Archiv für Dezember 2018

Diese dummen Religionen   1 comment

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Auch Religionen müssen sich einer kritischen Überprüfung stellen. Warum sollten die etwas vorgeben können, das dann kritiklos übernommen werden muss? Zumal ja alle Religionen von Menschen gegründet wurden – von wem denn sonst? Wer leichter glaubt, wird schwerer klug.

Aus tageswoche.ch

Christen, Juden, Muslime, Buddhisten – unser Kolumnist hat keinen Respekt vor Religion und kein Verständnis für Menschen, die mit heiligen Schriften argumentieren.

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Knackeboul_DummeReligionen_06Am dritten Tage auferstanden von den Toten … ne, das war angeblich Jesus. Wir sehen hier Brian und seine Mitgekreuzigten. (Bild: Alamy/Montage: Nils Fisch)

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Lasst uns über die Dummheit von Religionen staunen. Gerade an Ostern. Beginnen wir mit dem Islam, damit nicht gleich alle christlichen Abendländler dahergepilgert kommen und fragen, wieso «die Linken» immer nur auf dem Christentum herumhacken.

Einschub: Die Islamophobie in Europa steht in voller Blüte. Von der AfD über Horst Seehofer bis zur SVP wird zu Promozwecken mächtig Hetze gegen Kopftücher betrieben und Millionen Europäer glauben inzwischen, dass Vergewaltigungen ein Problem sogenannt aggressiver Kulturen, allen voran eben des Islams, seien.

Das führt dazu, dass Menschen, die das Pech hatten, in einem konservativen muslimischen Land aufgewachsen zu sein, sich erst vor Bomben retten mussten, um dann in Europa aus einer brennenden Asylunterkunft zu fliehen.

Sprechende Schlangen und Büsche

Das bewegt «Linke» und andere Menschen mit Herz und Hirn dazu, sich erst mit den Bränden im eigenen Land zu befassen, bevor  sie sich Gedanken zur Rückständigkeit des Islams machen. Heisst: Zuerst muss der Vormarsch der Populisten und Neonazis, deren Gedankengut sich nur unwesentlich von dem islamistischer Fundamentalisten unterscheidet, bekämpft werden.

Dass in Regionen, die seit Jahrzehnten zugebombt werden, wo die Wirtschaft am Boden liegt und die Bildung daher minimal ist, absurd fundamentalistisches Gedankengut seine dornigen Blüten treibt, ist irgendwie nachvollziehbar. Wieso die westliche Version dieser Hitzköpfe – Neonazis und Mobs mit Fackeln – gerade in wirtschaftlich stabilen und hochgebildeten Ländern soviel Erfolg haben, wirft hingegen Fragen auf.

Das gesagt, kommen wir zurück zum Thema. Der Islam ist dumm. Das Christentum auch. Somit sind Moslems und Christen dumm. An dieser Stelle werden mir mein tiefes Niveau wie auch meine plumpen Provokationen und dummen Beleidigungen vorgeworfen werden. Von Menschen, die an sprechende Schlangen und Büsche glauben und an die moralische Überlegenheit des Mannes über die Frau. Menschen, die höchst beleidigt reagieren, wenn man ihre Religion nicht respektiert.

 

Was Religionen und ihre Anhänger tun: Frauen unterdrücken, Homosexuelle diskriminieren, Andersgläubige verfolgen.

Ich persönlich respektiere keine einzige Religion. Auch nicht den Buddhismus und schon gar nicht irgendwelche animistische Hippiekacke, ausser sie wird von Ureinwohnern der entsprechenden Regionen betrieben wbeie etwa den Aborigines oder den Emmentalern. Judentum und Hinduismus hingegen sind dumm wie Islam und Christentum.

Also: Ich, Knackeboul bezeichne Religionen und deren Anhänger als dumm. Was Religionen und deren Anhänger tun: Frauen unterdrücken, Homosexuelle diskriminieren, Andersgläubige verfolgen, Kinder traumatisieren, Fortschritt verwehren, Kriege verursachen, Trump wählen, Erdogan wählen, Seehofer wählen.

Vor 300 Jahren wussten die meisten Menschen sehr wenig. Heute kann jeder alles wissen. Früher mussten Hexen und Dämonen für Unerklärliches den Kopf hinhalten oder Gott für Segen oder Fluch. Heute sind die meisten Mysterien geklärt, die Geschichten aus den heiligen Büchern widerlegt oder als Mythen erkannt.

Dass ein gewisser Jesus von Nazareth existiert hat, kann man nachweisen, dass er Gottes Sohn ist, bleibt Fiktion.

Historische Fakten in Bibel und Koran sind allenfalls die Teile, die man auch rational ergründen kann. Dass ein gewisser Jesus von Nazareth existiert hat, kann man nachweisen, dass er Gottes Sohn ist und durch Wände ging, bleibt Fiktion.

Ja, Religionen haben Fortschritte gemacht, sind moderner und humaner geworden. Dafür mussten sie sich aber beispielsweise vom Bibeltext, von den Dogmen, eigentlich von sich selbst entfernen. Natürlich, die reformierte Kirche ist aus einer religiösen Warte betrachtet modern und fortschrittlich, aus einer fundamentalistischen sogar ketzerisch.

