Archiv für die Kategorie ‘Religionskritik

Dr. Gunter Bleibohm: Klarstellungen   1 comment

.

… Gott nährt sie noch. Stimmt nicht. Kein Gott, was auch immer das sein soll, gibt ihnen zu essen.
„Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? (Mt 6, 26)“. Der ganze Speziesismus bricht da unverhohlen durch.

Rebloggt von Tierfreund (und Religionskritiker) Wolodja51

 

ew2o6n30716

.

K l a r s t e l l u n g

Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? (Mt 6, 26)

Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Seid ihr wirklich viel mehr denn sie? Warum meint ihr, dass ihr viel mehr seid? Und wo seid ihr viel mehr? In der Masse, in der Notwendigkeit eurer Existenz, in der Überheblichkeit, im Irrtum eurer Bedeutung? Seid ihr mehr, weil der Zufall euch in eine menschliche Form gepresst hat oder seid ihr nur mehr, weil euer Denken so dürftig ist, dass ihr es nötig habt, andere übertreffen zu wollen? Gibt es einen Beweis, dass ihr viel mehr seid? Oder gilt euch als Beweis, dass ihr alles andere, was nicht menschlich ist, mit dem Vorschlaghammer auf dem Amboss eurer Unzurechnungsfähigkeit zerschlagt, sobald sich Gelegenheit dazu bietet.

Und was wäre wirklich, wenn ihr irgendwo mehr wäret – außerhalb eurer subjektiven Phantasie? Was würde es ändern? Was seid ihr wirklich außerhalb eurer Gedankenwelt, außerhalb eurer Hybris, außerhalb eures Überheblichkeitswahns? Könntet ihr überhaupt so etwas denken und auch das Ergebnis verkraften? Oder brecht ihr dann verzweifelnd zusammen und flüchtet hinter die fiktiven Mauern einer Jenseitsreligion, einer dieser Glaubenskulte, die euch in eurer Jämmerlichkeit und Bedeutungslosigkeit über den Sinn und Wert eurer Existenz belügen, bis ihr endlich genau so verendet seid wie die Vögel, wie jedes Tier, wie jedes Leben schlechthin. Ausnahmslos, immer, gleichmachend, gerecht.

Wohlan, ertragt den Richterspruch des Universums, der euch eure Bedeutung lehren wird. Und was seid ihr wirklich?

Sub specie universi: eine Nichtigkeit, euer Planet ein nahezu nicht auffindbarer kleiner Punkt im Universum.

Sub specie vitae: eine Nichtigkeit, eine – möglicherweise gar singuläre – Marginalie im Riesenreich der unbelebten Materie.

Sub specie aeternitatis: eine Nichtigkeit, ein fast nicht ermittelbarer Zeitraum in der unendlichen Zeit.

Sub specie terrae: eine Nichtigkeit, ein belebtes Wesen unter zahllosen Milliarden anderer Lebewesen, ausgestattet mit einer begrenzten Zeitspanne an Lebenskraft, ein Wesen, das bei der Geburt bereits dem Tod, der endgültigen Vernichtung, entgegeneilt.

Dies ist der Rahmen, in dem sich eure vermeintliche Bedeutung, euer Leben, abspielt, das ist der Rahmen, der dem kleinsten Wurm die gleiche Notwendigkeit, aber auch die gleiche Vergeblichkeit, Bedeutungslosigkeit und Vergänglichkeit zuweist wie einem Menschenwesen. Vor dem Horizont des Universums hört hier jegliche Ungleichheit auf, denn alles ist gleich nichtig, beliebig, sinnlos.

Und eure kurze Lebenszeit? In der Vorausschau ein Wollen, in der Rückschau ein Vergessen, durchsetzt mit den Nebeln der Erinnerung. Die Ängste, die Hoffnungen, die glücklichen und die schrecklichen Momente versinken im Vergessen, versinken im Zeitablauf in der Nie-Gewesenheit. Warum war das alles und ist heute nicht mehr? Nur um zu dem heutigen Tag zu gelangen? Zu diesem Tag, der mit allen Ereignissen auch im Nichts versinkt? Leben ist etwas virtuelles, ein leerer Wahn, ein Taumeln zwischen Vergessen, Erleiden und Wollen, eine sadistische Quälerei des Seins gegenüber einer entarteten Materie, einer Materie, die mit mehr oder weniger Bewusstsein in die Form von Leben geknechtet wird.

