Archiv für die Kategorie ‘Tierschutz

Menschsein unter Menschen   Leave a comment

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Das unermessliche Leid der Tiere interessiert nur wenig Menschen. Das ist schon sehr deprimierend.

Aus beasbevegan.ch

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Bild aus beasbevegan.ch

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Oft fällt es schwer ein Mensch zu sein unter Menschen, denen jedes Mitgefühl abhandengekommen zu sein scheint, sobald man über das Leid der Tiere in unserer Gesellschaft spricht.
Viele wissen nicht was in der Tierindustrie als Standartpraxis jeden Tag durchgeführt wird. Tierschützer wollen aufklären, sie appellieren an das Gefühl der Tierproduktkonsumenten, sie erklären die bestialischen Praktiken und versuchen die Leute dahingehend zu sensibilisieren, einmal bewusst zu hinterfragen, was – oder besser gesagt – wen sie da auf dem Teller haben und warum die Industrie dies akribisch zu vertuschen versucht.
Dabei geht es dem Veganer nicht um sich selbst, er verdient keinen Cent an seiner Aufklärungsarbeit und wohlwollende Anerkennung bekommt er auch nicht…

«Mir ist Tierquälerei nicht egal!» sagt eine Fleischkonsumentin, während sie sich schwer damit tut, zu akzeptieren, dass Tiere brutal gequält wurden für ihre Wurstsemmel. «…nein, Hunde würde ich nie essen, das sind unsere Freunde, zu denen habe ich eine Beziehung!» sagt eine andere mit grossen Augen und ist verblüfft darüber, dass man auch zu einem Schwein jederzeit eine Beziehung aufbauen kann. «Ich mag Chicken Nuggets zu sehr, als dass ich darauf verzichten könnte!» meint ein weiterer Gesprächspartner und auf die Frage, ob er denn schon mal einen anderen Vogel gegessen hätte, ist er sichtlich bestürzt darüber, dass Hühner Vögel sein sollen. Nach einer Weile der Überlegung, ob Hühner nun tatsächlich ornithologischen Ursprungs seien oder nicht, kommt er zur Überzeugung, dass diese Hühner ja speziell zum Verzehr da seien, ergo somit mit einem normalen Vogel nichts zu tun haben könnten. Bei der Erklärung eines Veganers, dass Kühe nur dann Milch gäben, wenn sie ein Kalb geboren hätten, blickt man in ungläubige Gesichter und erlebt nicht selten dabei, dass Leute lachend abwinken und eilig das Weite suchen.

Bei solchen und ähnlichen verzerrten Wahrnehmungen auf unsere Tierwelt, fällt es schwer zu glauben, dass der Mensch je in der Lage sein wird, sein Verhältnis und die Einstellung gegenüber den «Nutztieren» zu reflektieren. Ich frage mich ständig, womit sich solch festgefahrene Strukturen aufweichen-, oder im besten Falle ganz auflösen lassen.

Der Veganer wird es alleine nicht hinbekommen, es braucht eine Regierung, welche sich einsetzt für unseren Planeten und deren Erdlinge, die wir so schändlich missbrauchen, foltern, verstümmeln, vergewaltigen und meucheln. Es braucht ein Bildungssystem, das den Satz des Phytagoras: «Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt um beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat – wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?» in den Lehrplan aufnimmt, anstatt nur eine kalte Formel, die da lautet: a2 + b2 = c2. Allenfalls löst diese eine Prüfungsfrage, jedoch der Empathie und der Liebe zu unsere Mitgeschöpfen dient sie wenig bis gar nichts.
Der griechische Gelehrte Pythagoras, gilt als der erste grosse Vegetarier – aber sowas lernt man in der Schule nicht!

Es braucht Menschen in Politik und Wirtschaft, die endlich Alarmschlagen und klar machen, dass wenn wir weiterhin unsere Ernährung von geschunden Leibern einverleiben, es nicht nur uns krank macht, sondern auch unsere Mutter Erde in den Abgrund stürzt und wir uns mit ihr.

Sind Profit und Gier tatsächlich stärker als die Gesundheit und Regenerierung unseres Planeten? Gemäss den verordneten Corona Massnahmen, steht doch die Gesundheit der Bevölkerung an oberster Stelle, nicht wahr?! Warum also nicht, wenn es um unseren Lifestyle geht und um unsere Nahrungsaufnahme? Als Veganer kann ich nicht glauben, dass es von Seiten der Machthaber kein Thema mehr ist, woher das Virus kam, welches zurzeit die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Es scheint nicht opportun zu sein in den Medien zu verdeutlichen, dass der kranke und krankmachende Umgang mit Tieren, Viren und Bakterien auf den Menschen übertragen lassen.

Es fällt schwer Mensch zu sein unter Menschen, die ignorant weiterleben, als gäbe es nichts aufzuräumen, nichts zu hinterfragen. Als sei all dieses Leid von fühlenden Wesen inexistent und nur man selbst sei das Opfer in einer Gesellschaft, die die grössten und unschuldigsten Opfer überhaupt hervorbringt: Die Tiere!

Text by: Bea Kälin     www.beasbevegan.ch
https://www.beasbevegan.ch/tiere-und-ethik/

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Menschsein unter Menschen

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Gruß Hubert

Tierquälerei als religiöses Kulturerbe   Leave a comment

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Auszug aus „Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?

»Da die Kirche in ihrer tierfeindlichen Haltung seit ihrem Bestehen die Tiere zu einer gefühlslosen Sache erklärt hat, müssen jedes Jahr Millionen Tiere in katholisch-orthodoxen Ländern ihr Leben auf besonders grausame Art lassen.« Mit diesen Worten lenkt Peter Sasse das Augenmerk auf das Leid der Tiere in Süd- und Osteuropa, also den überwiegend katholisch oder christlich-orthodox geprägten Ländern: Stierkämpfe und andere grausame blutige Rituale, wo Stieren Lanzen quer durch den Körper gerammt, sie durch Straßen gehetzt und auf sie eingestochen wird. In Pamplona findet die Stierfolter sogar zu Ehren eines Heiligen, des Schutzpatrons St. Firmin, statt. Und in Tordesillas stechen Dutzende von Lanzenträgern bei einem religiösen Fest zu Ehren der »Virgen de la Peña«, der jungfräulichen Schutzpatronin der Stadt, auf einen Stier ein. In Alicante werden bei einem Schießturnier zu Ehren des Gnadenbildes der Jungfrau Maria lebende Wachteln mit speziellen Abschussvorrichtungen durch Rohre katapultartig hochgeschossen und von Sportschützen abgeschossen. »In Spanien kann fast alles auf katholische Tradition zurückgeführt werden«, so Peter Sasse.

Auch in Italien gibt es religiöse Tierquälereien übelster Art. In San Martino wird in Gedenken an den Heiligen Leo ein Ochsen­gespann von wilden Reitern hetzt und dabei mit Holzstangen auf die Tiere eingestochen. Ähnliches passiert in Portocanone zu Ehren einer Madonnenfigur und in Ururi im Namen des Heiligen Kreuzes.

In vielen Süd- und Osteuropäischen Ländern wird mit brutaler Gewalt gegen Straßenhunde vorgegangen. Die Tiere werden erschlagen, erschossen oder kommen in Tötungsstationen. Besonders grausam ist das Vorgehen gegen freilaufende Hunde in Rumänien: Hier sollen innerhalb von sieben Jahren etwa 10 Millionen Straßenhunde auf brutale Weise getötet worden sein. Und die Kirchen schweigen dazu.

Warum gehen wir so grausam mit unseren Mitgeschöpfen um?

In »Tiere sind die besseren Menschen« beschreibt der Autor auch die Seelenverwandtschaft zwischen Mensch und Tier am Beispiel seiner Hunde. Er stellt Berichte über Sensibilität und Einfühlungsvermögen, Intelligenz und Sprachverständnis sowie soziale Kompetenz von Tieren vor.

