Archiv für die Kategorie ‘Kirchenkritik

Keine Seele, keine Gnade – der Verrat der Kirchen an den Tieren   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund Wolodja auf wolodja51.wordpress.com

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Von Ingolf Bossenz

»… von Kopf bis Fuß mit Blut besudelt, im Gürtel kleine und lange Messer. Die Schlachter ziehen von Haus zu Haus, um die Tiere fachgerecht zu zerlegen. Normalerweise tötet der Hausherr oder Familienvater das Schaf. Eine Aufgabe, die später auf den Erstgeborenen übergeht. Den Opfertieren wird die Kehle durchgeschnitten und dabei ein Gebet gesprochen – langsam bluten die Tiere aus. Für Muslime die vorgeschriebene rituelle Form des Schlachtens.«

Das Zitat entstammt einer im ND veröffentlichten Reportage aus Tanger (Marokko) über das islamische Opferfest, das darin als »ein Fest der religiösen Besinnung« beschrieben wird. Besinnung per Massaker an Millionen »Opfertieren« – dass dies in den Medien des Okzidents kaum auf Kritik stößt, hat zweifellos mit einem Phänomen zu tun, das der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins in seinem Buch »Der Gotteswahn« beschreibt: Es ist die »Tendenz, wunderliche religiöse Gewohnheiten einzelner ethnischer Gruppen zu glorifizieren und die in ihrem Namen begangenen Grausamkeiten zu rechtfertigen«. Diese Tendenz, so kann man ergänzen, ist dann besonders ausgeprägt, wenn es »nur um Tiere« geht.

Aber auch Weihnachten, das Fest, das in christlicher Tradition an die Geburt Jesu erinnert, ist ein ebensolches Schlachtfest. Ohne den Tod von Millionen »Mitgeschöpfen« (wie sie im deutschen Tierschutzgesetz genannt werden), die gut durchgebraten die Festtagstafel krönen, ist hierzulande weder Weihnachten noch das bevorstehende Ostern denkbar. Von zynischer Symbolkraft ist die Tatsache, dass ausgerechnet an einem 25. Dezember (1865) das Zeitalter der industriellen Massentötung von Tieren begann – mit der Eröffnung der Union Stock Yards, der Schlachthöfe von Chicago.

Zu Weihnachten 2005, dem 140. Jahrestag Chicagos als Schlachtkapitale, ließ sich Joseph Ratzinger, der im selben Jahr zum Papst gewählt worden war, einen ganz besonderen Braten schmecken: einen Kapaun. Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek erinnert an dieses Festmahl: »Ein Kapaun ist ein junger, kastrierter Masthahn, dem im Alter von 6 Wochen der Bauchraum aufgeschnitten wurde, und das in der Regel bei vollem Bewusstsein, also ohne Betäubung. Die im Bauchraum liegenden Hoden werden mit einer Zange gepackt und mit 5 bis 20 Umdrehungen abgedreht. Man muss schon ein Gefühlsrohling sein, um dann noch Geschmack und Genuss am Kapaunschen Festtagsbraten zu haben.« Aber, meint Mynarek, »diese Rohheit muss Papst Ratzinger gar nicht so empfinden. Er ist schließlich das treu-brave Kind einer Kirche, die jahrhundertelang predigte, Tiere hätten keine Seele. Haben sie keine Seele, dann haben sie auch kein Gefühl, auch kein Schmerzempfinden, und dann darf man ihnen getrost jede Qual zumuten.«

Was Mynarek schreibt, ist leider keine sarkastische Überhöhung bizarrer religiöser Ansichten, sondern entspricht strikt der theologischen Tradition, die maßgeblich vom später heiliggesprochenen Augustinus (354-430) geprägt wurde – dem Lieblingskirchenlehrer von Benedikt XVI. In seiner Schrift »Vom Gottesstaat« erklärte Augustinus: »Wenn wir lesen: ›Du sollst nicht töten‹, nehmen wir nicht an, dass sich dies auf Sträucher bezieht, und zwar weil sie keine Empfindung besitzen, und ebenso wenig auf vernunftlose Lebewesen, ob sie nun fliegen, schwimmen, laufen oder kriechen, weil sie uns durch den Mangel an Vernunft, die ihnen nicht mit uns gemeinsam gegeben ist, nicht zugesellt sind. Darum hat auch die gerechteste Anordnung des Schöpfers ihr Leben und ihr Sterben unserm Nutzen angepasst.«

Der heilige Thomas von Aquin (um 1225-1274), dessen Lehren sich gleichfalls an den katholisch-theologischen Fakultäten ungebrochener Popularität erfreuen, zog in seiner »Summa theologica« den definitiven Schluss: »Unter den verschiedenartigen Verwendungsmöglichkeiten nun scheint jener Gebrauch am meisten notwendig zu sein, bei dem die Tiere sich der Pflanzen, die Menschen sich der Tiere zur Nahrung bedienen, was nicht ohne Tötung jener geschehen kann. So ist es denn erlaubt, sowohl die Pflanzen zu töten zur Nahrung für die Tiere als auch die Tiere zur Nahrung des Menschen, und zwar aufgrund der göttlichen Ordnung.«

Die Papstkirche wird auch in dieser Frage ihrer Rolle als selbst ernannte Verwalterin und Vollstreckerin der »göttlichen Ordnung« bestens gerecht. 1992 veröffentlichte sie nach sechsjähriger Arbeit unter Federführung des damaligen Glaubenspräfekten Ratzinger die Neufassung des »Katechismus der Katholischen Kirche«.

In diesem »Grundgesetz« für über eine Milliarde Katholiken wird nicht nur wie eh und je Andersgläubigen und Abtrünnigen mit der Hölle gedroht, sondern auch jegliche Ausbeutung von Tieren gutgeheißen. Man dürfe »sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen«, heißt es darin. Auch Tierversuche seien »in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig«.

Ausgerechnet bei den schlimmsten Grausamkeiten des Menschen an den Tieren beruft sich die Romkirche auf die Vernunft. Da die Vernunft laut Ratzinger-Papst des Glaubens als unentbehrlicher Stütze bedarf, zeigt sich auch hier die ganze Verlogenheit der Behauptung, ohne kirchlich-religiöse Basis würden die sittlichen Werte der Gesellschaft zerfallen.

