Archiv für die Kategorie ‘Kirchenkritik

Das schwärzeste aller Verbrechen   Leave a comment

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Christen gegen die Kreatur
Eine Polemik
Karlheinz Deschner

Auszug.
Mit wahrem Haßvergnügen werfen die größten katholischen Heiligen ihren Mitmenschen Tiernamen an den Kopf, bevorzugt andersgläubigen Christen: „Tiere in Menschengestalt“, „Füchse“, „Wölfe“, „tolle Hunde“, „schmutzige Schweine“, „Schlachtvie für die Hölle“; indes etwa Luther den Heiligen Vater „Krokodil“ tituliert, „Drachen und Höllendrachen“, „Bestie der Erde“, „Papstesel“, „Papstsau“ usw. (Ist ja auch die Frau für Luther „ein Kind“, „ein halbes Kind“, „ein Toll Thier“.)

Entsprechend figuriert das Tier in der christlichen Kunst. Zwar ist es – durch die ferne Erinnerung an seine einstige Dignität, ja Göttlichkeit – noch lange ambivalent, versinnbildlicht zum Beispiel der Fisch (vordem der Fischgöttin Atargatis heilig, dann zur Fastenzeit ein sehr begehrtes Freßprodukt) sogar Christus. Doch unvergleichlich häufiger verkörpern Tiere das Böse. Sie werden verhäßlicht, dämonisiert; am schlimmsten die Schlange, die, als der Erde am nächsten, das meistverehrte Tier der Urreligionen ist; die in vorbiblischer Zeit Weisheit, Fruchtbarkeit, Wiedergeburt, im Indischen als die sich in den Schwanz Beißende (also Endlose) die Zeit symbolisiert, den Kreislauf des Universums, die menschliche Lebenskraft; die Schlange, die man auch im griechischen Delphi, lange vor der Klassik, als Sinnbild des Lebens, der Erneuerung, als sacrum empfindet, bis sie Apollo, der Gott der Vernunft, erschlägt.

Und im Alten Testament verführt die Schlange die Frau, die ihrerseits wieder den Mann betört, worauf die Kirche durch zwei Jahrtausende das Weib mit Eifer und Geifer verunglimpft, benachteiligt und die Schlange wie kaum ein anderes Tier verteufelt: Inbegriff der Sünde nun, Staubfresserin, nicht mehr Wiedergeburt verheißend, sondern Tod; die Jungfer Marie, die reine, zertritt ihr den Kopf.

Wer kennt nicht in romanischen, in gotischen Christentempeln all die Greuelkreaturen, die zerquälten Tiergesichter, von irgendwelchen Heiligen zertreten. An Portalen, Tympana, an Kapitellen mutiert das Tier zur Bestie: Raben, Hunde, Hasen, Kröten, Esel, Löwen, Wölfe, Widder, Drachen, samt und sonders Satansbiester, Teufelsfratzen; womit implizit stets auch der „Sünder“, das „Tier in uns“ getreten wird, die Sexualität. „Der Teufel“, schreibt Friedrich Heer, wird da dem Volk präsentiert „als ein ,Vieh`, ein ,schweinisches Vieh`“.

Luther, der ja „teglich“ mit Beelzebub „tzu Hareligen mußte“, „er schläfet viel mehr bei mir als meine Käthe“, weiß ihn „verborgen in den Affen und Meerkatzen“, zumal jedoch in der Schlange. Und das ihm immer wieder Unterstellte, „daß auch die Belferlein und Hündlein in den Himmel kommen“, steht bei ihm keineswegs geschrieben.

Zum puren Vergnügen marterten mittelalterliche Christen im Spiel vom Geflügel bis zu den Rindern alles zu Tode. Schweinewurden am Strang gesetzesgerecht hingerichtet, Hunde als Teufelsgehilfen gepeinigt und lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auch Katzen flogen am Johannistag in ganz Westeuropa fuhrenweise ins Feuer; in Metz veranstaltete man mit ihnen, unter klerikaler Patronanz, entsetzliche Autodafés bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.

„Grausamkeit gegen Tiere“, notiert Alexandervon Humboldt, „kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.“

Aber bei wahrer Religion.

Tausende von Tieren wurden vom 9. bis zum 19. Jahrhundert – segensreiche Nachwehen alttestamentlicher Theokratie – strafverfolgt und barbarisch exekutiert, häufig wegen sogenannter Bestialität (sodomia ratione generis). Auch den Klerus bedrohte man dafür mit Strafen, erst recht die Laien, und wollte noch die lasterhaften Tiere umgebracht und den Hunden vorgeworfen sehen. Doch auch Hunde büßten, hatten sie gesündigt, schrecklich, wie jene „Punzenlecker“, die man 1771 im Pariser Raum, waren sie Rüden, sämtlich konfiszierte und verbrannte. Denkwürdig, beiläufig, daß die christliche Kirche das von den Juden übernommene Gesetz gegen Bestialität auf die Juden selbst ausgedehnt hat. Galt doch der Koitus zwischen Christ und Jüdin – hier knüpften, wie nicht selten dann in dieser Hinsicht, die vom Kirchenschwachsinn inspirierten Nazis an – als gleichwertig dem mit einem Tier.

Nun gibt es Christen, die gern jenen, der dem Bruder Esel predigte, den Vögeln, als Alibi benutzen, Franz von Assisi, diese fast singuläre Lichtgestalt in all den finsteren Geschehnissen der Kirchengeschichte. Seine Beziehung aber zum Tier, wie halbherzig auch immer – er wandte sich bei eklatanten Roheitsakten „nicht gegendie Roheit selbst und erst recht nicht gegen die Rohlinge persönlich“ (so der Bayreuther Soziologe Gotthard Teutsch) -, nahm die Kirche nie wirklich ernst; Papst Innozenz III. kommentierte, der Überlieferung zufolge, er solle doch den Schweinen predigen.

Und dreieinhalb Jahrhunderte später, 1567, verbot Pius V. – Inquisitor und heilig – durch die Bulle „De salute gregis“ zwar Stierkämpfe „für ewige Zeiten“, doch nicht, wie meist hingestellt, als Humanitätsakt gegenüber den Stieren und oft grauenhaft krepierenden Pferden, sondern nur, wie § 1 testiert, wegen der „häufigen Todesfälle von Menschen, Verstümmelungen menschlicher Glieder und Gefahr für das Seelenheil“. Wieder dreihundert Jahre darauf Mitte des 19. Säkulums, untersagte Pius IX. die Eröffnung eines Tierschutzbüros in Rom; habe der Mensch doch, was Tiere betrifft, keinerlei Pflichten – und 1985 erfolgte der erste Schritt zu seiner Heiligsprechung kraft offizieller Anerkennung seiner „heroischen Tugend“.

Und heute? Klipp und klar erklärt 1993 der „Katechismus der Katholischen Kirche“: „Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig …“.

Ja, hält dieser katholische Katechismus nicht weiter Tür und Tor offen für jede Scheußlichkeit gegenüber einer ganz und gar wehrlosen, ganz und gar schuldlosen, aber ganz und gar versklavten Kreatur? Gegenüber Geschöpfen, die oft in ihrem Erleben, Fühlen, wie Genetik, Biologie, Verhaltensforschung, wie ja auch alltägliche Erfahrungen zeigen, uns in vielem sehr ähnlich, uns nicht selten inniger, treuer zugetan sind selbst als menschliche Freunde? Doch fort und fort darf das animal rationale mit (nicht nur) katholischem Plazet Leichen genießen; fort und fort darf es weiter sich vollstopfen mit Fleisch und Fisch bis zum Rande seines Fassungsvermögens, wofür Jahr um Jahr Milliarden „Mitgeschöpfe“ verröcheln müssen, weit mehr als die Hälfte unbetäubt; ist ja auch nach den EKD-„Texten“ 41, 1991, das „Gewaltverhältnis“ zwischen Mensch und Tier „grundsätzlich unaufhebbar“. Und weiter darf der Mensch, laut „Weltkatechismus“, sich geschäftlich der Tiere bedienen. Und wie bedient er sich? Indem er Robbenbabys vor den Augen ihrer Mütter zu Tode knüttelt. Indem er Karakullämmer gleichsam pränatal aus dem Mutterleib prügelt. Indem er in den Ferkel-, den Hühnerbatterien, den Mastboxen und Dunkelställen die ihm rettungslos, ihm wie Sachen, nein, wie Dreck Ausgelieferten derart zusammenpfercht, daß sie in ihrer Not einander Schwänze und Ohren abbeißen oder die eigenen Jungen fressen.

Und seit dem 11. Dezember 1996 erlaubt unsere christliche Regierung das Halten von noch mehr Tieren als bisher „pro Anlage ohne Genehmigung“ – beinah dreimal soviel! Man bedient sich der ohnmächtigen Kreatur, der „Mitgeschöpfe“, indem man ungezählte Kälbchen auf qualvollstem Transport ihren Schlächtern lebend, sterbend, schon krepiert, zukarrt, um die „Frühvermarktungs-„, die „Herodes-Prämie“ zu kassieren, ein Schimpf- und Schandgeld sondergleichen!

Das Monster der Schöpfung darf Tiere zum Amüsement gebrauchen. Und wie gebraucht es sie? Indem es Enten, Gänsen, Hühnern um die Wette die Köpfe abreißt. Indem es beim „Steer Busting“ Tiere mit dem Lasso an den Hinterläufen fängt und herumschleift, bis sie sterben. Indem es Stieren, vor ihrem Todeskampf in der Arena, die Nase mit Watte verstopft, die Augen mit Vaseline verkleistert. Indem es an gewissen Heiligenfesten in Spanien mit pfarrherrlichem Beistand Ziegen und ihre Jungen lebend vom Kirchturm stürzt.