Doch wie gehen wir Menschen mit unseren Seelenverwandten um? In der industriellen Massentierhaltung hat man die Tiere längst zu Produktionsmaschinen degradiert – ganz im Sinne von Descartes. »Jedes Jahr werden 60.000.000.000 (in Worten: Sechzigmilliarden) Landtiere zu unserem ‘Nutzen’ umgebracht. Die meisten davon haben nie Tageslicht oder eine Wiese gesehen« Die massenhafte Fleischproduktion ist außerdem mitverantwortlich für den Hunger in der Welt, die Schädigung der menschlichen Gesundheit, die Zerstörung von Lebens­räumen, die Vergiftung der Böden und Gewässer sowie der Atmosphäre mit allen Folgen für das Klima. Peter Sasse geht außerdem ausführlich auf die grausamen Tierversuche ein, die ebenso wie die Fleischproduktion vom Katechismus der katholischen Kirche als »sittlich zulässig« gerechtfertigt werden. Und so könne man die Ursache all der Grausamkeiten gegenüber unseren Mitgeschöpfen nur darin sehen, dass die Kirchen den Menschen so hoch über die Schöpfung stellen und die Tiere seit 1500 Jahren zu einer seelenlosen Sache degradieren.«

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Tierquälerei als religiöses Kulturerbe

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Gruß Hubert

Was sagt die Kirche heute zu den Tieren?   Leave a comment

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Total inakzeptabel die Haltung der Kirche(n) gegenüber Tieren. Indem sie Tieren eine Seele abspricht lädt sie eine Riesenschuld auf sich. Streng Gläubige glauben dann ja man könne mit Tieren machen was man will. Vor allem auch weil die Kirche(n) weder ein Wort über Massentierhaltung und grausame Tierversuche noch über qualvolle Tiertransporte, Schlachtmethoden u.v.m. verlieren. Konsequente Tierschützer und Tierrechtler können sich nur von den Kirche(n) abwenden und ihnen den Rücken zukehren.

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Auszug aus „Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?

Was sagt die Kirche heute zum Thema Tierseele und Achtung vor den Geschöpfen Gottes? Sasse zitiert dazu aus dem Katechismus der Katholischen Kirche:

»(2417) Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.

(2418) Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«

Im 2010 erschienenen Evangelischen Erwachsenenkatechismus spielen die Tiere keine Rolle: »Wir finden weder ein Wort über Massentierhaltung und grausame Tierversuche noch über qualvolle Tiertransporte, Schlachtmethoden oder Eingriff in die Schöpfung durch Genveränderung«, schreibt Peter Sasse. Dann zitiert er aus einem Artikel, der in Freiheit für Tiere 4/2010 erschien: »Doch die wenigen Worte, die sich über die Tiere finden lassen, sind erschreckend: Die lutherische Kirche spricht von Tieren als »nicht-personale Kreaturen« – und zieht daraus die Rechtfertigung, ihr Lebensrecht zu missachten.«

»Das große Leiden der Tiere ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass die Kirche ihnen eine Seele abspricht und damit eine große Mitschuld für das Quälen von Wehrlosen trägt«, schlussfolgert Peter Sasse. Der Katechismus stelle sogar in Abs. 2417 für alle am Töten und an Tierversuchen Beteiligten einen Freibrief zum willkürlichen Umgang mit der lebenden Kreatur aus.

»Da ich auf Grund persönlicher Erfahrungen mit ‘Würdenträgern’ aus ethischen und moralischen Gründen dieser Kirche nicht mehr angehöre, muss ich mich an solche Regeln nicht halten und kann aus Liebe zu den Tieren dagegen verstoßen«, bekennt der Autor.

Descartes: Tiere als „Automaten ohne Verstand

und Vernunft, ohne Geist und Seele“

Auch der Philosoph und Jesuitenschüler René Descartes (1596-1650) prägte die Einstellung des Menschen gegenüber den Tieren jahrhundertelang – mit Folgen bis heute. Descartes sah Tiere lediglich als »Maschinen aus Fleisch und Blut«, als »Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele«. Descartes Unterscheidung zwischen Mensch und Tier war konform mit der kirchlichen Lehre, wonach der Mensch als Krone der Schöpfung zu betrachten ist.

Wenn schon Kirchenlehrer die Tiere zur Sache degradieren und der Jesuitenschüler Descartes von gefühllosen Maschinen spreche, falle es nicht schwer, das eigene Gewissen mit christlicher Gewissheit gegen das Leid der Tiere zu immunisieren, folgert Peter Sasse.

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Was sagt die Kirche heute zu den Tieren?

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Gruß Hubert

Urchristliche Vegetarier unchristlich verdammt   2 comments

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Auszug aus „Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren? Von Peter Sasse

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Wir lieben Tiere: Hunde, Katzen, Pferde, Vögel – und wir freuen uns, wenn wir Lämmer oder Kälbchen auf der Weide sehen oder Rehe, die am Waldrand äsen. Andererseits freut sich die Mehrheit der Menschen über ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller. Doch niemand möchte darüber nachdenken, dass er Tierkinder isst: Ferkel, Kälber, Lämmer, 6 Wochen alte Masthühner oder 16 bis 23 Wochen alte Gänse und Enten. Warum ist das so? Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele und sie wären dafür da, dass wir Menschen sie essen? Fragen, denen Peter Sasse in seinem Buch »Tiere sind die besseren Menschen« nachgeht – aus religiöser, philosophischer, gesellschaftspolitischer und naturwissenschaftlicher Sicht.

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Urchristliche Vegetarier unchristlich verdammt

»Bei Jesus gilt das Gebot ‚Du sollst nicht töten!’ auch für die Tiere«, so Peter Sasse. Er erinnert an die Szene, wie Jesus die Tierhändler aus dem Tempel trieb (Joh. 2,14ff): »Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler. Und er machte eine Geißel aus Stricken und er trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Tragt das von dannen und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause!«

»Mit dem Auftreten von Jesus änderten sich viele Regeln und Gesetze«, schreibt Sasse. »Nicht nur das Opfern, sondern auch das Jagen galt für die Christengemeinden der ersten Jahrhunderte als unvereinbar mit ihrem Glauben.« So sei bei den christlichen Urgemeinden auch die vegetarische Ernährung weitgehend verbreitet gewesen.

Dagegen hat Paulus, der das spätere kirchliche Christentum weitgehend geprägt hat, den Fleischkonsum ziemlich rigoros verteidigt, erklärt Peter Sasse. Anders als viele der ersten Christen in den Urgemeinden, die das Töten von Tieren ablehnten, aß Paulus als römischer Bürger gerne Fleisch und forderte (1. Kor 10, 25): »Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst, und forschet nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschweret.«

Der römische Kaiser Konstantin kämpfte skrupellos um die Macht im römischen Reich und fasste im Konzil zu Nicäa im Jahr 325 n. Chr. die damals unterschiedlichen Strömungen des Christentums zu einer einheitlichen kirchlichen Macht zusammen. »Die Kirche hatte ohnehin seit der Ausdehnung im römischen Reich das Urchristentum nicht nur weitgehend verlassen. Zusätzlich begann sie, dessen Ideen und Lebensweisen seit dem 4. Jh. regelrecht zu bekämpfen«, erklärt Peter Sasse. Er zitiert als Beispiel aus einem Beschluss der Synode von Ankara aus dem Jahr 314, dass alle Priester und Diakone, die sich des Fleisches enthielten und sich weigerten, nicht einmal mit Fleisch vermischtes Gemüse zu essen, aus dem Amt zu entfernen seien.

»Generell galten die Urchristen fortan nicht nur als Ketzer, sondern vor allem als Anachristen und damit Feinde des Staates«, so Sasse. »Besonders schlimm ging man nun gegen die Vegetarier vor, indem man ihnen den Prozess machte, sie hinrichtete und später fast ganz ausrottete.« Weiter schreibt er: »Um die urchristlich lebenden Kirchengemeinden besser verfolgen zu können, verhängte Papst Johannes III. 561 n. Chr. vierzehn bis heute nicht widerrufene Bannflüche gegen alle Vegetarier.« Und in der 1. Synode von Braga wurde festgelegt: »Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und … auf sie verzichtet, der sei mit dem Bannfluch belegt.« Mit dem Bannfluch fielen Vegetarier nach Lehre der Kirche nicht nur ewigen Höllenqualen anheim, sie galten auch als »vogelfrei«: Der Gebannte verlor als ein aus der Gesellschaft Ausgeschlossener alle Rechte – und so wurden Vegetarier verfolgt und oftmals hingerichtet.