Im Gegenteil, die selektive Moral – von Tierrechtlern als Speziesismus bezeichnet – wird maßgeblich durch die Ausgrenzungsethik der Kirchen begünstigt. Der Religionskritiker Mynarek dazu: »Ein weiterer Grundwert, die Rechte der Tiere, die eine humane Gesellschaft zu installieren und zu schützen hat und ohne die sie das Attribut ›human‹ nicht verdient – in der katholischen Kirche, auch in den lutherischen und reformierten Amtskirchen, Fehlanzeige!«

Immerhin gab und gibt es Theologen und Geistliche, die entgegen der offiziellen Doktrinen eine für alle leidensfähigen Wesen unteilbare Ethik vertreten. Im Katholizismus muss man allerdings weit zurückgehen, um auf den heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226) zu stoßen, den Gründer des Franziskanerordens. Berichte und Legenden belegen nicht nur sein Mitgefühl mit nichtmenschlichen Kreaturen, sondern auch deren Einbeziehung in eine universelle Moral. 1980 wurde Franz von Assisi durch Papst Johannes Paul II. zum Patron des Umweltschutzes erklärt. An der offiziellen Sicht der katholischen Kirche auf die Rechte der Tiere änderte das allerdings gar nichts, wie der zwölf Jahre später veröffentlichte Katechismus zeigt.

Ansonsten waren und sind es vor allem Vertreter des Protestantismus, die dem christlich-anthropozentrischen Weltbild ihr Veto entgegensetzen. Der bekannteste ist Albert Schweitzer (1875-1965). Der radikalste indes dürfte der in Hamburg geborene Theologe Carl Anders Skriver (1903-1983) sein, der mit seinem 1967 erschienenen Buch »Der Verrat der Kirchen an den Tieren« ein bis heute unübertroffenes Manifest schuf gegen den »furchtbaren Kriegszustand zwischen Mensch und Tier, wie er sich austobt in Tieropfer, Jagd, Schlachtung, Vivisektion, Ausbeutung und Ausrottung der Arten« und die dazu von den Amtskirchen geleistete Beihilfe. Skriver ernährte sich seit seinem 17. Lebensjahr aus ethischen Gründen vegetarisch, später ausschließlich vegan, also unter Verzicht auf jegliche tierische Substanz. Während der NS-Herrschaft wurde er als Mitglied der Bekennenden Kirche verfolgt und zeitweise inhaftiert. Nach dem Krieg wandte sich der Theologe gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik und war in der Ostermarschbewegung aktiv.

In seinen Büchern begründete er Tierschutz, Tierrechte und die vegetarische Lebensweise aus dem christlichen Glauben sowie aus dem Leben Jesu und der ersten Christen heraus. In »Der Verrat der Kirchen an den Tieren« heißt es: »Wenn die vornehmste Pflicht eines Christen der Schutz der Schwachen ist, der Kinder, der Kranken, der Irren, der Alten, der Erdrückten, der Verfolgten, der Flüchtlinge, der Verwundeten, der Sterbenden und Leidtragenden, dann gehört dazu auch der Schutz der Tiere.« Und: »Der Versuch, das Tier wirklich vor dem Menschen zu schützen und zu retten, führt zum Zusammenstoß mit allen Jägern, Fischern, Tierzüchtern, Schlachtern, Pelz- und Lederhändlern, Ärzten, Klein- und Großhändlern und den Milliarden süchtigen Fleischkonsumenten, sodass die Kirche von vornherein kapituliert vor der Riesenmacht des Heidentums. Das ist natürlich kein Maßstab und keine Abhilfe, sondern der Verrat, die Preisgabe der Tierbrüder an die Hölle.«

Dass die Tierausbeutungsindustrie heute trotz Tierschutz-Verfassungsziel im Grundgesetz ungebrochen agiert, zeigt die Aktualität dieser Aussage – auch wenn Skrivers Abgrenzung des »wahren« Christentums vom »Heidentum« seine Argumentation für Andersgläubige oder Atheisten problematisch gestaltet. Doch der folgenden Aussage ist wohl, welcher Weltanschauung man auch anhängt, kaum zu widersprechen: »Seit und solange es Jagd und Schlachtung gibt, gab es und wird es auch unvermeidlich immer größte Grausamkeit gegen die Tiere geben. Schließlich ist ja das Überrumpelt- und Erschlagenwerden wohl die größte Gemeinheit, die einem widerfahren kann. Merkwürdigerweise sprechen wir ja von Gemetzel und Schlächterei, wenn wir eine sehr schlimme Form von Menschentötung im Auge haben.«

Plädoyers von Theologen wie Skriver, Schweitzer und anderen ändern nichts daran, dass letztlich »alle strikten Verknüpfungen von Tier- oder Menschenrechten einerseits mit bestimmten religiösen Vorstellungen andererseits unsinnig sind«, wie der österreichische Philosoph Helmut F. Kaplan urteilt. Tiere lebenslang in enge Käfige zu sperren, sie zu Hackfleisch zu verarbeiten oder mit ihnen grausame Versuche zu machen, kann ebenso wenig mit einer fehlenden Seele begründet werden wie das betäubungslose Abschlachten von »Opfertieren« mit der Berufung auf eine jahrtausendealte fromme Legende. »Tieren aus Glaubensgründen Rechte vorzuenthalten«, so Kaplan, »ist nicht minder abstrus, als Frauen Rechte vorzuenthalten unter Hinweis darauf, dass der Papst oder ein Islamführer die Höherwertigkeit der Männer verkündet habe.«

Allerdings, und hier ist Kaplan ebenso zuzustimmen, folgt aus der sinnvollen Trennung von Politik und Religion, von allgemein verbindlichen Forderungen und privaten Überzeugungen nicht, »dass Religionen keine zusätzlichen guten Gründe für die Verwirklichung und Einhaltung von Menschen- und Tierrechten liefern könnten. Etwa, indem man sagt: Dieses oder jenes religiöse Gebot setzt genau genommen die Akzeptierung universeller Menschenrechte oder die Respektierung allgemeiner Tierrechte voraus.« Zwar sind drei der vier Evangelisten des Neuen Testaments Tiere als Symbole zugeordnet: Matthäus – Mensch, Markus – Löwe, Lukas – Stier, Johannes – Adler. Doch mit »zusätzlichen guten Gründen« im Hinblick auf Tierrechte sieht es im christlichen Abendland traurig aus.

So beklagt der aus der katholischen Kirche ausgetretene Theologe Eugen Drewermann, die Bibel selbst enthalte »außer einer einzigen kümmerlichen Stelle, dass der Gerechte sich seines Viehs erbarmt, und dem Gebot, dem dreschenden Ochsen nicht das Maul zu verbinden, nicht einen einzigen Satz, wo von einem Recht der Tiere auf Schutz vor der Rohheit und Gier des Menschen oder gar auf Mitleid und Schonung die Rede wäre«. Welch ein Armutszeugnis für das „Buch der Bücher“!

