Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized

In Memory of Karlheinz Deschner (Teil7/2)   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund und Religionskritiker Wolfgang – wolodja51.wordpress.com

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Fortsetzung vom vergangenem Sonntag:

«Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl» – jawohl, sehr wohl: Noah jedenfalls, Käptn Noah samt Family und Viehstall, alles, danke, bestens wohlauf. Und so beginnt alles von vorn. Und alles, weißderteufel, mißrät wieder, trotz Allmacht und Allgüte und Allwissenheit – ein großes Mysterium des alten Herrn ist dies, mit dem unser Verstand nicht fertig wird.

Immerhin kommt nun kein globales Ersäufnis mehr, denn der alte Menschheitsmörder, der Vollkommene, hat aus dem Fehlschlag gelernt. Und da er voraussieht, daß er im Vergleich mit den erwähnten Starbanditen schlecht abschneidet, was sage ich, katastrophal, versucht er es statt des großen Ersäufnisses jetzt mit der großen Erlösung. Nicht mehr die ganze Menschheit wird liquidiert, nein, nur einer, ein wahrhaft göttlicher Ausgleich. Der Massakerist wird nun Wohltäter, der Sadist Seligmacher, erst alles in die Pfanne, dann alles wieder rausgehauen, Noahs Nachkommen natürlich nur, der traurige Rest seit der Sintflut, durch den lieben Heiland gerettet.

Durch wen? Na, durch den Jungen des alten Herrn, den Sohn. Der gerät erst jetzt ins Zwielicht der Geschichte, in Wirklichkeit aber, in Wirklichkeit ist der Junge so alt wie der Alte, wie der Ersäufergott, denn er ist eigentlich der Ersäufergott. Und ist doch der Ersäufergott nicht. Nicht ganz und doch ganz. Oder vielmehr: ein ganz anderer und doch derselbe. Ein großes Geheimnis wieder. Aber wäre alles so klar, so glatt, so platt, wer sollte es denn dann noch glauben. Es wäre ja gar keine Kunst mehr zu glauben. Na eben. Doch so ist es eine Kunst. Zwei Personen, aber gleichsam in einer. Und da aller guten Dinge drei sind, wird die Zweite Person durch eine Dritte Person gezeugt, die freilich schon die Erste Person ist. Auch die Erste. Ebenso die Zweite. Und doch bringt die Dritte die Zweite hervor – durch das Schwängern einer Schreinermeistersgattin in Palästina. Ob nun durch’s Ohr oder durch andere Kanäle: Die Wege des Herrn sind wunderbar.

Um so wunderbarer, als ja die Frau jenes Zimmermanns, laut Bibel, nicht nur die Zweite Person, sondern noch weitere (allerdings viel profanere) Personen gebar und gleichwohl, längst nichts Neues mehr damals, Jungfrau blieb, Jungfrau und Mutter, und ihre eigene Mutter, die hl. Anna, derart, heiligemutteranna, die Großmutter der Ersten Person, des Weltschöpfers, die Großmutter Gottes wurde. Jesusmariaundjoseph!

Ein weites, ein wunderbares Feld. Doch wie auch immer: die besondere Begabung der Dritten Person, ihre ganz spezifische, ist das Schwängern, das Befruchten, auch im Geistigen, geblieben. Zum Beispiel das Erleuchten der Schreiber des Neuen Testaments. Ganz «irrtumslos» wurde es so, wie durch die hl. Väter und die Theologen «einmütig» bezeugt und vom kirchlichen Lehramt wiederholt bekräftigt. Oder das Erleuchten der Jünger Jesu an Pfingsten, worauf sie, die Analphabeten, alle Sprachen beherrschten (vielen auch bloß besoffen schienen). Die Dritte Person hätte die ganze Welt erleuchten, bekehren können, mit einem Schlag, nur durch einen Willensakt. Doch das wollte die Dritte Person nicht, obwohl es das Einfachste gewesen wäre und so viele gerettet hätte für immer, die nun für immer verdammt sind und Höllenqualen leiden, die Ärmsten. Dafür aber haben nun die Prälaten ihre Pfründe, das ist viel wichtiger. Ja, die Dritte Person erleuchtete nur Auserwählte. Manchen heiligen Papst, zum Beispiel. Oder manchen heiligen Inquisitor, der dann desto eifriger die Scheiterhaufen zum Erleuchten brachte, ein besonders schöner Erleuchtungsakt.

Alle jedenfalls wollte der alte Herr nicht erleuchten, auf keinen Fall – wofür hatte er schließlich, seit Ewigkeit, die Hölle geplant mit all ihren Einrichtungen. Nein, nur keine Fehlinvestitionen mehr. Bloß kleinere Wunder ließ er den Sohn, die Zweite Person, wirken, ein bißchen auf dem Wasser wandeln, Tote auferwecken und so, alltägliche Mirakel fast, von vielen seinerzeit vollbracht – statt einfach alle zu bekehren, durch ein gewaltiges Miraculum, was, wie gesagt, der Menschheit viel erspart hätte. Und dem Sohn auch.

Der Römer Pilatus wollte den Sohn nicht umbringen, nein. Er wollte – wir wären um alles gekommen! – ihn laufen lassen und wusch seine Hände in Unschuld. Und auch der Sohn wollte nicht sterben. Nein, er betete zu Gott, zu sich selber, daß diese blutrünstige Sache an ihm vorübergehe. Doch nichts half, und so gehorchte die Zweite Person der Ersten und, darf man vermuten, wohl auch der Dritten, obgleich das ohnedies alles eins ist, Jacke wie Hose, auch wenn nur die unglückselige Zweite den Kopf dafür hinhielt. Nicht für ihre Schuld bekanntlich, für unsere! Dadurch aber erlöste sie die Menschheit. Das heißt nicht jene, die schon vordem starb. Pech gehabt. Doch auch die mit der Gnade der späten Geburt fuhr danach zum größten Teil noch weiter hinab in die Hölle, trotz aller Erlösung, die der Allwissende, Allgütige, Allmächtige auch für sie vorgesehen. Die Erlösung. Und die Hölle. Beide. Gott denkt weiter. Das ist es. Und trotzdem: selbst für die große Mehrheit das Blut, das kostbare, umsonst verspritzt. Denn noch ist der Rest auch jetzt nicht ganz erlöst. Gar viel bedurfte es noch immer an Sakramentalem und Heilstaten, an Riten und Raten (in natura oder bar) für jene, für die doch nur eines not sein sollte. Ja, der Taufe, zum Beispiel, bedurfte es noch, der hl. Beichte, der hl. Kommunion, des Meßbesuchs am Sonntag wenigstens – HEILIGE MESSE, so signalisieren manche Orte heute gleich am Eingang ihre Geisteskraft. Auch der hl. Ölung etwa bedarf es noch (der «Abschmierung», interner Sprachgebrauch), zuletzt wenigstens, zum guten Schluß, sozusagen. Ja, vieles kam hinzu, wahrhaftig, wovon wenig oder gar nichts in der Bibel steht, kein Wort.

Wer jedoch immer wieder Abweichungen vom Evangelium beklagt, verkennt, daß Jesus und seine Jünger theologisch noch in den Kinderschuhen steckten und erst viel später die Päpste deutlich zu sagen vermochten, was der Erlöser und seine Apostel eigentlich gemeint, was sie vielleicht nicht so gesagt oder ganz anders gesagt oder überhaupt nicht gesagt haben, weil sie es noch nicht besser oder gar nicht sagen konnten, aber sicher sagen wollten und auch gesagt hätten, wären sie schon so schlau gewesen wie die Päpste.

