Archiv für die Kategorie ‘Religionskritik

Das Leiden ist der Fels des Atheismus (Georg Büchner)   Leave a comment

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Für mich ist die Theodizee die zentrale Frage ob es einen Gott geben kann oder nicht.

Das Leiden in der Welt ist der Fels des Atheismus.

Ich möchte hier Georg Büchner bemühen, der auf eine kurze Formel gebracht gesagt hatte: Das Leiden in der Welt ist der Fels des Atheismus.

Hier ein Auszug aus diesseits.de dazu.

Büchners Dramenfigur Thomas Payne ergänzt in „Dantons Tod“, was er von einem gütigen und allmächtigen Gott hält:

Man kann das Böse leugnen, aber nicht den Schmerz; nur der Verstand kann Gott beweisen, das Gefühl empört sich dagegen. Merke dir es, Anaxagoras, WARUM LEIDE ICH? DAS IST DER FELS DES ATHEISMUS.

(Hervorhebung vom Autor)

Die Erlösung aller Gläubigen durch den Kreuzestod Christi erscheint Georg Büchner offenbar als ungeheuerliche Vorstellung, die er nicht glauben mag. Er lässt Robespierre in Dantons Tod argumentieren: „Was sehen wir immer nur nach dem Einen? Wahrlich des Menschensohn wird in uns Allen gekreuzigt, wir ringen Alle im Gethsemanegarten im blutigen Schweiß, aber es erlöst Keiner den Anderen mit seinen Wunden.“ In provokanter Weise relativiert Georg Büchner das im Christentum verherrlichte Leiden Christi durch das millionenfache schreckliche Leid der menschlichen Kreaturen überall auf der Erde.

Die Theodizee, die ungelöste Frage nach der Rechtfertigung eines von einem angeblich allmächtigen und allgütigen Gott tolerierten Leides auf der Welt, das ist offenbar der große Stein des Anstoßes für Georg Büchner, der ihm zum „Fels des Atheismus“ wird. Damit stellt er sich an die Seite der zeitgenössischen Religionskritik von Feuerbach, Heine, Marx, Engels und anderen Linkshegelianern. Aber auch Epikur hat er offenbar gut gelesen und in sein Jahrhundert übersetzt.

 

Das Leiden ist der Fels des Atheismus (Georg Büchner)

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Gruß Hubert

 

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Sie säen nicht und der „himmlische Vater“ nährt sie doch   Leave a comment

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Wir kennen ja alle den Satz sinngemäß: Sehet die Vögel, sie säen nicht, und euer himmlischer Vater nährt sie doch.
Einen Dreck ernährt er sie. Wenn sich Tier und Mensch nicht auf die Füße bzw. Flügel macht, dann würden alle verhungern. Es kommt nichts vom Himmel geflogen. Der „himmlische Vater“ sorgt für kein Schlaraffenland. Wie viele Kinder verhungern denn täglich auf der Welt? Sind es nicht 30.000? Also was soll dieser Unfug und die freche Behauptung?
Außerdem lebt der Mensch in seiner Hybris und glaubt er sei so viel mehr wert als Tiere. Wenn die letzte Stunden geschlagen hat geht er gleich der Verwesung bzw. der Asche entgegen wie ein Tier. Aber der Mensch will ja nicht sterben, ER will ewig leben. Hunde wollt ihr ewig leben, sage ich da nur.

Aus Gunter Bleibohm: WIDERREDE III

 Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch.

Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? (Mt 6, 26)

 

Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Seid ihr wirklich viel mehr denn sie? Warum meint ihr, dass ihr viel mehr seid? Und wo seid ihr viel mehr? In der Masse, in der Notwendigkeit eurer Existenz, in der Überheblichkeit, im Irrtum eurer Bedeutung? Seid ihr mehr, weil der Zufall euch in eine menschliche Form gepresst hat oder seid ihr nur mehr, weil euer Denken so dürftig ist, dass ihr es nötig habt, andere übertreffen zu wollen? Gibt es einen Beweis, dass ihr viel mehr seid? Oder gilt euch als Beweis, dass ihr alles andere, was nicht menschlich ist, mit dem Vorschlaghammer auf dem Amboss eurer Unzurechnungsfähigkeit zerschlagt, sobald sich Gelegenheit dazu bietet.