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Foto: Michael Mannheimer-Blog

 

Statt den Menschen in ein harmonisches Verhältnis zur Natur zu setzen, gab man sich vielmehr die größte Mühe, Mensch und Tier so radikal wie möglich mit metaphysischen Argumenten voneinander zu unterscheiden …
Eugen Drewermann, Theologe und Psychotherapeut

Eine künftige Christenheit, die ihr Verhältnis zu den Tieren grundsätzlich bereinigen will, wird der Menschheit eine Ethik der Ernährung zu entwerfen und zu verkünden haben! Die Nahrung des Menschen muss nicht nur diätetisch, sie muss auch ethisch einwandfrei sein!
Carl Anders Skriver, Theologe

Es reicht nicht. Amen   Leave a comment

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Ein guter Artikel in der SZ zum Thema Missbrauch in der Kirche von Heribert Prantl.

Aus sueddeutsche.de

Es genügt ja nicht, eine Konferenz abzuhalten und eine bußfertige Rede an den Schluss zu setzen.

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Ein Anfang, nicht mehr. Auf eine Jahrtausendkrise muss die katholische Kirche mit einer Jahrtausendreform antworten. Das Treffen im Vatikan bringt diese Antwort aber noch nicht. Die alten Machtstrukturen müssen überwunden werden.

Von Heribert Prantl

 

Papst Franziskus müht sich sehr; er ist guten Willens. Viele seiner Bischöfe sind es auch; sie sind zerknirscht, sie sind demütig; aber nicht alle sind es und manche sind es erst geworden, als es nicht mehr anders ging angesichts der ungeheueren Dimension der Verbrechen, die man als lässliche Sünden nicht mehr wegschieben konnte. Die Taten waren nie lässlich, sie waren immer ungeheuerlich; sie waren und sind auch ein ungeheuerlicher Missbrauch des Vertrauens der Gläubigen. Viele Christen fühlen sich um ihre spirituelle Heimat betrogen – auch deswegen, weil das Selbstmitleid der Kirche sehr viel größer war als ihr Mitleid mit den Opfern. Diese Zeit hat Papst Franziskus mit eindringlichen Worten beendet. Aber das reicht nicht.

Es genügt ja nicht, eine Konferenz abzuhalten und eine bußfertige Rede an den Schluss zu setzen. Die Krise ist zu groß, der Skandal überall, die sexuelle Gewalt von Priestern urbi et orbi. Die ewige Vertuscherei, die der Papst nun so verdammt hat, funktioniert in der modernen Welt nicht mehr. Franziskus weiß, dass nicht der Teufel der Kirche Schmutz ins Gesicht geworfen hat, wie das noch sein Vorgänger Benedikt behauptet hat. Um es in der Sprache der Religion zu sagen: Kirchenfunktionäre haben Jesus Schmutz ins Gesicht geworfen. Dieser Schmutz kommt nicht von außen, er kommt von innen. Franziskus ist einer, dem man glaubt, was er sagt. Aber dieser ungewöhnliche Papst und sein Katalog von Maßnahmen kommen zu spät; sie setzen nicht das Signal der großen Umkehr.

Es geht ja nicht um irgendeine Krise. Es geht um eine Jahrtausendkrise. Sie handelt von den Zehntausenden von Priestern, die sich schuldig gemacht haben, sie handelt von Legionen Opfern, die an deren Taten zerbrochen sind. Sie handelt davon, dass die Kirche die Verbrecher als Priester weiter arbeiten und weiter Verbrechen begehen ließ. Die Krise handelt von den beinah mafiosen Strukturen, mit denen man das hindrehte. Die Krise handelt vom Misstrauen, das nun auch die große Mehrzahl der Kleriker trifft, die untadelig ihrer Berufung nachgehen. Die Krise erfasst das Innerste, Leib und Seele der Kirche, sie entwertet den Anspruch, Sitte und Moral zu lehren.

Auf eine Jahrtausendkrise muss die Kirche mit einer Jahrtausendreform antworten

Auf eine Jahrtausendkrise kann man nur mit einer Jahrtausendreform antworten. Ein paar mahnende Papiere reichen da nicht. Die katholische Kirche braucht das, was die Mediziner „restitutio in integrum“ nennen – vollständige Ausheilung. Dazu gehört eine kompromisslose Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft in allen Fällen sexueller Gewalt. Dazu gehört die sofortige Öffnung aller einschlägigen Akten und Archive, beginnend beim Vatikan. Dazu gehört die Entlassung aller Priester, die sich sexueller Gewalt schuldig gemacht haben. Dazu gehört eine Abkehr vom zölibatären Zwang; den es nun seit tausend Jahren gibt. Das reicht, das hat viel Unheil angerichtet. Der Zwang diskreditiert auch die Priester, die in freier Entscheidung zölibatär leben wollen; sie haben ein Recht auf ein Leben ohne Verdächtigungen.

Zu den Zeichen des Aufbruchs würde es gehören, mit den alten Machtstrukturen zu brechen. Die Vertreibung der Frauen aus aller Macht, die die Kirche zweitausend Jahre lang betreibt – sie muss ein Ende haben. Es reicht. Die Kirche, ihre engagierten Geistlichen und Gläubigen, brauchen eine gute Zukunft. Es braucht daher ein Konzil, das solche Reformen angeht.

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Es reicht nicht. Amen

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Wir haben taube Kinder missbraucht, wir waren mindestens 10. Das Geständnis von Provolos Priester.

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 18. März 2019 von hubwen in Kirchenkritik, Uncategorized

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Vatikan-Konferenz – das Fiasko des Franziskus   3 comments

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Da lädt der Papst Bischöfe aus der ganzen Welt ein um das große Problem der Kirche mit dem sexuellen Missbrauch weltweit in ihren Institutionen aufzuarbeiten und einen ganz neuen Umgang damit zu fordern … und dann kommt sowas dabei heraus – nämlich ZERO. Er tut so als ob der der oberste Kinderschützer wäre und will auch noch außerkirchliche Menschen damit belehren. Entweder tut er so – oder er hat wirklich nichts verstanden. Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche hat einen schweren Treffer erhalten.
Der Schweizer Jean-Marie Fürbringer, ein Missbrauchsopfer, hatte wohl recht als er sagte: „dem Teufel die Schuld zu geben, sei „pastorales Blabla“.

Aus Tagesschau.de

Auszug.

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Bild von Tagesschau.de

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Opfer von Vatikan-Konferenz enttäuscht

Ein „Fiasko“, eine „vertane Chance“ – die Kritik der Betroffenen-Verbände an der Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan ist scharf. Und das, obwohl der Papst in seiner Abschlussrede deutliche Worte fand.

