Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft

Sexismus   Leave a comment

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Gute Überlegungen von flegel-g, finde ich. Ist schon eine Weile her, stimmt aber immer noch.

Der Stern hat mit dem Artikel Der spitze Kandidat in der Presse einen Tsunami der Diskussion über „Sexismus“ ausgelöst. Was ist Sexismus und wo fängt er an und wo hört er auf?

Lese ich dann im Stern die Überschrift „Entlaufene Brüste und King Kongs bestes Stück„, und erfahre zusätzlich noch, dass der Vorfall mit Brüderle sich bereits vor einem Jahr abgespielt haben soll, halte ich diese Form des Journalismus für verlogen bis ins Mark. Ich mag die FDP nicht und ich mag Brüderle als Politiker nicht, aber es gibt ausreichend politische Argumente gegen die Partei und gegen Brüderle. Was der Stern aber hier betreibt, ist bewusste Rufschädigung, die ich als verlogen ansehe, weil der Stern selbst zugibt, dass er gerne mal junge attraktive Journalistinnen auf Politiker ansetzt, in der Hoffnung, dass diese mehr aus den Politikern heraus kitzeln können und weil der geschilderte Vorfall nicht unmittelbar, sondern erst ein Jahr später öffentlich gemacht wurde. Wie soll Brüderle reagieren? Ob er sich überhaupt noch an das Interview erinnern kann? Schließlich hat er in der Zwischenzeit sicherlich noch viele Interviews gegeben und nach der Schilderung der Journalistin Laura Himmelreich hatte er offensichtlich auch schon ein wenig tiefer ins Glas geschaut, was nicht nur bei Männern dazu führt, dass man unbedachte Sätze von sich gibt.

Wie bereits gesagt, hat dieser Artikel des Stern eine Welle von Sexismus-Artikeln in der Presse losgetreten, so auch in der Sueddeutschen. Ich habe dort auch einen Kommentar verfasst, der aber der Zensur zum Opfer gefallen ist. Das kann mir hier natürlich nicht passieren, aber er wird sicherlich einige wütende Kommentare hervorrufen.

Aber ich bin es leid, in die Täter-Rolle gesteckt zu werden, weil ich ein Mann bin. Ich habe lange Zeit in Unternehmen mit gemischter Belegschaft gearbeitet und die Erfahrung gemacht, dass „Anzüglichkeiten“ durchaus nicht reine Männersache sind. Insgesamt empfinde ich ganze Debatte als verlogen, denn wäre es den Frauen wirklich ernst, dann müssten Sie zuerst mal gegen das Fernsehen aufbegehren, in dem Sexismus Alltag ist und auch die Öffentlich Rechtlichen sind nicht frei davon. Und in der Presse und der Werbung findet man jede Menge sexistische Anspielungen, wie auch der Stern-Artikel über das Dschungelcamp beweist, ein Bericht, den ich nicht gelesen habe, sondern lediglich wegen der Überschrift hier anführe.

Ich will es mal trivial ausdrücken. Wenn ich mein Auto parke, kann ich eigentlich erwarten, dass jeder die Finger davon lässt, auch wenn ich es nicht abgeschlossen habe. Versicherungen und die Justiz sehen das allerdings anders, denn ein nicht abgeschlossener Wagen ist ja so etwas wie „Verleitung“ zum Diebstahl, sowohl den gesamten Wagen als auch den Inhalt betreffend. Ist da nicht die aufgedonnerte Frau ähnlich zu sehen, wie der nicht abgeschlossene Wagen? Natürlich berechtigt die Aufmachung einer Frau ebenso wenig wie der nicht abgeschlossene Wagen dazu, abseits des Rechts zu handeln. Doch wie die Täter, die einen nicht abgeschlossenen Wagen leerräumen oder gleich ganz klauen, gibt es Männer, die aus der Aufmachung einer Frau das Recht zu ungebührlichem Verhalten ableiten. Es gibt Männer, die ihre Grenzen nicht einzuhalten wissen, aber ist das bei Frauen anders?

Gehe ich, vor allem im Sommer, durch die Stadt, begegnet man immer wieder Frauen in spärlicher bis aufreizender Bekleidung. Schaue ich mir in der Presse die Bälle von Prominenten an, finden sich darunter viele Frauen, die vor allem durch ein auffallend tiefes Dekolleté, extrem kurze Röcke und Kleider oder bis fast zur Hüfte geschlitzte Kleider auffallen. Auch eine zwar geschlossene Kleidung, die aber derart eng geschnitten ist, dass man ihn als textile Haut bezeichnen möchte, ist gang und gäbe.

