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Beseelte Tiere   Leave a comment

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Vor allem die katholische Kirche glaubt, dass der Mensch das Allergrößte sei und nur er mit Vernuft ausgestattet ist. Aber das ist wohl sicher nicht vernünftig, wenn zum Beispiel der französische Philosoph Descartes meinte, dass Schmerzensschreie nur eine mechanische Reaktion wären. Bei Vivisektionen von Hunden sei eine Betäubung sinnlos, da es nichts zu betäuben gäbe und der Lärm der Schmerzensschreibe zwar unangenehm seien, aber nur für die armen Menschen, die diese anhören müssten. Man muss da wohl fragen, welche Vernunft, welcher Geist das sein soll? So unvernünftig könnte kein Tier sein.

Hier ein Artikel dazu von heise.de

Philosophische Kolumne: Von schubsenden Ziegen, fliegenden Schildkröten, schamlosen Hunden und nachdenklichen Philosophen, Teil II

Die Geschichte der philosophischen Thesen über Tiere ist eine Geschichte des Geistes, des Geistes der Tiere, die entweder begeistern oder auf den Geist gehen – und dementsprechend sprechen die Philosophen den Tieren entweder einen Geist zu oder ab.

Allein der Mensch hat eine unsterbliche vernunftbegabte Seele, meint zum Beispiel Augustinus; das sehe man schon daran, dass immer nur Menschen Tiere dressierten und niemals umgekehrt – was natürlich als Einschätzung weit entfernt ist von der heutigen Epoche, in der mehr die Hunde ihre Herrchen durch die Gegend zerren als umgekehrt. Wer da wen zieht und wer da wen erzogen hat, ist fraglich.

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Kürzlich wurde von Biologen, wie sie in PloS One berichten, eine noch unbekannte Affenart im Regenwald Ostkongos entdeckt. Cercopithecus lomamiensis hat ein ganz erstaunlich ausdrucksstarkes Gesicht, das irgendwie weise und melancholisch in die Welt blickt. Foto: Maurice Emetshu/Creative Commons Attribution License (CCAL)
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Augustinus zufolge ist jene Seele, die dem Menschen eignet, immateriell, und das ist auch gut so: Als Kenner der Beziehungen zu Frauen und zu Gott ist Augustinus erleichtert darüber, dass zumindest bei letzterem Größe keine Rolle spielt, da sonst Elefanten gegenüber dem Menschen gewisse Vorteile in der Größe ihrer Seele hätten. Die nachfolgende Diskussion bis Thomas von Aquin kommt zu dem Ergebnis, dass Tiere zwar auch eine Seele haben, das aber ist eine sterbliche Seele, da Tiere sich nicht mit ewig-unsterblichen geistigen Wahrheiten befassen. Als beseeltes Lebewesen steht der Mensch demnach noch auf demselben Boden wie die Tiere, ragt aber das kleine entscheidende Stück weit daraus hervor.

Dennoch bleiben Unsicherheiten. Bereits im Mittelalter geht es auf den Geist, dass Affen so menschenähnlich sind. Da der Schöpfungsglaube und der damalige Forschungsstand evolutionäre Erklärungen ausschließt, bleibt nur die Annahme übrig, diese Tiere versuchten auf teuflische Anstiftung hin den Menschen nachzuahmen, also „nachzuäffen“. Die prophylaktische Unterstellung eventuell böser und täuschender Absichten zieht sich auch bis in die Gerichtsurteile dieser Zeit, zum Beispiel bei Fällen von sexuellem Missbrauch von Tieren.

Wenn aber schon per definitionem vernunftlose Tiere den Menschen dermaßen hintergehen können, wem kann man da noch trauen? Sobald die Philosophie damit angefangen hat, sogar den Tieren zu misstrauen, wo soll sie dann noch aufhören?

Bestenfalls komplizierte Maschinen

René Descartes antwortet zu Beginn der neuzeitlichen Philosophie darauf: Bei der Selbstvergewisserung des menschlichen Geistes. Das berühmte „Ich denke, also bin ich“, „cogito ergo sum“ führt bei ihm nicht zu einer Ausweitung auf Tiere (speziell auf Bienen unter dem Motto „cogito ergo summmm“), im Gegenteil: Tiere werden als prinzipiell nicht-denkend abqualifiziert.