Der mehrtägige Krisengipfel im Vatikan zum Kindesmissbrauch hat Enttäuschung bei den Opfern ausgelöst, die auf konkrete Maßnahmen der katholischen Kirche gehofft hatten. Papst Franziskus versicherte zum Abschluss der viertägigen Sonderkonferenz zwar, die Kirche werde künftig jeden einzelnen Fall mit „äußerster Ernsthaftigkeit“ verfolgen. Ein Priester, der Kinder missbrauche, sei ein „Werkzeug des Satans“.

Opferverbände zeigten sich aber enttäuscht von der Rede und beklagten einen Mangel an wirklicher Veränderung. Der Schweizer Jean-Marie Fürbringer, der wie viele andere Missbrauchsopfer auf dem Petersplatz das Ende der Konferenz abgewartet hatte, sagte, dem Teufel die Schuld zu geben, sei „pastorales Blabla“.

„Fiasko“ und „vertane Chance“

Auch Matthias Katsch vom deutschen Opferverband „Eckiger Tisch“ erklärte, die Rede des Papstes sei „der schamlose Versuch, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen, ohne sich der Schuld und dem Versagen zu stellen und wirkliche Veränderung anzugehen“. Ein „Fiasko“ und eine „vertane Chance“ nannte Thomas Schüller, Direktor für Kanonisches Recht an der Universität Münster, die Papst-Rede.

Bundesjustizministerin Katarina Barley forderte die katholische Kirche auf, bei der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale weltweit umfassend mit der Justiz zusammenzuarbeiten. „Missbrauchstaten sind von Strafgerichten zu beurteilen“, sagte Barley den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Den Worten des Papstes müssten jetzt Taten folgen.

 

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Bild aus Video von Tagesschau.de

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In seiner Abschlussrede nannte Franziskus Priester und Bischöfe, die Missbrauch begangen haben, „Menschenschinder“. Täter, so das Kirchenoberhaupt, würden sich „zum Werkzeug des Teufels“ machen. Er räumte große Versäumnisse der katholischen Kirche in der Vergangenheit ein und versprach einen Mentalitätswechsel.

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Vatikan-Konferenz – das Fiasko des Franziskus

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Wie erleben Opfer die Missbrauchskonferenz im Vatikan?

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Aus br.de

Auszug.

Sie sind die Gesichter dieses Gipfels. Frauen und Männer, die als Kinder von Priestern missbraucht worden sind. Und während die Bischöfe hinter verschlossenen Türen beraten, werden die Opfer nicht müde, vor den Vatikantoren ihre Geschichte zu erzählen. Wie Alessandro Battaglia, der mit 15 von einem Priester sexuell missbraucht wurde. „Jeder von uns hat mindestens einmal versucht, sich das Leben zu nehmen.“ Nur mit viel Mühe schafft es Alessandro, über das Trauma seines Lebens zu sprechen. Er, der in seiner Jugend in der Kirche aktiv war, als Pfadfinder, als Jugendleiter, hat seinen Glauben verloren.

„Sie haben mir den Glauben gestohlen. An eine Kirche, einen Gott, der so etwas zulässt, kann ich nicht mehr glauben.“ Alessandro Battaglia

Bei der Gerichtsverhandlung gegen den Mann, der Alessandro vergewaltigt hat, kommt heraus, dass der Weihbischof damals empfohlen hat, den Täter zu versetzen.

Bischöfe in Italien haben Täter-Priester nur in andere Gemeinden versetzt

„In Italien gibt es fünf Bischöfe, die vor Gericht zugegeben haben, pädophile Priester in andere Gemeinden versetzt zu haben, die also wie in meinem Fall Taten vertuscht haben.“ Alessandro Battaglia

[…]

Vertreter der Missbrauchsopfer enttäuscht – nur eine Nebenrolle?

Matthias Katsch ist wie viele Opfervertreter enttäuscht, dass Überlebende bei dieser Konferenz nur eine Nebenrolle spielen. Wie Kirche Missbrauch in den eigenen Reihen bekämpfen muss, würde er gerne den Konferenzteilnehmern persönlich sagen, vor allem einem Mann.

„Stellen sie sich vor, der Papst öffnet morgen den Petersdom und sagt: Alle Betroffenen kommt her, ich empfange Euch, ich höre euch zu!“

Aus vielen Nationen sind Missbrauchsopfer in diesen Tagen nach Rom gereist. Für viele von ihnen ein enormer Kraftakt – auch finanziell. Und die Hoffnung, dass Überlebende diese Konferenz nicht nur begleiten, sondern am Ende auch an ihr teilnehmen, haben sie noch nicht aufgegeben.

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Aus feinschwarz.de

Verantwortliche schützen die Institution und ihr ganz persönliches Leben.

 

Beck: Immer wieder lassen Verantwortliche in den Diözesen und Orden erkennen, dass sie den Schutz ihrer Institution gegenüber Vorwürfen und Anfragen so stark verinnerlicht haben, dass sie Opfer schnell als Gegner betrachten, dem Institutionenschutz Priorität einräumen und nur die unumgänglichen Maßnahmen ergreifen. Dabei scheint die katholische Kirche nicht nur Tätern ein günstiges Milieu zu bieten. Es gibt offenbar auch die Neigung, ein Schweigen und Vertuschen stärker zu honorieren, als ein offenes Bearbeiten. Wie bewerten sie diese strukturellen Fragen?

Katsch: Priester und Bischöfe können Fragen der Institution, der Organisation nicht von persönlichen Fragen trennen. Weil es für sie um die ganz persönliche Lebensführung geht. Priester zu sein, ist danach eben nicht einfach ein Beruf. Zugleich steht im Zentrum dieser Lebensweise die Pflicht zum Zölibat, an der offenbar sehr viele Priester scheitern. Über dieses Scheitern muss aber geschwiegen werden. So wie über die Homosexualität von Priestern geschwiegen werden muss. Deshalb schützen Verantwortliche, die die Institution zu schützen meinen, eigentlich immer auch ihr ganz persönliches Leben.
Die Abwertung von menschlicher Sexualität ist mit der Zeit so zentral geworden in der kirchlichen Lehre. Denken sie nur daran, mit welcher Inbrunst seit Jahren darüber gestritten wird, ob Wiederverheiratete Sex haben dürfen. Absurd das Ganze. Als ob das die zentrale Frage im Glauben der Christen wäre.

https://www.feinschwarz.net/sexueller-missbrauch-eine-studie-in-der-wahrnehmung-von-opfern/

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Video: Matthias Katsch, Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, zum Missbrauch in der katholischen Kirche und den Umgang damit

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-507927.html

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„Eckiger Tisch“

 

Matthias Katsch – von „Eckiger Tisch“

 

Wer wir sind

ECKIGER TISCH wurde im April 2010 von Betroffenen sexuali­sierter Gewalt an Schulen des katholischen Jesuitenordens gegründet. Diese Betroffenen hatten im Januar 2010 die hun­dertfachen Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen öffentlich gemacht. Der bewusst sperrige Name „Eckiger Tisch“ wurde als provokativer Kontrapunkt zum 2010 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen „Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch“ gewählt, an dem die Betroffenen nicht beteiligt wurden.

http://www.eckiger-tisch.de/wer-wir-sind/

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Missbrauchs-Gipfel.