Möchten sich die Reformierten wirklich der Zeit anpassen, würden sie ihre Kirchen in Stätten der Aufklärung, Philosophie und Wissenschaft umfunktionieren und das ganze Bibel-Brimborium weglassen. Womöglich würde ein Grossteil der reformierten Pfarrerinnen begeistert mitmachen.

Die Pest wurde durch Hexen ausgelöst. Man konnte die Pest durch das Bestrafen von Sünderinnen besänftigen.

Der Rückfall in religiöses und fundamentalistisches Denken lässt sich erklären. Menschen brauchen für Unverständliches, Beängstigendes und Ungerechtes Erklärungen oder Hoffnung. Die Pest wurde durch das sündige Treiben von Hexen oder Andersgläubigen ausgelöst. Man konnte die Pest also durch das Bestrafen von Sünderinnen und Ungläubigen besänftigen.

Die Ernte war schlecht ausgefallen und die Armut unerträglich: Das ist eine Prüfung Gottes, aber gleichzeitig gibt er mir die Kraft sie zu bestehen. Dieses Denken half in dunklen Zeiten – vor allem den Mächtigen, die es für ihre Zwecke nutzen konnten. Heute kennen wir die Ursachen von Krankheiten und schlechten Ernten, sind aber gleichzeitig überfordert, weil uns die Quellen dieses Wissens mit Information überfluten.

Wir leben in einer Zeit, wo alles aufgeklärt, alles gewusst und somit alles relativ wird. Grenzen, Zugehörigkeit, Schuld und Sühne. Alles ist so fein verästelt und unübersichtlich, dass sich die Menschen wieder nach einfachen Schemen sehnen. Die Religion und der Aberglaube bieten diese. Gut und Böse. Himmel und Hölle. Wir und die andern.

Modernste Technik trifft auf mittelalterliches Gedankengut. Das macht den Rückfall in dumme Glaubensätze gefährlich.

So kommt es, dass wir ausgerechnet im aufgeklärtesten aller Zeitalter in die irrationalsten Denkschemen zurückfallen könnten. Über die Jahrhunderte sind Millionen Menschen wegen diesen religiösen Denkschemen ermordet worden.

Was passiert, wenn diese aggressive Dummheit wieder um sich greift? Diesmal in der Version 2.0. Mit Langstreckenraketen, weltweiter Vernetzung und umfassenden Überwachungsmethoden. Modernste Technik trifft auf mittelalterliches Gedankengut.

Das ist unsere grösste Herausforderung momentan. Dass die Dummheit der Religionen sich der Weisheit der Wissenschaft bedient. Das muss ausgebuht werden. Laut und immer wieder. Auch in Form von dummen Kolumnen.

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Diese dummen Religionen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 31. Dezember 2018 von hubwen in Religionskritik, Uncategorized

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Die verratene Schöpfung   2 comments

Die verratene Schöpfung – eine unendlich(e) traurige Geschichte: Kirche und Tierschutz
Immer Ärger mit Gottes unfähigem Bodenpersonal hier auf Erden.

„Himmelschreiende Ruchlosigkeit, mit welcher der christliche Pöbel gegen Tiere verfährt, sie lachend tötet, verstümmelt oder martert“ – mit so deutlichen Worten formulierte schon im 19. Jahrhundert Arthur Schopenhauer die moralische Verwerflichkeit des Menschen im Verhalten gegenüber seinen älteren Verwandten, den Tieren. Wahrlich, für Tiere hat der Teufel keinen Klumpfuß und keine Hörner, sondern ein Menschengesicht.

Zu ergänzen wäre dazu lediglich: Und die „Kronjuwelen der Schöpfung“, die Pfaffen im schwarzen Gewand, segnen all das unchristliche Wüten der „Dornenkrone Mensch“ per hoheitsvoll zelebrierten anthropozentrischen Kanzelreden willfährig ab – denn bekanntlich gibt es für den Homo sapiens keine größere Lust und Freude, als eine öffentliche, hochpriesterliche Würdigung des eigenen Tuns und Bestätigung seines vermeintlich einzigartigen Wertes.

Es erzeugt Gänsehaut, in welch traurigem, Gottes Schöpfung verhöhnenden Anthropozentrismus viele Kirchenchristen und Priester gefangen sind. Lebensverachtende Formulierungen, wie gerade im Katholischen Katechismus gebraucht, fordern förmlich, gar wörtlich, dazu auf, Leid und Schmerz empfindende tierische Mitgeschöpfe als bloße „Ressourcen“ anzusehen.

„Tiere, Pflanzen (…) sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit bestimmt“ (Nr. 2415), oder, „… man darf sich der Tiere zur Ernährung und Herstellung von Kleidern bedienen (…) und medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen(!) Grenzen sittlich zulässig…“ (Nr.2417) oder, „… ist es unwürdig, für sie (Tiere) Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte“. (Nr. 2418)

Albert Schweitzer hat all diesen Möchte-gern-Ethik-Aposteln in dieser Sache den selbstaufgesetzten Heiligenschein der Menschheit ganz tief über die Ohren gezogen: „Wie die Hausfrau, die die gute Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstellte, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen“.

Probleme gibt es weniger mit dem Himmlischen Hausherrn, sondern allzeit mit Gottes unfähigem Dienstpersonal hier auf Erden. Die Verkommenheit der Amtskirchen steht seit Jahrhunderten – bis heute – denen der weltlichen Entscheidungsträger in nichts, aber in gar nichts nach.