»Ab dem 11. Jahrhundert ließ die päpstliche Inquisition Menschen foltern und aufhängen, die sich weigerten, Tiere umzubringen«, ist in dem Buch weiter zu lesen. Viele Vegetarier landeten durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen. Historisch belegt ist beispielsweise die Hinrichtung von Séréna und Agnès de Châteauxverdun, beide gläubige Katharerinnen: Man hatte sie des »Irrglaubens« überführt, weil sie sich weigerten, ein herbeigebrachtes Huhn umzubringen. »Die Kirche entwickelte eine panische Angst vor Menschen, die nach dem ursprünglichen Christentum lebten, da sie es seit Konstantin für ausgerottet geglaubt hatten«, so Peter Sasse.

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Zur Person:

Peter Sasse, geboren 1940 in Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet, studierte an der Hochschule Vechta Pädagogik und parallel dazu Philosophie, Psychologie sowie Alte Geschichte.
Er absolvierte seine erste Lehrerstelle im bischöflichen Dienst an einer katholischen Privatschule. Diese verließ er nach zehn Jahren aufgrund moralisch für ihn nicht zu akzeptierender Verhaltensweisen der Amtskirche sowie ihrer Vertreter und trat stattdessen in den niedersächsischen Schuldienst ein.
Die Idee zu seinem Buch »Tiere sind die besseren Menschen« wuchs bei Peter Sasse während der Recherche zum seinem ersten Buch »Die Angst vor der Frohen Botschaft«. Die Aussage der Kirche: »Tiere haben keine Seele« beschäftigte den Tierfreund und Besitzer von zwei Hunden so stark, dass er sich dem Thema mit Leib und Seele widmete und ein weiteres aufrüttelndes, aufklärendes Sachbuch verfasste.

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Hier gesamten Artikel lesen:

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Urchristliche Vegetarier unchristlich verdammt

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 15. Oktober 2020 von hubert wenzl in Religionskritik, Tiere, Tierrechte, Tierschutz

„Nutztiere“ – warum Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie nutzen   Leave a comment

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Von Peta.de

Was sind „Nutztiere“?

Unter dem Begriff „Nutztier“ werden Tierarten zusammengefasst, die für einen bestimmten Zweck domestiziert und gezüchtet wurden – nämlich, um dem Halter einen wirtschaftlichen Nutzen zu bringen. Dazu werden Tiere willkürlich in verschiedene Kategorien eingeordnet, beispielsweise Tiere in der Nahrungsmittelindustrie, Tiere in der Bekleidungsindustrie und Tiere in der Unterhaltungsindustrie. Außerdem werden Tiere in Tierversuchen missbraucht, unter anderem für die Entwicklung von Arzneimitteln, Kosmetika und Lebensmitteln. Warum diese Einteilung nicht nur willkürlich, sondern auch sinnlos ist, erfahren Sie hier.

Tiere in der Nahrungsmittelindustrie: ausgebeutet für Fleisch, Eier und Milch

Jedes Jahr werden in deutschen Schlachthöfen etwa 800 Millionen Hühner, Schweine, Puten, Rinder und andere Tiere getötet. Die Tiere stammen sowohl aus der Fleischindustrie als auch von Milch- und Eierbetrieben. Fast alle Tiere, die für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet werden, leben aus Kostengründen in der konventionellen Tierhaltung. Hierbei werden sie zumeist auf engstem Raum, inmitten ihrer eigenen Fäkalien oder auf Spaltenböden gehalten, die ihnen Schmerzen bereiten. In kargen, überfüllten, verschmutzten Ställen und Käfigen steigt zwar das Risiko für Krankheiten, trotzdem ist es kosteneffizienter, Fleisch, Milch und Eier auf diese Weise zu „produzieren“.

In der industriellen Tierhaltung leiden Tiere unsäglich unter miserablen Lebens- und Haltungsbedingungen. Während ihres kurzen, erbärmlichen Lebens sind sie tagtäglichen Qualen ausgesetzt. Für die Tötung im Schlachthof werden sie auf LKW eng zusammengepfercht und teilweise über hunderte Kilometer transportiert. Beim Schlachtvorgang schlägt die Betäubung oft fehl, sodass viele Tiere den tödlichen Schnitt durch die Kehle bei vollem Bewusstsein erleben.

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Bild von Peta.de

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In der Eierindustrie werden jährlich etwa 50 Millionen männliche Küken noch am Tag ihrer Geburt vergast, weil sie als wertlos gelten. [2] Die sogenannten Legehennen leiden in der industriellen Tierhaltung unter Überzüchtung und Krankheiten.

In der Milchindustrie leben Kühe, Schafe, Ziegen und Büffel meist auf beengtem Raum und können grundlegenden Bedürfnissen, wie der Versorgung ihrer Kälber, nicht nachgehen. Weil Kühe nur Milch geben, wenn sie ein Kalb geboren haben, werden die weiblichen Tiere schon sehr früh künstlich besamt. Die Kälber werden ihnen kurz nach der Geburt entrissen – oft rufen Mutter und Kalb noch tagelang verzweifelt nacheinander.

Fische, Krebse, Kraken und andere Meerestiere empfinden wie alle anderen Tiere Schmerzen und Angst. Da Fische an Land nicht atmen können, ersticken sie nach dem Fang meist langsam und qualvoll. Krebse und Kraken werden oft bei lebendigem Leib gekocht oder sogar lebend in Stücke geschnitten.

Tiere in der Bekleidungsindustrie: getötet für Leder und Pelz

Für Produkte wie Leder, Wolle, Pelz, Seide und Daunen leiden und sterben jährlich Millionen Tiere. Ein Großteil des weltweit gehandelten Leders stammt aus Indien, Brasilien oder China, wo es keine greifenden Tierschutzgesetze gibt. Tiere wie Schlangen oder Alligatoren werden auf Farmen gezüchtet, damit ihre Haut als sogenanntes Exotenleder zu vermeintlichen Luxusprodukten verarbeitet werden kann.

In Deutschland erhältlicher Pelz stammt überwiegend von Pelzfarmen in Europa und China, wo freiheitsliebende Tiere wie Füchse, Marderhunde oder Nerze in winzige Käfige gesperrt und auf grausame Weise getötet werden. Teilweise stammt der Pelz aber auch von Hunden und Katzen aus China.

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Bild von Peta.de

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Schafe, Kaninchen, Alpakas oder Ziegen müssen regelmäßig eine qualvolle Schur über sich ergehen lassen, denn der Mensch will ihre Wolle zu Kleidung verarbeiten. Die weit verbreitete Annahme, dass Tiere in der Wollindustrie in bestimmten Abständen geschoren werden müssen, stimmt zwar – jedoch nur, weil der Mensch ihnen den natürlichen Fellwechsel weggezüchtet hat. Ganz gleich, ob Schafwolle, Angora, Kaschmir oder Mohair – für die Produktion von Wolle leiden die Tiere immer.

Ähnlich sieht es bei Daunen aus: Aufgrund der wärmenden Eigenschaften von Daunen werden jedes Jahr allein in Deutschland 19 Millionen Enten und Gänse getötet, um ihre Federn zu verarbeiten. In vielen Ländern wird bis heute der grausame Lebendrupf praktiziert, bei dem den Vögeln die Federn bei lebendigem Leib ausgerissen werden.

Auch Seide bedeutet großes Tierleid: Bei der Produktion von Seide werden die Raupen des Seidenspinners in ihrem Kokon bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen oder heißem Dampf ausgesetzt und getötet.

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„Nutztiere“ – warum Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie nutzen

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Gruß Hubert

Tiertransport: Durstige Schweine bei über 30 Grad im Lkw abgestellt   Leave a comment

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Man kann hier sicher von Hölle und von Folter sprechen.

Von Peta.de

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Hitzehölle für Schweine: Am Abend des 15. Septembers 2020 beobachtete eine Augenzeugin in Iserlohn einen Schweinetransporter, der bei über 30 Grad geparkt war. In dem unbeaufsichtigten Lkw des Unternehmens Venneker Viehhandel befanden sich zahlreiche Schweine, die offensichtlich keinen Zugang zu Wasser hatten. 1,5 Stunden wurden die Schweine in diesem Zustand sich selbst überlassen.