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Anmerkungen vom Blog-Betreiber:

Dieser hervorragend verfasste Text von K. Deschner ist so richtig nach meinem Geschmack und läßt keinerlei Wünsche offen, wenn es darum geht, noch mehr als bisher fest davon überzeugt zu sein, das sowohl dieser „himmlische Vater“ nicht „allwissend“ sein kann, sowie auch die Bibel nicht nur eine ganze Menge Märchen erzählt, sondern sich auch durch vielerlei Unsinn und Ungereimtheiten auszeichnet und somit weder das „Buch der Bücher“ sowie auch unmöglich eine sogenannte „Heilige Schrift“ sein kann.

Bibelfanatische Christen werden über diese grandios auf den Punkt gebrachten Aussagen und Betrachtungen Deschners höchstwahrscheinlich sehr schockiert, sehr bestürzt und entsetzt sein und gäbe es heutzutage noch die damalige Inquisition, so würden alle diese aufgescheuchten und superfrommen Religioten keine Minute zögern, einen Aufklärer, wie K. Deschner einer war und auch immer bleiben wird, zum Scheiterhaufen zerren und lebendigen Leibes verbrennen.

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In Memory of Karlheinz Deschner (Teil7/2)

Die Bibel ist kein heiliges sondern ein inhumanes Buch   Leave a comment

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In der Bibel wird so viel gelogen, verschwiegen und hinzugedichet wie sonst kaum in einem Buch. Die „gefährlichen Stellen“ hat die katholische Kirche einfach weggelassen. Bibel heißt nichts anderes als Papyrusrolle, das steht auch für Buch. (Man denke auch an Bibliothek). Die Bibel ist kein „heiliges Buch“!

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Gegen das „Regime“: Einblicke ins gefährliche Weltbild der „Freien Sachsen“   Leave a comment

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Da kann ich nur staunen wie „verquer“ man denken kann, nicht nur verquer, höchst gefährlich, die scheuen auch vor einem Mord nicht zurück (geplant an Ministerpräsident Michael Kretschmer, da kam nur Frontal dazwischen…)

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Von web.de

Wer hinter der rechtsextremen Bewegung „Freie Sachsen“ steckt

In keinem anderen Bundesland protestieren Menschen an so vielen Orten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen wie in Sachsen.

Als „Mobilisierungsmaschine“ der Protestszene in dem ostdeutschen Bundesland hat sich die rechtsextreme Kleinstpartei „Freie Sachsen“ etabliert, sagt der Verfassungsschutz.

Wer steckt hinter der Gruppierung? Und warum folgen den Aufrufen so viele Menschen?

Die härteste Diktator Europas regiert dieser Tage nicht in Belarus, nicht in Russland – sondern in Sachsen. (Anmerkung: ein ganz schweres Kaliber – aber vor allem total falsch und gelogen). Das suggeriert zumindest der Telegram-Kanal der Kleinstpartei „Freie Sachsen“. In deren Weltbild ist Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein „Despot“, der verhaftet, und die sächsische Landesregierung ein „Regime“, das gestürzt werden solle. Polizisten werden abwechselnd als „Milizen“, „Söldner“ oder „CoStaPo“ (für „Corona-Staatspolizei“) diffamiert. Unterschiedliche Regeln für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte seien „Impfapartheid“.

Die Beiträge der rechtsextremen Gruppe strotzen vor apokalyptischen Superlativen und sind voller Abneigung gegen Politik und Polizei. Der Unmut des Kanals, den fast 120.000 Nutzer abonniert haben, bleibt nicht im Internet. Er spiegelt sich seit Wochen auf den Straßen Sachsens und teils auch den benachbarten Bundesländern wider. Die „Freien Sachsen“ seien dabei die „Mobilisierungsmaschine“ der Proteste in Sachsen, erklärt das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen auf Anfrage unserer Redaktion.

„Die von dieser Gruppierung initiierten beziehungsweise beworbenen Versammlungen haben nicht selten einen gewaltsamen Verlauf genommen“, betont der Verfassungsschutz. Er warnt wie Experten vor einer „zunehmenden Radikalisierung der Szene“. Doch warum folgen so viele Menschen den Aufrufen der „Freien Sachsen“? Und wer steckt hinter der Gruppierung?

Kleinstpartei erst im Februar 2021 gegründet

Die „Freien Sachsen“ existieren noch nicht einmal seit einem Jahr. Die Kleinstpartei gründete sich erst im Februar in Bermsgrün, einem Ortsteil von Schwarzenberg im Erzgebirge. Sie versteht sich als Sammlungsbewegung mit Vorliebe für die Monarchie. Sie fordert in ihrem Programm unter anderem einen „Säxit“ – einem Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik – und dass „Verwaltungsleute, Richter und Journalisten aus dem Westen“ in Führungspositionen „geregelt in ihre Heimatländer“ zurückgeführt werden.

Die Führungsfiguren der Partei, die der sächsische Verfassungsschutz bereits im Juni als „erwiesene rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft hat, sind bereits seit Jahren in rechtsextremen und neonazistischen Kreisen aktiv. Sie konnten deshalb von Anfang an auf ein großes Netzwerk zurückgreifen. Statt gegen Migranten und Geflüchtete mobilisiert das nun gegen Corona-Maßnahmen und -Impfungen.

Vorsitzender der Gruppierung ist Martin Kohlmann, der wie Robert Andres der rechtsextremistischen Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ angehört, die 2018 die ausländerfeindlichen Demonstrationen angemeldet hatte. Zur öffentlich auftretenden Führungsriege gehören zudem Stefan Hartung und Michael Brück.

Hartung ist seit 2005 Mitglied der NPD und Beisitzer im Landesverband der rechtsextremen Partei, für die er unter anderem im Rat des Erzgebirgskreises sitzt. Brück wiederum ist Vize-Landeschef der Kleinpartei Die Rechte in Nordrhein-Westfalen, von wo er Ende 2020 nach Chemnitz zog. Der Neonazi soll „Zeit“-Recherchen zufolge für den Telegram-Kanal der „Freien Sachsen“ schreiben.

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Martin Kohlmann, Vorsitzender der Partei „Freie Sachsen“. © picture alliance/dpa-Zentralbild/Sebastian Willnow

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Keine Distanzierung von den Extremisten

Umgekehrt hat der Verfassungsschutz festgestellt, „dass die Teilnehmer aus dem sogenannten bürgerlichen Spektrum keinerlei Tendenzen erkennen lassen, sich von Extremisten und deren verfassungsfeindlicher Agenda klar zu distanzieren“.

Die Behörde glaubt: Mit einer sich zuspitzenden Pandemielage könnte „die Schar der Unzufriedenen, die meint, in Verschwörungstheorien und Umsturzfantasien eine Lösung für ihre Probleme zu finden, immer größer“ werden.

Aus Sicht von Experten haben die Sicherheitsbehörden allerdings viel zu lange das Problem erst ignoriert, dann verharmlost und schließlich zu spät reagiert. „Die Corona-Regeln wurden von der Polizei im Osten nicht besonders stark durchgesetzt. Die Demonstranten haben das als Signal verstanden, die Polizei stünde auf ihrer Seite, weil sie nicht vehement gegen die Proteste vorging“, bemerkte Josef Holnburger vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), einer Monitoringstelle für Verschwörungsideologien, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Und der Politikwissenschaftler Michael Lühmann erklärte: „Insbesondere die sächsische Polizei hat am Anfang zu viel gewähren lassen, die sächsische Politik hat lange relativiert.“ So habe Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) lange Verständnis für die Corona-Proteste geäußert, „wo es kein Verständnis mehr geben darf“, kritisierte Lühmann.

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Gegen das „Regime“: Einblicke ins gefährliche Weltbild der „Freien Sachsen“

Gefangen, verendet, weggeworfen   Leave a comment

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Das meiste beim Fischfang ist sogenannter „Beifang“, das sind viel zu kleine Fische usw. Die Brutalität beim Fischfang ist nicht zu steigern. Aber nur die Wenigsten denken darüber nach, was mit den Fischen passiert, die Empathie ist bei Fischen am geringsten.

