Archiv für die Kategorie ‘Religionskritik

Die glorifizierten Auswüchse religiöser Vereinigungen – Mutter Teresa   Leave a comment

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„Mutter Teresa“ aus Albanien stammend, mit bürgerlichen Namen „Agnes Gonxha Bojaxhiu“ war nicht die Güte in Person, in Indien hatte sie auch noch einen anderen Namen: Der Todesengel von Kalkutta. Sie arbeitete bzw. ließ mit vollkommen unhygienischen Instrumenten arbeiten.
Sie verweigerte den Patienten jedes Schmerzmittel, Schmerzen waren für sie ein schnellerer Weg in den Himmel. Nur wandte sie das nicht bei sich selbst an als sie schwer krank in die USA zur Behandlung flog, Luxusklasse, versteht sich und sehr wohl Schmerzmittel nehmend. Die Medien, und die katholische Kirche sowieso, malten ein total falsches Bild von dieser angeblich so guten und „heiligen“ Frau.

Rebloggt von Andrea Walter

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Neben einem Gott, den es zu verehren gilt, bringen Religionen auch ihre irdischen Ikonen hervor.

Mutter Teresa, die gepriesene Missionarin der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, ist eine davon. Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, war Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin und wurde durch ihre Arbeit in den Slums von Kalkutta ein verehrungswürdiges Vorbild für Katholiken. Von 1937 an war Anjezë Gonxhe Bojaxhiu Ordensmitglied auf Lebenszeit und wird bis heute als Popstar unter den Nonnen gefeiert. Nach einer Hungersnot in Bengalen stürzten Unruhen zwischen Moslems und Hindus im August 1946 die Stadt ins Chaos. Kurz darauf, am 10. September 1946, widerfuhr Schwester Teresa das, was sie als „Befehl Gottes“ schilderte. Auf dem Weg von Kalkutta nach Darjeeling soll sie der Ruf ereilt haben, den Konvent zu verlassen und bei den Armen zu leben. Um die Hungrigen, die Nackten, die Obdachlosen, die Verkrüppelten, die Blinden und die Leprakranken solle sie sich kümmern, sowie um all jene, die sich ungewollt, ungeliebt, unversorgt fühlen. 1952 eröffnete sie in einem verlassenen Hindu-Tempel ein Kranken- und „Sterbehaus“: „Ein schöner Tod für Menschen, die wie Tiere lebten, bedeutet für sie, wie Engel zu sterben“, wird Mutter Teresa zitiert. In dieser Zeit solle sie im Gebet Menschen geheilt haben. Zwei „Wunder“ sollen sich zugetragen haben – zwei Wunder, für die Mutter Teresa 19 Jahre nach ihrem Tod von Papst Franziskus heiliggesprochen worden ist. Die „Heilung“ von Monica Besra war einer der Gründe für Mutter Teresas Heiligsprechung.

Die Inderin Monica Besra litt an einem Tumor im Bauchraum, der nach dem Auflegen eines Bildnisses von Mutter Teresa verschwunden sein soll. Um diesen Fall hat es viele Diskussionen gegeben. Der Ehemann von Monica Besra behauptet bis heute, es sei gar kein Wunder gewesen. Seine Frau habe schon seit vielen Monaten Medikamente eingenommen, welche in Wahrheit zur Heilung führten. Auch soll es sich nicht um Krebs gehandelt haben, sondern um ein gutartiges Gewächs, das durch ihre Tuberkulose ausgelöst worden war.

Das zweite sogenannte „Wunder“, das vom Papst anerkannt worden ist, ereignete sich um die Genesung eines Brasilianers namens Marcilio. Eine bakterielle Infektion soll die Ursache für mehrere Tumore in seinem Gehirn gewesen sein. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, betete seine Frau neun Tage lang zu Mutter Teresa. Marcilio fiel ins Koma und musste sich einer Not-OP unterziehen. Es gab Komplikationen bei der Operation, sodass der Arzt einen Kollegen hinzuziehen musste. Als die beiden Ärzte wieder in den Operationssaal kamen, soll der Patient wach und gesund gewesen sein, so besagt der Mythos. In beiden Fällen dieser angeblichen Gebetsheilung durch Mutter Teresa, blieben die Krankenakten unter Verschluss.

Mehr als ein Jahrzehnt nach Mutter Teresas Tod gehen Wissenschaftler dem Mythos um Mutter Teresa nach. Kritische Medien nennen Mutter Teresa nun den „Todesengel von Kalkutta“. Zurecht, wie die Wissenschaftler feststellen mussten. Die Zustände in ihren Sterbehäusern waren katastrophal. Auf ihre Anordnung hin herrschten dort nicht einmal die hygienischen Mindeststandards, und die Verabreichung von Medizin unterlag ihrer strengen Verordnung. Es scheint, als hätte Mutter Teresa das Sterben der Kranken gleichgültig in Kauf genommen, denn ihre Sorge galt dem Leben nach dem Tod, nicht dem irdischen Dasein. Ihr Leben lang verachtete sie das Diesseits so sehr, dass sie den Kranken in Kalkutta keine schmerzlindernden Medikamente verabreichen ließ, da die Kranken und Sterbenden in ihrem Leid und ihrem Schmerz Jesus Christi so viel näher seien. „Ich glaube, dass es eine sehr schöne Sache ist, wenn die Armen ihr Los akzeptieren, es mit dem Leid Christi teilen. Ich glaube, das Leid der Armen ist eine große Hilfe für den Rest der Welt “ verkündetet Mutter Teresa 1981 in einem Interview und hob auch immer wieder hervor, wie wichtig es wäre, die Kranken daher mit den einfachsten Mitteln zu behandeln.

Fast noch unvorstellbarer, als die Grausamkeiten dieses religiösen Hinrichtungsinstrumentes, ist die unkritische Verbreitung dieser Heilslehre in unseren westlichen Medien.

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Die glorifizierten Auswüchse religiöser Vereinigungen – Mutter Teresa

Klerikale Anmaßung   Leave a comment

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Rebloggt von de.richarddawkins.net

Zur Kritik von Papst Franziskus an Paaren ohne Kinderwunsch

 

Klerikale Anmaßung

Foto: Pixabay.com / ansehen

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Die Zeiten, in denen sich die Kirche in das Privatleben von Menschen einzumischen vermochte, sind unzweifelhaft vorbei. Auch wenn es Papst Franziskus nicht wahrzunehmen vermag, ist auch der Katholizismus schon lange keine moralische Instanz mehr, der die Weltbevölkerung folgt – selbst unter den eigenen Anhängern dürfte die Zahl derjenigen stetig zurückgehen, die Rom noch als Autorität oder Maßstab für die eigene Alltagsführung anerkennt.