Der Teufel war’s!

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ZEIT.de

Der Teufel war’s

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-02/missbrauchgipfel-abschlussrede-kommentar?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.twitter.ref.zeitde.share.link.x

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Kommentar zum Anti-Missbrauchsgipfel

von Peter Frey, ZDF-Chefredakteur

Eine Jahrhundertantwort auf ein Jahrhundertproblem sei die Rede des Papstes nicht gewesen, kommentiert Chefredakteur Peter Frey zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels der Katholischen Kirche. Er hätte „Systemfehler seiner Kirche benennen müssen“.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/anti-missbrauchs-gipfel-im-vatikan-kommentar-zdf-chefredakteur-peter-frey-ein-reformer-in-der-defensive-100.html

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Gruß Hubert

Von angeblich aggressiven Atheisten und dem Judenhasser Martin Luther   1 comment

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Der katholische Fundamentalist David Berger und der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime Aiman Mazyek sind hier einmütig und friedlich vereint in der Aussage wo der gefährliche und zu bekämpfende Feind sich befindet.

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Bild aus Facebook – hpd.de

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Kommentar aus Facebook

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Christoph M. Krapp (Facebook): Solange Kriegswaffen von Priestern eingesegnet werden halte ich den Atheismus für harmloser als Religion und Nationalismus.

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Nun noch einiges zum „revolutionären“ Martin Luther, dem Judenhasser par excellence.

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Bild aus Facebook – hpd.de

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Karl Theodor Jaspers war ein deutscher Psychiater und Philosoph von internationaler Bedeutung.

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Klemenz Michel (Facebook): Judenhasser Martin Luther, mit seiner berüchtigten Altersschrift »Von den Jüden und ihren Lügen«. Vorschläge wie mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden, eine scharfe Barmherzigkeit geübt werden soll. So rät er, dass man ihre Synagogen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe, das man ihre Häuser desgleichen zerbreche oder zerstöre. Das man ihnen alle Betbüchlein und Talmudisten nehme. Das man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren.

So kann auch Adolf Hitler, in den Fussstapfen unzähliger Kirchenväter, Päpste und Reformatoren behaupten: Die Juden haben Jesus gekreuzigt; darum sind sie nicht wert zu leben. Und so führt eine fast 2000jährige Blutspur von Golgatha über die Massenkreuzigungen der Römerlegionen und die Judenmetzeleien der Kreuzzüge bis in die Gasöfen von Auschwitz; vom Mythos des »Christusmordes« bis hin zur Tatsache des Völkermordes.

Man greift sich unwillkürich an den Kopf und fragt; Wieso war all dies möglich in einem christlich getauften Europa? In erster Linie aufgrund einer uralten Kollektiv-Beschuldigung wegen eines Mordes, die so absurd ist, dass kein moderner Gerichtshof sie heute aufrechterhalten könnte. Eine ganze Nation wird verflucht, verbannt und dezimiert aufgrund von Beweismaterial, das in seiner lückenhaften Einseitigkeit keinem objektiven Juristen einleuchten könnte. (Pinchas Lapide).

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Und Karlheinz Deschner zählt die „revolutionären Taten und Einstellungen“ des angeblichen Reformators Martin Luther auf.

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Gruß Hubert

 

 

Die verratene Schöpfung   2 comments

Die verratene Schöpfung – eine unendlich(e) traurige Geschichte: Kirche und Tierschutz
Immer Ärger mit Gottes unfähigem Bodenpersonal hier auf Erden.

„Himmelschreiende Ruchlosigkeit, mit welcher der christliche Pöbel gegen Tiere verfährt, sie lachend tötet, verstümmelt oder martert“ – mit so deutlichen Worten formulierte schon im 19. Jahrhundert Arthur Schopenhauer die moralische Verwerflichkeit des Menschen im Verhalten gegenüber seinen älteren Verwandten, den Tieren. Wahrlich, für Tiere hat der Teufel keinen Klumpfuß und keine Hörner, sondern ein Menschengesicht.

Zu ergänzen wäre dazu lediglich: Und die „Kronjuwelen der Schöpfung“, die Pfaffen im schwarzen Gewand, segnen all das unchristliche Wüten der „Dornenkrone Mensch“ per hoheitsvoll zelebrierten anthropozentrischen Kanzelreden willfährig ab – denn bekanntlich gibt es für den Homo sapiens keine größere Lust und Freude, als eine öffentliche, hochpriesterliche Würdigung des eigenen Tuns und Bestätigung seines vermeintlich einzigartigen Wertes.

Es erzeugt Gänsehaut, in welch traurigem, Gottes Schöpfung verhöhnenden Anthropozentrismus viele Kirchenchristen und Priester gefangen sind. Lebensverachtende Formulierungen, wie gerade im Katholischen Katechismus gebraucht, fordern förmlich, gar wörtlich, dazu auf, Leid und Schmerz empfindende tierische Mitgeschöpfe als bloße „Ressourcen“ anzusehen.

„Tiere, Pflanzen (…) sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit bestimmt“ (Nr. 2415), oder, „… man darf sich der Tiere zur Ernährung und Herstellung von Kleidern bedienen (…) und medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen(!) Grenzen sittlich zulässig…“ (Nr.2417) oder, „… ist es unwürdig, für sie (Tiere) Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte“. (Nr. 2418)

Albert Schweitzer hat all diesen Möchte-gern-Ethik-Aposteln in dieser Sache den selbstaufgesetzten Heiligenschein der Menschheit ganz tief über die Ohren gezogen: „Wie die Hausfrau, die die gute Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstellte, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen“.

Probleme gibt es weniger mit dem Himmlischen Hausherrn, sondern allzeit mit Gottes unfähigem Dienstpersonal hier auf Erden. Die Verkommenheit der Amtskirchen steht seit Jahrhunderten – bis heute – denen der weltlichen Entscheidungsträger in nichts, aber in gar nichts nach.