Schweine liegen hechelnd und die Augen verdrehend am Boden

Auf den Videoaufnahmen, die die Augenzeugin erstellte, ist das Leid der Schweine deutlich zu erkennen: Geplagt von der Hitze hecheln sie teilweise stark. Eines der anscheinend sehr durstigen Tiere trinkt Wasser aus der Flasche der Zeugin. Auch berichtete sie, dass einige Schweine apathisch und mit verdrehten Augen am Boden lagen.

Die Hitze ist eine große Belastung für den Kreislauf der Tiere und kann bis zum Tod führen. Da Schweine ebenso wie Hunde nicht schwitzen können, müssen sie ihre Temperatur hauptsächlich über das Hecheln regulieren. Da die meisten Tiertransporter nicht über eine Klimaanlage verfügen, kann es auf der Ladefläche schnell zu Temperaturen von 50 Grad kommen. Dass die Tierschutztransportverordnung Transporte verbietet, wenn es auf der Ladefläche heißer als 30 Grad ist, wird regelmäßig von Unternehmen, die Tiertransporte durchführen, ignoriert.

PETA erstattet Anzeige gegen Tönnies-Lieferant

Wir von PETA Deutschland haben Strafanzeige gegen den Tönnies-Lieferant wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, die EU- und die deutsche Tierschutztransportverordnung und die Tierschutzschlachtverordnung erstattet. Darüber hinaus fordern wir ein generelles Verbot von Tiertransporten.

„Transporte bedeuten immer Tierquälerei und großen Stress für die Tiere. Sie müssen häufig stundenlang eng gedrängt in den Transportern ausharren und verletzen sich dabei gegenseitig, wenn sie beispielsweise aus Platzmangel auf liegende Artgenossen treten. Nicht selten sterben sie sogar langsam und qualvoll.

Dass das von uns angezeigte Unternehmen auf seiner Internetseite mit ‚Stolzer Tönnies-Lieferant‘ wirbt, verwundert nicht, denn beide Unternehmen scheren sich offensichtlich nicht um Tierwohl.“

Edmund Haferbeck, PETA Deutschland

 

Was Sie tun können

  • Sollten Sie Tiertransporte bei großer Hitze beobachten, melden Sie dies der örtlichen Polizeibehörde. Machen Sie möglichst aussagekräftige Fotos oder Videos und senden Sie diese an das zuständige Veterinäramt oder an uns (Standort und Kennzeichen nicht vergessen).

  • Wenn keine tierischen Produkte mehr konsumiert werden, enden auch die qualvollen Tiertransporte. Entscheiden Sie sich daher für eine vegane Ernährung. Wir helfen Ihnen beim Einstieg mit unserem kostenlosen Veganstart-Programm.

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Tiertransport: Durstige Schweine bei über 30 Grad im Lkw abgestellt

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So sehr leiden Schweine für Fleisch / PETA

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Gruß Hubert

Die Kirche hat die Tiere vergessen   2 comments

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Die Kirche schweigt sehr laut, was das Leid der Tiere betrifft.

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(Bild von Pixabay / PROVIEH e.V.)

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Wie vor allen christlichen Festen läuft auch dieses Jahr zu Ostern der Betrieb in den Schlachthäusern wieder auf Hochtouren, um den Festtagsbraten pünktlich auf den Tisch zu bringen. Das dahinterstehende millionenfache unsägliche Leid der Tiere wird von der Gesellschaft immer noch ignoriert. Vor kurzem ergab eine Untersuchung des Regierungsbezirkes Darmstadt in 32 Schlachthöfen, dass es bei fast der Hälfte aller Schlachtungen zu Fehlbetäubungen und anderen groben Verstößen gegen das Tierschutzgesetz kommt.

Wir publizieren aus aktuellem Anlass den Redebeitrag von Daniela Böhm, Tochter von Karlheinz Böhm, die auch in diesem Jahr wieder die Aktion „Die Kirche hat die Tiere vergessen“ am Ostersamstag in der Münchner Innenstadt organisiert. Am Ostersonntag findet eine ähnliche Veranstaltung in Berlin statt, um auf das Leiden der Tiere aufmerksam zu machen, zu dem Kirche nach wie vor schweigt.

 

Die Kirche hat die Tiere vergessen

Von Daniela Böhm

Die Kirche hat die Tiere vergessen. Dies ist keine Demonstration gegen die Kirche an sich. Es ist aber eine Protestveranstaltung gegen das Schweigen der Kirche was das Leid der Tiere betrifft. Es ist ein Protest gegen das Vergessen. All die Menschen und Bilder hier sind ein stummer Aufschrei für jene, die nicht gehört werden.

Die Kirche hat die Tiere verraten. Sie hat ihnen bereits lange vor René Descartes die unsterbliche Seele abgesprochen und diesen Irrglauben bis heute nicht vollständig rehabilitiert. Nach dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin, besitzen Tiere eine sterbliche Seele, sie stirbt mit dem Tod ihres Körpers und so bleibt das Himmelreich nur den Menschen vorbehalten. Tiere sind somit aus dem fünften Gebot, dem „Du sollst nicht töten“ ausgeschlossen, weil dieses Gebot eigentlich „Du sollst nicht morden“ heißt, und einen Mord kann man nur an einem Menschen begehen.

Ich frage Sie: Wie kann die Seele eines beseelten Wesens sterben, wenn es doch eine Seele besitzt und diese etwas Immaterielles ist?

Die Kirche verschließt ihre Augen immer noch vor dem Leiden der Tiere: Zwar schreibt Papst Franziskus in seiner außergewöhnlichen Laudatio Si 2015 viel darüber, dass der Mensch sich auf ein Miteinander mit der Erde und allen Wesen besinnen muss und unter anderem heißt es dort: „Das Herz ist nur eines, und die gleiche Erbärmlichkeit, die dazu führt, ein Tier zu misshandeln, zeigt sich unverzüglich auch in der Beziehung zu anderen Menschen. Jegliche Grausamkeit gegenüber irgendeinem Geschöpf widerspricht der Würde des Menschen“. Jegliche Grausamkeit! Jeder, der noch Fleisch und andere tierische Produkte konsumiert, muss sich dieser Grausamkeit bewusst werden, denn er ist mitverantwortlich für das Grauen, welches tagtäglich, in jeder Sekunde in den Schlachthäusern geschieht.

Des Weiteren schreibt Papst Franziskus: „Wir können uns nicht als große Liebende betrachten, wenn wir irgendeinen Teil der Wirklichkeit aus unseren Interessen ausschließen. Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind drei absolut miteinander verbundene Themen, die nicht getrennt und einzeln behandelt werden können.“

Das sind wunderbare Worte, denen aber die tatsächliche Umsetzung fehlt: Keinem Geschöpf auf dieser Erde jegliche Art von Gewalt anzutun. Es gibt leider immer noch kein ausdrückliches Bekenntnis der katholischen Kirche auf Tierleid in der Ernährung zu verzichten – ein Verzicht, der eigentlich keiner ist. Aber es gibt bereits viele Katholiken und Protestanten, die sich ihrer Verantwortung als Mensch und als Christ bewusst werden und vegan oder zumindest vegetarisch leben.

Doch dieses Umdenken muss auch die katholische Obrigkeit erreichen, denn im Kapitel 2417 des Katechismus heißt es immer noch: „Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat (Vgl. Gen. 2, 19-20; 9,1-14]. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu retten und zu heilen.“

Diese immer noch herrschende Auffassung widerspricht den Worten des hl. Franziskus, dem Vorbild des derzeitigen Papstes: „Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir – also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers: unsere Brüder.“

Die Kirche aber ignoriert das Leiden der Tiere und schweigt. Sie schweigt zu den Qualen unserer Brüder und Schwestern, sie ignoriert das immense Leid der Tiere in den Massentierhaltungen, den Schlachthäusern, Tierversuchslaboren und Pelzfarmen, sie schweigt zu den Tötungen der Straßenhunde, den Stierkämpfen und vielem mehr.

Für die Christen ist Ostern das Fest der Auferstehung – für die unschuldigen Lämmer und viele andere Tiere ist es ein Fest des Todes. Doch nicht nur an Ostern, sondern an jedem einzelnen Tag. In jeder Minute, die auf dieser Erde vergeht, findet ein unendliches Blutvergießen und Leid statt: 60 Milliarden getötete Tiere weltweit – pro Jahr: Diese Schätzung berücksichtigt keine Fische und andere Meerestiere, Straßenhunde, Tiere aus Versuchslaboren oder solche, die für die Pelz- oder Lederindustrie sterben.