Jagt die Lügenpfaffen endlich vom Hof, hetzt die bissigen Hunde der Vernunft auf sie, bringt ihnen bei, dass ihr endlich aus dem Schlaf der Glaubensumnachtung erwacht seid und euer kurzes Leben, dieses zufällige Aufflackern der Materie, der Erkenntnis widmen wollt, der Erkenntnis, von der Gleichwertigkeit jeglichen Lebens. Zwingt die Narrengilde der Jenseitsprediger ihrem unsinnigen Anthropozentrismus abzuschwören, bringt ihnen Demut vor der real existierenden, belebten Materie bei, beendet endlich die Blutspur ihrer Glaubenshalluzinationen auf diesem Planeten und findet euch damit ab, dass kein Gebet hilft, kein Gott existiert und dass am Ende eurer Tage sich euer Sein in Nichts wandelt.

Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?

Nein und nochmal nein, denn alles Leben ist sub specie universi gleich, so wie ein Wassertropfen im Meer dem anderen gleicht, gleich wertvoll, gleich sinnlos, gleich vergeblich.

Das Wort zum Sonntag   Leave a comment

.

Das hat Dr. Gunther Bleibohm hervorragend analysiert. Ich kann nur jeden Satz von ihm dick unterstreichen. Vor allem auch, dass Religionen, besonders die monotheistischen, anthropozentrisch und völlig desinteressiert am Schicksal unserer Mitgeschöpfe sind.
Deshalb sage ich auch, eine Welt ohne Religionen wäre bereits ein großer Schritt in Richtung irdisches Paradies und auf jedem Fall wäre diese Welt ohne Religionen besser dran.

Rebloggt von Tierfreund Wolodja auf wolodja51.wordpress.com

.

xj6b73eeisv

 


K l a r t e x t :

Das geschlossene System, das heute weltweit den Terror gegen Tiere garantiert und jeglichen Tiermord sanktioniert, sind die äußerst lebendigen Teile eines unheilvollen Netzwerkes mit den Hauptbestandteilen Staat, Industrie, Medien und Kirche. Es ist eine Verflechtung, die – je nach Interessenlage – zwei oder mehr Komponenten des Netzwerkes einbezieht und in zahlreichen Fällen mafiöse Strukturen aufweist. Die Netzwerkstruktur kann sowohl in der Dorf-, der Landes- als auch in der Weltpolitik beobachtet werden; lediglich die Dimensionen unterscheiden sich, die Handlungsweisen sind identisch.

Das pulsierende Blut dieses Organismus ist das Geld, die Macht und der persönliche Vorteil. Etwaige Engpässe in dem Gefäßsystem werden gezielt mit Hilfe einer überall abhängigen und willfährigen Jurisdiktion beseitigt. Staat, Medien und Industrie sind an einer Einflussmaximierung interessiert, den moralischen Hintergrund zur Rechtfertigung dieses Handelns liefern die Kirchen.

Jede Religion, insbesondere aber die monotheistischen Verbindungen, ist anthropozentrisch, stellt den Menschen in den Mittelpunkt allen Naturgeschehens und über jedes andere Lebewesen, lehrt dieses als Kernbotschaft und ist damit, aus eigenem Selbstverständnis heraus, nicht tierfreundlich oder präziser, völlig desinteressiert am Schicksal unserer Mitgeschöpfe.

Solange noch die irrwitzigsten Glaubensphantasien einer Kirche im Staat höher bewertet werden als das konkrete Leid lebender Tiere, solange Tiermörder gesegnet werden und zum höheren Lob eines vermeintlichen Gottes den Schafen die Kehle durchschnitten wird, scheitert die Tierrechtsbewegung – von kleinen Erfolgen abgesehen – grundsätzlich an diesem Netzwerk.

Sie scheitert auch deswegen, weil der beschriebene Organismus in einen Körper, nämlich den des unkritischen, unwissenden und selbstzufriedenen Massemenschen eingebettet ist, dem eine Änderung seines Verhaltens nur finanziell abzuringen ist, den Leid nur insoweit interessiert, als es ihn selbst betrifft oder seine nähere Umgebung. Sein Bewusstsein als Mensch über jedem Tier zu stehen, macht ihn so selbstsicher in seinem Handeln und so desinteressiert an dem globalen Terror gegen die Tierwelt.