Man vertritt und praktiziert schlicht eine „Ethik“ des Terrors gegen die Mitgeschöpflichkeit:

Pfarrer Reinald Fuhr, Evang. Kirchengemeinde Hüttenfeld bezeichnet die Jagd als sein „jagdliches Hobby“. Pastoren predigen und jagen in Personalunion, oder halten, der grünen Zunft sich schlicht prostituierend, gotteslästerliche Hubertusmessen ab, segnen vieltausendfach gewissenlosen Tiermord und bagatellisieren sich anbiedernd nach hier eingeschleppte anachronistische Sitten, wie betäubungsloses Schächten von Tieren.
Siehe Beitrag der Frankfurter Rundschau vom 6. Juli 2002, „Kirche wirbt um Verständnis fürs Schächten“ : Pfarrer Wegner und Landwirt Roos, Umweltreferenten der `Ev. Kirche in Hessen und Nassau´ preisen in diesem Beitrag skandalös und devot-anbiedernd das archaische betäubungslose Schächtmetzeln als „relativ naturnahe Tötung“ u.a. „…weil die demütige Haltung des Schlachtenden, die Ruhe der Prozedur und der Anrufung Allahs bei muslimischen Metzgern wesentlich zur Angstvermeidung beitragen könne“. Phantasien, die man eher orientalischen Märchenerzählern, denn den Hirnwindungen eines evangelischen Pfarrers zutrauen würde – ein hanebüchenes Geschwafel, das nur noch als gotteslästerliche, blanke Verhöhnung der gequälten Kreatur angesehen werden kann.

[…]

Die Grausamkeit gegen Tiere und auch die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist nach meiner Ansicht eine der schwersten Sünden des menschlichen Geschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Ich habe niemals an diese Millionen von still und geduldig ertragenen Leiden denken können, ohne von ihnen bedrückt zu werden. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn er selbst leidet?

Romain Rolland 1866 – 1944 (Nobelpreisträger für Literatur)

Der ursprüngliche Link von diesem Beitrag funktioniert leider nicht mehr – stammt jedenfalls von http://www.pro-iure-animalis.de

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Gruß Hubert

Silvesterknallerei in Deutschland   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang auf wolodja51.wordpress.com

 

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Abgerissene Kinderhände, traumatisierte Tiere – dazu noch viel, viel Dreck in der Luft: Damit sollte endlich Schluss sein! Und falls nicht, dann sollte zumindest die private Knallerei verboten bzw. nur noch für eine Viertelstunde nach Mitternacht erlaubt sein!

Und meistens sind es Männer, die sich zunächst erst einmal selbst und dann auch anderen zu Silvester etwas beweisen wollen, nämlich was sie doch für „tolle Typen“ sind, wenn es gilt, ihren Mitmenschen mit dieser sinnlosen Böllerei alles andere als Freude zu bereiten und vor allen Dingen Tiere in Angst, Schrecken und Panik zu versetzen.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen für die Silvesterböllerei 137 Millionen Euro ausgegeben. Wieviele Millionen werden es in diesem Jahr sein, die meiner Meinung nach friedlicher, sinnstiftender und auch nachhaltiger investiert werden sollten?

Feuerwerke – auch sehr schlimm und lebensbedrohlich für die Vogelwelt

Ahnungslos sitzen die meisten Vogelarten am 31. Dezember um 0 Uhr jeden Jahres an ihren Schlafplätzen und versuchen, ihre kostbare Energie in der kalten Jahreszeit zu sparen. Und plötzlich geht es los: Etwa eine dreiviertel Stunde lang schießen in ganz Deutschland abertausende von Raketen in die Lüfte und explodieren mit einem lauten Knall. Dies hat fatale Folgen für die Vogelwelt, aber auch für den Winterschlaf einiger anderer Tiere.

Hier bitte weiterlesen …..

Petition an das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz :

Privates Silvesterfeuerwerk – Deutschlandweit verbieten!

Jäger sollte man nicht leichtfertig als Menschen bezeichnen   Leave a comment

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Ich möchte Tierfreunden diesen hervorragenden, treffenden Kommentar von Martina Gerlach nicht vorenthalten. Aus: https://wolodja51.wordpress.com/2018/12/15/brutale-jaeger/

Martina Gerlach
15. Dezember 2018 um 15:31

Sehr zutreffende Veröffentlichung zum millionenfachen MORD Wehrloser, nur weil diese einer anderen Spezies als die der zweibeinigen Bestien angehören und wehrlos sind. Sie werden grausamer bestraft als Mörder und Terroristen aus dem einzigen Grund, weil sie sich wagen, zu leben und nur das in ihren natürlichen Lebensbereichen tun, was die Natur ihnen vorgab. In Deutschland sind über 75 % gegen den Wildtiermord. Trotzdem wird dieser legalisiert mittels lobbygesteuerter Gesetze, da diesem sadistischen Hobby auch Politiker gar zu gerne frönen. Eigentlich sollte kein Tiermörder und kein Tierausbeuter jemals ein politisches Mandat oder Amt haben dürfen, denn Politiker sein, sollte eigentlich bedeuten, Verantwortung zu tragen. Wirkliche Verantwortung aber darf nicht speziesistisch sein und sollte ganzheitliche Schutzpflicht und Lebensachtung als Grundlage haben. Daran mangelt es wohl so ziemlich allen Politikern mit Mandat und Amt.

