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Fluchthilfe für Kriegsverbrecher – Der Vatikan und die Rattenlinie   Leave a comment

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Besonders unter dem Papst Pius XII. galt der Kampf gegen den atheistischen Kommunismus als eines der Hauptziele der katholischen Kirche. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten Kirchenführer von einem Sperrgürtel im Osten, der aber auch bis zur Ardria und zum Schwarzen Meer reichen sollte. Deshalb fand es der Vatikan gut, wenn er Nazis zur Flucht nach Südamerika verhalf und man nannte diese Fluchthilfeoperation die Rattenlinie. Man wollte auch die lateinamerikanische Länder mit Nazis und Kriegsverbrechern infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten und pro katholische Kirche waren. Und bei Nazis kann man da ja ideologisch sicher sein, gehören ja Kommunisten zu deren größten und zu bekämpfenden Feinden. Ich glaube, dass die Allermeisten wenig oder gar nichts von dieser katholischen Fluchthilfe für Kriegsverbrecher wissen. Deshalb halte ich diesen Beitrag für gerechtfertigt und nötig.

Aus ila-web.de

Wie die katholische Kirche Nazis und Kriegsverbrecher nach Südamerika schleuste

„Der Vatikan ist die größte Organisation, die an der illegalen Weiterleitung der Emigranten beteiligt ist. … Der Vatikan begründet seine Beteiligung an dem illegalen Menschenhandel mit seinem Wunsch, nicht nur europäische, sondern auch lateinamerikanische Länder mit Menschen – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – zu infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten sind und pro Katholische Kirche“, schrieb im Mai 1947 in einem Top-Secret-Bericht der US-amerikanische Geheimdienstagent Vincent La Vista. Der Rolle der katholischen Kirche widmet sich der dritte und letzte Teil der Artikelserie von Theo Bruns zur Flucht hoher Nazis und anderer Kriegsverbrecher nach Lateinamerika.

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Unter der Schirmherrschaft von Papst Pius XII., der zum Holocaust geschwiegen hatte, entfaltete die Kurie eine Fluchthilfeoperation, die die Täter des Judenmordes in Sicherheit brachte. Für die katholische Kirche galt der Kampf gegen den „atheistischen Kommunismus“ als entscheidende epochale Auseinandersetzung; im Vergleich zu ihr erschien der Zweite Weltkrieg nur als Vorspiel. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten die Kirchenführer von einem katholischen „Intermarium“, einem Sperrgürtel, der von Polen und dem Baltikum bis zu einer neu zu bildenden Donauföderation von der Adria bis zum Schwarzen Meer reichen sollte. Die christliche Nächstenliebe erstreckte sich insbesondere auf östliche Kollaborationsregime der Nazis, die von katholischen politischen Parteien geführt worden waren. Dies galt an erster Stelle für die kroatische Ustascha.

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Der von den Nazis 1941 an die Macht gehievte kroatische Satellitenstaat hatte unter der Führung von Ante Pavelic Hunderttausende von orthodoxen Serben, Juden, Roma und Sinti massakriert. Es war ein Völkermordregime von bestialischer Grausamkeit, das mit dem Konzentrationslager Jasenovac ein „Auschwitz des Balkans“ errichtet hatte, in dem ca. 80 000 Menschen umgebracht wurden. Die Weltanschauung der Klerikalfaschisten brachte Erziehungs- und Kulturminister Mile Budak im Juli 1941 folgendermaßen auf den Begriff: „Für Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln. Wir werden einen Teil der Serben umbringen, den anderen werden wir abtransportieren, und den Rest werden wir zwingen, die römisch-katholische Religion anzunehmen.“

Im April 1945 flohen die Ustaschen (Anmerkung: zur Ustascha findet man genug im Internet) vor Titos Partisanen und der vorrückenden Roten Armee nach Österreich. Mit sich führten sie einen Teil des ihren Opfern geraubten Schatzes. Nun schlug die Stunde des kroatischen Priesters Krunoslav Draganovic, des „erfolgreichsten Nazi-Schleppers des Vatikans“. Er war selbst ein Ustascha-Oberst und Kriegsverbrecher, der an der „Umsiedlung“ von Juden und Serben beteiligt gewesen sein soll. Er ging 1943 nach Rom, wo er als inoffizieller Repräsentant Pavelic‘ fungierte und die ersten Kontakte nach Argentinien herstellte. Bereits in dieser Zeit wurde er mit der Verwaltung des Ustascha-Schatzes in Verbindung gebracht, was ihm den Beinamen „Goldener Priester“ einbrachte.

Draganovic‘ Hauptquartier befand sich im Istituto San Girolamo degli Illirici, einem kroatischen Kloster in der Via Tomacelli nahe der Vatikanstadt. Die Bruderschaft von San Girolamo war vom Vatikan als kroatische Sektion der Päpstlichen Hilfskommission (PCA) anerkannt. Diese Institution war u.a. für die „Flüchtlings- und Gefangenenbetreuung“ zuständig, die Kardinal Giovanni Montini im Staatssekretariat des Vatikans, dem späteren Papst Paul VI., unterstand. Über die PCA und ihre nationalen Unterkomitees sowie die internationale Caritas wurde die Fluchthilfe des Vatikans koordiniert. Es war für alles gesorgt: Unterkunft und Verpflegung, Rote-Kreuz-Pässe, Visa für lateinamerikanische Staaten und Schiffspassagen über den Atlantik. 

San Girolamo war ein Tummelplatz gesuchter Kriegsverbrecher. Viele der flüchtigen Top-Ustascha-Verbrecher lebten eine Zeit lang in dem Kloster, von dem sie zuweilen zum Vatikan pendelten. „Das Auto kommt aus dem Vatikan und lässt seine Fahrgäste innerhalb des Klosters aussteigen“, berichtete ein US-amerikanischer Geheimdienstbericht. Bereits 1946 arrangierte Draganovic die Ausreise von ungefähr 50 Ustascha-Faschisten über Spanien nach Argentinien. Ende 1946 erhielt er von der Regierung Peróns eine Blanko-Einreisegenehmigung für 250 Kroaten. In Argentinien wurden sie vom Franziskanerpriester Blas Stefanic empfangen. Stefanic betreute im Namen der kroatischen Caritas auch eine kollektive Einwanderungsakte in Buenos Aires, die Ende des Jahrzehnts schließlich 2000 Kroaten umfasste. Die von Draganovic telegrafierten Namenslisten wurden in die Einwanderungsbehörde gebracht, wo sie umgehend genehmigt wurden. Fast die gesamte Führungsriege des Ustascha-Staates wurde auf diesem Wege nach Argentinien geschleust: Minister, KZ-Kommandanten, Plünderer und Massenmörder, unten ihnen Ante Pavelic, das ehemalige Staatsoberhaupt. In Buenos Aires bildete Pavelic eine Exilregierung und avancierte zum Sicherheitsberater Peróns, dessen Leibgarde ebenfalls aus geflohenen Ustascha-Faschisten bestand.

