern vorliegt, musste ein anderes herhalten. Also griffen die Macher von Breitbart zu einem drei Jahre alten Foto, das zumindest ein Jetski zeigt, gesteuert von einem Mann, der nordafrikanischer Herkunft sein könnte, und der einen Passagier an Bord hat. Der ist aber kein Flüchtling, sondern eben Podolski. Der mittlerweile für den japanischen Erstligisten Vissel Kobe aktive Fußballspieler grüßt lächelnd in die Kamera. Das Foto stammt auch nicht aus dem Mittelmeer, sondern wurde im Vorfeld zur WM in Brasilien aufgenommen.

Die Website Breitbart verbreitet ein Sammelsurium rechtsextremer und verschwörungstheoretischer Inhalte. Gegründet wurde die Seite 2007 vom Publizisten Andrew Breitbart. Von 2012 bis 2016 stand die Seite unter der Leitung von Steve Bannon, den US-Präsident Donald Trump 2016 als Berater ins Weiße Haus rief.

Am 18. August feuerte Trump Bannon, der umgehend wieder zu Breitbart wechselte. Seine Rückkehr feierte Bannon öffentlich. Er habe die „Finger wieder an den Waffen“ und „ziehe für Trump gegen seine Widersacher in den Krieg“.

Kosmopolit „Poldi“

Weltenbummler Podolski emigrierte nach Jahren beim 1. FC Köln, dem FC Bayern München, Arsenal London, Inter Mailand und Galatasaray Istanbul 2017 nach Japan. Wie auf nahezu all seinen Stationen avancierte „Poldi“ auch bei Vissel Kobe innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsliebling. Der 32 Jahre alte Mittelstürmer, der als Kind mit seinen Eltern einst aus Polen nach Deutschland kam, engagiert sich neben seiner Karriere mit seiner Stiftung unter anderem für die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

[UPDATE: Mittlerweile hat man bei Breitbart die Bilder-Panne bemerkt und das Foto getauscht. Zu sehen ist jetzt der Ausschnitt eines mutmaßlichen Flüchtlingsbootes.]

Von Daniel Dillmann

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Apropos Lügenpresse

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Breitbart entschuldigt sich bei Podolski und erntet damit noch mehr Spott. Podolski selbst hat offenbar Besseres zu tun. Foto: fr.de

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Gruß Hubert

 

Die US-Medien als Feinde von Trump   Leave a comment

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Steve Bannon, der ex-Chef von Breitbart.com, der wesentlich zum Erfolg von Trump beigetragen hat, erklärt Journalisten zu Feinden. Natürlich macht er bei sich da eine Ausnahme. Denn die Medien hatten Trump so schlecht behandelt und so viel Unwahrheiten über ihn verbreitet…
Zur Opposition gehören laut Steve Bannon nicht nur die Demokraten sondern eben auch die böse Presse. Irgendwann wird Trump per Dekret den Medien anweisen, welche „Fakten“ und welche Besucherzahlen sie veröffentlichen müssen.

Aus der SZ

Trump-Berater über US-Medien: Ihr seid die Opposition

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Chef-Stratege von Donald Trump, Steve Bannon, bei der Amtseinführung der UN-Botschafterin Nikki Haley. (Foto: AFP)

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Steve Bannon macht klar, dass er Journalisten als Feinde ansieht. Der frühere Breitbart-Chef sagt der „New York Times“: „Haltet den Mund und hört zu.“ Damit positioniert sich Bannon im internen Machtkampf.


Es war eine Riesensensation, als Donald Trump Mitte August verkündete, Steve Bannon zum Chef seiner Wahlkampagne zu machen. Bannon war zuvor Chef der Website Breitbart News, die gern von Konservativen, Trump-Fans und auch von Rechtsextremen gelesen wird. Nach dem Wahlsieg machte Trump Bannon zu seinem Chefstrategen und neben Schwiegersohn Jared Kushner hat Bannon den besten Draht zum 45. US-Präsidenten.

Die Handschrift Bannons war schon in der düsteren Antrittsrede nach der Vereidigung zu erkennen gewesen, und am Tag sechs der Trump-Präsidentschaft zeigt der 63-Jährige erneut, dass er genauso denkt wie sein Chef. „Ich möchte, dass Sie das zitieren. Die Medien sind die Oppositionspartei. Sie verstehen dieses Land nicht. Sie verstehen immer noch nicht, warum Donald Trump Präsident geworden ist“, sagt Bannon zu einem Reporter der New York Times.

Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker geht so weit, dass er nicht die Demokraten als Opposition ansieht – sondern die Journalisten. Er äußert die Überzeugung, dass die Medien durch den Wahlausgang „gedemütigt“ worden seien und „zu 100 Prozent“ falsch berichtet hätten. Namentlich greift er die Washington Post und die New York Times heraus.

Bannon gibt äußerst selten Interviews und seine Aussagen haben ja eine Vorgeschichte. Trump selbst nennt die Medien „Abschaum“ und wirft ihnen vor, absichtlich falsch über ihn zu berichten. Regierungssprecher Sean Spicer drohte am Tag nach der Vereidigung damit, die Medien wegen der angeblich falsch berichteten Zuschaueranzahl „zur Rechenschaft“ ziehen zu wollen, während Trump-Beraterin Kellyanne Conway von „alternativen Fakten“ spricht.

Spicer erklärte die Kritik Trumps an den Journalisten am Montag damit, der neue Präsident sei „frustriert“ und fände die kritischen Berichte „demoralisierend“. Dass es die Aufgabe der Medien in einer Demokratie ist, kritisch über Regierung, Parlament und andere Institutionen zu berichten, scheinen nicht alle im Weißen Haus zu akzeptieren. Weitere Zitate von Steve Bannon: „Die Medien sollten sich schämen und demütig sein. Haltet den Mund und hört für eine Weile zu“ und „Die Journalisten haben keine Integrität, keine Intelligenz und sind keine harten Arbeiter“.

Bannon stehen mächtige Gegner gegenüber

Indem der Chefstratege nun nachlegt, treibt er den bestehenden Narrativ voran: Alle Journalisten seien gegen Donald Trump, kritische Nachfragen oder das Beharren auf Fakten seien der Versuch, seine Legitimation zu untergraben und seine Präsidentschaft zu ruinieren. Laut NYT war Bannon dafür, Spicer am Samstag vor die Journalisten zu schicken und diese zu attackieren. Der Ex-Breitbart-Chef gehört neben Conway zum kleinen Team, das für Trumps Sieg arbeitete und den „Bewegung“-Charakter betont.

Ihnen gegenüber steht etwa Büroleiter Reince Priebus, der seit Jahren in Washington aktiv ist und bestens mit konservativen Politikern wie Paul Ryan vernetzt ist. Sie drängen Trump, sich stärker auf konservative Sachpolitik zu konzentrieren und nicht ständig durch Gerede über den Einsatz von Folter oder angeblichen Wahlbetrug unseriös zu erscheinen. Oft haben provokante Aussagen aus dem Trump-Lager das Ziel, von unangenehmen Geschichten abzulenken: Dies scheint heute aber nicht der Fall, denn Bannons Medien-Attacke lenkt ab von der Unterzeichnung der Präsidialdekrete und dem öffentlichen Gerangel mit Mexiko um die Finanzierung der Grenzmauer.

Bannon selbst war am Vortag in die Schlagzeilen geraten: Er ist nämlich sowohl in Florida als auch in New York als Wähler registriert. Dies ist genau jener angebliche „Wahlbetrug“, über den sich Trump beschwert und den er – ohne jegliche Grundlage – als Erklärung ausführt, wieso Hillary Clinton knapp drei Millionen mehr Stimmen erhielt. Laut Washington Post waren noch vier andere Mitglieder des engsten Trump-Zirkels in zwei Bundesstaaten in die Wählerlisten eingetragen: Tochter Tiffany, Schwiegersohn Jared Kushner, der designierte Finanzminister Steve Mnuchin – und auch Regierungssprecher Sean Spicer.

Von Matthias Kolb, Washington

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Die US-Medien als Feinde von Trump

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Januar 2017 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Alt-Right-Bewegung: Trumps rechtsextreme Freunde   Leave a comment

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Wes Geistes Kind Trump ist zeigt deutlich ein Artikel aus der ZEIT.
Zeig mir deine Freunde, und ich sag dir wer du bist. Mit einer Alt-Right-Bewegung sollte ein amerikanischer Präsident nichts zu tun haben. Aus der Alt-Right-Bewegung stammt auch Trumps wichtigster Berater Steve Bannon. Das ist alarmierend.

Hier der Artikel aus der ZEIT

Alt-Right-Bewegung: Trumps rechtsextreme Freunde

Im Umfeld des künftigen US-Präsidenten greift eine Bewegung mit faschistischen Zügen nach der Macht. Sie will ein rassistisches, weißes Land und das Recht des Stärkeren.