Jäger/innen sollte man nicht leichtfertig als Menschen bezeichnen. Sie sind Bestien in Menschengestalt.

Sie teilen ein in wertes und unwertes Leben, haben Freude an der Angst, der Qual und dem Tod möglichst vieler ihrer ihnen chancenlos ausgelieferten Opfer. Wildtiere/Tiere haben Anstand, Jäger nicht! Jäger sind die überflüssigste Spezies überhaupt auf diesem Planeten. Deshalb: Treffen sich zwei Jäger. Hoffentlich tödlich, egal ob mit oder ohne Schalldämpfer. Jeder hat doch die Kugel seiner Gesinnungsgenossen verdient, aber kein einziges Tier!

Quelle: Facebook Seite „Lobby pro Wolf“ vom 13.12.2018

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=268925587126998&id=130318070987751

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Gruß Hubert

Walfang ist „ein Sterben auf Raten“   Leave a comment

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Japan will sich ja aus der Walfangkommission verabschieden und keine Quoten mehr akzeptieren. Was man nur kritisieren kann.

Was es beim Walfang besonders zu bedenken ist, ist folgendes:

„Einen Wal können sie dagegen höchstens schwer verletzen. Die Tiere schwimmen oft noch mehrere Kilometer, ehe sie verenden. Das ist ein langsamer, ein qualvoller Tod. Zumal die Tiere manchmal noch leben, wenn sie auf das Schiff gezogen und ausgeweidet werden. Das ist ein Sterben auf Raten – und der Grund, warum das so grausam ist.“

Ein Interview aus zdf.de

Japan will in Zukunft wieder kommerziell Wale jagen. WWF-Expertin Heike Vesper warnt vor drastischen Folgen für den Bestand. Und kritisiert besonders die Grausamkeit des Walfangs.

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Trotz heftiger Kritik von Umweltschützern wird Japan künftig den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen. Das Land verlässt nach rund 30 Jahren die Internationale Walfangkommission.

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heute.de: Frau Vesper, Japan will wieder kommerziell Wale jagen. Was bedeutet das?

Heike Vesper: Wir sind ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Das kommt sehr kurzfristig – und auch zu einer denkbar blöden Zeit, in der Wale und Delfine unter einem besonders hohen Druck stehen.

heute.de: Inwiefern?

Vesper: Die Populationen erholen sich zwar langsam. Aber wir sind noch lange nicht auf dem Niveau, auf dem die Weltmeere vor dem Walfang waren. Außerdem nimmt die Fischerei weiter zu. Und da aus so einem Abkommen auszutreten, schwächt den Schutz der Wale.

heute.de: Wie drastisch?

Vesper: Das kommt jetzt darauf an, was Japan macht. Bei einem groß angelegten, kommerziellen Walfang, bei einer massiven Jagd, werden die Bestandszahlen zwangsläufig sinken. Wale sind nicht gemacht für den menschlichen Konsum. Die Reproduktionsrate ist einfach zu gering: Bereits wenige getötete Wale stellen da eine große Belastung für den gesamten Bestand dar.

Außerdem, und das wird oftmals vergessen: Viele Wale sterben durch Beifang in Fischernetzen, weil sie mit Schiffen kollidieren oder durch andere Gefahrenquellen. Da müssen wir ganz klar festhalten: Den Walen geht es nicht so gut, dass sie in irgendeiner Form gejagt werden könnten. Und ganz grundsätzlich muss man sich mal Gedanken darüber machen, ob die Menschen alles essen müssen, was es auf unserem Planeten so gibt.

heute.de: Japan rechtfertigt die Entscheidung mit dem Verweis auf Traditionen.

Vesper: Das stimmt. Und natürlich ist das auch ein Einwand, den wir ernst nehmen. Wer sind wir, anderen Nationen vorzuschreiben, welche Traditionen gut sind und welche schlecht? Allerdings hat Japan erst sehr spät angefangen mit dem Walfang. Das ist etwas anderes als bei den Inuit auf Grönland oder im Norden Kanadas. Und auch die Dimension ist eine andere: Bereits der Walfang der letzten Jahre – zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken – war ein Deckmantel für kommerziellen Walfang. Es ging immer nur darum, zu verkaufen und Geld mit den Walen zu verdienen. Obwohl der Konsum von Walen wirklich geringfügig ist – und die Tiere noch dazu schadstoffbelastet sind: Schwangere dürfen zum Beispiel gar kein Walfleisch essen.

heute.de: Der Walfang ist auch deshalb so umstritten, weil er als besonders grausam gilt. Warum ist das so?

Vesper: Die Wale werden regelrecht gehetzt. Das ist das eine. Und dann ist es aber auch ein sehr ungleicher Kampf. Die druckbetriebenen Harpunen, mit denen die Walfänger schießen, sind im Verhältnis zur Größe des Tieres sehr klein. Wenn ein Jäger im Wald beispielsweise ein Reh richtig trifft, stirbt es praktisch in der Sekunde, in der es getroffen wird. Einen Wal können sie dagegen höchstens schwer verletzen. Die Tiere schwimmen oft noch mehrere Kilometer, ehe sie verenden. Das ist ein langsamer, ein qualvoller Tod. Zumal die Tiere manchmal noch leben, wenn sie auf das Schiff gezogen und ausgeweidet werden. Das ist ein Sterben auf Raten – und der Grund, warum das so grausam ist.

heute.de: Wie wichtig sind Wale für das Ökosystem Ozean?