Auch der US-amerikanische Geheimdienst machte sich die Rattenlinie von Draganovic zunutze. Seit 1947 arbeitete Draganovic für den amerikanischen CIC, um Fluchtwege für Displaced Persons aus Osteuropa zu organisieren. Viele von ihnen waren Kollaborateure der Nazis, die im beginnenden Kalten Krieg von Nutzen sein konnten. Im Gegenzug schleuste der CIC die Schützlinge Draganovic‘ aus Deutschland und Österreich heraus. 

Der bekannteste Fall ist Klaus Barbie. Der „Schlächter von Lyon“, verantwortlich für die Folterung und Ermordung von Widerstandskämpfern der französischen Résistance sowie die Deportation der jüdischen Kinder von Izieu nach Auschwitz, wurde nach dem Krieg vom amerikanischen CIC als „antikommunistischer Experte“ rekrutiert. Als die Sache zu heiß wurde, baten die Amerikaner Ende 1950 Draganovic, ihren Mann über die Rattenlinie nach Lateinamerika zu bringen. Draganovic verschaffte Barbie ein Visum nach Bolivien, wo er später als Sicherheitsberater für den Militärdiktator Banzer sein schmutziges Handwerk wieder aufnahm. Nur dem unermüdlichen Einsatz von Beate und Serge Klarsfeld ist es zu verdanken, dass Barbie schließlich im Februar 1983 doch noch an Frankreich ausgeliefert und vor Gericht gestellt werden konnte. 

Neben Draganovic war eine ganze Schar weiterer kirchlicher Würdenträger, deren Klientel nach Nationalitätengruppen sortiert war, in der Fluchthilfe aktiv. Zum Beispiel Erzbischof Iwan Butschko, der sich für die Freilassung einer ganzen Division der ukrainischen Waffen-SS einsetzte, die sich im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft begeben hatte und nun in Rimini interniert war. Für die Rettung dieser „Blüte der ukrainischen Nation“ konnte er die persönliche Fürsprache von Pius XII. gewinnen. Mit Erfolg: Die Mordhelfer der Nazis konnten schließlich nach Großbritannien und danach in verschiedene Länder des Commonwealth ausreisen. 

Die deutschen NS-Täter nahm der Leiter der österreichischen Sektion der Päpstlichen Hilfskommission, Bischof Alois Hudal, unter die Fittiche. Der gebürtige Österreicher war Rektor des deutschen Priesterkollegs und Vorsteher der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima in der Via della Pace in Rom. Der Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“ hatte sich für eine Symbiose von Katholizismus und Nationalsozialismus stark gemacht und 1936 das Buch „Die Grundlagen des Nationalsozialismus“ veröffentlicht. Ein an Hitler verschicktes Exemplar hatte Hudal mit der Widmung versehen: „Dem Siegfried deutscher Größe“. Nach 1945 fühlte er sich, wie er unverblümt zugab, verpflichtet, sein „gesamtes wohltätiges Werk hauptsächlich früheren Nationalsozialisten und Faschisten zu widmen, besonders den so genannten Kriegsverbrechern“. 

Hudal war neben Draganovic die zweite zentrale Figur der kirchlichen Fluchthilfeoperation. Ihre Netzwerke ergänzten sich in perfekter Weise. Verbindungsmann in Genua war Franz Ruffinengo, ein ehemaliger Offizier Mussolinis, der später ein bei Nazis beliebtes Reisebüro in Buenos Aires eröffnen sollte. Schutz boten der Erzbischof von Genua, Giuseppe Siri, sowie der ungarische Priester Edoardo Dömöter, dem eine „ausgesprochene Schwäche für Hardcore-Nazis“ nachgesagt wurde und der 1950 Eichmanns Antrag auf einen Rote-Kreuz-Pass unterzeichnete. Hudals wichtigster Gehilfe war Reinhard Kopps, ein ehemaliger Agent der Abwehr, der potenzielle Fluchtkandidaten aufspürte. Mitte 1948 flüchtete Kopps selbst nach Argentinien, von wo aus er den Kontakt zu Hudal aufrechterhielt und unter dem Namen Juan Maler eine rege neonazistische Propagandatätigkeit entfaltete. 

Hunderte von Flüchtlingen verdankten Hudal ihre Flucht, neben den Topverbrechern Eichmann, Priebke und Schwammberger (s. Kasten) auch der „Henker von Riga“, Eduard Roschmann, der in Forsyths Roman „Die Akte Odessa“ als Kopf der „Odessa“ auftritt, Franz Stangl, der als Kommandant der Vernichtungslager von Treblinka und Sobibor den Tod von 400 000 Menschen zu verantworten hatte, sowie der höchstdekorierte Soldat der Wehrmacht und bekennende Nazi, Fliegeroberst Hans-Ulrich Rudel. Letzterer erinnerte sich noch Jahre später in den wärmsten Worten an Hudal, der „das rasende Verlangen der Sieger nach Rache und Vergeltung wirksam vereitelt“ habe. 

Es ist bis heute Gegenstand einer hitzig geführten Kontroverse, ob Papst Pius XII. in das Nazifluchthilfenetzwerk involviert war. Unstrittig ist, dass er sich persönlich bei den Alliierten für die von Draganovic protegierten kroatischen Kriegsverbrecher einsetzte, um sie vor der Auslieferung an Jugoslawien zu retten. Er attestierte den Ustascha-Generälen Vladimir Kren und Ante Moskov, „standhaft für die Anwendung humanitärer Prinzipien eingetreten zu sein“. Pius XII. verwandte sich zudem für zum Tode verurteilte Massenmörder wie Otto Ohlendorf, der als Führer der Einsatzgruppe D die Ermordung von 90 000 Juden befahl, oder Oswald Pohl, der als Chef des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes für die Verwaltung der Konzentrationslager verantwortlich war. 