Denn nicht nur der Umstand, dass die Dogmatik der Religionen für immer weniger Menschen überzeugend wirkt und als Orientierung in ethischen Belangen herhalten kann, macht sehr deutlich: Es obliegt sicherlich gerade nicht dem Pontifex, in Sachen Familienplanung weise Ratschläge zu geben. Ob sich ein Paar für Kinder entscheidet, ist ihre ureigenste Entscheidung, bei der sicherlich besonders der Zeigefinger aus dem Vatikan völlig obsolet erscheint.

In welcher Form zwei Personen heute Verantwortung füreinander und gegenüber der Gesellschaft einnehmen, ist ihre Sache – rechthaberische Versuche, mit dem Bischofstab Eindruck zu schinden und das unterschwellige Gefühl zur Verpflichtung zu erzeugen, vor Gott und der Welt mit Nachwuchs für den Fortbestand der Erdenbevölkerung beizutragen und neues Leben zu schaffen, sind nicht nur vollends unangebracht und unnötig. Sie gehen auch an biblischer Lehrmeinung komplett vorbei.

Schlussendlich hat der vermeintliche Vater im Himmel nämlich bereits in den ersten Büchern Mose deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er uns Geschöpfen umfassende Freiheit gewährt (z.B. Genesis 3,4-5). Dazu gehört nach meinem Verständnis auch ausdrücklich die Fähigkeit zur vernunftorientierten, differenzierten und vor allem höchstpersönlichen Abwägung über die Frage, inwieweit es die eigene Situation, der Wunsch und das Seelenbefinden zulassen, sich bewusst und in Überzeugung für Nachkommen auszusprechen.

Pauschalurteile von christlichen Hirten sind in der Moderne übergriffig und aus der Zeit gefallen. Mit dem Ansinnen, Kompass sein zu wollen, vergrault Jorge Mario Bergoglio weitere Schäfchen. Nicht nur in deutschen Bistümern wird man es ihm danken!

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Klerikale Anmaßung – Zur Kritik von Papst Franziskus an Paaren ohne Kinderwunsch

 

In Memory of Karlheinz Deschner (Teil7/1)   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund und Religionskritiker Wolfgang – wolodja51.wordpress.com

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Karlheinz Deschner: «Unsere tägliche Illusion gib uns heute!»

Am 13. Juni 1993 fand in Darmstadt die Verleihung des von Walter Steinmetz gestifteten Alternativen Büchnerpreises an Karlheinz Deschner statt. Dabei wurde von einem Rezitator auch dieser grandiose Text von Karlheinz Deschner verlesen:

Es war einmal ein alter Herr. Der lebte, mit vielen, vielen Jahren auf dem Buckel, lange ganz allein. Er lebt, schwer vorstellbar, doch finden wir uns damit ab, schon ewig, ohne Anfang, ohne Ende, im Vollgefühl der Allmacht, seines Wissens, seiner Güte. Doch plötzlich hat er, gottweißwarum, das dauernde Alleinsein satt, die wenn auch noch so souveräne Solitüde, das Dolcefarniente tagaus, tagein, das ja auch unsereinem nicht bekommt. Ja, nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. Oder wie Georg Büchner den Leonce sagen läßt: «Müßiggang ist aller Laster Anfang.» Offenbar mußte sich die Omnipotenz endlich betätigen, bestätigen. Brauchen doch auch wir immer wieder ein kleines Erfolgserlebnis. Und er hatte es nie!

Und seine grenzenlose Güte? Wohin damit? Und wollte er nicht auch verehrt, ein wenig angebetet sein, verherrlicht? War nicht, wer weiß, ein bißchen Eitelkeit im Spiel? Ein wenig Rachsucht gar, ein Zorn, hochheilig, sicher, der freilich einmal raus, der einfach sich entfalten, entladen mußte? Wie seine grenzenlose Güte? Beides zusammen, liebevoller Vater und Folterknecht in perpetueller Kooperation?

Aber Hölle und Himmel beweisen es. Beide gleich vis-à-vis, damit man von diesem – Herrgott, wofür ist man Engel!, wofür singt man Halleluja! – ganz bequem in jene gukken und sich an all dem Teufelselend gehörig auch ergötzen kann, durch alle Ewigkeit, wie höchste Kirchenleuchten lehren. Alles schwer vorstellbar für unsern schwachen menschlichen Verstand. Aber es ist so. Die nackte Realität. Kurz und gut, so haut er eines Tages auf die Pauke, – haut – warum erst jetzt? Warum nicht früher schon? Nicht später? Warum, warum! In seiner Weisheit wußte er warum, ja, jetzt, jetzt wollte er, nach langer Lethargie ein ungeheurer Tatendrang, und haut, in schöpferischer Schaffenslust, das Universum kühn heraus; ob gleich komplett, ob erst im Ei, ob mit großem Knall, ob ohne, das alles, gott, ist eitles Klügeln, Spintisieren, vage Wissenschaft von Menschenköpfen, heute so und morgen so. Was zählt, sind Fakten. Und Faktum ist: alles war bestens geraten. Authentisch bezeugt. Und bloß Fieslinge, Mieslinge, zehnmal scheiterhaufenreife Kerle, denen nichts wunderbar, nichts heilig ist, selbst das Heiligste nicht, können da leugnen. Denn war der alte Herr allmächtig, konnte er alles. War er allgütig, wurde auch alles gut – ein sonnenklarer Fall.

Doch der Mensch denkt, und Gott lenkt. Die ganze Sache, wie bekannt, ging restlos in die Binsen. Ja, obwohl alles von dem Allerbesten, Allermächtigsten, Alleswissenden, obgleich es ganz und gar aus ihm und nur aus ihm, aus wem auch sonst, direkt emanierte, kam einfach Furchtbares, Erschreckendes heraus. Kaum zu glauben, wahrhaftig! Die Sterne zwar leuchteten edel, die Sonne schien ohn’ Fehl und Arg – aber darunter: Hurerei und Greuel, Ungehorsam, Apfelbiß, Schlangengift, Erbschuld etc. etc. Und der alte Herr, der all dies ja seit Ewigkeit vorausgewußt, der es, spielend, hätte verhindern können, doch nicht verhindern wollte in seiner Weisheit, der ersäufte, der Allerbarmende, die ganze Chose, die mißratene, Mensch und Tier (das ja unschuldig war: oder biß auch das Tier, ein weibliches vielleicht, ins Obst?!), ja, ersäufte alles kurzerhand, ein göttliches Spektakel ohnegleichen, die erste und bis heute radikalste Endlösung der Welt.