Von tagesschau.de

Verwüstete Meeresböden, gestörte Ökosysteme, als „Beifang“ verendete Tiere – Recherchen von Report Mainz zeigen: Tierschutz beim Fischfang spielt so gut wie keine Rolle.

München – Viktualienmarkt: Die Auslagen in den Fisch-Delikatessgeschäften sehen auch in diesem Weihnachtsgeschäft wieder sehr gut aus. Rotbarben, frisch gefangen aus dem Ärmelkanal sind im Angebot, daneben Wolfsbarsch, Hummer und Flügel von einem Rochen. Dem Gourmet läuft das Wasser im Mund zusammen.

Doch woher kommen diese Fische genau, wie wurden sie gefangen? Eine Aktivistin der Tierrechtsgruppe SOKO Tierschutz ist dem nachgegangen. Anfang November fährt sie in die Normandie und schafft es, einen Schiffseigner davon zu überzeugen, sie mitsamt ihrer Kameraausrüstung auf einem Trawler mitzunehmen.

Beifang gefährdet das Ökosystem Meer

Fünf Tage ist die Aktivistin im Ärmelkanal und der Nordsee unterwegs. Im Drei-Stunden-Rhythmus wird gefischt. Man wolle Seezungen rausholen, erzählen ihr die Seeleute. Doch schon bald wird klar: die Netze, die reingeholt werden, sind voll mit jungen Haien, Rochen, Schollen und vielen Krustentieren. Etliche Fische sind auch viel zu klein, um später verkauft zu werden. Beifang nennt man das – und der ist groß.

Im Interview mit Report Mainz erzählt die Aktivistin: „Sie fischen, so viel sie können. Bei unserer Fahrt haben sie zehn Tonnen Fisch rausgeholt, der marktfähig war. Zehn Tonnen vermarktungsfähiger Fisch, das heißt, sie haben viel mehr rausgeholt, was keinen Wert hatte.“

Nur ein Bruchteil wird verwertet

Doch wieviel ist das „mehr“ an Beifang, das aus dem Meer rausgeholt wird? Report Mainz zieht deshalb eine Fischereiexpertin zu Rate: Iris Ziegler von der Organisation Sharkproject. Die Gruppe beobachtet das Schicksal von Haien, Rochen und dem sogenannten Beifang seit Jahren und sieht diese Entwicklung äußerst kritisch.

„Tatsächlich ist, dass gerade der Beifang bei dieser Fischerei oftmals die Hauptmasse des Fangs ist. Nur – man will ihn nicht, weil er wertlos ist. Und für was? Für eine Scholle? Eine Seezunge, die wir dann am Schluss auf unserem Teller haben“, sagt sie. „Aber wenn man sich diese Massen anschaut, dann können sie abschätzen, wie viel jeden Tag aus unseren Meeren sinnlos an Leben rausgeholt wird. Und das fehlt dem Ökosystem.“

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Bei der Grundschleppnetzfischerei werden so viele Tiere gefangen wie möglich, aber oft nur wenige wirklich verwertet. Bild: SOKO Tierschutz.

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Grundschleppnetzfischen führt zu Problemen

Die Meerestiere werden mit einer bestimmten Fangmethode aus dem Meer geholt. Es ist die sogenannte Grundschleppnetzfischerei. Das Netz wird dabei bis auf den Meeresgrund heruntergelassen und dann hinter dem Boot hergezogen. Das Netz fängt alles ein, was sich auf dem Meeresboden befindet. Der wird dabei regelrecht umgepflügt.

Was bleibt, ist eine Spur der Verwüstung und es wird alles gefangen, was ins Netz kommt. Darunter befinden sich vom Aussterben bedrohte Arten ebenso wie viel zu kleine Fische. Auch die Brut wird mitgefangen. Landen diese Tiere erst einmal an Bord, werden sie aussortiert, verenden und werden als tote Masse ins Meer zurückgeworfen. Skarkproject schätzt, dass etwa die zehnfache Menge an Beifang herausgeholt wird, im Vergleich zu dem Fisch, den man verkaufen kann.

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Diskussion über Tierschutz in der Fischerei
Edgar Verheyen, SWR, tagesschau24 18:00 Uhr, 14.12.2021

Hier ist ein Video bei tagesschau.de zu sehen

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-960917~player.html

 

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Keine Tierwohl-Bestimmungen zum Schutz der Fische

Der Aktivistin der Tierrechtsgruppe SOKO Tierschutz gelingt es schließlich auch zu filmen, wie die Fische nach dem Fang verarbeitet werden. Über ein Förderband werden sie in einen Raum transportiert, in dem die Meerestiere geschlachtet werden. Aufnahmen, die die Aktivistin hier gedreht hat, zeigen, wie etwa ein noch lebender Rochen oder ein junger Hai noch lebend aufgeschlitzt und ausgenommen werden.

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Aus Video von Tagesschau.de

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Keine Verbesserung zu erwarten

Für Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz, der das gesamte Bildmaterial ausgewertet hat, ist dies Alltag in der Fischerei. Tiere würden ohne Betäubung aufgeschlitzt und ohne Betäubung die Innereien herausgerissen. Danach würden die Tiere teilweise noch erheblich länger leben. Für Mülln ist das eine „unfassbare Schande für die Europäische Union.“

Von Edgar Verheyen, SWR

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Gefangen, verendet, weggeworfen

Veröffentlicht 15. Dezember 2021 von hubert wenzl in Uncategorized

Getaggt mit ,

In Memory of Karlheinz Deschner (Teil2)   Leave a comment

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Es ist nur zu gut, dass der Einfluss der Kirche immer mehr zurück geht, die Kirchen leerer werden (fast nur mehr alte Weibchen) und dass sie kaum noch Nachwuchs haben.

Rebloggt von Tierfreund und Religionskritiker Wolfgang

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Bild von wolodja51.wordpress.com

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Nachruf auf Karlheinz Deschner

1924 in Bamberg geboren, verstorben am 8.April 2014 im Alter von 89 Jahren in einer Klinik seines Wohnortes Haßfurt

Wenn ich auch viele seiner geschriebenen Bücher noch nicht gelesen habe, so steht dennoch über jeden Zweifel fest, dass ich Karlheinz Deschner angesichts seiner religionskritischen Haltung und Überzeugung stets mit Hochachtung begegnet bin und ihn als Tierfreund und Religionskritiker sehr geschätzt und bewundert habe.

Anlässlich seines Todes am 8.April 2014 hier ein sehr guter Nachruf von Ralph Heringlehner auf Karlheinz Deschner:

Bissig, bisweilen gnadenlos sprang er mit Kirche und Klerus um. Doch im Gespräch entpuppte sich Karlheinz Deschner als stiller, nachdenklicher Mensch. Am Morgen des 8. April ist der „warmherzige Melancholiker“, wie ihn sein Lektor genannt hatte, der Autor der “Kriminalgeschichte des Christentums”, im Alter von 89 Jahren in einer Klinik seines Wohnortes Haßfurt gestorben.

Regale an allen Wänden, Tausende Bücher bis unter die Decke: Das Zimmer, in das Karlheinz Deschner den Besucher bat, verriet den Intellektuellen. Reden, erklärte er beinahe entschuldigend, liege ihm nicht. Ganz präzise, wie das eben nur schriftlich geht, wollte er seine Gedanken immer fassen. Konsequent (manche sagten: stur) dachte er sie zu Ende und zog seine Schlüsse. So einer – gleich gar, wenn er gegen die Kirche wettert – ruft Widerstand hervor. Man schrieb gegen Deschner an, gab ein dickes Buch heraus. 1971 stand er wegen “Kirchenbeschimpfung” in Nürnberg vor Gericht. Der Fall wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Der letzte Band seiner “Kriminalgeschichte des Christentums” erschien 2013, wurde von den Feuilletons wahrgenommen, doch der Sturm der Entrüstung, den die ersten Bände hervorgerufen hatten, blieb aus. Kirchenkritisch war der gebürtige Bamberger schon in jungen Jahren. Auch seine Dissertation bei den Germanisten an der Würzburger Uni über Lenaus Lyrik war ihm in diese Richtung geraten.

