Archiv für das Schlagwort ‘Tierversuche

Warum Tierversuche?   1 comment

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Das bedarf keinen Kommentierung. Wer es verstehen will, der versteht es, wer es nicht verstehen kann, dem ist sowieso nicht zu helfen.

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Aus aerzte-gegen-tierversuche.de

Warum wir gegen Tierversuche sind

Katharina Feuerlein

Ärztin aus Wedel

Ich habe 22 Jahre als niedergelassene Ärztin auf dem Land und 13 Jahre als Dozentin gearbeitet. Jetzt befinde ich mich im Ruhestand.

Meine einzige Begegnung mit Tierversuchen fand im Studium während des Physiologie-Praktikums statt. Dabei mussten wir an Froschbeinen die Muskelkontraktionen bei verschiedenen Stromstärken messen.

Ich habe damals weder die Sinnhaftigkeit dieses Versuches noch Tierversuche allgemein in Frage gestellt, ich hielt sie für ein ethisch hoch fragwürdiges, aber notwendiges Übel in Medizin und Forschung ohne auch nur im Ansatz zu ahnen, welches Ausmaß diese Versuche haben und wie sinnlos sie sind.

Irgendwann kamen Zweifel auf. In meiner Praxistätigkeit habe ich den Aufstieg neuer Medikamente wie Lipobay oder Vioxx erlebt, die Pharmareferenten überschlugen sich mit Lobpreisungen. Mein Erstaunen war ebenso groß wie die Erklärungsnöte den Patienten gegenüber, als diese Medikamente wieder vom Markt genommen wurden. Die Nebenwirkungen dieser im Tierversuch als sicher eingestuften Medikamente waren schwer bis tödlich!
Was läuft da schief? Antworten auf diese Frage fand ich bei „Ärzte gegen Tierversuche“. Hier ein paar Beispiele:

  •   mehr als 3 Millionen Tiere sterben jedes Jahr bei Tierversuchen!

  •   95 % der im Tierversuch als wirksam und ungefährlich geltenden Medikamente fallen durch die klinischen Studien!

  •   20 – 50 % der zugelassenen Medikamente werden später wieder vom Markt genommen!

  •   58 000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel!

  •   Tierversuche sind niemals validiert!

  •   Tierversuche sind ein lukratives Geschäft (1,9 Milliarden € in Deutschland nur für Mäuse)!

  •   Tierversuche sind Geldverschwendung (2,7 Milliarden € aus Steuergeldern)!

  •   Tierversuche sind wegen mangelnder Übertragbarkeit gefährlich!

  •   Tierversuche sind schlechte Wissenschaft!

Gute Wissenschaft sollte auf 3 Prinzipien basieren: sie muss artspezifisch sein, sie darf niemandem Leid zufügen, sie muss auf Beweisen beruhen. Tierversuche scheitern in allen 3 Punkten. Es wird Zeit für einen Paradigmenwechsel!

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Warum Tierversuche?

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 31. Januar 2019 von hubwen in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche, Uncategorized

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Sieht so der Respekt vor dem Mitgeschöpf aus?   6 comments

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Was den Tierschutz betrifft, insbesondere auch die Tierversuche, brauchen Tierschützer mit Sicherheit nicht auf Julia Klöckner bauen. Die stellt sich lieber in den Dienst von Lobbys.

Rebloggt von Tierfreund Wolodja

Seit Julia Klöckner im Februar 2018 ihr Amt angetreten hat, ist sie kein einziges Mal durch besondere Maßnahmen zum Eindämmen von Tierversuchen aufgefallen.

Von Hilal Sezgin

Tiere sind Mitgeschöpfe. Sie verdienen unser Mitgefühl.“ Diese einfühlsamen Sätze äußerte wenige Tage vor Weihnachten die Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung, Julia Klöckner. Der Anlass war allerdings wenig zart besaitet und hatte mit Weihnachten auch wenig zu tun, denn Klöckners Ministerium hatte gerade die Tierversuchsstatistik des Vorjahrs (also die von 2017) veröffentlicht. Weil rundherum alle mit Torschlusspanik-Shoppen und Gänsebratenrezepten befasst waren, konnte da leicht untergehen, dass erneut rund zwei 2,8 Millionen Wirbeltiere in deutschen Laboren litten und starben.

Mehr als fünf Prozent der Tiere waren Versuchen mit dem Schweregrad „schwer“ ausgesetzt, mussten also besonders starke Schmerzen durchleiden; solche Versuche sollen laut EU-Tierversuchs-Richtlinie eigentlich nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden. (Es ist umstritten, ob Deutschland diese EU-Richtlinie erfüllt.) Die bei weitem meisten Versuchstiere 2017 waren Mäuse und Ratten; auf Platz drei landete die Rubrik „Fische“. Außerdem wurden u.a. 3472 Affen und Halbaffen verwendet, also deutlich mehr als im Vorjahr (2400).

Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Klöckner: „Ich will, dass die Zahl der Tierversuche kontinuierlich gesenkt wird.“ Die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen fördere ihr Ministerium finanziell. Ebenso verlautbart sie auf der Homepage des BMEL: „Es ist unsere ethische Pflicht, die Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen zu beschleunigen.“

Mit Verlaub, aber das klingt mir nach Heuchelei. Seit Klöckner im Februar 2018 ihr Amt angetreten hat, ist sie kein einziges Mal durch besondere Maßnahmen zum Eindämmen von Tierversuchen aufgefallen. Nach wie vor geht der Löwenanteil staatlicher Fördergelder an Forschung MIT Tierversuchen, darunter an Zentren mit sehr umstrittenen Affenversuchen oder eben an „Grundlagenforschung“ – ein Etikett, das praktisch allen Erkundungsfahrten durch den Tierkörper die Aura der Wissenschaftlichkeit verleiht, solange sie von jemandem im weißen Kittel ausgeführt werden.

Dahingegen fließen laut Berechnungen der „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“ nicht einmal ein Prozent des Budgets, das für Tierversuche ausgegeben wird, in tierversuchsfreie Forschung. Man muss keine großen mathematischen Fähigkeiten aufweisen um zu sehen, dass, wer 99 Prozent eines Budgets FÜR Tierversuche und ein Prozent für Alternativen ausgibt, insgesamt eben doch ganz deutlich Tierversuche fördert und nicht umgekehrt.

Nun war es nicht das erste Mal, dass Klöckner den Begriff „Mitgeschöpf“ verwendet hat. Im letzten Mai wurde sie in einem Interview der FunkeMediaGroup gefragt, inwiefern sie sich als Angehörige einer „Partei, die das C im Namen führt, (…) für die Bewahrung der Schöpfung“ einsetze. Und Klöckner antwortete: „Als Christin spüre ich die Verantwortung, mich für das Tierwohl einzusetzen. Tiere sind Mitgeschöpfe und keine Wegwerfware.“ Und dies von einer Politikerin, die sich für die Fortführung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln stark gemacht hat! Einer Ministerin, die eine Tierindustrie sanktioniert, in der von Anfang an einkalkuliert wird, dass etwa zehn Prozent der geborenen Ferkel in den ersten drei Lebenswochen sterben!