Doch schließlich, er hatte sich genug gelangweilt. Auch Geduld gezeigt genug, fürwahr, einmalige Geduld. Überhaupt: Einmalige Umstände. Denn sonst, ich meine – die braunen Bestien wurden in Nürnberg gehängt. Und Stalin marschiert als Bluthund durch die Geschichte. Und sie alle, samt und sonders, hatten doch nur einen, ich meine bloß, vergleichsweise kleinen Teil unserer Rasse liquidiert – der gute alte Herr aber alles, die ganze Menschheit, mit Stumpf und Stiel, alles hinab in den Orkus … er, der Beste, der alles so gut macht.

Der zweite Teil dieses hervorragenden Textes von K. Deschner folgt am kommenden Sonntag …….

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In Memory of Karlheinz Deschner (Teil7/1)

Wie sich Deutschland verändern wird   Leave a comment

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Das säkulare Jahrzehnt:

2022 wird der Bevölkerungsanteil der Katholiken und Protestanten erstmals unter 50 Prozent fallen, spätestens 2032 werden die konfessionsfreien Menschen die absolute Mehrheit in Deutschland stellen. In seiner Neujahrsansprache hat gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon ausgeführt, welche politischen Veränderungen mit diesem gesellschaftlichen Wandel einhergehen sollten.

In den letzten 150 Jahren hat sich der Bevölkerungsanteil der Konfessionsfreien vervierzigfacht und der Anteil der Katholiken und Protestanten halbiert. Wie Schmidt-Salomon in seiner Ansprache betonte, hat mit Olaf Scholz erstmals in der deutschen Geschichte ein Konfessionsfreier die Regierungsverantwortung übernommen und haben fast die Hälfte der Kabinettsmitglieder auf die traditionelle Gottesformel bei der Vereidigung ins Amt verzichtet. Diese „neue Säkularität der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker“ äußere sich, so der gbs-Sprecher, auch in dem Koalitionsvertrag, den SPD, FDP und Grüne ausgehandelt haben, etwa in der Streichung des umstrittenen §219a (die sogenannte „Werbung für den Schwangerschaftsabbruch“) aus dem Strafgesetzbuch.

Diese Streichung sei ein wichtiger erster Schritt, meinte Schmidt-Salomon, aber er dürfe keineswegs der letzte sein. Denn die Bandbreite der religiös begründeten Gesetze, welche die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger unzulässig einschränkten, reichten „von der Wiege bis zur Bahre, ja sogar darüber hinaus, nämlich vom sogenannten Embryonenschutz, der zur Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs geführt hat, bis hin zum Friedhofszwang, der uns verbietet, die Asche unserer Verstorbenen im eigenen Garten zu verstreuen“. Derartige Gesetze müssten in den nächsten Jahren fallen, forderte der Stiftungssprecher: „Denn warum auch sollte sich eine konfessionsfreie Mehrheit weiterhin Gesetzen unterwerfen, die von überkommenen religiösen Dogmen bestimmt sind?!“

Eine starke säkulare Lobbyorganisation

Es bestehe Hoffnung, dass die neue Bundesregierung „die historische Chance zu einer neuen, säkularen Rechtspolitik“ ergreife, allerdings werde dieses Projekt „kein Selbstläufer“ sein. Es brauche gesellschaftlichen Druck, damit sich die Dinge ändern, nötig sei nun vor allem „eine starke säkulare Lobbyorganisation, die den Politikerinnen und Politikern auf den Füßen steht und sie daran, erinnert, dass die Mehrheit der Deutschen – ob konfessionsfrei oder nicht – längst schon ein Leben jenseits religiöser Gängelungen führen will“. Im Rahmen des Schwerpunktthemas „Das säkulare Jahrzehnt“ werde die Giordano-Bruno-Stiftung die Etablierung einer solchen Lobbyorganisation mit ihren Mitteln maßgeblich unterstützen, nämlich den Aufbau des „Zentralrats der Konfessionsfreien“, der sich 2022 erstmals der Öffentlichkeit präsentieren wird.

Bis 2032, also bis zum Ende dieses ersten säkularen Jahrzehnts, will Schmidt-Salomon einiges erreicht haben: „So sollte die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bis 2032 Geschichte sein. 150 Jahre lang hat die Frauen-Bewegung gegen diese Kriminalisierung gekämpft, wir wollen alles daransetzen, dass es am Ende keine 160 oder noch mehr Jahre sein müssen. Fallen sollten natürlich auch die historischen Staatsleistungen, die seit über 100 Jahren verfassungswidriger Weise an die Kirchen gezahlt werden. Ebenso fallen muss das kirchliche Arbeitsrecht, das nicht nur Konfessionsfreie, sondern auch Juden und Muslime, Schwule und Lesben diskriminiert.“

Für einen modernen, weltanschaulich neutralen Staat

Am Schluss seiner Neujahrsansprache stellte der gbs-Vorstandssprecher klar, dass das Schwerpunktthema „Das säkulare Jahrzehnt“ zwar eine „Kampfansage an die herrschenden Rechtsverhältnisse“ sei, keineswegs aber eine „Kampfansage an Gläubige“: „Wir wissen sehr wohl, dass es in den Kirchen viele Menschen gibt, die die Dinge ähnlich sehen wie wir. Auch sie wollen in einer offenen Gesellschaft leben, in der niemand aufgrund seines Glaubens oder Unglaubens privilegiert oder diskriminiert wird.“

Diese säkulare Haltung werde auch wichtig sein, um der Herausforderung des politischen Islam zu begegnen: „Denn der moderne Rechtsstaat kann Muslimen nicht verwehren, was er Christinnen und Christen gewährt. Wer also nicht will, dass die Muslimbrüder in die Lage versetzt werden, religiöse Sonderrechte für ihre Propaganda-Zwecke auszunutzen, darf diese Möglichkeit auch den christlichen Kirchen nicht einräumen.“ Insofern sei der „Einsatz für den weltanschaulich neutralen Staat“ zugleich auch ein „Einsatz zur Verteidigung der offenen Gesellschaft gegen ihre wiedererstarkten Feinde“.

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Veröffentlicht 3. Januar 2022 von hubert wenzl in Politik, Religionskritik

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In Memory of Karlheinz Deschner (Teil6)   1 comment

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Rebloggt von Tierfreund und Religionskritiker Wolfgang – wolodja51.wordpress.com

 

Er ließ sich nie von Autoritäten täuschen

Laudatio auf Karlheinz Deschner von Karl Corino anlässlich der Verleihung des Wolfram-von-Eschenbach-Preises an Karlheinz Deschner im Jahre 2004

«Man müßte schreiben, ohne eine Sekunde nachzudenken, man müßte drauflosschreiben wie eine Maschine, so schnell und ohne alle Hemmungen, man müßte alles herausschleudern wie ein Vulkan oder wie man sich erbricht oder was weiß ich, sobald man denkt, ist es schon vorbei, das ist meine Erfahrung». So steht es in Karlheinz Deschners erstem Roman «Die Nacht steht um mein Haus», mit dem er 1956, mit 32 Jahren, die literarische Szene betrat.