Und was wäre wirklich, wenn ihr irgendwo mehr wäret – außerhalb eurer subjektiven Phantasie? Was würde es ändern? Was seid ihr wirklich außerhalb eurer Gedankenwelt, außerhalb eurer Hybris, außerhalb eures Überheblichkeitswahns? Könntet ihr überhaupt so etwas denken und auch das Ergebnis verkraften? Oder brecht ihr dann verzweifelnd zusammen und flüchtet hinter die fiktiven Mauern einer Jenseitsreligion, einer dieser Glaubenskulte, die euch in eurer Jämmerlichkeit und Bedeutungslosigkeit über den Sinn und Wert eurer Existenz belügen, bis ihr endlich genau so verendet seid wie die Vögel, wie jedes Tier, wie jedes Leben schlechthin. Ausnahmslos, immer, gleichmachend, gerecht.

Wohlan, ertragt den Richterspruch des Universums, der euch eure Bedeutung lehren wird. Und was seid ihr wirklich?

  • Sub specie universi: eine Nichtigkeit, euer Planet ein nahezu nicht auffindbarer kleiner Punkt im Universum.

  • Sub specie vitae: eine Nichtigkeit, eine – möglicherweise gar singuläre – Marginalie im Riesenreich der unbelebten Materie.

  • Sub specie aeternitatis: eine Nichtigkeit, ein fast nicht ermittelbarer Zeitraum in der unendlichen Zeit.

  • Sub specie terrae: eine Nichtigkeit, ein belebtes Wesen unter zahllosen Milliarden anderer Lebewesen, ausgestattet mit einer begrenzten Zeitspanne an Lebenskraft, ein Wesen, das bei der Geburt bereits dem Tod, der endgültigen Vernichtung, entgegeneilt.

Dies ist der Rahmen, in dem sich eure vermeintliche Bedeutung, euer Leben, abspielt, das ist der Rahmen, der dem kleinsten Wurm die gleiche Notwendigkeit, aber auch die gleiche Vergeblichkeit, Bedeutungslosigkeit und Vergänglichkeit zuweist wie einem Menschenwesen. Vor dem Horizont des Universums hört hier jegliche Ungleichheit auf, denn alles ist gleich nichtig, beliebig, sinnlos.

Und eure kurze Lebenszeit? In der Vorausschau ein Wollen, in der Rückschau ein Vergessen, durchsetzt mit den Nebeln der Erinnerung. Die Ängste, die Hoffnungen, die glücklichen und die schrecklichen Momente versinken im Vergessen, versinken im Zeitablauf in der Nie-Gewesenheit. Warum war das alles und ist heute nicht mehr? Nur um zu dem heutigen Tag zu gelangen? Zu diesem Tag, der mit allen Ereignissen auch im Nichts versinkt? Leben ist etwas virtuelles, ein leerer Wahn, ein Taumeln zwischen Vergessen, Erleiden und Wollen, eine sadistische Quälerei des Seins gegenüber einer entarteten Materie, einer Materie, die mit mehr oder weniger Bewusstsein in die Form von Leben geknechtet wird.

 

Jagt die Lügenpfaffen endlich vom Hof, hetzt die bissigen Hunde der Vernunft auf sie, bringt ihnen bei, dass ihr endlich aus dem Schlaf der Glaubensumnachtung erwacht seid und euer kurzes Leben, dieses zufällige Aufflackern der Materie, der Erkenntnis widmen wollt, der Erkenntnis, von der Gleichwertigkeit jeglichen Lebens.

Zwingt die Narrengilde der Jenseitsprediger ihrem unsinnigen Anthropozentrismus abzuschwören, bringt ihnen Demut vor der real existierenden, belebten Materie bei, beendet endlich die Blutspur ihrer Glaubenshalluzinationen auf diesem Planeten und findet euch damit ab, dass kein Gebet hilft, kein Gott existiert und das am Ende eurer Tage sich euer Sein in Nichts wandelt.

Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?

Nein und nochmal nein, denn alles Leben ist sub specie universi gleich, so wie ein Wassertropfen im Meer dem anderen gleicht, gleich wertvoll, gleich sinnlos, gleich vergeblich.

 

(aus: Gunter Bleibohm: WIDERREDE III www.gegensicht.de)

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Gruß Hubert

 

 

 

78 Prozent der US-Amerikaner sind Kreationisten   Leave a comment

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Kaum zu glauben, dass 78 Prozent der US-Amerikaner Kreationisten sind. Religiöse sind ja dem politischen Konservatismus nahe und deshalb in den USA eher den Republikanern zuzuordnen.