Auch bei Hühnern sind „Verlustraten“ von mehr als fünf Prozent im ökonomischen Rahmen. Etwa 800 Millionen Hühner pro Jahr werden in Elektrobrutkästen ausgebrütet, dann fließbandmäßig gemästet und wenig später wiederum fließbandmäßig getötet. Sie sind genetisch so verzüchtet, dass sie kaum lebensfähig sind; sie können kaum gehen, ja sich oftmals nicht einmal aufrecht halten. Sieht so der Respekt vor dem Mitgeschöpf aus, dienen solche Kalkulationen einer „Bewahrung der Schöpfung“?

Und, um vom Elend der Tierproduktion nochmals auf das der Tierversuche zurückzukommen: Insgesamt waren 40 Prozent der in Deutschland eingesetzten Tiere genetisch verändert. Dies waren zumeist Manipulationen hin zu einer Krankheit, hin zum Tode. Ob mit dem Skalpell oder in der Petrischale, wir Menschen greifen auf jeder Ebene in Tierkörper ein, um deren Bauplan zu enthüllen. In ihrem Sterben wollen wir eine Ahnung davon erhaschen, wie Leben funktioniert. Nun bin ich Muslimin und keine Christin, aber das Schöpfungsverständnis ist ja dasselbe.

Und ich bin überzeugt: Unseren Mitgeschöpfen das Leben zur Hölle zu machen, ist sicher nicht im Sinne unseres Schöpfers.

Quelle: Frankfurter Rundschau

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Veröffentlicht 15. Januar 2019 von hubwen in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche, Uncategorized

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Aktuelle Tierversuche aus Deutschland   Leave a comment

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Ich möchte einige Beispiele aus dem Horrorkabinett der Tierversuche zeigen. Diese nützen bestimmt niemandem, ganz abgesehen von der moralischen Frage. Mit einem weißen Kittel bestückt ist scheinbar alles erlaubt und die Tierversuche werden von der Politik genehmigt und auch noch beträchtliche Fördergelder ausgegeben.

Die Unsinnigkeit und die Grausamkeit müssten sich jedem Mensch mit Empathiefähigkeit erschließen.

Aus aerzte-gegen-tierversuche.de

Alkoholsucht, Raucherlunge, zersägte Knochen und ein Bullauge in der Maus.

Eine andere Methode, das Herz gesunder Tiere zu schädigen, wird ebenfalls am UKE in Hamburg praktiziert. Meerschweinchen wird unter Narkose der Brustkorb aufgeschnitten. Eine durch flüssigen Stickstoff gekühlte Aluminiumsonde wird viermal je 30 Sekunden an das Herz gehalten, um so Verletzungen am Herzgewebe zu erzeugen. Allein bei dieser Prozedur sterben 101 von 253 Meerschweinchen. Eine Woche nach der Verletzung wird den überlebenden 152 Meerschweinchen ein „Gewebepflaster“ aus menschlichen Herzzellen auf die Herzen genäht. Diesmal sterben 80 Tiere. Nur 72 Meerschweinchen überleben die Prozedur. Diese werden 28 Tage später getötet.
Dokumenten-ID 4865

In Bonn wird bei Ratten eine Rückenmarksverletzung künstlich hervorgerufen. Dafür erfolgt vom Rücken her das Aufschneiden eines Brustwirbels, um an das Rückenmark zu gelangen. Mit einem speziellen Gerät wird das Rückenmark mit einer standardisierten Kraft gequetscht (was die Bandbreite der bei Unfällen auftretenden Rückenmarksverletzungen widerspiegeln soll). Ein Teil der Tiere bekommt ein Medikament. 2, 4, 6, und 8 Wochen nach der Verletzung müssen die Ratten auf einer horizontalen Leiter gehen, um zu bewerten, ob sie auf dieser gehen können.
Dokumenten-ID 4869

In Essen wird bei Mäusen eine Blutvergiftung künstlich ausgelöst. Hierfür wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten. Der Blinddarm wird herausgehoben, abgebunden und mit einer Nadel durchstochen, damit ein Teil vom Blinddarminhalt in die Bauchhöhle läuft. Dann wird der Blinddarm in die Bauchhöhle zurückgelegt. Dieses Caecal Ligation and Puncture (CLP) genannte „Modell“ verursacht eine Blutvergiftung mit einer Todesrate von 20% innerhalb der ersten 2 Tage. Nach 4 Tagen werden die überlebenden Mäuse getötet.
Dokumenten-ID 4893

In einer Arbeit aus Leipzig wird Pferden eine künstliche Sehnenverletzung zugefügt, indem das Enzym Kollagenase in die Sehnen aller 4 Beine gespritzt wird. Es kommt zur lokalen Zerstörung des Sehnen-Gewebes. Über Monate hinweg werden die Tiere etlichen, z.T. schmerzhaften Behandlungen mittels mesenchymaler Stromazellen ausgesetzt. Nach 24 Wochen werden die Pferde getötet.
Dokumenten-ID 4900

Die Vorstellung, dass Tierversuche durchgeführt werden, um neue Medikamente für Menschen zu entwickeln und zu testen, stimmt so nicht. Sehr oft geht es neben der Entwicklung von „Tiermodellen“ um die Bestätigung von am Menschen gewonnenen Erkenntnissen.

So wird in Heidelberg jungen Kaninchen eine große Lücke von 1,5 cm in einen Vorderbeinknochen gesägt, um zu untersuchen, ob ein bestimmter Wachstumsfaktor für die Heilung menschlicher Knochenschädigungen förderlich ist. Solche (z.T. sehr ähnliche) Substanzen werden bereits erfolgreich in der Klinik eingesetzt.
Dokumenten-ID 4940

[…]

Es ist schon lange bekannt, dass Diclofenac Leber- und Nierenschäden verursacht. Die letzten Jahre wurde dies aber nur bei Menschen und Mäusen gezeigt. Um dies nochmal an Hunden zu testen und die Mechanismen der Schädigung näher zu ergründen, wird in Hannover Beagle-Hunden über 28 Tage eine Überdosis an Diclofenac verabreicht. Die Tiere erleiden starke Immunreaktionen, Nieren- und Leberschäden. Nach 28 Tagen werden die Tiere getötet.
Dokumenten-ID 4880

Es gibt Millionen Menschen, die freiwillig ihre Gesundheit durch Rauchen und/oder Alkohol aufs Spiel setzen. Epidemiologische Untersuchungen, d.h. Bevölkerungsstudien würden hier Sinn machen. Stattdessen werden Jahr für Jahr unsere Steuergelder dafür verschwendet, Mäuse und Ratten zum Rauchen zu zwingen und alkoholsüchtig zu machen.

Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim müssen Ratten und Mäuse alkoholhaltige Dämpfe einatmen oder sie werden durch Wasserentzug gezwungen, Alkohol zu sich zu nehmen. Dadurch werden die Tiere süchtig gemacht. Einmal pro Woche werden sie für 58 Stunden auf Entzug gesetzt. Die Tiere leiden an schweren Entzugssymptomen wie Unruhe, starken Bewegungsdrang, Muskelkrämpfen, Zittern am ganzen Körper, Zähneklappern und tonisch-klonischen Krämpfen. Dann werden die Tiere durch Abschneiden des Kopfes getötet. Es geht um Erkenntnisse bezüglich der Strukturen der Zellmembran bei Menschen mit Alkoholsucht.
Dokumenten-ID 4963

Auch an der Charité-Universitätsmedizin Berlin finden Alkoholversuche statt. Ratten werden süchtig gemacht, indem sie mit alkoholhaltiger Flüssignahrung ernährt werden. Den Tieren wird ein Loch in den Schädel gebohrt, durch das eine Sonde in das Gehirn eingelassen und am Schädel befestigt wird. Dann werden die Tiere auf Entzug gesetzt, wobei es zu schweren Symptomen kommt. Die Ratten werden in Narkose versetzt, um Erkenntnisse über den Einfluss von gasförmigen Narkosemitteln bei Alkoholkranken zu gewinnen.
Dokumenten-ID 4964

In Ulm werden Mäuse 3-4 Wochen lang täglich Zigarettenrauch ausgesetzt. Dann wird eine explosionsartige Luftwelle auf den Brustkorb der Tiere gerichtet, wodurch es zu einer Quetschung der Lunge kommt. Vier Stunden später werden die Mäuse getötet. Die Forscher finden heraus, dass eine Lungenquetschung und Rauchen bei Mäusen mehr Entzündungsanzeichen hervorruft als Rauchen allein.
Dokumenten-ID 4925

Bei der Firma Boehringer Ingelheim aus Biberach an der Riß widmet man sich einer anderen Kombination, nämlich Rauchen und Schweinegrippe und – oh Wunder – stellt fest, dass Zigarettenrauch und Schweinegrippeviren Mäuse kränker macht, als nur Zigarettenrauch. Dazu werden die Tiere täglich dem Rauch von 4 Roth-Händle-Zigaretten ohne Filter ausgesetzt, indem sie in eine Plastikbox gesetzt werden, in die der Rauch eingeleitet wird. Dann werden ihnen H1N1-Influenzaviren (bekannt als „Schweinegrippe“) in die Nase gesprüht und es folgen 4 weitere Tage mit Zigarettenrauch-Exposition. Manche Mäuse verlieren 12 % ihres Gewichts. Am 12. Tag werden alle Tiere getötet.
Dokumenten-ID 4941

Zum Schluss noch ein Beispiel, das einem die Haare zu Berge stehe lässt. Hier werden qualvolle Tierversuche auch noch als eine Art Tierschutz („Refinement“, also Verfeinerung von Tierversuchen) verkauft.

Eine Forschergruppe in Leipzig hat ein neues „Modell“ einer sogenannten Rückenhautkammer entwickelt. Rückenkammermodelle bei Mäusen werden seit 80 Jahren in der tierexperimentellen Forschung eingesetzt, um in die Haut bei lebenden Tieren schauen zu können. Dabei wird die Rückenhaut der betäubten Maus zwischen 2 Metallrahmen gespannt, die fest zusammengeschraubt werden. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein durchsichtiges Beobachtungsfenster – eine Art Bullauge. In diesem Bereich werden Löcher in die oberen Hautschichten der Maus geschnitten werden. So kann man die Blutgefäße des Tieres durch die extrem gespannte Haut beobachten. Als „Vorteil“ des hier beschriebenen „Leipziger Kammermodells“ nennen die Forscher die geringere Größe und das geringere Gewicht gegenüber anderen Rückenkammermodellen, wodurch „eine deutliche Minderung des Leides der Tiere“ erreicht würde. Die Autoren werten ihre Arbeit als Beitrag zum Refinement im Rahmen der 3R (Reduce, Refine, Replace)*. Aber: in den USA ist eine kleinere und leichtere Kammer bereits entwickelt worden. Hier wurden also 66 Mäuse verforscht, für etwas, das es schon gibt und das man ohnehin nicht braucht!
Dokumenten-ID 4896

Diese Auswahl an Beispielen ließe sich endlos fortsetzen. Sie belegt wieder einmal, dass Tierversuche grausam und abstrus sind und nur dazu dienen, einzelnen Experimentatoren die Neugier zu befriedigen und den Posten zu sichern.

Dr. med. vet. Corina Gericke

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Dokumenten-ID

Unter www.datenbank-tierversuche.de können Sie die jeweilige ID eingeben und gelangen so zu der jeweiligen Quelle und Versuchsbeschreibung.

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Maus mit Bullauge („Rückenhautkammer“). Quelle: Wittig C et al – PLOS One 2015. Fig. 6

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Aktuelle Tierversuche aus Deutschland

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Gruß Hubert

Tierversuche und katholische Ethik   1 comment

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Selbst wenn wir zur Benutzung von Tieren keine Alternativen hätten, was nicht der Fall ist, wären Tierversuche aus ethischen Gründen noch immer inakzeptabel. Wie George Bernard Shaw einst sagte: „Man entscheidet nicht, ob ein Experiment gerechtfertigt ist oder nicht, indem man einfach zeigt, dass es irgendwie von Nutzen ist. Experimente unterscheidet man nicht nach nützlich oder nutzlos, sondern nach barbarisch oder zivilisiert.“ Schließlich gibt es da vermutlich einige medizinische Probleme, für die nur ein Heilmittel gefunden werden kann, wenn man an unfreiwilligen Menschen testet; solche Tests jedoch führen wir nicht durch, da wir erkennen, dass dies nicht richtig wäre.