Der radikale Zweifel, eine Lieblingsbeschäftigung der Philosophen, von den Tieren über die Automaten (denn bei Descartes sind Tiere nichts anderes als komplizierte organische Automaten) bis hin zum Prinzipiellen, zeigt sich bei Descartes so: Nachdem er sich vergewissert hat, dass er denkt, denkt er sich: Ich bin mir sicher, dass ich denke, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Körper habe, also ist mein Denken von meinem Körper verschieden. Mein Körper ist ein materielles System, das endlich viele Zustände annehmen kann. Da mein Denken vom Körper verschieden ist, kann es daher unendlich viele Zustände annehmen.

Ein Automat, egal ob Hund, Schildkröte oder Pferd, wäre in seinen Verhaltensweisen ziemlich beschränkt, da es sich bei ihm nur um ein materielles System handelt. Automaten können daher nicht auf die gleiche beliebig variierbare Weise handeln und sprechen wie ich. Und alles, was sich als Verhalten eines Automaten darstellen lässt, ist auch ein Automat, ein materielles System ohne denkenden Geist.

Mit diesem logischen Hopplahopp-Ritt, auf dessen Untiefen beispielsweise Ansgar Beckermann hingewiesen hat, mobbt Descartes nicht nur künftige Zeitgenossen wie Haushaltsroboter, sondern auch und gerade die Tiere. Er meint, alles, was Tiere tun, kann auch von Automaten getan werden, so wie es zu seiner Zeit mechanische Enten taten, die, sobald einmal aufgezogen, durch die Gegend watscheln, Gras rupfen und mittels Chemikalien in ihrem Eisenmagen „verdauen“ konnten. Die Cartesianer ziehen daraus den Schluss, dass Tiere nichts anderes als komplizierte Maschinen sind.

Stößt ein Tier etwas aus, das wir als Schmerzensschrei interpretieren, ist das in Wirklichkeit nichts anderes als eine mechanische Reaktion; Tiere empfinden ebenso wenig Schmerz wie eine Orgel, wenn man eine ihrer Tasten drückt. Bei Vivisektionen von Hunden zu medizinischen Zwecken Betäubung vorzunehmen, wird daher als sinnlos abgelehnt, gibt es da doch gar nichts zu betäuben. Der dabei entstehende Lärm sei zwar unangenehm, aber nur für die armen Menschen, die ihn anhören müssen.

Haben sie nicht nur Gefühle, sondern auch Bewusstsein?

Empörter Einspruch darauf kommt, nicht sehr erstaunlich, aus England. Dort leben bis heute vor allem die hohen Herrschaften auf vertrautem Fuß mit ihren Hunden und Pferden und geben zu viel Geld für sie aus, als dass sie sie zu bloßen Maschinen herabgewürdigt sehen möchten.

Der englische Empirismus verallgemeinert diesen Eindruck: Dass ein Wurm Schmerz empfindet, sei eigentlich viel offensichtlicher als die Existenz eines immateriellen denkenden Geistes: Tiere sind empfindungsfähig, lehrt die Erfahrung, und aus der Fähigkeit, Schmerz und Lust zu empfinden, leiten wir Menschen gewisse Rechte und Pflichten ab – warum sollten wir die Tiere, die uns darin gleichen, davon ausschließen? Diese Argumentation zieht sich von David Hume durch bis hin zu Peter Singers „Animal Liberation“.

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Hier weiterlesen:

Beseelte Tiere

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 18. September 2016 von hubwen in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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Tiere zeigen ihre Liebe zum Menschen   Leave a comment

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Unglaublich wie zärtlich, anschmiegsam und anlehnungsbedürftig diese großen Katzen mit ihrem menschlichem Freund umgehen. Auch die andere Szene mit dem Fuchs ist sehenswert und wunderschön. Die Gefühle der Tiere sind immer noch zu wenig erforscht. Aber wer die Liebe zu Tieren hat und gut beobachtet kann vieles erahnen.

