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„Philosoph“ Georg Geismann hält Tiere heute noch nur für Sachen   Leave a comment

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Ich kann nur staunen welche A… lö… es unter Philosophen gibt, wie zum Beispiel dieser Philosoph Georg Geismann. Er ist 1935 geboren aber immer noch nicht gescheiter geworden – und wird es auch sicher nicht mehr.
Er sagt, dass das Tier eine Sache ist, weil es nach ihm keine Vernuft hätte.
Wenn ich mir aber Menschen und Tiere so anschaue, frage ich mich wer mehr Vernunft hat bzw. was der Mensch so mit seiner „Vernuft“ macht. Man denke nur an Atomwaffen, bio-chemische Waffen, zum Beispiel Giftgas, Tretminen, die Liste ist lange noch nicht vollständig. Keine Maus ist so abartig, dass sie eine Mausefalle bauen würde. Aber die angebliche „Krone der Schöpfung“. Ich frage mich wie viel da der Schöpfer wert ist.
Dann auch noch das Ersinnen von grausamsten Foltermethoden. Kein Tiere käme auf so eine Idee.

Tiere haben eine Seele und zehn mal Vernunft als dieser angebliche Philosoph Geismann – und viele andere Menschen. Wer lädt so einen ……… überhaupt an die Uni Wien ein, frage ich mich auch noch.

Jetzt aber zu einer Abhandlung von einem gescheiteren Menschen, von Martin Balluch (der sein DDr. in seiner Bescheidenheit immer weglässt, was so aufgeblasene Menschen wie die Geismanns dieser Erde nie tun würden).

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Unfassbar: Plädoyer für Tiere als Sachen von Georg Geismann an der Uni Wien!

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Seit 1989 steht im Österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Zivilrecht, in Paragraph 285a der Satz „Tiere sind keine Sachen“. Zwar, wir wissen es alle, wird das im nächsten Satz desselben Paragraphen relativiert, dass also auf Tiere dennoch bis auf Weiteres das Sachenrecht anzuwenden ist, und zwar wissen wir ebenso, dass § 285 a bisher in allen Gerichtsverfahren, in denen wir ihn zu verwenden versucht haben, keine konkrete Anwendung hatte, er sozusagen als Nullgesetz ohne Konsequenz gehandelt wird, so ist doch unbestritten, dass der parlamentarischen Entscheidung zu § 285a eine politische Botschaft zugrunde liegt: es ist falsch, Tiere als Sachen anzusehen. Tiere sind de facto keine Sachen, sie können fühlen, erleben die Welt subjektiv bewusst und können daher auch bewusste Entscheidungen auf Basis dieser Erlebnisse treffen. D.h. sie haben eine Persönlichkeit, die ihre eigene Sicht auf die Welt bedingt und die ihre Entscheidungen, wie sie handeln wollen, prägt.

Man möchte doch meinen, dass das mittlerweile zum Allgemeinplatz geworden sein muss. Wer, bitte schön, würde heute noch Tiere als Sachen sehen? Der Umgang mit Tieren als Sachen ist eine Altlast aus einer Zeit, in der Tierschutz noch nichts galt. Unser aller Aufgabe im Tierschutz ist es, diese Altlast abzubauen und Tieren jenen von Sachen verschiedenen Status im Rechtssystem zu geben, der ihnen zusteht, weil sie keine Sachen sind. Die Widerstände dagegen sind hauptsächlich wirtschaftlicher Natur. So habe ich das bisher jedenfalls gesehen.

Am Donnerstag den 10. November 2016 hat an der Uni Wien ein Gastvortrag von Georg Geismann zum Thema „Kants Moralphilosophie und die Pflichten in Ansehung der Tiere und der vernunftlosen Natur überhaupt“ stattgefunden. Ich habe mir das angehört und mir gingen die Augen über. Geismann argumentierte, dass Menschen und andere Tiere (seine Formulierung) einmal Naturwesen sind, die leiden können und in verschiedener Abstufung intelligent sind. Das sind natürliche Fähigkeiten, die sie miteinander mehr oder weniger teilen, in denen sie sich jedenfalls nur graduell unterscheiden. Als Naturwesen unterliegen Menschen und andere Tiere den Naturgesetzen und sind nur Sachen, ihr Wert ist instrumentell, sie haben einen Preis, keine Würde. Doch darüber hinaus sind Menschen im Gegensatz zu den anderen Tieren auch Vernunftwesen. Über die Vernunft können sie die Welt von wahr und falsch bzw. von gut und böse erschließen, und sich dadurch selbst Zwecke setzen. Das macht sie zu Zwecken an sich, sie haben nicht nur einen instrumentellen Wert, d.h. einen Preis, sondern auch eine Würde. Sie sind also Personen im Gegensatz zu den anderen Tieren, die mangels metaphysischer Vernunft nur Sachen bleiben.