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Das schwärzeste aller Verbrechen

 

Vatikan sieht italienischen Gesetzentwurf Homosexuelle vor Gewalt zu schützen als Gefahr für die Meinungsfreiheit   Leave a comment

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Da musste ich schon zwei mal hinhören, damit ich richtig hörte!

Unglaublich, der Vatikan will also dass man homosexuelle Menschen beleidigen, mit Aggression und mit Gewalt begegnen kann! Das will der Vatikan als freie Meinungsäußerung gewährt wissen.

Von rainews.it

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Der Vatikan hat Italien aufgefordert, einen Gesetzentwurf zur Homophobie abzuändern, weil er das Konkordat verletzt.

Gesetzentwurf Homophobie: Vatikan fordert Änderungen

Der Vatikan hat die italienische Regierung dazu aufgefordert, den Gesetzentwurf gegen Homophobie abzuändern. Eine entsprechende schriftliche Forderung übergab die vatikanische Diplomatie dem Außenministerium. Nach Auffassung des „Corriere della Sera“ ist dieser Schritt historisch. Noch nie seit Abschluss des Konkordats habe der Vatikan einen solchen Schritt unternommen.

Als Begründung für diese ungewöhnliche Forderung gibt der Vatikan an, dass der nach dem Abgeordneten Alessandro Zan benannte Entwurf das Konkordat verletze.

Die Absicht des Entwurfs liegt darin, Menschen vor homophoben Beleidigungen, Aggressionen und Gewalt zu SCHÜTZEN. Die Kirche sieht darin zuerst einmal eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. (Anmerkung: wie bitte??? Man muss dieser Organisation unbedingt die Zähne zeigen, das Konkordat wäre neu zu verhandeln, die Mittel bedeutend zu kürzen und die Steuerprivilegien ersatzlos zu streichen!). Außerdem verstoße er in einigen Punkten gegen Konkordat, argumentiert der Vatikan.

Kaum überraschend, dass die Lega dem Vatikan unterstützend zur Seite stand. Lega-Chef Matteo Salvini dankte dem Vatikan für seinen – so wörtlich – Hausverstand.

Die Kammer hat den Gesetzesentwurf im November verabschiedet. Im Senat muss er noch gebilligt werden.

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Vatikan sieht italienischen Gesetzentwurf Homosexuelle vor Gewalt zu schützen als Gefahr für die Meinungsfreiheit

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Aufruhr bei Promis und Politikern

Der Stopp sorgte für großen Wirbel unter Italiens Politikern und Prominenten. „Es braucht das (Gesetz) Legge Zan, das in einem zivilisierten Land vielleicht gar nicht notwendig wäre, hier aber schon“, sagte der Sänger und Gewinner des bekannten Sanremo-Festivals von 2019, Mahmood, im Interview der Zeitung „La Repubblica“ (Samstag). Die Menschen seien bereit, diese Schande homophober Taten ans Licht zu bringen.

https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2021/04/tag-aufregung-nach-blockade-anti-homphobie-gesetz-italien-95face02-0860-48f8-8160-f21b92e6f9ad.html

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Kritik an EM-Regenbogen: FDP-Mann Papke fühlt sich mit „Dreck“ beworfen

Der ehemalige Fraktionschef der NRW-FDP hatte Kritik an ein in Regenbogenfarben erstrahlenden Münchener Stadion geübt. Seine Partei reagierte empört – Papke ist es wiederum auch.

Diese freche Arroganz gegenüber Völkern, die sich dem linken Mainstream nicht anschließen wollen, ist unerträglich„, lautet der letzte Satz eines Tweets, der ein schon länger volles Fass wohl zum überlaufen gebracht hat.

Der Verfasser ist Gerhard Papke, von 2005 bis 2012 Fraktionschef der Landtags-FDP und danach bis 2017 Landtagsvize-Präsident. Der heute 60-Jährige prägte über Jahre das Gesicht der Freidemokraten im Landtag, blieb beharrlich ein Vertreter der stark am Markt orientierten FDP.

Papke ärgert die FDP häufiger

Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag schrieb er ein Buch über seine landespolitische Zeit, samt kritischer Passagen über Parteichef Christian Lindner. Auch in seiner aktuellen Position als Präsident der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft eckt er an, da er die Regierung Orban häufig gegen Kritik verteidigte.

Wenig verwunderlich also, dass sich auch Papke gegen die Pläne ausgesprochen hat, bei der EM-Partie der DFB-Mannschaft gegen Ungarn das Münchener Stadion in Regenbogen-Farben erstrahlen zu lassen.

[…]

Papke spricht von „linkem Mainstream“

Dafür hatte sich Parteien im Münchener Stadtrat – auch mit der Zustimmung der dortigen FDP – ausgesprochen. Es sollte ein Zeichen gegen die Gesetzgebung in Ungarn sein. Das Parlament in Ungarn hatte zuletzt Gesetze gegen Homo- und Transsexuelle beschlossen, die international kritisiert wurden

Dass Papke die Pläne mit der Stadionbeleuchtung als „Arroganz“ und „linken Mainstream“ bezeichnet, erzürnt viele in der Partei. Vor allem Letzteres gilt als Bezeichnung, die häufig im neurechten Umfeld benutzt wird.

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FDP-Mann Papke fühlt sich mit „Dreck“ beworfen

 

Letzte Saison – wenn es Zeit ist zu sterben   1 comment

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Ich teile den Absatz voll inhaltlich wo du sagst, dass du den Bogen weiter spannen willst und es schon genügt nicht mehr leben zu wollen, lebenssatt zu sein. Es müssen keine unerträglichen Schmerzen vorhanden sein oder eine unheilbare Krankheit. Die Person allein entscheidet ob das eigene Leben noch lebenswert ist. Es ist strikt abzulehnen wenn fremdbestimmt entschieden wird was lebenswert ist oder nicht. Schließlich wurde auch niemand gefragt ob er / sie auf die Welt will. Mein Leben und mein Tod gehört mir allein.

Politiker, Medizinfunktionäre und Kleriker haben NICHT das Recht über meinen Wunsch zu sterben zu entscheiden. Ich habe höchsten Respekt vor Udo Reiter und seine Argumente finde ich unwiderlegbar. Es hat in der TV-Sendung kein einziger der Gegner vom selbstbestimmten Sterben auf seine Argumente widersprochen. Ich finde es eine untragbar Anmaßung wenn andere über meinen Tod entscheiden wollen und jede/r hat das Recht auf humanes Sterben, das von Ärzten unterstützt wird, die das tun wollen. Das Strafgesetzbuch hat da nichts zu suchen.

Rebloggt von Sabine

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. . . , die Buchhändlerin aus Freiburg, hatte noch so viel vorgehabt. Schwimmen im Freibad, mit dem Mann um die Welt reisen, lesen, ordnen, den Enkel aufwachsen sehen, den Gatten mit ihrer Hyperaktivität nicht zur Ruhe kommen lassen. Dann, im August, elf Tage nach der Pensionierung, kam die niederschmetternde Diagnose im Freiburger St. Josefskrankenhaus: Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Lebermetastasen, ein Synonym für Hoffnungslosigkeit und den sicheren Tod. Begreifen kann das kein Mensch. Am wenigsten Frau Zeller. Aber umgehen müssen die Kranke, ihr Ehemann, die Tochter und Dr. Matthias Rilling, 59, der behandelnde Oberarzt, mit dem Unbegreifbaren trotzdem. Und das Fernsehen auch – es ist mit Frau Zellers Zustimmung auf ihrem letzten Weg dabei.

Die Dokumentarfilmerin Sigrid Faltin mit ihrem Kameramann Ingo Behring sind die Sterbebegleiter der Krebskranken. Die besten, die sich denken lassen, wie ihr Dokumentarfilm „Letzte Saison – Wenn es Zeit ist zu sterben“ beweist. Die Vereinbarung zwischen der Sterbenden und den filmischen Beobachtern haben eine einsichtige ethische Grundlage: Die Krebskranke möchte ihrem Enkel, den sie nicht aufwachsen sehen wird, eine Erinnerung hinterlassen. Auch ein Bilderverbot wurde festgelegt: Bei der letzten Ölung und beim letzten Besuch des Arztes darf die Kamera nicht dabei sein.

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Mein Tod gehört mir (S)

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Udo Reiters Abschiedsbrief – eine Erklärung (S)

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2022 – Euthanasie Poetic Szene (S)

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Woher nehmen Politiker, Kleriker und Medizinfunktionäre das Recht, über meinen Tod zu entscheiden? Das Recht auf Selbstbestimmung ist die Grundlage unserer Verfassung. Für alle Lebensbereiche wird es eingefordert. Nur das Recht auf den eigenen Tod will man uns nicht einräumen.

Wer mit seinem Leben abgeschlossen hat, soll sich nicht vor den Zug werfen müssen. Das meinen auch 70 Prozent der Deutschen, die sich für ein Recht auf eine menschenwürdige Beendigung des Lebens aussprechen. Ein Plädoyer für das Recht auf selbstbestimmtes Sterben.

Im August erschoss sich der Schriftsteller Wolfgang Herrndorf („Tschick“) in Berlin am Ufer des Hohenzollerkanals. Herrndorf litt an einem unheilbaren Hirntumor; er hatte nach mehreren Operationen und Chemotherapien beschlossen, sein Leben selbst zu beenden. Das konkrete Umsetzen dieses Entschlusses empfand er als überaus schwierig und qualvoll. Es war, schrieb er, „eines zivilisierten mitteleuropäischen Staates nicht würdig“ – eine Erfahrung, die offenbar viele der 10.000 Menschen machen, die sich in Deutschland jährlich für den Freitod entscheiden. Sie werden weitgehend alleingelassen.