Indem die Kirche ihre Augen vor diesem Leid verschließt und sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht, ignoriert sie auch die Folgen des massiven Fleischkonsums: den Hunger in den Entwicklungsländern, die Klimaerwärmung und Zerstörung unseres Planeten. Massentierhaltung trägt einen erheblichen Anteil daran, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern hungern und unterernährt sind, laut der FAO fast 900 Millionen. Während täglich 20 Milliarden sogenannte „Nutztiere“ für den Fleischkonsum mit Getreide und Soja gefüttert werden, sterben jeden Tag Zehntausende von Menschen an Hunger.

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …“ Diesen Satz kennen nicht nur Katholiken oder Protestanten. Würden Sie ihr Kind in ein Schlachthaus mitnehmen? Die Antwort lautet sicherlich Nein. Aber Sie lassen es das essen, was von diesem Ort kommt: Zerstückelte Tiere. Sie gehen mit Ihrem Kind zu McDonald’s, aber nicht in den Schlachthof. Sie zeigen ihm Apfelbäume oder Weizenfelder, aber mit Sicherheit kein Schlachthaus.

Viele Erwachsenen haben verlernt, wie die Kinder zu sehen und zu fühlen: mit dem Herzen. Erst wenn wir das tun, leben wir echte Nächstenliebe. Eine christliche Nächstenliebe, die nicht nur dem Menschen gilt, sondern auch jenen Mitgeschöpfen, die schon lange vor uns da waren.

Die Kirche aber schweigt nach wie vor zu den Leiden eines Teiles der Schöpfung, die von ihrem Gott erschaffen wurde. Es ist leicht, einfach zu schweigen und die Augen vor diesem Leid zu verschließen. Es ist bequem, sich auf uralten Dogmen und Lehrmeinungen auszuruhen und ein anthropozentrisches Weltbild in der letzten Konsequenz nicht infrage zu stellen. Aber es ist nicht richtig! Und es kann nicht richtig sein, von Liebe und Auferstehung zu predigen und danach ein Stück unschuldigen Lebens zu verspeisen.

Tiere halten das natürliche Gleichgewicht der Erde und folgen nur ihrer Natur. Die Seelen der Tiere haben gewiss Flügel, mit denen sie nach ihrem Tod in den Himmel fliegen – schneller als so mancher Mensch. Es ist an der Zeit, auch für die Kirche, die Tiere als das zu respektieren, zu schätzen und zu lieben, was sie sind: Mitbewohner dieses Planeten – unsere Brüder und Schwestern.

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Bild: pressenza.com

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Daniela Böhm setzt sich seit vielen Jahren aktiv für Tierrechte sowie eine grundlegende Veränderung des Verhältnisses Mensch / Tier und Natur ein und lebt aus ethischen Gründen vegan. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und schreibt unter anderem regelmäßig Artikel für „Fellbeißer“ und „Hinter den Schlagzeilen“.

Weitere Infos gibt es auf ihrer Webseite www.danielaböhm.com

Petition von Daniela Böhm auf Change.org: Deutsche Schlachthäuser müssen videoüberwacht werden

Titelbild: Postkartenmotiv von PROVIEH e.V. respekTiere leben, erhältlich hier im PROVIEH-Shop

 

„Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere.

Man hat ein einziges Herz oder gar keins.“

Alphonse de Lamartine, französischer Schriftsteller, Lyriker und Politiker (1790 – 1869)

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Die Kirche hat die Tiere vergessen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 10. Oktober 2020 von hubert wenzl in Schlachthöfe, Tierrechte, Tierschutz

Getaggt mit

Hühnerquälerei als Geschäftsmodell   Leave a comment

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Man sieht wieder einmal wie schamlos und gierig manche Menschen mit Tieren umgehen. Solche Menschen sind total verkommen und verdorben.

Von Peta.de

Deutsche Frühstücksei GmbH: Lobbyismus zum Leidwesen der Tiere

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Bild: Peta.de

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Die Deutsche Frühstücksei (DFE) gehört zu den größten Eierproduzenten Europas. Das Unternehmen mit den Aushängeschildern Ovobest und Eifrisch hält Millionen von Hühnern unter den in der Eierindustrie üblichen leidvollen Bedingungen. In den vergangenen Jahren stand der Konzern wiederholt wegen Tierschutz- und Gesundheitsskandalen in der Kritik und hat durch enge Verflechtungen mit anderen Unternehmen der Branche, CDU-Politikern und Verbänden einen mächtigen und kaum durchschaubaren Lobby-Apparat geschaffen – zum großen Leidwesen der Tiere.

Hühnerquälerei als Geschäftsmodell – zum Leidwesen von Menschen und Tieren

1996 übernahm die Deutsche Frühstücksei 28 Betriebe des damaligen „Hühnerbarons“ Anton Pohlmann, der aufgrund von eklatanten Tierschutzverstößen mit einem Berufsverbot belegt worden war. Pohlmann hatte das damals zur Milbenbekämpfung zugelassene Mittel Nikotin nachweislich in mit Hühnern belegten Ställen eingesetzt, was zum Tod Hunderttausender Hennen und zur schweren Erkrankung eines Mitarbeiters führte. Des Weiteren wurde in den Betrieben von Pohlmann Desinfektionsmittel ins Futter der Tiere gemischt, kranken Hennen wurden Wasser und Luft abgedreht und Eier wurden für den Verkauf bewusst falsch deklariert.

Mit geschätzten 16 Millionen „Legehennen“ [3,4] bricht die DFE einen traurigen Rekord und nimmt auf dem deutschen Eiermarkt eine führende Position ein. Der Konzern übernahm nicht nur die Betriebe von Pohlmann, sondern auch dessen ehemaligen Geschäftsführer Aloys Grote [5]. So verwundert es nicht, dass 2006 auch in den Ställen der DFE unerlaubter Nikotin-Einsatz festgestellt wurde. Dennoch wurden die Behörden erst zwei Monate nach den Hinweisen tätig und stuften die entnommenen Proben nach acht Wochen als „nicht gesundheitsgefährdend“ ein. Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn warf dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und den Behörden zu Recht schwere Versäumnisse vor.

2007 stieg die DFE mit einer Mehrheitsbeteiligung von 85 % bei der Wiesengold Landei GmbH und Co. KG ein, deren damaliger Geschäftsführer Heinrich Tiemann war. Damit wurde das Unternehmen zum größten europäischen Produzenten von Eiern aus biologischer Haltung.

Doch mit der vermeintlichen Bio-Idylle war schnell Schluss: Bereits 2012 wurde die systematische Überbelegung mehrerer sogenannter Legehennen-Betriebe aufgedeckt [10]. PETA veröffentlichte damals Bildmaterial über die tatsächlichen Zustände in den Ställen, in denen Tierleid an der Tagesordnung war. Tiemann kündigte daraufhin an, aus dem Geschäft mit Bioeiern auszusteigen. Doch wie so oft änderte sich nur der Name des Unternehmens: Aus der „Wiesengold Landei GmbH“ wurde die „DH-Landei GmbH“ – und das Leiden der Hühner ging weiter. 2017 folgte bereits der nächste Tierschutzskandal und PETA zeigte erneut massive Missstände in den Ställen der DFE auf.

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Bild: Peta.de – Fast federlos und völlig ausgezehrt: Alltag für viele Hennen in Betrieben der DFE und der gesamten Eierindustrie

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Ebenfalls 2017 kam der weltweite Fipronil-Skandal ans Licht, in dessen Zusammenhang bekannt wurde, dass auch belastete Eier der DFE-Tochter „Eifrisch Vermarktung GmbH & Co. KG“ bis über die EU-Grenzen hinaus vertrieben wurden [12]. Nur zwei Jahre später zeigten Ergebnisse des Verbrauchermagazins „Öko-Test“, dass Schaleneier aus verschiedenen Haltungsformen mit Dioxin belastet waren. Praktisch alle Märkte waren betroffen – denn die DFE vertreibt Eier nicht nur als Schaleneier, sondern auch verarbeitet in Form von eihaltigen Produkten. Darüber hinaus mussten die Eier des Unternehmens Eifrisch, eines der Aushängeschilder der DFE, aufgrund von Salmonellen mehrmals zurückgerufen werden.