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http://www.4shared.com/video/glDc1Ta1ce/Wilde_Tiere_zeigen_Liebe_zum_M.html

http://www.4shared.com/web/embed/file/glDc1Ta1ce

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. Juli 2016 von hubwen in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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Die Kirche hat die Tiere verraten   Leave a comment

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Die Kirche möchte sich ja gerne als moralische Instanz sehen. Sie hat aber jedes Recht dazu verloren, weil sie beim milliardenfachen Leid, das Tieren von Menschen angetan wird, wegschaut und schweigt. Wer diesen Widerspruch nicht sieht, dem ist nicht zu helfen. Für die Kirche haben Tiere keine Seele, sie wird ihnen abgesprochen und auch Gefühle werden ihnen nicht zugestanden. Für mich hat jedenfalls jedes Tier eine unvergleichlich größere und reinere Seele als jeder dogmatische Priester.

 

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„Die Kirche hat die Tiere vergessen“ Redebeitrag zur Protestveranstaltung am 4.April 2015 in München

 

Die Kirche hat die Tiere vergessen

„Dies ist keine Demonstration gegen die Kirche an sich.

Es ist aber eine Protestveranstaltung gegen das Schweigen und die Ignoranz der Kirche was die Tiere betrifft. Es ist ein Protest gegen das Vergessen. All die Menschen und Bilder hier sind ein stummer Aufschrei für jene, die nicht gehört werden.
Die Kirche hat die Tiere verraten. Sie hat ihnen die unsterbliche Seele abgesprochen und diesen Irrglauben bis heute nicht rehabilitiert Nach dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin, besitzen Tiere eine sterbliche Seele und diese stirbt mit dem Tod ihres Körpers.
Ich frage Sie: Wie kann die Seele eines beseelten Wesens sterben, wenn es doch eine Seele besitzt und diese etwas Immaterielles ist?
Tiere sind damit auch aus dem fünften Gebot ausgeschlossen, dem „du sollst nicht morden“ denn einen Mord begeht man nur an einem Menschen und nur ihm bleibt das Himmelreich vorbehalten.

Die Kirche hat die Tiere vergessen: Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus sind zwei Jahre vergangen. Wie viel Hoffnung wurde gehegt, dass dieser Mann, der als erster in der Kirchengeschichte den Namen Franziskus wählte, sich auch für die Tiere einsetzt.
Bis zum heutigen Tag warten viele Menschen auf ein eindeutiges Zeichen dieses Papstes gegenüber dem unendlichen Leid der Tiere. Dem hl. Franziskus, seinem Vorbild, sind folgende Zeilen zugeschrieben: „Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir – also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers: unsere Brüder.“
Die Kirche jedoch hat die Tiere vergessen und schweigt. Sie schweigt zu den Qualen unserer kleinen Brüder und Schwestern, sie ignoriert das immense Leid der Tiere in den Massentierhaltungen, den Schlachthäusern, Tierversuchslaboren und Pelzfarmen, sie schweigt zu den Tötungen der Straßenhunde, den Stierkämpfen und vielem mehr.

Für die Christen ist Ostern das Fest der Auferstehung – für die unschuldigen Lämmer und viele andere Tiere ist es ein Fest des Todes. Doch nicht nur an Ostern, sondern an jedem einzelnen Tag. In jeder Minute, die auf dieser Erde vergeht, findet ein unendliches Blutvergießen und Leid statt: 60 Milliarden getötete Tiere weltweit – pro Jahr: Dies ist nur eine Schätzung und berücksichtigt keine Fische, Straßenhunde, Tiere aus Versuchslaboren oder solche, die für die Pelz- oder Lederindustrie sterben.
Indem die Kirche ihre Augen vor dem Leid der Tiere verschließt, ignoriert sie auch die Folgen des massiven Fleischkonsums: den Hunger in den Entwicklungsländern, die Klimaerwärmung und Zerstörung unseres Planeten. Massentierhaltung trägt einen erheblichen Anteil daran, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern hungern und unterernährt sind, laut der FAO fast 900 Millionen. Während täglich 20 Milliarden sogenannte „Nutztiere“ für den Fleischkonsum mit Getreide und Soja gefüttert werden, sterben jeden Tag Zehntausende von Menschen an Hunger.