Nun, dass der alte Kant so argumentiert hat, ist mir bekannt, schreibe ich darüber doch lang und breit in meinem Buch „Der Hund und sein Philosoph“. Aber wenn man dann jemandem im Jahr 2016 gegenübersteht, der diese These heute noch verbreitet und unumstößlich für richtig hält, fühlt sich das ganz anders an. Keine Rede mehr von Evolution, von einer kontinuierlichen Entwicklung zu mehr und mehr Vernunft, sondern eine knallharte Dichotomie: Menschen haben volle Vernunft, andere Tiere gar keine, und Punkt.

Aber wie ist das mit Kindern, geistig Verwirrten – man erinnere sich an den Buttersäureattentäter, dem vom Gericht attestiert wurde, er sei nicht schuldfähig und könne daher für seine Angriffe auf uns nicht bestraft werden – oder senilen Alten? Haben die Vernunft? Geismann drückt sich herum. „Wollen Sie, dass andere Menschen darüber entscheiden können, ob Sie rechtsfähig sind oder nicht?“, fragt er, und zaubert damit einen neuen subjektiven Wert aus dem Hut. Wohin das führe, habe man schon gesehen, meint er dann, und bezieht sich auf den Holokaust. Würde man also nicht allen Menschen den Status als Person und Rechtsträger geben, dann hätte das furchtbare Konsequenzen – er meinte das führe zu Chaos – und daher erhielten alle vernunftlosen Wesen, die zu einer „Art“ gehören, die „normalerweise“ Vernunft hat, sozusagen ehrenhalber den Personenstatus.

Mit demselben Argument müsste man dann aber auch den anderen Tieren den Personenstatus verleihen, meinte ich in der Diskussion nach dem Vortrag. Oder wie würden Sie sich fühlen, wenn über ihren Rechtsstatus andere entscheiden? Abgesehen davon sehen wir, wohin das führt, nämlich zu Massentierhaltung, 65 Milliarden Schlachtungen pro Jahr, Abschüssen gezüchteter Fasane zum Spaß und Tierversuchen. Nein, nein, nein, meint Geismann nun ganz unkantianisch, Tiere könnten nicht reziprok Pflichten übernehmen, dürften daher auch keine Rechte haben. Aber Kinder auch nicht, sage ich. Wollen Sie Kindern den Personenstatus nehmen?

Abgesehen davon, belehrt uns Geismann, haben Tiere kein Bewusstsein. Sie können nichts entscheiden und natürlich nicht zwischen gut und böse oder wahr und falsch unterscheiden. „Kann Ihr Hund den pythagoräischen Lehrsatz verstehen?“, fragt mich Geismann. Na eben. Also keine Rechte. Jetzt hängt es schon von der Fähigkeit ab, Mathematik zu verstehen, um Rechte zu bekommen – außer man gehört der Tierart „Mensch“ an, dann natürlich ist man Rechtsträger ohne weitere Fragen.

Zu Geismanns unendlichem Erstaunen erkläre ich ihm, dass Tiere sehr wohl ein Bewusstsein haben. Es ist mittlerweile durch die Cambridge Deklaration offiziell, dass die Fähigkeit Schmerzen bewusst zu erleben, zumindest sämtliche Wirbeltiere und Kopffüsser teilen. Und wozu, bitte schön, soll sich evolutionär Bewusstsein entwickelt haben, wenn nicht um durch eine bewusste Entscheidung das Verhalten beeinflussen zu können? Also müssen alle Lebewesen mit Bewusstsein die Fähigkeit haben, sich bewusst für das eine oder andere zu entscheiden. Im Grundsatz nicht anders als die Menschen. Die subjektive Einschätzung, was gut oder böse ist, entsteht dann durch die Sozialisation, die sozialen Regeln und Normen, die wir in der Kindheit internalisieren. Und genau das können natürlich Hunde auch, die mit uns aufwachsen.

Nein, nein, sagt Geismann, Hunde sind reine Biomaschinen, die können nichts entscheiden, da laufen nur Programme ab. Aber mein Hundefreund Kuksi z.B., argumentiere ich, geht oft leinenfrei auf dem Gehsteig, sieht auf der anderen Straßenseite einen Hund, fühlt den Impuls hinüber zu laufen, beherrscht sich bewusst und bleibt da. „Na weil Sie ihn sonst schlagen würden!“, ruft Geismann. Unsinn, ich schlage Kuksi nicht und gebe ihm nicht einmal Leckerlis, um ihn zu konditionieren. Auch wenn er ganz alleine auf der Straße herumgeht, läuft das ähnlich ab, wie ich aus der Ferne beobachten konnte. Er versteht einfach, dass die Fahrbahn gefährlich ist, und läuft nur hinüber, wenn es sicher ist, ansonsten hält er sich zurück. Und dass das eine bewusste Entscheidung ist, erkenne ich daran, dass er sich bei großem emotionalem Stress manchmal nicht zurückhalten kann – wie wir Menschen auch.