Simon Wiesenthal zog als bittere Bilanz: „Die NS-Verbrecher waren die Hauptnutznießer des kalten Krieges.“ Und Uki Goñi kommt auf dem Hintergrund seiner Recherchen zu dem Schluss: „Für den Vatikan und die alliierten Geheimdienste war die Rettung von Nazi-Kollaborateuren und SS-Mördern Teil ihrer gemeinsamen antikommunistischen Agenda.“ Die Archivquellen belegen: „Kardinäle wie Montini … waren das Hirn des Fluchthilfeunternehmens. Bischöfe und Erzbischöfe wie Hudal, Siri und Barrere brachten die notwendigen bürokratischen Verfahren auf den Weg. Priester wie Draganovic, Heinemann und Dömöter unterschrieben die Passanträge. Angesichts dieser nicht zu widerlegenden Beweise ist die Frage, ob Papst Pius XII. über diese Vorgänge Bescheid wusste oder nicht, völlig naiv.“

Von Theo Bruns

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Fluchthilfe für Kriegsverbrecher – Der Vatikan und die Rattenlinie

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Gruß Hubert

Die Gräueltaten der kroatischen Ustascha   Leave a comment

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Die Gräueltaten der kroatischen Ustascha werden bis heute mehr oder weniger verschwiegen, wie immer, wenn auch die Kirche mit im Spiel ist. Im 2. Weltkrieg kamen in Kroatien 750.000 Serben durch die Ustascha um.  Die Ustascha-Miliz war ein der Waffen-SS vergleichbaren Kampfverband.

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Hier ein Auszug aus gegen-die-kirche.eu

Überall rief man die Orthodoxen zur Konversion auf. »Wenn ihr zur katholischen Kirche übergetreten seid«,

versprach Bischof Aksamovic von Djakovo, »werdet ihr in euren Häusern in Frieden gelassen werden«. Ein paar hunderttausend konvertierten, noch mehr starben durch die Ustascha-Miliz, einen der Waffen-SS vergleichbaren Kampfverband, der jedoch auch als eine Art politischer Polizei fungierte.

In Mostar, Herzegowina, wurden Hunderte von Serben zur Neretva getrieben, mit Draht aneinandergebunden, erschossen und in den Fluß geworfen. Ahnlich endeten Serben in Otoka in der Una, in Brcko in der Save.

[…]

Als der vom Papst gesegnete Pavelic am 26.Juni 1941 den katholischen Episkopat in Audienz empfing

und Erzbischof Stepinac »von ganzem Herzen Ehrerbietung« bezeugte, auch »ergebene und treue Mitarbeit für die strahlendste Zukunft unseres Vaterlandes« versprach, hatte das katholische Kroatien innerhalb von sechs Wochen schon drei orthodoxe Bischöfe, mehr als hundert orthodoxe Priester und Mönche samt 180 000 Serben und Juden ermordet. Bereits im nächsten Monat machten die Ustaschen, »Furien der Unterwelt«, »verkörperte Teufel«, in Gefängnissen, Kirchen, auf Straßen und Feldern über 100 000 serbische Männer, Frauen und Kinder nieder. Die Kirche von Glina in Bosnien wurde in einen Schlachthof verwandelt.

»Das Blutbad dauerte von abends 10 Uhr bis morgens 4 Uhr und ging acht Tage weiter. Die Uniformen der Schlächter mußten gewechselt werden, weil sie vom Blute durchnäßt waren. Man findet später aufgespießte Kinder mit noch vor Schmerz gekrümmten Gliedern.« Die Initiatoren des Gemetzels: der aus Glina stammende Justizminister Dr. Mirko Puk und der Prior des Franziskanerklosters von Cuntic, Hermenegildo alias Castimir Hermann. Und wie in Glina, so diente in Bernic die serbische Kirche als Gefängnis und Hinrichtungsstätte für orthodoxe Männer und Frauen. Üblich waren Massenexekutionen, wobei man den Opfern die Kehle durchschnitt, sie manchmal vierteilte, auch Stücke ab und zu in Metzgerläden hing, Aufschrift: »Menschenfleisch«.

Es geschahen Grausamkeiten, neben denen die Untaten deutscher KZ-Schergen beinah verblassen. Die Ustaschen liebten Folterspiele bei nächtlichen Orgien, bohrten glühende Nadeln unter die Fingernägel, streuten Salz in offene Wunden, verstümmelten alle möglichen Körperteile und ermittelten im edlen Wettstreit, wer am besten einen Hals durchschnitt. Sie zündeten Kirchen voller Leute an, pfählten Kinder in Vlasenika und Kladany, säbelten mit Vorliebe Nasen und Ohren ab, stachen die Augen aus. Die Italiener fotografierten einen Ustaschen, um dessen Hals zwei Ketten aus menschlichen Zungen und Augen hingen. Der mittelalterliche Kreuzzugsterror schockierte selbst die italienischen Faschisten. Sie verbreiteten massenhaft Flugzettel gegen die kroatische Regierung, putschten teilweise die Serben dagegen auf, ja, schützten diese da und dort, ebenso die Juden. Insgesamt schätzte man die Zahl der durch italienische Truppen geretteten Menschen auf 600 000, darunter auch einige tausend vor Ustaschen und Nazis geflüchtete Juden.

Sogar die Deutschen jedoch protestierten, Diplomaten, Militärs, Parteileute, selbst der Sicherheitsdienst der SS.

Sie sandten ihre »erschütternden« Meldungen ans Oberkommando der Wehrmacht, ans Auswärtige Amt, ans Reichssicherheitshauptamt, ins Führerhauptquartier, sie geißelten den »Terror der Ustascha«, den »ungeheuren Terror der Ustascha«, berichteten immer wieder über »zweifellos in großer Menge vorkommende Morde und Brandtaten«, »wahrhaft entsetzliche Vorgänge«, die »sinnlose Abschlachtung der serbischen Bevölkerung«, »Greueltaten… auch an wehrlosen Greisen, Frauen und Kindern in der bestialischsten Weise«, »wieder neue Greueltaten«, wobei manche, wie der Vertreter des deutschen Gesandten in Zagreb, Gesandtschaftsrat von Troll-Obergfell, »das ganze Material… durch Fotos teilweise« belegten.

