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QAnon: Was steckt hinter der Verschwörungstheorie?   Leave a comment

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Ich wundere mich immer wieder wie Leute an Verschwörungstheorien glauben können. Je abstruser, desto stärker glauben sie daran. Besonders Rechte hängen Verschwörungstheorien an.

„Warum glauben Menschen überhaupt an Verschwörungen, selbst wenn diese besonders abenteuerlich sind?

„Der Wunsch, die Welt zu erklären, ist etwas zutiefst Menschliches“, sagt Marius Raab, Psychologe an der Universität Bamberg, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wenn Menschen an Verschwörungstheorien glauben, stecke häufig der Wunsch dahinter, die Komplexität der Welt zu reduzieren, so eine wissenschaftliche Annahme.“

 

Anhänger von US-Präsident Trump verbreiten die Verschwörungstheorie QAnon. Sie glauben, dass das Land von einem Ring prominenter Kinderhändler unterwandert wird. Schon jetzt zeigt sich, wie gefährlich diese Behauptungen werden können.

Das große „Q“ ist ihr Markenzeichen: Die Anhänger einer Verschwörungstheorie sorgen derzeit in den USA für Aufsehen, bei Auftritten von US-Präsident Donald Trump zeigen sie sich mit entsprechenden T-Shirts oder halten ausgeschnittene Buchstaben in die Höhe.

Durch Trump und seine Auftritte habe es eine komplizierte Verschwörungstheorie vom Rand der sozialen Medien in die Öffentlichkeit geschafft, fürchtet die britische BBC.

Politiker und Schauspieler als Kinderhändler

Begonnen hat alles im Oktober 2017: Im anonymen Internetforum 4chan meldete sich ein User unter dem Namen Q zu Wort. Seine Botschaften verbreiteten sich in anderen Foren, dann auch in den sozialen Medien.

Nutzer setzten die Einzelstücke zur obskuren Verschwörungstheorie QAnon zusammen. Q steht dabei für den unbekannten Nutzer, „Anon“ für anonym.

Der Kern der Theorie: In den USA soll ein verdeckt operierender Ring von Prominenten am Sturz von Präsident Donald Trump arbeiten. Diese Gruppe soll zudem als „Sex-Ring“ fungieren und Kinderhandel betreiben. Prominente wie die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Schauspieler Tom Hanks und der Regisseur Steven Spielberg werden als Mitglieder genannt.

Der US-Sonderermittler Robert Mueller, der derzeit wegen vermuteter russischer Einflussnahme auf den Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump ermittelt, hat nach Überzeugung der QAnon-Anhänger in Wirklichkeit eine ganz andere Aufgabe: Er solle im Auftrag des Präsidenten verdeckt gegen diesen Kinderhändler-Ring vorgehen.

USA – Land der Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien sind in den USA nichts Neues. Zudem sei das gesamte politische Spektrum dafür anfällig, sagt Joseph Uscinski, Politikwissenschaftler an der Universität von Miami und Experte für das Thema, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Es gebe Republikaner, die glauben, dass Barack Obama seine Geburtsurkunde gefälscht habe und kein echter Amerikaner sei. Und es gebe Demokraten, die glauben, dass George W. Bush am 11. September die Twin Towers in New York explodieren ließ, um sich danach als starker Mann präsentieren zu können.

Im Fall von QAnon stehen die Anhänger allerdings klar hinter dem aktuellen US-Präsidenten.

„Einem evangelikalen, für Verschwörungen empfänglichen Trump-Anhänger fällt das im Fall von QAnon leicht. Diese Theorie erzählt eine Geschichte, die zu seinem Weltbild passt“, sagt Joseph Uscinski

„Wunsch, die Welt zu erklären“

Aber warum glauben Menschen überhaupt an Verschwörungen, selbst wenn diese besonders abenteuerlich sind?

„Der Wunsch, die Welt zu erklären, ist etwas zutiefst Menschliches“, sagt Marius Raab, Psychologe an der Universität Bamberg, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wenn Menschen an Verschwörungstheorien glauben, stecke häufig der Wunsch dahinter, die Komplexität der Welt zu reduzieren, so eine wissenschaftliche Annahme.

Marius Raab betont allerdings, dass es auch Theorien gebe, die die Welt eher noch komplexer machen. „Häufig verschwimmen bei Verschwörungstheorien berechtigte Sorgen der Bevölkerung mit abstrusen Annahmen.“

Ist QAnon wirklich eine Bewegung?

Wer hinter QAnon in den USA steckt, ist bisher ein Rätsel. „Niemand weiß es. Es könnte eine Person sein, es könnten mehrere sein“, sagt Joseph Uscinski. Auch die Zahl der Menschen, die an die Theorien glauben, sei schwer einzuschätzen. Zahlen in den USA rangieren von einigen Zehntausend bis zu einer Million. Uscinski geht aber von eher wenigen Anhängern aus.

Als prominente Unterstützer gelten bisher die Schauspielerin Roseanne Barr und Alex Jones.

Der Betreiber des ultrarechten Internetportals „Infowars“ glaubt unter anderem, dass die damalige US-Administration unter Barack Obama 2012 den Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule inszeniert habe.

Die Q-Fans hoffen laut einem Artikel der „Washington Post“, dass Präsident Trump die Bewegung öffentlich erwähnt.

Ein Präsident als Verschwörungstheoretiker

Das hat er bisher zwar nicht getan, allerdings hat Trump laut „Washington Post“ früher selbst falsche Behauptungen verbreitet – etwa die, sein Vorgänger Obama sei gar nicht in den USA geboren.

„Wir haben jetzt einen Präsidenten, der selbst Verschwörungstheoretiker ist“, sagt Joseph Uscinski. „Er und seine Mitarbeiter sind in der Lage Theorien unter einem großen Publikum zu verbreiten.“

Wie gefährlich können Verschwörungstheorien werden? Es komme auf die Inhalte an, sagt Psychologe Marius Raab.

„Einige Theorien lenken Aufmerksamkeit auf die Mächtigen und können das Bewusstsein schärfen, dass Politiker gerade auch in einer Demokratie kontrolliert werden müssen. Wenn aber, wie es leider auch immer wieder der Fall ist, einzelne gesellschaftliche Gruppen wie zum Beispiel Juden für alles verantwortlich gemacht werden, ist das sehr gefährlich.“

Im Fall von QAnon sind mögliche Folgen schon sichtbar geworden: Im Dezember 2016 schoss ein Mann auf Besucher eines Pizza-Restaurants in der Hauptstadt Washington, weil er glaubte, dass von dort aus der demokratische Kinderschänder-Ring operieren würde.

„Und auch derzeit gibt es Menschen, die in der Wüste von Arizona mit Waffen nach Sex-Camps suchen“, sagt Joseph Uscinski.

Verwendete Quellen:

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QAnon: Was steckt hinter der Verschwörungstheorie?

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 10. August 2018 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Absurde Pseudo-Wissenschaften und Verschwörungstheorien   Leave a comment

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Gleich unerschöpflich wie die Verschwörungstheorien sind auch die Abhandlungen darüber. In verschiedenen Kategorien wird jährlich der Goldene Aluhut vergeben, wie zum Beispiel in, Rechtsesorerik, Reichsbürger & BRD-GmbH, Medien und Blogs, Medizin, Esoterik, Mind Control und Grenzwissenschaften, Chemtrails.

Das hat schon manchmal was Sektenartiges.

Aber sicher ärgern sich manche Verschwörungstheoretiker über diese negative Auszeichnung mit dem goldenen Aluhut. Sie sind ja felsenfest davon überzeugt, dass ihre Thesen die Wahrheit sind. Sie fühlen sich ja oft wie die wahrer Aufdecker. Wie lautet doch ein Buchtitel von Karlheinz Deschner: Aufklärung ist Ärgernis.

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Aus dem Spiegel

Preis für Gaga-Forschung Wer ist der Doofste im ganzen Land?

Die heilsame Kraft des Einhorns und ähnlicher Quatsch: Eine Berliner Initiative vergibt Auszeichnungen für besonders absurde Pseudo-Wissenschaft und Verschwörungstheorien. Das sind die Preisträger.