Wen wundert es, dass dann die Blicke von Männern geradezu magisch angezogen werden? Ich habe da eine ganz einfache Philosophie, die besagt, dass jeder Mann ein Voyeur in unterschiedlich starker Ausprägung ist und jeder Frau eine Exhibitionistin, natürlich auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Das hat die Natur so eingerichtet und diese Urinstinkte sind geblieben. Die zivilisatorische Tünche darüber ist mehr als dünn. Auch wenn WIKIPEDIA meint, dass Exhibitionismus bei Frauen seltener vorkomme als bei Männern, liegt das wohl mehr daran, dass Exhibitionismus juristisch gesehen ausschließlich auf Männer fixiert ist, die ihr Glied in der Öffentlichkeit zeigen (§ 183 StGB). Doch was ist die zu knappe Bedeckung des Busens, der zu kurze Rock, der eher enthüllende als verhüllende Mini-Tanga anderes, als Exhibitionismus mit dem Ziel, die Blicke der Männer auf sich zu ziehen? Wie hieß doch noch der Film mit Brigitte Bardot? „Und ewig lockt das Weib!“ Ist es nicht genau das, was sich die Werbung und auch die Presse gerne zunutze macht?

Es gab mal einen Philosophen, der gesagt haben soll: „Sie ist mehr als nackt, sie ist raffiniert angezogen!“ Lese ich nun heute die feministischen Sprüche über Sexismus, stellt sich mir die Frage, ob nicht bereits durch die Kleidung mancher Frauen eine sexuelle Belästigung der Männer erfolgt? Und nach dem Motto; „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ Frauen durch aufreizende Kleidung und teilweise auch durch ein entsprechendes Gebaren anzügliche Bemerkungen geradezu herausfordern? Sex und damit sexistisches Verhalten ist nun mal eine Form interaktiver Kommunikation zwischen den Geschlechtern und das nicht erst seit heute. Und wenn im Artikel zum Thema in der ZEIT auf die Herrenwitze abhebt, frage ich mich, warum die Frauenwitze unerwähnt bleiben, die auch dem Mann dank ihrer Deftigkeit die Röte ins Gesicht treiben können?

Nun sollen Gericht oder Betriebsrat es richten? Ich finde, dagegen sollten sich die Frauen wehren, denn es könnte passieren, dass Männer aus Angst, dass man sie anzeigen könnte oder sie im Betrieb ihren Job riskieren, ihr Interesse an den Frauen unterdrücken, anders gesagt, sie links liegen lassen. Immerhin hat ein hoher Prozentsatz von Paaren in Betrieben zueinander gefunden.

Ich glaube, dass Frauen eine gelegentlich nicht erwünschte Anmache besser verkraften, als von Männern grundsätzlich nur noch als Neutrum betrachtet zu werden. Und wenn sich eine Alice Schwarzer oder eine Claudia Roth darüber aufregen, verstehe ich das erst recht nicht, denn die können so etwas doch nur vom Hörensagen kennen.

Das, was nun von Feministen und Feministinnen als Sexismus so hoch gespielt wird, erscheint mir eher als ein von den Gender-Parteien der Grünen und vielleicht auch von den Linken eingeleitetes Wahlgeplänkel. Anmache ist eine Form der Interaktion zwischen den Geschlechtern und auch abhängig von der Kommunikationsfähigkeit der handelnden Personen. Verfügt ein Mann über sehr gute verbale Ausdrucksmöglichkeiten, werden seine Aussagen als Charme interpretiert. Hat er diese Fähigkeit nur in eingeschränktem Maße, mögen seine Komplimente plump erscheinen und sind dabei vielleicht trotzdem ehrlicher gemeint als der Charme anderer „Routiniers“. Und meine Erfahrung ist, dass, wenn sich ein Mann im Ton vergreift, in den meisten Fällen schon eine Zurechtweisung ausreicht, dass er sich zurück nimmt.