Vesper: Im Meer gilt noch viel stärker als an Land, dass alles mit allem zusammenhängt. Alle teilen sich den gleichen Lebensraum – das Wasser. Da Wale besonders weit wandern, zum Teil von antarktischen in arktische Gewässer und wieder zurück, spielen sie für das gesamte Ökosystem eine große Rolle – allein schon, weil sie an so vielen Orten Teil der Nahrungskette sind. Zwar wären Meere auch ohne Wale noch Meere. Aber das kann nicht das sein, was der Mensch wirklich will.

heute.de: Was muss Ihrer Meinung nach jetzt passieren?

Vesper: Wir erwarten auf jeden Fall, dass Japan sich weiter an die Vereinbarungen der internationalen Staatengemeinschaft zum Schutz der Wale hält. Egal, ob sie jetzt Mitglied bei der IWC sind oder nicht: Es gibt einfach Orte und Arten, die definitiv nicht bejagt werden dürfen. Dem hatte auch Japan zugestimmt. Auch wenn es schöner wäre, den Walfang grundsätzlich einzustellen.

Das Interview führte Alisa Keil.

 

Heike Vesper

Heike Vesper

… ist eine deutsche Biologin. Beim WWF Deutschland ist sie für den Fachbereich Meeresschutz verantwortlich. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Plastikverschmutzung des Meeres – und mit dem Schutz der Wale.

Bildquelle: Imago

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Walfang ist „ein Sterben auf Raten“

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Gruß Hubert

 

Tierelend mit religiösen Wurzeln   2 comments

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang, wolodja51.wordpress.com

In einem Satz gesagt, folgt für mich daraus, dass Religionen und Tierwohl sich einander ausschließen. Zumindest bei den drei großen monotheistischen Religionen bin ich mir sicher, dass es so ist.

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Liebe Freunde der Tiere,
in den letzten Monaten eines jeden Jahres häufen sich Tiermassaker, die auf religiöse Vorstellungen unterschiedlichster Glaubensrichtungen zurückzuführen sind. Wir listen zur Verdeutlichung nochmals einige Anlässe auf.

  • Den Auftakt bildet in Peru jedes Jahr am 21. September in San Luis de Cañete (138 km südlich von Lima) ein großes Fest genannt „Curruñao“ zu Ehren der schwarzen Heiligen Ifigenia. Katzen werden zuerst in einem Rennen eingesetzt und danach getötet und von den Bewohnern und Touristen als Delikatesse verzehrt! Diese Katzen werden von den Bewohnern des Ortes durch das Jahr hindurch speziell für diesen Anlass gezüchtet. Obwohl das peruanische Tierschutzgesetz das Quälen und unnötige Töten von Haustieren verbietet, wird diese barbarische Tradition seit Jahren aufrechterhalten und die zuständigen Autoritäten dulden diesen unsäglichen und grausamen Missbrauch der Katzen.

  • Die Fortsetzung findet in Europa dann im November statt. Ein Großmassaker an den Gänsen in Erinnerung an Martin von Tour, ein Mann, der zwar einem Bettler seinen halben Mantel schenkte, gleichzeitig aber Herr über 20.000 Sklaven war. Millionen von Gänsen – meist aus Qualzucht osteuropäischer Produzenten – sterben jährlich inzwischen zu seinen Ehren.

Aufklärung tut not – deshalb auch eine kleine Anmerkung zum Martinstag, auszugsweise aus der „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Karl Heinz Deschner.

Der berühmte hl. Martin von Tours (gest. 397), Schutzpatron Frankreichs und Patron der Gänsezucht, der noch als Soldat einem nackten Bettler am Stadttor von Amiens seinen halben Mantel schenkte (warum nicht den ganzen?), hat als Bischof  20.000 Sklaven gehalten – wer wüsste es!

  • Martin von Tours, vom Bischof Hilarius von Poitiers zum Exorzisten ernannt, vollbringt im späten 4. Jahrhundert ein Wunder nach dem anderen:

  • Eine bereits fallende, vom Heidentum hochverehrte Fichte hielt Martin durch ein bloßes Kreuzeszeichen von sich ab und lenkte sie auf die andere Seite.

  • Einmal befreit er eine Kuh von einem bösen Geist. Die Kuh sinkt danach aufs Knie und küsst dem Heiligen die Füße.

  • Ein andres Mal lässt er eine ganze Prozession, die er für eine „Götzenprozession“ hält, versteinern, bis er seinen Irrtum erkennt und sie wieder in Bewegung setzt.

  • Nachdem er gar einen Gehängten wieder lebendig gemacht hat, ist er berühmt.

Auch einer der wildesten Heidenbekämpfer im Westen wurde Martin von Tours. Trotz heftigen Widerstands der Bauern riss er mit Hilfe einer Mönchshorde die Tempel nieder, stürzte Druidensteine und oft erbittert verteidigte heilige Eichen. „Mit den Füßen zertrat er die Altäre und die Götterbilder“ (Sulpicius Severus). Zur Vernichtung des Paganismus brachte der Glaubensheld freilich beste Voraussetzungen mit. Hatte er doch eine Laufbahn als Haudegen im römischen Heer Kaiser Julians beendet, seine christliche als Teufelsaustreiber begonnen. Bezeichnend, dass er den Teufel in Gestalt Jupiters, Merkurs und auch der Venus und Minerva zu sehen glaubte, war er ja überhaupt der festen Überzeugung, in den „Götzenbildern“ stecke Satan.