Am 17. Februar 1942 berichtet der wohl kaum großer Empfindlichkeit verdächtige Chef der Sicherheitspolizei und des SD dem Reichsführer SS: »Die von den Kroaten niedergemetzelten und mit den sadistischsten Methoden zu Tode gequälten Pravoslaven müssen schätzungsweise auf 300 000 Menschen beziffert werden… Zu bemerken ist hierbei, daß letztlich die katholische Kirche durch ihre Bekehrungsmaßnahmen und ihren Bekehrungszwang die Ustascha-Greuel forciert hat, indem sie auch bei der Durchführung ihrer Bekehrungsmaßnahmen sich der Ustascha bedient… Tatsache ist, daß in Kroatien lebende Serben, die sich zur katholischen Kirche bekannt haben, unbehelligt wohnen bleiben können… Daraus ist ersichtlich, daß der kroatisch-serbische Spannungszustand nicht zuletzt ein Kampf der katholischen Kirche gegen die pravoslavische Kirche ist.«

Und der Oberbefehlshaber Südost, Generaloberst Alexander Löhr, der am 27. Februar 1943 vom Oberkommando der Wehrmacht nachdrücklich die Einsetzung eines anderen Regimes in Kroatien verlangt, kann sogar mitteilen, daß »bei den Terrorakten der Ustascha gegen die pravoslawische Bevölkerung… nach Ustascha-Angaben etwa 400 000 ermordet sein sollen«. Eine von Hitler angeforderte, am 1. Oktober 1942 übersandte gemeinsame Denkschrift des deutschen Gesandten in Zagreb, Siegfried Kasche (nach Kriegsende hingerichtet) sowie des Generals in Zagreb, Glaise von Horstenau (durch Selbstmord geendet), und des Oberbefehlshabers Südost, Generaloberst Löhr (gleichfalls hingerichtet), empfahl einerseits, den Pavelic-Staat vorbehaltlos zu unterstützen, andererseits aber darauf zu dringen, daß Regierung und Ustascha »von der Auffassung abrücken, daß sie alle Pravoslaven (Serben) im kroatischen Staatsgebiet ausrotten wollen«. Ja, das Oberkommando der Wehrmacht riet schließlich Hitler, mit dem Regime zu brechen.

Zuletzt befahl sogar Ribbentrop dem deutschen Gesandten in Zagreb, »sich sofort beim Poglavnik zu melden«,

und das stärkste Befremden der Reichsregierung auszudrücken wegen »ungeheurer Ausschreitungen« der Ustascha, »verbrecherischer Elemente«.

  • Und als Sonderbevollmächtigter Neubacher wiederholt im Führerhauptquartier »wahrhaft entsetzliche Vorgänge in meiner kroatischen Nachbarschaft« zur Sprache brachte, entgegnete selbst Hitler, er habe dem Poglavnik »auch gesagt, daß man eine solche Minderheit nicht einfach ausrotten kann: sie ist zu groß«!

  • Ja, Hitler meinte: »Ich werde mit diesem Regime schon einmal Schluß machen – aber nicht jetzt!«

Hatte er doch auch zynisches »Verständnis« für die Gemetzel und war, wider allen Vorstellungen der auf »Ordnung« und »Befriedigung« bedachten Besatzer, dagegen, »dem Treiben der Kroaten gegen die Serben… in den Arm zu fallen«. »Das Reich arbeitet weiter mit dem Poglavnik und seiner Regierung«, entschied Hitler Anfang September 1943 – womit er, wenn auch aus anderen Gründen (gerade die kolossalen Greuel des Ustascha-Staates banden diesen bis zuletzt an ihn!), sich wieder einmal in schönster Übereinstimmung mit dem hohen kroatischen Klerus und Papst Pius XII. befand.

Denn die Taten der Ustascha waren Taten der katholischen Kirche, weit weniger biologisch, durch die Rasse, als geradezu hyperkonfessionell bedingt. Wollte man ja gleichsam das alte kroatische Vasallenreich des Papstes wiederherstellen, alle glaubensfremden Elemente ausmerzen und ein »reines Volk« haben. Schon das Statut, das die Ustascha dem Staat gab, sah den »Schwerpunkt der moralischen Kraft des kroatischen Volkes… in dem geordneten religiösen und familiären Leben«, hielt zum Werk des Aufbaus »nur ehrenhafte und moralisch unverdorbene Männer für geeignet«, die »Atheismus, Gotteslästerung und zotige Reden« bekämpfen.

[…]

Besondere »Verdienste«, laut Erzbischof Stepinac, errangen bei der Ausrottung der Orthodoxen die Söhne des hl. Franz von Assisi.

Franziskanerklöster hatten der Ustascha schon lang als Waffenlager gedient. Franziskaner fungierten als Berater in der Umgebung des Pavelic, wie der Organisator der Ustaschen, Pater Radoslav Glavas, der täglich bei Pavelic Zutritt hatte und 1945 durch ein Kriegsgericht zum Tod verurteilt wurde. Franziskaner waren Feldprediger, wie Pater Simic, der am 21. Mai 1941 in Knin auf die Frage des italienischen Kommandeurs der »Sassari-Division« nach den Richtlinien seiner Politik erklärte: »Alle Serben in möglichst kurzer Zeit zu töten.« Und als der General seinen Ohren nicht traute und bat, das zu wiederholen, wiederholte der Pater prompt: »Alle Serben in möglichst kurzer Zeit zu töten. Das ist unser Programm.«

Für viele kroatische Franziskaner waren die orthodoxen Serben Schlachtvieh

und Devisen maßgebend wie die des Außenministers Mladen Lorkovic, »daß das kroatische Volk alle die ausländischen Elemente, die seine Kräfte schwächten, vernichten muß, diese Elemente sind die Serben und die Juden«. Der Franziskaner Berto Dragicevic vom Kloster Siroki Brijeg kommandierte, unterstützt von seinen Ordensbrüdern Ante Cvitkovic und Andrija Jelicic, die Ustaschen der Gegend.

Pater Augustino Cievola vom Franziskanerkloster Split erschien in den Straßen mit einem Revolver und trieb das Volk zur Liquidierung der Orthodoxen. Franziskaner betätigten sich als Henker in Konzentrationslagern, die im »Unabhängigen Staat Kroatien« nur so aus dem Boden schössen, in Jasenovac, Jadovno, Pag, Ogulin, Jastrebarsko, Koprivnica, Krapje, Zenica, Stara Gradiska, Djakovo, Lobograd, Tenje, Sanica etc. Selbst Kinder wurden dort zu Tausenden geschlachtet. Man schuf sogar eigene Konzentrationslager für sie: in Lobor, Jablanac, Mlaka, Brocice, Ustice, Sisak, Gornja Rijeka u.a. 1942 steckten allein in Jasenovac etwa 24 000 Kinder; die Hälfte davon wurde ermordet. Dann freilich fand man es nützlicher, Kinder zu schonen. Nachdem ihre Eltern meist beseitigt waren, nahm sich die »Caritas«, der Erzbischof Stepinac präsidierte, der Elternlosen an (»Lasset die Kleinen zu mir kommen…«) und machte sie zu Katholiken, ja, zu Priestern der alleinseligmachenden Kirche – und ungezählte ahnen nicht, welchem Schicksal sie dies »verdanken«.