Quelle: PETA

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Die katholische Ethik

Katechismus der Katholischen Kirche
„Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt …“

»Wer bei den so genannten „christlichen“ Kirchen nach dem Herzen für Tiere sucht, der bemüht sich ebenso vergebens wie beim Suchen nach dem Herzen für Menschen. Im Katechismus der Katholischen Kirche 1993, in diesem Traktat aus Rom, das ca. 800 Seiten hat, lesen wir lediglich auf Seite 609 und 618 folgendes über Tiere:

Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und die unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung. (Nr. 2415)

Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die Heiligen, z.B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri, die Tiere behandelten. (Nr. 2416)

Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. (Nr. 2417)

Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418)

Der Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der Welt zu verfügen. Dabei muss aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen achten, auch gegenüber den kommenden Generationen. (Nr. 2456)

Die Tiere sind dem Menschen unterstellt, der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. (Nr. 2457)

Es mutet paranoisch an, wenn man z.B. liest: Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von der Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschen von gestern, heute und morgen bestimmt. Gott, der das Leben ist, hat niemals etwas Lebloses geschaffen. Es gibt in der ganzen Schöpfung kein „lebloses Wesen“ und keine „unbelebte Natur“. Das ist, wie so vieles, die Interpretation von Menschen, die das Leben nicht erfassen, die sich selbst als Schöpfer aufspielen und ihr Spiel mit den einfältigen Gläubigen treiben, mit denen, die ihr Gehirn nicht anstrengen, um der ganzen paranoischen Scheinheiligkeit auf den Grund zu gehen. Hätte Gott leblose Wesen geschaffen oder unbelebte Aspekte der Natur, dann gäbe es kein allumfassendes Leben, das Gott ist, sondern einen Teil „lebloser Masse“; doch es gibt keine Form, keine Substanz, keine Masse ohne Leben. Das Leben erhält die Form. Zerfällt die Form, gleich Masse, dann geht das Leben in einen anderen Aggregatzustand über.

Gott ist unbegrenztes, ewiges Leben. Gott ist die Liebe. Seine Liebe legte Er in die folgenden sinngemäßen Worte: Macht euch die Erde untertan. – Die Natur ist Gottes Schöpfung. Sie dient uns zur Freude. Es soll uns ein Anliegen sein, uns als Einheit mit der Natur zu sehen und danach zu leben. Doch das so genannte gemeinsame Wohl, das von den Kirchen ausgesprochen wird, ist Ausbeutung zum Wohlergehen des Menschen auf Kosten der Tiere, Pflanzen und Mineralien.

Nutzung der Tiere –
doch „nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen“.
„Tiere sollst du nicht lieben“

Weiter heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche auf Seite 609:

Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden.

Was wohl die Kirche mit den sittlichen Forderungen meint? Eventuell unsere heutigen Schlachthöfe, die Totenlager der gequälten und getöteten Tiere sind, die als Kadaver der „moralisch hoch stehenden Gesellschaft“ dienen.

Vielleicht ist mit „sittlichen Forderungen“ auch gemeint, dass man die Tiere nicht direkt vor den Augen ihrer „Verbraucher“ umbringt, diesen die Todesschreie nicht zumutet, sondern diese mörderischen Prozeduren hinter dicken Wänden von Schlachthäusern verbirgt?

Stellen wir uns vor, der Hotelgast, der ein „Boeuf Stroganoff“ bestellt, müsste zunächst in die angstvoll aufgerissenen Augen eines Stieres blicken und miterleben, wie er geschlachtet, gleich hingemetzgert, noch zuckend aufgeschnitten, gehäutet, zersägt und zerhackt wird, während penetranter Blutgeruch den feinen Gast umwehen würde, bis schließlich die Kadaverteile, die erforderlichen, gut abgehangenen Fleischstücke, dem Koch des Hotels zur Zubereitung des leckeren Mahls übergeben werden.

Womöglich würde dieser Hotelgast am Ende das Menü nicht mehr wollen? Da ist Rücksichtnahme fürwahr eine berechtigte „sittliche Forderung“! Vielleicht wäre sein ästhetisches Empfinden unangenehm berührt, oder er könnte der Ansicht sein, dass diese Zumutung gegen die Regeln des Anstandes verstoße? Unter Umständen würde sich nicht nur der Magen des Gastes umdrehen, sondern auch das „sittliche“ Feingefühl regen? Deshalb sollte mit Recht die besagte „Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen“ bei der „Nutzung der Tiere“ bzw. ihrer Leichenteile nicht außer acht gelassen werden.

Auch könnte eine sittliche Forderung darin bestehen, dass die Nutzung der Tiere zu Versuchszwecken oder die Nutzung der Tiere in der Massentierhaltung oder als Pelzlieferant oder andere übliche Formen der Nutzung, Benutzung und Verwendung möglichst ohne Belästigung der nervenschwachen oder zu Sentimentalität neigenden Menschen zu geschehen habe?

Eventuell ist es auch der Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen zu verdanken, dass in Labors und wissenschaftlichen Versuchsräumen Tieren, die genutzt und benutzt werden, z.B. Hunden, Affen, Schweinen usw., die Stimmbänder durchschnitten werden? Ihr Schreien, Weinen, Klagen, Seufzen und andere Laute könnten ja bei Passanten auf der Straße Anstoß erregen. Oder die Laute der „verwendeten“ Tiere könnten gar die gewiss nervenstarken, gemütsgestählten und von Gewissensregungen wenig angefochtenen Wärter, Laborgehilfen, Ärzte und andere Mitarbeiter am Fortschritt der Wissenschaft irritieren, wenn diese mal einen empfindlichen Tag haben. Das kann ja jedem von Zeit zu Zeit passieren – oder?

Weiter heißt es:

Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Und: Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt …

Würde diese paranoische Scheinheiligkeit nicht von der Institution Kirche kommen, müsste man sich fragen, ob Gott über Mensch und Tier den Überblick verloren hat. Denn wer, außer der Institution Kirche, würde, angesichts einer ausgerasteten, sinneswidrigen Gesellschaft von Menschen, die mordet, tötet, Tiere bestialisch quält und auf grausame Weise hinmetzelt, die Tiere „unter die Herrschaft des Menschen“ stellen?

Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild, damit er zu Seinem Ebenbild werden soll, so, wie Jesus sagte: Ihr sollt ihr also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5, 48)

Lesen wir weiter im Katholischen Katechismus. Dort steht, dass man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen darf.

Haben Sie schon einmal eine Drossel singen hören? Sie singt wunderschön. Manche Menschen finden, dass sie es diesbezüglich mit der weit berühmteren Nachtigall durchaus aufnehmen kann.

Im Süden Europas werden Fangnetze und weitere Fallen ausgelegt für Singvögel, die, entsprechend zubereitet, als Delikatesse für Gourmets gelten; man „bedient sich“ also dieser Tiere „zur Ernährung“. Folglich „darf“ man sie guten Gewissens fangen, töten und verspeisen.

„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Ob das Gesetz von Ursache und Wirkung wohl einen großen Unterschied macht, ob ein Mensch oder ein Tier durch uns zu Schaden gekommen ist? Auch der Übernächste, das Tier, ist unser Nächster, ein Mitgeschöpf. Das Kausalgesetz sieht nicht auf die Person; es ist unpersönlich. Leid ist Leid, Leiden ist Leiden, Mord ist Mord, Grausamkeit ist Grausamkeit.

Und der Feinschmecker, der sich das tote Vöglein munden lässt – weiß er, wen oder was er auf dem Teller hat? Herzensträgheit und Gefühlskälte entstehen nicht von ungefähr. Der Mensch hat bewusst und geflissentlich viele mahnende Impulse seines Gewissens beiseite geschoben, bevor dieses schweigt.