Eines sollte Frauen wissen. Sie stoßen in früher von Männern dominierte Bereiche vor und dort geht es ein wenig rauer zu, als ihnen vorher bewusst war. Doch wenn sie es ernst meinen mit der Emanzipation, können sie sich nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen picken, auch wenn der Kuchen vielleicht nicht ganz so lecker ist, wie er zuvor aussah. Das Berufsleben ist kein Zuckerschlecken, auch nicht für die Männer. Sich einerseits mit Quoten vordrängen und andererseits erwarten auch noch mit Glace-Handschuhen angefasst zu werden, wird nicht funktionieren.

Die wirklichen Gegner der Frauen sind ohnehin bei der eigenen Gattung zu finden, denn das Tuscheln hinter dem Rücken ist vor allem eine Spezialität der Frauen.

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Sexismus

 

Mann auf dünnem Eis   Leave a comment

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(Anmerkung: in meinem Alter betrifft mich das ja nicht mehr so intensiv – aber doch interessante Argumente, finde ich).

Aus Hollywood, der westlichen Traumfabrik, ist eine Welle nach Europa gelangt, die Sexismus-Welle, unter dem Motto: „MeToo“. Frauen erinnern sich medienwirksam, dass bestimmte Personen des Show-Business sie sexistisch belästigt haben. Und diese Welle führt zur Verallgemeinerung der Praktiken der „widerlichen Kerle“. Eigentlich wollte ich dazu nichts schreiben, weil ich dachte, diese Welle ebbt schnell wieder ab, doch offenbar soll sie am köcheln gehalten werden, denn RP-Online erinnert unter dem Titel „Fünf Jahre nach dem #Aufschrei über Sexismus in Deutschland“ an eine ähnliche, aber wesentlich kleinere Welle, die vor 5 Jahren (einzelne) Gemüter erregte. Damals habe ich über die in der RP-Online angeführten Geschichte meine Meinung geäußert und an dieser Meinung hat sich nichts geändert, außer dem Personenkreis.
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Doch halten wir zunächst fest, dass für diese übliche Verallgemeinerung, wie sie nun erneut vonstattenging, eigentlich nur ein Platz geeignet ist: „Die Mülltonne“! Ich möchte gar nicht wissen, wie viele so genannte Sternchen zu allen „Opfern“ bereit waren, incl. körperlichem Einsatz, um eine Rolle mit der Aussicht, in die Riege der Stars aufzusteigen, zu bekommen. Wenn sie sich dann Jahre später „erinnern“, dass sich die männlichen Filmgrößen an ihnen auf die eine oder andere Weise vergriffen haben, gehe ich eher davon aus, dass es mit dem Aufstieg zum Star zumindest da noch nicht geklappt hat. Weiterhin gehe ich davon aus, dass die Flüsterpropaganda an den Filmsets ganz sicher darüber informierte, um was es bei den Besuchen bei den Herren im Hotelzimmer wirklich ging.
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Doch diese „Eigenheiten“ in diesem Milieu auf die Allgemeinheit zu übertragen, ist mehr als dreist. Es ist eine der üblichen Diffamierungen aus dem Kreis der Gender-Aktivisten, den Mann zum Täter gegen die ach so „unschuldigen Frauen“ zu stempeln.
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Ja, es gibt sexistische Ausfälle, aber bleiben die wirklich auf die Männer beschränkt? Ist es nicht eine sexistische und herabwürdigende Darstellung, wenn immer wieder in Film und Presse seitens der Weiblichkeit behauptet wird, Männer könnten im Gegensatz zu den Frauen nicht 2 Dinge auf einmal tun? Auf welchem Stand stünde die Menschheit heute, wenn da was dran wäre? Auch die ständig angeführte Floskel „Männer wollen nur das eine“ ist so dämlich und abgedroschen, das es fast schon weh tut, denn Frauen wollen „das Eine“ doch in gleichem Maße. Das ist ein genetisches Programm, gegen das alle Gruppen incl. der Schwulen und Lesben machtlos sind. Wie viele Filme habe ich schon gesehen, in denen Freundinnen sich unterhalten und die eine der anderen rät, endlich mal wieder Sex zu haben?
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Und es gibt seitens der Frauen sexistische Auswüchse, die weitaus gravierender sind, als eine Hand auf dem Knie oder eine vielleicht primitive Anmache. Es gibt keine Statistik, die Zahlen liefert, wie viele Frauen ihrem Mann ein oder sogar mehrere Kinder untergeschoben haben, die nach außerehelichem Sex entstanden.
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Davon, welche Mühe Frauen dafür aufwenden, „sexy“ zu wirken, will ich erst gar nicht reden. Der zu tiefe Ausschnitt, die durchsichtige Bluse, der zu kurze Rock, der Tanga in der Badeanstalt, der quasi nichts mehr verhüllt, wofür das alles? Wenn ich durch eine Einkaufsstraße gehe, sehe ich mir die Auslagen in den Schaufenstern an und wenn ich Frauen in gewagter Kleidung sehe, schaue ich hin, denn darauf sind wir Männer programmiert. Und ja, nicht alle Männer sind fähig, eine Anmache so geschickt zu machen, dass die Frau sich dadurch eher geschmeichelt als belästigt fühlt und wenn sie sich belästigt fühlt, reicht fast immer eine laut geäußerte Abwehr, um den Betroffenen zu verscheuchen und in seine Schranken zu verweisen.
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Und ja, Frauen können fast alles, was Männer können. Aber es waren nicht die Männer, die das über die Jahrhunderte verhindert haben, sondern immer die, die geherrscht haben und darunter waren durchaus auch Frauen. Es waren vor allem Frauen der Herrschenden, die die als Gesinde bezeichneten Hausangestellten ausgebeutet haben. Und es gab sie immer, die Frauen, von denen man umgangssprachlich sagte, dass sie zuhause die Hosen anhatten. Unterdrückung war zu allen Zeiten vor allem eine gesellschaftliche Angelegenheit, daran hat sich bis heute nichts geändert. Und dazu zähle ich auch die kleinsten gesellschaftlichen Gruppen, die Familien. Doch auch dort ist die Dominanz nicht nur bei den Männern und jeder Mann und jede Frau hat es selbst in der Hand, ob er oder sie es zulässt, dominiert zu werden.
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Schuldzuweisungen an vergangene Ereignisse sind sinnlos, denn die Entwicklung hat immer zu Auswüchsen geführt, wenn die Gesellschaft als Ganzes nichts dagegen unternommen hat. Deutschland hat solche Auswüchse im zweiten Weltkrieg zugelassen, doch schaut man sich die anderen Staaten an, haben sie alle ihre dunklen Flecken. Und immer geht es dabei um Macht und die ist immer in den Händen Einzelner.
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Schaue ich nach Schweden und einem in der Presse verkündeten Vorhaben der rot-grünen Regierung dort, kann ich den schwedischen Männern nur raten, sich einen Abrissblock drucken zu lassen, in dem sie alle Einzelheiten vor jedem sexuellen Kontakt mit einer Frau anführen und vorher unterschreiben lassen (siehe: https://www.focus.de/…/vergewaltigungs-gesetz-schweden… ). Doch was macht nun Inga Lindström? Sie muss nun ihre ausschließlich in Schweden handelnden Liebesfilme wohl gewaltig umgestalten.
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Ich glaube, dass solche Themen von den wirklichen Problemen ablenken sollen, z. B. von dem wachsenden Reichtum der so genannten Superreichen (siehe aktuelle Oxfam-Studie vor dem Gipfel in Davos).