Es war ein Debüt, das im wahren Wortsinn Furore machte und die Öffentlichkeit, wie später so oft, in zwei Lager spaltete. «Deschners Prosa vom Leben und Leiden des einzelnen an der allgemeinen Unmenschlichkeit der Epoche hat an ihren besten Stellen die Durchschlagskraft eines Geschosses. Als Erstlingsbuch: eine großartige Begabungsleistung!», schrieb Karl Krolow damals, und Leslie Meier alias Peter Rühmkorf: «Ein Buch mit wunderbaren Naturschilderungen und wunderbaren Herausforderungen, lyrisch und provokant, anstößig und stimmungsgeladen, vor allem aber: von der Form her interessant» – ein Lob, das dem von Wolfgang Koeppen, Hermann Kesten, Hanns Henny Jahnn, Hans Erich Nossack, Ernst Kreuder oder Albert Vigoleis Thelen glich, während andere von einem «einzigen Zeugnis von Kraftlosigkeit» sprachen oder von einer «Roßkur».

Wenn man heute, aus einer Entfernung von fast 50 Jahren, auf dieses Buch zurückblickt, so muss man sagen, es gehört zu den wichtigen Leistungen jener Generation, die im III. Reich aufwuchs und dann in den II.Weltkrieg geworfen wurde.

Kein Zweifel, das knappe Dutzend von Deschners Essays über «Franken, die Landschaft [s]eines Lebens», die unter dem Titel «Dornröschenträume und Stallgeruch» in mehreren Auflagen erschienen, sind Filiationen jener frühen Prosa, und es ist nicht verwunderlich, dass das Verhältnis zur Natur und die Fähigkeit, sie Wortmagie werden zu lassen, für Deschner immer ein eminent wichtiges Kriterium war für poetisches Genie.

Es ist kein Zweifel, dass meine Generation, die im II. Weltkrieg, oder kurz davor, bald danach zur Welt kam, von Deschner geprägt wurde. Das gilt nicht zuletzt für die literarische Urteilsfähigkeit. 1957 erschien Deschners literarische Streitschrift «Kitsch, Konvention und Kunst», ein Büchlein von ca. 170 Seiten, das bei vielen Schülern und Studenten Epoche machte.

Es stürzte die Götter vieler unserer Deutschlehrer – Bergengruen, Carossa, Hesse – und holte die Autoren Broch, Jahnn, Musil, Trakl heim aus dem Exil und entriss sie der Vergessenheit. Deschner ließ sich nie von Autoritäten und Zelebritäten täuschen. Mochte Hermann Hesse auch seinen Nobelpreis haben – Deschner zeigte, wie epigonal dessen Prosa und seine Lyrik seien – und umgekehrt, wie originell und modern die «Schlafwandler», der «Fluß ohne Ufer», die Entwürfe zum «Mann ohne Eigenschaften».

Deschner ist als Literaturkritiker eine Potenz, und er hätte das Zeug gehabt, der führende Mann Deutschlands auf diesem Gebiet zu werden, wenn sich seine Interessen später – und mit weitreichenden Folgen – nicht verlagert hätten. Man muss nur wieder einmal in seinem Band «Talente, Dichter, Dilettanten» aus dem Jahre 1964 blättern, um mit Genuss zu sehen, wie er die Schein-Blüten entblätterte.

Und nicht minder brillant ist Deschners Analyse von Walter Jens’ Buch «Deutsche Literatur der Gegenwart» aus dem Jahr 1968. Man kann nur bedauern, dass Deschner sich nicht weitere Geistesheroen aus Jensens Umkreis zur Brust genommen hat. Es lag, wie schon angedeutet, daran, dass sich Deschners Interessen verlagerten. Von der Literatur weg zur Religionsphilosophie und zur Kirchengeschichte. Zwar schrieb er nach seinem Roman-Erstling noch ein zweites erzählendes Buch, «Florenz ohne Sonne», das ich ebenfalls gerne lese, und ein drittes, das er aber nicht mehr veröffentlichte, die Jahre zwischen 1958 und 1962 widmete er indes einem 700-Seiten-Wälzer unter dem Titel «Abermals krähte der Hahn», einer Historie des Christentums von den Anfängen bis zu Pius XII.

Es gab manche Vorausdeutungen in Deschners erstem Roman, die den Schwenk seines Denkens schon ahnen ließen: «Natürlich gibt es den Glauben, ruft nur, ruft nur, daß es den Glauben gibt, aber der Glaube ist auch nur eine Vermutung, eine Vermutung, die man sich suggerieren kann, aus Schwäche, aus Verzweiflung, aus Dummheit, aus ‹Demut›, aus ‹Ehrfurcht›, aus ‹Kraft›, aber auch der Glaube ist nur eine Vermutung unter den anderen Vermutungen, und selbst wenn ihr von eurem Glauben überzeugt seid, blindlings davon überzeugt seid, er bleibt eine Vermutung, und niemand weiß, ob dieser Vermutung etwas entspricht», so lesen wir. Es scheint, als habe Deschner gegen Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre diesen Vermutungen auf den Grund gehen wollen. Er mutete sich eine unglaublich anmutende wissenschaftliche Lektüre zu, die, wenn ich richtig gezählt habe, seinerzeit schon ca. 1000 Titel umfasste.

Er dürfte alles verarbeitet haben, was die Entstehung und die Geschichte des Christentums angeht. Die Bilanz war, was die Nachfolge Christi angeht, niederschmetternd, und ich kenne Kommilitonen, die nach der Lektüre von Deschners frühem Opus magnum das Studium der Theologie aufgaben.

Mit leidenschaftlicher Exaktheit demonstrierte Deschner, wie die Lehren der Bergpredigt, ihr zum Teil revolutionärer, mit dem Alten Testament brechender Ansatz mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion durch Kaiser Konstantin in ihr Gegenteil verkehrt wurden. Wie die Gebote der Nächsten- und der Feindesliebe, die den Christen ein paar Jahrhunderte lang den Militärdienst verboten, umgebogen und staatsdienlich, kriegstauglich gemacht wurden. Aus Wehrdienstverweigerern und Märtyrern unter den früheren römischen Kaisern wurden nun Waffenträger und Feldprediger, die die Schwerter und Lanzen segneten. Er zeigte, wie die urchristliche Gütergemeinschaft einem urwüchsig-dauerhaften Besitzdenken wich, wie sich die kirchliche Hierarchie unter dem römischen Episkopat verfestigte, wie konkurrierende christliche Glaubensrichtungen bekämpft, verleumdet, notfalls auf Konzilien mit Stöcken niedergeschlagen wurden und wie das Papsttum mit allen Mitteln machiavellistischer Politik, lang vor Machiavelli, zu Großgrundbesitz, Größtgrundbesitz und zur weltlichen Großmacht aufstieg, gegebenenfalls anhand massiver Fälschungen: man denke nur an die sogenannte Konstantinische Schenkung, der wir den Kirchenstaat verdanken.