Rat und konkrete Hilfe gibt es nur in einer juristischen Grauzone, die den gutwilligen ärztlichen Helfer leicht in Schwierigkeiten bringt. Normale Sterbewillige, die keine Kontakte zu liberalen, risikobereiten Medizinern haben, beenden selten ihr Leben in Würde und ohne unnötiges Leid. Sie müssen aus Fenstern springen, an Brückenpfeiler fahren oder – das macht die Hälfte dieser jährlichen Zehntausend – sich an Bäumen oder Fensterkreuzen aufhängen. Drei werfen sich pro Tag vor einen Zug.

Neuen Umfragen zufolge meinen mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung, dass es ein auf eine menschenwürdige Beendigung des Lebens geben müsste und dass dem allseits akzeptierten Recht auf ein selbstbestimmtes Leben ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod zu entsprechen habe.

Angesichts dieser Stimmungslage ist es bemerkenswert, dass sich keine politische Partei um das Thema kümmert. Die Mehrheitsmeinung wird seit Jahren von einer Allianz aus Kirchenvertretern, Ärztefunktionären und Politikern in Schach gehalten. Erst in jüngster Zeit hat dieses Kartell einige Risse bekommen. Dass jetzt sogar der katholische Theologe Hans Küng das Recht auf Sterben einfordert („Ich will nicht als Schatten meiner selbst weiterexistieren“), könnte nun endlich Bewegung in die Debatte bringen.

Entschluss in freier Entscheidung

Irgendwann wird es zu Ende gehen. Aber wie?

Ich möchte nicht als Pflegefall enden, der von anderen gewaschen, frisiert und abgeputzt wird. Ich möchte mir nicht den Nahrungsersatz mit Kanülen oben einfüllen und die Exkremente mit Gummihandschuhen unten wieder herausholen lassen. Ich möchte nicht vertrotteln und als freundlicher oder bösartiger Idiot vor mich hindämmern. Und ich möchte ganz allein entscheiden, wann es so weit ist und ich nicht mehr will, ohne Bevormundung durch einen Bischof, Ärztepräsidenten oder Bundestagsabgeordneten.

Ich möchte den Bogen aber weite spannen:

Es geht um Menschen, die nicht todkrank sind, aber in freier Entscheidung zu dem Entschluss kommen, nicht mehr weiterleben zu wollen, sei es, weil sie den Verlust ihrer Persönlichkeit im Altwerden nicht erleben wollen, sei es, weil sie einfach genug haben und, wie es im ersten Buch Moses heißt, „lebenssatt“ sind.

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Letzte Saison – wenn es Zeit ist zu sterben

 

 

„Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?   Leave a comment

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Wie kann man denn Tieren eine Seele absprechen. Es ist mehr als bedauerlich und kritikwürdig wie roh und unsensibel die christlichen Lehren und Anschauungen sind. Aber auch das Judentum und der Islam sind da keinen Deut besser, Stichwort schächten.
Peter Sasse hat sich ausführlich damit befasst und in seinem Buch »Tiere sind die besseren Menschen« dargelegt.

Auszug.
Wir lieben Tiere: Hunde, Katzen, Pferde, Vögel – und wir freuen uns, wenn wir Lämmer oder Kälbchen auf der Weide sehen oder Rehe, die am Waldrand äsen. Andererseits freut sich die Mehrheit der Menschen über ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller. Doch niemand möchte darüber nachdenken, dass er Tierkinder isst: Ferkel, Kälber, Lämmer, 6 Wochen alte Masthühner oder 16 bis 23 Wochen alte Gänse und Enten. Warum ist das so? Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele und sie wären dafür da, dass wir Menschen sie essen? Fragen, denen Peter Sasse in seinem Buch »Tiere sind die besseren Menschen« nachgeht – aus religiöser, philosophischer, gesellschaftspolitischer und naturwissenschaftlicher Sicht. So erfährt der Leser in dem spannenden Sachbuch Hintergründe und Ursachen von Tierquälerei und Tierversuchen, Massenhaltungen und Schlachthöfen, Profitgier und politischem Handeln in Bezug auf Tierrechte.

Haben Tiere eine Seele?

Peter Sasse untersucht die historischen Wurzeln des heutigen milliardenfachen Tierleids: Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele? Im Altertum hatten nach der Philosophie Platos Tiere eine Seele. Für Plato war der Unterschied zwischen Tier und Mensch nicht exakt festgelegt, sondern fließend. Erst die römisch-katholische Kirche machte eine klare Trennung zwischen den »unvernünftigen« Tieren und der unsterblichen Seele des Menschen als Ebenbild Gottes.

»Ob Gott dies auch so gesehen hat?«, fragt Peter Sasse. »Ich glaube, seine Stellvertreter haben den Tieren die Seele abgesprochen, um sie damit zu entrechten und nach Gutdünken behandeln zu können. Ein Lebewesen ohne Rechte darf gequält und umgebracht werden, ohne dafür Schuld empfinden zu müssen. Genauso hat man jahrhundertelang über Frauen, Schwarze und indigene Völker gedacht. Diejenigen, die sich auf die christliche Lehre beriefen, behaupteten, dass das Gebot ‚Du sollst nicht töten’ nicht für Lebewesen gilt, die keine Seele haben. Die Kirche hatte keine Skrupel, Zigtausend Frauen lebendig zu verbrennen, daneben unzählige Andersgläubige sowie die Ureinwohner Südamerikas, von denen nicht einmal zehn Prozent die Christianisierung überlebten. Den Frauen sprach man später eine Seele zu, wenn auch eine niedrigere als der des Mannes. Seit der Aufklärung musste man diese abstrusen Ansichten nach und nach aufgeben. Heute spricht man zumindest den Frauen und den Schwarzen eine Seele zu. Bei den Tieren tut man sich aber immer noch schwer.«

Bereits in seinem vorherigen Buch »Die Angst vor der Frohen Botschaft« hat sich Peter Sasse ausführlich mit der Institution Kirche und ihrer Geschichte auseinandergesetzt. Hatte er dort die Menschen im Fokus, geht es in seinem neuen Buch »Tiere sind die besseren Menschen« um unsere Mitgeschöpfe, die Tiere. Denn auch sie haben laut Kirche keine Seele und somit keine Rechte – diese Aussagen vertritt ein Großteil der Bischöfe bis heute. Ist es da verwunderlich, wenn in katholisch geprägten Ländern Rituale wie Stierkämpfe und Tieropfer nach wie vor unter großem Beifall zelebriert werden?

Das 5. Gebot gilt nicht für alle

In den Zehn Geboten heißt es eindeutig: »Du sollst nicht töten!«. Doch laut Kirchenlehre gilt »Du sollst nicht töten« nicht für den Umgang mit Tieren, sondern nur für Menschen. Das allerdings hat die Kirche nicht gehindert, zu Zeiten der Kreuzzüge zum massenhaften Töten von Muslimen und Juden aufzurufen oder in Inquisition und Hexenverfolgung millionenfach Andersdenkende foltern und grausam töten zu lassen. »Alle, die außerhalb von Dogmen und Kirchengesetzen standen, waren Freiwild«, schreibt Peter Sasse.

In der Bibel gibt es zu dieser Frage unzählige Widersprüche: Während Gott durch Moses das Gebot »Du sollst nicht töten!« verkündet, fordert angeblich derselbe Gott in vielen Stellen des Alten Testaments zu Hinrichtungen und Kriegen auf. Durch einige Propheten des Alten Bundes lehnt Gott blutige Tieropfer ab, an anderen Stellen des Alten Testaments werden grausige Brandopfer mit genauen Anweisungen des Schlachtens und Zerstückelns gefordert.

Peter Sasse weist darauf hin, dass etliche Historiker die Bibel als das grausamste Buch der Weltliteratur bezeichnen. Und er zitiert den amerikanischen Bischof John Shelby Spong, der die beiden Testamente genau studiert hat: »Wer seine Moral auf der Bibel aufbauen will, hat sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.« Um Gottes reines und unverfälschtes Wort kann es sich dabei jedenfalls nicht handeln.

»Auch im Neuen Testament lässt sich jede gesellschaftliche und theologische Meinung herausfiltern«, schreibt Sasse. Dies sei nicht verwunderlich, wenn man bedenke, unter welchen Machteinflüssen die Bibel in Jahrhunderten entstanden sei. Und gerade was die Frage über den Umgang mit Tieren angehe, könne man auch im Neuen Testament kaum eine Orientierung finden, da bereits bei der ersten Bibelausgabe (Vulgata) des Hieronymus die Erzählungen von Jesus und den Tieren unterdrückt worden waren. »Die Bibel bleibt Menschenwerk«, schreibt Sasse und zitiert den katholischen Diplom-Theologen Moris Hoblaj, der die Bibel »als das maßgeschneiderte Kleid der Kirche« bezeichnet.

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„Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?

Maja von Hohenzollern schrieb…   Leave a comment

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Wer in Sachen Tierschutz von den christlichen Kirchen etwas erwartet, der ist mit Sicherheit auf dem Holzweg. Da ist absolut NICHTS zu erwarten. Wer Tieren eine Seele abspricht, der hat absolut keinen Willen auch nur einen Streich für sie zu tun.

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Maja von Hohenzollern schrieb (Auszug):

Sehr geehrter Pfarrer Wunderle,

herzlichen Dank für Ihre Reaktion auf die SWR Sendung „Unglaubliche Hundegeschichten“ in der ich zu Gast war.
Es ist ja schön, wenn überhaupt mal jemand seitens der kath. Kirche reagiert. Dass Sie enttäuscht sind über meine Äußerungen in Bezug auf die kath. Kirche und den Papst, weil dieser Tieren eine Seele abspricht und sie damit zu einer gefühllosen Sache degradiert kann ich verstehen, denn diese erbärmliche Haltung der Kirche kostet Millionen von Tieren das Leben.