Infolge seiner „Totenerweckungen“ wurde Martin Bischof, dann karolingischer Reichsheiliger, schließlich Schutzpatron der Franzosen; 425 Dörfer Frankreichs tragen noch heute seinen Namen, den Namen eines Brandstifters, Diebes, der noch mit den Füßen der Heiden Heiligstes ruinierte, sämtliche Tempel niederriss und zu dessen „Ehren und Erinnerung“ jährlich Millionen Gänse getötet werden.

  • Diesem Fest ging das Islamische Schächt-Opferfest „Kurban Bayrami“ vorraus, dem die Beinahe-Opferung Isaaks (Gen 22,1-19) durch Abraham zugrundeliegt. Nach islamischem Glauben ist jeder wirtschaftlich Bessergestellte dazu verpflichtet, ein Opfer zu bringen. Als Opfertiere dienen Schafe, Rinder oder Kamele, denen bei vollem Bewusstsein die Kehle durchschnitten wird und einem minutenlangen, grausamen Todeskampf ausgesetzt werden.

Siehe hierzu auch auf pro-iure-animalis.de: Vorsätzliche Tierquälerei durch Schächten

  • Einer Unzahl von Büffeln, Ziegen, Hühnern und Tauben werden in Nepal von Hindus mit Schwertern die Kehlen durchgeschnitten. Die rituellen Opfer sollen Wohlstand bringen und das Böse fernhalten. Das Fest zu Ehren der Göttin Gadhimai wird alle fünf Jahre in der Nähe eines Tempels im Bezirk Bara gefeiert. Gläubige Hindus töten im Rahmen eines zweitägigen Opferfests mehr als 200.000 Tiere vor einer Menschenmenge mit mehreren hunderttausend Gläubigen, so dass die Felder im Blut schwimmen.

  • Gehen wir auf die andere Seite des Atlantiks, finden wir das Thanksgiving, ein staatlicher Feiertag, der in den USA am vierten Donnerstag des Monats November begangen wird. Zum traditionellen Thanksgiving-Essen gibt es einen gebratenen und gefüllten Truthahn mit einer reichhaltigen Auswahl an Beilagen. Das Thanksgiving-Essen wird oft von einem Dankgebet begleitet. Ungefähr 10 Millionen Truthähne fallen jährlich diesem Massaker zum Opfer.

  • Den Höhepunkt des Gemetzels bildet dann das christliche Weihnachtsfest, wobei die Tiere nicht als Opfer dargebracht werden, sondern dem allgemeinen Brauch des Familienfestes als „Grosses Fressen“ zum Opfer fallen. Millionen unterschiedlichster Tiere werden zu diesem „Freudentag“ jährlich geschlachtet.

Übrigens ist Weihnachten als kirchlicher Feiertag mit dem 25. Dezember erst seit 336 in Rom belegt. An diesem Tag wurde in Rom die Sonnenwende und die Geburt des Sonnengottes Mithras gefeiert.

Da unsere europäische Welt im Wesentlichen vom Christentum geprägt ist, stellen wir im Nachfolgenden einige christliche Aussagen zusammen, um das uns umgebende Tierleid zu verstehen. Die Zitate geben wohlgemerkt den heutigen sowie den historischen Standpunkt der christlichen Amtskirchen wieder.

Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass es inzwischen zahlreiche, engagierte und hervorragende Tierschützer jeglicher Glaubensrichtung gibt, die zwar einem Glauben anhängen, sich aber von der Brutalität der offiziellen Lehre distanziert haben und vorbildlichen Tierschutz praktizieren.

Tierelend und Kirche

Am 4. Oktober 1993 erschien ein gemeinsames Papier der beiden großen christlichen Kirchen mit dem Titel „Die Verantwortung des Menschen für das Tier“.

Seit dem Erscheinen dieser Ausarbeitung ist das Tier aus dem Blickfeld der Kirchen nahezu verschwunden und findet keine Beachtung mehr bei den Amtskirchen.  Das Tierelend wird seither von den professionellen Verkündern der Religion der „Nächstenliebe“ toleriert und akzeptiert.

Was aber sind die Ursachen für die Missachtung und barbarische Ausgrenzung unserer Mitlebewesen?

Es ist das dreistufige System des Christentums – übrigens auch des Judentums und des AntIslams :

  • erst Gott, dann Mensch, zuletzt Natur und Tierwelt – das unseren Planeten in ein Schlachthaus verwandelt.

  • Es ist zusätzlich die Vorstellung der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott, eine nicht zu überbietende Überheblichkeit und Anmaßung.

  • Nur der Mensch besitzt eine unsterbliche Seele und kann ewiges Leben erhoffen.

  • Nur dem Menschen ist tiefgreifende Begabung zur Vernunft gegeben.

  • Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, ihr letztendliches Ziel und ihm ist eine Würde immanent, die vorrangig vor jeder anderen Lebensform steht.