Quelle: http://www.flegel-g.de/

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Aus: https://www.focus.de/politik/ausland/vergewaltigungs-gesetz-schweden-muessen-sich-vor-sex-genehmigung-einholen_id_8013626.html

 

David Berger kämpft mit Neofaschisten gegen LGBTI-Rechte   Leave a comment

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Interessant: der selbst schwule katholische Theologe David Berger kämpft gegen LGBTI-Rechte.

Aus queer.de

In einem Interview mit dem „Hausblatt“ der rechtsextremen Partei und Bewegung „CasaPound Italia“ betreibt der Theologe unter anderem bewusste Volksverhetzung gegen Regenbogenfamilen.

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David Berger auf einer Veranstaltung 2012 und Selbstdarstellung von Valerio Benedetti auf Twitter mit Magazin „Il Primato Nazionale“ und dem Parteilogo von „CasaPound“ (Bild: Screenshot, nb)

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Der schwule und immer weiter nach rechts driftende Publizist David Berger hat am Mittwoch in seinem Blog „Philosophia Perennis“ unter dem Titel „Hüten wir uns vor der Auflösung des klassischen Ideals von Ehe und Familie!“ ein Interview auf Deutsch veröffentlicht, das der rechtsextreme Aktivist Valerio Benedetti mit ihm für das italienische Magazin „Il Primato Nazionale“ („Nationale Vorherrschaft“) geführt hat – es gilt als Hausblatt der neofaschistischen Partei und Bewegung „Casa Pound“.