Verflechtungen mit Teilen der CDU

Dass die genannten Tierschutzverstöße und die Gefährdung der menschlichen Gesundheit nahezu keine Auswirkungen auf den Konzern DFE hatten, liegt unter anderem daran, dass Straftaten in der landwirtschaftlichen Tierhaltung früher wie heute generell kaum Konsequenzen nach sich ziehen. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass viele der für die Landwirtschaft zuständigen Politiker selbst in der Agrarindustrie tätig sind, Anteile an Landwirtschaftsunternehmen besitzen oder entsprechende Posten innehaben und dadurch direkte Nutznießer der Tierausbeutung sind. Besonders die CDU/CSU ist allgemein als Lobbypartei der Landwirtschaft bekannt.

Ein Beispiel ist Clemens Große Macke, der von 2003 bis 2013 Abgeordneter im niedersächsischen Landtag und in diesem Zeitraum teilweise auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landesfraktion war. Große Macke ist zudem Landwirt und führte zusammen mit Heinrich Tiemann (siehe oben) einen gemeinsamen Legehennenstall. Damit bestand ein direkter Draht in den Landtag von Niedersachen, das Bundesland, in dem auch die DFE zuhause ist.

Verflechtungen mit Verbänden und weiteren Unternehmen der Branche

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Die DFE ist sowohl mit eigenen Produktionsstätten als auch mit Schwester- und Tochterunternehmen in allen Bereichen der „Wertschöpfungskette Ei“ vertreten. Firmen mit ähnlich klingenden Namen und häufige Wechsel der Geschäftsführenden schaffen ein undurchsichtiges Firmenkonstrukt. Durch personelle Überschneidungen zu anderen Unternehmen entsteht ein nahezu in sich geschlossenes System – von der Zucht der Tiere bis hin zu ihrer Tötung im Schlachthof. Damit sind Millionen von Hühnern den oftmals illegalen Machenschaften der Beteiligten schutzlos ausgeliefert.

So gehört beispielsweise die EIPRO-Vermarktung GmbH zu 50 % der EW Group GmbH (früher Erich Wesjohann GmbH & Co. KG), zu 20 % ist die Unternehmensgruppe von Lehmden beteiligt. Teile der DFE gehören wiederum dem Familienunternehmen von Lehmden. Die EW Group steuert zu einem großen Teil die Genetik sogenannter Legehennen, ist also maßgeblich an der Qualzucht der Tiere beteiligt. Auch die „Lohmann Tierzucht“ gehört zur EW Group, die als hiesiger Marktführer in der Zucht von Legehennen-Elterntieren bekannt ist. Unter anderem aufgrund von Veröffentlichungen von PETA wurde die Lohmann Tierzucht 2011 wegen Tierquälerei rechtskräftig zu einer Geldbuße von 100.000 Euro verurteilt. Sie ist zudem an der Plukon Food Group beteiligt, die unter anderem durch ihre Marke „Friki“ bekannt ist und Geflügelmastbetriebe und Geflügelschlachthöfe betreibt.

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Bild: Peta.de – Bedingt durch die Qualzucht auf unnatürlich viele Eier kann dieses Huhn trotz schmerzhaft entzündeter Kloake nicht aufhören, Eier zu legen

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Neben seinen Verbindungen zu Teilen der Politik und anderen einflussreichen Unternehmen in der Ei- und Geflügelbranche unterhält das Unternehmen auch nützliche Beziehungen zum Deutschen Bauernverband (DBV): Die „von Lehmden Beteiligungs GmbH“ ist Gesellschafter der DFE. Olaf Lehmden ist sowohl Geschäftsführer dieses Unternehmens als auch an der Envitec Biogas AG beteiligt. Franz Josef Holzenkamp, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und Landwirt mit öffentlich gemachten Tierschutzverstößen, ist seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender der Envitec Biogas AG. Zudem ist Holzenkamp Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, der direkt mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) vernetzt ist, denn auch der Präsident des DBV, Joachim Ruckwied, sitzt im Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes. [16,17,18]

Mit Gert Stuke, der laut der Plattform „LinkedIn“ Generalbevollmächtigter der DFE ist, verfügte die DFE über eine direkte Verbindung zu weiteren für die Branche wichtigen Stakeholdern. So war Stuke unter anderem Präsidiumsmitglied des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsches Ei [19].

Trauriges Fazit für Tiere in der Eierindustrie

Eine derartige Vetternwirtschaft führt dazu, dass Tierschutzskandale unter den Teppich gekehrt und längst überfällige Gesetzesverschärfungen verzögert oder komplett verhindert werden, was eine notwendige Reform der Landwirtschaft blockiert. Wir von PETA fordern von der Politik unter anderem ein Ende dieser Machenschaften auf Kosten von Millionen Hennen. Es muss eine faire Landwirtschaft für alle geschaffen werden – und die heißt bio-vegan.

Was Sie tun können

Die Deutsche Frühstücksei GmbH ist ein Paradebeispiel dafür, wie Tiere zur Ware degradiert werden und wie Tierleid durch Vernetzungen mit anderen Bereichen toleriert und gedeckt wird. Die Eier, die Millionen intelligenter, sensibler Hühner in den Ställen der DFE legen, sind in allen Supermärkten und in den meisten eihaltigen Produkten zu finden – auch in Bioprodukten. Doch es reicht nicht, lediglich die Marke der Eier oder eihaltigen Produkten zu wechseln, denn Hühner leiden in jeder Haltungsform und werden nach einem kurzen und qualvollen Leben im Schlachthaus getötet. Wenn wir einen derartigen Umgang nicht mit Hunden oder Katzen tolerieren würden, dann sollten wir das auch bei Hühnern nicht tun.

Machen Sie sich eifrei – denn damit helfen Sie den Hennen nachhaltig und konsequent. Entdecken Sie noch heute die Vielfalt an leckeren und gesunden Ei-Alternativen zum Kochen und Backen. Unser kostenloses und unverbindliches Veganstart-Programm bietet Ihnen praktische Unterstützung.

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Hühnerquälerei als Geschäftsmodell

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Gruß Hubert

 

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Veröffentlicht 7. Oktober 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz

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Tierquälerei beim „Bauern von nebenan“: Landwirt ist uneinsichtig   Leave a comment

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Es ist erschreckend welche Landwirte es gibt und noch erschreckender, dass sehr oft von den zuständigen Behörden nicht dagegen eingegriffen wird bzw. erst dann, wenn schon viele Tiere umgekommen sind. Solche Zustände sind auch hier in meiner Umgebung vorgekommen. Und dann sich noch uneinsichtig zeigen… unfassbar.

Von Peta.de

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Bild: Peta.de

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Ein Landwirt aus dem Havelland vernachlässigte seine Tiere über Monate hinweg. Obwohl Zeugen ihn mehrfach auf die Missstände ansprachen, zeigte er sich uneinsichtig. PETA Deutschland hat im Juli 2020 Strafanzeige gegen den Landwirt gestellt, doch an den katastrophalen Zuständen hat sich bis heute nichts geändert.

Vernachlässigte und verletzte Tiere zum Sterben ihrem Schicksal überlassen

Immer wieder kommt es bei sogenannten Nutztieren zu Tierquälerei und extremer Vernachlässigung. Solche Missstände sind jedoch nicht nur in der Intensivtierhaltung zu beobachten, sondern häufig auch bei Landwirten mit weniger Tieren, die Freilauf haben. Der vorliegende Fall aus dem Havelland ist ein besonders trauriges Beispiel: Seit Monaten war bekannt, dass Kühe auf einem Hof unter extremer Vernachlässigung leiden, teilweise mit schweren Folgen. Doch trotz mehrerer Hinweise zeigte sich der Landwirt uneinsichtig.