Diese Überheblichkeit wurde dem Menschen seit Tausenden von Jahren von diversen Kulten, Kirchen und Staaten gelehrt, sie ist inzwischen integraler Bestandteil seines Denkens, Empfindens und seines Selbstverständnisses.

Summa summarum: Jedwede Religion verhält sich zur Vernunft wie Feuer zu Wasser und blockiert dauerhaft Tierrechte genau solange, wie der Drachen des Anthropozentrismus die Geisteshöhle der Menschheit bewacht.

Es bräuchte nur einen einzigen Beweis   Leave a comment

.

Oft wird Atheisten von Gläubigen vorgehalten, dass sie halt auch einen Glauben haben. Das ist nicht so. Denn Atheisten glauben nur nicht an eine Existenz eines Gottes, wie es Gläubige tun.

Aus awq.de

Es bräuchte nur einen einzigen verifizierbaren Beweis, um Atheismus zu zerstören.

.

t4w3wq8f7ej

.

In Gesprächen mit Gläubigen wird man als Atheist mitunter mit gar wundersamen Ideen konfrontiert. An einigen dieser Ideen kann man erkennen, dass sie – bewusst oder unbewusst – von falschen Voraussetzungen ausgehen.

Dann wird zum Beispiel gerne mal behauptet, ein atheistischer Standpunkt sei ja “auch nur ein Glaube.” Das ist schon mal insofern lustig, weil “auch nur” ja impliziert, dass Glaube nichts Besonderes ist. Dass Atheismus das genaue Gegenteil von religiösem Glauben ist, scheint ihnen nicht klar zu sein.

Fragt man weiter nach, kommt oft heraus, dass sie von ihrem eigenen, religiösen Standpunkt aus denken. Und dass sie sich manchmal gar nicht vorstellen können, dass man auch in Weltanschauungsfragen mit rationalen Methoden weiter kommen kann als mit Glaube.

Sie sind der Meinung, Atheisten müssten dieselben Nöte haben wie sie selbst, wenn es darum geht, das eigene Weltbild mit dem eigenen Anstand, Verstand und mit der persönlichen intellektuellen Redlichkeit in Einklang zu bringen.

Dabei ist es genaugenommen viel einfacher, ehrlicher und komfortabler, in einer nicht um religiöse Phantasien erweiterten Scheinwirklichkeit zu leben.

Glaubensgewissheit dank Denkverzicht

Interessant ist es auch, Gläubige zu fragen, wie stark oder wahr sie ihre eigene Glaubensüberzeugung einschätzen. Nicht selten hört man dann, mit dem Brustton der Überzeugung: “Natürlich 100 Prozent!” Fragt man den Theisten, ob er sich vorstellen könne, dass ihn irgendetwas – ein Erlebnis, eine Erkenntnis, was auch immer – auch nur einen Millimeter von dieser 100%-Marke abbringen könnte, lautet die Antwort, oft mit derselben Überzeugung: “Nein, natürlich nicht.”

Dabei handelt es sich keineswegs nur um einfältige, naive Gemüter. Sondern durchaus auch um Zeitgenossen, die ein äußerst kritisches und rationales Denken anwenden. Aber nur, solange es nicht um ihre Glaubensgewissheiten geht. Denn an dieser halten sie unbeirrbar fest. Ohne sie je kritisch zu hinterfragen.

…nur bis zum Beweis des Gegenteils

Anders sieht es bei Menschen mit einem rationalen Standpunkt aus. Denn bei einem solchen gelten Erkenntnisse immer nur bis zum Beweis des Gegenteils.

Natürlich wird auch ein rational-kritisch denkender Mensch Überzeugungen und Gewissheiten haben. Diese basieren allerdings, anders als beim religiös Gläubigen, nicht auf Dogmen und Glaubenslehren. Sondern auf Erkenntnis und Wissen. Gewonnen durch Beobachtung, Versuch, Prüfung der Plausibilität.

Kritisch zu denken bedeutet nicht, ständig alles grundsätzlich in Frage zu stellen. Oder generell an allem zu zweifeln. Kritisch denken bedeutet aber zum Beispiel sehr wohl, etwas, für das es keinen verifizierbaren Beweis gibt, bestenfalls als Hypothese anzuerkennen. Und dementsprechend zu behandeln.