Das »Todeslager« von Jasenovac am Ufer der Save, das kroatische Auschwitz, worin etwa 200 000 Serben und Juden umkamen, hatte zeitweise den Franziskaner Miroslav Filipovic-Majstorovic zum Kommandanten.

Und Franziskaner und Geistliche unterstützten ihn: Brkljanic, Matkovic, Matijevic, Brekalo, Celina, Lipovac u.a. In vier Monaten wurden in Jasenovac, berüchtigt wegen seiner Massenenthauptungen, unter Leitung des Franziskanerpaters Filipovic, 40 000 Menschen liquidiert – »nicht wenige dank seiner persönlichen Darbietungen als >zauberhaft< geschickter Würger«. Doch dürfte den 1945 hingerichteten »Bruder Teufel« der Franziskaner-Stipendiat Brzica noch übertroffen haben, der in Jasenovac in einer Nacht, am 29. August 1942, 1360 Menschen mit einem Spezialmesser köpfte. Edmond Paris, der eine »schreckliche Litanei« von Verbrechen gerade der Franziskaner aufzählt, meint, sie könnte »unendlich verlängert werden«.

Nach dem Zusammenbruch des »Gottesreiches« wurden nicht zufällig gerade ausländische Franziskanerklöster die Zufluchtsstätten der Massenmörder, in Österreich Klagenfurt, in Italien Modena, doch auch in Frankreich. »Alle diese Klöster verbargen die geflüchteten Ustaschis. Überall fanden diese Verbrecher kirchliche Hilfe und Beistand. Das war nur zu verständlich, denn die >Taten< der Ustaschis waren Taten der Kirche.«

Hier weiterlesen:

Die Gräueltaten der kroatischen Ustascha

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Karlheinz Deschner über die Gräueltaten der kroatischen Ustascha

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Kroatiens Schatten der Vergangenheit | Fokus Europa

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Siehe auch:

Im Oktober 1998 hat Papst Johannes Paul II. den kroatischen Kardinal Alojzije Stepinac (1898-1960) zum Märtyrer erklärt und seliggesprochen. Im faschistischen Ustascha-Kroatien spielte der Kardinal jedoch eine unselige Rolle.

https://hubwen.wordpress.com/2016/02/29/kardinal-stepinac-und-die-ustascha-auch-ein-seliggesprochener/

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 19. Februar 2017 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Politik, Religionskritik, Uncategorized

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Kardinal Stepinac und die Ustascha – auch ein Seliggesprochener   1 comment

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Man kann sich nur wundern welche Maßstäbe die katholische Kirche bei den Seligsprechungen anwendet. Von der ersten bis zur letzten Stunde kollaborierte Erzbischof Stepinac mit dem verbrecherischen und faschistischen System der Ustascha in Kroatien. Das hinderte aber die katholische Kirche nicht diesen Mann seligzusprechen – oder vielleicht gerade deswegen? Natürlich schreiben das die Zeitungen nicht – es könnte ja schaden. Was interessiert da die Wahrheit…

Deshalb weiß das auch die Mehrheit nicht.

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Kardinal Stepinac und die Ustascha

Seligsprechung trotz Verwicklung mit einem faschistischen Regime

Im Oktober 1998 hat Papst Johannes Paul II. den kroatischen Kardinal Alojzije Stepinac (1898-1960) zum Märtyrer erklärt und seliggesprochen. Im faschistischen Ustascha-Kroatien spielte der Kardinal jedoch eine unselige Rolle. Wie die Missionierung Rußlands, so ist auch die Katholisierung des Balkans und damit die Vernichtung der Orthodoxie seit der Abspaltung des Katholizismus vom orthodoxen Glauben im Jahre 1054 immer ein Ziel des Vatikans gewesen.

In Jugoslawien, das nach dem Ersten Weltkrieg Serbien und Montenegro mit Kroatien, Slowenien, Bosnien und der Herzegowina zusammenschloß, mußten Völker und Konfessionen miteinander auskommen, deren gemeinsame Tradition eine des Gegensatzes und der Feindschaft gewesen war. Besonders die streng katholischen Kroaten fühlten sich gegenüber einer Mehrheit orthodoxer Serben im Nachteil, wollten auch mit der jüdischen und islamischen Minderheit nicht koexistieren und forderten ihre Unabhängigkeit. Im Jahr 1919 gründete der Katholik Ante Pavelic die “Partei der Aufständischen”, die Ustascha. Die zu diesem Zeitpunkt heimlich und illegal operierende Partei arbeitete mit Propaganda und Terror einem autonomen Kroatien vor.

Als im April 1941 Jugoslawien vor den Achsenmächten die Waffen streckte, war die Stunde der Ustascha gekommen. Ante Pavelic kehrte aus dem italienischen Exil heim, um als Führer von Mussolinis und Hitlers Gnaden dem kroatischen “Reich Gottes”, wie es von den Ustaschen genannt wurde, zu präsidieren. Der Ustascha gehörten katholische Priester und Mönche in leitender Funktion an. Landesweit bildeten Klöster und Kirchen ihre Stützpunkte. Mit Hitlers Rückendeckung riefen die Ustaschen einen “Unabhängigen Staat Kroatien”aus, der flächenmäßig etwa zwei Fünftel des ehemaligen jugoslawischen Territoriums einnahm. Von seinen sechs Millionen Einwohnern waren rund drei Millionen katholische Kroaten. Mehr als zwei Millionen waren orthodoxe Serben, etwa eine halbe Million islamischen Glaubens; der Rest verteilte sich auf andere Minderheiten, darunter 40.000 Juden.

Die Ziele des neugegründeten Ustaschen-Staates deckten sich mit denen des Vatikans: Die orthodoxen Serben störten dabei; daher sollte mit ihnen kurzer Prozeß gemacht werden. “Alle Serben in möglichst kurzer Zeit zu töten. Das ist unser Programm”, rief beispielsweise der Franziskanerpater und Zivilgouverneur Simic aus. Im Juni 1941 umriß der Minister für Erziehung und Kultur,

Mile Bubak, seine Prioritäten folgendermaßen: “Grundlage für die Bewegung der Ustaschen ist die Religion. Für Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln zur Verfügung. Wir werden ein Drittel der Serben töten, ein Drittel vertreiben und ein Drittel zwangsweise taufen. So wird das neue Kroatien alle Serben in seiner Mitte loswerden, um innerhalb von zehn Jahren zu 100% katholisch zu werden.”1

 

Schnell wurde diese Drohung in die Tat umgesetzt: 299 serbisch-orthodoxe Gotteshäuser fielen dem katholischen Kreuzzug zum Opfer, wurden ausgeraubt, vernichtet, zu Schlachthäusern oder gar öffentlichen Toiletten gemacht. Den ganzen Besitz der serbisch-orthodoxen Kirche kassierte die katholische.