Auf besagtem Hof wurden im Sommer 2019 verschiedene Tiere in katastrophalem Zustand vorgefunden. So waren verletzte und kranke Tiere zu sehen, die offensichtlich nicht medizinisch behandelt wurden. Tiere, die sich nicht mehr bewegen konnten, wurden der Witterung und ihrem Schicksal schutzlos überlassen, starben oder verschwanden plötzlich. Auch die Grundversorgung mit Nahrung und Wasser war nicht gewährleistet, sodass den Tieren ein qualvoller Tod durch Verhungern und Verdursten drohte.

Tiere verhungern und verdursten

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Bild: Peta.de

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Beweisfotos zeigen, dass mehrere Tiere stark abgemagert waren. Wirbelsäule, Hüft- und Steißbeinhöcker standen deutlich hervor und waren nur noch von Haut und Fell bedeckt. Rippen, Brustbein- und Extremitätenknochen hoben sich deutlich ab, Muskelmasse war am gesamten Körper des Tieres nur noch unzureichend vorhanden. Eines der Tiere vegetierte nachweislich über mehrere Wochen in diesem Zustand vor sich hin. Zusätzlich konnte es das linke Hinterbein aufgrund einer Verletzung nicht belasten. Zusammen mit dem körperlichen Kräfteverfall führte das dazu, dass das Rind nicht mehr alleine aufstehen, gehen oder essen und auch die Tränke nicht mehr eigenständig aufsuchen konnte, um an Wasser zu gelangen.

Verletzte Tiere verschwinden urplötzlich

Ein ähnliches Bild zeigte sich erneut im September 2019: Mehrere Tage lang wurde eine weitere verletzte Kuh weder medizinisch behandelt, noch erhielt sie Nahrung oder Wasser. Nach ein paar Tagen war das Tier so geschwächt, dass es den Kopf nicht mehr anheben konnte. Kurz darauf verschwand die Kuh. Im folgenden Monat wurde ein Rind beobachtet, dass über einen längeren Zeitraum apathisch herumstand: Seine Ohren hingen nach unten, die Augen waren halb geschlossen, die Nüstern hochgezogen. Das Tier befand sich bereits seit Wochen in einem schlechten Gesundheitszustand.

Kuh bei Geburt sich selbst überlassen – Kalb starb

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Bild: Peta.de

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Weitere Dokumentationen von Mai 2020 zeigen, dass eine hochschwangere Kuh trotz schwerer Lahmheit nicht medizinisch behandelt wurde. Das Tier konnte sich kaum fortbewegen, um an Wasser oder Nahrung zu gelangen – die Weide, auf der es stand, war abgefressen. Schließlich brach die Kuh zusammen, konnte sich nicht mehr aufrichten und wand sich panisch schreiend auf dem Boden. Am gleichen Tag setzte die Geburt ein, die sich über neun Stunden hinzog – ohne dass der Landwirt die Lage des Kalbs oder den Zustand der Mutter überprüfte. Das Kalb verstarb direkt nach der Geburt und wurde von Rabenvögeln attackiert, während die Kuhmutter verzweifelt versuchte, ihr totes Kind zu verteidigen. Weil sie nicht aufstehen konnte, robbte sie dabei hilflos über den Boden. Erst nach einem Anruf von Augenzeugen ließ sich der Bauer dazu überreden, das Kalb abzutransportieren – die Mutterkuh überließ er jedoch weiterhin sich selbst. Fast zwei Wochen später lag dasselbe Tier zwei Tage lang in einer Erdkuhle, die es aufgrund seines miserablen Gesundheitszustands selbstständig nicht mehr verlassen konnte.

Kuh mit entzündetem Auge: Maden zerfressen die Wunde und befallen das ganze Gesicht

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Bild: Peta.de

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Im Sommer 2020 kam es zu einem weiteren traurigen Höhepunkt: Wie Fotos dokumentierten, litt eine Kuh an einer schweren Augenentzündung. Das Auge entzündete sich so stark, dass offenes Fleisch zu sehen war, das Fliegenmaden befallen hatten. Die Maden fraßen sich innerhalb kürzester Zeit in die Augenhöhlen, den Tränen-Nasen-Gang und die umliegende Gesichtsmuskulatur. Die großflächige Wunde war stark verschmutzt, das Gewebe und die Muskulatur um das Auge extrem angeschwollen. Videomaterial zeigte außerdem, dass die Kuh lahmte. Wie Augenzeugen berichteten, befand sie sich zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits seit Tagen in diesem Zustand. Von der Wunde im Gesicht ging ein starker Geruch nach Eiter, Entzündungsprodukten und Verwesung aus.

 

Trotz gesetzlicher Verpflichtung immer wieder Tierleid beim „Bauern von nebenan“

Das Beispiel der Hofbetreiber aus dem Havelland zeigt erneut, dass viele Tiere teilweise über Monate extremes Leid und Vernachlässigung ertragen müssen – unabhängig von der Haltungsform. Für Fleisch– und Milchprodukte leiden Schweine, Kühe oder Schafe tagtäglich unter miserablen Lebens- und Haltungsbedingungen. Obwohl sogenannte Nutztierhalter verpflichtet sind, ihre Tiere ausreichend zu versorgen und zu verpflegen, ihr Befinden täglich zu überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen [1], werden immer wieder schlimme Missstände aufgedeckt und in den Medien thematisiert. Diese Skandale gewähren jedoch nur einen kleinen Einblick in diese ausbeuterische Industrie: Wie es hinter den meisten Hof- und Stalltüren tatsächlich aussieht, lässt sich nur erahnen.

Wir fordern eine Verfolgung von Kriminalität gegen Tiere in der Ernährungsindustrie

Straftaten und Kriminalität gegen Tiere, die in der Ernährungsindustrie leiden, müssen ernsthaft und dauerhaft verfolgt werden. Tierhalter sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Nahrungs- und Wasserversorgung sowie die medizinische Behandlung ihrer Tiere sicherzustellen. Wir fordern, dass Tierhaltern, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen und ihre Tiere vernachlässigen und leiden lassen, die Tiere weggenommen werden. Außerdem sollen sie aufgrund ihrer Verantwortungslosigkeit gesetzlich zur Aufgabe der Tierhaltung gezwungen werden und ein endgültiges Tierhalteverbot erhalten. Nur so lässt sich eine kriminelle Ausnutzung des Systems nachhaltig unterbinden.

„Kriminalität gegen sogenannte Nutztiere muss endlich mit der notwendigen Ernsthaftigkeit verfolgt werden. Aus tierärztlicher Sicht sind die Zustände des vorliegenden Falls erschreckend und mit extremen Schmerzen für die Tiere verbunden, leider aber kein Einzelfall im Agrarbereich.“ – Sandrina König, PETA Deutschland

Dass auch für sogenannte Nutztiere die Vorschriften des Tierschutzgesetzes gelten, muss immer wieder betont werden: Wer einem Tier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, erfüllt den Straftatbestand des Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes – unabhängig davon, um welche Tierart es sich handelt. Auch Tierquälerei in der landwirtschaftlichen Tierhaltung muss strafrechtlich ernsthaft verfolgt werden.

In dem konkreten Fall aus dem Havelland wurde Strafanzeige wegen des Verdachts mehrerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Wir fordern die Wegnahme der Tiere und ein Tierhaltungsverbot.

 

Weitere Kritik

Oft kontrollieren die zuständigen Veterinärämter die Ställe kommerzieller Tierhalter unregelmäßig, zu spät oder überhaupt nicht. So bleiben schlechte Haltungsbedingungen und Vernachlässigung häufig unentdeckt. Doch selbst, wenn Tierhalter die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, leiden die Tiere: Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung legalisiert dieses Leid mehr, als dass sie die Tiere schützt. Sie gibt lediglich Mindestanforderungen vor, die den natürlichen Bedürfnissen der Tieren in keiner Weise gerecht werden.

Was Sie tun können

  • Bitte setzen Sie sich aktiv gegen die Ausbeutung von

    Tieren in der Ernährungsindustrie ein und zeigen Sie Mitgefühl für Tiere, die in der kommerziellen Tierhaltung missbraucht werden.

  • Mit einer tierleidfreien Lebensweise helfen Sie den Tieren am meisten: Bitte entscheiden Sie sich daher für ein veganes Leben. Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Viele Unternehmen orientieren sich am Konsumverhalten der Verbraucher und kommen dem steigenden Bedarf an pflanzlichen Lebensmitteln nach.