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Alu- und andere Hüte beim Camp des Chaos Computer Clubs: Segensreiche Kopfbedeckung

DPA -Alu- und andere Hüte beim Camp des Chaos Computer Clubs: Segensreiche Kopfbedeckung

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Klar, sein kleiner Bruder Aldous hat es zu mehr Ruhm gebracht. Der hat schließlich die bedrückende Zukunftsvision „Schöne neue Welt“ verfasst. Doch auch der britische Humanist Julian Sorell Huxley war ein Mann mit Weitblick. In seiner Science-Fiction-Geschichte „The Tissue-Culture King“ stellte der spätere Chef der Uno-Kulturorganisation Unesco schon 1927 eine verblüffende Erfindung vor: eine Kopfbedeckung aus Metallfolie. Die, so beschrieb es Huxley, sollte vor schädlicher Telepathie schützen.

Ohne Julian Huxley hätte es auch diesen Freitagabend nicht gegeben. Jedenfalls nicht in dieser Form. Denn längst ist der Aluhut eine Chiffre geworden – für Anhänger von Verschwörungstheorien oder Paranoiker. Denen soll er sprichwörtlich dazu dienen, sich vor Gehirnwäsche durch Geheimdienste, Großkonzerne oder andere Fieslinge zu schützen.

Nun ist die segensreiche Kopfbedeckung auch Namensgeberin für einen skurrilen Preis: Eine Berliner Initiative hat erstmals den „Goldenen Aluhut“ verliehen – für besonders wirre Vertreter und Profiteure von Verschwörungstheorien und Pseudo-Wissenschaft. Alu-Cowboyhut, Alu-Basecap, Alu-Schirmmütze, Alu-Dreadlocks – all das war bei der Gala im Veranstaltungszentrum Pfefferberg zu sehen. Mit rund 150 Gästen war der Saal schon seit Tagen ausverkauft.

Neben Julian Huxley war freilich noch ein Mann für die Veranstaltung wichtig. Sein Name: Axel Stoll. Der Geologe war einer der führenden deutschen Verschwörungstheoretiker, bekannt vor allem durch seine YouTube-Videos. Darin ging es unter anderem um – vorsichtig ausgedrückt – rechten Stuss wie die sogenannten Reichsflugscheiben, mit denen Nazis zum Mond geflogen sein sollen.

Zwischen Science Slam und Impro-Theater

Der zornige alte Mann ist im vergangenen Jahr verstorben. Auf seinen Geburtstag haben die Organisatoren um Giulia Silberberger nun ihre Gala gelegt, die in Zukunft jährlich stattfinden soll. An Stoll und seine Theorien erinnerte nicht nur das Modell einer Reichsflugscheibe auf der Bühne, von Silberberger selbst gebaut und apart mit bunten LEDs illuminiert, sondern auch einer der Vorträge an diesem Abend.

Von denen gab es so einige: zur Frage zum Beispiel, warum die Erde nicht – wie von Verschwörungstheoretikern behauptet – flach und/oder hohl sein kann, oder dazu, wie sich Verschwörungstheorien im Netz verbreiten. Eine meist kurzweilige Mischung aus Science Slam und Impro-Theater.

Verschwörungstheorien, sagt Organisatorin Silberberger in einer Programmpause, seien längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nicht zuletzt durch die sozialen Netzwerke. Der Award solle ein Zeichen dagegen setzen.

Warum das wichtig ist, will die Aktivistin mit ihrer eigenen Geschichte belegen. Sie sei als Kind durch ihre Mutter Mitglied bei den Zeugen Jehovas geworden – und habe erst 15 Jahre später wieder aussteigen können.

Nun sind Religionen und Verschwörungstheorie – zumindest für viele – etwas Verschiedenes. Aber Silberberger geht es um ideologischen Missbrauch. Wegen der Gefahren dadurch dürfe man die Verschwörungstheoretiker nicht einfach ignorieren.

Im Sommer hatten Silberberger, ihr Freund Kai Schulze und andere Unterstützer bei Facebook in einem ersten Schritt potenzielle Kandidaten für die Anti-Ehrung gesucht. Dann konnten die Fans abstimmen. Rund 7000 Menschen machten laut den Organisatoren mit. Nun wurden die Ehrungen vergeben:

  • Den wohl bekanntesten Preisträger gibt es in der Kategorie „Rechtsesoterik, Reichsbürger & BRD-GmbH“. Hier konnte sich Xavier Naidoo (61 Prozent, 2593 Votes) vor dem von Axel Stoll – Sie erinnern sich? – initiierten Neuschwabenland-Stammtisch in Berlin (zwölf Prozent, 525 Votes) durchsetzen. Naidoo war im vergangenen Jahr bei den sogenannten Reichsbürgern aufgetreten. Das sind von Rechtsextremen unterstützte Verschwörungstheoretiker, die die Rechtmäßigkeit der Bundesrepublik anzweifeln – und sich als staatenlos sehen. Naidoo erklärte hinterher, er sei „weder homophob noch irgendwie rechtsradikal“. Nicht jeder mochte ihm das glauben.

  • In der Kategorie „Medien und Blogs“ gewann der Kopp-Verlag (50 Prozent, 2184 Votes) klar vor dem Krawallsender RT Deutsch (14 Prozent, 630 Votes). Im Kopp-Verlag gibt es reißerische – und sehr erfolgreiche – Bücher mit steilen Thesen. Eine Mischung aus Rechtspopulismus, Kapitalismuskritik und Tabubrecher-Attitüde charakterisiert das Programm. Man warnt vor einer „großen Enteignung“ durch das „Weltfinanzkartell“ , der „Impf-Mafia“ und sieht sich am „Vorabend des Dritten Weltkriegs“. Und ja, auch um „gekaufte Journalisten“ geht es.

  • Im Bereich „Medizin“ siegte die Kampagne „Impfen – nein danke!“ (28 Prozent, 1145 Votes) vor einem Team um den Homöopathen Richard Hiltner, das mit seiner unbewiesenen Heilmethode die Ebola-Epidemie in Westafrika stoppen wollte (24 Prozent, 1005 Votes).

  • Ein besonderes Schmankerl gab es in der Kategorie „Esoterik, Mind Control und Grenzwissenschaften“. Hier siegte das Hamburger Esoterik-Unternehmen Wrage GmbH („Inspiration für Körper, Geist und Seele“) mit seinem Seminar „Heilarbeit mit der Lichtenergie der Einhörner“ (49 Prozent, 1775 Votes). Zweiter wurde der Verein Psychophysischer Terror e. V. (elf Prozent, 408 Votes), wo man sich mit Strahlenfolter durch Geheimdienste und ähnlichen Boshaftigkeiten befasst.

  • Geehrt wurden auch Anhänger der sogenannten Chemtrails. Sie gehen davon aus, dass aus Flugzeugen massenhaft Giftstoffe verspritzt werden. Zur Kontrolle des Klimas, der Weltbevölkerung oder aus anderen Gründen. Geehrt wurde hier die Szenegröße Ria den Breejen von der Global Mobilization Against Chemtrails vor Werner Altnickel von chemtrail.de (30 Prozent, 1409 Votes).

Der Abend im Pfefferberg fühlt sich an wie eine Art Familientreffen. Wer sich gegen die Verschwörungstheoretiker verschworen hat, ist hier. Man ist sich so sicher, auf der richtigen Seite zu stehen, wie es auch das andere Lager ist. Aber vielleicht muss das auch so sein.

Keiner der Preisträger war zur Verleihung gekommen. Silberberger hatte die Geehrten, wie sie sagt, per Einschreiben eingeladen – und ihnen zehn Minuten Redezeit angeboten. Wenn es danach eine sachliche, offene Diskussion geben würde. Niemand habe sich aber dazu bereit erklärt. „Wir sind fast ein bisschen überrascht, dass keiner von den Verrückten gekommen ist“, so Silberberger.

Naidoo hat ein „Brett vorm Kopf“

Der „Goldene Aluhut“ ist nicht die einzige Auszeichnung dieser Art. So verleiht die Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften jedes Jahr in Wien das „Goldene Brett vorm Kopf“. Dort konnten Naidoo und der Kopp-Verlag bereits im vergangenen Jahr punkten.

 Aber lassen sich in ihrem Weltbild gefestigte Verschwörungstheoretiker davon beirren, dass andere ihre Arbeit durch den Kakao ziehen? Eher nicht. „Wir wollen niemanden bekehren, aber selbst wenn wir nur ein, zwei Leute erreichen, haben wir unseren Zweck erfüllt“, sagt Silberberger.