Wer nach der Erfüllung des Gesetzes Gottes, das Liebe ist, nicht trachtet, der sollte sich auch nicht auf die Aussage des Herrn berufen: Füllet die Erde und machet sie euch untertan … (Gen 1, 28, Übersetzung nach Luther) Bevölkert die Erde, unterwerft sie euch … (Einheitsübersetzung) Der Paranoiker Mensch handelt vielfach bewusst gegen das Gesetz Gottes, gegen die Gottes- und Nächstenliebe.

Im Schöpfungsbericht, 1. Buch Mose, Genesis, steht: Und Gott sah an alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1, 31) Wie können wir Menschen uns erdreisten, das mit Füßen zu treten, zu quälen, zu töten und mutwillig zu verändern, was Gott als Seine Schöpfung bejaht und für gut befindet?

Auf die Aussage: Macht euch die Erde untertan bezieht sich der Mensch gern, um seine Unmenschlichkeiten zu rechtfertigen. Haben nicht auch Forscher und Wissenschaftler längst erfasst, dass im großen Kreislauf des Gebens und Empfangens eins ins andere greift? Doch der Mensch denkt gar nicht daran, der Erde Liebe entgegenzubringen, sondern er nimmt sich heraus, sie auszubeuten zum Wohle seines Körpers und zum Leid des Lebens auf und in der Erde, in den Lüften und auf und in den Gewässern.

Die Kirche natürlich ist der Meinung, man dürfe sich nicht nur der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung der Kleidung bedienen, sondern man darf sie auch zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Wohlgemerkt: Das sagt die Kirche, aber nicht Gott.

Die kirchlichen Institutionen nennen sich „christlich“. Ihren Gläubigen bieten sie viele Ausnahmeregeln an, viel Heidentum und wenig Christliches. Das Wort „christlich“ geht durch die intensive Bewegung der Antriebsschraube des heidnischen Kultstaatsschiffs verloren, dessen Besatzung alle anheuert, die im Denken schwach sind. Das „Sich-dienstbar-Machen“ der Tiere geht bis zu „Freizeitbelustigungen“ extremer Art wie Hundekämpfe, Hahnenkämpfe, Stierkämpfe und dergleichen – letztlich bis zum Hinmetzeln dieser Geschöpfe.

Die Besatzung des heidnischen Kultstaatsschiffes und alle, die sich auf Deck tummeln und wohlfühlen, lassen die hingemetzelten Kadaver zubereiten, um sie dann an fein gedeckten Tischen mit Messer und Gabel zu zerlegen oder z.B. Hähnchen, Gänse und dergleichen mit den Händen, an deren Finger die Gold- und Silberringe stecken, auseinander zu reißen, um sie dem Gourmet-Gaumen zuzuführen und damit den Magen zu füllen, so dass die Körperfülle des „Bildes Gottes“ immer umfangreicher wird. Sollte dadurch der alte kostbare Pelzmantel zu eng werden, ist wieder ein neuer in Sicht, zum „Wohle“ des „Gesellschaftsmenschen“. Die Nerze, die zu dem Zweck ihr Fell und ihr Leben lassen müssen, quälen sich derweil eventuell noch in ihrem engen Käfig der „Pelztierfarm“.

Mit dem „Zähmen“ der Tiere meinten die Kirchen sicherlich, sie zu prügeln, zu schlagen, willenlos zu machen, um sie in die Dienstbarkeit des Menschen zu stellen in dessen Freizeit, um sie so als willenlose Tiersklaven zu halten, oder damit sie bei der Arbeit die entsprechende Verwendung finden. Das ist kirchliche Anordnung, jedoch nicht göttlicher Wille. Davon sprach Jesus nicht!

Weiter lesen wir: Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.

Zum einen müssen wir uns fragen: Was bedeutet in „vernünftigen Grenzen“, und was ist „sittlich zulässig“? Ist es „sittlich zulässig“, Tiere zu quälen, zu töten, um menschliches Leben zu heilen und zu retten? Gott gab uns Menschen Heilpflanzen und Mineralien, die helfen und heilen. Zur Ernährung gab Er uns die Früchte des Feldes und des Waldes. Der wahre Gott gab uns Menschen kein Gebot, in dem es heißt: Tötet eure Mitgeschöpfe, und verzehrt ihre Kadaver, oder: Quält sie auf bestialische Weise, indem ihr an ihnen eure Versuche macht, um euresgleichen zu helfen und zu heilen. – Wer sich an den Aussagen der kirchlichen Amtsträger orientiert, ist gegen Gott.

Weiter heißt es: „Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten.“ Das ist ein krasser Widerspruch zu dem, was vorher gesagt ist, dass medizinische und wissenschaftliche Tierversuche, in vernünftigen Grenzen gehalten, sittlich zulässig seien, da sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. Jeglicher Tierversuch ist Leidenlassen und Töten. Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidung zu „verwenden“ ist Leidenlassen und Töten.

Außerdem, so heißt es im Katholischen Katechismus, ist es unwürdig, für sie, also für Tiere, Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Die Sorge um „menschliche Not“ spricht deutlich aus diesen Worten. Ob daraufhin die Vertreter der Kirche daran gehen werden, ihren unermesslichen Reichtum zum Wohle der Ärmsten der Armen einzusetzen?

Und wo war die Sorge um menschliche Not, als die Kirche z.B. den Bosnien-Krieg mehr oder weniger befürwortete? Man bedenke auch, was medizinische Apparate kosten, um wissenschaftlich Tierversuche durchzuführen, und nicht zuletzt die hohen Gehälter derer, die sich unter anderem auch auf die kirchliche Meinung stützen, dass Tierversuche in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig seien, um menschliches Leben zu heilen und zu retten. Ist das würdig? Da Gott, der Ewige, davon nicht sprach, müssten jene, die für Gerechtigkeit und Liebe auch den Tieren gegenüber eintreten und sich somit Gott zuwenden, auch die klare Entscheidung bezüglich ihres Verhältnisses zur Kirche treffen, denn zwei Herren kann man nicht dienen.