Und das ist in der Tat mehr als enttäuschend.

Sie werfen mir vor die gequälten Tiere zur „ Antikirchlichen Medienpropaganda auszunutzen“. Bevor Sie mit solch wenig substanziellen Äußerungen, die eh hin nur als verzweifelter Versuch zur Ablenkung des eigentlichen Problems und als Mangel an Verantwortung gewertet werden können, kommen, sollten Sie sich vorab vielleicht mit nachfolgender Realität beschäftigen.

Möglicher Weise kommen Sie dann zu dem Schluss, dass die Kath. Kirche selbst für ihre eigene „Antikirchliche Propaganda“ sorgt und es dazu keineswegs der Mitwirkung ausstehender Personen bedarf:

Es ist eine Tatsache, dass insbesondere in Süd- und Osteuropa mit Tieren sehr grausam umgegangen wird. Dabei handelt es sich nun einmal um kath./orth. Länder, dass werden Sie wohl nicht leugnen wollen.

Wenn man sich auf die Suche nach den Ursachen begibt, trifft man neben, mangelender Bildung, fehlenden Tierschutzgesetzen, falscher Erziehung auch auf den Glauben. Gerade in diesen Ländern sind die Menschen oft sehr gläubig und die Kirche hat einen großen Einfluss. Wenn diese Kirche nun den Menschen predigt, dass Tiere keine Seele hätten und der Mensch über sie herrschen solle, dann liegt darin ein Hauptgrund für den Umgang mit Tieren. Und der ist in allen kath./orth. Ländern oft verheerend.

Allein in Rumänien wurden seit 2004 ca. 10 Millionen Straßenhunde bestialisch ermordet! Den Tanzbären reißen Ihre kath. Glaubensbrüder die Zehen und Zähne aus, mit Nadeln stechen sie die Augen aus.

In Spanien werden jedes Jahr Millionen Hunde/Katzen in Tiertötungsstation z.T am lebendigen Leib verbrannt oder mit T61 vergast! Ca. 100 000 Galgos (Hunde) werden im kath. Spanien jedes Jahr an Bäumen aufgehängt! Samstags eine Tier massakrieren (Stierkampf) und Sonntags in die Kirche rennen. Kein Problem in der kath. Glaubensgemeinschaft.

In Bulgarien gibt es ein ähnliches Bild , Millionen von misshandelten und getöteten Straßenhunden- und Katzen. Gerade ging der Fall „Mima“ um die Welt, einer Hündin, der man alle! 4 Pfoten abgehackt hat!! Der Mann ließ sich dann für Geld mit dem armen Hund fotografieren. Es zu fürchten, dass dies Nachahmer findet..! Der arme Hunde lebt noch und ist indes in den Händen deutscher Tierschützer, die nun nach medizinischen Lösungen für das arme Tier suchen. Der Täter blieb ungestraft.

In Italien, vor der Haustür des Papstes,  laufen seit Monaten große Proteste gegen die staatlichen „Canili“, die Tierstationen. Zwar ist es in Italien ausnahmsweise verboten Tiere zu töten, aber man hält sich vieler Orts nicht daran. Es gibt Betreiberorganisationen  für dieses „Canili“, die vom ital. Staat für jeden Hund, den sie dort aufnehmen 7-8 € bekommen. Mancher Orts sind 2000 Hunde in riesigen Schweinezuchtanlagen in engen Käfigen eingepfercht, ohne Licht und grausamen Bedingungen, da die die Betreiber  (kath. Glaubensbrüder) ja riesig damit verdienen! Die Tiere verhungern sogar oft, weil  man sie nicht füttert, sie werden trotzdem tot im Käfig liegen gelassen und weiter mitgezählt, es gibt ja reichlich Geld dafür..

Auch in Italien töten Kinder unter 9 Jahren Hunde und Katzen…, weil man sie nicht entsprechend erzieht.

Hier weiterlesen:

Maja von Hohenzollern schrieb…

 

Anklage und Abrechnung   Leave a comment

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Leider trägt da die religiöse Lehre des Christentums die Hauptschuld des Denkens, dass das Bewusstsein der Menschen (nur sie haben eine Seele) unvergleichlich und für mich unerträglich höher stände als das Bewusstsein bei Tieren. Diese „christlichen Menschen“ haben die ungeheuer große Kluft zwischen Menschen und Tieren erfunden – so wie vieles andere auch.
„Écrasez l’infâme!“ Voltaire

„Das Leiden der Tiere schreit zum Himmel, aber der Himmel ist abgeschafft.“ (Sina Walden, Gisela Bulla: Endzeit für Tiere).
Ich sage auch wie Dr. Bleibohm, es ist purer Zufall ob ich als Mensch, als Käfer, oder als Wurm (auf den ein dummer Mensch im Fall darauf tritt) geboren werde. Wir Menschen sind NICHT die Krone der Schöpfung. Nein, wir sind die Dornenkrone!

Rebloggt von Tierfreund und Religionskritiker Wolfgang.

wolodja51.wordpress.com

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“In grausamen Experimenten zum Meßinstrument degradiert, als Nutztier zur Maschine entstellt, als Haustier krankgezüchtet und einbetoniert, als Wildtier von der Ausrottung bedroht und als Denkmal seiner selbst in Zoos ausgestellt – das ist das Schicksal, das wir den Tieren dieser Erde bereitet haben. Das Leiden der Tiere schreit zum Himmel, aber der Himmel ist abgeschafft. Der Mensch führt einen einseitigen und erbarmungslosen Krieg gegen die Tierwelt.” (Sina Walden, Gisela Bulla: Endzeit für Tiere)

  • Im Namen der gesamten Tierwelt klage ich das größte, das schwärzeste und ungeheuerlichste Verbrechen der gesamten Menschheitsgeschichte an.

  • Ich klage den exzessiven täglichen globalen Massenmord an der gesamten Tierwelt an, die Versklavung und Entrechtung der gesamten nichtmenschlichen Kreaturen, die Folterung und Ausbeutung unserer Mitwesen, die Vernichtung und den Genozid ganzer Gattungen und Arten, ich klage den Mord an jährlich ca. 40 Milliarden Lebewesen, d.h. den Mord an ca. 1000 Lebewesen pro Sekunde nur für den menschlichen Konsum, an.

  • Ich klage an, dass die Menschheit, die als einzige Spezies die moralische Wahl hat, den Naturkreislauf von »Fressen und Gefressenwerden« zu durchbrechen, diesen Kreislauf in einem weltweiten Todeskarussell beschleunigt und ausgebaut hat.

  • Ich klage an, dass Ehrfurcht vor jedwedem Leben nicht in das Bewusstsein der Menschen gedrungen ist, dass man dem Tier grundsätzliche Rechte nicht zubilligt und das Wohlergehen der eigenen Gattung den Blick für das Leiden aller übrigen Kreatur verstellt hat.

Alle Tiere werden dem Leben gegenüber gleich geboren und haben die gleichen Existenzrechte. Es ist purer Zufall und eine Laune der Natur, in einer menschlichen Hülle in das Leben geworfen zu werden und purer Zufall andererseits, das Leben als Schwein durchleiden zu müssen.

Die Endzeit für Tiere hat begonnen, die Tierwelt steht vor der völligen Versklavung oder Ausrottung. Diese Menschheit, die ihr eigenes Wachstum bis heute nicht ächtet, die die Erde mit einer ins grenzenlos wachsenden Menschenschicht überzieht, unter der das Leben aller Geschöpfe des Planeten Erde erstickt, hat jeden ethischen Anspruch verwirkt. Ein absurder Größenwahn verweigert der Tierheit ein Recht auf Entfaltung und Lebensraum und es ist “keine plumpe Anklage, wenn man behauptet, dass die meisten Menschen außerstande sind, sich einer Gewissensprüfung zu unterziehen” (H. H. Jahnn)

  • Ich klage die Kirchen an, die monotheistischen Kulte, die mit ihrem Gotteswahn und der daraus seit Jahrtausenden resultierenden Glaubenspest den Menschen zu einem Ebenbild ihres imaginären Gottes stilisiert haben, die in der religiösen Werteskala die Tierwelt weit unter die Menschenwelt gestellt hat, die sich ein ewiges Leben erhoffen und gleichzeitig den Tieren eine Seele absprechen, diese Mysterienreligionen klage ich der ethischen Niederträchtigkeit an.

  • Ich klage sie ferner der infamsten Lüge und Unredlichkeit an, Feldzüge für ungeborenes menschliches Leben zu führen, aber bereits geborenes tierisches Leben der Vernichtung preiszugeben, die Tierwelt zum Produktionsfaktor zu degradieren und in Blutandachten, den Hubertusmessen, den millonenfachen Mord an Wildtieren zu sanktionieren.

Kirchen, die Vernunft durch “Glaubenswahrheiten” ersetzen und die dann aufgrund ihrer Glaubenshalluzinationen die Schächtung von Tieren fordern, um ihren blutrünstigen Gott zufrieden zu stellen, sind moralisch und intellektuell diskreditiert.

Kirchen, die in ihrem Kathechismus die Tierwelt ausklammern und von »nicht-personalen Kreaturen« reden, haben sich ethisch in die Steinzeit zurückversetzt. Christliche Kirchen, die letztmalig am 4.10.1993 ein gemeinsames Papier »Die Verantwortung des Menschen für das Tier« vorgelegt haben und seitdem zum Tiermord schweigen, haben selbst die Schöpfung, von deren Bewahrung sie täglich lügen, erbärmlich verraten und im Stich gelassen! Es ist dies keine Schande der Kirchen, nein, es ist das größte Verbrechen in ihrer blutigen Geschichte!