Aus http://www.heise.de/tp

40 Prozent glauben gar, seit Jahrzehnten weitgehend unverändert, dass Gott die Menschen vor 10.000 in ihrer jetzigen Gestalt geschaffen hat

Die USA sind doch noch God’s own country. Sollte man zumindest denken, wenn man berücksichtigt, was sie über die Entstehung des Menschen denken. Auch wenn die Zahl der Religiösen selbst in den USA eine der letzten Religionshochburgen der westlichen Welt allmählich zurückzugehen scheint, nimmt deswegen die Orientierung an Aufklärung und Wissenschaft nicht wirklich zu.

Ist man religiös, mag man zwar die Wirklichkeit anders als ein Atheist und Wissenschaftler betrachten, aber man scheint dabei glücklicher zu sein, hat uns erst kürzlich wieder eine Studie verraten, während eine andere herausgefunden haben will, dass Religion die Gesellschaft zusammen hält, was allerdings beides Marx zu bestätigen scheint, dass Religion das Opium fürs Volk ist. Andere Studien sehen einen für die Gläubigen negativen Zusammenhang zwischen Religion und Intelligenz. Die Obermemetikern Susan Blackmore hat vor kurzem der Religion immerhin bescheinigt, kein Virus zu sein, weil die Religiösen sich besser sexuell reproduzieren.

Wie auch immer, Religion heißt auch Hörigkeit und lässt glauben, was einst in der Bibel geschrieben wurde – und Religion ist auch mit politischem Konservatismus verbunden. Daher ist es wenig erstaunlich, wenn die religiösen Menschen in den USA nicht nur dem Kreationismus zuneigen, sondern sie sich auch eher den Republikanern zuordnen.

Nach einer aktuellen Gallup-Umfrage sind noch immer 40 Prozent aller US-Bürger Meinung, dass Gott die Menschen vor 10.000 Jahren in ihrer jetzigen Gestalt geschaffen hat. Selbst 22 Prozent der Hochschulabgänger und 37 Prozent derjenigen mit einem College-Abschluss vertreten diese Meinung. Allerdings beschränkt sich die Abwehr der Evolution nicht auf die regelmäßigen Kirchengänger, von denen immerhin 60 Prozent harte Kreationisten sind. Wenn aber nur 2 Prozent von diesen meinen, dass die Menschen sich ohne Einwirkung Gottes entwickelt haben, während 31 Prozent einer von Gott gelenkten Evolution, also dem sogenannten Intelligent Design, anhängen, macht das dann doch 91 Prozent zu Kreationisten. Wer nicht zur Kirche geht, scheint doch stärker immun zu sein, auch wenn selbst hier nur 31 Prozent keine Einwirkung Gottes in der Evolution sehen.

Insgesamt sind nur 16 Prozent der US-Bürger Anhänger der Evolutionstheorie, zu den 40 Prozent harten Kreationisten kommen nämlich noch 38 Prozent Anhänger des Intelligent Design. Auch wenn sich deren Zahl im Vergleich zu 1982 um 7 Prozent erhöht hat, sind die harten und weichen Kreationisten erstaunlich konstant und unbeirrt geblieben: 1982 gab es mit 44 Prozent noch ein wenig mehr harte Kreationisten, 38 Prozent waren Anhänger des Intelligent Design. Während zwar auch zwei Drittel der demokratisch oder unabhängig orientierten Menschen zum Lager des weichen und harten Kreationismus gehören, sind es bei den Republikanern 88 Prozent.

In Deutschland können nach Umfragen etwa 40 Prozent dem Lager des weichen und harten Kreationismus zugerechnet werden, 46 Prozent gehen von einer Evolution ohne Einwirkung Gottes aus. In einer anderen Umfrage aus dem Jahr 2005 vertreten 60 Prozent der Deutschen die Evolutionstheorie.

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78 Prozent der US-Amerikaner sind Kreationisten

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Gruß Hubert

Söder und das Kreuz mit dem Kreuz   9 comments

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Der Staat hat sich in Glaubensdingen neutral zu verhalten, das gilt auch in Bayern. Und es gilt weiterhin die Trennung von Staat und Kirche. Es wird keine Extrawürste für Bayern geben, das Verfassungsgericht wird das sicher feststellen. Es gibt keine Staatskirche. Der Söder fängt ja gut an…

Ich stelle mich voll hinter Claudia Kornmeier, SWR, in ihrer Argumentation.