Im Katechismus steht eine weitere Blasphemie. Da heißt es unter Achtung der Unversehrtheit der Schöpfung: Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418)

Hat Gott solches geboten? Liebe Leser, haben Sie das Gefühl, eine Sünde zu begehen, wenn Sie Ihre Haustiere ins Herz geschlossen haben, sie nicht nur oberflächlich gern haben, sondern lieben? Wenn Ihnen also daran gelegen ist, dass es dem Tier gut geht; wenn Sie sich freuen, dass das Tier sich freut, wenn es Sie sieht; wenn Sie auch dem Tiergeschwister gern etwas zuliebe tun; wenn Sie das Tier verstehen und das Tier weiß, wie Ihnen zumute ist, und stellt sich darauf ein – was sollte daran ungut sein? Lieber Bruder, liebe Schwester, man sieht und man erkennt nur mit dem Herzen gut. Gott gab uns kein Gebot, in dem es heißt: Tiere sollt ihr nur gern haben, aber nicht lieben; die Liebe gebührt einzig dem Menschen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland sagt in ihrer Verlautbarung „Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf, 1991″: Tierliebe und Menschenliebe können zueinander in Spannung treten (S. 6). Und in einem „Hirtenschreiben der deutschen Bischöfe“ (Zukunft der Schöpfung – Zukunft der Menschheit, 1980) – es handelt sich hier um katholische – steht:

Im Unterschied zum Menschen als Personwesen haben Pflanzen und Tiere kein unantastbares individuelles Lebensrecht … Wir Menschen sind berechtigt, Leistungen und Leben der Tiere in Anspruch zu nehmen. Es folgt nun zwar eine Einschränkung: Es ist jedoch nicht zu verantworten, dass Tiere, die fühlende Wesen sind, ohne ernste Gründe, etwa bloß zum Vergnügen oder zur Herstellung von Luxusprodukten, gequält und getötet werden. – Doch wo bleiben die Taten?

Der Mensch hat viele Ausreden und weiß die „ernsten Gründe“ listenreich und eloquent darzulegen, wenn es um seinen Vorteil geht. Und wer „verantwortet“ das, was den Tieren an Unrecht geschieht? Alle, die es verüben, aber auch alle, die davon wissen und dazu schweigen, und auch jene, die mahnende Worte sprechen und sich selbst nicht daran halten. Und jene, die es maßgeblich verursacht haben, dass vielen Menschen das lebendige Gewissen abhanden gekommen ist.

Wohin es führen kann, wenn Ethik und Moral traditionell niedrig gehalten werden und das Gewissen vieler abgestumpft ist, zeigen die folgenden Informationen, die am 12.3.1991 in der Schwäbischen Zeitung veröffentlicht wurden. Es geht um Beispiele spanischer Grausamkeiten an Tieren, die aus „Tradition“ aufrecht erhalten werden und welchen die katholischen Geistlichen als auch die örtliche Polizei gleichgültig gegenüberstehen.

Hier finden wir u.a. auch die Todesart der Steinigung, allerdings verübt an einem Tier: Eselreiten in V.: Am letzten Tag des Faschingsfestes wird der älteste und schwächste Esel des Dorfes aus dem Stall geholt. Der schwerste Dorfbewohner reitet ihn so lange, bis das Tier vor Erschöpfung zusammenbricht. Dann wird es gesteinigt und zu Tode geprügelt.

In C. werden Stiere durch die Gassen getrieben. Hunderte spalierstehender Menschen schlagen und treten das Tier, reißen mit langen Eisenhaken tiefe Wunden. Bis zu acht Stunden wird der Stier durch die Gassen getrieben, bis er endlich von seinen Leiden durch den Tod erlöst wird.

In G. fast dasselbe: Festgäste zielen mit einem Blasrohr auf einen Stier, der auf den Dorfplatz getrieben wurde. Bunt geschmückte Stahlpfeile bohren sich in seinen Leib, in den Kopf, in die Augen. Wenn das Tier durch den hohen Blutverlust geschwächt ist, „wagen“ sich Männer mit Taschenmessern an das Tier.

T.: Junge Stiere werden von Männern mit langen Lanzen gejagt und seitlich zu durchbohren versucht.

C. in der Provinz G.: Mit Öl gefüllte Behälter werden im Nacken und an den Hörnern der Stiere festgezurrt und mit einer Fackel in Brand gesetzt. Die brennenden Tiere, vor Schmerz fast von Sinnen, werden zum Marktplatz getrieben, wo Männer bereit stehen, um sie mit Dolchen und Scheren endgültig zu töten.

Wie steht es hier mit der Frage, wer das zu verantworten hat? Sicher nicht nur jene, die sich auf diese makabre, gleichsam perverse Weise verlustieren. Hier verhält sich der Mensch wahrlich „tierischer als jedes Tier“.

Ich wiederhole: Gott, der Ewige, hat in Seinem ewigen Gesetz keine Gesetzmäßigkeit, in der es heißt: „Habe Tiere gern, liebe sie aber nicht.“ Gott ist Liebe. Aus Seinem Gesetz der Liebe schuf Er die Tiere, die von Ihm geliebt werden, weil Er die Liebe ist. Das Wort „gern“ entspricht der kirchlichen „Moral“, die nicht gerade hoch sein kann, denn würden die kirchlichen Obrigkeiten und ihre Nachfolger die Tiere wenigstens nur gern haben, dann wäre der Tierkannibalismus zu Ende.

Die Kirche sagt: Die Liebe gebührt einzig den Menschen. Stellen wir den überdimensionalen Reichtum der Kirchen der Armut in den Ländern der Dritten Welt gegenüber, dann ahnen wir, wie groß die Liebe der kirchlichen Obrigkeiten zu den Menschen ist. Was sagte Jesus dazu?: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt (Mt. 19, 24).

Dieser Aussage zufolge werden die kirchlichen Obrigkeiten einschließlich ihres Machtinstruments Kirche nicht in das Himmelreich eingehen. Die kirchlichen Amtsträger einschließlich ihrer Staatskirche müssen erst schlank werden, sehr schlank, um durch das Nadelöhr gehen zu können.

Weiter heißt es im Katholischen Katechismus auf Seite 618, Nr. 2456: Der Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der Welt zu verfügen. Das ist, wie so vieles, eine maßlose Überheblichkeit der kirchlichen Amtsträger, wenn man bedenkt, wie die Erde, die Naturreiche unter der bestialischen Ausbeutegesellschaft zu leiden haben.

Die eben zitierten Worte werden noch ergänzt von der folgenden ethisch anspruchsvollen Aussage: Dabei muß aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen achten, auch gegenüber den kommenden Generationen.

Was sollen wir uns unter „sittlichen Verpflichtungen“ vorstellen? Es sind die gegenüber den kommenden Generationen genannt. Bedeutet das, dass der Mensch die Natur ausbeuten und ruinieren darf – vorerst nur nicht so radikal, dass die kommenden Generationen nichts mehr zu essen, kein Wasser mehr zu trinken und keine Luft mehr zum Atmen haben?

Aber dank des Erfindungsreichtums der Wissenschaftler braucht sich nun der Mensch auch diesbezüglich keine Schranken mehr aufzuerlegen, denn es wird, so hört und liest man, sowieso alles neu. Das Dilemma – und zwar jedes Dilemma – ist zu lösen, durch die gar wundersamen Leistungen der Gentechnik! Da kann man also getrost weiterhin die Mutter Erde ausbeuten, auslaugen, sie versteppen lassen, die Natur vergiften, quälen, krank machen und morden – dank Gentechnik geht das Leben auf der Erde weiter; wie man hört, sogar besser als je zuvor. Vielleicht aber erntet die Menschheit gerade durch die Gentechnik das, was sie gesät hat.