Hunde können sich durchaus schlecht behandelt fühlen. Wenn Kuksi meint, ich habe die sozialen Regeln missachtet, ihn also böse oder falsch behandelt, dann schmollt er, zeigt mir stundenlang die kalte Schulter oder schnappt laut mit dem Kiefer in der Luft. Hunde haben ein Verständnis für Gerechtigkeit. Wenn ein Hund für eine Reaktion ein Leckerli bekommt, ein anderer daneben trotz selber Reaktion nicht, dann wird letzterer die weitere Zusammenarbeit aufkündigen.

Nein, für Geismann gibt es so etwas nicht. Hunde sind Biomaschinen und Punkt. Sie können nichts bewusst entscheiden, das gesamte Verhalten ist nur Reizreaktion. Tiere sind und bleiben Sachen und das sei gut so.

Soweit ein Universitätsprofessor für Philosophie.

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„Philosoph“ Georg Geismann hält Tiere heute noch nur für Sachen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 30. März 2017 von hubert wenzl in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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Beseelte Tiere   Leave a comment

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Vor allem die katholische Kirche glaubt, dass der Mensch das Allergrößte sei und nur er mit Vernuft ausgestattet ist. Aber das ist wohl sicher nicht vernünftig, wenn zum Beispiel der französische Philosoph Descartes meinte, dass Schmerzensschreie nur eine mechanische Reaktion wären. Bei Vivisektionen von Hunden sei eine Betäubung sinnlos, da es nichts zu betäuben gäbe und der Lärm der Schmerzensschreibe zwar unangenehm seien, aber nur für die armen Menschen, die diese anhören müssten. Man muss da wohl fragen, welche Vernunft, welcher Geist das sein soll? So unvernünftig könnte kein Tier sein.

Hier ein Artikel dazu von heise.de

Philosophische Kolumne: Von schubsenden Ziegen, fliegenden Schildkröten, schamlosen Hunden und nachdenklichen Philosophen, Teil II

Die Geschichte der philosophischen Thesen über Tiere ist eine Geschichte des Geistes, des Geistes der Tiere, die entweder begeistern oder auf den Geist gehen – und dementsprechend sprechen die Philosophen den Tieren entweder einen Geist zu oder ab.

Allein der Mensch hat eine unsterbliche vernunftbegabte Seele, meint zum Beispiel Augustinus; das sehe man schon daran, dass immer nur Menschen Tiere dressierten und niemals umgekehrt – was natürlich als Einschätzung weit entfernt ist von der heutigen Epoche, in der mehr die Hunde ihre Herrchen durch die Gegend zerren als umgekehrt. Wer da wen zieht und wer da wen erzogen hat, ist fraglich.

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Kürzlich wurde von Biologen, wie sie in PloS One berichten, eine noch unbekannte Affenart im Regenwald Ostkongos entdeckt. Cercopithecus lomamiensis hat ein ganz erstaunlich ausdrucksstarkes Gesicht, das irgendwie weise und melancholisch in die Welt blickt. Foto: Maurice Emetshu/Creative Commons Attribution License (CCAL)
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Augustinus zufolge ist jene Seele, die dem Menschen eignet, immateriell, und das ist auch gut so: Als Kenner der Beziehungen zu Frauen und zu Gott ist Augustinus erleichtert darüber, dass zumindest bei letzterem Größe keine Rolle spielt, da sonst Elefanten gegenüber dem Menschen gewisse Vorteile in der Größe ihrer Seele hätten. Die nachfolgende Diskussion bis Thomas von Aquin kommt zu dem Ergebnis, dass Tiere zwar auch eine Seele haben, das aber ist eine sterbliche Seele, da Tiere sich nicht mit ewig-unsterblichen geistigen Wahrheiten befassen. Als beseeltes Lebewesen steht der Mensch demnach noch auf demselben Boden wie die Tiere, ragt aber das kleine entscheidende Stück weit daraus hervor.