Vermutlich hätte man aber diesen ganzen Artikel gar nicht schreiben brauchen. Was drin steht, wird mancher sowieso nicht glauben. Nachzulesen in einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Kollegen von „Stern“ und RTL. Da antworteten 44 Prozent der gut 1000 repräsentativ ausgewählten Befragten, die Medien in Deutschland würden „von ganz oben gesteuert“ und verbreiteten deshalb „geschönte und unzutreffende Meldungen“. Aber auch das ist, man muss das so klar sagen, eine Verschwörungstheorie.

Von

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Absurde Pseudo-Wissenschaften und Verschwörungstheorien

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Aluhut-Verleihung am 30. Oktober 2016 in Berlin

Auszug.

Die verrücktesten Verschwörungstheoretiker des Jahres

Während des Programms erzählten Wissenschaftler über beliebte Irrglauben wie Freie Energie oder Orgonit-Pyramiden, mit denen Chemtrails unschädlich gemacht werden sollen.

Die Gewinner des Goldenen Aluhuts 2016 sind:

Ernst Köwing in der Kategorie Verschwörungstheorie allgemein
Als Der Honigmann verbreitet Köwing auf dem Blog Der Honigmann sagt… rechtsgerichtete und antisemitische Artikel. Er ist Anhänger der Weltverschwörungstheorie und zweifelt die Legitimität der Bundesrepublik Deutschland an. In der Abstimmung setzte er sich klar gegen den albernen YouTube-Hit Chemtrails von VitaVision durch.

Dennis Schulz (The True Association) in der Kategorie Politik
Schulz ist nach eigenen Angaben Diplom-Ingenieur der Energie-, Umwelt- und Versorgungstechnik. Auf YouTube gab er auf dem Kanal The True Association seine nationalsozialistischen und rassistischen Meinungen kund – mit Hakenkreuzen im Hintergrund. Deswegen hat YouTube den Kanal inzwischen gesperrt. Vor der Verleihung des Goldenen Aluhuts kündigte Schulz an, erscheinen zu wollen, bekam vom Veranstalter aber Hausverbot.

Compact Magazin in der Kategorie Medien und Blogs
Das monatlich erscheinende Magazin wird von Jürgen Elsässer herausgegeben, der unter anderem als Redner bei PEGIDA-Demonstrationen aufgetreten ist. Compact ist Teil einer gut vernetzten Alternativmedien-Community, die sich gegen die „Mainstream-Medien“ richtet. Die Themen reichen von Anti-Amerikanismus bis zu Antisemitismus, Rechtspopulismus und der Leugnung des Klimawandels. Zu den Autoren gehörten unter anderem Eva Hermann, Udo Ulfkotte und Ken Jebsen.

Bewusst Vegan Froh in der Kategorie Medizin & Wissenschaften
Bewusst Vegan Froh wirkt auf den ersten Blick wie ein schlecht designtes Blog über gesunde Ernährung und Veganismus. In den Artikeln verbreiten die Betreiber aber Propaganda gegen die Pharmaindustrie, Esoterik-Dauerbrenner wie energetisiertes Wasser und allerhand anderen pseudomedizinischen Unfug.

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https://www.wired.de/collection/life/goldenere-aluhut-die-verruecktesten-verschwoerungstheoretiker-des-jahres

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Aus Der Westen (Auszug)

Chemtrails: widerlegt aber nicht überwunden

Die Chemtrailer stellen eine ganz eigene Kategorie dar. Sie glauben, dass die Regierung (oder diejenigen, die der Regierung Anweisungen erteilen) Gift versprühen lässt. Damit soll je nach Glaubensrichtung das Bevölkerungswachstum gestoppt oder aber der Klimawandel aufgehalten werden. Manchmal werden auch militärische Strategien dahinter vermutet.

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http://www.derwesten.de/panorama/der-goldene-aluhut-fuer-die-schoenste-verschwoerungstheorie-id11116898.html

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Gruß Hubert

Verschwörungstheorien sind in der Mitte der Gesellschaft angelangt   Leave a comment

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Ich möchte noch einmal auf die Verschwörungstheorien zurück kommen, weil es doch ein komplexes Thema ist.
Bei Verschwörungstheorien geht es auch um die emotionale Ebene, wo es oft nicht mehr um Fakten geht, sondern auch um Glauben und Ideologie. Sebastian Bartoschek schrieb seine Dissertation zum Thema Verschwörungstheorien. Er ermahnt auch die emotionale Ebene nicht außer acht zu lassen. Hier erklärt er in einem Interview mit Euronews seine Sichtweise zum Thema.

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Chemtrails, Reptiloiden, hohle Erde: Verschwörungstheorien scheinen sich immer weiter auszubreiten. “Sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen”, sagt der Journalist und Psychologe Sebastian Bartoschek. Seit vielen Jahren befasst er sich mit Verschwörungstheorien, 2013 erhielt er für seine Dissertation zu dem Thema den Doktortitel. Einige Theorien seien harmlos, sagt der Fachmann, der auch für die Ruhrbarone schreibt. Andere hingegen bereiten ihm Unbehagen. Wir haben mit Sebastian Bartoschek über Verschwörungstheorien und -theoretiker gesprochen, über Medien und über (fehlendes) Vertrauen.

“Auch Gebildete sind anfällig für Verschwörungstheorien”

euronews
Herr Bartoschek, man hat den Eindruck, Verschwörungstheorien werden immer stärker. Stimmt das oder trügt dieser Eindruck?

Sebastian Bartoschek
Das wissen wir nicht. Was wir wissen ist, dass sie sichtbarer werden und dass sie mehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Aber es fehlen uns Erhebungen aus der Zeit vor den sozialen Medien, um das vergleichen zu können. Mein subjektiver Eindruck ist, dass es mehr geworden ist. Als ich 2008 anfing, mich mit dem Thema wissenschaftlich zu beschäftigen, war es eine Randgruppenthematik. Mittlerweile ist es das eindeutig nicht mehr.

euronews
Und es ist kein Phänomen der Ungebildeten, der Abgehängten. Auch viele Akademiker glauben in der ein oder anderen Form an Verschwörungstheorien.

Sebastian Bartoschek
Bildung ist zunächst einmal eigentlich ein beschützender Faktor. Aber Michael Shermer hat das mal ganz gut analysiert. In seinem Buch Why people believe weird things geht er auch auf die Gebildeten ein und zeigt, dass gerade sie den Wunsch haben, einen Wissensvorsprung durch besonderes Wissen zu besitzen. Deshalb sind viele von ihnen für gewisse Verschwörungstheorien offen. Was den Zusammenhang angeht, so gibt es mittlerweile Studien, die alle drei Sachen belegen. Es gibt Studien, die sagen, es gibt keinen Zusammenhang, meine Dissertation kam zu dem Ergebnis, es gibt einen Zusammenhang, und dann gibt es eine ganz aktuelle Studie, die sagt, wir wissen es eigentlich nicht. Aber wichtiger als Bildung ist die Selbstwirksamkeit. Also, wie wirkmächtig erlebt sich jemand in seinem Leben. Und das ist bei Menschen mit hoher formaler Bildung eher der Fall, etwa, weil sie die besseren Jobchancen haben, aber auch die können natürlich anfällig sein.

euronews
Ist der Begriff “Verschwörungstheoretiker” nicht zu weit gefasst? Da sind einmal Leute, die an Chemtrails glauben, an Reptiloide, also an Dinge, bei denen vermutlich die allermeisten sagen würden, das ist völlig absurd. Aber dann werden vielfach auch Menschen, die die Nato, den Westen kritisieren, in den Verschwörungstopf geworfen. Ist das gerechtfertigt?

Sebastian Bartoschek
Ich bin jemand, der den Begriff sehr weit fasst und dafür auch Kritik einstecken darf und durfte. Die Frage ist, wo ziehen wir die Grenze. Es gibt Kollegen, die den Begriff “Verschwörungstheorie” grundsätzlich ablehnen und von “Verschwörungsideologien” sprechen, weil sie sagen, Theoriemerkmale werden nicht erfüllt. Das sehe ich etwas anders. Spannend ist die Frage der Widerlegbarkeit. Nehmen wir die Nato-Kritik. In dem Moment, wo mir Leute erzählen, dass “der Westen” und “die USA” gefährlich an Russland heranrücken, bin ich relativ sicher, dass ich hier im Bereich der Verschwörungstheoretiker bin. Wenn jemand dagegen sagen würde, er fand zum Beispiel das Nato-Manöver Anakonda im vergangenen Jahr aus den und den Gründen nicht so gut, dann ist das natürlich legitime Kritik.

euronews
Wo ziehen Sie da die Grenze zwischen berechtigter Kritik und Verschwörungstheorie?