Jahrzehntelang bewältigte der Frühaufsteher ein Zwölf-Stunden-Arbeitspensum, tippte eisern auf der Olympia-Schreibmaschine, werktags, sonntags, feiertags. Jahrelang balancierte er an der Armutsgrenze. Mit 43 wehrte sich der Körper mit einem Herzinfarkt.

1970 hatte er mit dem Rowohlt-Verlag einen einzigen Band “Kriminalgeschichte” vereinbart. Des Autors Perfektionismus bei der Recherche ließ daraus zehn Bände werden, aus geplanten 350 Seiten wurden 5820, auf denen er, vielleicht ein bisschen wie Don Quichotte gegen Windmühlen, gegen die Kirche anrannte. Deschner war sich dessen durchaus bewusst: “Ich kann die Welt nicht ändern.” Missionarischer Eifer sei ihm fremd, aber: “Manche Dinge müssen einfach gesagt werden.”

Karlheinz Deschner wirkte eher traurig als bösartig, wenn er über Religion und ihre Folgen sprach. Wie auch anders, wo doch – so meinte er – über Jahrhunderte hinweg unter dem Deckmantel des Christentums Gräueltaten verübt worden seien: Der Glaube hat die Menschen auf die Schlachtfelder getrieben. Deschner war indes nicht so kurzsichtig, Derartiges nur dem Christentum anzulasten, wenn er sich in seiner Kritik auch darauf konzentrierte. Alle großen monotheistischen Religionen und auch manche politische Ideologie hätten die gleiche Wirkung: Sie gaukeln ein geschlossenes Weltbild vor. Mit der fatalen Folge, dass sich ihre Anhänger im Besitz der Wahrheit wähnen und sie anderen aufdrängen wollen. Wenn nötig mit Gewalt. Verzicht auf Religion hielt er folgerichtig für eine Voraussetzung zum toleranten Miteinander.

Die Publicity um die “Kriminalgeschichte” hat eines immer verdeckt: Deschner war auch ein wortmächtiger Autor von Kurzgeschichten. Seine plastischen Schilderungen, etwa von Spaziergängen in der fränkischen Heimat, sind ein Lese-Erlebnis. Auch für jene, die mit seiner Religionskritik nichts anfangen können.

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In Memory of Karlheinz Deschner (Teil2)

 

Fordern Sie Ford auf, keine Crashtests mit Tieren mehr zu finanzieren   1 comment

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Wieder mal höchst pervers!

Von Peta.de

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Bild rechts: Stapp Car Crash Journal – Bild von Peta.de

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Ford hat sich schon vor Jahrzehnten gegen Crashtests mit Tieren ausgesprochen, nachdem PETA USA mit einer eindrucksvollen Kampagne Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hatte. Doch nun bricht der Fahrzeughersteller sein Versprechen, denn für eine Studie ließ er nun mindestens 27 Schweine töten. Die Körper der Tiere wurden an Drähten durch die Wirbelsäule aufgehängt und von einem Pendel mit hoher Schlagkraft getroffen, um Unfälle im Straßenverkehr zu simulieren.

In der Danksagung der Studie ist vermerkt: „Wir bedanken uns bei der Ford Motor Company für die Finanzierung und Unterstützung des aktuellen Forschungsprojekts. Die Finanzierung dieser Studie wurde von der Ford Motor Company im Rahmen ihres University Research Program gewährleistet.“

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In diesem von Ford finanzierten Experiment wurden Schweine getötet und ihre Körper durch ein Pendel verletzt. Stapp Car Crash Journal

Bild von Peta.de

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Seit vielen Jahren sind von keinem anderen Autohersteller derart grausame Versuche bekannt. Es ist an der Zeit, dass sich Ford seiner Werte entsinnt. Das Unternehmen muss sich dazu bekennen, im Sinne von Mensch und Tier zu handeln, indem es Auto-Crashtests an Lebewesen ein für alle Mal verbietet!

Fordern Sie Ford auf, keine grausamen Crashtests mit Schweinen mehr zu finanzieren

Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit und fordern Sie die Ford Motor Company auf, ihre früheren Zusagen einzuhalten. Das Unternehmen muss Crashtests mit Tieren offiziell und ein für alle Mal aus seiner Firmenpolitik verbannen – und zwar sowohl die Durchführung und Finanzierung solcher Tierversuche als auch die Beauftragung oder Unterstützung Dritter. Werden Sie jetzt aktiv!

Online-Petition

Bitte stellen Sie die Finanzierung von Crashtests mit Tieren ein!

Tiroler Widerstand gegen das Impfen hat Tradition   Leave a comment

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Die Tiroler waren schon immer Dickköpfe… Sturschädel, und streng katholisch.

Von Dolomitenstadt.at

1807 wurde hierzulande die Pockenimpfung Pflicht. Die Freiheitskämpfer lehnten sie ab.

Spurensuche nach Gründen für die Impfskepsis im Land darauf, dass schon Andreas Hofer ein Impfgegner war und tatsächlich finden sich in der Geschichte des Tiroler Freiheitskampfes erstaunliche Parallelen zur Gegenwart.

1806 übernahm Bayern als Verbündeter Napoleons die Herrschaft in Tirol, ein Jahr später wurde im Zuge umfassender Reformen die Vorherrschaft der katholischen Kirche beschnitten und die Pocken-Pflichtimpfung eingeführt. Für den sagenumwobenen Kapuzinerpater Joachim Haspinger, einen Kampfgefährten Andreas Hofers, der Versuch, in Tiroler Seelen „bayerisches Denken“ einzuimpfen.

Dolomitenstadt-Leser Martin Reiter aus Reith im Alpbachtal schildert in einem aufschlussreichen Gastbeitrag die Geschichte der Pocken-Epidemiebekämpfung in Tirol zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es ist eine Geschichte, die manches Déjà-vu auslöst.

 

Landarzt Edward Jenner „vakziniert“ den Oberarm eines Kindes. Die Kuh im Hintergrund ist kein Zufall. Ihre Erreger wurden zur Immunisierung gegen Pockenviren verwendet. Historischer Holzstich, Repro: Reiter

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1796 übertrug der englische Landarzt Edward Jenner den Inhalt einer Kuhpockenblase über einen Schnitt im Oberarm auf einen Jungen (siehe Bild) und schützte ihn damit gegen Pocken. Die Methode wird Vakzination genannt, weil die Erreger der Kuh verwendet wurden – vom lateinischen Wort vacca, die Kuh.

Kaiserin Maria Theresia ebnete den Weg für die Impfung für einen Großteil der Bevölkerung. Sie errichtete ein „Inokulationshaus“, wo sich die Bevölkerung kostenlos impfen lassen konnte. Bei der Pockenepidemie im Jahr 1800 wurden in Österreich erstmals Massenimpfungen durchgeführt.

Schon um 1800 gab es die ersten Pockenimpfungen in Tirol und am 27. August 1807 führte Bayern als erstes Land der Welt die Pockenimpfung ein. Somit galt die Impfpflicht auch für die „bayrischen Untertanen“ in Tirol, ob sie wollten oder nicht.