Man vertritt und praktiziert schlicht eine „Ethik“ des Terrors gegen die Mitgeschöpflichkeit:

Pfarrer Reinald Fuhr, Evang. Kirchengemeinde Hüttenfeld bezeichnet die Jagd als sein „jagdliches Hobby“. Pastoren predigen und jagen in Personalunion, oder halten, der grünen Zunft sich schlicht prostituierend, gotteslästerliche Hubertusmessen ab, segnen vieltausendfach gewissenlosen Tiermord und bagatellisieren sich anbiedernd nach hier eingeschleppte anachronistische Sitten, wie betäubungsloses Schächten von Tieren.
Siehe Beitrag der Frankfurter Rundschau vom 6. Juli 2002, „Kirche wirbt um Verständnis fürs Schächten“ : Pfarrer Wegner und Landwirt Roos, Umweltreferenten der `Ev. Kirche in Hessen und Nassau´ preisen in diesem Beitrag skandalös und devot-anbiedernd das archaische betäubungslose Schächtmetzeln als „relativ naturnahe Tötung“ u.a. „…weil die demütige Haltung des Schlachtenden, die Ruhe der Prozedur und der Anrufung Allahs bei muslimischen Metzgern wesentlich zur Angstvermeidung beitragen könne“. Phantasien, die man eher orientalischen Märchenerzählern, denn den Hirnwindungen eines evangelischen Pfarrers zutrauen würde – ein hanebüchenes Geschwafel, das nur noch als gotteslästerliche, blanke Verhöhnung der gequälten Kreatur angesehen werden kann.

[…]

Die Grausamkeit gegen Tiere und auch die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist nach meiner Ansicht eine der schwersten Sünden des menschlichen Geschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Ich habe niemals an diese Millionen von still und geduldig ertragenen Leiden denken können, ohne von ihnen bedrückt zu werden. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn er selbst leidet?

Romain Rolland 1866 – 1944 (Nobelpreisträger für Literatur)

Der ursprüngliche Link von diesem Beitrag funktioniert leider nicht mehr – stammt jedenfalls von http://www.pro-iure-animalis.de

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Gruß Hubert

Papst vergleicht Abtreibung mit Auftrag an Killer   Leave a comment

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Ich verstehe nicht warum der Papst oft so in den Himmel gelobt wird. Er tut ja so als ob er den Menschen so nahe wäre und viel Verständnis für deren Sorgen und Nöte hätte. Manchmal greift man sich aber auf den Kopf, wenn er etwa Frauen die abtreiben mit Menschen vergleicht, die kaltblütig einen Killer beauftragen.
Die Medien werden heute ja oft sehr kritisiert. Ich kann diesem Journalisten der Tagesschau nur ein Lob für seinen guten und sachlichen Bericht aussprechen.
Was die Missbrauchsfälle angeht, da wird man sich noch lange in Geduld üben müssen, damit man erlebt, dass die katholische Kirche diese ernsthaft und ehrlich angeht. Es sind meist nur Ankündigungen, denen keine Taten folgen. Es nützt nichts hundert mal um Vergebung zu bitten und nichts dementsprechendes zu tun.

Aus Tagesschau.de

In Chile und Irland war Papst Franziskus 2018 mit dem Thema Missbrauch konfrontiert, aus Washington kam eine Rücktrittsforderung. Reformen blieben auf der Strecke.

Schon ziemlich genau vor einem Jahr hat Papst Franziskus einen Satz gesagt, der wohl seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen sollte. Allen, die sich von ihm mehr erwarten, denen es zu langsam geht mit der Reform der katholischen Kirche, entgegnete er:

In Rom Reformen zu machen, ist wie wenn man die Sphinx in Ägypten mit einer Zahnbürste reinigt.“

Es war ein Jahr, in dem wieder recht wenig voranging, in der Zentrale der katholischen Kirche. Die neue Kurienverfassung? Wird immer noch erwartet. Das engste Beratergremium des Papstes, der neunköpfige Kardinalsrat, zu dem auch der Vorsitzende der Deutschen Bischöfe, Kardinal Reinhard Marx, gehört, ist deutlich geschwächt. Zwei Mitglieder hat Franziskus gerade abberufen, weil gegen sie im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen ermittelt wird.

Dauerthema Missbrauch

Nein, man kann nicht behaupten, dass das ein gutes Jahr war für Papst Franziskus. Das lag vor allem am Thema Missbrauch. Die Katastrophenmeldungen kamen aus den USA und Australien, sie verfolgten den Papst auf seinen Reisen – und nicht immer ging er geschickt damit um.

Im Januar reagierte er in Chile recht patzig auf die Frage nach Juan Barros Madrid, einem dortigen Bischof, der einen Täter gedeckt haben soll: „Wenn Du einen Beweis gegen Bischof Barros hast, werde ich dazu etwas sagen. Es gibt keinen einzigen Beweis, das ist alles Verleumdung – ist das klar?“

Entschuldigung und Rücktritte

Stunden später auf dem Rückflug und nach heftigen Protesten von Missbrauchsüberlebenden zeigte sich Franziskus dann reumütig: „Da muss ich um Entschuldigung bitten, denn das Wort ‚Beweis‘ hat vielen Missbrauchsopfern weh getan. Ich bitte Sie um Verzeihung, wenn ich Sie verletzt habe, ohne mir dessen bewusst zu sein. Das habe ich nicht gewollt.“

Und dann, nachdem der Skandal vollends war, begannen die Aufräumarbeiten. Die chilenischen Bischöfe wurden nach Rom bestellt, boten fast geschlossen ihren Rücktritt an. Inzwischen hat ihn der Papst in sieben Fällen angenommen – auch den von Bischof Barros.

Dass Franziskus bei seiner Reise nach Irland nicht an dem Thema vorbeikommen würde, war klar – zu viele Fälle hatte es dort gegeben, zu lange hatte die Kirche dort den vom Staat eingesetzten Ermittlern Steine in den Weg gelegt. Das Ausmaß der Proteste und die zum Teil nur geringe Begeisterung für den Papst im einst so katholischen Irland waren dann doch überraschend.

Bitte um Vergebung – auch in Irland

Franziskus reagierte, fand deutliche Worte: „Wir bitten um Vergebung für Missbrauch in Irland, Missbrauch von Macht und Gewissen, sexuellen Missbrauch durch Mitglieder, die verantwortungsvolle Positionen in der Kirche innehatten, und insbesondere um Vergebung für jeden Missbrauch, der in verschiedenen Arten von Institutionen unter der Leitung von Ordensleuten und anderen Kirchenangehörigen begangen wurden. Wir bitten um Vergebung für jene Mitglieder der Hierarchie, die diese schmerzhafte Situation nicht angegangen sind, sondern geschwiegen haben: Wir bitten um Vergebung.“

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Zwei Tage vor Weihnachten besucht Papst Franziskus seinen Vorgänger, Benedikt.