Unredlicher Umgang mit einer schlechten Hypothese

Hierin unterscheidet sich ein atheistischer von einem theistischen Standpunkt wohl am deutlichsten. Denn wer an Gott glaubt, tut so, als gäbe es diesen Gott tatsächlich. Und zwar, ohne dafür irgendwelche seriösen Beweise liefern zu können. Oder zu verlangen.

Er behandelt eine (schlechte, längst widerlegte) Hypothese wie eine evidenzbasiert bewiesene Tatsache. Jede Lehre, die von Menschen geglaubt werden muss, kann deshalb bestenfalls so hypothetisch sein wie die Hypothese, auf der sie basiert. Damit ist unter anderem auch die komplette angemaßte Wissenschaft der Theologie obsolet. Weil der Kernpunkt aller theologischer Betrachtung bis zum Beweis des Gegenteils eine rein menschliche, völlig beliebig definierbare Fiktion ist.

Bewältigungsstrategien

Stattdessen verfügen sie oft über ein ganzes Arsenal an Methoden, mit denen sie versuchen, diese kleine, aber schwerwiegende Unredlichkeit zu bewältigen. Doch egal, ob die Bibel als “Beweis” herhalten muss (Klassischer Fehlschluss: “Die Bibel ist das Wort Gottes. In der Bibel steht, dass es Gott gibt. Also gibt es Gott.”), ob persönliche Empfindungen oder die kulturelle Dimension von Religionen als “Beweis” angeführt werden – bis heute gibt es keinen seriösen Beleg für eine außerhalb von menschlicher Phantasie existierende Gottheit. Keinen einzigen.

Und wenn gar nichts mehr hilft, definiert man Gott einfach als irgendetwas Beliebiges. Oder man sagt: “Gott muss man nicht beweisen, weil man ihn ja gar nicht beweisen kann.” Wer so “argumentiert”, entzieht sich damit jeder ernsthaften Diskussion. Das Niveau sinkt dann manchmal in absurde Tiefen wie zum Beispiel: “Wieso glaubst du? – Weil halt.” 

Das wäre nicht weiter schlimm, wenn Religionen harmlose Phantasien von Menschen mit schwach ausgeprägtem Sinn für die Realität wären. Wie ein Blick in die 10bändige Kriminalgeschichte des Christentums bis in die heutige Gegenwart hinein erschreckend eindrucksvoll belegt, sind Religionen allerdings keineswegs harmlos. Sondern saugefährlich.

Aber sprich nur ein Wort…

Wer einen rationalen, offenen Standpunkt vertritt, wird auch bereit sein, diesen Standpunkt zu verändern. Nämlich dann, wenn neue, verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, die den bisherigen Standpunkt korrigieren. Oder widerlegen.

Was als Beweis anerkannt werden kann und was nicht, ist nach wissenschaftlichen Maßstäben heute präzise definiert. Hierbei geht es nicht um Dogmatismus. Sondern um Wahrscheinlichkeiten. Ein einziger solcher Beweis würde genügen, dass wohl jeder Atheist die Existenz Gottes anerkennen würde. Allerdings wäre damit auch jeder Glaube überflüssig.

.

Es bräuchte nur einen einzigen Beweis

.

Gruß Hubert

Religion tötet keine Menschen, Menschen mit Religion töten Menschen   1 comment

.

Ich kann die Aussage nicht mehr hören, wenn es nach einem Attentat islamischer Herkunft heißt: das habe mit dem Islam nichts zu tun. Mit was denn sonst? Sie rufen ja vorher auch fast immer „allahu akbar“.

Hier ein Beitrag dazu von Valentin Abgottspon.

Weshalb sollen wir jenen Menschen partout nicht glauben, dass ihr Handeln etwas mit Religion zu tun hat, wenn sie sich bei ihrem Handeln doch explizit auf göttliche Anleitung berufen?

 

Religion tötet keine Menschen, Menschen mit Religion töten Menschen

Dieser Text wurde von Valentin Abgottspon ursprünglich am 5. Februar 2015 für die Freidenker-Kolumne auf news.ch nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo vom 7. Januar 2015 veröffentlicht.

 

Anlässlich von Terrorakten und Gräueltaten vernehmen wir immer wieder mal ein „Das hat mit (wahrer) Religion nichts zu tun!“ oder „Das sind keine Muslime, das hat mit dem Islam nichts zu tun!“ Eine Aussage, die mich befremdet.