Mögen die Seelen dieser Lebensverächter in dem von ihnen verkündeten Fegefeuer in Ewigkeit im Blut der ermordeten Tiere gekocht werden.

  • Ich klage Gesetzgeber, Politiker, Parteien samt zugehöriger Verwaltungen und Behörden an, die absurden moralischen Wertvorstellungen des Monotheismus aus Gewohnheit und zur eigenen Machterhaltung in Gesetzen und Verordnungen umzusetzen und sich bevorzugt in sophistische Diskussionen über Ethik ergehen, und doppelzüngig die Entrechtung der Tierwelt verteidigen, was durch kein sittliches Argument verteidigt werden kann.

Ein Verbrechen an der unschuldigen Kreatur ist das Streben, die gesamte Natur der Menschenwelt unterzuordnen, die Tierwelt hierbei als schmückendes Beiwerk zu sehen und ihren Wert nach dem wirtschaftlichen Nutzen zu betrachten.

  • Ich klage diese Verantwortlichen an, die Ehrfurcht vor jeglichem Leben in den wirtschaftlichen Dreck getreten zu haben und Lebenswürde nur der Menschheit zuzubilligen, Rechte auf Dasein und Entfaltung, auf Frieden und Leben in eigenen sozialen Strukturen der tierischen Kreatur hingegen zu versagen oder zu beschneiden. Ohne Unrechtsbewusstsein wird in Form geistiger Umweltverschmutzung die Lüge vom tierfreundlichen Staat aufrechterhalten und von der Justiz gerechtfertigt; aber was hat die Justiz nicht alles gerechtfertigt im Lauf der Geschichte.

Gleichzeitig aber steigen die Tierversuchszahlen, Massentierstallungen werden aus dem Boden gestampft, die tierfreundliche Regierung kippte das “Hennen-Urteil” des Bundesverfassungsgerichtes, übelste Hühner-KZ-Haltung wird als »Volierenhaltung« umdefiniert und um die Qualen der betäubungslos abgemetzelten Schächttiere etwas zu mindern, wurde von christlichen Politikern mit vorgeschobenen Ausflüchten schlicht die Leidensminderung boykottiert. Mögen doch alle diese kaltblütigen, unbarmherzigen, am Gesamtwohl aller Lebewesen desinteressierten Menschen ein vergleichbares Los erleiden, das sie der Tierwelt erbarmungslos auferlegen!

“Staat nenne ich´s, wo alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord aller – “das Leben” heißt. […] Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern übereinander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe. Hin zum Throne wollen sie alle: ihr Wahnsinn ist es – als ob das Glück auf dem Throne säße! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron – und oft auch der Thron auf dem Schlamme.” (Friedrich Nietzsche: Die Reden Zarathustras)

  • Ich klage alle Menschen und Wirtschaftsunternehmen an, die ihren Lebensunterhalt mit Tierausbeutung, Tierqual und Tiermord verdienen. Ich klage insbesondere die Landwirte der Massentierhaltung, die Pelztierzüchter, die Hühnerbarone, die Tiertransportfahrer, die Schlächter in den Fleischfabriken und die Schlächter in den Versuchslaboren an; aber ich klage auch Bauern an, die rücksichtslos Kleinlebewesen und Mikroorganismen durch den massiven Einsatz von Pestiziden vernichten und alle Konsumenten, die diese Verbrechen mit ihrer täglichen Kaufentscheidung kritiklos fördern.

  • Ich klage sie an, aus persönlichem Profit über Leben und Wohlergehen von beseelten Wesen größtes Leid zu bringen, sie des einmaligen Lebens zu berauben, der Freiheit und aller sozialen Strukturen zu berauben, sie zur Ware zu degradieren und jegliche Achtung und Ehrfurcht vor nichtmenschlichem Leben verloren zu haben. Ich klage sie an, in Unbarmherzigkeit und Erbarmungslosigkeit zu verharren, sich hinter der Maske des Nichtwissens zu verstecken und aus Trägheit und Desinteresse zugunsten des Lebens von Tieren auf Gaumenkitzel und wirtschaftlichen Erfolg nicht zu verzichten. Ihre anthropozentrische Denkweise begründet die Blutspur der unschuldigen, unbeweinten Kreatur, ihr Verhalten ist jenseits jeglicher Moral und Ethik, ihr Verhalten hinterlässt künftigen Generationen ein ökologisches Chaos!

  • Ich klage alle Vernichter von Leben an, die ohne die moralische Rechtfertigung einer Überlebensnotwendigkeit wildlebende Tiere aus Freizeitvergnügen, Spaß, gesellschaftlicher Reputation, kurz gesagt, aus niederen Tötungsinstinkten heraus ermorden.

Menschen, die unter vorgeschobenen ökologischen Interessen mit einer repressiven und hochtechnisierten Art der Jagd die meisten anerkannten Regeln des Tierschutzes, der Fairness, des ethischen Anstandes und zuletzt auch der Tierinteressen überhaupt unbeachtet lassen.

Menschen, die offenbar aus einer Fülle von egoistischen, materiellen und anthropozentrischen Bedürfnisfacetten heraus handeln, Menschen, die sich nicht einmal scheuen, zur Befriedigung ihrer Tötungsgelüste im Ausland artengeschützte Wildtiere zu ermorden. Zur Rechtfertigung ihres Mordvergnügens bezeichnen sie als “Schädling” Lebewesen, die aufgrund ihrer natürlichen Lebensformen den wirtschaftlichen Erfolg einiger Gruppen von Profiteuren beeinträchtigen könnten und orientieren den Überlebenswert wilder Tiere überhaupt nur an Form, Qualität, Richtung und Intensität menschlicher Interessen.

Skurrilste Begründungen zwecks “Naturschutz” und aus fundamentalistischem Brauchtum dienen dem “Heger und Pfleger”, dem Heckenschützen also, als Basis seines mörderischen Tuns.

  • Ich klage diese Menschen an, jegliche Achtung, Demut und Ehrfurcht vor dem nichtmenschlichen Leben auf dem Altar ihrer Tötungsinstinkte und niederen Machtgelüste zu opfern.

  • Ich klage sie der ethischen und moralischen Aufgabe und Vernichtung aller Werte an, welche die Menschheitsgeschichte als große Ideale hervorgebracht hat. Der Fluch der unschuldigen Mordopfer liegt auf diesen geistigen Eckenstehern der Ethik!

Die ihr das lest, schaut auf die im Westen versinkende Sonne. Ihr roter Widerschein stammt vom vergossenen Blut der Lebewesen, die ihr an diesem Tag ermordet habt, der blutige Widerschein des größten Verbrechens in der gesamten Geschichte der Menschheit!

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Anklage und Abrechnung

Veröffentlicht 9. Februar 2021 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Religionskritik

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Über Kirche und Tierschutz   Leave a comment

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Die Grundeinstellung der Kirchen sagt: Wir Menschen sind alles, alles andere ist nichts.

Rebloggt von wolodja51.wordpress.com/

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Von Herrn Prof. Dr. theol. Erich Grässer, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn:

„Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung, sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen.“

Diese Scham wird von den christlichen Kirchen nicht geteilt. Diese unsere christliche Gesellschaft in diesem unserem christlichen Abendland lebt in einer beispiellosen Ehrfurchtslosigkeit vor der Schöpfung. Vom Robbenschlachten im hohen Norden bis zum Vogelmord im Süden, von der Vernichtung der Regenwälder im Westen bis zur Ausrottung der Wale in den fernöstlichen Meeren, auf der ganzen Linie liefert der Mensch den Beweis, dass es nie eine heuchlerischere Anmassung gab als die, sich selbst „Krone der Schöpfung“ zu nennen.

In Wahrheit ist der Mensch ihr gefährlichster Ausbeuter und ihr grösster Zerstörer. Und der Würde des Menschen, diesem hohen Verfassungsgut, dessen Unantastbarkeit unsere Politiker so gerne betonen, schlägt die gigantische industrialisierte Massentierquälerei brutal ins Gesicht. Es ist kein Zeichen von Menschenwürde, schwächere Lebewesen auszubeuten und zu quälen. Tiere sind schwach. Wenn wir ihre Schwäche ausnutzen, wenn wir mit ihrem unnötigen Leiden und mit ihrem unnötigen Sterben unseren Wohlstand und unseren Luxus mehren, wenn wir für jeden beliebigen Nutzen jedes beliebige Tieropfer fordern, dann haben wir unsere Menschenwürde verspielt und verdienen es nicht, eine sittliche Rechtsgemeinschaft genannt zu werden.

Und die Kirchen? Was ist mit Kirche und Tierschutz?

Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema „Kirche und Tierschutz“ im 20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie einst das Thema „Kirche und Hexenverbrennung“ im Mittelalter. Und so, wie die Kirchen im 19. Jahrhundert bei der sozialen Frage versagten, und die Arbeiter aus der Kirche heraustrieben, so versagen sie heute im Tier- und Naturschutz und treiben die Tierschützer aus der Kirche heraus. Denn für Tierschutz hält sich die Kirche nicht für zuständig. Kirche sei für die Menschen da. Aber dieser Mensch ist doch gerade nach biblischer und kirchlicher Lehre ein Geschöpf Gottes inmitten anderer Geschöpfe Gottes. Er lebt als Geschöpf in der Schöpfung. Noch deutlicher: Er hat von Gott her das Amt, Haushalter und nicht Ausbeuter der göttlichen Schöpfung zu sein.