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Bei Thema Abtreibung massiv in der Kritik

In seinem engeren Umfeld ist man weiterhin stets dann beunruhigt, wenn der Papst improvisiert. Dann kann es passieren, dass er Menschen vor den Kopf stößt. Wie, als er Frauen, die abtreiben mit Menschen verglich, die kaltblütig einen Mord beauftragen:  „Ist es richtig einen Auftragskiller anzuheuern, um ein Problem zu lösen? Das geht nicht, es ist nicht in Ordnung ein menschliches Wesen kalt zu machen, um ein Problem zu lösen. Und sei es noch so klein. Das ist wie, wenn man einen Auftragskiller engagieZahbrt.“

 Klar ist aber auch: Franziskus will seinen Reformkurs fortsetzen. Die Frage ist nur, ob er dafür mehr Instrumente in der Hand hat als eine Zahnbürste.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

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Papst vergleicht Abtreibung mit Auftrag an Killer

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Gruß Hubert

Karlheinz Deschner: Das schwärzeste aller Verbrechen   5 comments

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Biblischer Tierschutz? Archaischer Respekt vor dem nicht-menschlichen Leben?
Der nackte Egoismus einer Viehzüchterreligion!

Das Elend der Tiere, dieser permanente Massenmord, der eigentlich jeden auch nur halbwegs Sensiblen sofort um den Verstand bringen müßte (und zwar ganz ungeachtet der tiefen Tolstoi-Sentenz: Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben), resultiert im jüdisch-christlichen Raum aus der ebenso albernen wie anmaßend aufgeblasenen Bibellehre von der Gottebenbildlichkeit des Menschen, der »Spitzenaussage alttestamentlicher Anthropologie« (Walter Gross), aus jenem arroganten Anthropozentrismus also, wonach dicht auf Gott der Mensch kommt und dann erst der Rest der Welt. Während in der vorchristlichen Rangfolge des Heidentums, im Hellenismus, nach Gott der Makrokosmos rangierte und der Mensch in die Natur eingereiht, nicht über sie gestellt wurde, was für jede evolutive Sicht selbstverständlich ist. Doch für »die christliche Sicht des Verhältnisses von Mensch und Tier bleibt grundlegend, wie die Bibel … dieses Verhältnis bestimmt« (EKD Texte 41, 1991, S. 4).

Im Neuen Testament, in dem das Tier eine viel geringere Rolle spielt, ist ein Wort gleich des ersten Christen bezeichnend, dieses Abschreckungsobjektes kat exochen. Fragt Paulus doch nach dem zitierten Diktum des Deuteronomiums, dem dreschenden Ochsen nicht das Maul zu verbinden, im typischen Krone-der-Schöpfung-Pathos (nebenbei, trotz Bestreitung, seiner Entlohnung wegen): »Sorgt sich Gott etwa um die Ochsen? Oder redet er nicht allenthalben um unseretwillen?« Wie der Völkerverderber (Brief des Paulus an die Römer 1,22ff.) tiervergötternde Heiden ja auch »Narren« schmäht, weil sie »gedient dem Geschöpf statt dem Schöpfer«.

 

Und heute? Klipp und klar erklärt 1993 der »Katechismus der Katholischen Kirche«: »Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig …

Ja, hält dieser katholische Katechismus nicht weiter Tür und Tor offen für jede Scheußlichkeit gegenüber einer ganz und gar wehrlosen, ganz und gar schuldlosen, aber ganz und gar versklavten Kreatur? Gegenüber Geschöpfen, die oft in ihrem Erleben, Fühlen, wie Genetik, Biologie, Verhaltensforschung, wie ja auch alltägliche Erfahrungen zeigen, uns in vielem sehr ähnlich, uns nicht selten inniger, treuer zugetan sind selbst als menschliche Freunde?

Doch fort und fort darf das animal rationale mit (nicht nur) katholischem Plazet Leichen genießen; fort und fort darf es weiter sich vollstopfen mit Fleisch und Fisch bis zum Rande seines Fassungsvermögens, wofür Jahr um Jahr Milliarden »Mitgeschöpfe« verröcheln müssen, weit mehr als die Hälfte unbetäubt: ist ja auch nach den EKD Texten 41, 1991, das »Gewaltverhältnis« zwischen Mensch und Tier »grundsätzlich unaufhebbar«.

Und weiter darf der Mensch, laut »Weltkatechismus«, sich geschäftlich der Tiere bedienen. Und wie bedient er sich? Indem er Robben-Babys vor den Augen ihrer Mütter zu Tode knüttelt. Indem er Karakul-Lämmer gleichsam pränatal aus dem Mutterleib prügelt. Indem er in den Ferkel-und Hühnerbatterien, den Mastboxen und Dunkelställen die ihm rettungslos, ihm wie Sachen, nein, wie Dreck Ausgelieferten derart zusammenpfercht, daß sie in ihrer Not einander Schwänze und Ohren abbeißen oder die eigenen Jungen fressen.

Man bedient sich der ohnmächtigen Kreatur auch, der »Mitgeschöpfe«, indem man ungezählte Kälbchen auf qualvollstem Transport ihren Schlächtern lebend, sterbend, schon krepiert zukarrt, um die »Frühvermarktungs-«, die »Herodes-Prämie« zu kassieren, ein Schimpf-und-Schand-Geld sondergleichen, für das ich dem zuständigen Minister telegraphisch seinen eigenen Namen vorschlug – Deutschland ist führend!

Weiter darf das Monster der Schöpfung Tiere zum Amüsement gebrauchen. Und wie gebraucht es sie? Indem es zum Beispiel Enten, Gänsen, Hühnern um die Wette die Köpfe abreißt. Indem es beim »Steer Busting« die Tiere mit dem Lasso an den Hinterläufen fängt und herumschleift, bis sie sterben. Indem es Stieren, vor ihrem Todeskampf in der Arena, die Nase mit Watte verstopft, die Augen mit Vaseline verkleistert. Indem es an gewissen Heiligenfesten in Spanien mit pfarrherrlichem Beistand Ziegen und ihre Jungen lebend vom Kirchturm stürzt.

Und »natürlich« darf der Mensch auch künftig seine »Mitgeschöpfe« kaum vorstellbar gräßlich zu Tode schinden. Zwar sollen Tierversuche für die Medizin heute wissenschaftlich wertlos sein – doch auch andernfalls wäre ich ausnahmslos dagegen.

Ihr Wert für die Wirtschaft aber ist unbestritten. Und liest man, »daß der Vatikan einer der größten Aktionäre einer bekannten Pharma-Firma« sei, »welche Vivisektion betreibt«, so wird wohl deutlich, warum noch die fürchterlichste Tortur der Welt, diese gesammelte immerwährende Grausamkeit bis zum Tod, für das Papstgeschäft »sittlich zulässig« ist, warum auch und gerade für Seine Heiligkeit Johannes Paul II. Tiere »natürlich … Gegenstand (! ) von Experimenten sein« können (23. 10. 1982) – von Experimenten, die der Hindu Gandhi »das schwärzeste aller Verbrechen« nennt. (Diesem Verbrechen fielen 1989 allein in Deutschland – nach einem allerdings sehr unvollständigen Regierungsbericht – 2,64 Millionen Tiere zum Opfer.)