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …“ Diesen Satz kennen nicht nur Katholiken oder Protestanten. Würden Sie ihr Kind in ein Schlachthaus mitnehmen? Die Antwort lautet sicher „Nein“. Aber Sie lassen es das essen, was von diesem Ort kommt: Zerstückelte Tierleichen. Sie zeigen ihm Apfelbäume oder Maisfelder, aber Sie würden niemals mit ihrem Kind in einen Schlachthof gehen, damit es sieht, wie Tiere getötet werden, denn das Schlachten ist ein barbarischer und grausamer Akt.
Wir Erwachsenen haben verlernt, wie die Kinder zu sehen und zu fühlen: mit dem Herzen.
Erst wenn wir das tun, leben wir echte Nächstenliebe. Eine Nächstenliebe, die nicht nur dem Menschen gilt, sondern auch jenen Mitgeschöpfen, die schon lange vor uns da waren.

Die Kirche aber schweigt. Sie schweigt zu den Qualen der Tiere, zu den Leiden eines Teiles der Schöpfung, die von ihrem Gott erschaffen wurde. Es ist leicht, einfach zu schweigen und die Augen vor diesem Leid zu verschließen. Es ist bequem, sich auf uralten Dogmen und Lehrmeinungen auszuruhen und ein anthropozentrisches Weltbild nicht infrage zu stellen. Aber es ist nicht richtig. Und es kann nicht richtig sein, an Ostern von Liebe und Auferstehung zu predigen und danach ein Stück unschuldigen Lebens zu verspeisen.

Tiere halten das natürliche Gleichgewicht der Erde und folgen nur ihrer Natur. Die Seelen der Tiere haben gewiss Flügel, mit denen sie nach ihrem Tod in den Himmel fliegen – schneller als so mancher Mensch. Es ist an der Zeit, auch für die Kirche, die Tiere als das zu respektieren, zu schätzen und zu lieben, was sie sind: Mitbewohner dieses Planeten – unsere kleinen Brüder und Schwestern.“

(C) Copyright: Daniela Böhm
www.danielaböhm.com

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Die Kirche hat die Tiere verraten

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Gruß Hubert

 

Tiere verhalten sich uns gegenüber freundlich und hilfreich   3 comments

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Hier ein Auszug aus einer Tierrechts-Seite von Helmut F. Kaplan, aus dem hervorgeht wie selbstlos Tiere gegenüber Menschen verhalten und selbst ihr Leben dafür riskieren und auch hingeben.

Tiere begegnen uns, wie gesagt, in aller Regel freundlich. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen dies anders ist, etwa, wenn uns ein Löwe im Urwald, ein Hai im Ozean oder ein Krokodil im Nil angreift. Aber das sind ausgesprochene Ausnahmen. Moralisch entscheidend und für den Menschen typisch ist, wie wir uns gegenüber jenen Tieren verhalten, mit denen wir „in der Zivilisation“ zusammenleben, die von uns abhängig sind und die uns absolut „nichts getan“ haben.

Tiere begegnen uns aber auch abseits menschlicher Siedlungen oft freundlich, ja sie retten uns manchmal sogar das Leben – „von sich aus“, ohne sich in irgendeinem Abhängigkeitsverhältnis zu uns zu befinden. So hat etwa ein Delfin einen 14-jährigen Buben gerettet, der an der süditalienischen Küste vor Apulien in Seenot geraten war. Der Junge, der nicht schwimmen konnte, war von einem kleinen Boot ins Meer gefallen. „Dort habe“, so ein Zeitungsbericht, „sich ein Delfin dem Buben genähert, ihn mit seinem Körper an der Wasseroberfläche gehalten und mit sanften Stößen in Richtung des Bootes befördert“ und ihm so das Leben gerettet. Solche tierlichen Rettungsaktionen sind erwiesenermaßen keine Einzelfälle.

E. Gavin Reeve berichtet von einem Mischlingshund namens Blackie, der vergeblich versucht hatte, den vier Monate alten Säugling Ian vor dem Feuertod zu bewahren. Beide kamen in den Flammen um.