Damals starb in Tirol fast noch jedes dritte Kind an einer Infektionskrankheit, vor allem an „Blattern“, sprich Pocken. Trotzdem verweigerten viele Eltern vorwiegend aus religiösen Gründen eine Impfung. Alois Zangerle, Kreisphysikus von Rattenberg schrieb 1808 über den Widerstand in der katholischen Bevölkerung: „… Philosophisch-medizinische Gründe belehren das Volk nicht, und werden in alle Ewigkeit wenigstens jenen Theil des rohen Volkes, welcher seinen Kindern lieber die Engelsglorie, als längeres Leben zu eigener Unterstützung im Alter wünscht, nie belehren.“

Kurz nach Bayern führte auch die Regierung in der Habsburgermonarchie die Pockenimpfung verpflichtend für alle Kinder ein. Erkrankungen und Todesfälle an Pocken gingen zurück, sie verschwanden aber nicht völlig. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts sank die Zahl der Todesfälle an Pocken nahezu auf Null.

Die gesetzliche Pockenschutzimpfung musste insbesondere gegen den Widerstand der katholischen Kirche durchgesetzt werden; 1824 wurde die Impfung von Papst Leo XII. sogar verboten. In Europa galten Pocken teilweise als Kinderkrankheit.

Ab dem 18. Jahrhundert häuften sich die Pockenfälle und lösten die Pest als schlimmste Krankheit ab. Nach Schätzungen starben jedes Jahr 400.000 Menschen an Pocken. Oft zählten Kinder erst zur Familie, wenn sie die Pocken überstanden hatten. Seit 1980 sind die Pocken weltweit ausgerottet.

Autor: Martin Reiter

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Tiroler Widerstand gegen das Impfen hat Tradition

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Aus ndr.de

Die Geschichte des Impfens und seiner Gegner

Stand: 29.11.2021

Heute werden Impfstoffe wie etwa gegen Corona im Rekordtempo entwickelt. Seit über 200 Jahren arbeiten Forscher an Vakzinen zum Schutz gegen tödliche Infektionskrankheiten. Seitdem stehen sie immer wieder Skeptikern und Impfgegnern gegenüber.

von Stefanie Grossmann

Die Geschichte des Impfens beginnt mit dem Kampf gegen Pocken. Die gefährlichen Blattern gibt es schon seit Jahrtausenden, in Nordeuropa breitet sich die durch Tröpfchen übertragene Virusinfektion ab dem 7. Jahrhundert unter den Wikingern aus. Über Jahrhunderte wütet die Seuche auf dem Kontinent, rafft Millionen Menschen dahin. Noch im 18. Jahrhundert sterben besonders Babys an dem pustelartigen Ausschlag an Gesicht, Armen und Beinen sowie hohem Fieber.

Edward Jenner entwickelt Vakzin gegen Pocken

Immer wieder gibt es deshalb Versuche, Pockenerkrankte zu immunisieren. Der wissenschaftliche Durchbruch in Form einer Schutzimpfung kommt erst im Jahr 1796, als der englische Arzt Edward Jenner einen Jungen mit Kuhpocken – über einen Schnitt in den Oberarm – infiziert. Da es noch keine Spritzen gibt, ritzt der Mediziner die Krankheitserreger unter die Haut. Was damals noch einem Versuch am Menschen gleichkommt, ist ein Meilenstein im Kampf gegen die gefürchtete Seuche, denn das Kind ist nun gegen Menschenpocken immun. Jenner nennt den Impfstoff „Vaccine“. Daraus leitet sich der der heutige Begriff für die Impfung ab: Vakzination. 1798 publiziert der Brite seine Forschungsergebnisse – die Wirksamkeit der Pocken-Impfung ist belegt.

Große Impfskepsis führt zu Reichsimpfgesetz und Impfpflicht

Lange ist die deutsche Bevölkerung solchen Versuchen gegenüber äußerst skeptisch. Es gibt Gerüchte, Impfstoffe könnten Menschen verwandeln, zum Beispiel in Kühe. Damals wie heute ist das Impfen föderal geregelt. Am 26. August 1807 führt Bayern als weltweit erstes Land eine Impfpflicht ein. Andere deutsche Flächenstaaten ziehen nach. Als im Deutschen Reich 1871 in Deutschland eine schwere Pocken-Epidemie ausbricht, sterben daran rund 180.000 Menschen. In der Folge führt der Staat unter Otto von Bismarck 1874 mit dem Reichsimpfgesetz eine Impfpflicht ein – und greift damit in das Leben des Individuums ein. Es gibt Impfanstalten, Amtsärzte immunisieren auf Bauernhöfen. Wer sich einer Impfung verweigert, dem drohen Sanktionen: Geldstrafen, Haft oder auch die Zwangsimpfung.

Impfzwang ruft Impfgegner auf den Plan

Doch mit dem Impfzwang wächst der Widerstand in der Bevölkerung. Die Sorge vor dem Freiheitsverlust besteht, seitdem es Impfungen gibt. Es geht nicht nur um einen Pieks, sondern um Weltanschauungen – und darum, wer über den eigenen Körper bestimmt. Damals wie heute haben die Menschen Angst vor Nebenwirkungen oder einem Impfschaden. Manche sehen in der Impfung einen Eingriff in die Natur oder Gottes Schöpfung – und in der Impfpflicht einen Eingriff in die Freiheitsrechte. Naturheilkundler, Anthroposophen und medizinische Laien stellen die Wirksamkeit der Pocken-Impfung in Zeitschriften wie „Der Impfgegner“, dem Zentralorgan der Bewegung, in Frage. Die Immunisierung verhindere gar die Selbstheilung des Körpers. Immer mehr Vereine, die gegen das Impfen mobil machen, werden im Deutschen Kaiserreich gegründet. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges zählen sie rund 300.000 Mitglieder.

Verschwörungstheorien existieren, seit es Impfungen gibt

Selbst Verschwörungstheorien existieren, seit es Impfungen gibt. Die US-amerikanische Impfgegnerin Eleanor McBean behauptet in einem Buch, die Ursache der Spanischen Grippe seien Vakzinationen gewesen. Obwohl es zu der Zeit noch gar keine Grippeimpfung gibt. In der Folge sinkt die Bereitschaft der Menschen, sich gegen Pocken immunisieren zu lassen. Allein im 20. Jahrhundert sterben noch 500 Millionen Menschen an den Blattern. Der letzte Pocken-Fall ereignet sich 1972 in Hannover, ein Gastarbeiter bringt die Virusinfektion aus Jugoslawien mit. 1976 wird die Pflicht zur Erstimpfung gegen Pocken in Westdeutschland aufgehoben, 1979 erklärt die WHO die Pocken für ausgerottet.

Emil von Behring führt erste Diphterie-Impfung durch

Im 19. Jahrhundert gehört Diphterie zu den häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern, jährlich sterben bis zu 50.000 Jungen und Mädchen an der bakteriellen Infektion des Hals- und Rachenraums. Ärzte sind zunächst machtlos gegen die im Volksmund als „Würgeengel der Kinder“ bezeichnete Seuche, bis Emil von Behring eine Therapie aus Blutseren entdeckt. Der Assistent von Robert Koch will die Krankheit mithilfe von Anti-Toxinen bekämpfen, die vom Körper selbst durch eine Abwehrreaktion produziert werden. 1894 erfolgt eine passive Immunisierung gegen Diphtherie, der Schutz hält allerdings nur für kurze Zeit an. Für seine medizinischen Verdienste erhält von Behring 1901 den Nobelpreis für Medizin. 1923 kann schließlich die erste prophylaktische Impfung gegen Diphterie durchgeführt werden, 1936 erfolgt die Zulassung in Deutschland.

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Drittes Reich – Impfen als Dienst am Volk

Im Dritten Reich gibt es zunächst Lockerungen bei der Impfpflicht. Unter den Nazis gibt es Impfgegner – dazu gehören unter anderem Heinrich Himmler und Rudolf Heß. Sie gelten als Vertreter der neuen deutschen Heilkunde, die Impfen als jüdische Rassenschande verstehen. Am Ende setzt sich jedoch das Reichswehrministerium mit seinen Argumenten durch, eine Abschaffung der Impfpflicht könnte der Schlagkraft und Wehrfähigkeit des Deutschen Reiches schaden. Die Diphterie-Impfung bleibt allerdings freiwillig. Aber der soziale Druck ist hoch, denn die Impfung wird als Dienst an der Volksgemeinschaft verstanden. Propagandafilme sollen die Impfwilligkeit in der Bevölkerung stärken.