Viel zu lange hat die Kirche statt vom Heil der Schöpfung nur vom Heil des Menschen gesprochen, und damit jene Grundeinstellung gefördert, die da sagt: Wir Menschen sind alles, alles andere ist nichts. Die gnadenlosen Folgen dieser Einstellung, die den Menschen zum höchsten Wesen übersteigert, die Natur aber zum frei disponiblen Objekt entwertet, bekommen wir immer deutlicher zu spüren. Die Ressourcen schwinden, die Böden versauern, die Gewässer verfaulen, die Lüfte verpesten, die Wälder sterben, die Wüsten wachsen, die Äcker und Tierbestände schrumpfen, nur die Menschheit wächst und wächst. Ein globaler ökologischer Kollaps ist schon längst nicht mehr nur Alptraum ängstlicher Gemüter.

Weltuntergang, na und? In unzähligen Dokumenten betonen die Kirchen ihre „Friedensverantwortung“, die allein auf den Menschen beschränkt bleibt. Auf dem Kriegsschauplatz Natur dagegen und in dem Verbrecherstück der industrialisierten Tierquälerei tritt die Kirche nicht einmal als Samariter auf. Da ist sie Priester und Levit. Da geht sie vorüber. Sie vergisst den Ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses, den Martin Luther mit den Worten erklärt hat: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ Die hier noch gewahrte Ganzheit der Schöpfung ist kirchlich allenfalls Lippenbekenntnis. In der Ethik entspricht ihm jedenfalls nichts. Veruntreuung der Schöpfung aber ist heute jene Sünde wider den Heiligen Geist, die nach dem Markusevangelium (3.29) die unvergebbare heisst.

Die Ehrfurcht vor allem Lebendigen, diese im Namen des dreieinigen Gottes ureigenste Domäne, überlassen die christlichen Kirchen den Natur- und Tierschützern, die sich dafür von den Regierenden als Weltverbesserer und Phantasten im grünen Mäntelchen verspotten lassen müssen. Von der Kirche dürften sie jedoch unter keinen Umständen so behandelt werden. Vielmehr müsste diese hier selbst Partei ergreifen, und der stärkste Anwalt der Ehrfurcht vor allem Lebendigen sein.

Dass man Franz von Assisi verehrt und Albert Schweitzer als Genie der Menschlichkeit feiert, genügt hier nicht! Woher kommt diese Tiervergessenheit in der Kirche? Nun, es liegt daran, dass die Ethik, die theologische wie die philosophische, meint, sie habe es nur mit dem Verhalten des Menschen zum Menschen und zur Gesellschaft zu tun. Das von Albert Schweitzer gewählte Bild ist deutlich:

„Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht herein komme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen.“

Was sie sich an Torheiten leisten, um die überlieferte Engherzigkeit aufrechtzuerhalten und auf ein Prinzip zu bringen, grenzt ans Unglaubliche. Entweder lassen sie das Mitgefühl gegen Tiere ganz weg oder sie sorgen dafür, dass es zu einem nichtssagenden Rest zusammenschrumpft.

Was wir heute erleben, ist ein mit dem Rechenstift ausgeklügeltes schreckliches Höllenspiel, in dem wir unsere Nutztiere in der Massentierhaltung zu Tiermaschinen herabstufen. Die Übermenge an Eiern, Fleisch und Butter, die die westlichen Wohlstandsgesellschaften auf diese Weise produzieren, ist mit menschenunwürdiger Tierquälerei bezahlt. Gegenüber dieser überall straflos praktizierten Ungeheuerlichkeit liest sich Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben wie eine Botschaft von einem anderen Stern. Und eine Kirche, die zu dem allem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspreidigt!

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Über Kirche und Tierschutz

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 18. Januar 2021 von hubert wenzl in Kirchenkritik

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Der Verrat der Kirchen an den Tieren (1)   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang.

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Dass unzählig viele Tiere in unserer Gesellschaft millionenfach so unsagbar leiden müssen, ist nicht zuletzt auf die tierfeindliche Lehre der beiden großen Kirchen zurückzuführen. Wenn auch einzelne aufrechte Pfarrer oder Priester versuchen, sich innerhalb der Kirche für Tierschutz einzusetzen, stehen sie damit im Gegensatz zur Lehre ihrer Kirche. Denn die Kirchenlehre rechtfertigt bis heute Massentierhaltung, Tiertransporte, Schlachthöfe, Tierversuche und Jagd. Bis heute sprechen beide Kirchen den Tieren die unsterbliche Seele ab. Seitdem die entstehende römische Machtkirche ab dem 4. Jahrhundert das Urchristentum verdrängte, ist die Kirche gegen die Tiere – und dies, obwohl Jesus von Nazareth angeblich die Tiere liebte und die ersten Christen Vegetarier waren. Kein Wunder, dass so viele Tierschützer die Konsequenz ziehen und aus der Kirche austreten.

Welche Schuld trägt die Kirche am millionenfachen Tierleid?

Prof. Dr. theol. Dr. Erich Grässer, Ordinarius für Neues Testament an der Universiät Bonn sagte in einer Rede: »Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema »Kirche und Tierschutz« im 20. Jahrhundert ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema `Kirche und Hexenverbrennung´ im Mittelalter.«

Die tierfeindliche Lehre ist im Katechismus der katholischen Kirche (formuliert vom früheren Kardinal Joseph Ratzinger) immer noch festgeschrieben:

»Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. … Auch ist es unwürdig, für sie [die Tiere] Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.« (2417/2418)

Auch im Evangelischen Katechismus spielen die Tiere keine Rolle. Auf den fast 900 Seiten steht kein Wort über Massentierhaltung, Tiertransporte, Verzehr von Tieren, Tierversuche oder Jagd. Doch die wenigen Worte, die sich über die Tiere finden lassen, sind erschreckend: Die lutherische Kirche spricht von Tieren als »nicht-personale Kreaturen« – und zieht daraus die Rechtfertigung, ihr Lebensrecht zu missachten.

Die Trennung des Menschen von seinen Mitgeschöpfen ist die große geistesgeschichtliche »Leistung« des kirchengeprägten Abendlandes, repräsentiert durch die Kirchenväter Augustinus, Thomas von Aquin, Jesuitenschüler Descartes und den Augustinermönch Martin Luther.

Laut Augustinus können Tiere keine Empfindungen wie der Mensch haben. Das Tier ist – wie die Frau – nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen.

Nach der Lehre des Kirchenlehrers Thomas von Aquin (1225-1274) haben Tiere keine unsterbliche Seele – Frauen übrigens auch nicht (Vgl. Carsten Strehlow: Vegetarismus/Veganismus als Bestandteil des Christentums, Berlin, 2000, S. 55).

Descartes (1596-1650), Philosoph und Jesuitenschüler, griff diese Lehre auf und erklärte die Tiere zur bloßen »Sache«. Er bezeichnete die Tiere als Maschinen und Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele.

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Der Verrat der Kirchen an den Tieren (1)

Kirche und Dogmen für den grenzenlosen Fleischkonsum   Leave a comment

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Katharer und Waldenser landeten auf dem Scheiterhaufen, wenn sie sich weigerten Fleisch zu essen. Die Kirchengeschichte ist wohl mehr als unrühmlich. Auch heute werden Vegetarier und Veganer von der Kirche nicht gern gesehen. Grob gesagt heißt es: Gott habe uns ja die „Viecher“ zum fressen gegeben“.

Wer weiter dazugehören möchte, sollte aber zumindest wissen, wozu er sich hier bekennt.

„Joseph Ratzinger lehrte, „es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe

Aus theologe.de

7.12.2020 – Dogmen für den grenzenlosen Fleischkonsum – Angesichts der traditionell großflächigen Weihnachtsschlachtungen der Tiere, die zwar im Stall von Bethlehem folkloristisch besungen werden, in Wirklichkeit aber schon vor den kirchlichen Festtagen grausam gequält und geschlachtet werden, hier einige Fundstellen aus der Dogmensammlung der Römisch-Katholischen Kirche von Denzinger und Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Freiburg 2009. Sie machen deutlich, warum es im Laufe der Jahrhunderte so gekommen ist und weiter praktiziert wird.

Da ist zunächst die „Glaubensprüfung vor der Bischofsweihe„, Denzinger Nr. 325, aus dem 5. Jahrhundert. Die Prüfungskriterien stammen von verschiedenen Synoden und werden Statuta Ecclesiae Antiqua genannt. Ein Tadeln des Fleischkonsums z. B. wegen des Leids der Tiere ist demnach nicht mit der Weihe zur Exzellenz vereinbar. Und einiges mehr. Damit weiß man auch gleich einiges über den Mann, den man dort dann vor sich hat. Wörtlich u. a.:
„Wer zum Bischof geweiht werden soll, muss zuvor geprüft werden, ob er behutsam ist im Verständnis der Schriften, ob er tüchtig geübt ist in den kirchlichen Lehrsätzen, und vor allem, ob er die Lehren des Glaubens mit einfachen Worten bekennt … Man soll ihn auch fragen, ob er glaubt, dass der Urheber und Gott des Neuen und Alten Testaments … ein und derselbe ist … Man soll ihn auch fragen, ob er an die Auferstehung des Fleisches, das wir tragen, und nicht eines anderen glaubt; … ob er den Genuss von Fleisch nicht tadelt; … ob er glaubt, dass in der Taufe alle Sünden, d. h. sowohl die Urschuld als auch jene, die freiwillig begangen wurden, vergeben werden; ob er glaubt, dass außerhalb der katholischen Kirche keiner gerettet wird. Wenn er in allen diesen Punkten geprüft und für vollkommen unterrichtet befunden wurde, dann soll er mit Zustimmung der Kleriker und Laien von den versammelten Bischöfen der ganzen Provinz zum Bischof geweiht werden.“