Mitte 1941 wurden in Glina etwa 500 Serben ermordet. Serbische Bauern, die vor den Greueltaten in die Berge flüchteten, wurden von der Ustascha mit der Zusicherung, ihnen werde nichts geschehen, falls sie sich katholisch taufen ließen, in ihre Dörfer zurückgelockt, wo sie in ihre Kirche getrieben und bestialisch ermordet wurden.

Neben den Greueltaten mit “Zufallscharakter” gab es Vernichtungslager – das berüchtigste davon war Jasenovac. In diesem Lager wurden rund 200.000 Serben und Juden ermordet. Der zeitweilige Kommandant des Lagers, Filipovic, war Franziskaner und auch sein Nachfolger Ivica Brkljacic war Priester. Die Kirchenmänner waren sich nicht zu schade, selbst Hand anzulegen: Der Geistliche Juricevic verkündete beispielsweise: “Niemand soll denken, daß ich, weil ich ein Priester bin, kein Maschinengewehr in die Hand nehmen kann.” Auch Filipovic und Brkljacic ermordeten eigenhändig Hunderte von orthodoxen Serben.

Viele Morde der Folterknechte in Jasenovac sind durch Fotografien für die Nachwelt dokumentiert und es ist besonders erschütternd zu sehen, mit welchem Sadismus diese Unmenschen ihre Opfer eigenhändig köpften, erdrosselten, erschossen.

Am 8. Mai 1945 zog die jugoslawische Volksbefreiungsarmee in Zagreb ein. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und dem Sieg der Partisanen auf dem Balkan entstand Jugoslawien bekanntlich neu, diesmal unter Hammer und Sichel. Die oberen Chargen der Ustascha-Schlächter flüchteten ins Ausland – Parteigründer Ante Pavelic beispielsweise nach Argentinien – oder wechselten rechtzeitig die Fronten.

 

Die Rolle von Erzbischof Stepinac

Alojzije Stepinac wurde am 8. Juli 1898 geboren. Zum Zeitpunkt der Rückkehr von Ante Pavelic aus seinem italienischen Exil nach Jugoslawien im Jahre 1941 war Stepinac bereits Erzbischof und Primas von Kroatien. Die Nachricht von der Rückkehr des Ustaschen-Führers nahm er freudig auf. Bereits einen Tag nach der Proklamation des “Unabhängigen Kroatien” ging Stepinac zu Pavelics Stellvertreter, General Kvaternik, und erwies ihm seine Reverenz.

Von der ersten bis zur letzten Stunde kollaborierte der Erzbischof, gleichzeitig auch Präsident der kroatischen Bischofskonferenz, mit dem Regime, dessen Verbrechen er und seine Bischöfe – wenn überhaupt – nur sehr rücksichtsvoll kritisierten. Am 16. April 1941 gab Stepinac zu Ehren des zurückgekehrten Pavelic ein Essen im erzbischöflichen Palast. Im offiziellen Tagebuch des Kirchenfürsten heißt es über seine Unterredung mit Pavelic: “Der Erzbischof erteilte ihm für seine Arbeit den Segen. Als dann der Erzbischof geendet hatte, sagte Pavelic, der auch als Führer (Poglavnik) angesprochen wurde, daß er der katholischen Kirche in allem zu helfen wünsche. Er sagte auch, er werde die Sekte der Altkatholiken, die nichts anderes als eine Gesellschaft für die Ehescheidung sei, ausrotten.” Diese Worte stießen bei Stepinac auf Wohlwollen. Zu Gunsten des Ustascha-Staates veröffentlichte Stepinac am 28. April einen Hirtenbrief mit folgendem Wortlaut: “Obwohl die aktuellen Ereignisse sehr verwickelt sind, obwohl die Faktoren, die ihren Lauf beeinflussen, sehr verschieden sind, ist es jedoch leicht, die Hand Gottes in diesem Werk zu erkennen.”

Als im November 1941 dem katholischen Klerus Kroatiens bekannt wurde, daß nicht so sehr getauft, als viel eher gleich gemordet wurde, schrieb die unter dem Vorsitz von Stepinac tagende Bischofskonferenz einen Brief an den Ustascha-Führer Pavelic: “Wir wollen sie [die Fehler, WH] nicht als Folge des Systems betrachtet wissen, sondern als Ergebnis von unverantwortlichen Elementen, die sich ihrer großen Verantwortung und der Konsequenzen nicht bewußt waren. (…) Wir danken Gott, dem Allmächtigen, daß durch Euer Werk, Poglavnik, die Lage sich zu ordnen beginnt.”3

Nachdem im Frühjahr 1943 der größte Teil der in Lagern befindlichen Juden im deutschen Okkupationsgebiet Kroatiens nach Auschwitz deportiert worden war, reiste Stepinac nach Rom, wo er auf die Judenverfolgung in Ustascha-Kroatien angesprochen wurde. Er verteidigte ihre Verfolgung mit dem Argument, die Juden hätten eine verbrecherische Einstellung zur Abtreibung.

Erzbischof Stepinac hetzte auch, als die italienischen Faschisten – die ja in der Frage des religiösen Bekenntnisses liberal waren – unter General Roatta, dem Kommandanten der zweiten Armee, 600.000 Serben vor den Ustascha-Truppen retteten. Stepinac schrieb voller Empörung in einem Brief an den italienischen Botschafter in Zagreb: “Die Schuld und Verantwortung vor Gott und der Geschichte wird das katholische Italien haben, wenn dieser katholische Teil Kroatiens das künftig nicht mehr sein wird.”4

Als sich 1943 die militärische Situation der Achsenmächte zunehmend verschlechterte und die Überlebenschance des Vasallenstaates Kroatien zu schwinden begann, beschwor Stepinac in einem Memorandum Papst Pius XII., alles zu tun, um den Staat zu retten: Im Falle seines Untergangs würde … die gesamte katholische Bevölkerung … mit all ihren Kirchen und Klöstern vernichtet werden.“5

Da der Papst nicht helfen konnte, wandte sich Stepinac direkt an den Himmel: Im Juli 1944 begab er sich auf eine Wallfahrt nach Marija Bistrica und betete: “Unsere Bitte an die Mutter Gottes lautet: Hilf uns! Heute, da die Welt zerbricht und eine Flut von zersetzenden Ansichten die Seelen überschwemmt, hilf dem kroatischen Volk, seiner katholischen Vergangenheit treu zu bleiben. Schon seit zwei Jahrzehnten wurde immer versucht, der Welt die kommunistische Weltanschauung aufzudrängen. Das kroatische Volk hat sie bis jetzt abgelehnt. Hilf, daß es sie auch in Zukunft abwehrt.”6 Aber bekanntlich half auch der Himmel nicht.