Menschenversuche an KZ-Häftlingen mit Fleckfieber-Vakzin

Die Nationalsozialisten arbeiten mit Parolen, die überzeugender sind als jede Impfpflicht. Die Gesundheitsbehörden identifizieren die jüdische Bevölkerung als vermeintliche Hauptüberträger des Fleckfiebers, auch Flecktyphus genannt. Weil die Krankheit über Läuse übertragen wird, instrumentalisieren sie die Infektionskrankheit für rassistische Ressentiments gegen den „jüdischen Parasiten“. Um ein Vakzin gegen Fleckfieber zu testen, führen NS-Ärzte Menschenversuche an 1.000 Häftlingen im KZ Buchenwald durch – ohne deren Einverständnis. Gerhard Rose, Tropenmediziner am Robert Koch-Institut (RKI), spritzt den unfreiwilligen Probanden hohe Dosen an infektiösem Blut, viele von ihnen sterben bei diesen Versuchen. Auf Forschungsebene gibt es schnell Zweifel an der Wirksamkeit des Vakzins, doch das NS-Regime treibt die Produktion an und lässt vor allem die Wehrmacht mit dem Impfstoff beliefern.

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Die Geschichte des Impfens und seiner Gegner

Impfdebatte eskaliert bei „Hart aber fair“   Leave a comment

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„Sie haben ein völlig anderes Demokratieverständnis als ich“, warf Philosophin Svenja Flaßpöhler Moderator Frank Plasberg am Montagabend vor. (Bild: ARD)

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Ich habe die Sendung gesehen und habe kein Verständnis für die Thesen dieser seltsamen Philosophin. Sie warf den Medien Einseitigkeit vor. Querdenker und Coronaleugner werden mit Frau Flaßpöhler ihre Freude gehabt haben.
Fazit einer Twitter-Userin: „Dass Frau Flaßpöhler hier Blödsinn erzählen darf, ist der Beweis dafür, dass die Medien eben nicht einseitig (= wissenschafskonform) berichtet haben.“ Ein weiterer Nutzer wies auf die Widersprüchlichkeit in der Argumentationsweise Flaßpöhlers hin. Sie beschwere sich, „dass sie mit Querdenkern in einen Topf geworfen wird. Nur, um dann immer und immer wieder Querdenker-Argumente wiederzukäuen“.

Am Montagabend sorgte Svenja Flaßpöhler nicht nur im „Hart aber fair“-Studio für Kopfschütteln. Auch im Netz zeigte sich das Publikum irritiert von den Thesen der Philosophin. Mit Moderator Frank Plasberg geriet sie über die Frage der Coronaschutzimpfung hart aneinander.

„Wer hat Schuld, wenn wieder viele Menschen sterben und für alle Corona kein Ende nimmt?“, wollte Frank Plasberg zu Beginn seiner „Hart aber fair“-Sendung am Montagabend wissen. Geladen, um darauf eine Antwort zu finden, waren Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Journalist Georg Mascolo, Notärztin Lisa Federle, Immunologe Carsten Watzl sowie die Philosophin und Journalistin Svenja Flaßpöhler.

Letztere argumentierte, die Berichterstattung über das Coronavirus sei unausgeglichen, dazu berief sie sich auf eine aktuelle Studie, nach der einige Stimmen der Debatte unterproportional abgebildet würden. Frank Plasberg versuchte wiederholt, die Philosophin zu einer klareren Aussage zu bewegen. „Würden Sie sich wünschen, dass zwischen Ihnen und Herrn Weil ein dezidierter Impfgegner sitzt, der alternative Meinungen hat, vielleicht auch alternative Fakten? Würden Sie das unter ausgewogener Berichterstattung verstehen?“

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Man werde „ja wohl noch über ein paar Fakten berichten dürfen und zwar über alle Sendungen hinweg“, empörte sich der zugeschaltete SPD-Politiker Stephan Weil. (Bild: ARD)

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Stephan Weil: „Man wird ja wohl noch über ein paar Fakten berichten dürfen“

„Was heißt denn jetzt alternative Fakten?“, erwiderte Flaßpöhler. Der Moderator schlug jemanden vor, der wie 68 Prozent der Ungeimpften finde, Corona sei für die Poltik ein willkommender Vorwand für mehr staatliche Kontrolle. Die Philosophin: „Ich verstehe überhaupt nicht, was an so einer Position so schrecklich ist.“

Stephan Weil schaltete sich sichtlich fassungslos in die Diskussion ein. Er habe an sich halten müssen, erklärte der Ministerpräsident. Man werde „ja wohl noch über ein paar Fakten berichten dürfen und zwar über alle Sendungen hinweg“, schimpfte der SPD-Politiker. „Erklären Sie bitte mal, wo hier die Einseitigkeit besteht!“ Auch Georg Mascolo wies Flaßpöhler auf die Faktenlage hin: „Die wesentlichsten Zahlen, die ich kenne, sind, dass wir fünf Millionen Infizierte und demnächst 100.000 Tote haben. Insofern: Wohin führt Ihre Argumentation?“

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Svenja Flaßpöhlers Vergleich, Nicht-Impfen sei wie Rauchen, ließ Dr. Lisa Federle (Bild) nicht gelten. Ihr Fazit: „Falsche Argumentation!“ (Bild: ARD)

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Flaßpöhler: „Politik der Bevormundung“ schadet der Gesellschaft

Flaßpöhler holte zum Gegenschlag aus und zog Schweden als Beispiel heran, wo die Impfquote nur „unwesentlich höher“ sei als in Deutschland, die Menschen die virale Lage jedoch „ziemlich gut im Griff“ hätten. Plasberg wies darauf hin, dass die Zahl der Toten in Schweden proportional zur Bevölkerung deutlich höher sei als hierzulande. Flaßpöhler hielt es jedoch nicht für ausgemacht, dass die Schweden nicht auf lange Sicht besser durch die Pandemie kämen. Was wirklich zähle, sei doch, dass die schwedische Regierung ihrer Bevölkerung vertraue, so die Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“. In Deutschland werde durch eine „Politik der Bevormundung“ eigenverantwortliches Handeln „systematisch abtrainiert“.

Plasberg warf sie zudem vor, sie in eine Ecke mit der Querdenker-Bewegung stellen zu wollen. Auch sei es in einer Gesellschaft völlig normal, dass Menschen selbstverschuldet krank werden, etwa Raucher, argumentierte Flaßpöhler. Dieser Aussage trat die Medizinerin und Tübinger Pandemie-Beauftragte Federle entschieden entgegen: Beim Rauchen schade man hauptsächlich sich selbst, so die Notärztin. Um dies sicherzustellen, gebe es seit einigen Jahren immerhin auch Rauchverbote in öffentlichen Räumen wie Gaststätten.