Gar nichts habe es mit Religion, Allah oder anderen Göttern zu tun, wenn Menschen während sie Schwule von Hochhäusern stürzen, Piloten bei lebendigem Leibe anzünden, Homosexuellen sagen, dass sie in der Hölle schmoren werden, anderen Köpfe abhacken und so weiter und dabei laut schreien: „Allah/Gott/Jahwe ist groß!“ (Anmerkung: ich kenne nur den islamischen Ausruf: allahu akbar – Gott ist groß). „Im Namen der Religion!“ „Für Gott!“. Mich befremdet es, dass ausgerechnet solche Handlungen angeblich nichts mit Religion zu tun haben sollen. Weshalb sollen wir jenen Menschen partout nicht glauben, dass ihr Handeln etwas mit Religion zu tun hat, wenn sie sich bei ihrem Handeln doch explizit auf göttliche Anleitung berufen?

Wir können verstehen oder zu verstehen versuchen, was auf dem politischen Parkett damit gemeint ist, wenn beispielsweise der französische Präsident in der Folge der islamischen Terrorakte gegen die Redaktion des Charlie Hebdo behauptete, das habe nichts mit dem Islam zu tun. Er meint damit: „Die Mehrheit der Muslime ist friedlich. Wir wollen und dürfen den Islam nicht unter Generalverdacht stellen und die Menschen, welche sich als Muslime bezeichnen dürfen wir nicht vorverurteilen.“ Es ist pragmatisch, dergleichen zu äußern. Damit die Grenze zu den Attentätern klarer wird. Ehrlicher und korrekter wäre es aber, zu formulieren: „Das hat mit Religiosität und Islam, wie ihn die Mehrheit hier lebt, nicht viel zu tun!“ Eben nicht nichts. Und schon gar nicht „gar nichts“.

Tut man denn dem Islam oder allgemein der Religion einen Dienst, wenn man ihre schlechten Seiten, die extremistischen Ausprägungen auszublenden sucht? Sie irgendwo anders anrechnen will, bloß nicht bei der Religion, damit diese schön rein und nur für Positives verantwortlich bleibt?

Es herrscht eine ziemlich krasse Asymmetrie: Wenn Religion grundsätzlich kritisiert wird, erschallt unmittelbar ein lautes „Aber das muss man differenziert anschauen! Religion sorgt auch für so viel Gutes! Sie gibt vielen Menschen halt!“. Dieselben Religionsapologeten sind dann aber mucksmäuschenstill, wenn Religion als Weichspülerideologie daherkommt, wenn unkritisch über Kuschelchristentum berichtet wird, wenn die Rede oder Schreibe von angeblich gemeinsinnstiftenden Funktionen der Religion ist. Dann höre ich kein „Aber das muss man differenziert anschauen! Religion sorgt auch für Ausgrenzung und Abwertung! Und sie dient so vielen dazu, fürchterliche, unmenschliche Handlungen zu begründen!“ Stille. Jedenfalls von den Religionsverteidigern, welche im umgekehrten Fall derart schnell um Vielseitigkeit und angebliche Fairness ersuchen. Manchmal waren sie auch nicht so still, weil sie es gerade selber waren, welche diese undifferenzierten Weichspülersätze äußerten.