 

Nach dem Zusammenbruch des kroatischen Ustascha-Staates lebte Stepinac zunächst völlig unbehelligt von der Justiz in Zagreb. Er zog sich nicht etwa diskret aus dem öffentlichen Leben zurück. Im Gegenteil: in einem Interview, das er im Jahre 1946 einem englischen Journalisten gab, forderte er vom Westen den Einsatz der Atombombe zum Sturz der sozialistischen Regierung in Belgrad.

Erst Ende 1946 wurde Stepinac dann doch verhaftet und vor Gericht gestellt. Es erwartete ihn keine Siegerjustiz, sondern ein faires Verfahren. Die Weltpresse war eingeladen worden, das Verfahren zu verfolgen, und auf Anordnung der Regierung wurden ausschließlich Katholiken als Richter zugelassen. In dem Prozeß wurde Stepinac zu 16 Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Jahren wurde er begnadigt.

Im Jahr 1953 verlieh ihm Papst Pius XII. “für seine großen Verdienste” den Kardinalsrang. Alojzije Stepinac starb am 10. Februar 1960.

Im Jahr 1994 hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem ersten Besuch in Kroatien Alojzije Stepinac als “hervorragende und verehrungswürdige Gestalt, als Bollwerk der Kirche Kroatiens” bezeichnet.

Die katholische Kirche ist bis heute eine Neubewertung ihrer Rolle im Zweiten Weltkrieg schuldig geblieben. Im Gegenteil. Mit der Anfang Oktober 1998 erfolgten Seligsprechung des Kriegsverbrechers Stepinac hat sich der Vatikan mehr denn je von der berechtigten Forderung entfernt, seine Mitschuld an der Tragödie des Zweiten Weltkrieges einzugestehen.

Von Wolfram Heinz

Quelle:

Kardinal Stepinac und die Ustascha – auch ein Seliggesprochener

(Unter die Seligen)

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Gruß Hubert

 

Brutalität ist Christen-immanent   Leave a comment

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In einem Artikel von tammox2 werden Brutalitäten von Christen angeführt, von denen der Vatikan wusste oder sogar davon gesteuert wurden. Vor allem der kroatische, faschistische Politiker Ante Pavelic, der von Pius XII. mit den besten Wünschen für die „weitere Arbeit“ aus der Audienz im Vatikan entlassen wurde.
„Pavelic starb im Deutschen Krankenhaus von Madrid an den Spätfolgen seiner Verletzungen. Er hielt dabei seinen Rosenkranz in der Hand, den er 1941 bei einem offiziellen Besuch von Papst Pius XII. geschenkt bekam. Kurz zuvor hatte er von Papst Johannes XXIII. den besonderen Segen erhalten.“

[…]
Ante Pavelić ließ einen planmäßigen Völkermord an Serben, Juden, Roma, orthodoxen Christen sowie kroatischen und muslimischen Systemgegnern (häufig Kommunisten) durchführen. Das größte kroatische Konzentrationslager befand sich in Jasenovac, wo nach Angaben des Simon-Wiesenthal-Zentrums 85.000, nach Angaben des United States Holocaust Memorial Museum insgesamt etwa 56.000 bis 97.000 Serben, Juden, Roma und kroatische Oppositionelle umgebracht wurden. Es gab mehrere Todestransporte von hier nach Auschwitz.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Ante_Paveli%C4%87

Hier der Artikel von tammox2 (Auszug).

In einem Punkt macht der Christlichen Kirche sicher niemand etwas vor: 
Grausamkeiten ausdenken.

Und zwar Grausamkeiten in jedem Sinne.

Das geht von physischer Brutalität, die jede Phantasie sprengt – man denke nur an die Folterinstrumente, die der Vatikan über Jahrhunderte entwickelte und immer perfider gestaltete – bis hin zur subtil-psychologischen Abartigkeit, mit der beispielsweise Kinder in Depressionen und Suizide getrieben werden, indem ihnen immer wieder versichert wird, sie wären „schuldig“ oder „sündhaft“, weil sie beispielsweise onanierten.

Aus dem Vatikan gesteuerte Katholiken haben es in den 1940er Jahren auf dem Balkan so grauenhaft und brutal getrieben, daß gelegentlich sogar die deutsche SS einschritt, um die päpstliche Mordbande zu stoppen.

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„Ohne Kenntnis dieses alptraumhaften Blutbads“, so Deschner in der XII. [Folge seiner Fernsehserie „Das Wort am Sonntag – Mit Gott und den Faschisten“], die Jugoslawien gewidmet ist, „kann man die Vorgänge dort heute überhaupt nicht verstehen, Vorgänge, an denen sogar der Außenminister der uns befreundeten USA, den Deutschen eine besondere Schuld beimaß. Mehr involviert ist nur der Vatikan, der schon seinerzeit durch Papst Pius XII. in die ungeheuersten Greuel der faschistischen Ära insgesamt derart verstrickt war, daß es, bei der Taktik der römischen Kirche nicht verwunderlich wäre, spräche man ihn heilig.“
Das Blutbad richtete im „unabhängigen Kroatien“ ab 1941 der faschistische Despot Ante Pavelic an, indem er, so Deschner, einen katholischen Kreuzzug gegen die dort lebenden orthodoxen Serben und bosnischen Muslims begann, „der den schlimmsten mittelalterlichen Massakern nicht nachsteht, sie eher übertrifft.“ Dies geschah nach dem deutschen Einmarsch und nach einer besonders feierlichen Privataudienz bei Pius XII. „Die katholischen Schlachtfeste in „Groß-Kroatien“ waren so grauenhaft, daß sie selbst die italienischen Faschisten schockierten, daß sogar deutsche Stellen protestierten“, sagt Deschner. Den Ustascha-Banditen von Pavelic fielen damals etwa 750 000 Serben zum Opfer – nachdem Pius XII. ihren Führer mit den besten Wünschen für die „weitere Arbeit“ aus der Audienz im Vatikan entlassen hatte.
(Neue Rheinische Zeitung 21.02.13)
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Dieses völlige Fehlen von Empathie, das erst zu dieser Brutalität gegenüber Wehrlosen befähigt, ist auf das antihumanistische Wesen des Christentums zurück zu führen. 