  • Wenn Sie Tierschutzverstöße oder Tierquälerei beobachten, melden Sie diese bitte über unser Whistleblower-Formular.

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Tierquälerei beim „Bauern von nebenan“: Landwirt ist uneinsichtig

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 5. Oktober 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Uncategorized

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Dieses Affenjunge wurde aus einem Tierversuchslabor gerettet   Leave a comment

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Von Peta.de

In den ersten fünf Wochen seines Lebens kannte Britches nichts als Isolation und Dunkelheit. Das Affenbaby war in einem Tierversuchslabor zur Welt gekommen, sogenannte Forscher entrissen Britches seiner Mutter direkt nach der Geburt. Was folgte, könnte aus einem Horrorfilm stammen: Experimentatoren nähten die Augen des kleinen Affenjungen zu und schnallten ein schweres Sonargerät auf seinen Kopf, das ein permanent kreischendes Geräusch aussandte. Dann sperrten sie Britches in einen kahlen Drahtkäfig.

Mutterseelenallein in diesem Käfig gefangen konnte sich das Affenbaby lediglich an einem traurigen „Mutterersatz“ festhalten – einem mit Stoff umwickelten Drahtgestell. Nahrung bekam Britches aus der Flasche. Kaum vorstellbar, was ein solcher Missbrauch mit einem neugeborenen Tierkind machen muss.

Das Leben von Britches begann im März 1985 in einem Labor der US-amerikanischen University of California, Riverside. Wäre es nach den Experimentatoren des Labors gegangen, hätte das Martyrium des kleinen Affen drei Jahre gedauert. Doch Britches hatte Glück.

Nach fünf grauenhaften Wochen voller Einsamkeit und Verzweiflung wurde er im April 1985 befreit – in einer illegalen Aktion von Mitgliedern der Animal Liberation Front. Gemeinsam mit Britches wurden hunderte weitere Tiere gerettet, darunter Katzen, denen ein Auge zugenäht worden war, Opossums mit verstümmelten Augen und halb verhungerte Kaninchen. [1-5]

Zum Zeitpunkt seiner Rettung war Britches in einem katastrophalen Zustand: Auf seinem Kopf befanden sich offene Wunden; seine Augenlider waren durch die dicken Fäden eingerissen und dauerhaft deformiert. Seine Muskeln waren unterentwickelt, er litt unter Krämpfen und unregelmäßigen Kreischanfällen. Ein Tierarzt, der Britches nach seiner Rettung untersuchte, sagte: „Es gibt schlichtweg keine Rechtfertigung für dieses schamlose, schmerzhafte Experiment.“

Britches wurde fürsorglich aufgepäppelt. Als er fünf Monate alt war, konnte er in eine Auffangstation gebracht werden, wo er in einem großen Außengehege mit anderen Affen spielen konnte. Eine Affendame adoptierte Britches und kümmerte sich um ihn, als sei er ihr leibliches Kind. Die Verbindung der beiden festigte sich und schnell zeigte sich, dass Britches genau das liebte, was die Experimentatoren ihm für immer verwehren wollten: Umarmungen und eine innige Mutter-Kind-Beziehung. Die Geschichte von Britches hat ein Happy End, denn trotz der Qualen in den ersten Lebenswochen konnte er noch 20 Jahre lang ein ziemlich normales Affenleben führen.

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Konsequenzen der Tierbefreiung

Als PETA die von den Tierbefreiern zur Verfügung gestellten Fotos, Videoaufnahmen und Dokumente veröffentlichte, folgte ein enormer öffentlicher Aufschrei. Acht von 17 weiteren geplanten Tierversuchen wurden eingestellt; zudem verbot die Einrichtung die Praxis, Affenbabys die Augen zuzunähen. Ein Ausbilder gab seine Arbeit auf und misshandelt seither keine Tiere mehr in Versuchen.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (National Institutes of Health, NIH) führte eine achtmonatige Untersuchung des Tierpflegeprogramms in den Laboren der Universität durch und kam zu dem Schluss, dass es sich um „angemessene“ Tierpflege handele und keine Korrekturmaßnahmen erforderlich seien. Konsequenzen für die Verantwortlichen blieben aus.

Britches war kein Einzelfall – noch heute leiden und sterben Affen weltweit in Tierversuchen

Obwohl sich die Geschichte von Britches vor mehr als 30 Jahren ereignete, werden auch heute noch Tiere überall auf der Welt auf grausamste Art in Tierversuchen missbraucht. PETA hat es sich weltweit zur Aufgabe gemacht, solche Fälle publik zu machen, die Bevölkerung aufzuklären und den Druck auf verantwortliche Einrichtungen und Behörden zu erhöhen. Britches hatte mehr Glück als die meisten Tiere, die in Versuchslaboren gefangen sind, denn in der Regel sterben die Tiere dort einen qualvollen Tod. Die Tierquälerei, die Britches vor Jahrzehnten ertragen musste, erleiden viele Affen auch heute noch.

  • So werden an der US-amerikanischen University of California, Davis beispielsweise Experimente durchgeführt, bei denen Affenjunge ihren Müttern weggenommen und stressvollen Situationen ausgesetzt werden. Dank der jahrelangen intensiven Arbeit von PETA USA und ihren Partnerorganisationen wurde 2015 ein Labor der National Institutes of Health (NIH) geschlossen, in dem ähnliche Experimente durchgeführt wurden. Auch deutsche Wissenschaftler waren an diesen Versuchen beteiligt.

  • In einem Tierversuchslabor der US-Regierung werden hirngeschädigte Affen mit lebensecht wirkenden Schlangen und Spinnen aus Gummi verängstigt und in Panik versetzt. Die Manipulationen am Gehirn der Tiere sind äußerst brutal: Die „Wissenschaftlerin“ Elisabeth Murray sägt ihnen dazu die Köpfe auf, injiziert Gift und saugt einen Teil des Gehirns ab. Nachdem ihre Köpfe zugenäht wurden, werden die Affen in kleine schwarze Boxen gesetzt und mit den echt wirkenden Imitationen terrorisiert.

  • Ein weiteres trauriges Beispiel, das 2018 für Aufregung sorgte, waren die Versuche an Affen von VW, bei denen Affen giftige Abgase inhalieren mussten.

  • Neuere Veröffentlichungen  von PETA USA zeigen, wie etwa 2.000 Affen am Wisconsin National Primate Research Center (WNPRC) durch Steuergelder finanziert leiden: Die Affen sind in kleinen, trostlosen Stahlkäfigen in fensterlosen Räumen eingesperrt und wurden durch permanente Gefangenschaft über zwei Jahrzehnte hinweg in den Wahnsinn getrieben. Einige der Tiere konnten nicht mehr zusammen mit Artgenossen untergebracht werden, weil sie andere Tiere attackierten und ihnen tiefe, schmerzhafte Wunden zufügten. Andere Affen entwickelten durch das seelische Leid Verhaltensstereotypien: Sie verstümmelten sich selbst oder liefen auf und ab und zogen endlose Kreise. Manche Affen rissen sich selbst die Haare aus, bis sie fast kahl waren.

All diese Experimente finden im Rahmen der Grundlagenforschung statt. Dabei geht es in erster Linie um Erkenntnisgewinn: beispielsweise über Vorgänge im Gehirn oder die Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen, Verhalten und der Entwicklung des Gehirns. Gerechtfertigt werden diese Experimente mit dem potentiellen Nutzen für den Menschen. Allerdings führen mehr als 90 Prozent der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung, von denen viele aus Tierversuchen stammen, nicht zur Anwendung beim Menschen.

Tierversuchslabore sind heutzutage abgeriegelt. Die grausamen Experimente, die weltweit hinter Labormauern an Tieren verübt werden, sind jedoch nicht weniger entsetzlich als vor einigen Jahrzehnten – auch in Deutschland.

PETAs Challenge gegen Tierversuche

Aktuell haben Sie eine besondere Chance – denn bis zum 31. Oktober wird Ihre Spende im Rahmen der Challenge „Tierversuche stoppen!“ für PETAs Projekte gegen Tierversuche bis zu einem Gesamtbetrag von 750.000 Euro VERDOPPELT.

Möchten Sie noch heute helfen?

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Dieses Affenjunge wurde aus einem Tierversuchslabor gerettet

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 2. Oktober 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

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