Zwar hatte niemand den tapferen Rettungsversuch des Hundes direkt beobachtet, aber dieser hatte eindeutige Spuren hinterlassen: leichte Abdrücke seiner Zähne an den Schultern des Babys, die vom Versuch, es vom Feuer wegzuziehen, zeugten.

Dieses war in der Küche ausgebrochen. Während die Mutter zu ihren beiden anderen Kindern eilte, rannte Blackie in Ians Schlafzimmer. Die Mutter hörte einen Bums: wahrscheinlich der Aufprall des Kindes am Boden, nachdem der Hund es aus seinem Bett gezogen hatte.

Der tote Ian wurde nur wenige Zentimeter von Blackies ausgestreckten Pfoten entfernt gefunden.

Der Hund war der Familie ein Jahr zuvor zugelaufen und seit Ians Geburt meist an dessen Bett gesessen.

Zahllose weitere Beispiele für selbstloses Verhalten bei Tieren finden sich bei John Robbins und Joan Dunayer.

Tiere verhalten sich uns gegenüber freundlich und hilfreich

 

Gruß Hubert

 

Wenn die Menschen bekommen, was sie verdient haben   2 comments

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und die Tiere zurück schlagen… Solche Menschen die nichts weiter als Dreck sind verdienen nichts anderes. Außer die Szenen die ab dem Löwen kommen, wo es auch Unschuldige erwischt bin ich mit dem Video einverstanden.

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Solange der Mensch denkt,
dass Tiere nicht fühlen können,
müssen Tiere fühlen,
dass Menschen nicht denken können…

Von Unbekannt.

 

 

Einblicke in Tierseelen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 7. Dezember 2015 von hubwen in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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Redebeitrag zum internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche   Leave a comment

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Die schlechtesten Karten bei Tierversuchen haben Ratten und Mäuse, denn für sie interessiert sich, auf gut deutsch gesagt, keine Sau.

„In jeder Minute, die vergeht, wird irgendwo ein unschuldiges Leben gequält. Mit der Begründung, dass das menschliche Leben den höheren oder höchsten Stellenwert einnimmt und andere Lebensformen für seine Zwecke missbrauchen darf. Tierversuche sind Missbrauch, nichts anderes, und ethisch unvertretbar. Sie sind ein Missbrauch gegen das Leben und schwächere Wesen, die sich nicht gegen ihre Peiniger wehren können.“

Redebeitrag zum internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche in München am 18.4.2015

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„Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, würden alle Menschen zum Vegetarier werden“ , lautet ein bekanntes Zitat von Paul McCartney. Was wäre, wenn die unzähligen Tierversuchslabore Wände aus Glas hätten? Wenn die Türen weit offen stünden und die Schreie der Opfer auf die Straßen dringen würden? Wenn auf jeder Medikamentenpackung das Bild einer leidenden Maus oder Ratte abgebildet wäre? Würden die Menschen dann endlich zu Tausenden auf die Straße gehen und ein Ende dieser unnötigen Qualen fordern?
Rund drei Millionen Tiere starben allein in Deutschland im Jahre 2013 für Tierversuche; vor allem Mäuse und Ratten. Wären die Tierversuchslabore der LMU und des Klinikum Rechts der Isar mit bayerischen Rauhaardackeln überfüllt, hätte in München schon längst eine Revolution stattgefunden.

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© Foto: Ärzte gegen Tierversuche