Weiter steht unter 2457: Die Tiere sind dem Menschen unterstellt, der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. Wie kann ein Tier überhaupt dem Menschen dienen, wenn der Mensch weder Tier, Pflanze noch Mineral achtet? Der Mensch in seiner überheblichen Ich-Sucht macht alles nieder, dessen er habhaft wird. Irgendwann – gemäß ehernen Kausalgesetzen – wird seine selbst geknüpfte Zuchtrute, sein Schicksal, ihn treffen, und das so lange, bis er den Weg zu den kosmischen Gesetzen der Gottes- und Nächstenliebe findet und wieder zum Ebenbild Gottes wird.« (Der Prophet Nr. 15, Tiere klagen – Der Prophet klagt an. Seiten 82-92)

Quelle: heimat-fuer-tiere.de  – der Link funktioniert nicht mehr.

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 15. September 2018 von hubwen in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche, Uncategorized

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Die absolute Unmoral – Tierversuche   Leave a comment

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Ich kann Helmut F. Kaplan nur voll beipflichten. Er führt die Perversität der Tierversuche vor Augen.

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Tierversuche – Absolute Unmoral

Man muß sich einmal vergegenwärtigen, welche Ungeheuerlichkeit Tierversuche darstellen: Alle Übel, die wir für uns vermeiden oder lindern wollen – körperliche oder seelische Krankheiten, Unfallfolgen, Schmerzen usw. -, führen wir bei Tieren absichtlich herbei. Häufig im Bewußtsein, daß sie darunter ähnlich leiden, wie wir leiden würden – weil sonst die Versuche sinnlos wären. Wir schicken die Tiere also in jene Höllen, vor denen uns graut. Das ist die Umkehrung von Moral schlechthin: Wir fügen anderen zu, wovon wir verschont werden wollen.

Helmut F. Kaplan

Wer meine Tierrechtsarbeit unterstützen will: https://www.paypal.me/helmutkaplan

Zur Person: https://tierrechte-kaplan.de/biografie/

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Die absolute Unmoral – Tierversuche

 

 

Veröffentlicht 12. September 2018 von hubwen in Tierrechte, Tierversuche, Uncategorized

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Region Brüssel verbietet Tierversuche an Affen, Hunden und Katzen   Leave a comment

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Region Brüssel verbietet Tierversuche an Affen, Hunden und Katzen sowie in der Ausbildung

Großartiger Erfolg gegen Tierversuche

Deutschland kann sich in punkto Tierversuche ein Beispiel nehmen an der Reigion Brüssel, die zumindest Tierversuche an Affen, Hunden und Katzen verbietet. Nicht umsonst hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen nicht korrekter Umsetzung europäischer Tierversuchsvorgaben eingeleitet.

Die belgische Region Brüssel hat aktuell konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Tierversuchen angekündigt. Ab 1. Januar 2020 sind Tierversuche an Affen, Hunden und Katzen verboten, ab 2025 kommt ein Verbot von Versuchen in der Ausbildung hinzu. Die Hauptstadt-Region will außerdem ab 2025 Tierversuche für Sicherheitsprüfungen, z.B. Giftigkeitstests, verbieten, „außer wenn es keine Alternativen gibt“, Tierversuche in der angewandten Forschung sollen um 20% reduziert werden. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche gratuliert zu einem wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Der Erfolg ist der jahrelangen intensiven Arbeit des belgischen Vereins GAIA zu verdanken, einem Partnerverein der Ärzte gegen Tierversuche. Brüssel hatte zunächst eine Reduktion der derzeit etwa 92.000 Tierversuche um 30% bis 2025 anvisiert. „Aufgrund des massiven Widerstands der Tierversuchslobby wurde das Ziel abgeschwächt, dennoch ein großartiger Erfolg und guter Anfang, dass Teilbereiche gesetzlich verboten werden“, findet Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche.

Belgien besteht aus den drei Regionen Brüssel, Flandern und Wallonien. In Brüssel wurden in den letzten zwei Jahren nur sehr wenige Hunde (2-4) und Affen (0-5) sowie keine Katzen in Versuchen verwendet. Die Ausbildungsversuche beliefen sich auf etwa 470 pro Jahr (0,5%). Die regulatorischen Tierversuche lagen um die 14.000 Tiere und die angewandte Forschung, die um 20% reduziert werden soll, bei 10.000-12.000 Tieren. Da noch unklar ist, um wie viel die regulatorischen Tests reduziert werden, kommt man auf insgesamt 2,7 – 18% Reduktion, was 2.500 – 16.000 Tieren entspricht, die weniger in Tierversuchen leiden und sterben werden.

„Deutschland ist von solchen konkreten Maßnahmen leider noch weit entfernt. Bei uns werden nicht einmal Versuche an Menschenaffen gesetzlich verboten, obwohl sie seit 1991 nicht mehr durchgeführt werden“, erläutert Gericke“. „Mit der grundgesetzlich verbrieften Forschungsfreiheit im Rücken soll jedes Hintertürchen offen bleiben. Und das, obwohl auch das Staatsziel Tierschutz seit 2002 im Grundgesetz verankert ist.“

Neben den Niederlanden, die sich einen Ausstiegsfahrplan gegeben haben, ist nun auch Belgien Vorbild, was konkrete Schritte gegen Tierversuche angeht. Ärzte gegen Tierversuche setzt sich aus ethischen Gründen und wegen der fehlenden wissenschaftlichen Relevanz des Tierversuchs für seine komplette Abschaffung ein, begrüßt jedoch auch konkrete politische Schritte auf dem Weg dorthin.

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Region Brüssel verbietet Tierversuche an Affen, Hunden und Katzen

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Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission bestätigt: Deutschlands Tierversuchsrecht mangelhaft

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27. Juli 2018

Die EU-Kommission hat aktuell ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen nicht korrekter Umsetzung europäischer Tierversuchsvorgaben eingeleitet. Die bundesweit tätigen Vereine Ärzte gegen Tierversuche, Bund gegen Missbrauch der Tiere und TASSO begrüßen diese Maßnahme und sehen sich in ihrer jahrelang geäußerten Kritik bestätigt. Aus ihrer Sicht ist die Bundesregierung nun in der Pflicht endlich die notwendigen und umfassenden Korrekturen im deutschen Tierversuchsrecht vorzunehmen.

Aus einer Pressemitteilung der EU-Kommission vom 19. Juli 2018 geht hervor, dass Deutschland zahlreiche Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie nicht korrekt umsetzt. Die EU verweist hierbei auf Defizite in Bezug auf Inspektionen, die Sachkunde des Personals und die Anwesenheit von Tierärzten.