Immer wieder stieß Deschner auf die peinigenden Widersprüche zwischen den Geboten Christi, soweit wir sie rekonstruieren können, und der Praxis der Kirche und ihrer Diener, und die Zahl der himmelschreienden Untaten, auf die man beim Gang durch die Jahrhunderte stößt, ist wahrhaft Legion. Man denke nur an die Kreuzzüge, an die Vernichtung der Katharer, Albigenser und Waldenser (von denen ich vermutlich abstamme), an die Bauernkriege, an die Hexenverfolgungen, von denen man auch in der Markgrafschaft Ansbach und in den fränkischen Bistümern von Bamberg über Würzburg bis Eichstätt ein langes, blutiges und im wahren Wortsinne feuriges Lied singen müsste, und man stellt mit Deschner fest, dass sich Katholizismus und Protestantismus bei aller Feindschaft, der wir ja den Dreißigjährigen Krieg verdanken, mitunter in ihrer Menschenfeindlichkeit und Grausamkeit, auch in ihrem Antisemitismus verdammt wenig unterschieden.

Es gab die fatalsten Brückenschläge – was etwa Luther hetzend über die Juden schrieb, das konnte 400 Jahre später gut der «Stürmer» brauchen –, und es gab die verrücktesten Allianzen und Spaltungen. Man braucht nur an die anfeuernde Rolle der Kirchen in den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts zu denken, als Christen gegen Christen kämpften und die Kirchen allen Kriegsparteien versicherten «Gott mit uns», «Gott mit euch», anstatt jeden zu exkommunizieren, der die diplomatischen Feindseligkeiten eröffnete und die Waffe hob. Wenn heute einzelne Kirchenvertreter behaupten, die Auszeichnung Deschners sei ein Schlag gegen die Kirche, so muss man leider entgegnen, die schrecklichsten Schläge hat die Kirche in den vergangenen 2000 Jahren, nehmt nur alles in allem, immer gegen sich selbst geführt, gegen ihre eigenen Gläubigen, gegen die Anhänger konkurrierender christlicher Glaubensrichtungen oder die anderen monotheistischen Religionen aus dem Morgenland.

Wer geglaubt hatte, das Thema Kirche sei mit «Abermals krähte der Hahn»erschöpft gewesen, der irrte sich. Es ließ Deschner bis zu seinem 80 Geburtstag und darüber hinaus nicht mehr los. In wöchentlich 100-stündiger Arbeit legte er seit 1986 acht Bände seiner «Kriminalgeschichte des Christentums» vor, rund 4600 Seiten, denen noch zwei weitere Bände folgen sollten.

Immer eingeräumt, dass es auch vorbildliche, ebenso demütige wie mutige Christen gab, die ihr Leben für ihre Prinzipien opferten – man denke nur an den christlichen Widerstand im III. Reich, an die Bekennende evangelische Kirche und die katholischen Pfarrer in den KZs –, dies immer eingeräumt, wird es wohl keine nennenswerte Schandtat im Namen des Christentums geben, die Deschner entgangen wäre, handle es sich, weil wir in Wolframs-Eschenbach sind, nun um das Wüten des Deutschen Ordens in Polen und im Baltikum, oder um die unbarmherzige Niedermetzelung der Indios in Lateinamerika durch die spanischen Conquistadoren, von der wir beispielsweise durch Las Casas wissen.

Es gibt wohl keinen Zweifel: hätte ein Zufall oder eine «Fügung» einen Mann vom Schlage Deschners in ein früheres Jahrhundert hineingeboren, er wäre mit höchster Wahrscheinlichkeit wie Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen gelandet und man hätte ihn, mit besonderer Grausamkeit, vielleicht auf kleinem Feuer geröstet.

Es ist gewiss nicht übertrieben, wenn der Münchner Philosophieprofessor Wolfgang Stegmüller Karlheinz Deschner den «bedeutendsten Kirchenkritiker»des 20. Jahrhunderts genannt hat, und es ist nicht nur die «herrliche Mischung von leidenschaftlichem Engagement, klarster Logik, beißendem Sarkasmus und überwältigendem Wissen», die ihn zum «modernen Voltaire» stempelt (Nelly Moya), es ist auch die Einheit von Denken und Tun.

Aufgewachsen wie alle Franken – Bratwurstland – in bedenkenlosem Fleischkonsum, vom Vater her gewöhnt an Jagen, Fischen und Töten, hatte er alsbald sein Saulus-Paulus-Erlebnis. Schon in seinem Erstlingswerk lesen wir:

«… ich glaube, daß wir kein Recht haben, die Tiere zu töten, es sei denn das Recht der Gewalt. Nein, ich mache keinen wesentlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier … wie das die Christen tun, die demütigen Christen, die so demütig sind, daß sie sich für das Ebenbild Gottes halten, für das Ebenbild eines allgütigen, allweisen und allmächtigen Gottes, für das Ebenbild des Schöpfers Himmels und der Erde. Du lieber Himmel. Was für ein Gott das sein muß, wenn man ihn beurteilt nach seinen Ebenbildern! Nein, ich habe die Jagd aufgegeben, und da ich dachte, daß jeder Fleischesser schlimmer als ein Jäger ist, und schlimmer als ein Metzger ist, da ich dachte, und ich denke es heute noch, daß es nur Gedankenlosigkeit ist und Inkonsequenz und eine gemütsmuffige Verlogenheit, wenn sie sagen: nein, ich könnte kein Tier töten, ich könnte keinem Tier was zuleide tun, wobei sie sich schütteln und entsetzte Augen machen und sich den Bauch vollschlagen mit Fleisch …, habe ich auch das Fleischessen aufgegeben».

Deschner fühlt sich in dieser, sagen wir, vegetarischen Enthaltsamkeit, die Religionen und Weltanschauungen miteinander vergleichend, den Pythagoräern und den Buddhisten wesentlich näher als dem Alten Testament mit seinem Gebot «Machet euch die Erde untertan», das ein Todesurteil für Milliarden von Tieren impliziert.

So energisch Deschner mit sprachlicher und gedanklicher Schlamperei, mit Heuchelei, Intoleranz und Grausamkeit verfährt, so entschieden vertritt er sein Plädoyer der Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft. «Denn jeder Mensch braucht Hilfe von allen», wie Brecht es formulierte.