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In jeder Minute, die vergeht, wird irgendwo ein unschuldiges Leben gequält. Mit der Begründung, dass das menschliche Leben den höheren oder höchsten Stellenwert einnimmt und andere Lebensformen für seine Zwecke missbrauchen darf. Tierversuche sind Missbrauch, nichts anderes, und ethisch unvertretbar. Sie sind ein Missbrauch gegen das Leben und schwächere Wesen, die sich nicht gegen ihre Peiniger wehren können. Und dieser Missbrauch findet in einer Zeit statt, die so aufgeklärt ist, wie niemals zuvor. Es gibt bereits tierversuchsfreie Testverfahren und das Wissen, dass Versuche am Tier nicht auf den Menschen übertragbar sind.
Und wie sollten sie es bei genauerer Betrachtung auch sein? Der menschliche Organismus in seiner Gesamtheit ist ganz anders als der eines Tieres. So viele verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, warum eine Krankheit entsteht und ebenso viele, damit ein Gesundungsprozess in Gang gesetzt wird. Genetische Voraussetzungen, Umwelteinflüsse, Ernährungsgewohnheiten, das seelische Befinden etc.
Doch die Pharmaindustrie macht weiter mit Heilsversprechen und grausamen Tests. Sie hält beharrlich an dem Irrglauben der Tierexperimente fest, eines der düstersten Kapitel in der Menschheitsgeschichte und eines der größten Unrechte. Aus diesem Irrglauben ist ein Mythos entstanden, mit dem sich Pharmakonzerne jedoch absichern und dem Konsumenten vorgaukeln, dass ein Arzneimittel sicher sei, weil es ja an Tieren getestet wurde. Schon längst ist dieser Mythos dank Organisationen wie Ärzte gegen Tierversuche entzaubert, die oft tödlichen Nebenwirkungen von Medikamenten bekannt. Wie können wir Menschen erwarten, dass uns etwas wirklich gesund macht und uns das Leben schenkt, wenn es mit dem Tod anderer Wesen verbunden ist? Das ist absurd.
Aber es wird weitergeforscht auf Kosten anderer Lebewesen, denn in die Tierversuchsforschung fließen viele staatliche Gelder und schließlich nickt der Gesetzgeber nach wie vor zu diesem Irrglauben. Es gab auch einmal den Mythos von bösen Hexen und dem Teufel, es gab Sklavenhaltung und Sklavenarbeit, die Annahme, dass es Menschen erster, zweiter und dritter Klasse gibt und dass jene, die auf der untersten Stufe stehen, nach Belieben ausgebeutet werden können.

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© Bild: Ärzte gegen Tierversuche
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In der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1948 heißt es gleich zu Beginn: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“
Dieser Passus liest sich traurigerweise auch heute noch wie eine schöne Zukunftsvision. Und leider gilt er nur dem Menschen und nicht auch jenen Mitbewohnern dieses Planeten, die schon lange vor uns da waren. Jene, welche für das Gleichgewicht in der Natur sorgen, das der Mensch immer mehr zerstört.
Warum begegnen wir den Tieren nicht genauso im Geist der Brüderlichkeit, sondern unterwerfen sie, wie die Sklaven von einst, beuten sie aus, quälen und töten sie? Mit welcher berechtigten Begründung? Es gibt sie nicht und es ist ein immenses Unrecht, welches den Tieren in diesem aufgeklärten Zeitalter mehr denn je angetan wird. Sie werden ihrer Würde beraubt und ihres naturgegebenen Rechts auf Leben. Ehrfurcht und Achtung vor allem Leben ist etwas, das vielen Wissenschaftlern fehlt. Und wären die Wissenschaftler und Forscher tatsächlich mit Gewissen und Vernunft begabt, würden sie auch nicht so viel grausame und absurde tierexperimentelle Grundlagenforschung betreiben, wie z. B. Skorpione in den Weltraum zu schicken, um den Einfluss der Schwerkraft auf Tiere zu erforschen oder jungen Ratten Alkohol in die Bauchhöhle zu spritzen, um nachzuweisen, dass Alkohol Kindern und jugendlichen Menschen schadet.

Nur weil ein Unrecht von der offiziellen Gesetzgebung zu einem gegebenen Zeitpunkt in der Geschichte noch nicht als Unrecht angesehen wird, bedeutet dies bei Weitem nicht, dass es sich nicht um ein solches handelt. Die Liste jener Menschen, die erst rückwirkend als Opfer menschlicher Grausamkeit und Irrtümer anerkannt wurden, ist unendlich lang. Wenn die Tiere eines Tages als Opfer eines anthropozentrischen Herrschaftssystems anerkannt werden, wird alles Papier nicht ausreichen, um ihre Namen und Zahlen aufzuschreiben.
Dieser Planet ist ein lebendiges Ganzes, ständig finden Interaktionen zwischen allen Bewohnern statt und wir Menschen tragen in erster Linie eines: Verantwortung. Als vernunftbegabte Wesen, die wir sein sollten, können und müssen wir Irrtümer erkennen und die Mythen, die aus ihnen entstanden sind, revidieren und die Opfer als solche anerkennen.
Der Weg in eine tierleidfreie Welt ist noch weit. Es ist ein schmaler Pfad, doch er wird immer breiter, weil ihn immer mehr Menschen beschreiten, die ein mitfühlendes Herz gegenüber allen Lebewesen besitzen.
Von Daniela Böhm