Alt-Right-Bewegung: Der künftige US-Präsident Donald Trump und sein Berater Steve Bannon im Oktober 2016 bei einem Besuch im Gettysburg National Military Park
Der künftige US-Präsident Donald Trump und sein Berater Steve Bannon im Oktober 2016 bei einem Besuch im Gettysburg National Military Park © Jonathan Ernst/Reuters

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Der junge Mann am Rednerpult im Washingtoner Ronald Reagan Building benutzte genüsslich ein deutsches Wort, doch er scheiterte am Umlaut, sodass es ihm im breiten Amerikanisch zu „Luugenpresse“ geriet. Richard Spencer war berauscht vom Erfolg. Donald Trumps Wahlsieg hatte alle Einschätzungen der Medien widerlegt. Mit der Niederlage Hillary Clintons sei eine Wende vollzogen, der drohende Abstieg aufgehalten.

Lebhaft illustrierte Spencer den Verfall der einstmals großen, weißen amerikanischen Nation zu einer „kranken, ekelerregenden Gesellschaft, geführt von Korrupten, verteidigt von Hysterischen, trunken von Selbsthass und Degeneration.“ Verantwortlich dafür seien die liberalen Eliten mitsamt ihrem Anhang aus Schwarzen und Hispanics.

 Die Dramaturgie der Agitation gebietet, dass auf den Niedergang Erlösung folgt. Also berichtete Spencer anschließend von der Hoffnung. Er fand sie in jenen Familien, die stundenlang in den Flughäfen der Provinz auf Trump gewartet hatten. Liebevoll bewachten sie die schlafenden Kinder in ihrer Mitte: ein mächtiges Bild, das ihm gezeigt habe, wie in seinem Volk wieder Identität und Stärke erwachte.

Bei seinem Publikum, den Teilnehmern der Jahrestagung des National Policy Institutes (NPI) vom 19. November, stieß er damit auf offene Ohren. In diesem von Spencer geleitetem privaten Thinktank der äußersten amerikanischen Rechten stehen Identität und Selbstbehauptung des weißen Mannes im Zentrum.

Eine faschistische Rede wie aus dem Lehrbuch

Spencer beschwor den Mythos von Niedergang und Rettung des „weißen Amerikas“, der „Kinder des Lichts“. Seit Trumps Wahlsieg sah er wieder Hoffnung. Seine Rhetorik von der Wiedergeburt einer großen weißen Nation barg einen deutlichen Nachhall aus den zwanziger, dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Als sei das nicht genug Ausweis der Gesinnung, schloss er mit „Heil Trump“, „Heil unserem Volk“, „Sieg Heil“. Einige Zuhörer riss es von ihren Stühlen, den rechten Arm weit ausgestreckt. Videoschnipsel davon gelangten an die Öffentlichkeit. Der vollständige Redetext, den Spencer im Journal der NPI veröffentlichte, lässt keinen Interpretationsspielraum: Die begeisterten Zuhörer im Washingtoner Ronald-Reagan-Center hatten einer faschistischen Rede wie aus dem Lehrbuch gelauscht.

Ein amerikanischer Präsident, der den äußersten rechten Rand in Begeisterung versetzt – noch vor wenigen Jahren hätte dies eine Klarstellung über die Bedeutungslosigkeit dieses lunatic fringe nach sich gezogen. Heute aber holt sich Donald Trump einen Protagonisten dieses Milieus in seinen engsten Beraterstab. Denn Spencer und das NPI zählen zur sogenannten Alt-Right, jener „alternativen Rechten“, aus der auch Trumps wichtigster Berater Steve Bannon stammt. Das ist alarmierend.

Veröffentlicht 21. Januar 2017 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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„Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten   1 comment

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Ich glaube nicht, dass es unter Trump in den USA zu einem gerechteren Land kommen wird. Und ist ein Milliardär nicht selbst Establishment? Mit Entsetzen und Kopf schütteln nehme ich zur Kenntnis welche Töne beim amerikanischen Wähler angekommen sind. Da sind Leute wie wie Steve Bannon, der frühere Chef der rechtspopulistischen Webseite „Breitbart News“ und Richard Spencer von der Alt-Right-Bewegung salonfähig geworden. Ich kann das nur als Albtraum bezeichnen.

Ich glaube nicht, dass die „kleinen Leute“ von diesem „Regimewechsel“ profitieren werden. Wenn das die Zukunft der USA sein soll…?