Es ist ein Paradox, dass Deschner, auch in viele Sprachen übersetzt, eine nach Millionen zählende Leserschaft hat, dass er aber auf weite Strecken nicht überlebt hätte, nicht hätte weiterarbeiten können ohne die Unterstützung einiger Mäzene. Insofern ist der Wolfram-von-Eschenbach-Preis, der diesem Autor heute verliehen wird, nicht nur eine Anerkennung für das Geleistete, sondern hoffentlich auch eine Hilfe zur Vollendung seines Lebenswerks.

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In Memory of Karlheinz Deschner (Teil6)

Veröffentlicht 2. Januar 2022 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Religionskritik

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Aus der Kirche auszutreten ist gar nicht so schwer…   Leave a comment

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Wenn man sich auch nur ein bisschen in die Materie vertieft und sieht wie die Priester, vor allem die höheren Kategorien in Saus und Braus leben und was sie dem gemeinen Volk so alles auftischen und es bei der Nase herum führen, dürfte der Entschluss aus der Kirche auszutreten gar nicht so schwer fallen. Oder anders gesagt, wer da noch drin bleibt und dafür auch noch Kirchensteuer zahlt, ist selber schuld.

Hier ein Auszug von Richard Dan Nautus.

WER WEITER GLAUBT IST BALD ALLEINE

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vergrößern. Und dafür bedurften sie einer Rechtfertigung, sie sollten von was Höherem zum
Herrschen berufen werden; so schufen sie sich einen Gott, der ihnen ihre Herrschaft auftrug,
der dann angeblich auch befohlen hatte, dass das gemeine Volk diesen selbsternannten
Stellvertretern Gottes auf Erden zu huldigen hat, ihnen zu dienen und zu gehorchen hat und
sie mit allen erdenklichen Gaben an Gold und Luxusgütern zu versorgen hat. Und damit die
Macht ja auch immer in den Händen dieser kleinen Oberschicht bleibt, waren diese Führungs-
posten fast immer erblich. So haben Päpste ihresgleichen zu Könige und Kaiser gekrönt, oder
Könige und Kaiser haben ihre Brüder, Söhne oder Neffen zu Päpsten gemacht; sich salbten sich
gegenseitig in ihre Machtellung hinein. Das führte sogar mal dazu, dass Gott zeitweise gleich
drei selbsternannte Stellvertreter auf Erden hatte. Hat den lieben Gott aber gar nicht gestört
und der Kirche hat es auch nicht geschadet.

https://books.google.it/books/about/WER_WEITER_GLAUBT_IST_BALD_ALLEINE.html?id=EeAxAwAAQBAJ&printsec=frontcover&source=kp_read_button&hl=de&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false

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Richard Dan Nautus liest die Bibel gegen den Strich   Leave a comment

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Die Bibel heißt nichts anderes als Papyrusrolle, das steht auch für Buch. Keine Rede von einem „heiligen Buch“, das hat nur die katholische Kirche erfunden. Man pickt sich die Essential und die Rosinen raus und macht um den ganzen Rest einen großen Bogen.

In Wirklichkeit haben sich die Kirchen nur einen Bruchteil der Texte aus dem Alten Testament heraus gepickt, und zwar nur die, die ihnen in den Kram passten.

Ein Interview – Auszug.

1. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Die Schlagwörter Fake News und Alternative Fakten geistern seit der Trump Wahl durch die Presse. Es ist nun Gott sei Dank allgemeiner Konsens, dass wir uns dringend um die wahren Fakten kümmern müssen.

Das tue ich in meinem Buch: Wer weiter glaubt ist bald alleine

2. Du hast das Buch Wer weiter glaubt ist bald alleine mit auf die Messe gegeben. Was macht dieses Buch besonders und für wen ist es die perfekte Lektüre?

Für alle Leser, die neugierig sind und wissen wollen, ob das, was wir alles so glauben mussten, also das was uns die Kirchen immer so erzählt haben, auch wirklich so in der Bibel steht, ist dieses Buch ein unbedingtes Muss. Denn in Wirklichkeit haben sich die Kirchen nur einen Bruchteil der Texte aus dem Alten Testament heraus gepickt, und zwar nur die, die ihnen in den Kram passten. Der große Rest bleibt unerwähnt, der hat es aber in sich, der macht den Kirchen die größten Probleme; und deshalb wird darüber lieber geschwiegen. Man pickt sich die Essential und die Rosinen raus und macht um den ganzen Rest einen großen Bogen.

Im Alten Testament können wir von einem Gott Jahwe lesen, der weder allmächtig noch barmherzig ist; er agiert dort schlicht und ergreifend äußerst grausam; er legt sogar immer mal wieder selber Hand an und merzt auch völlig unschuldige Menschen eigenhändig aus. Er ist außerdem auch nur einer unter vielen Göttern im Alten Testament; er ist laufend eifersüchtig auf seine Kollegen und bestraft deshalb das Fremdgehen, also das Opfern an fremde Götter, ganz grausam mit Pfählen, einem ganz besonders grausamen Tod.

Außerdem will Gott Jahwe ganz explizit nur für die Israeliten Gott sein und für sonst niemanden; das wiederholt er immer und immer wieder. Das wollen die Christlichen Kirchen aber nicht wahr haben.

Dann zeigt er sich weder allwissend noch allmächtig; er hatte noch nicht einmal gecheckt, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis genascht hatten, auch musste er fragen, wo sich denn die beiden im Garten Eden versteckt hielten.

Die Katholische Kirche aber behauptet oft das genaue Gegenteil von dem, was in der Bibel geschrieben steht, so als würde sie die Texte der Bibel nicht kennen! Die Kirchen behaupten, ihr Gott sei einzigartig und sehr gütig. Stimmt aber nicht! Wieso ließ man den Kirchenleuten diese Unwahrheiten so lange durchgehen? Auch erzählt Gott Jahwe niemandem, nicht einmal dem Mose, seinem größten und wichtigsten Propheten, auch nur ein einziges Wort von seinem Sohn Namens Jesus, den er später mal auf die Erde schicken will, um die Menschheit von der Erbsünde zu erlösen. Das ist mehr als unverständlich, das kann eigentlich gar nicht sein. Im ganzen Alten Testament spricht Gott Jahwe nie über einen Sohn, kein Sterbenswörtchen! Er sagt auch nie, dass Er seinen Sohn als Erlöser schicken wird! Gott Jahwe redet auch überhaupt nie von einer Erbsünde. Die ist eine schlichte Erfindung der Katholischen Kirche, der Bischof von Hippo hat sie im dritten Jahrhundert nach Christus erst erfunden! Warum sollte denn nun sein angeblicher Sohn Jesus, von dem Jahwe ja nie was erzählt hatte, auf die Erde kommen und hier sterben, um uns von etwas zu erlösen, was es auch nie gab?