Sebastian Bartoschek
Meine Grenze ist es, wenn zum Beispiel ein größerer Plan vermutet, der geheim ist. Wenn man jetzt sagen würde, die Nato will Präsenz an ihrer Ostgrenze zeigen, dann ist das für mich keine Verschwörungstheorie, sondern genau das, was die Nato auch selber in ihren Pressemitteilungen geschrieben hat. Wenn aber jemand von irgendwelchen Überfallsphantasien anfängt, dann wird das ganze verschwörungstheoretisch. Aber die Grenze ist nicht wirklich trennscharf zu ziehen, wenn man den Begriff so weit fasst, wie ich. Andere Kollegen benutzen eben den Ideologiebegriff oder gehen nur auf Sachen ein, die falsch sind an Verschwörungstheorien. Da sage ich dann wieder, dass ich schlecht beurteilen kann, welche Verschwörungstheorie stimmt und welche nicht. Klar, die Sache mit den Reptilien-Aliens und der hohlen Erde, da sind wir uns wohl einig, dass das Müll ist. Aber es fängt schon bei Kleinigkeiten an: Ich bin mal der Theorie nachgegangen, dass die Autohersteller keinen rostfreien Stahl für ihre Auspuffe verbauen, weil sie die durch die sogenannte geplante Obsoleszenz die Umsätze erhöhen wollen. Dazu kriegen Sie keine Auskünfte von Automobilherstellern, so dass man wissenschaftlich sauber sagen müsste, ich weiß es nicht.

Fakten ade, Glauben juchhe

euronews
Es geht bei Verschwörungstheorien ja sehr oft nicht so sehr um Fakten, sondern vielmehr darum, woran wir glauben wollen. Wie gehen wir mit diesem Glauben um?

Sebastian Bartoschek
Meiner Meinung nach sollten wir damit anders umgehen, als wir das viele Jahre lang getan haben. Wir haben versucht, Glauben durch Argumente zu widerlegen, und das funktioniert nicht. Man kann Gefühle nicht durch Fakten zurückweisen. In dem Moment, in dem eine Verschwörungstheorie oder ein Glaube eine emotionale Funktion erfüllt, müssen wir auch mit Emotionen reagieren.

euronews
Nehmen wir mal ein Beispiel: Auch uns bei euronews wird gerne mal vorgeworfen, für die Nato, für den Westen, die USA zu schreiben. Da sagen wir als Redakteure natürlich erst mal, das ist falsch. Aber wenn man nun fragen würde, ob wir Redakteure denn wirklich wüssten, ob unser Chef nicht doch heimlich mit der CIA telefoniert, dann müssten wir – so hanebüchen der Vorwurf auch sein mag – wohl sagen: Nein, das wissen wir nicht, es könnte durchaus sein, auch wenn es ausgesprochen unwahrscheinlich ist. Wie würde in solch einem Gespräch eine emotionale Argumentation aussehen?

Sebastian Bartoschek
Emotional wäre es, sich auf die Sache mit dem Chef gar nicht erst einzulassen und zu fragen: “Glaubst du, dass ich lüge? Willst du mir sagen, dass ich bewusst falsche Nachrichten verbreite? Machst du alles, was dein Chef dir sagt? Selbst wenn mein Chef mir sagen würde, schreib’ für die Nato, wie kommst du dazu mir zu unterstellen, dass ich das tue?”

euronews
Dann könnte man entgegnen, weil wir als kleine Rädchen gar nicht mitbekommen und mitbekommen sollen, was wirklich passiert.

Sebastian Bartoschek
Da würde ich dann den Bogen weiter spannen und fragen: “du glaubst, ich bin zu dumm um mitzubekommen, was ich schreibe? Du kriegst das aber mit?” So holt man das ganze auf eine Ebene, die emotional erlebbarer ist.

euronews
Ist der Begriff “Verschwörungstheoretiker” nicht zu weit gefasst? Da sind einmal Leute, die an Chemtrails glauben, an Reptiloide, also an Dinge, bei denen vermutlich die allermeisten sagen würden, das ist völlig absurd. Aber dann werden vielfach auch Menschen, die die Nato, den Westen kritisieren, in den Verschwörungstopf geworfen. Ist das gerechtfertigt?

Sebastian Bartoschek
Ich bin jemand, der den Begriff sehr weit fasst und dafür auch Kritik einstecken darf und durfte. Die Frage ist, wo ziehen wir die Grenze. Es gibt Kollegen, die den Begriff “Verschwörungstheorie” grundsätzlich ablehnen und von “Verschwörungsideologien” sprechen, weil sie sagen, Theoriemerkmale werden nicht erfüllt. Das sehe ich etwas anders. Spannend ist die Frage der Widerlegbarkeit. Nehmen wir die Nato-Kritik. In dem Moment, wo mir Leute erzählen, dass “der Westen” und “die USA” gefährlich an Russland heranrücken, bin ich relativ sicher, dass ich hier im Bereich der Verschwörungstheoretiker bin. Wenn jemand dagegen sagen würde, er fand zum Beispiel das Nato-Manöver Anakonda im vergangenen Jahr aus den und den Gründen nicht so gut, dann ist das natürlich legitime Kritik.

euronews
Wo ziehen Sie da die Grenze zwischen berechtigter Kritik und Verschwörungstheorie?

Sebastian Bartoschek
Meine Grenze ist es, wenn zum Beispiel ein größerer Plan vermutet, der geheim ist. Wenn man jetzt sagen würde, die Nato will Präsenz an ihrer Ostgrenze zeigen, dann ist das für mich keine Verschwörungstheorie, sondern genau das, was die Nato auch selber in ihren Pressemitteilungen geschrieben hat. Wenn aber jemand von irgendwelchen Überfallsphantasien anfängt, dann wird das ganze verschwörungstheoretisch. Aber die Grenze ist nicht wirklich trennscharf zu ziehen, wenn man den Begriff so weit fasst, wie ich. Andere Kollegen benutzen eben den Ideologiebegriff oder gehen nur auf Sachen ein, die falsch sind an Verschwörungstheorien. Da sage ich dann wieder, dass ich schlecht beurteilen kann, welche Verschwörungstheorie stimmt und welche nicht. Klar, die Sache mit den Reptilien-Aliens und der hohlen Erde, da sind wir uns wohl einig, dass das Müll ist. Aber es fängt schon bei Kleinigkeiten an: Ich bin mal der Theorie nachgegangen, dass die Autohersteller keinen rostfreien Stahl für ihre Auspuffe verbauen, weil sie die durch die sogenannte geplante Obsoleszenz die Umsätze erhöhen wollen. Dazu kriegen Sie keine Auskünfte von Automobilherstellern, so dass man wissenschaftlich sauber sagen müsste, ich weiß es nicht.

Fakten ade, Glauben juchhe

euronews
Es geht bei Verschwörungstheorien ja sehr oft nicht so sehr um Fakten, sondern vielmehr darum, woran wir glauben wollen. Wie gehen wir mit diesem Glauben um?

Sebastian Bartoschek
Meiner Meinung nach sollten wir damit anders umgehen, als wir das viele Jahre lang getan haben. Wir haben versucht, Glauben durch Argumente zu widerlegen, und das funktioniert nicht. Man kann Gefühle nicht durch Fakten zurückweisen. In dem Moment, in dem eine Verschwörungstheorie oder ein Glaube eine emotionale Funktion erfüllt, müssen wir auch mit Emotionen reagieren.

euronews
Nehmen wir mal ein Beispiel: Auch uns bei euronews wird gerne mal vorgeworfen, für die Nato, für den Westen, die USA zu schreiben. Da sagen wir als Redakteure natürlich erst mal, das ist falsch. Aber wenn man nun fragen würde, ob wir Redakteure denn wirklich wüssten, ob unser Chef nicht doch heimlich mit der CIA telefoniert, dann müssten wir – so hanebüchen der Vorwurf auch sein mag – wohl sagen: Nein, das wissen wir nicht, es könnte durchaus sein, auch wenn es ausgesprochen unwahrscheinlich ist. Wie würde in solch einem Gespräch eine emotionale Argumentation aussehen?