Die Eskalation des Leides der gesamten Tierwelt ist in unserer Zeit uferlos, der Athropozentrismus christlicher Prägung hat jegliche Hemmung gegenüber unseren Mitwesen hinweggespült. „Das Elend der Tiere, dieser permanente Massenmord, der eigentlich auch nur jeden halbwegs Sensiblen um den Verstand bringen müsste, resultiert im jüdisch-christlichen Raum aus der ebenso albernen wie anmaßenden Bibellehre von der  Gottesebenbildlichkeit des Menschen, aus jenem arroganten Anthropozentrismus also, wonach dicht auf Gott der Mensch kommt und dann erst der Rest der Welt“ resümiert Karlheinz Deschner.

Schopenhauer konstatiert :

„Die christliche Moral hat ihre Vorschriften ganz auf den Menschen beschränkt, die gesamte Tierwelt rechtlos gelassen. Man sehe nur, wie unser christlicher Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet, oder verstümmelt, oder martert, seine Pferde im Alter bis auf’s äußerste anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie unter Streichen erliegen. Man möchte wahrlich sagen: die Menschen sind die Teufel der Erde und die Tiere ihre geplagten Seelen.“

Aber bilden Sie sich ihr eigenes Urteil und lesen Sie in kurzen Auszügen die Geschichte der Tierentrechtung, die Historie der endgültigen Manifestation des anthropozentrischen Denkens und die Förderung der Tierqual anhand christlicher Originaltexte und schockierender, lebensverachtender Lehrmeinungen.

Grundaussagen der Bibel:

Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich’s euch alles gegeben. Gen 9, 2-3

Alles, was feil ist auf dem Fleischmarkt, das esset, und forschet nicht, auf dass ihr das Gewissen verschonet. 1Kor 10,25

Lehrmeinungen von Kirchenlehrern:

„Wenn wir also das Verbot des Tötens nicht auf das Pflanzenreich anwenden, weil es da keine Empfindung gibt, desgleichen nicht auf die unvernünftige Tierwelt mit ihren fliegenden, schwimmenden, laufenden und kriechenden Geschöpfen, weil ihnen im Unterschied von  uns keine Vernunft verliehen ist, weswegen auch nach der gerechten Anordnung des Schöpfers ihr Leben und Tod unserem Nutzen dienen muss, so bleibt nur übrig, das Gebot „Du sollst nicht töten“ ausschliesslich auf den Menschen zu beziehen, und zwar sowohl auf den anderen als auch auf dich selbst.“
Augustinus, Heiliger und Kirchenlehrer, (354-430), De civitate Dei, I,21

„Die Tierseele ist nicht fähig des Immerseins, im Tier findet sich keinerlei Verlangen nach Immersein, nur nach artlicher Dauer… In Tieren gibt es keine Sehnsucht nach Ewigkeit … Deshalb ist die Seele eines Tieres unfähig, an der Ewigkeit des Seins teilzuhaben“, „… also geht sie mit dem Körper zugrunde“.

Die Tiere seien „sprachlos“ und es gebe nichts in ihren Seelen, das „möglicherweise ohne einen Körper weiter existieren könne“.
Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer, (1225-1274), Summa contra gentiles /summa theologica

Aussagen der Amtskirchen in der Neuzeit:

„… der Mensch hat doch, was Tiere betrifft, keinerlei Pflichten …“
Pius IX. (1792-1878), Papst von 1846 bis 1878

„Tiere haben keine geistige Seele und kennen kein Fortleben nach dem Tode. Darum haben sie auch keinerlei Würde, auf die sie Rechte bauen könnten. Und in der Tat, Tiere haben keine Rechte. Sie haben keinen Anspruch auf Dasein und Gesundheit, auf Eigentum und guten Ruf.“
Bischof Josef Machens, Hildesheim, Fastenbrief, 8.3.49

Im neuen Evangelischen Erwachsenenkatechismus (1993) spielen die Tiere keine Rolle. Auf den fast 900 Seiten steht kein Wort über Tierhaltung, Verzehr von Tieren, Tiertransporte, Tierversuche, Jagd usw. Er spricht von Tieren nur als „nicht-personalen Kreaturen“.

2417 … Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen …

2418 … Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.
Katholischer Kathechismus

„So gibt es ein esoterisches Gedankengut, das dem Tier nach dem Bild des Menschen sogar eine unsterbliche Seele zusprechen möchte. … Dagegen bleiben die Tiere auf der Stufe des triebhaften, unbewußten, sich stets wiederholenden Lebens … Es fehlt den Tieren der Geist. … Die Antwort auf unsere anfangs gestellte Frage kann darum nur lauten: Nein. Tiere besitzen keine Seele nach der Art des Menschen. … Darum kann es weder ein Jenseits für Tiere geben noch dürfen einem Tier menschliche Eigenschaften zugesprochen werden.“
Hw. Dr. theol. Adolf Fugel , http://www.kreuz.net/article.2921.html, 27.3. 2006

Wir bitten Sie eindringlich, zeigen Sie Ehrfurcht vor  j e d e m  Leben, denn jedes Tier empfindet Freude, Schmerz, Leid, Angst und Qual wie der Mensch, wie Sie persönlich – zeigen Sie Mitgefühl und Barmherzigkeit!

Behandeln Sie die Tiere wie Ihre Kinder und helfen Sie mit, den Respekt vor Leben und Würde  a l l e r  leidensfähiger Wesen zu fördern!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

 

 

Der geläuterte Jäger   Leave a comment

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Erfreulich, dass der Jäger Rudolf Winkelmayer aus Pachfurth (NÖ) irgendwann zur Vernunft kam und einsah, was er Tieren angetan hat und dass Fleisch essen nicht ohne Tierleid geht.