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Redebeitrag zum internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 3. November 2015 von hubwen in Tiere, Tierschutz

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Oktoberfest: Das Karussell für tote Tiere   Leave a comment

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Die Kehrseite von der bayerischen Gaudi – sie wird auf dem Rücken der Tiere ausgetragen. Feiern ist ja grundsätzlich was Schönes, leider zahlt jemand auch die Zeche dafür, nämlich die Tiere.

Oktoberfest: Das große Vergessen und ein Karussell für tote Tiere

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Feiern ist es etwas Schönes und rein theoretisch könnte das Oktoberfest ein schönes Fest sein. Rein theoretisch. Einfach mal fröhlich mit Freunden sein, sich auf eine schwindelerregende Achterbahn wagen oder in eine düstere Geisterbahn: Nicht umsonst lockt die bayerische Gaudi alljährlich Touristen aus der ganzen Welt an, denen das Maßhalten mit der Mass meist schwer fällt, den Bayern ebenso. Allerdings schadet der übermäßige Bierkonsum nur dem eigenen Wohlergehen, Schlägereien natürlich ausgenommen.

Das große Fressen aber verursacht fremdes Leid. Ein Leid an Lebewesen, die wir als Kinder gern hatten: an den dicken behäbigen Ochsen, die in der Ochsenbraterei zerstückelt auf den Tellern landen, an liebenswerten Ferkeln, die als Spanferkel auf der Speisekarte stehen, an den lustigen Schweinen, von denen vor allem die Haxen als bayerisches Schmankerl angeboten werden und an gackernden Hühnern, die in zwei Hälften geteilt, in den Mägen der Besucher landen.
Die bayerische Gaudi wird auf dem Rücken der Tiere ausgetragen – dies sind nur einige Zahlen aus dem Jahr 2014: 112 Ochsen, 48 Kälber, dazu unzählige Enten, Puten und Fische, 20.000 geschätzte Schweine für rund 60.000 Schweinshaxen und 120.000 Schweinswürstel und knapp eine halbe Million Hühner. Immerhin sind die Zahlen gegenüber den Vorjahren bei den Ochsen leicht rückläufig und wenn die Statistiken stimmen, bei den Kälbern stark rückläufig. (bei den Schweinen gibt es nur Schätzungen)

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Ferkel

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Die riesigen Bierzelte, in denen Musikkapellen fetzige Songs spielen und Leute auf Bänken tanzen, sind eigentlich Leichenhäuser: Tierleichenhäuser. Zwei Wochen lang, jeden Tag: unzählige, zerstückelte Tierleichen, während Menschen feiern und ausgelassen ihre großen und kleinen Sorgen vergessen.

Aus dem Getriebe ihres qualvollen und artfremden Lebens ausbrechen, das würden die Rinder, Schweine und Hühner der Massentierhaltungen auch gerne. Doch für ihre Qual gibt es kein Entrinnen, keinen einzigen Tag lang, das Vergessen bringt erst der Tod im Schlachthaus.

Und selbst wenn sie besser gehalten wurden, wie z.B. die rund 120 Ochsen, die im städtischen Gut Karlshof bei München jedes Jahr für das Oktoberfest gemästet werden – wer stirbt schon gerne vor seiner Zeit? Rinder können ein natürliches Alter von bis zu zwanzig Jahren erreichen – was ist da ein halbes gemästetes Lebensjahr, das mit einem angstvollen und gewaltsamen Tod endet?

Doch mit dem Wort Bio und guter Haltung wird selbst der blutige Fleischkonsum rosafarben überpinselt und der Verbraucher doppelt abgesichert: Fleisch von glücklichen Tieren schmeckt besser und schließlich hatten sie ein schönes Leben, bevor sie vom Metzger abgemurkst wurden. Warum also ein schlechtes Gewissen haben?