Sebastian Bartoschek
Emotional wäre es, sich auf die Sache mit dem Chef gar nicht erst einzulassen und zu fragen: “Glaubst du, dass ich lüge? Willst du mir sagen, dass ich bewusst falsche Nachrichten verbreite? Machst du alles, was dein Chef dir sagt? Selbst wenn mein Chef mir sagen würde, schreib’ für die Nato, wie kommst du dazu mir zu unterstellen, dass ich das tue?”

euronews
Dann könnte man entgegnen, weil wir als kleine Rädchen gar nicht mitbekommen und mitbekommen sollen, was wirklich passiert.

Sebastian Bartoschek
Da würde ich dann den Bogen weiter spannen und fragen: “du glaubst, ich bin zu dumm um mitzubekommen, was ich schreibe? Du kriegst das aber mit?” So holt man das ganze auf eine Ebene, die emotional erlebbarer ist.

euronews
Können wir also die Idee vergessen, Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, mit Argumenten und Fakten zu überzeugen?

Sebastian Bartoschek
So ganz auch nicht. Ich habe ein Zweistufen-Modell. Dieses geht davon aus, dass eine Verschwörungstheorie am Anfang der – und das klingt etwas hochtrabend – Integration dissonanter Fakten dient. Man hat zum Beispiel etwas beobachtet, das man sich nicht so recht erklären kann, und dann kommt die Verschwörungstheorie, und auf einmal ergibt alles einen Sinn. Ich sehe, dass die Fahne auf dem Mond flattert, auf dem Mond gibt es aber keinen Wind, also sage ich, aha, das wurde in einem Filmstudio auf der Erde gedreht. So lange ich in diesem Bereich bin, bin ich der Widerlegung durch Fakten zugänglich. Wenn also jemand sagt, die flattert gar nicht im Wind, sondern das ist eine Nachschwingung, weil das eine Alufolie war und es auf dem Mond keinen Luftwiderstand gibt, weswegen die Flagge so lange schwingt, dann nehme ich das an. In dem Bereich ist es also wichtig, dass wir mit Fakten arbeiten und Fakten präsentieren. Wenn wir aber merken, es geht dem anderen gar nicht mehr um Fakten, sondern er sagt, “das passt ja auch zur ganzen Mondverschwörung, denn die Amerikaner betrügen ja schon immer die Menschen und man weiß ja auch, die ganzen Ostküstejuden beuten uns aus” und so weiter, dann sind wir in einem Bereich, in dem es nicht mehr um Fakten geht, sondern um Glauben, um Ideologie. Und da werden Sie auch mit Fakten nichts mehr reißen können.

Hier weiterlesen:

Verschwörungstheorien sind in der Mitte der Gesellschaft angelangt

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 7. Januar 2017 von hubert wenzl in Gesellschaft, Politik, Uncategorized

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Giulia Silberberger sammelt Verschwörungstheorien   11 comments

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Die Berlinerin Giulia Silberberger (34) sammelt Verschwörungstheorien auf Facebook und verleiht jedes Jahr den „Goldenen Aluhut“ für die absurdeste. Sie berät zudem Menschen, die sich in Verschwörungstheorien verrannt haben. Weil sie ihre Kindheit in einer Sekte verbringen musste, weiß sie, was es heißt, indoktriniert zu werden.

profil: Ihre Mutter schloss sich den Zeugen Jehovas an, als sie acht Jahre alt waren. Sie sehen heute große Ähnlichkeiten zwischen Sekten und Verschwörungstheorien. Welche?
Silberberger: Meine Mutter hatte eine schwierige Zeit und war auf der Suche nach Halt. Da landet man manchmal bei Gott – oder auch in einer Sekte. Für mich war das sehr schlimm. Ich war immer schon ein analytischer Geist. Mein Vater hatte mich schon als Zweijährige mit ins Planetarium genommen und viel Wert auf meine wissenschaftliche Grundbildung gelegt. Ich musste bei den Zeugen Jehovas mein gesamtes Weltbild verändern. Es wurde mir eingetrichtert, dass das Strafgericht Gottes mich jederzeit für meine Zweifel vernichten kann. Das hat mich zerbrochen. Die Ähnlichkeiten zu Verschwörungstheorien sind frappant: Zum Beispiel die starke Polarisierung in Gut und Böse. Sektenmitglieder fühlen sich ebenso wie Verschwörungstheoretiker als Herrscher über die Wahrheit. Sie sind die einzigen, die alles durchschaut haben, alle anderen sind Schlafschafe und müssen erst aufwachen. Die Zeugen Jehovas sagen sogar, sie seien „in der Wahrheit“. Beide träumen von einem Umbruch, der sie von der Knechtschaft des alten Systems befreien wird.

profil: Was suchen Menschen in solchen Gemeinschaften?
Silberberger: Ich beobachte viele unterschiedliche Gründe. Menschen, die eine schwere Krankheit haben landen oft bei der Big Pharma-Verschwörungstheorie. Sie besagt, dass die Pharmaindustrie die Menschen absichtlich krank macht. Ängstlichen Menschen geben Verschwörungstheorien Struktur, weil sie die Welt in Gut und Böse aufteilen. Auch Einsamkeit ist ein starkes Motiv. Die Impfgegner sind hingegen Lifestyle-Verschwörer. Sie sind oft jung, gebildet, kreativ und finden es schick, ihre Kinder nicht impfen zu lassen.

profil: Wie muss man sich den Alltag in einer Sekte vorstellen?
Silberberger: Es gab fünf Treffen pro Woche. Freunde außerhalb zu haben war verboten. Mein Tag war davon bestimmt, mich selbst dafür zu hassen, dass ich nicht glauben konnte. Ich hatte Angst zu sterben, dazwischen gab es Bibelstudium und Predigtdienst.

profil: Aber Sie gingen doch auch in die Schule. Hat Sie das irgendwie herausgerissen?
Silberberger: Nein. In der Schule wurde ich übel gemobbt, weil ich bei den Zeugen Jehovas war. Ich konnte bei den Festen nicht mitmachen, mich nicht für Bands oder Filme interessieren, denn das galt als Götzendienst. Mein Vater hatte sich scheiden lassen, von ihm und seiner neuen Familie wurde ich auch gehänselt. Ich war aber auch sehr anstrengend. Für das Zeug, das ich damals von mir gegeben habe, würde ich mir heute den Goldenen Aluhut verleihen. Bei den Zeugen war ich ebenfalls Außenseiterin. Die Versammlungsältesten haben mir sogar verboten zu heiraten, weil ich keine unterwürfige Ehefrau abgeben würde. Jungen Glaubensbrüdern, die mir den Hof machen wollten, wurde der Umgang mit mir verboten.

profil: Wie haben Sie den Ausstieg geschafft?
Silberberger: Das war purer Überlebenswille. Ich wusste, wenn ich bleibe, würde ich es mit dem Leben bezahlen. Ich hätte mir etwas angetan, ich hätte es nicht länger ertragen, in diesem Käfig zu leben. In meiner Seele war damals nichts als Dunkelheit, Schmerz und Leere. Ich habe am Ende sogar meine Mutter mit rausgenommen. Es war ein riesiger Kraftakt. Über fünf Jahre hinweg habe ich mich langsam gelöst. Ich ging seltener zu den Versammlungen, habe mir im Internet neue Freunde gesucht. Einmal habe ich mich total ausgeklinkt und mich zwei Jahre lang einer okkulten Hexengesellschaft angeschlossen. Als die Zeugen dann an meine Tür klopften, haben sie mich wieder eingefangen. Ich musste mir über Jahre hinweg immer wieder sagen: Es wird keine endzeitliche Schlacht, kein Harmagedon, kommen. Es gibt niemanden, der mich vernichten will. Ich kann nur jedem raten, eine Sektenausstiegstherapie zu machen. Dadurch kapiert man erst, wie sehr man manipuliert wurde und kann manche Muster endlich ablegen.