Aus tagesschau.de

 

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Ministerpräsident Söder hat den Kreuz-Streit neu angefacht. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1995 klingt in Teilen so, als hätten die Richter Söders Argumentation vorausgesehen.

Was hat das Bundesverfassungsgericht 1995 entschieden?

In Deutschland gilt die Glaubensfreiheit, Artikel 4 Grundgesetz. Kreuze in Klassenzimmern staatlicher Schulen sind damit aus Sicht der Verfassungsrichter nicht vereinbar (Az. 1 BvR 1087/91). Geklagt hatte ein Vater, der sich an dem christlichen Symbol in den Klassenzimmern seiner Kinder gestört hatte. Die Entscheidung für oder gegen einen Glauben ist aus Sicht des Bundesverfassungsgerichts Sache des Einzelnen, nicht des Staates. Das heißt, der Staat muss neutral bleiben. Die Verfassungsrichter stellten außerdem fest: Eine „friedliche Koexistenz“ von Anhängern unterschiedlicher Überzeugungen könne der Staat nur gewährleisten, wenn er selbst in Glaubensfragen neutral bleibe. „Er darf daher den religiösen Frieden in einer Gesellschaft nicht von sich aus gefährden.“ Auf die zahlenmäßige Stärke oder die soziale Relevanz komme es dabei nicht an.

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Söder und das Kreuz mit dem Kreuz

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Gruß Hubert

DITIB-Feiern in Deutschland   Leave a comment

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Es geht überhaupt nicht wenn Kinder für politische oder religiöse Zwecke missbraucht werden. Das ist typisch für totalitäre Regime oder Ideologien. Religionsunterricht sollte erst ab 13 bis 14 Jahren begonnen dürfen. Vor allem müssten das dann die Mitglieder dieser Religion selbst finanzieren. Warum sollten Leute, die mit dieser Religion nichts zu tun haben mitzahlen? Auch ist jede Indoktrination von Kindern ein Verbrechen. Die sind da schutzlos ausgeliefert und diese Inhalten prägen sich ganz tief ein.
Vor allem beim größte Moscheeverband Europas, dem türkischen DITIB stehen die Dinge sehr im Argen.

Aus tagesschau.de

Gedenken oder Kriegspropaganda?

Der größte Moscheeverband Europas, DITIB, steht erneut in der Kritik: Bundesweit fanden Gedenkveranstaltungen in Moscheen statt, bei denen auch kleine Kinder uniformiert auftraten.

Von Elmas Topcu und Isabel Schayani, WDR

Mit heller Stimme tritt ein kleiner, uniformierter Junge auf der Bühne nach vorne, salutiert und ruft so laut er kann: „Wenn es dem Vaterland dient, opfere ich mein Leben.“ Im Publikum sitzen die Eltern und Gemeindemitglieder der DITIB-Gemeinde von Güglingen.

„Bereit zum Krieg!“, ruft ein uniformierter Grundschüler. Dabei trägt er eine Militäruniform und ein Spielzeuggewehr. Applaus vom Publikum – in Duisburg. Ein Mädchenchor, die Jüngste vielleicht acht Jahre alt, singt: „Schlaf ruhig, mein Märtyrer, nie vergibt dieses Volk dem, der dich erschoss.“ Im Hintergrund Bilder von Soldaten – in Castrop-Rauxel.

Mehr als 80 Veranstaltungen in Deutschland

Nach WDR-Recherchen fanden im März bundesweit mehr als 80 solcher Gedenkveranstaltungen an den Ersten Weltkrieg auch mit Kindern und militärischem Bühnenprogramm in DITIB-Gemeinden statt. In den vergangenen Tagen tauchten zahlreiche Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken auf.

Das Muster ist stets ähnlich: Kinder auf der Bühne, die Jungen als Soldaten verkleidet, mal bewaffnet, mal nicht, spielen die Schlacht von 1915 nach und Chöre besingen den Krieg und Märtyrertod. In Vorträgen und Liedern werden Parallelen gezogen zwischen der Schlacht von Gallipoli im Jahr 1915 und zum Beispiel der Eroberung Afrins in diesem Jahr.