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Jahrzehntelang war Rudolf Winkelmayer aus Pachfurth (NÖ) leidenschaftlicher Jäger. Mehr als 100 Tiere hat der ehemalige Tierarzt in seinem Leben geschossen, war sogar auf Jagdreisen in Afrika. Bis er vom Töten genug hatte. Heute isst er nicht einmal mehr Fleisch.

Wenn Dr. Rudolf Winkelmayer, 63, heute in den Wald geht, dann um das Zwitschern der Vögel zu genießen oder um in gesunder Luft zu laufen. Vor zehn Jahren war das noch anders. Da verschlug es den pensionierten Tierarzt in den Wald, um Tiere zu töten. „Ich komme aus einer Jägerfamilie. Mein Vater war Jäger und hat mich schon als Kind oft zur Jagd mitgenommen. Mit 16 Jahren habe ich dann die Jagdprüfung gemacht und gleich meinen ersten Rehbock geschossen. Ich war natürlich stolz, bin aber danach in Tränen ausgebrochen. Damals konnte ich meine Gefühle nicht einordnen. Rückblickend weiß ich nun, dass ich Mitleid mit dem Bock hatte“, erzählt Winkelmayer, der eine Tierarzt-Praxis in Pachfurth (NÖ) führte und auch heute noch dort lebt.

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Winkelmayer ernäht sich vegan.

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Über die Jahre hat sich Winkelmayer einen Freundeskreis aus Jägern aufgebaut, mit denen er regelmäßig Jagdreisen unternahm. „Ich war oft unterwegs. In Afrika habe ich Antilopen, Büffel und Leoparden geschossen, Elche in Norwegen. Damals fand ich das in Ordnung. Heute widert mich das an“, meint der ehemalige Amtstierarzt, der auch heimische Tiere wie Rehe und Hirsche erlegte.

„Insgesamt waren es um die 100 Stück Schalenwild, dazu gehören Rotwild oder Schwarzwild, die ich in meinem Leben geschossen habe. Aber auch Niederwild wie Hasen oder Fasane kamen vor meine Flinte. Doch die zählt ein Jäger nicht mit“, sagt Winkelmayer, der meint, aus Spaß geschossen zu haben, wie es 90 Prozent der Hobbyjäger in unserem Land tun würden. „Kein Jäger geht an einem kalten, verregneten Novembermorgen des Naturschutzes wegen in den Wald.“

Der Niederösterreicher, der auch im Landesjagdverband verankert war, hielt dort Vorträge über Wildbret-Hygiene und Wildtiergesundheit. Daneben ist er Lebensmittelwissenschaftler und bekam dafür im Jahr 2006 vom damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer den Berufstitel Professor verliehen.

„Als Jäger habe ich natürlich auch Wildfleisch gegessen, es zuhause selbst gekocht. Rinder oder Schweine wollte ich seit jeher aber nicht gerne auf meinem Teller haben. Die taten mir immer leid, weil sie schlecht gehalten werden. Als Amtstierarzt habe ich zu viel gesehen. Wer Fleisch essen möchte, muss sich im Klaren sein, dass dies nicht ohne Tierleid geht“, erklärt Winkelmayer. Das war auch der Grund, warum er mit dem Jagen aufgehört hat. „Dafür habe ich mich mit Tierethik auseinandergesetzt. Also mit den Pflichten von Menschen gegenüber Tieren und den Rechten von Tieren. Dann wurde mir klar: Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar. Und Jagdreisen sind besonders pervers“, ist der 63jährige überzeugt. „Von heute auf morgen beendete ich das Schießen, verkaufte alle meine 16 Gewehre und verbannte meine Jagdtrophäen in Kisten auf den Dachboden. Von meinen Jagdfreunden erntete ich dafür Fassungslosigkeit, alle haben sich von mir abgewendet.“

Winkelmayer machte eine Kehrtwende. Er hörte nicht nur mit dem Schießen auf, sondern verzichtete zunächst auf Fleisch, bis er allen tierischen Produkten entsagte und sich nun vegan ernährt. „Diese Ernährungsweise hat in unserer Gesellschaft mittlerweile einen hohen Stellenwert. Die Jäger spüren, dass ihnen ein rauer Wind dieser Menschen entgegenbläst. Töten zum Spaß ist immer weniger anerkannt“, freut sich Winkelmayer, der auch Bücher über Tier- und Jagdethik geschrieben hat.

Noch gibt es genug Waidmänner in unserem Land, etwa 130.000 Menschen besitzen eine Jagdkarte. Gerade jetzt, im November, der Hauptsaison, wird Wildbret erlegt. Im Vorjahr fanden 286.000 Stück Rehwild, 61.500 Stück Rotwild, 40.300 Stück Schwarzwild und 21.000 Stück Gamswild den Tod. Aber auch 94.200 Hasen, 67.700 Füchse, 22.800 Marder und 10.200 Wiesel mussten durch die Jäger-Kugel sterben. „Gerechtfertigt sind aber nur Regulierungsabschüsse von Rehwild, Rotwild, Schwarzwild und Wildschweinen. Doch das könnten die 550 Berufsjäger oder speziell ausgebildete Hobbyjäger erledigen. Niemand muss auf Murmeltiere, Hasen, Füchse, Fasane oder Wildenten schießen.“

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Der geläuterte Jäger

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Gruß Hubert