profil: Ihre Mutter ist zwar bei den Zeugen Jehovas ausgestiegen, dann aber an Verschwörungstheoretiker geraten. Wie kam das?
Silberberger: Meine Mutter ist eine ewig Suchende. Sie hatte einen Unfall, woraufhin sie starke Schmerzen im Rücken bekam. Sie kam auf die Idee, Mikrowellen könnten schuld an ihrem schlechten körperlichen Zustand sein. Also schickte ich sie zum Arzt, damit der ihr erklärte, dass das unwahrscheinlich ist. Ärgerlicherweise geriet sie an eine Ärztin, die ihr erzählte, sie habe viele Patienten, die gesundheitliche Probleme durch Chemtrails haben. Sie unterstützte meine Mutter auch noch in ihrer Angst! Daran sieht man, dass auch Gebildete nicht vor Verschwörungstheorien gefeit sind. Auch meine Mutter ist sehr gebildet. Sie hat während des Kalten Kriegs in den Siebziger und Achtziger Jahren beim Katastrophenschutz in Berlin gearbeitet. Sie lebte damals mit dem Atomkrieg im Nacken. Es war eine Zeit voller realer Verschwörungen. Zum Glück ist sie inzwischen nicht mehr auf Chemtrail-Seiten im Internet aktiv. Der erste Schritt ist, sich nicht mehr täglich mit diesen Schwurbelleuten zu beschäftigen.

profil: Was ist derzeit Ihre Lieblings-Verschwörungstheorie?
Silberberger: Die flache Erde. Kürzlich habe ich die Unterhaltung zweier Anhänger dieser Theorie auf Facebook gelesen. Der eine fragte: Warum kann ich eigentlich nicht von Gibraltar aus bis nach New York gucken? Der andere antwortete: Na wegen der Chemtrails!

profil: Sie haben kürzlich Xavier Naidoo mit dem „Goldenen Aluhut“ geehrt. Warum?
Silberberger: Xavier Naidoo vertritt die Meinung der „Reichsbürger“, die der Ansicht sind, Deutschland werde immer noch von den Alliierten besetzt und sei kein souveräner Staat. Dafür haben wir ihm den Goldenen Aluhut 2015 verliehen.

Man sollte Verschwörungstheorien aber durchaus ernst nehmen. Es gibt Menschen, die über die „Reichsbürger“ in die rechtsradikale Szene abrutschen. In Berlin sind die Rechten derzeit wieder sehr aktiv und es kann einem passieren zwischen Demonstranten zu landen, die ernsthaft vorhaben, den Reichstag zu stürmen.

profil: Auf der Website dergoldenealuhut.de machen Sie sich über Verschwörungstheorien lustig, wollen aber auch aufklären.
Silberberger: Ich will über die Satire ein Bewusstsein für diese Gruppen schaffen, seien es nun die Zeugen Jehovas, die Chemtrail-Verschwörer oder die „Reichsbürger“. Bei ganz vielen Menschen, denen ich täglich im Internet begegne, sehe ich die Therapiebedürftigkeit. Man muss vor allem junge Menschen schützen. Es gibt tatsächlich Kinder, die sich nicht aus dem Haus trauen, wenn sie Kondensstreifen am Himmel sehen. Wir gehen an Schulen, um aufzuklären. Wir vernetzen Ausstiegswillige mit Beratungsstellen und veranstalten Infoabende in Neukölln.

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Giulia Silberberger sammelt Verschwörungstheorien

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Verschwörungstheorien – Leben im Wahn (HD)

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Siehe auch:

http://blog.dergoldenealuhut.de/presse/     Auflistung

https://www.wired.de/collection/life/goldenere-aluhut-die-verruecktesten-verschwoerungstheoretiker-des-jahres

https://www.facebook.com/DerGoldeneAluhut/

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Gruß Hubert

 

 

 

 

Veröffentlicht 6. Januar 2017 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Was heißt „stukturell antisemitisch“?   Leave a comment

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Antisemitismus ist ja weit verbreitet, wie überhaupt immer große Vorbehalte bei der Bevölkerung gegen alles Andersartige vorherrschen. Eine maßgebende Grundlage des Antisemitismus ist aber im Christentum angelegt. Die Juden waren Christusmörder, obwohl ja damals die Römer in Israel herrschten, und sie Jesus zum Tode auf dem Kreuz verurteilten.

„Wann dieser rassistische Antisemitismus entstand, ob er qualitativ neu war oder nur den Jahrhunderte alten Judenhass mit neuen Scheinbegründungen fortsetzte, ist in der Forschung umstritten. Unumstritten ist die Verbreitung, Dauer und Wandlungsfähigkeit des Phänomens: In ganz Europa und außereuropäischen Staaten gab und gibt es antisemitische Tendenzen.

Zunächst im zaristischen Russland, seit 1879 und verstärkt seit 1918 auch in Deutschland und Österreich suchten Antisemiten eine „Lösung der Judenfrage“. Dazu gründeten sie neue politische Parteien, deren Programme bereits die Vertreibung, teilweise sogar Ausrottung der europäischen Juden forderten. Die Vernichtungsfantasien wurden in der antisemitischen Literatur als „Unschädlichmachung“, „Entjudung“, „Entfernung“, „Ausmerzung“, „Beseitigung“ umschrieben. Andere brachten antisemitische Forderungen in bestehende staatstragende Parteien ein. Sie verfolgten neben der Ausgrenzung der Juden verschiedene antiaufklärerische, antidemokratische, antikapitalistische und antisozialistische Ziele, führten aber auch religiös begründete antijüdische Motive fort.

An diese Tradition konnte später der Nationalsozialismus anknüpfen. In dessen Weltanschauung war der rassistische Antisemitismus zentral. Er lieferte seit 1933 die Begründung aller judenfeindlichen Maßnahmen, die zuletzt im Holocaust gipfelten.“

[…]
„Der Antisemitismus ist eine mit Nationalismus, Sozialdarwinismus und Rassismus begründete Judenfeindlichkeit, die seit etwa 1800 in Europa auftritt. Für den Nationalsozialismus war der Rassenantisemitismus zentral und führte im vom Deutschen Reich besetzten Europa bis 1945 zum Holocaust.

Zu seinen Voraussetzungen gehören der Antijudaismus in der Christentumsgeschichte, zu seinen Wirkungen der Antisemitismus nach 1945. Dieser ist zwar keine gesamtstaatliche Ideologie mehr, aber seine Stereotype und Vorurteilsstrukturen bestehen in vielen Ländern und vielfältiger Form fort. Die internationale Antisemitismusforschung widmet sich seit 1945 der Erklärung des Phänomens.“
Quelle: Wikipedia  https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_(bis_1945)
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Hier aber nun zum „strukturellen Antisemitismus“, so wie ihn http://martinm.twoday.net erklärt.

„Aus mehr oder weniger aktuellem Anlass schreibe ich ein wenig zum im bestimmten Kreisen viel verwendeten – und oft falsch verwendeten Begriff „struktureller Antisemitismus“. Tatsächlich habe ich mich aus schon dabei ertappt, den Begriff falsch verwendet zu haben.

Also: „struktureller Antisemitismus“ ist etwas anderes als „latenter“, „verdeckter“, „heimlicher“ oder „getarnter“ Antisemitismus. „Strukturell antisemitisch“ heißt: einer bestimmten Anschauung oder Handlungsweise liegt eine gedankliche Struktur zugrunde, die dem Antisemitismus entspricht.

Verwirrt? Macht nichts, steigen wir mit einem einfacheren Beispiel ein. Dem „strukturellen Rassismus.

Rassismus geht davon aus, dass die „eigene Rasse“ in irgendeiner Weise „hochwertiger“ sei als andere „Rassen“.
Strukturell rassistisch ist es, zwar auf den Begriff der rassischen Überlegenheit zu verzichten, aber troztdem die aus dem Rassismus bekannte Denkstruktur zu verwenden. Deutsche sind für einen „strukturellen Rassisten“ nicht deshalb „Kanakern“ überlegen, weil die „Kanaker“ keine Weißen (Europäer, „Arier“) sind, sondern weil die „Kanaker“ nun mal aus einer „primitiven (mittelalterlichen, religiös fanatisierten, nomadischen, streng patriarchalischen, zerrütteten usw. ) Kultur“ stammen und deshalb keine vollwertigen Mitmenschen sein können. (Für „Kanaker“ kann eine beliebige Einwanderergruppe oder Minderheit eingesetzt werden.)
Diese Form des „struktuellen Rassismus“ kann man auch „Kulturalismus“ nennen, wenn man Wert auf passend beschriftete Schubladen legt.
Anderes Beispiel: die Pseudowissenschaft „Metagenetik“ (in der von McNallen begründeten Form) entspricht in ihrer Struktur der älteren „Blut und Boden“-Lehre, verwendet aber ein modernes und auf den ersten Blick wissenschaftlich-neutrales Vokabular. Weil ein „Metagenetiker“ aber in exakt den selben Bahnen argumentiert wie ein „Blut und Boden“-Theoretiker, und weil die Lehre von „Blut und Boden“ eindeutig rassistisch ist, kann man mit Fug und Recht die „Metagenetik“ als strukturell rassistisch bezeichnen. Zugleich ist sie ein Beispiel für „verdeckten Rassismus“.