Ja, ich weiß – Veganer sind unbequem und intolerant, sie sind sektiererisch, lästig wie die Fliegen und vermiesen einem sogar ein bayerisches Heiligtum wie das Oktoberfest. Und was täte München ohne das Oktoberfest? Ohne all die Touristen, die in überteuerten Hotels ordentlich Geld dalassen? Ich hätte eigentlich nichts gegen das Oktoberfest; es ist für mich sogar eine schöne Kindheitserinnerung.
Aber ich habe etwas gegen Tierleid. Ich habe etwas gegen den anthropozentrischen Herrschaftsanspruch, der sich auf dem Satz ausruht „Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen.“ Und ich habe etwas gegen das Verdrängen und das Vergessen. Ich habe etwas gegen das, was sich hinter dicken Mauern abspielt, gegen den gewaltsamen Tod an unschuldigen Mitlebewesen, deren Hinrichtung die Mehrheit der Bevölkerung niemals beiwohnen würde, weil sie es keine Sekunde ertragen könnte. Das ist das große Vergessen und Verdrängen, welches jeden Tag in dieser Welt auf Kosten der Tiere stattfindet.

Vor den Bierzelten geht die Leichenschau weiter: Steckerlfische sind beliebt und so werden die Fische aufgespießt und geräuchert an den vielen Buden feilgeboten, genauso wie die durchbohrten und geköpften Hühnchen, die auf Eisenstangen ihre endlosen Runden drehen, bis sie braun geröstet sind. Ein Karussell für tote Tiere. Das Tierleid ist damit immer noch nicht zu Ende, denn das Tragen von Tierhaut ist in den letzten zehn Jahren zu einem Hype geworden: Wer von den männlichen Besuchern keine Lederhose trägt, ist nicht „in“. Heutzutage werden Lederhosen und Karohemden sogar von Firmen gemietet, die ihre Kunden zum Stelldichein in die Bierzelte einladen. Ein Stück vom toten Tier als Erinnerung an die Steinzeit? Aber nein: dieser Hype wird als Revival alter Traditionen gefeiert. Zünftig muss es sein, das ist angesagt, trotz aller Modernität – die Blackberrys und IPhones verschwinden einen Abend lang in den Taschen der Lederhosen und werden höchstens hervorgeholt, wenn es darum geht, Fotos vom bayerischen Way of Life zu schießen: von feschen Mädels, den grölenden Massen in den Bierzelten und dem deftigen Essen, das hauptsächlich aus zerteilten Tierleichen besteht.

Es ist sehr erfreulich, dass in einigen Zelten seit 2013 vegane Gerichte angeboten werden. Und so etwas wie ein Trost, wenn man auf der offiziellen Website des Oktoberfests liest, dass der Fleischkonsum seit den letzten Jahren leicht rückläufig ist. Ein Hoffnungsschimmer? Sicherlich, es ist ein Schritt in die richtige Richtung eines Weges, der notwendig geworden ist – aber für jene Tiere, die auch in diesem Jahr wieder ihr würdelos verbrachtes Leben für dieses Fest der Menschen lassen müssen, ist Hoffnung ein bedeutungsloses Wort.
Feiern ja, aber nicht auf Kosten anderer. Und statt sich besinnungslos zu betrinken, wäre es schön, wenn sich die Menschen wieder daran erinnern würden, was da eigentlich auf ihrem Teller liegt und was sie als Kinder empfunden haben, wenn sie ein liebenswürdiges Ferkel gesehen haben oder staunend vor einem gutmütigen Rind gestanden sind.
Die Rechte des Wesens Tier und sein Grundrecht auf Leben, werden von einem Großteil der Menschen vergessen und verdrängt. Nicht nur auf dem Oktoberfest. 365 Tage im Jahr.

Oktoberfest: Das Karussell für tote Tiere

© Daniela Böhm -aktualisierter Beitrag im September 2015
http://www.danielaböhm.com

Gruß Hubert

Veröffentlicht 19. September 2015 von hubwen in Tierschutz

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