Dennoch bleiben Unsicherheiten. Bereits im Mittelalter geht es auf den Geist, dass Affen so menschenähnlich sind. Da der Schöpfungsglaube und der damalige Forschungsstand evolutionäre Erklärungen ausschließt, bleibt nur die Annahme übrig, diese Tiere versuchten auf teuflische Anstiftung hin den Menschen nachzuahmen, also „nachzuäffen“. Die prophylaktische Unterstellung eventuell böser und täuschender Absichten zieht sich auch bis in die Gerichtsurteile dieser Zeit, zum Beispiel bei Fällen von sexuellem Missbrauch von Tieren.

Wenn aber schon per definitionem vernunftlose Tiere den Menschen dermaßen hintergehen können, wem kann man da noch trauen? Sobald die Philosophie damit angefangen hat, sogar den Tieren zu misstrauen, wo soll sie dann noch aufhören?

Bestenfalls komplizierte Maschinen

René Descartes antwortet zu Beginn der neuzeitlichen Philosophie darauf: Bei der Selbstvergewisserung des menschlichen Geistes. Das berühmte „Ich denke, also bin ich“, „cogito ergo sum“ führt bei ihm nicht zu einer Ausweitung auf Tiere (speziell auf Bienen unter dem Motto „cogito ergo summmm“), im Gegenteil: Tiere werden als prinzipiell nicht-denkend abqualifiziert.

Der radikale Zweifel, eine Lieblingsbeschäftigung der Philosophen, von den Tieren über die Automaten (denn bei Descartes sind Tiere nichts anderes als komplizierte organische Automaten) bis hin zum Prinzipiellen, zeigt sich bei Descartes so: Nachdem er sich vergewissert hat, dass er denkt, denkt er sich: Ich bin mir sicher, dass ich denke, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Körper habe, also ist mein Denken von meinem Körper verschieden. Mein Körper ist ein materielles System, das endlich viele Zustände annehmen kann. Da mein Denken vom Körper verschieden ist, kann es daher unendlich viele Zustände annehmen.

Ein Automat, egal ob Hund, Schildkröte oder Pferd, wäre in seinen Verhaltensweisen ziemlich beschränkt, da es sich bei ihm nur um ein materielles System handelt. Automaten können daher nicht auf die gleiche beliebig variierbare Weise handeln und sprechen wie ich. Und alles, was sich als Verhalten eines Automaten darstellen lässt, ist auch ein Automat, ein materielles System ohne denkenden Geist.

Mit diesem logischen Hopplahopp-Ritt, auf dessen Untiefen beispielsweise Ansgar Beckermann hingewiesen hat, mobbt Descartes nicht nur künftige Zeitgenossen wie Haushaltsroboter, sondern auch und gerade die Tiere. Er meint, alles, was Tiere tun, kann auch von Automaten getan werden, so wie es zu seiner Zeit mechanische Enten taten, die, sobald einmal aufgezogen, durch die Gegend watscheln, Gras rupfen und mittels Chemikalien in ihrem Eisenmagen „verdauen“ konnten. Die Cartesianer ziehen daraus den Schluss, dass Tiere nichts anderes als komplizierte Maschinen sind.

Stößt ein Tier etwas aus, das wir als Schmerzensschrei interpretieren, ist das in Wirklichkeit nichts anderes als eine mechanische Reaktion; Tiere empfinden ebenso wenig Schmerz wie eine Orgel, wenn man eine ihrer Tasten drückt. Bei Vivisektionen von Hunden zu medizinischen Zwecken Betäubung vorzunehmen, wird daher als sinnlos abgelehnt, gibt es da doch gar nichts zu betäuben. Der dabei entstehende Lärm sei zwar unangenehm, aber nur für die armen Menschen, die ihn anhören müssen.

Haben sie nicht nur Gefühle, sondern auch Bewusstsein?

Empörter Einspruch darauf kommt, nicht sehr erstaunlich, aus England. Dort leben bis heute vor allem die hohen Herrschaften auf vertrautem Fuß mit ihren Hunden und Pferden und geben zu viel Geld für sie aus, als dass sie sie zu bloßen Maschinen herabgewürdigt sehen möchten.

Der englische Empirismus verallgemeinert diesen Eindruck: Dass ein Wurm Schmerz empfindet, sei eigentlich viel offensichtlicher als die Existenz eines immateriellen denkenden Geistes: Tiere sind empfindungsfähig, lehrt die Erfahrung, und aus der Fähigkeit, Schmerz und Lust zu empfinden, leiten wir Menschen gewisse Rechte und Pflichten ab – warum sollten wir die Tiere, die uns darin gleichen, davon ausschließen? Diese Argumentation zieht sich von David Hume durch bis hin zu Peter Singers „Animal Liberation“.

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Hier weiterlesen:

Beseelte Tiere

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 18. September 2016 von hubert wenzl in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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