Politisierung seit Jahren zu beobachten

Diese Gedenkveranstaltungen werden jedes Jahr von zahlreichen Verbänden und Gemeinden begangen. Doch was sich seit zwei Jahren in den DITIB-Moscheen abspielt, ist neu, beobachtet der Leiter der Essener Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung, Haci-Halil Uslucan: „Früher hat so etwas nicht in der Moschee stattgefunden. Es ist ein Novum, dass politische und nationalistische Mythen Einzug in die Moschee halten. Bedenklich ist es, Afrin und 1915 gleichzusetzen. Das sind historisch völlig andere Konstellationen.“

Vor allem dass Kinder auf der Bühne auftreten, sei nicht hinnehmbar: „Kinder dort mit Waffen und Uniform auftreten zu lassen, ist in Deutschland untypisch. Die Kinder bekommen durch solche Theaterstücke und Rollen eine positive Assoziation zu Krieg und Waffen. Das hat mit dem deutschen Verständnis von Kindeswohl und Kinderschutz nichts zu tun“, sagt Uslucan.

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Hier weiterlesen:

DITIB-Feiern in Deutschland

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 20. April 2018 von hubwen in Politik, Religionskritik, Uncategorized

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Von was leben Kleriker?   Leave a comment

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Von was leben Kleriker?

Ich sehe sie jedenfalls nur als Parasiten und Schmarotzer, weil sie von der Arbeit anderer Menschen leben und nichts als leere Versprechungen als Tausch dafür geben. Aber selber blöd, wer dieser Jesus GmbH oder anderen religiösen Organisationen angehört und vielleicht auch noch so dumm ist für die superreiche katholische Kirche zu spenden. Zum Beispiel ist die kath. Kirche in den allermeisten Ländern wo sie präsent ist der größte Grundbesitzer – gar nicht zu reden von den Aktienbeteiligungen – auch bei Rüstungsfirmen und Pharmafirmen, die die Antibabypillen herstellen (Serono in der Schweiz)

(ENZYKLIKA
SEINER HEILIGKEIT PAUL PP. VI. HUMANAE VITAE) https://w2.vatican.va/…/hf_p-vi_enc_25071968_humanae-vitae.… – Ich lebe ja in Südtirol / Italien, und bin aus Prinzip aus der kath. Kirche ausgetreten, weil es in Italien ja keine Kirchensteuer gibt und daher auch keine vom Lohnstreifen oder der Pension einbehalten wird (dann auch noch an die Kirche weitergeschickt wird – sie brauchen nur aufhalten). Sehr wohl bezahlt aber jeder italieinische Staatsbürger mit, da die Kath. Kirche ja durch die Lateranverträge  1929 mit Mussolini abgeschlossen, JEDES JAHR einen erklecklichen Beitrag vom Staat bekommt.. als bezahlt von ALLEN, auch von Ausgestretenen, Atheisten, Andersgläubigen. Denen ist aber ja nichts zu blöd, Hauptsache kassieren!

Die wenigsten Menschen machen sich eigentlich Gedanken wie die Kleriker überhaupt leben können. Denn sie arbeiten ja nicht im Sinn, dass sie etwas produzieren. Sie bieten religiöse Dienstleistungen an, wie Trauungen, Beerdigungen, Taufen sowieso, denn dadurch bekommen sie ihre Mitglieder. Aber was nützen diese Dienstleistungen? Es passiert kein Unfall weniger, weil ein Auto gesegnet wurde, oder eine Ehe weniger getrennt weil sie den kirchlichen Segen bekam. Und die größte Versprechung von einem ewigen Leben kann niemand überprüfen. Da ist die Kirche ja viel schlimmer als Politiker beim Versprechen vor Wahlen. Denn da kommen die Leute drauf, wenn was nicht eingehalten wurde. Aber beim ewigen Leben…hmmm ein schlaues Marketing. Aber die Leute suchen es sich ja selbst aus – was soll man dann sagen…

 

Humanae Vitae (25. Juli 1968) | Paul VI.

Enzyklika, HUMANAE VITAE, Weitergabe des Lebens, eheliche Pflichten, Ehe, Familie, Leben, ehelicher Akt, Fortpflanzung, Frau, Natur, Selbstbeherrschung, verantwortliche Elternschaft, liebende Vereinigung,…

w2.vatican.va

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Hier noch etwas zur katholischen Ansicht wie das mit dem Eheleben und der Fortpflanzung abzulaufen hat.

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Dann lest mal schön ihr katholischen Frauen und Männer was ihr alles NICHT dürft. Der Geschlechtsakt, der nicht auf die Fortpflanzung zielt ist verwerflich. Und nicht vergessen – Humanae Vitae ist immer noch gültig. Es wird ja nichts abgesagt was ein Papst (hier Paul VI.) mal in einer Enzyklika verkündet hat.