Hier aus der FAZ

Alt-Right-Bewegung „Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten

Mit Steve Bannon als Trumps Chefberater könnte auch die Ideologie der „Alt-Right“-Bewegung ins Weiße Haus einziehen. Sie ist ein Sammelbecken für Rechtsradikale, Libertäre und Rassisten, die ihren Extremismus nach der Wahl offen zur Schau stellen.

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Nazi-Gruß in Washington: „Heil Trump!“

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Alt-Right-Bewegung „Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten

Mit Steve Bannon als Trumps Chefberater könnte auch die Ideologie der „Alt-Right“-Bewegung ins Weiße Haus einziehen. Sie ist ein Sammelbecken für Rechtsradikale, Libertäre und Rassisten, die ihren Extremismus nach der Wahl offen zur Schau stellen.

Die Szene, die sich am vergangenen Samstag im der amerikanischen Regierung gehörenden Ronald-Reagan-Building in Washington abspielte, nur ein paar hundert Meter vom Weißen Haus entfernt, übertraf noch die schlimmsten Befürchtungen vieler Amerikaner.

„Heil Trump, heil unserem Volk, Sieg Heil!“ rief Richard B. Spencer, und die rund 300 Zuhörer im Saal applaudierten nicht nur begeistert, sondern reckten vielfach sogar den rechten Arm in die Höhe.

Spencer ist Vorsitzender des „National Policy Institutes“ (NPI), einem Think Tank weißer Nationalisten. Er bildet die intellektuelle Dachorganisation der ultrarechten „Alt-Right-Bewegung“, einem schnell wachsenden Sammelbecken für weiße Nationalisten, Libertäre und offen Rechtsradikale. Bei seinem Jahrestreffen diskutiert das NPI jedes Jahr über die neue, weiße Gesellschaft, die seine Anhänger fordern – doch seit Donald Trump gewählt wurde, ist die Bewegung in Champagnerstimmung wie nie zuvor. „Die Wahl von Trump war für alle ein Erweckungserlebnis“, sagte Spencer am Samstag zur Eröffnung des Treffens, bei dem Vorträge wie „Trump und der neue weiße Wähler“ oder „Die Zukunft der Alt-Right-Bewegung“ auf der Agenda standen. „Wir sind noch nicht ganz das Establishment, aber wir sollten damit anfangen, uns so zu verhalten.“ (Anmerkung: aha, ein Offenbarungseid).

Auch über die Wahl der Mittel ließ Spencer keine Zweifel: „Für uns gibt es nur Eroberung oder Tod.“

„America first“ betrifft für die Alt-Right-Bewegung nur die Weißen

Die Alt-Right-Bewegung, so diffus sie ist, eint die Angst, die schon Kernstück der nationalsozialistischen Ideologie war – auch wenn Spencer eine Nähe zu dieser am Samstag bestritt: Dass die eigene Rasse, in diesem Fall die weiße, unter dem Ansturm der „minderwertigen“ anderen Rassen untergehen könnte.

[…]
Denn mit Steve Bannon, dem früheren Chef der rechtspopulistischen Webseite „Breitbart News“, den Donald Trump zu seinem Chefberater gemacht hat und der Breitbart als Plattform für die Alt-Right-Bewegung bezeichnet hat, könnte die Ideologie der „white supremacy“, der „weißen Vorherrschaft“, ihren Weg bis hinein ins Oval Office finden. Wie sehr Bannon, der als Chefberater den Zugang zum Präsidenten kontrolliert, ein ideologischer Einflüsterer Trumps sein wird – keine Frage treibt Amerika derzeit so um wie diese.

Bis Trump den 62 Jahre alten Bannon im August 2016 von „Breitbart News“ abwarb und zu seinem Wahlkampfchef machte, hatte dieser die für ihre rassistischen Tendenzen ohnehin berüchtigte Seite weiter ideologisch zugespitzt.

[…]

Es gibt kaum eine Gruppe außer der der weißen Männer, die auf „Breitbart“ nicht auf das Übelste attackiert worden wäre. Zwei Wochen nach dem Massaker in Charleston, bei dem der weiße Nationalist Dylan Roof in einer Kirche neun Schwarze erschossen hatte, veröffentlichte Breitbart einen Artikel mit der Überschrift „Lasst sie hoch und stolz wehen: Die Konföderierten-Flagge steht für eine glorreiches Erbe“.

Hier weiterlesen:

„Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten

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22.11.2016, von Oliver Georgi

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Aus dem Spiegel.

„Alt Right“-Bewegung Amerikas Ultrarechte feiern im Zentrum der Macht

Seit dem Wahlsieg Trumps gilt die „Alt Right“ als wichtige Kraft in Amerika. In der Nähe des Weißen Hauses berauschten sich die weißen Nationalisten an ihrem Erfolg. Jetzt wollen sie Einfluss auf die Politik nehmen.