„Wir sind besser als die!“ ist der eigentliche Kern religiöser Gemeinschaften. 

Da man sich im Gegensatz zu den anderen auf der „richtigen Seite“ wähnt und durch Gott legitimiert ist, fallen die Hemmungen.

So wie Päpste und Bischöfe reinsten Gewissens Folter-, Kriegs- und Inquisitionsbefehle geben, verhält es sich auch am unteren Ende der Hierarchie.

Hunderttausendfach haben einfache Nonnen und Mönche, bzw. Priester in europäischen Heimen Kinder gefoltert, missbraucht, ausgebeutet, sexuell belästigt, versklavt, in den Suizid getrieben oder gleich umgebracht.

Das ist nicht etwa ewig lange her.

Der hochgeachtete Papstbruder Georg Ratzinger, der gerade diese Woche wieder ehrfurchtsvoll von allen Medien befragt wird, hat in seiner Jahrzehnte andauernden Laufbahn als Musiklehrer bei den Regensburger Domspatzen wie von Sinnen auf kleine Kinder eingeprügelt.

Beim Misshandeln geriet der fromme Pater Ratzinger regelmäßig so in Rage, daß Hocker zu Bruch gingen, oder im Eifer sein Gebiss rausflog, weil er so heftig auf Neunjährige eindrosch.

Wer gestern die Susanne Glass-Dokumentation „Missbraucht und misshandelt –

Skandal in Österreichs Kinderheimen“ auf Phönix gesehen hat, wird einen Eindruck von der bestialischen Behandlung durch die „Erzieher“ bekommen haben.

 Mal wieder.
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In den staatlichen Einrichtungen wurden Minderjährige offenbar über Jahrzehnte hinweg missbraucht und misshandelt. Schläge waren an der Tagesordnung. Jungen wie Mädchen mussten ihren Pflegern sexuell zu Diensten sein, wurden an Pädophile „vermietet“.
Einige Heimkinder wurden mit Malaria infiziert, weil der Fieberschock angeblich heilsam war, andere zur Ruhigstellung mit Röntgenstrahlen „therapiert“. Pubertierende Mädchen bekamen eine Spritze mit dem Tiermedikament Epiphysan, das sonst gegen die Brünftigkeit von Kühen eingesetzt wurde. […]
Der Missbrauch soll bis in die 80er Jahre angedauert haben.
(Phoenix)
(Siehe auch: http://hubwenzl.blog.de/2012/02/09/neues-opfer-malaria-skandal-wiener-psychiatrie-12720949/ )
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100.000 Kindern wurde prügelnd eingetrimmt sie wären „Missgeburten“, oder „des Teufels.“
 Man verfolgte die Zuchthaus-Idee an Kindern, die durch andauernde Qualen und Folter gebändigt werden sollten.
Der vielleicht perfideste Aspekt ist das Gelingen dieser Strategie: Die meisten Opfer waren so indoktriniert, daß sie irgendwann glaubten selbst schuld zu sein; es nicht anders verdient hätten.[…].

Warum der bereits im Frühjahr 2011 beschlossene Gesetzentwurf nach einer ersten Lesung nun seit über einem Jahr im Rechtsausschuss feststeckt, vermochte Leutheusser-Schnarrenberger nicht triftig zu erklären. Sie sei, sagt die Ministerin in Berlin, aber „zuversichtlich“, dass das Gesetz noch in dieser Legislatur verabschiedet werde.
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Die Koalition sieht keinen Handlungsbedarf.
Hunderttausende Kinder erlebten eine „Alltagskultur der exzessiven Gewalt“ und die frommen Ministerinnen Merkels geben den Opfern zu verstehen: Macht doch nichts!
Man muß schon sehr naiv sein, um kein Muster zu erkennen: Wenn es zum Wohle der Kirchen ist, kann die Regierung nämlich enorm schnell handeln, wie wir beim Genitalverstümmelungsgesetz erlebten.
Myriadenfacher sexueller Missbrauch durch Geistliche hingegen, ist der Bundesjustizministerin offensichtlich egal. 
Sie hat kein einziges mal Bischöfliche Akten beschlagnahmen lassen, nie selbst ermitteln lassen, den Opfern keinerlei Hilfe zugesagt.
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 Die „Aufarbeitung“ überlässt sie den Tätern selbst und wenn diese nach drei Jahren deutlich zu erkennen geben, daß sie weiterhin lieber vertuschen möchten, indem sie Prof Pfeiffer feuern, kümmert es die Christliche Bundesregierung offensichtlich nicht.
Sie handelt bis heute nicht.
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Der Staat wollte Menschen helfen, denen in der Kindheit sexuelle Gewalt angetan wurde. Doch geschehen ist bis heute so gut wie nichts. Fast alle Länder weigern sich, Geld in einen Fonds einzuzahlen, und ein Gesetz, das die Opfer besser schützen soll, blieb in einem Ausschuss hängen. […]

Die Bundesregierung, die im Handumdrehen 2 Milliarden für die sinnlose Herdprämie rauswerfen kann, die quasi über Nacht dreistellige Milliardensummen zur „Eurorettung“ nach Brüssel pumpt und in Windeseile die Genitalverstümmelung an kleinen Jungen erlaubt, WILL OFFENBAR einfach nicht gegen die mächtigen Kirchen vorgehen!!
Die drei Vorsitzenden des „Runden Tisches“ – Kristina Schröder, MdB, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB, Bundesministerin der Justiz, Annette Schavan, MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung (bis vor einer Woche) – sind für alle Zeiten als Ministerinnen disqualifiziert.
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Man muß offensichtlich der CDU, CSU oder FDP angehören, um nach so einer unverschämten Pleite noch in den Spiegel gucken zu können.
Andere Mitglieder der Kinderfickerschützerrunde werden erfreut sein nicht so bald zahlen zu müssen:
Etwa Bischof Stephan Ackermann, Elisabeth Bußmann (Familienbund der Katholiken), Prälat Karl Jüsten (Deutsche Bischofskonferenz), Stefan Dartmann (Deutsche Provinz der Jesuiten), Bernhard Felmberg (Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland), Jörg Uwe Hahn (Roland-Koch-Zäpfchen und Asiatenhasser), Beate Merk (homophobe Bayerische Ministerin).
Die größte Opfervertretung, Netzwerk B, wird bis heute noch nicht einmal angehört.
Sie können sich nur mit offenen Briefen, Hungerstreikaktionen und Demonstrationen Gehör verschaffen.
Aber Merkels Regierung zeigt ihnen nur den Mittelfinger, während sie an den Rockschößen des Papstes hängt.
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