HUMANAE VITAE
ÜBER DIE WEITERGABE DES LEBENS

Unerlaubte Wege der Geburtenregelung

14. Gemäß diesen fundamentalen Grundsätzen menschlicher und christlicher Eheauffassung müssen Wir noch einmal öffentlich erklären: Der direkte Abbruch einer begonnenen Zeugung, vor allem die direkte Abtreibung – auch wenn zu Heilzwecken vorgenommen -, sind kein rechtmäßiger Weg, die Zahl der Kinder zu beschränken, und daher absolut zu verwerfen (14). Gleicherweise muß, wie das kirchliche Lehramt des öfteren dargetan hat, die direkte, dauernde oder zeitlich begrenzte Sterilisierung des Mannes oder der Frau verurteilt werden (15). Ebenso ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel (16). Man darf, um diese absichtlich unfruchtbar gemachten ehelichen Akte zu rechtfertigen, nicht als Argument geltend machen, man müsse das Übel wählen, das als das weniger schwere erscheine; auch nicht, daß solche Akte eine gewisse Einheit darstellen mit früheren oder nachfolgenden fruchtbaren Akten und deshalb an ihrer einen und gleichen Gutheit teilhaben. Wenn es auch zuweilen erlaubt ist, das kleinere sittliche Übel zu dulden, um ein größeres zu verhindern oder um etwas sittlich Höherwertiges zu fördern (17), so ist es dennoch niemals erlaubt – auch aus noch so ernsten Gründen nicht -, Böses zu tun um eines guten Zweckes willen18: das heißt etwas zu wollen, was seiner Natur nach die sittliche Ordnung verletzt und deshalb als des Menschen unwürdig gelten muß; das gilt auch, wenn dies mit der Absicht geschieht, das Wohl des einzelnen, der Familie oder der menschlichen Gesellschaft zu schützen oder zu fördern. Völlig irrig ist deshalb die Meinung, ein absichtlich unfruchtbar gemachter und damit in sich unsittlicher ehelicher Akt könne durch die fruchtbaren ehelichen Akte des gesamtehelichen Lebens seine Rechtfertigung erhalten.

Und das ist ja schon wieder lustig, fast putzig 🙂 😉 ha ha ha ha

Die Weitergabe des Lebens

1. Die überaus ernste Aufgabe, menschliches Leben weiterzugeben, durch die die Gatten freie und bewußte Mitarbeiter des Schöpfergottes sind, erfüllt sie immer mit großer Freude; doch ist die Freude vielfach mit nicht geringen Schwierigkeiten und Bedrängnissen verbunden. Zu allen Zeiten stellte die Erfüllung dieser Aufgabe das Gewissen der Gatten vor schwere Probleme. Die jüngste Entwicklung jedoch, die die menschliche Gesellschaft nimmt, bringt derartige Veränderungen mit sich, daß sich neue Fragen erheben, denen die Kirche sich stellen muß, weil sie aufs engste mit menschlichem Leben und Glück zusammenhängen.

Humanae Vitae (25. Juli 1968) | Paul VI.

Enzyklika, HUMANAE VITAE, Weitergabe des Lebens, eheliche Pflichten, Ehe, Familie, Leben, ehelicher Akt, Fortpflanzung, Frau, Natur, Selbstbeherrschung, verantwortliche Elternschaft, liebende Vereinigung,…

w2.vatican.va
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Mit unchristlichen Grüßen – Hubert

Gerhard Vollmer:  Bin ich ein Atheist?      Leave a comment

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Wie man im folgenden sieht ist es gar nicht so einfach zu definieren was ein Theist oder ein Atheist ist. Vor allem ist es schwer oder sogar unmöglich zu sagen was Gott sein soll. Vor allem stoßen alle Religionen an einen toten Punkt, wenn es um die Theodizee geht. KEINE hat darauf eine akzeptable Antwort.

Aus dem Buch: „Die Lehre des Unheils“, von Gerhard Vollmer.

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Aufgabe dieses Beitrages ist nicht, ein persönliches Bekenntnis  abzulegen (obwohl der Schluß ein solches Bekenntnis enthält).  Auch geht es nicht darum, den Meinungsforschern einen Dienst  zu erweisen und mitzuteilen, ob hinter meinem Namen bei  »Theist« oder bei »Atheist« ein Kreuz gemacht werden soll.  Vielmehr soll darüber nachgedacht werden, wie jemand, der sich  die Titelfrage stellt, eine Antwort finden könnte.