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Richard Spencer in Washington

SPIEGEL ONLINE – Richard Spencer in Washington

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Richard Spencer hat Kopfschmerzen. Seit Tagen schon, sagt er, es liege aber nicht am Alkohol, sondern „am ständigen Gewinnen“. Zwar kennt die Schulmedizin keinen Zusammenhang zwischen Erfolgserlebnissen und Kopfweh, doch das stört niemanden von Spencers Anhängern. Sie johlen.

Der siegestrunkene Zustand hält bei Spencer, einem Anführer der amerikanischen „Alt Right“-Bewegung, und seinen Anhängern an, seit ihr Favorit die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. An diesem Wochenende feierten Amerikas Ultrarechte im Zentrum Washingtons, drei Blocks vom Weißen Haus entfernt, und berauschten sich an Donald Trump und an sich selbst.

Die alternative Rechte Amerikas, kurz „Alt Right“, vor wenigen Monaten nur Fachleuten ein Begriff, steht seit Trumps Wahlsieg plötzlich im Rampenlicht. Sie war der vielleicht wichtigste Wahlhelfer des künftigen Präsidenten im Netz. Das nur schwer zu fassende Sammelbecken Ultrarechter folgt keiner einheitlichen Ideologie und hat Populisten und Nationalisten, Antisemiten und Rassisten in seinen Reihen.

Fashy Burschen

Lange führten viele Mitglieder eine Existenz in dunklen Ecken des Internets, versteckt hinter Avataren und Pseudonymen. Auf der Konferenz von Spencers Thinktank National Policy Institute im Herzen der Hauptstadt zeigten sich nun manche Protagonisten, Eigenschaften und Ziele der Bewegung etwas deutlicher.

Taktgeber ist der 38-jährige Spencer, ein guter Redner mit strengem Scheitel, der seine Agenda mit der „Verteidigung des europäischen Erbes der Vereinigten Staaten“ umschreibt. Am Samstag stand er im Dreiteiler auf der Bühne des Baalsaals im Kellergeschoss des Ronald Reagan Building und genoss die neue Aufmerksamkeit. „Die Medien sind besessen von uns“, rief er in den Saal. Die „Alt Right“ werde nicht mehr verschwinden und die Welt verändern.

Spencer bei seiner Rede in Washington

SPIEGEL ONLINE -Spencer bei seiner Rede in Washington

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250 Leute hörten ihm zu, es waren vor allem junge Männer in schicken Anzügen und mit akkuraten Frisuren, an den Seiten kurz geschoren. Es ist der „fashy“ Hairstyle, der einem hier so prominent gegenübertrat, dass man ihn nicht ignorieren konnte.

Fashy – ein Wort, das je nach Belieben zu „fashion“ oder „fascist“ ergänzt werden darf. Die „Alt Right“ liebt solche Doppeldeutigkeiten. Neben den vielen fashy Burschen ließen sich rund zehn Frauen ausmachen, drei rote „Make America Great Again“- Kappen und eine Kippa.

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Hitlergrüße in Washington

Keine große Überraschung, dass diese Positionen auch Protest hervorriefen. Vor dem Tagungsgebäude gab es Demonstrationen und Rangeleien, einer der „Alt Right“-Leute kam mit blutender Stirn zurück in den Tagungssaal gelaufen.

 Am Freitagabend sagte eines der schicksten Restaurants im Zentrum Washingtons das Konferenzessen ab, aus Sorge vor gewaltsamen Protesten. Auch das Ausweichlokal wurde dann von teils vermummten Gegendemonstranten, die sich als Antifaschisten bezeichneten, gestürmt und Anführer Spencer mit einer nach Fäkalien stinkenden Flüssigkeit besprüht.

Ebenfalls aus dem Restaurant twitterte eine der wenigen „Alt Right“-Frauen, die ehemalige Reality-TV-Darstellerin und vehemente Trump-Unterstützerin Tila Tequila, noch ein Dreierselfie mit Hitlergruß und dem fast richtig geschriebenen Kommentar „Seig heil!“. Ansonsten: keine besonderen Vorkommnisse in Amerikas Hauptstadt am zweiten Wochenende der Ära Trump.

Von Fabian Reinhold, Washington

http://www.spiegel.de/politik/ausland/trump-anhaenger-der-alt-right-bewegung-amerikas-ultrarechte-feiern-a-1122182.html

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Gruß Hubert