Der Antisemitismus teilt Merkmale des Rassismus, ist aber ein Sonderfall: Kein Antisemit würde auf die Idee kommen, etwa Juden nach dem üblichen rassistischen Muster als faul oder dumm zu bezeichnen. Tatsächlich trauten Antisemiten wie Wilhelm Marr, Jörg Lanz „von Liebenfels“ und sogar Adolf Hitler „den Juden“ einige geradezu „übermenschliche“ Fähigkeiten zu. Stattdessen gelten Juden dem Antisemiten als zwar schlau, intelligent, geduldig, sogar gebildet usw. – aber dabei immer auch als feige und hinterhältig, als gierig und verlogen.
Allesamt Attribute, die für den Antisemiten klar machen, dass Juden typischerweise eher im Hintergrund die Fäden ziehen und davor zurückschrecken, sich selber die Finger schmutzig machen.
Eine für Demagogen sehr praktische Methode. Denn dies ermöglicht es beliebige Fehlschläge darauf zu schieben, dass die Juden die Sache heimlich sabotiert hätten. So geschehen z. B. nach dem für Deutschland verlorenem ersten Weltkrieg. „Die Roten“ hätten an „der Heimatfront“ Verrat an den heldenhaft kämpfenden deutschen Soldaten geübt, ihnen „den Dolch in den Rücken gestoßen“. Und weil die „Roten“ nun mal verhetzte, aber im Grunde gutwillige „deutsche Arbeiter“ waren, müssen die wahren Drahtzieher der schändlichen Niederlage „die Juden“ gewesen sein – man weiß ja, denen kann man alles zutrauen …
Bei der Weltwirtschaftskrise wiederholte sich das üble Spiel, und für die Nazis waren die Juden an allem, aber wirklich allem Schuld, was einem aufrechten Nazi nicht in den Kram passte.

Nun ist diese Methode durchaus auch ohne Juden möglich. Das Großunternehmen XY-AG geht also nicht deswegen in den Konkurs – und einige tausend Arbeitsplätze flöten – weil die Konkurrenz am Markt einfach besser wäre, oder die Unternehmensleitung schwere Fehler gemacht hätte, oder die Rahmenbedingungen nicht günstig waren – oder, was auch vorkommt, ein Konkurrent schlicht weniger Skrupel z. B. bei Betriebverlagerungen in Billiglohnländer gehabt hätte usw. – oder, meistens, viele dieser Faktoren zusammen – sondern deswegen, weil eine kleine Handvoll gieriger Manager oder skrupelloser Investment-„Heuschrecken“ (gern Ausländer, gern in New York, London, Hongkong oder Singapur sitzend) sich bereichern wollten.
Die Vorstellung, dass ein „kerngesundes Unternehmen“ durch die „Machenschaften“ fieser „Drahtzieher“ mutwillig „gegen die Wand gefahren“ wird, damit sich ein paar „kriminelle Manager“ oder „geldgeile Heuschrecken“ bereichern können, entspricht in ihrer „Erzählstruktur“ einer klassischen antisemitischen Verschwörungstheorie. Das macht das Ganze „strukturell antisemitisch“ – auch wenn niemand „die Abzocker“ oder „die Heuschrecken“ für Juden hält oder absichtlich mit „den Juden“ gleichsetzt.

Wenn man z. B. der NPD „strukturellen Antisemitismus“ nachsagt, ist das falsch – weil die NPDler typischerweise „echte“ Antisemiten sind, die ihre Gesinnung aber mehr oder weniger geschickt tarnen. (Aber die NDP hat, um die Verwirrung komplett zu machen, sehr wohl „antisemitische Strukturen“ – z. B. internes antisemitisches Schulungsmaterial, ihre Propaganda enthält antisemitische Deutungsmuster für Krisen, ihre Funktionäre haben haufenweise antisemitische Vorurteile und Klischees und verbreiten diese usw. usw. .)

Daher ist es auch kein Grund zur Empörung, wenn demographische Studien z. B. ergeben, rund 40 % aller Deutschen hätten ein „strukturell antisemitisches Weltbild“. Viele der Befragten haben keine oder nur wenige antijüdische Vorurteile – aber sie denken z. B. in den Bahnen ursprünglich antisemitischer Verschwörungstheorien.

Antizionisten können sowohl strukturelle wie uneingestandene Antisemiten sein – im ersten Falle wird die Rolle, die traditionell „den Juden“ zugeschrieben wird, einfach auf eine Untergruppe der Juden, eben die Zionisten, beschränkt. Im zweiten Falle ist der „Antizionist“ einfach ein Antisemit, der sich nicht gerne Antisemit nennen lässt.

Und wer das mit der Struktur kapiert hat, der begreift auch, wieso ich manche Antifas für „strukturell faschistoid“ halte.

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Was heißt „stukturell antisemitisch“?

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Gruß Hubert

 

Eva Hermans wirre Thesen zur Flüchtlingskrise   Leave a comment

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Die konservative ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, ist immer wieder gut ist für umstrittene Aussagen, wie die, dass Hitler eine gute Familienpolitik betrieb.

Ihre Äusserungen über die Familienpolitik der NS-Zeit haben der deutschen Fernsehmoderatorin Eva Herman den Job gekostet: Der NDR entliess die 48-Jährige am Sonntag mit sofortiger Wirkung. «Frau Hermans schriftstellerische Tätigkeit ist aus unserer Sicht nicht länger vereinbar mit ihrer Rolle als Fernsehmoderatorin und Talk-Gastgeberin», erklärte der NDR Programmdirektor Fernsehen, Volker Herres, in Hamburg.

[…]
«Frau Herman steht es frei, ihren ‚Mutterkreuzzug‘ fortzusetzen, aber mit der Rolle einer NDR-Fernsehmoderatorin ist dies nicht länger zu vereinbaren», erklärte Herres. Ihre Äusserungen wirkten polarisierend «Das Ergebnis spürt unsere Redaktion: Gäste sagen ihren Auftritt bei ‚Herman und Tietjen‘ ab oder stehen von vornherein nicht zur Verfügung.»

http://www.nzz.ch/eva-hermann-1.552983

Aber hier nun ihre Sicht auf die Flüchtlingskrise. Sie kommt da mit wirren Thesen daher, die von Rassismus bis zu Verschwörungstheorien reichen.
Teilweise kann ich mich da schon amüsieren, was sie da zum Besten gibt. Aber man kann auch Nonsens mal genießen. Einiges davon ist kabarettreif. Der Hang zu Verschwörungstheorien ist Rechten eigen, das kann man immer wieder feststellen.

 

Eva Hermans wirre Thesen zur Flüchtlingskrise

Immer wieder sorgt Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman mit umstrittenen Aussagen für Aufsehen. Diesmal versucht sie, in einem so rassistischen wie verschwörerischen Text die Flüchtlingskrise zu erläutern.

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Eva Herman schreibt fragwürdigen Text zur Flüchtlingskrise

Auf acht Seiten tritt Moderatorin Eva Herman ihre teils hetzerischen, kuriosen und fragwürdigen Gedanken zur Flüchtlingskrise breit.

© Picture Alliance

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Die ehemalige Tagesschau-Moderatorin Eva Herman hat einen Aufsatz über die aktuelle Flüchtlingskrise und die ihrer Meinung nach damit einhergehende Abschaffung christlicher Traditionen geschrieben. Auf acht Seiten versucht sie einen angeblichen großen, übergeordneten Plan hinter den Migrationsströmen auszumachen. Neben allerlei Verschwörungstheorien bringt sie in dem fragwürdigen Text auf den Webseiten des Instituts für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik, in dessen wissenschaftlichem Beirat sie sitzt, vor allem eines zum Ausdruck: Ihre Angst, dass unser Land durch die vielen Migranten zerstört werde.