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„Die wesentlichsten Zahlen, die ich kenne, sind, dass wir fünf Millionen Infizierte und demnächst 100.000 Tote haben“, fasste Journalist Georg Mascolo die aktuelle Lage zusammen. (Bild: ARD)

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Fassungslosigkeit auf Twitter

Auch Georg Mascolo und der Immunologie-Professor Carsten Watzl widersprachen der Philosophin, die mit ihrer Haltung in der Runde isoliert wirkte. Immer wieder attackierte Flaßpöhler, die laut eigener Aussage selbst gegen das Corona-Virus geimpft ist, die anderen Gäste der Sendung und schoss auch gegen Frank Plasberg. „Sie haben ein völlig anderes Demokratieverständnis als ich! Sie reden von Kindern, auf die man Druck ausübt und die dann ihr Verhalten ändern“, warf sie dem Moderator vor. Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo sprach der Buchautorin daraufhin entnervt das intellektuelle Niveau ab: „Sie brechen diese komplexen Entscheidungen auf eine Argumentation herunter, die der Sache nicht angemessen ist.“

Im Netz sorgte der Auftritt der Svenja Flaßpöhlers ebenfalls für Kopfschütteln, bei Twitter sammelten sich Tausende überwiegend empörte Tweets zu den Hashtags #Flaßpöhler und #hartaberfair. So lautete das Fazit einer Twitter-Userin: „Dass Frau Flaßpöhler hier Blödsinn erzählen darf, ist der Beweis dafür, dass die Medien eben nicht einseitig (= wissenschafskonform) berichtet haben.“ Ein weiterer Nutzer wies auf die Widersprüchlichkeit in der Argumentationsweise Flaßpöhlers hin. Sie beschwere sich, „dass sie mit Querdenkern in einen Topf geworfen wird. Nur, um dann immer und immer wieder Querdenker-Argumente wiederzukäuen“.

Twitter:

@neurosenthal

Die #Flasspoehler beschwert sich, dass sie mit Querdenkern in einen Topf geworfen wird. Nur, um dann immer und immer wieder Querdenker-Argumente wiederzukäuen. Ist die schwer erträglich.

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„Wer hat Schuld, wenn wieder viele Menschen sterben und für alle Corona kein Ende nimmt?“, lautette die ursprüngliche Frage, die Frank Plasberg seinen Gästen gestellt hatte. (Bild: ARD)

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Impfdebatte eskaliert bei „Hart aber fair“

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Von web.de
Carsten Watzl: Der Immunologe sagte klipp und klar: „Wir werden dieses Virus nie bekämpfen, es wird immer da sein.“ In seinen Augen ist 2G weniger da, um Druck auf die Ungeimpften aufzubauen, als um Zeit freizuschaufeln, bis die Booster-Impfungen wirken können. Und er sagte unter anderem mit Blick auf die Äußerungen des ungeimpften Bayern-Profis Joshua Kimmich: „Wenn Politiker oder Fußballer sich übers Impfen äußern, dann sollen sie sich vorher informieren.“

Was war der zweite Moment des Abends?

Die verbale Fehde zwischen Plasberg und Flaßpöhler zog sich durch die Sendung. „Sie haben ein völlig anderes Demokratieverständnis als ich“, warf sie dem Moderator vor – und sprach damit auch Georg Mascolo an. Der Vorwurf: Plasberg habe Erwachsene, die sich nicht impfen lassen wollen, vor einem weiteren Einspieler mit Kindern verglichen, auf die man Druck ausüben könne. Das sei der Sache unangemessen, fand Flaßpöhler. Mascolo erwiderte verärgert: „Frau Flaßpöhler, Ihre Art und Weise, wie Sie diese komplexen und schwierigen Entscheidungen auf eine Argumentation runterbrechen, die der Sache nicht angemessen ist, ebenfalls.“

Schließlich meldete sich noch Lisa Federle zu Wort. Wenn ein 45-Jähriger mit Herzinfarkt 50 oder 70 Kilometer transportiert werden müsse und die Sanitäter überlastet seien, dann könne man „nicht mehr diskutieren über Freiheit und Demokratie und sonstwas“, ärgerte sich die Medizinerin über Flaßpöhler. „Die Menschen haben ein Recht, am Leben zu bleiben.“

Was ist das Fazit bei „Hart aber fair“?

Nach den 75 Minuten Montags-Talk schienen fast alle Gäste ein wenig frustriert zu sein. Georg Mascolo bemängelte, dass die gesellschaftlichen Diskussionen mit der Schwere der Lage nicht mithalten würden und befürchtete, dass es noch viele Debatten wie diese geben wird in der vierten Infektionswelle. Mit anderen Worten: Es wird zu viel geredet und angesichts einer der niedrigsten Impfquoten in Westeuropa zu wenig geimpft. Lisa Federle war ebenfalls frustriert: „Ich denke, dass diese Diskussion typisch für diese Gesellschaft ist und wir deshalb nicht vorankommen“, erklärte die Medizinerin. Auch Svenja Flaßpöhler, die von allen Seiten unter Beschuss geraten war, war vermutlich froh, als die Sendung endlich vorbei war.

Für Gastgeber Frank Plasberg, der selten so wie an diesem Montagabend zur Zielscheibe von Kritik wurde, bleibt einiges aufzuarbeiten. Mit seiner Sympathie für die Impfkampagne stand er sicherlich auf der Seite der Vernunft. „Hart aber fair“ dürfte es auf Dauer aber nicht guttun, wenn Plasberg seine Position als Vermittler so deutlich verlässt.

https://web.de/magazine/politik/politische-talkshows/hart-fair-hitzige-debatte-ums-impfen-plasberg-zofft-philosophin-36348338

Der große Dachschaden   1 comment

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Wie die Verschwörungstheorie vom „Great Reset“ die Welt erobert

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Zu dieser These, wie sie von Verschwörungstehoretikern vertreten werden kann ich nur sagen: absoluter Quatsch:

„So sollen sich eine globale Finanzelite und hochrangige Politiker dazu verschworen haben, eine neue totalitäre marxistische Weltordnung einzuführen. Die Pandemie sei dabei Mittel zum Zweck und von Menschenhand erschaffen, um diese neue Ordnung durchzusetzen. Auch das Impfen der Bevölkerung ist nach dieser Erzählung Teil des Plans, um die Bevölkerung mittels Mikrochips gefügig zu machen.“

Die Coronakrise hat zu einer bedenklichen Zunahme neuer Verschwörungstheorien geführt. Viele Menschen flüchten sich vor der Realität in eine Scheinwelt, in der klar nach Gut und Böse unterteilt werden kann und Schuldzuweisungen einfach sind. Die derzeit angesagteste Aluhuttheorie ist die vom Great Reset.

Von Karlheinz Deschner stammt das Zitat „Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.“ Damit meinte der Kirchenkritiker zwar in erster Linie das Christentum, aber wenn es um absurdes Denken und verrücktes Verhalten geht, haben Esoteriker und Verschwörungstheoretiker dem Papst & Co. längst den Rang abgelaufen. Im Zentrum der derzeit angesagtesten Verschwörungstheorie steht diesmal nicht Bill Gates oder George Soros, sondern ein anderer einflussreicher Mensch: der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab. Dieser ist Gründer und geschäftsführender Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums. Diese Stiftung richtet einmal jährlich ein gleichnamiges Treffes im schweizerischen Davos aus, an dem führende Politiker, Wissenschafter, Wirtschaftsvertreter und andere meist prominente gesellschaftliche Akteure teilnehmen. Diskutiert werden dort dann globale Fragen zu den Themen Wirtschaft, Gesundheit, Umwelt und Soziales. Kritisch gesehen wird das Treffen vor allem von linker Seite und von Globalisierungskritikern, denen die dort mitunter vertretene neoliberale Agenda berechtigterweise ein Dorn im Auge ist. Daneben war das Weltwirtschaftsforum aber auch schon immer Anlass für verschwörungstheoretische Spekulationen.