Der Elefant im Raum wird zu selten erkannt oder benannt

Diese Strategie macht sich die gedankliche Bequemlichkeit des Menschen zunutze. Zu wenig wird über die Frage nachgedacht, was denn Religion sei. Es wird den Religionsfunktionären zu leicht durchgelassen, das Positive als Religion zu verbuchen und das Negative als Missbrauch von Religion, als „im Namen der Religion“, als menschliche Schwäche. Leider wird der Elefant im Raum zu selten erkannt oder benannt: Religion ist ein Glaubenssystem. Es geht darin recht selten um Wissen oder Wissenschaft. Vieles bleibt unhinterfragbar. Regeln kommen aus angeblich heiligen Schriften. Einzelheiten an Religion bleiben ganz einfach irrational. „Glaubenswahrheiten“ halt. Ein solches System bleibt anfällig dafür, dass sich gewisse Menschen die hässlichsten Stellen aus diesen „heiligen Schriften“ heraussuchen, um ihr fürchterliches Handeln zu begründen. Die Denkfaulheit der Menschen blendet aber zu oft aus, dass dieser Gebrauch (gemäßigt Religiöse nennen es dann Missbrauch) der heiligen Schriften und religiösen Traditionen eben nicht etwas komplett anderes ist als das, was die liberal Religiösen tun: Es werden Schriften angeschaut und es wird nicht wirklich radikal (lateinisch: radix, Wurzel) hinterfragt, ob die uralten Regeln und Sprüche noch ins 21. Jahrhundert passen. Für einen Christen bleibt unverhandelbar, dass Jesus ein großartiger Mensch gewesen ist, für die meisten Muslime ist der Koran das unveränderbare und unfehlbare Wort Gottes. Es ist zu wenigen Menschen klar, dass der Fortschritt gerade darin liegt, Menschenrechte unabhängig von Religion zu begründen. Für alle. Und nicht nur für die eigene religiöse Gemeinschaft. Von allen. Nicht von Gott.

Allgemein eignen sich halt religiöse Traditionen und religiöse Texte immer noch prima um Intoleranz, Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen. Ich stelle hier mal folgende Aufgabe: Bitte begründet jene Schreckenstaten, welche „im Namen der Religion“ letzthin wieder durch die Medien gingen mit Hilfe der Menschenrechte. Rechtfertigt diese Anschläge auf Menschen und Menschlichkeit mit humanistischer Ethik, mit jenen Werten, auf die sich Freidenkerinnen und Freidenker beziehen. Ich mutmaße: Das wird euch schwerfallen.

Ja: Wahrscheinlich hätten einige von diesen Irren (man liegt übrigens nicht komplett falsch, wenn man hier ausschließlich die männliche Form verwendet…) auch ohne Religion irgendeinen Verblendungszusammenhang aus irgendeinem Hut herausgezaubert, um ihre psychotische Handlungsweise zu rechtfertigen. Aber die Religion eignet sich halt bestens für solche Zwecke, daher wird sie dafür auch so oft gebraucht. Dessen sollten sich auch die gemäßigten Religiösen bewusster sein. Fundamentalistisch verstandene und gelebte Religion ist auch Religion. Und ich bin froh, dass in der Schweiz Religion zum Großteil nicht mehr exzessiv gelebt wird.

Der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg hat geschrieben:

„Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.“

In diesem Zitat steckt Wahrheit.

.

Valentin Abgottspon ist Vize-Präsident der Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS). Er wurde international bekannt, weil er an einer staatlichen Schule in der Schweiz fristlos entlassen wurde, nachdem er sich für säkularere Schulen einsetzte und sich weigerte, in seinem Schulzimmer ein Kruzifix aufzuhängen.

.

Hier weiterlesen:

Religion tötet keine Menschen, Menschen mit Religion töten Menschen

.

Gruß Hubert

 

Von angeblich aggressiven Atheisten und dem Judenhasser Martin Luther   1 comment

.

Der katholische Fundamentalist David Berger und der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime Aiman Mazyek sind hier einmütig und friedlich vereint in der Aussage wo der gefährliche und zu bekämpfende Feind sich befindet.

.

Katholik-Muslime-aggr-Atheis

Bild aus Facebook – hpd.de

Katholik-Muslime-aggr-Atheis-Komm

Kommentar aus Facebook

.

Christoph M. Krapp (Facebook): Solange Kriegswaffen von Priestern eingesegnet werden halte ich den Atheismus für harmloser als Religion und Nationalismus.

.

Nun noch einiges zum „revolutionären“ Martin Luther, dem Judenhasser par excellence.

.

Luther-Juden-Jaspers

Bild aus Facebook – hpd.de

.

Karl Theodor Jaspers war ein deutscher Psychiater und Philosoph von internationaler Bedeutung.

.

Klemenz Michel (Facebook): Judenhasser Martin Luther, mit seiner berüchtigten Altersschrift »Von den Jüden und ihren Lügen«. Vorschläge wie mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden, eine scharfe Barmherzigkeit geübt werden soll. So rät er, dass man ihre Synagogen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe, das man ihre Häuser desgleichen zerbreche oder zerstöre. Das man ihnen alle Betbüchlein und Talmudisten nehme. Das man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren.