Freilich, wie sollte die Gemeinschaft der Heiligen (und Scheinheiligen), wie sollte eine monopolistische Marktform im Mantel der Religion, die jahrhundertelang auch »Ebenbilder Gottes« unbarmherzig peinvoll-böse mund- und mausetot machte, deren phänomenalster Werbeautor Augustin, angeblich »umflossen vom milden Glanze unbegrenzter Güte« (Martin Grabmann), in Wirklichkeit Urvater aller mittelalterlichen Henkersknechte, schon um 400 sogar das Foltern – selbst von (schismatischen) Christen – nicht nur eine Bagatelle im Vergleich zur Hölle nennen, sondern geradezu als »Kur« (emendatio) heils- und inquisitionsgeschichtlich etablieren konnte, wie sollte eine Kirche, die unmittelbare und mittelbare Mörderin von Hunderten von Millionen schuldloser Menschen, tierisches Leben nicht nur verbal, nicht nur sub specie momenti und sei es mit noch so sonorer Phraseologie in Sonntagsreden, Tiergottesdiensten, durch Tiersegnen, Weihwasserbespritzen et cetera, sondern tatsächlich schützen? Wie sollte sie Tieren eine »Seele« zugestehen, die sie, beim Rauben fremder Länder, noch Menschen anderer Rasse und Lebensart absprach!

Auch viele Rom-Katholiken empörte dieser »Weltkatechismus«. Renato Moretti, der wackere Franziskaner, schrie gar: »Satan ist im Vatikan eingezogen!« – und irrte nur in der Zeitform, dem Präsens, allerdings um Jahrhunderte.

Immerhin gibt es Gottesdiener, beschämend wenige, die nicht bloß moderat für die »unbeweinte Kreatur« streiten (Joseph Bernhart), sondern die auch den »Verrat der Kirchen an den Tieren« geißeln (Carl Anders Skriver), dabei aber das Christentum rechtfertigen, reinwaschen wollen oder, wie der sicher meritenreiche Oxforder Theologe und Tierethiker Andrew Linzey, wenigstens den »Geist des Evangeliums«, das doch ohne jeden bestimmten Anhalt dafür ist. Nirgends lehrt der evangelische Jesus: Schützt die Tiere – nach dem Zeugnis der Evangelisten hat er vielmehr »bei zweitausend« getötet.

Und Albert Schweitzer? Der hoch zu schätzende Lehrer der »Ehrfurcht vor dem Leben«? Aber war er überhaupt, in letzter Konsequenz, Christ? Der exzellente Kenner der Leben-Jesu-Forschung, der resümiert: »Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, das Gottesreich verkündete und starb, um seinem Werk die Weihe zu geben, hat nie existiert«? Der redliche Denker, der noch drei Jahre vor seinem Tod schwarz auf weiß beteuert, »daß die ethische Religion der Liebe bestehen kann, ohne den Glauben an eine ihr entsprechende, die Welt leitende Gottespersönlichkeit«? Es ist nicht mein Problem.

Mit Vorliebe sucht man heute das Alte Testament zu salvieren. Ungeachtet duzendweiser wutschäumender Ausrottungsdirektiven seines Götzen betont man die angebliche Achtung der »Schrift« vor dem Leben, ihr altes Schöpfungswissen, die Schöpfungsgemeinschaft von Mensch und Tier und so weiter – nichts als vages, sich auch schnell in Widersprüche verhaspelndes Gestammel oder glatte Heuchelei; ein blamabler Bankrott. In aller Regel nämlich ist aus der Bibel ganz klar das Gegenteil herauszulesen und deshalb auch ganz klar das Gegenteil hervorgegangen. Und zu dem Auftrag, der ihr so fatal voransteht und unserer Historie geradezu posaunenhaft präludiert, gehört nun einmal untrennbar der Nachhall, die Wirkung.

Wie erbärmlich jedoch, die Wurzeln des Unheils im Alten Testament, im Christentum zu ignorieren und die Schuld dafür besonders und immer wieder auf das entchristlichte (gewiß nicht zu entlastende, hemmungslos entfesselte, nichts als profitgeile) Wirtschaftssystem der Moderne zu schieben. Denn wie Hitlers Ermordung der Juden die Konsequenz ihrer fast zweitausendjährigen blutrünstigen Verfolgung durch die Kirchen ist, so ist die jeder Beschreibung spottende moderne Vermarktung des Tieres nichts als die technisch forcierte und »perfektionierte« Fortsetzung einer nie abreißenden Total-Verbrennung* durch alle christlichen Zeiten, das Resultat letztlich des Anfangsschreis: »Machet sie euch untertan.« Seit zwei Jahrtausenden brüstet sich die Christenheit, das Tieropfer von Anfang an abgeschafft zu haben; stimmt. Und doch hat sie mehr Tiere geopfert als jede andere Religion – nur nicht mehr Gott, sondern dem eigenen Bauch.“

* Hier stand ursprünglich das Wort »Holocaust«. Doch PC – die herrschende political correctness – verbietet es, zumal seit der Walser-Bubis-Debatte im Winter 1998/1999, das Wort »Holokaust« oder englisch holocaust mißbräuchlich zu verwenden. Einzig und allein die rassistisch motivierte Ermordung von Millionen europäischer Juden durch Nazis in Hitlers Machtbereich dürfe Holokaust genannt werden. Eine Inflationierung des Begriffs sei es, wenn alle möglichen anderen Völker- und Massenmorde als »Holokaust« bezeichnet würden. Und wenn auch noch, so verfügen die Wächter der political correctness, im hysterischen Jargon der Tierschützer von einem »Holokaust der Tiere« gesprochen werde, dann liege die latent judenfeindliche Entwertungsstrategie klar zutage. Ich halte dagegen: Umgekehrt wird ein Schuh draus! Das altgriechische Wort holokaustos bedeutet »ganz und gar verbrannt«: ein Brandopfer zur Verehrung der Toten und der Götter, bei dem alle opferbaren Teile des Opfertieres auf dem Altar verbrannt wurden. Also waren es amerikanische Marketing-Designer, die den Begriff holocaust von den auf Götteraltären geopferten Tieren auf die industriell vernichteten Juden übertrugen – was eigentlich politisch höchst inkorrekt ist, ein Euphemismus.

Quelle: »Für einen Bissen Fleisch« Buch von Karlheinz Deschner

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Gruß Hubert