Auch das mit der Beschneidung der Buben stellt sich in der Bibel völlig anders dar, als es uns die Rabbiner weismachen wollen; die Beschneidung ist laut Altem Testament überhaupt nicht für alle Juden zwingend, nur für diejenigen, die Landbesitz in Kanaan geschenkt bekommen; selbst Mose war nicht beschnitten, er hat ja auch nie Kanaan betreten. Und im Fünften Buch Mose, wo alle Gesetze und Vorschriften noch einmal aufgelistet und wiederholt werden, kommt das Wort Beschneidung gar nicht mehr vor; sie ist offensichtlich so unwichtig, dass sie nicht einmal mehr erwähnt wird. Dafür finden aber viele Bagatell-Vorschriften Platz, wie zum Beispiel die Forderung von Gott Jahwe, dass sich die Israeliten beim Stuhlgang mit einem Spaten ein Loch graben sollen, um ihre Notdurft hinein fallen zu lassen, oder dass man auf den Flachdächern der Häuser Geländer anbringen muss, um zu verhindern, dass jemand hinunterstürzen kann. Kann man fordern, ist ja auch sinnvoll, aber dass ein Gott, der das ganze Weltall mit seinen Milliarden von Sternen und Planeten erschaffen haben soll, sich allen Ernstes Gedanken gemacht hat, dass hier unten auf der winzigen Erde ein kleines Volk von Schafshirten seinen Kot vergraben sollte, um nicht hinein zu stolpern, das halte ich für groben Unsinn. Einem Gott sowas zu unterstellen halte ich sogar für Blasphemie. Und kein einziges Wort über die Beschneidung in diesem wichtigen fünften Buch.

Und im Fünften Buch Mose, wo alle Gesetze und Vorschriften noch einmal aufgelistet und wiederholt werden, kommt das Wort Beschneidung gar nicht mehr vor; sie ist offensichtlich so unwichtig, dass sie nicht einmal mehr erwähnt wird. Dafür finden aber viele Bagatell-Vorschriften Platz, wie zum Beispiel die Forderung von Gott Jahwe, dass sich die Israeliten beim Stuhlgang mit einem Spaten ein Loch graben sollen, um ihre Notdurft hinein fallen zu lassen, oder dass man auf den Flachdächern der Häuser Geländer anbringen muss, um zu verhindern, dass jemand hinunterstürzen kann. Kann man fordern, ist ja auch sinnvoll, aber dass ein Gott, der das ganze Weltall mit seinen Milliarden von Sternen und Planeten erschaffen haben soll, sich allen Ernstes Gedanken gemacht hat, dass hier unten auf der winzigen Erde ein kleines Volk von Schafshirten seinen Kot vergraben sollte, um nicht hinein zu stolpern, das halte ich für groben Unsinn. Einem Gott sowas zu unterstellen halte ich sogar für Blasphemie. Und kein einziges Wort über die Beschneidung in diesem wichtigen fünften Buch.

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Richard Dan Nautus liest die Bibel gegen den Strich

Weihnachten, Fest der Liebe, des Friedens und der Freude – aber nicht für ALLE   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang – wolodja51.wordpress.com

Von Ulrich Dittmann

Gott ist die Liebe, Weihnachten das Fest der Liebe und der Mensch ist edel und gut und die „Krone der Schöpfung“ – so singen es die himmelischen Heerscharen und so klingt es von den schwarz- oder faschingsbunt gekleideten „Kronjuwelen der Schöpfung“ von der Kanzel herab.

Und das Volk stimmt ergriffen Lobgesänge an, über das eigene wichtige Dasein und gottesfürchtiges Gutsein zu den Weihnachtsfeiertagen und läßt auch mildtätig einige Cent oder Eurostücke, gedacht für „arme Menschen“, in den Klingelbeutel fallen.

Zu Hause dann wird kulinarisch dankbar für all das Wohlergehen tüchtig aufgetischt, man labt sich an fettigem Gänsebraten oder anderen fleischlichen Genüssen.

Denn Tiere (immerhin auch Gottesgeschöpfe!) sind ausgeschlossen von weihnachtlichem Empathieempfinden. Ochs und Esel sind als Dekorationsfiguren beim Jesulein an der Krippe zwar wohlgelitten – ansonsten sieht man sie lieber als Braten oder Salamischeiben auf dem Teller.-

So sei hier auch der Tiere gedacht, die gerade zur „friedlichen Weihnachtszeit“ zu Milliarden, zu menschlichem „Gaumenschmaus“ degradiert – ekelerregend pharisäerhaft – brutalst zu Tode gefoltert werden:

Hier den ganzen Beitrag lesen …

 

Weihnachten, Fest der Liebe, des Friedens und der Freude – aber nicht für ALLE

In Memory of Karlheinz Deschner (Teil5)   Leave a comment

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Einen großen Dank an den Lektor Gieselbusch, dass er das grandiose Werk Deschners über die „Kriminalgeschichte des Christentums“ mit seinen nahezu 6000 Seiten, hartnäckig beim Rowohlt Verlag durchgesetzt hat. Das Werk wird die Zeit überdauern.

Rebloggt von Tierfreund und Religionskritiker Wolfgang –  wolodja51.wordpress.com

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Michael Schmidt-Salomon über die „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Karlheinz Deschner

«Ich möchte das Werk zu einer der größten Anklagen machen, die je ein Mensch gegen die Geschichte des Menschen erhoben hat.» Mit diesen Worten endete das Exposé zur Kriminalgeschichte des Christentums, das Karlheinz Deschner dem Rowohlt Verlag im Frühjahr 1970 übersandte. Heute, 43 Jahre später, ist es vollbracht – und der Autor hat nicht zu viel versprochen:

Tatsächlich ist die Kriminalgeschichte des Christentums eine der größten Anklageschriften, die jemals verfasst wurden. In 10 Bänden mit nahezu 6000 Seiten und mehr als 100.000 Quellenbelegen hat Deschner eine Generalabrechnung mit der «Religion der Nächstenliebe» vorgelegt, die in der Weltliteratur ihresgleichen sucht.

Völlig zu Recht gilt das Werk als Meilenstein der modernen Religionskritik, ja: der kritischen Geschichtsschreibung schlechthin. Das liegt nicht nur an der Fülle der Inhalte, die Deschner entgegen allen Denktabus zur Sprache bringt, sondern auch an der Brillanz der Darstellung: Bei Deschner treffen die besten Elemente von Wissenschaft, Philosophie und Kunst aufeinander, vereinigen sich kritische Rationalität, humanistisches Ethos, künstlerische Sensitivität und ästhetische Gestaltungskraft zu einer einzigartigen Synthese. Da ist kein Wort zu viel, keines zu wenig, ein fulminanter Spannungsbogen zieht sich durch das gesamte Werk, vom furiosen Auftakt des ersten Bandes bis zum Schlusswort des letzten.