So kann auch Adolf Hitler, in den Fussstapfen unzähliger Kirchenväter, Päpste und Reformatoren behaupten: Die Juden haben Jesus gekreuzigt; darum sind sie nicht wert zu leben. Und so führt eine fast 2000jährige Blutspur von Golgatha über die Massenkreuzigungen der Römerlegionen und die Judenmetzeleien der Kreuzzüge bis in die Gasöfen von Auschwitz; vom Mythos des »Christusmordes« bis hin zur Tatsache des Völkermordes.

Man greift sich unwillkürich an den Kopf und fragt; Wieso war all dies möglich in einem christlich getauften Europa? In erster Linie aufgrund einer uralten Kollektiv-Beschuldigung wegen eines Mordes, die so absurd ist, dass kein moderner Gerichtshof sie heute aufrechterhalten könnte. Eine ganze Nation wird verflucht, verbannt und dezimiert aufgrund von Beweismaterial, das in seiner lückenhaften Einseitigkeit keinem objektiven Juristen einleuchten könnte. (Pinchas Lapide).

.

Und Karlheinz Deschner zählt die „revolutionären Taten und Einstellungen“ des angeblichen Reformators Martin Luther auf.

.

Luther-M_hielt-fest-an-Liste

.

Gruß Hubert

 

 

Schäuble: „Wir können von Muslimen lernen“   Leave a comment

.

oe24-schc3a4uble

.

Von thomashoellriegl.wordpress.com

Ich zitiere mal aus dem Bericht: „Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht das Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland als Chance für die Bundesrepublik. „Wir können von ihnen auch lernen“, sagte Schäuble am Donnerstag im Deutschlandfunk.“

Von ihnen lernen? Da frage ich mich doch als erstes, was wir von ihnen lernen können. Wie man Patriarchismus auslebt? Wie man solange kindgleich quängelt bis man bekommt was man verlangt? Wie man Aberglaube über staatliche Rechtssysteme stellt? Wie man sich bildungsresistent gibt und einem alten, sehr naiv gehaltenen Buch den Vorzug gegenüber Wissen aus dem 21. Jahrhundert gibt? Was genau meint er damit, dass wir von ihnen lernen können?

„Im Islam würden „sehr viele menschliche Werte sehr stark verwirklicht“.

Homophobie, Patriarchismus, Faktenleugnung, Mythenhörigkeit, das sind Werte, auf die ich gerne verzichten kann. Die Menschheit kann darauf verzichten.

Der liebe Herr Schäuble soll mir ein Land dieser Welt zeigen, seit Erfindung dieses Mythos, welches von einer Islamisierung profitiert hat. Bis dahin, kann ich ihm dutzende Staaten nennen, die am Islam intellektuell zugrunde gegangen sind und immer noch gehen. Ähnlich, wie der christliche Aberglaube die bereits hoch entwickelte Gesellschaft der Römer und Griechen weit zurückgeworfen hat, ist auch der Islam ein solcher Aberglaube, der heute das gleiche mit jenen anrichtet, welche diesen naiven Mythen zu viel Bedeutung beimessen.

Der Islam würde dieser Welt nicht fehlen. Er ist nur ein weiterer, spiritueller Aberglaube, geprägt vom Wissen und der Moral der damaligen Zeit und Kultur aus der er erwachsen ist. Lieber Herr Schäuble, heute lernt man nicht mehr aus altertümlichen Märchenbüchern.

Die Politik muss endlich aufhören, dieser Religion Welpenschutz zu geben und sie dorthin verfrachten, wo sie hingehört. In eine Bibliothek, zwischen Belletristik und Mythen.

Quelle: http://www.oe24.at/welt/Schaeuble-Wir-koennen-von-Muslimen-lernen/284896633

(Bildquelle: OE24)

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 3. Januar 2019 von hubert wenzl in Religionskritik, Uncategorized

Getaggt mit , ,

Die Arroganz der Kronenschöpfung   2 comments

.

Ein interessanter Beitrag von Thomas Höllriegel. Zum Beispiel besonders diese Passage: „Der Mensch hält sich selbst für so bedeutend, dass er sogar denkt, sein Bewusstsein sei für das Universum erhaltenswert. Deswegen hat er das Konzept der Seele erfunden. Ein Konstrukt, welches die Angst vor dem Tod nehmen soll.“

Von thomashoellriegl.wordpress.com

 

.