Zwei Grundfragen der analytischen Philosophie lauten:   Was meinst du damit? Und: Woher weißt du das (was du zu  wissen glaubst)? Die Reihenfolge der Fragen ist wesentlich:  Zuerst muß die Bedeutung eines Satzes klar sein; danach kann  nach seiner Wahrheit (beziehungsweise nach unserer  diesbezüglichen Überzeugung) gefragt werden; und erst im  dritten Schritt besteht die Chance für Argumente, für eine  Begründung, für die Angabe von Gründen oder Wissensquellen. 

Behaupten zwei Personen, sie seien Atheisten, so brauchen sie  doch keineswegs dasselbe zu meinen: Sie können das Wort  »Atheist« sehr verschieden verstehen und verwenden. In  meinem Verständnis ist ein Atheist jemand, der nicht an (einen)  Gott glaubt, genauer: der nicht an die Existenz (eines) Gottes  glaubt. Dementsprechend ist ein Theist jemand, der an (einen)  Gott glaubt. Glaube ich an Gott? Glaube ich, daß es (einen) Gott  gibt? Um das herauszufinden, müßte ich zunächst wissen, was es  heißt, an Gott beziehungsweise an die Existenz Gottes zu  glauben. Was also bedeutet das Wort »Gott«, und was bedeutet  »glauben«? Was meine ich damit? Offenbar haben wir jetzt zwei  Erklärungsprobleme. Zweifellos ist dabei »glauben« leichter zu  verdeutlichen als »Gott«. Im folgenden werden wir das Wort  »glauben« im Sinne einer starken oder schwachen Überzeugung  verstehen. An (einen) Gott glauben heißt dann also, von der 
Existenz (eines) Gottes überzeugt zu sein. Diese Überzeugung  braucht nicht ununterbrochen zu bestehen und nicht über alle  Fragen und Zweifel erhaben zu sein. Es genügt, wenn wir die  Existenz (eines) Gottes in der Regel ehrlich bejahen.  Wer oder was aber ist Gott? Nicht nur Theologen wissen, wie  schwer diese Frage zu beantworten ist. Manche meinen, daß es  gar nicht möglich oder jedenfalls nicht gelungen sei, dem Wort  »Gott« eine verstehbare Bedeutung zu geben. Dann hat auch der  Ausdruck »an Gott glauben« keine verstehbare Bedeutung, und  dann können wir – genaugenommen – auch den Atheisten nicht  so definieren, wie wir das getan haben. Denn wenn ein Atheist  jemand ist, der nicht an Gott glaubt, und ich nicht weiß, wer  oder was Gott ist, dann weiß ich auch nicht, was ein Atheist ist.  Logischerweise weiß ich dann auch nicht, was ein Theist ist und  was Theologie (als Lehre von Gott) ist. Texte, in denen das Wort  »Gott« wesentlich vorkommt, kann ich überhaupt nicht  verstehen. Auch die Titelfrage »Bin ich ein Atheist?« kann ich  dann nicht verstehen und somit erst recht nicht beantworten.  Freilich ist es durchaus üblich, auch solche Kritiker Atheisten zu  nennen, die das Wort »Gott« als bedeutungslos oder sogar als  undefinierbar ansehen.

So meint etwa Charles Bradlaugh:   »Der Atheist sagt nicht: >Es gibt keinen Gott<; vielmehr sagt er:  >Ich weiß nicht, was du mit Gott meinst; ich habe keine  Vorstellung von Gott; das Wort »Gott« ist für mich ein Klang,  der keine klare oder deutliche Behauptung enthält. […] Den Gott  der Bibel verneine ich; an den christlichen Gott glaube ich auch  nicht; aber ich bin nicht so voreilig zu behaupten, es gebe  überhaupt keinen Gott, solange du nicht bereit oder in der Lage  bist, mir Gott zu definieren.<«‘  Offenbar hätten wir dann den Atheisten doch anders definieren  müssen, nämlich als jemanden, der entweder das Wort »Gott«  für bedeutungslos hält oder die Existenz (eines) Gottes in jeder  üblicherweise vorgeschlagenen und verstehbaren Bedeutung  verneint. Wir könnten also unsere Definition in dieser Hinsicht  erweitern und vollständigkeitshalber auch solche Personen
Atheisten nennen, die dem Wort »Gott« eine verstehbare  Bedeutung gänzlich absprechen. Im folgenden werden wir  jedoch versuchen, dem Wort »Gott« doch eine intersubjektiv  annehmbare Bedeutung zu geben. Vorarbeit dazu ist ja in  jahrhundertelanger Diskussion geleistet worden, und wir  können uns darauf stützen.