Mit berechtigter Kritik hat die Verschwörungstheorie des Great Resets jedoch überhaupt nichts zu tun. Zudem unterscheidet sich die Erzählung deutlich von linken Positionen. Anlass für die Entstehung des neuen Verschwörungsglaubens war eine Vortragsreihe des Weltwirtschaftsforums, die im Frühjahr 2020 mitten in der Coronakrise begann. In den Vorträgen ging es im Kern darum zu überlegen, wie man nach der Pandemie soziale und finanzielle Ungleichheiten überwinden könnte. Die Reichen wurden zudem zu mehr sozialer Verantwortung aufgefordert. Der Kapitalismus sollte also sozialer und vor allem ökologischer werden. Die erarbeiteten Vorschläge wurden von Schwab dann gemeinsam mit dem englischen Prinzen Charles veröffentlicht und es erschien ein Buch von Schwab mit dem zugegeben reißerischen Titel The Great Reset. In einer Pressemitteilung im Juni 2020 brachte Klaus Schwab die Botschaft nochmal auf den Punkt: „Wir haben nur einen Planeten, und wir wissen, dass der Klimawandel die nächste globale Katastrophe mit noch dramatischeren Folgen für die Menschheit sein könnte. Wir müssen die Wirtschaft in dem kurzen noch verbleibenden Zeitfenster dekarbonisieren und unser Denken und Verhalten wieder in Einklang mit der Natur bringen“.

Bei den Verschwörungstheoretikern wurde aus den gut gemeinten Vorschlägen für eine gerechtere Welt jedoch etwas völlig anderes. Demnach geht es nicht um eine soziale Transformation des Kapitalismus, sondern um dessen Abschaffung. So sollen sich eine globale Finanzelite und hochrangige Politiker dazu verschworen haben, eine neue totalitäre marxistische Weltordnung einzuführen. Die Pandemie sei dabei Mittel zum Zweck und von Menschenhand erschaffen, um diese neue Ordnung durchzusetzen. Auch das Impfen der Bevölkerung ist nach dieser Erzählung Teil des Plans, um die Bevölkerung mittels Mikrochips gefügig zu machen.

Wie immer bei solchen Verschwörungstheorien gibt es zahlreiche Ableger und Varianten. So wird mitunter auch über die Einrichtung von Konzentrationslagern spekuliert oder der Transhumanismus soll Teil der Verschwörung sein. Womit auch die säkulare und religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung zu den verdächtigen Organisationen gehört, beruft diese sich doch auf den transhumanistischen Vordenker Julian Huxley. Wie fast immer bei solchen Verschwörungsmythen finden sich zudem stark antisemitischen Untertöne.

Da Schwab selbst kein Jude ist, gilt er dann als Marionette der jüdischen Finanzelite, und es wird behauptet, er und das Weltwirtschaftsforum würde von George Soros oder den Rothschilds gesteuert. Folglich ist es kein Wunder, dass das Märchen von der Einführung des Marxismus durch Inszenieren einer Pandemie besonders in rechten Kreisen beliebt ist. Darunter sind offensichtlich viele Anhänger der AfD, wie man anhand vieler Diskussionsbeiträge solcher Personen zum Thema Corona in den sozialen Medien erkennen kann. Zudem kam jüngst eine Studie der Universität Leipzig zu dem Ergebnis, dass Verschwörungsmythen im Umfeld der AfD prinzipiell deutlich stärker verbreitet sind als bei Anhängern anderer Parteien.

Generell ist leider festzustellen, dass der Glaube an Verschwörungen in Deutschland erschreckend hoch ist. Rund ein Drittel der Bevölkerung neigt zu solchen Positionen, wie eine aktuelle Studie der Konrad Adenauer Stiftung gezeigt hat. Hier hat nicht zuletzt auch das Bildungssystem versagt und die fehlende Medienkompetenz vieler Menschen ist ein großes Problem. Kurzfristig zu reparieren ist das Abdriften großer Teile der Bevölkerung nicht. Wer einmal im Verschwörungssumpf gefangen ist, der kann kaum noch durch Argumente überzeugt werden. Vielleicht bräuchte das Bildungssystem einen „Great Reset“?

Von Frank Welker

Der große Dachschaden

Bremer Affenforscher Kreiter will weiter machen   Leave a comment

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Bremer Affenquäler Kreiter wäre besser gesagt. Da werden Affen in der Grundlagenforschung gequält ohne Nutzen für den Menschen … und selbst wenn, wäre es zu hinterfragen. Kreiter ist ein Perversling.

Von Ärzte gegen Tierversuche.

Ärzteverein fordert ein Ende der Hirnforschung an Affen

Der Affenforscher Andreas Kreiter hat die Verlängerung seiner Hirnforschung an der Bremer Universität beantragt. Der Ärzteverein kritisiert diese Versuche seit vielen Jahren als „besonders qualvoll und nutzlos für kranke Menschen“ und sieht vor dem Hintergrund des aufgrund von EU-Recht geänderten Tierschutzgesetzes keine Grundlage für die erneute Genehmigung.

Affenhirnforscher Kreiter hat die Verlängerung seiner in Kürze auslaufenden Tierversuchsgenehmigung beantragt. Bereits seit 1997 finden in der Arbeitsgruppe von Kreiter an der Bremer Universität nach dem gleichen Muster Versuche am Gehirn von Affen statt. Dabei werden die bewegungsaktiven und intelligenten Tiere stundenlang mit dem Kopf im Primatenstuhl fixiert, ihr Schädel wird aufgebohrt, um Messelektroden in das Gehirn einzuführen und sie werden durch Flüssigkeitsentzug gezwungen, zu tun, was der Forscher verlangt. Die Affen müssen sich ihre Flüssigkeit im Versuch „erarbeiten“, um dem ständigen Durst wenigstens kurzfristig zu entgehen. Außerhalb der Experimente erhalten die Affen nur am Wochenende genügend Wasser. In der Schweiz hingegen müssen die Tiere nach Urteil des Bundesgerichts innerhalb eines Tages ausreichend Flüssigkeit erhalten.

Wie 2008 in Bremen, lehnten 2006 in München und 2007 in Berlin die Genehmigungsbehörden vergleichbare Hirnversuche an Affen ab, da sie das Leid der Tiere als zu hoch und den medizinischen Nutzen als nicht gegeben ansahen. Die in Berlin zuständige Behörde machte in ihrem Ablehnungsbescheid deutlich: „Um einem lebensbedrohlichen Leiden (Durst) zu entrinnen, fügt sich das Tier in ein anderes erhebliches Leiden (Kopffixierung im Primatenstuhl).“

In Bremen zog Kreiter vor Gericht und siegte 2012 vor dem Oberverwaltungsgericht. Schlussendlich wurde 2014 vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt, dass die Versuche fortgeführt werden dürfen. Die Entscheidung stützte sich auch auf ein Gutachten des Deutschen Primatenzentrums Göttingen, der größten deutschen Zuchteinrichtung für Affen, wo auch ähnliche Versuche wie in Bremen stattfinden. Das Gericht wertete das Leid der Tiere als „allenfalls mäßig“ und nicht so gewichtig, dass die Forschungsfreiheit dahinter zurückstehen müsste. Diese Einschätzung dürfte heute kaum mehr Bestand haben. So beurteilt das Regierungspräsidium Tübingen in Baden-Württemberg, wo vergleichbare Affenhirnversuche stattfinden, derartige Versuche jüngst als „schwer belastend“.

„In mehreren Städten in Deutschland wird seit Jahrzehnten Affenhirnforschung betrieben, vorgeblich, um das menschliche Gehirn zu erforschen. Ein Nachweis über den Nutzen hingegen fehlt. Es handelt sich um rein zweckfreie Grundlagenforschung,“ kommentiert Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche. „Vor dem Hintergrund der durch die EU erzwungenen Korrektur des Tierschutzgesetzes, das eine Abwägung zwischen ethischer Vertretbarkeit und hervorragender Bedeutung der Versuche verlangt, wäre eine Ablehnung des Verlängerungsantrags folgerichtig. Denn die Versuche gehen mit schwerem Leid für die Tiere einher, haben aber keinerlei Nutzen.“

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Bremer Affenforscher Kreiter will weiter machen

 

Veröffentlicht 14. Oktober 2021 von hubert wenzl in Uncategorized

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