Was bilden wir uns eigentlich ein? Was denken wir aufrecht gehenden Trockennasenaffen eigentlich, wer wir sind?

Quallen leben seit Millionen Jahren beinahe unverändert, ebenso Krokodile oder Schwämme. Es gibt heute Bäume, deren Wurzeln ausgeschlagen haben, als wir den Buchdruck noch nicht erfunden hatten. Es gibt Schwämme, die eine Fläche von mehreren Quadratkilometern Fläche einnehmen, der größte, bekannte Schwamm nimmt 7 Quadratkilometer ein. Skorpione können radioaktive Strahlung überleben, aber in dieser Disziplin ist er nicht der einzige, auch Kakerlaken sollen darin sehr gut sein. Bärtierchen kann man in siedendes Wasser werfen, sie komplett austrocknen oder dem Vakuum des Weltraums aussetzen, etwas Feuchtigkeit und es läuft wieder weiter. Geparde laufen bis zu 80km/h schnell, Elefanten hören das tiefe Brummen von Elefantenherden aus 600km Entfernung, Wale hören die Gesänge ihrer Gefährten gleich um den halben Globus herum. Es gibt einen Aal, der einen Fingerhut voll Rosenöl riecht, wenn man ihn ins Wasser kippt. Wohlgemerkt ein Wasser das der 32-fachen Menge des Bodensees entspricht. Ach ja, und der Aal schwimmt am gegenüberliegenden Ufer. Schlangen erkennen Temperaturunterschiede, die unsere Augen in Farben nicht unterscheiden können. Maulwürfe spüren das Graben von Regenwürmern in 50cm Entfernung. Die Liste an Beispielen, in welchen uns Tiere in jeder beliebigen Disziplin überlegen sind, lässt sich beliebig fortsetzen.

Es gibt nur eine einzige Disziplin, in der wohl der Mensch unschlagbar zu sein scheint: Seine Fantasie.

Leider ist seine Fantasie auch mit einer Arroganz gepaart, die ebenso ihresgleichen sucht. Aus einem mir unbekannten Grund denkt der Mensch, er muss etwas besonderes sein. Er denkt in seinem Wahn, dass er so besonders sein muss, dass dieses Universum, in welchem wir nicht einmal unbedeutend sind, sogar für uns existiert! Und dass wir im Mittelpunkt davon seien. Ein Mittelpunkt, den es, wie wir heute wissen, gar nicht gibt. Der Mensch hält sich selbst für so bedeutend, dass er sogar denkt, sein Bewusstsein sei für das Universum erhaltenswert. Deswegen hat er das Konzept der Seele erfunden. Ein Konstrukt, welches die Angst vor dem Tod nehmen soll. In Wirklichkeit aber, reduziert eine unsterbliche Seele den Wert des irdischen Lebens auf Null. Maximal kann es eine Strafe sein, zu warten, bis man endlich diesen lästigen Körper los ist und in Ewigkeit als etwas ohne materieller Form und Struktur existiert – ein für mich abstoßender Gedanke. Ein kindlich-naiver Gedanke aus dem die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit laut herausschreit.

Die Krönung dieser Arroganz ist aber der Aberglaube, es gäbe einen uns liebenden Gott, der Allmächtig und Allwissend ist, aber dennoch ein ganzes Universum erschafft, in welchem Wesen eine Geschichte erleben, die er bereits kennt, jederzeit reproduzieren kann  und die er damit maximal als langweilig empfinden kann.

Ich sage immer so: Wäre Gott so dumm wie ihn sich die Menschen ausdenken, er hätte dieses Universum ohnehin nicht zustande gebracht.

Dabei ist es so simpel: Der Mensch ist nur ein Produkt der Evolution, Umweltbedingungen und darin vorhandenen Möglichkeiten geschuldet. Er ist nichts weiter als eine Laune der Natur. Und wenn man sich das bewusst macht, dann plötzlich steht man der Schönheit der Natur, der Weite des Universums und der Unmöglichkeit das alles zu verstehen sehr viel entspannter gegenüber. Und vor allem, hat dieses Leben einen Wert!

Einen Wert, den ich mir durch keinen Aberglauben nehmen lasse!

.

Die Arroganz der Kronenschöpfung

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 1. Januar 2019 von hubert wenzl in Religionskritik, Uncategorized

Getaggt mit , ,