Wie ernst der Romkirche der praktizierte Genuss von Tierfleisch ist, zeigt sich zum Beispiel in dem Brief von Innozenz III. an den Erzbischof von Tarragona im Jahr 1208, einige Monate bevor er im Jahr 1209 den Kreuzzug zur Ausrottung der Katharer in Südfrankreich ausrufen ließ, die Vegetarier waren, wie teilweise offenbar auch die Waldenser. Innozenz sendet dem Erzbischof in diesem Brief Das den Waldensern vorgeschriebene Glaubensbekenntnis, falls diese in die Kirche zurückkehren wollen anstatt verfolgt und in der Folge lebendig verbrannt zu werden. Ein Satz dieses Glaubensbekenntnisses, dass die Kirche verlangte, dass sie es aufsagen, lautete, Denzinger Nr. 795 :
„Den Genuss von Fleisch missbilligen wir nicht im geringsten.“

Und schließlich noch Denzinger Nr. 1351, Konzil von Florenz, Bulle Cantate Domino von Papst Eugen IV., 1442:
„Deshalb verkündet sie [die hochheilige katholische Kirche], … dass keine Natur einer Speise, die die menschliche Gemeinschaft zulässt, verurteilt werden darf.“

Mit den Tieren dürfe demnach auch alles gemacht werden, wenn es zum Zweck des Fleischkonsums geschieht. Damit wird von vorneherein auch eine Kritik an besonders grausamen Mast- und Schlachtmethoden für das kulinarische Wohlbefinden von Menschen – als „Häresie“ und gegen den katholischen Glauben gerichtet – untersagt. Und die Bulle heißt dazu auch noch Singt dem Herrn. Die Frage ist: Welchem?
Und alles das wurde bis heute auch nicht geändert, ist also Teil des römisch-katholischen Glaubens, der für alle Gläubigen verpflichtend ist. Wer weiter dazugehören möchte, sollte aber zumindest wissen, wozu er sich hier bekennt.

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[…]

Nur den bestialische Tod in den Schlachthäusern oder beim Gejagt-Werden, wo selten der erste Schuss gleich richtig trifft, fürchtet das Tier. Oder die bestialischen Versuche in den Versuchslabors, die allesamt mit dem Segen der Kirche arbeiten. Und die Tiere leiden, dass  Menschen ihren Lebensraum mit dem Segen der Kirche immer mehr gegen „Null“ reduzieren, weil nur der Mensch für die Kirche das Maß aller Dinge ist, und weil dieser Wälder, Felder, Meere, ja den ganzen Planeten, zunehmend bis in den letzten Winkel hinein nur zum eigenen Profit knechtet und malträtiert ohnegleichen. Und Tiere, die in diesem Profit-System des konfessionellen Machtmenschen und von Seinesgleichen keinen Platz mehr haben, werden eben ausgerottet. Und da ihnen ohnehin kein „Person-Sein“ zukomme, ist das für jemanden, der so denkt, ohnehin mehr eine allgemeine oder statistische Feststellung.

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PS: Obwohl Tiere vom Papst und der Kirche nichts zu erwarten haben außer dem „Segen“ für ihren meist qualvollen Tod, scheute sich die Stadt Erfurt nicht, Einnahmen aus der Tierhaltung, in diesem Fall der Hundesteuer, für die Kosten des Papstbesuches zu verwenden (siehe http://hpd.de/node/11792?page=0,0). Papst Joseph Ratzinger lehrte,es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe (siehe hier), eine weitere Verhöhnung Gottes. Im ersten noch unverfälschten Schöpfungsbericht der Bibel ist z. B. klar festgehalten, dass für Menschen und für Tiere die pflanzliche Nahrung vorgesehen ist und
folglich keine Tiere zur Ernährung getötet werden sollen.

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„Die Sau, die man bei der Ernte schießt, kann im nächsten Jahr keinen Schaden machen.“
(Hans Pfister, Kreisjägermeister, zit. nach Mitteldeutsche Zeitung, 12.8.2009)

PS: Für das Kirchenchristentum gelten Wildtiere, die Hunger haben, als „Schädlinge“, da der Mensch einen Anspruch auf 100 % der Ernte für sich erhebt, während Wildtiere nicht das Geringste davon bekommen sollen. Zudem wird den Tieren systematisch auch der noch verbliebene Lebensraum weg genommen, um den Profit des Menschen noch weiter zu erhöhen.

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[…]

Wer keinem Huhn den Hals umdreht, wird aufgehängt

Im Mittelalter lässt die kirchliche Inquisition zum Beispiel Menschen aufhängen, die sich weigerten, Tiere zu töten. Als Beweis ihres rechten römisch-katholischen Glaubens müssen Verdächtige in bekannt gewordenen Fällen öffentlich ein Tier schlachten. Der Philosoph Graf von Hoensbroech schreibt: „Durch eine Bischofsversammlung in Goslar im Jahr 1051 wurden mehrere als Ketzer zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten; denn es entspräche den Anschauungen der Katharer, keine Tiere zu töten“ (mehr zu den auf Befehl des Papstes ermordeten Katharern in Südfrankreich siehe hier und in dem Buch Verfolgte Gottsucher). „Ja selbst das Aussehen der Angeschuldigten genüge, sie als Ketzer zu verurteilen, weil ihre Blässe zurückzuführen sei auf den der Lebensführung der Katharer entsprechenden ausschließlichen Genuss von Pflanzennahrung.“ (Paul Graf von Hoensbroech, Das Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit, Leipzig 1904, S. 35; PS: In Bezug auf eine vernünftige vegetarische Ernährung ist die angebliche „Blässe“ eine Verleumdung)

Und da auch die Waldenser in Verdacht stehen, keine Tiere zu töten und vegetarisch zu leben, müssen sie folgendes Glaubensbekenntnis sprechen, wenn sie eine Verfolgung vermeiden und in die Kirche zurück kehren wollen: Den Genuss von Fleisch missbilligen wir nicht im Geringsten (= Carnium perceptionem minime culpamus). Die katholische Dogmensammlung Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen von Heinrich Denzinger, überarbeitet von Peter Hünermann (42. Auflage, Freiburg 2009) hat dieses Bekenntnis aus dem Jahr 1207 unter der Nummer 795 bis heute unter die bedeutenden „Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen“ aufgenommen.

Die furchtbaren Traditionen der Kirche

Und wie ergeht es den Tieren selbst? Zu Ehren des „heiligen“ Vinzenzus wird bis heute jährlich eine Ziege in Manganeses de la Polverosa in Spanien lebend vom Kirchturm geworfen. In anderen Orten werden Stiere zur Ehre des katholischen Schutzheiligen des Ortes durch die Straßen getrieben und am Ende der Festlichkeiten abgestochen (das berühmteste Spektakel dieser Art findet alljährlich in Pamplona statt). Diese und viele weitere grausame Bräuche und Traditionen entstehen in der katholischen Bevölkerung. Zahllose Tiere werden zudem als Weihnachts- und Osterfestbraten in allen kirchlich geprägten Ländern bis heute qualvoll gemästet und verzehrt, und in dem überwiegend katholischen Frankreich erklärt die Nationalversammlung erst im Jahr 2005 die Gänsestopfleber zum „nationalen Kulturerbe“. Dafür werden die Tiere zuvor „gestopft“, d. h. mit qualvollen Mitteln aufgebläht und aufgedunsen.

Während die katholische Lehre bestrebt ist, das teilweise furchtbare Verhalten der Menschen gegenüber den Tieren auch theologisch zu rechtfertigen (z. B. Katholischer Katechismus Nr. 2417 und Nr. 2418), wird das Thema in der evangelischen Theologie weitgehend ignoriert. So schreibt etwa der Theologe Dr. Guido Knörzer über die evangelischen Denkgebäude: „Tiere, Pflanzen, die Welt kommen hier nicht mehr vor.“ (Töten und Fressen? München 2001, S. 60)
Und womöglich ist ein tiefenpsychologischer Grund für den schlimmen Umgang der Kirche mit den Tieren auch, dass diese weder katholisch noch evangelisch sind, sondern einfach Geschöpfe Gottes.

[…]

Verfolgt und getötet

Dieses Wissen von der Lebensweise von Jesus und den Jüngern zieht sich im Untergrund durch die gesamte Geschichte der Christenheit und findet immer wieder Nachfolger. Ein weiteres Beispiel sind die ebenfalls vegetarisch lebenden Katharer im mittelalterlichen Südfrankreich. Sie werden – wie viele andere Urchristen auch – von der Kirche grausam verfolgt und getötet.

Heute kann man die weltweite Massentierhaltung und den Rekord an Tierversuchen als grausige Höhepunkte einer kirchlichen Tradition betrachten, die den Menschen als „Ebenbild Gottes“ von Natur und Tieren getrennt hat. Als Tüpfelchen auf das „i“ passt dazu, dass sich im Jahr 2000 noch die meisten Abgeordneten der so genannten C-Parteien in Deutschland („c“ von „christlich“), CDU und CSU, weigern, der Aufnahme des Tierschutzes in das deutsche Grundgesetz zuzustimmen. Erst im Jahr 2002 findet sich in diesen Parteien dafür doch eine Mehrheit, und das Grundgesetz kann um den Tierschutz erweitert werden. Doch als eine Folge des bis dahin fehlenden Grundrechts wird Anfang 2002 gerade noch schnell das Verbot des betäubungslosen Schlachtens („Schächtens“) für muslimische Metzger in Deutschland aufgehoben. Gleich den jüdischen Metzgern wird nun auch ihnen das Schächten erlaubt. Und auch sonst hat sich trotz der Grundgesetz-Erweiterung für die Tiere seither praktisch so gut wie nichts verbessert. Die schönen Worte im Grundgesetz sind bisher nur heiße Luft.

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Kirche und Dogmen für den grenzenlosen Fleischkonsum

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Gruß Hubert

Missbrauchsgipfel: Der Teufel war’s   Leave a comment

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Nur ja keine Schuld annehmen. Wozu hat die kath. Kirche denn den Teufel? Der war’s. Erbärmlich! Denen ist es immer noch nicht Ernst um eine schonungslose und ehrliche Aufklärung, nicht zuletzt auch um eine Entschädigung der Opfer, die angemessen ist.

