Archiv für das Schlagwort ‘Bibelkritik

Die Bibel: Das angeblich „göttliche“ und „heilige“ Wort eines Gottes? (2)   Leave a comment

.

Rebloggt von Tierfreund Wolfang.

wolodja51.wordpress.com

.

glaubst du noch 1

(Fortsetzung vom vergangenem Sonntag …. )

Zumal zwecks kritischer Bibelbetrachtung auch eines nicht vegessen werden darf: Alle Bedingungen des Alten Testaments für den Messias mussten im Neuen Testament dazugedichtet werden. Dazu musste der Text so gestrickt werden, dass alle 25 Prophezeiungen aus dem alten Testament für den kommenden Messias (jungfräuliche Geburt + er steht von den Toten auf + er heisst Immanuel usw) , als „erfüllt“ schöngeschrieben sind. Heraus kommt ein Text, der nur noch zu einem kleinen Prozentsatz mit dem Originalleben von Jesus zu tun hat.

Und auf die schöngefärbte Darstellung der Ur-Christen wurde dann auch noch folgendes aufgepfropft: Stellen wir uns einmal vor, heute würde ein Diktator (z.B. Kim Il Sung) beschließen, dass das Leben eines Mannes, der um 1609 gelebt hat, ab heute neue Staatsreligion für sein diktatorisch geführtes Land wird. Und dieser Diktator hätte die Macht, eine für alle verbindliche „Heilige Schrift“ über diesen Mann zu erstellen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Diktator die schriftlichen Überlieferungen die es von diesem Mann gibt, so abändert oder ergänzt, dass alles in seine eigene Staatsphilosophie passt.

Und genau das war die Situation beim Konzil im Jahre 325 n. Christus. Das Römische Reich war während dieser Zeit ein gigantischer diktatorischer Machtapparat, der wie jeder Machtapparat alles in seiner Macht erdenkliche versuchte, seine eigene Macht zu zementieren oder auszubauen. Bei diesem Konzil wurde das Christentum Staatsreligion unter Kaiser Konstantin. Und so kann man es auch nicht ausschließen, dass dort Sätze reingenommen wurden, die Jesus so nie gesagt hat.

Einer dieser Sätze ist höchstwahrscheinlich: „Du bist Petrus der Fels, auf diesem Fels will ich meine Kirche bauen„, denn das ist die einzige Rechtfertigung für die Existenz der Kirche. Das musste aus Selbstrechtfertigungsgründen da rein geschrieben werden, sonst hätte die Kirche keine Existenzberechtigung gehabt. Keiner weiß, welche Sätze da noch Jesus in den Mund geschoben worden sind und welche Sätze aus „Staatsraison“ raus gelassen werden mussten. Das war ein Politikum sondergleichen, denn man kann keinen auf Eroberung und Unterdrückung orientierten Machtapparat aufrecht erhalten mit den unverfälschten Grundsätzen eines „Erleuchteten“.

Und somit haben wir im Neuen Testamant einen Text, der nur noch marginal mit dem Originalleben von Jesus zu tun hat. Daraufhin werden von einem machthungrigen Kaiser Texte nach seinem Gutdünken dazu geschrieben und andere rausgestrichen. Und dazu passierte zusätzlich auch noch folgendes: Im Jahr 325 am Konzil zu Nicäa wurde das Christentum die Staats-Religion des römischen Reiches. Doch damals hat man von all den schriftlichen Überlieferungen, die es zum Leben Jesu gegeben hat, offiziell nur diejenigen herausgesucht, von denen man sagte: das widerspiegelt das wahre Leben Jesu. Und somit haben es auch nur die Evangelien von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes ins Neue Testament geschafft. Der Rest jedoch wurde verbrannt! Das Verhältnis war ungefähr eins zu 15. Man hatte also fünfzehnmal mehr schriftliche Überlieferungen über das Leben Jesu als in den vier Evangelien stehen.

Veröffentlicht 2. August 2021 von hubert wenzl in Religionskritik

Getaggt mit , ,