Alle theistischen Positionen haben einen – freilich recht weiten – Gottesbegriff gemeinsam. Danach ist Gott ein höheres oder  höchstes personales Wesen, Schöpfer und Urgrund der Welt,  mächtig, klug, gut, gerecht. In den verschiedenen Religionen und  Theologien hat er über diese Eigenschaften hinaus noch viele  weitere, die uns hier nicht zu beschäftigen brauchen. Aber auch  innerhalb dieser Gemeinsamkeiten gibt es zahlreiche  interessante Unterscheidungsmöglichkeiten.

Eine erste Unterscheidung betrifft die Frage, ob die bereits ge- nannten Merkmale – Macht, Wissen, Güte usw. – wörtlich zu  nehmen sind oder in einem übertragenen, metaphorischen,  symbolischen Sinne.  Versteht man sie metaphorisch, etwa wenn es heißt, Gott sei die  Liebe, oder wenn Jesus sagt: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und  das Leben«, so sind die Wörter unserer Sprache letztlich nur  Trittsteine, nur Wegweiser, nur Analogien. In der theologischen  Sprechweise haben sie dann nicht dieselbe Bedeutung wie in  unserer Alltagsoder auch in der Wissenschaftssprache.  Diese Gottesvorstellung nennt Paul Edwards metaphysisch.  Kritiker werden dagegen einwenden, in solch metaphorischer  Redeweise taugten diese Wörter zwar zum Reden, zum  »Verweisen«, aber eben doch nicht für eine klare Definition.  Versteht man die genannten Merkmale Gottes dagegen  buchstäblich, dann hat Gott Macht wie ein Mensch (nur mehr),  er weiß etwas, wie wir Menschen etwas wissen (nur mehr,  vielleicht sogar alles), und er ist gerecht, wie ein Richter gerecht  ist oder sein sollte (nur noch gerechter), usw.   Diese Auffassung von Gott nennt Paul Edwards anthropomorph.

Unter den anthropomorphen Gottesvorstellungen lassen sich  zwei wichtige Gruppen unterscheiden. Im einen Fall hat Gott  alle genannten Merkmale in einem besonders hohen Maß, aber  doch nicht in unendlicher Fülle. Im anderen Fall ist er in allem  vollkommen, perfekt, allmächtig, allwissend, allgütig, ewig,  allgegenwärtig, unendlich gerecht usw.  Zu allen drei Gottesvorstellungen – zur metaphysischen, zur end- lichen, zur unendlichen – gibt es unter Philosophen, aber auch  unter christlichen Theologen, früher wie heute, ernsthafte  Vertreter. Es ist bekannt, daß solche unbegrenzten Fähigkeiten  zu Paradoxien führen. Beliebt ist die Allmachtsparadoxie: Kann  Gott einen Stein schaffen, der so schwer ist, daß er ihn selbst  nicht tragen kann? Kann er es nicht, so gibt es etwas, was er  nicht kann; also ist er nicht allmächtig. Kann er ihn jedoch  schaffen, so kann er ihn nicht tragen; also ist er ebenfalls nicht  allmächtig. Andere derartige Fragen sind: Kann Gott lügen?  Kann er gegen die logischen Gesetze verstoßen? Kann er  Vergangenes ungeschehen machen?

Schwerwiegender ist die Frage, ob Allmacht, Allwissen und  Allgüte miteinander vereinbar sind. Ist Gott allgütig, so möchte  er menschliches Leid verhindern; ist er allwissend, so weiß er,  wie das zu bewerkstelligen wäre; ist er allmächtig, so kann er das  auch in die Tat umsetzen. Wieso ist unser Leben dann von  Angst, Trauer und Schmerz durchwebt? Diese Frage nach der  Theodizee, nach der Verantwortung und der Rechtfertigung  Gottes für die Existenz des Übels in der Welt, ist für die  Theologie, gleich welcher Religion, eine der schwierigsten  überhaupt. 

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 6. April 2018 von hubwen in Religionskritik, Uncategorized

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