Die Kriminalgeschichte des Christentums erscheint uns heute in ihrem monumentalen Aufbau so stringent und urwüchsig wie eine gotische Kathedrale oder eine Bruckner-Sinfonie, weshalb es kaum vorstellbar ist, dass sie ursprünglich nur einen einzigen schmalen Band umfassen sollte. Tatsächlich stand in dem Vertrag, den Rowohlt 1970 mit Deschner abschloss, dass der Autor bis Ende 1972 ein höchstens 350-seitiges Manuskript vorlegen sollte. Im Zuge der Ausarbeitung nahm das Projekt jedoch immer größere Dimensionen an. Aus dem einen Band wurden bald zwei Bände («Von Konstantin dem Großen bis zum Hochmittelalter» und «Vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart»), kurz darauf drei («Von den Anfängen bis zu Karl dem Großen», «Von Kaiser Karl bis Martin Luther» und «Von Luther bis heute»), Ende der 1970er Jahre – noch immer war keine einzige Zeile der Kriminalgeschichte erschienen! – stellte der Autor eine 6-bändige Ausgabe in Aussicht (ein Band Antike, zwei Bände Mittelalter, drei Bände Neuzeit).

Es ist nicht zuletzt dem Engagement von Hermann Gieselbusch, Deschners langjährigem Lektor bei Rowohlt, zu verdanken, dass der Verlag das Projekt nicht vorzeitig zu den Akten legte. Man kann sich leicht vorstellen, wie groß der Druck gewesen sein muss, der auf Gieselbusch lastete, zumal Deschner zwischen dem Abschluss des Vertrags bei Rowohlt und dem Erscheinen des ersten Bandes der Kriminalgeschichte zwölf (!) weitere Bücher (u. a. «Das Kreuz mit der Kirche» und «Ein Jahrhundert Heilsgeschichte») bei fremden (!) Verlagen veröffentlichte, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Wahrscheinlich glaubte bei Rowohlt Anfang der 1980er Jahre kaum noch jemand an Deschners Opus magnum, doch Gieselbusch, von Autor und Werk begeistert, gab nicht auf. Ein- bis zweimal im Jahr besuchte er Deschner in Haßfurt, um das Projekt mit ihm zu besprechen.

Diese Hartnäckigkeit zahlte sich aus: Im September 1986, 16 Jahre nach Vertragsabschluss, kam der erste Band der Kriminalgeschichte des Christentums auf den Markt. Und augenblicklich stand Deschner wieder im Fokus der Öffentlichkeit, wie schon nach der Publikation seiner literarischen Streitschrift «Kitsch, Konvention und Kunst» (1957) oder der ersten großen Christentumskritik «Abermals krähte der Hahn» (1962). Unzählige Einladungen zu Lesungen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Rundfunk- und Fernsehsendungen folgten. Glücklicherweise hatte er so viel vorgearbeitet, dass die Bände 2 (1988) und 3 (1990) trotz der zusätzlichen Belastung rasch aufeinander folgen konnten.

Hätte er diesen Zweijahresrhythmus eingehalten, wäre Band 10 bereits 2004, zu seinem 80. Geburtstag, herausgekommen. Doch nun forderten die vielfältigen Verpflichtungen ihren Tribut, weshalb Band 4 erst 1994, vier Jahre nach Band 3, erschien. Hermann Gieselbusch und Herbert Steffen, der Deschners Werk nach dem Tod des Mäzens Alfred Schwarz unterstützte, waren alarmiert: Bei gleichbleibender Frequenz würde Band 10 erst 2018 erscheinen – zum 94. Geburtstag Deschners! Die Zweifel wuchsen, ob er angesichts seines fortgeschrittenen Alters die Mammutaufgabe einer Vollendung der Kriminalgeschichte überhaupt noch bewältigen konnte.

Doch der Autor widerlegte alle Zweifel: In rascher Folge erschienen die Bände 5(1997), 6 (1999), 7 (2002) und 8 (2004). Nach seinem 80. Geburtstag musste Deschner jedoch immer häufiger Pausen einlegen. Und so dauerte es vier Jahre bis zur Veröffentlichung des neunten Bandes (2008), weitere fünf Jahre bis zum Erscheinen des zehnten (2013).

Auch wenn seine Leserinnen und Leser es nicht merken werden, für den Autor war die Arbeit an diesem letzten Band streckenweise eine Tortur. Umso glücklicher dürfen wir uns schätzen, dass nun, 40 Jahre nach dem ursprünglichen Veröffentlichungstermin, die Kriminalgeschichte des Christentums vollständig vorliegt. Dass die Darstellung nur bis zur Französischen Revolution reicht, ist nicht dramatisch. Schließt doch das große Werk über die neuere Politik der Päpste (1982/83; 1991) – gleichsam der 11. Band der Kriminalgeschichte (Wiederveröffentlichung 2013 im Alibri Verlag) – nahtlos an die Thematik des 10. Bandes an.

Der lange Atem, den Deschner, sein Lektor Gieselbusch, der Rowohlt Verlag sowie die vielen Unterstützer des Autors in den letzten Jahrzehnten bewiesen haben, hat sich gelohnt: Denn im Unterschied zu den Nullbotschaften, die Jahr für Jahr den Büchermarkt überschwemmen, wird Deschners Werk Bestand haben – nicht nur, weil die Themen, die dieser leidenschaftliche Aufklärer behandelte, aktuell bleiben werden, sondern vor allem, weil Schriftsteller seines Formats seltene Ausnahmeerscheinungen sind in dem Meer der Mittelmäßigkeit, das uns umgibt.

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In Memory of Karlheinz Deschner (Teil5)

WER WEITER GLAUBT IST BALD ALLEINE (3)   Leave a comment

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Als Grundlage für das üble Treiben diente ihnen die Bibel.

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Vermögen; um Juden zu vertreiben oder zu verbrennen brauchte es keiner großen Begründung, das nahmen die Herren der Kirche ganz sportlich, das ging ratz fatz.
Als ein absolutes Paradebeispiel für dieses frevelhafte Vorgehen gelten die Fürstbischöfe von Würzburg im 16. und 17. Jahrhundert. Sie waren fast alle unerbittliche Hexenverbrenner und Judenverfolger.

Von Richard Dan Nautus

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WER WEITER GLAUBT IST BALD ALLEINE (3)