Es sind teils verwirrende Thesen, allen voran jene, dass Deutschland mittlerweile „ein zum Kriegsgebiet erklärtes Land“ sei, „welches nun von unzähligen Asylsuchenden, Stück für Stück, eingenommen wird. (…) Unsere alte Kraft, unsere christliche Kultur, Glaube und Tradition, werden zerstört.“ Einen „irreparablen Vorgang“ nennt Herman das. Viele der Migranten kämen „nicht in friedlicher, hilfesuchender Verfassung, sondern sie sind laut, streitsüchtig, verprügeln sich gegenseitig, spucken Einheimische an, und sie fordern ein besseres Leben.“ Es sei eine „fremde Energie“, die Deutschland und Europa geradezu „flute“. Für „normal denkende Leute“, zu denen sich Eva Herman selbst zählt, sei das „immer wieder unerklärlich“.

„Die alte Ordnung bricht auseinander“

Dass wir mittlerweile im Krieg leben, würden wir nicht merken, weil es nicht offensichtlich sei. Es explodierten keine Bomben, „der Sprengstoff kommt auf andere Weise daher, nämlich in Form fremdländischer Menschen, die (…), wie auf Knopfdruck organisiert, plötzlich massenhaft hierzulande einzubrechen begannen.“ Es ist für sie unverständlich, warum diese Menschen ein Recht auf „Geld, Wohnraum, Zuwendung, mediale und politische Anerkennung“ haben. Denn all diese Rechte hätten für die einheimische, bedürftige Bevölkerung jahrzehntelang nicht existiert.

Der Aufsatz wäre nicht komplett, würde die Autorin von „Das Eva-Prinzip“ nicht auch noch ein paar Fetzen über ihr Verständnis der Rollen von Mann und Frau einfließen lassen. Feminismus und Gender-Mainstreaming hätten uns jahrelang den „natürlichen Kinderwunsch aus- und die Seligmachung durch Karriere eingeredet.“ Politiker wie Medien hätten gezielt falsche Informationen verbreitet, etwa „dass die zunehmenden Migrantenwanderungen eine Bereicherung seien.“ Da Deutschland die niedrigste Geburtenrate der Welt habe und die Bevölkerung in Afrika stark wachse macht Herman sich Sorgen um die Sicherheit in unserem Land: „Unsere herkömmlichen Lebensstrukturen werden jetzt vernichtet, die alte Ordnung bricht auseinander.“

Die engagierte Bürgerin Eva Herman

Der Text ist unter dem Titel „Flüchtlings-Chaos: Ein merkwürdiger Plan“ auf der Webseite der „Wissensmanufaktur“ erschienen, einem laut eigenen Angaben „unabhängigen Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik“, das mit Aufsätzen und Vorträgen „Alternativen zur ,Alternativlosigkeit‘ der Politik“ erarbeite. Immer wieder wird Eva Herman als Podiumsgast bei Veranstaltungen der Organisation eingeladen.

Umstrittene Äußerungen der Moderatorin zu NS-Familienpolitik führten 2007 zur Auflösung des Vertrages der ehemals beliebtesten Moderatorin Deutschlands 2007 mit dem NDR. Immer wieder sorgte sie mit rechtsgerichteten Aussagen für öffentlichen Unmut. Im aktuellen Text prangert sie an, dass all jene, die so wie sie zu den Einwanderungsgegnern zählen, als Nazis oder Rechtsradikale diffamiert würden. Engagierten Bürgern wie Herman, die nachfragen und widersprechen möchten, werde durch von Medien verbreitete „Sprachregelungen“ der Mund verboten.

Verschwörungstheorien statt Ursachenforschung

Neben all den hetzerischen Parolen und Unterstellungen sucht Herman nach den verborgenen Ursachen für die Flüchtlingskrise. Und findet sie in Verschwörungstheorien. Sie vermutet, dass hinter den großen Migrationsströmen ein globaler Plan stecke, den wir alle noch nicht durchschaut hätten.

Ein bisschen habe da Europa seine Finger im Spiel: „Schon der gleichmachende Euro, Glanzstück des Brüsseler Marionettentheaters, diente als Vorbereitungs-Instrument, um die lebendigen Unterschiede der zum Teil uralten Kulturen zu vernichten.“ Aber auch die USA haben Anteil an dieser großen Täuschung der Bürger in unserem Land.

So bezeichnet Herman die Anschläge vom 11. September 2001 als einen „tödlichen Trick“ durch den „man“ – wer das sein soll bleibt ihr Geheimnis – den „terroristischen, islamischen Feind erschuf, dessen Ziel die Vernichtung der westlichen Welt sein soll“.

 

Eva Hermans wirre Thesen zur Flüchtlingskrise

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Wie diese Frau tickt, zeigt auch ihre damalige Auslassung zum Unglück in Duisburg, wo sie sich zynisch über die Loveparade äußerte und etwas von einer gerechten (göttlichen wohl?) Strafe daher schwadronierte.

Eva Herman und der Sündenpfuhl

„Sodom und Gomorrha in Duisburg“

Ihr Text dazu erweckt den Eindruck, als sei es für sie vorstellbar, dass die Tragödie nichts anderes sei als eine Strafe einer höheren Gewalt. Überhaupt bemüht Herman in ihrem Erguss gerne Biblisches. „Wer sich die Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht“, schreibt sie, „glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden.“

Besonders das freizügige Gebaren einiger Teilnehmer stößt Herman offenkundig übel auf: „Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst“. (Jesses Jesses Maria und Joseph) 🙂

Ich sehe schon den christlichen Teufel um die Ecke grinsen.

Dann bekommen auch noch die 68-er ihr Fett ab,  ein Lieblingsthema der Konservativen, nämlich die sittenlosen und umstürzlerischen 68-er.

Ihr sei nicht entgangen, dass „einige junge Leute ärgerlich waren“, schreibt sie, weil diese die Opfer durch ihren Text diskriminiert sähen. Das bedauere sie nun. Doch dann folgt abermals eine breit ausgewalzte Klage über den angeblichen „allgemeinen Sittenverfall“, den ihrer Ansicht nach „hauptsächlich die sogenannten Achtundsechziger“ zu verantworten hätten: „Sie haben Werte wie moralischen Anstand nahezu abgeschafft“, schreibt Herman.

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http://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/loveparade-drama-von-duisburg-eva-herman-und-der-suendenpfuhl-3539438.html

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Nachtrag.

Ihr bürgerlicher Name Eva Bischoff würde eigentlicht besser zu ihr passen, wenn sie sich in der Bibel so heimisch fühlt.

Apropos Liebes- und Familienleben. Wenn sie schon so gerne Bibelzitate herbei zieht, dann ist ihr Liebes- und Familienleben und auch ihre Kinderzahl ( ein Sohn 1997, da war sie 39!) kein christliches Vorbild.

Sie hat etliche Scheidungen hinter sich und sie hat nur einen Sohn.

Wir müssen das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider mit der 68er-Bewegung abgeschafft wurde, sagte sie auch, außerdem dass Mutter und Kind gehören in den ersten drei Jahren zusammen gehören.

Sie arbeitete nach der Geburt ihres einziges Sohnes nach einem Jahr wieder weiter.
Hinterher reitet die alte Urschel. Sie sagte, sie bereut es, dass sie nicht mehr Kinder hatte und dass sie nur ein Jahr bei ihrem Sohn blieb bis sie wieder bei der Tagesschau einstieg. Zuerst selber sich ein feines Leben machen und dann anderen Vorhaltungen machen und die Schuld für die niedrige Geburtenrate in Deutschland den 68-ern zuschreiben. Sehr überzeugend muss ich sagen… Es ist das Kleriker-Prinzip: Wasser predigen und Wein saufen.

„1981 heiratete sie den Autohändler Werner Herrmann, zog zu ihm nach München und nahm den Künstlernamen Eva Herman an. Nach der Scheidung 1988 behielt sie diesen Namen. 1989 heiratete sie den Fernsehjournalisten Horst-Wolfgang Bremke, der wie sie beim NDR arbeitete. Die Ehe wurde 1992 geschieden.

„Von 1991 bis 1994 war Herman mit dem Moderator Uwe Bahn liiert. 1995 heiratete sie den Produzenten und Regisseur Tom Ockers. 1997 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren. 2002 erfolgte die Scheidung. 2005 heiratete sie den Hotelier Michael Bischoff.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Herman

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Gruß Hubert