Nach Einschätzung der Vereine dürfte die Liste der Defizite jedoch weit umfangreicher sein. Die Vereine stützen sich auf mehrere juristische Expertengutachten, die mindestens 18 zum Teil schwerwiegende Fehler zulasten der Tiere im deutschen Tierversuchsrecht offenbaren. So hat Deutschland beispielsweise nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, eine „Schmerz-Leidens-Obergrenze“ einzuführen, obwohl dies verfassungsgemäß geboten wäre und eine klare Zielbestimmung der EU-Richtlinie darstellt. Auch der Umstand, dass das europäische Recht Angst als Leid definiert, wird in Deutschland komplett ignoriert. Zudem haben die deutschen Behörden nicht wie von der EU gefordert die Möglichkeit, jeden Tierversuchsantrag auf Sinnhaftigkeit und ethische Vertretbarkeit zu prüfen.

Bereits im März 2016 hatte Ärzte gegen Tierversuche eine umfassende Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt.

Mit ihrer aktuellen Kampagne „Schwimmen bis zur Verzweiflung“ fordern die Vereine insbesondere ein Verbot schwer belastender Tierversuche. Eine beim Bundestag eingereichte Petition, die von 200.000 Unterstützern mitgetragen wird, zeigt einen ersten Erfolg. Anfang Oktober können die Vereine ihr Anliegen vor dem Petitionsausschuss des Bundestags vorbringen.

„Es kann nicht angehen, dass Deutschland den Tierschutz mit Füßen tritt und nicht einmal die ohnehin unzureichenden Tierversuchsvorgaben der EU einhält“, so die Verbände abschließend.

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Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission bestätigt Deutschlands Tierversuchsrecht mangelhaft

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Gruß Hubert

 

 

Gefährdung durch veraltete Forschungsmethoden   Leave a comment

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Eine Maus oder eine Ratte ist kein Mensch. Also führen die Forschungsergebnisse sehr oft in die Irre. Dazu kommt noch der psychosoziale Aspekt. Aus meiner Sicht ist der ethische Standpunkt sowieso nicht verantwortbar.

Aus Tierschutznews.ch – leider ist der Artikel dort nicht mehr auffindbar.

Jede schwangere Frau sollte sich bewusst sein, dass sie bei Einnahme eines neuen Medikamentes genauso gut eine Münze werfen kann, um das Risiko für eine Fehlbildung abzuschätzen.
Hier ein Bericht von tierschutznews.ch

Bis 2003 wurden mehr als 150 Babys mit Fehlbildungen geboren, deren Mütter das Aknemedikament Roaccutan (Isotretinoin) der Schweizer Firma Roche einnahmen.

Noch wesentlich mehr Schwangerschaften endeten mit Fehlgeburten(1). 2006 und damit erst als bereits zahlreiche Kinder Schaden erlitten, erliess die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente (FDA) das «iPLEDGE-Programm», das verlangte, dass jede Frau im gebärfähigen Alter über das Fehlbildungs-Risiko des Medikamentes Roaccutan aufgeklärt wird und ihr die Anwendung von zwei Verhütungsmethoden gleichzeitig angeraten wird.

Wie konnte es zu diesen Fehlbildungen kommen?

Für die Zulassung eines Medikamentes werden von den Zulassungsbehörden auch sogenannte Terratogenitätsprüfungen verlangt, also Tierversuche, welche die Gefahr für Fehlbildungen des Fetus bzw. Embryos erkennen sollen. Besonders gerne werden hierfür schwangere Menschenaffen verwendet. Der als Oberarzt tätige Alexander Walz weisst darauf hin, dass sich nur in 50% solcher Tierversuche eine Übereinstimmung mit dem Menschen zeigt: «Dies führt zu einem völlig inakzeptablen Risiko für Schwangere bzw. deren ungeborenen Kindern. Dies ist ein Skandal, denn jede schwangere Frau sollte sich bewusst sein, dass sie bei Einnahme eines neuen Medikamentes genauso gut eine Münze werfen kann, um das Risiko für eine Fehlbildung abzuschätzen. Damit wird sie keine schlechtere Vorhersage machen können als wenn sie auf die Tierversuchsergebnisse vertraut. Der eigentliche Skandal aber ist, dass schwangere Frauen heute noch dem gleichen Risiko für Fehlbildungen und Fehlgeburten bei Einnahme neuer Medikamente ausgesetzt sind wie noch vor 100 Jahren, weil unsere Forscher und Zulassungsbehörden immer noch an den mittelalterlichen, unzuverlässigen Tierversuchen festhalten». Weiter sagt Dr. med. Walz: «Auch beim Medikament Roaccutan täuschten die Tierversuche an Mäusen und Ratten eine falsche Sicherheit vor, wie der Forscher Nau bereits 2001 aufdeckte.(2)»

Weltrenommierte Wissenschaftler der Vereinigung Antidote Europe weisen seit Langem darauf hin, dass der Mensch nicht eine 70kg schwere Ratte ist und wir deshalb nicht mehr länger auf Tierversuche vertrauen sollten.(3) 2002 kam die toxikologische Arbeitsgruppe des englischen Regierungshauses «House of Lords» zu dem Ergebnis, dass die Verwendung zweier verschiedener Tierarten bei Sicherheitstests von Arzneien kein wissenschaftlich seriöses Unterfangen sind, sondern vielmehr als Eingeständnis zu werten sind, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf Menschen übertragen werden können.(4)

Für die radikale Tierschützerin Paris Hiltl lässt dies nur einen Schluss zu: «Forscher, die Tierversuche durchführen, wollen nicht Menschen helfen, sondern ihre sadistischen Neigungen ausleben und ihre Karrieregier befriedigen.»

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit langem die konsequente Förderung und Anwendung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden statt der Verschwendung von Geldern für gefährliche, völlig veraltete Testmethoden. Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind ein klarer Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche.
Die AG STG fordert endlich ein Umdenken in Politik und Forschung. Will die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Forschungsnationen gehören, müssen wir uns vom Tierversuch verabschieden und den Weg frei machen für schnellere, preiswertere und vor allem zuverlässigere Forschungsmethoden.

Viele weitere Beispiele gravierender Risiken für Menschen durch Tierversuche sowie Beispiele, wie der medizinische Fortschritt durch Tierversuche blockiert bis verhindert wurde und wird, finden Sie unter: http://www.agstg.ch

 

Quellen:
1) Accutane Birth Defects http://www.onlinelawyersource.com/accutane/birth-defects/ Zugriff 11.04.2012
2) Nau H.: Teratogenicity of isotretinoin revisited: species variation and the role of all-trans-retinoic acid. J Am Acad Dermatol. 2001 Nov; 45(5): S183-7 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11606951
3) People are not 70kg rats http://antidote-europe.org/campaigns/people-are-not-70kg-rats Zugriff 11.04.2012
4) House of Lords Select Committee on Animals in Scientific Procedures, 2002

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 28. Mai 2018 von hubwen in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche, Uncategorized

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