Aus der ZEIT

Der Rückzug in die Theologie als Vorwärtsverteidigung: Papst Franziskus‘ Abschlussrede zum Missbrauchsgipfel ist eine Enttäuschung.

 

Papst Franziskus bei einer Messe im Vatikan © Giuseppe Lami/​Pool/​AP/​dpa

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Der Missbrauchsgipfel ist gescheitert. Er war eine Enttäuschung für all jene, die sich von Papst Franziskus in seiner Abschlussrede ein konkretes Schuldeingeständnis und praktische Schlüsse versprachen. Also für die halbe Welt. Franziskus schlingerte gegenüber den vom Missbrauch Betroffenen, die nach Rom angereist waren, aber nicht mitdiskutieren durften. Die lediglich als „Stimmen“ ihre Leiden beschreiben durften.

Bezeichnenderweise hieß der Titel der ganzen Veranstaltung nicht: „Schutz der minderjährigen Kinder vor der Kirche“, sondern „in der Kirche“. Der Pontifex klammerte sich in seiner Rede immer wieder an dieses „in“ wie an einen Rettungsring. Er verwies auf Kindersoldaten sowie Kinderarbeit und Kinderprostitution und vergaß auch nicht die Kinder, die unter häuslicher Gewalt leiden.

Man weiß, dass die Kirche auf diesen Gebieten eine Menge unternimmt. Nur war diese Begegnung nicht einberufen worden, um die Schädlichkeit sozialer Netzwerke zu thematisieren, sondern sexuelle Vergehen oder Misshandlungen von Kirchenvertretern an Jugendlichen.

„Mysterium des Bösen“ und „Instrument Satans“

Doch in Franziskus‘ Rede wurde dieses Monströse, dieses „Mysterium des Bösen“ in der Welt, das „gegen die Schwächsten gerichtet ist“, vor allem zu einem „Instrument Satans“, der mittels Internet mit kinderpornografischen Inhalten die Jugend verdirbt und eben auch vor dem Klerus nicht haltmacht.

Offenbar war auch nicht allen angereisten Bischöfen das Problem in seiner ganzen Tragweite bewusst. Manche der geistlichen Gesandten aus Afrika und aus Asien erklärten, sie verstünden unter Missbrauch Kinderarbeit und Kinderprostitution und hielten deshalb diese Debatte um sexuellen Missbrauch für reine Obsession.

Warum Papst Franziskus – anders als bei anderen Reden über die Aufarbeitung des strukturellen Missbrauchs – in seiner Abschlussrede das Argument dieser Bischöfe so stark gewichtete, lässt sich letztlich nur taktisch erklären. Es war wohl die Furcht vor der Spaltung seiner Kirche, der Versuch, alle mitzunehmen auf den Pfad der Erneuerung. Es erklärt aber nicht, warum der Papst seine gesamte Rede so betont relativierend gestaltete. Er zitierte mehrere wissenschaftliche Studien, die von Großorganisationen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO in Auftrag gegeben wurden, und verlas, dass laut diesen Untersuchungen vor allem Eltern, Angehörige, Verwandte und Erzieher den Täterkreis bildeten. „Demnach erlitten neun von zehn Opfern den Missbrauch in der Familie.“

Erst an letzter Stelle – nach dem Sport – erwähnte der Papst die Kirche. Dabei weiß er nur zu gut, dass ein Problem nur scheinbar kleiner wird, wenn man den Rahmen größer aufzieht.

Klagen über die Polemik der Kirchenkritiker

Dass Franziskus schließlich immer wieder betonte, dass es vor allem der Druck der Medien war, der die Kirche zur Auseinandersetzung mit dem Skandal zwang, und gleich danach die Polemik der Kirchenkritiker bemängelte, passt gut zu seinen Invektiven gegen Kirchenkritiker, die er schon unmittelbar vor dem Gipfel in Süditalien gegenüber Pilgern äußerte. Der Spiegel zitierte Franziskus mit den Worten, Menschen, die die Kirche ständig und ohne Liebe kritisierten, seien für ihn die Freunde, Cousins und Verwandten des Teufels.

Folgt man dieser Argumentation, bräuchte es in Zukunft im Vatikan keine Juristen in den Kirchengerichten und der Verwaltung mehr, auch keine Sexualtherapeuten in der Priesterbetreuung, sondern vor allem Exorzisten. Wäre es nicht besser gewesen, anstatt wie der Papst nur die „erstickten Schreie der Opfer“ zu betrauern, regelmäßig und nicht nur symbolisch mit den Betroffenen den Austausch zu suchen? Lange genug hat der Vatikan das Prinzip „Klärung erst nach Verjährung“ genutzt.

Mehr Sorge um die eigene Spaltung

Am dritten Tag des Gipfels, bei einem Bußgottesdienst, sagte Neuseelands Vertreter, Kardinal John A. Dew, vor Papst und führenden Kardinälen und Ordensleuten glasklar: „Wir bekennen, dass wir die Schuldigen geschützt und die Opfer zum Schweigen gebracht haben.“ In Erinnerung bleiben wird auch die Stimme eines chilenischen Missbrauchsopfers, das vor den Versammelten sprechen durfte: „Missbrauch ist die schlimmste Demütigung, die ein Mensch erleben kann.“ Und er fuhr fort: Weil er dem entfliehen wolle, sei er nicht mehr er selbst, sondern lebe in zwei Welten. „Ich wünschte, der Täter könnte verstehen, dass er ein Opfer derart spaltet. Für den Rest seines Lebens.“

Solange die römische Amtskirche sich mehr Sorgen macht um ihre eigene Spaltung, verbaut sie sich jeden Neuanfang, den sich manche in ihr ja doch wünschen.

Der maltesische Erzbischof Charles Scicluna zum Beispiel, zuständig in der päpstlichen Glaubenskongregation für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, bemängelte öffentlich, dass die Betroffenen über das kirchenrechtliche Vorgehen bei der Aufarbeitung nicht informiert würden. Auch über den Ausgang von Prozessen würden sie nicht in Kenntnis gesetzt.

Nur Kardinal Marx besuchte die Opferverbände

Oder Kardinal Reinhard Marx, der während des Treffens in Rom auch die katholische Verwaltungsgerichtsbarkeit für den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen mitverantwortlich machte. Marx war übrigens der einzige Vertreter auf dieser Konferenz, der sich laut Informationen des Fernsehsenders Phoenix in Rom während dieser Tage für 90 Minuten in das Hotel begab, in dem die Opferverbände logierten.

Im Kleinen werden solche mutigen Stimmen sicher etwas bewirken. Wenn aber der Papst in seiner Liste zur Verbesserung des Missstandes dem Punkt „Begleitung des Opfers“ fünf andere Punkte voranstellt, die rein theologischer Natur sind, dann ist auch das ein Zeichen.

So wird die katholische Kirche weiter an ihrem alten Leiden kranken: Wer sich als alleiniger Übermittler der göttlichen Wahrheit sieht, gerät leicht in Gefahr, seine eigene irdische Glaubwürdigkeit für weniger wichtig zu halten.

Dem Gipfel werden in der nächsten Zeit Tagungen von Arbeitsgruppen folgen, die das Besprochene nun konkretisieren sollen. Ob das einen neuen Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche auslösen wird, davon hängt Franziskus‘ Glaubwürdigkeit ab. Er kann sich dem endlich stellen oder weiter in die Mystik flüchten.

 

Einige Kommentare dazu:

ZDLer

Die einzige angepasste Reaktion wäre die Selbstauflösung dieses Vereins, die Öffnung der Archive für HistoirikerInnen und für Ermittlungsbehörden. Weiter die Einziehung des Vermögens. Dann, erst dann wäre eine eventuelle katharsische Neugründung möglich. Demut statt Arbeitskreisen und Zehnpunkteplänen, meine Herren!

Deserteur 2.0

Also so viele Kirchenaustritte wie in den letzten Jahren gab es in der Geschichte der Kirche in Europa noch nie.

Natürlich wird der Laden nicht verschwinden (das wäre zu schön) aber er wird seine Machtposition Schritt für Schritt einbüßen und das ist auch gut so.

Denn die Kirche beweist sich ihrer Macht immer und immer wieder unwürdig.

BTW – es liegt mir ziemlich quer, dass es Ihnen bei Ihrer Antwort wichtiger zu sein scheint, den Kritikern eins ausgewischt zu sehen als das Problem des Kindesmißbrauchs zu lösen. Ich erkenne da eine ganz ungesunde Vertauschung von Prioritäten…

Dindi

Europa und die westliche Welt hat im Moment doch größere Probleme als die Kirche, die viel gravierender und bedrohlicher sind. Ob das nun die antisoziale Entwicklungen durch Internet u. Medien, die Umweltverschmutzung, der Neoliberalismus oder ein drohender kalter (möglicherweise sogar heißer) Krieg der Großmächte ist, die Alternativen zur Kirche sehen nicht so toll aus.

Und übrigens; Homophobie, Kindesmissbrauch, Frauenfeindlichkeit, all diese unguten Dinge gibt es auch in unserer sog. aufgeklärten modernen Gesellschaft auch. Vermutlich statistisch um einiges ausgeprägter.

Aber gut – wenn Sie meinen.

Ab wann darf denn Ihrer Meinung dann drüber gesprochen werden? Muss vorher der Weltfriede hergestellt, der Hunger auf der Welt besiegt und der Krebs heilbar sein, bevor man drüber reden darf, oder darf man vorher auch schon drüber reden?!

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-02/missbrauchgipfel-abschlussrede-kommentar#comments

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Missbrauchsgipfel: Der Teufel war’s

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Gruß Hubert