In dem Interview kritisiert der Theologe den vermeintlich „fanatischen Kampf für eine ‚Homoehe‘ oder das Adoptionsrecht für Homosexuelle“. An den „Vertretern der Homoehe“ störe ihn, „dass sie die Homoehe aus lauter Verachtung für die klassische Ehe einführen wollen, deren Ideal ihnen verhasst ist“. Dadurch erhofften sich diese „eine Auflösung des klassischen Ideals von Ehe und Familie“.

Berger betont, er sei „dankbar dafür, dass ich gesund in einer solchen klassischen Familie mit Vater und Mutter aufwachsen konnte“, und er wolle nicht, „dass das anderen Kindern aus ideologischen Gründen verwehrt wird“. Die Betonung von „gesund“ in der Aussage ist offenbar kein Zufall: „Die Zahl psychisch labiler Jugendlicher und junger Erwachsener, die in der ‚queeren‘ Welt aufwuchsen, ist jetzt schon riesig“, behauptet der ehemalige Bekämpfer von kreuz.net, das sich mit ähnlich volksverhetzenden Aussagen hervorgetan hatte.

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Auszug aus dem Interview in deutscher Fassung aus Bergers Blog, in dem er den ehrenamtlichen und professionellen Einsatz für Bürger- und Menschenrechte und dessen Ziele diffamiert.

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In dem Interview verbreitet Berger unter anderem noch die Lüge, Täter homofeindlicher Gewalt in Deutschland seien „zu 95 % junge Männer mit muslimischem Kulturhintergrund“, betreibt Legendenbildung zu seiner Entlassung als Chefredakteur des schwulen Magazins „Männer“ und stellt die extrem homo- und transfeindliche AfD als Kämpfer auf der Seite von LGBTI gegen Islamisierung dar. Zudem spricht er Personen das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung ab – auch Transsexuelle wendeten sich gegen eine „Genderideologie“, die das Geschlecht nicht biologisch, sondern als „reine Kopfsache“ betrachte, so Berger.

Der rechte Schulterschluss

Bei „CasaPound“ handelt es sich um eine 2003 aus einer Hausbesetzung entstandene Bewegung und Kleinpartei, deren Mitglieder sich als „Faschisten des dritten Millenniums“ bezeichnen und für ein in die Zukunft gerichtetes Erbe von Mussolini kämpfen wollen. In ganz Italien betreibt die Organisation über 100 teils besetzte Standorte, um die sich herum Mitglieder vermeintlich wohltätig engagieren. Anhänger organisieren zugleich teils gewalttätige Proteste, die sich gegen Migranten oder Linke richten. Mit gezielten Aktionen und moderner Ansprache wirbt man vor allem um Jugendliche.

Benedetti, der auf seinem von Berger verlinkten Twitter-Account Propaganda von „Casa Pound“ und ihren Anführern teilt, gilt als ein ideologischer Kopf der Nationalisten, der auf Veranstaltungen der Bewegung auftritt, internationale Vernetzung betreibt und Bücher und Magazinbeiträge etwa zum italienischen Philosophen und Mussolini-Anhänger und -Vordenker Giovanni Gentile veröffentlicht.

CasaPound ist in Europa mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Bewegungen und Parteien vernetzt. So reisten Mitglieder des NPD-Jugendverbands mehrfach nach Rom; die ebenfalls rechtsextreme Partei „Der dritte Weg“, die zuletzt in Deutschland Gegenkundgebungen zu CSDs veranstaltete, veröffentlicht Interviews mit Vertretern von „CasaPound“. Gute Kontakte bestehen auch zu den Magazinen „Blaue Narzisse“ und „Sezession“ sowie der Organisation „Ein Prozent“ und der AfD-nahen, rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“, die Berger bereits mehrfach bewarb. An einer Konferenz der CasaPound-Jugendorganisation „Blocco Studentesco“ in Rom nahmen 2017 unter anderem „Ein Prozent“-Chef Philip Stein, ein AfD-Fraktionsmitarbeiter in Sachsen-Anhalt und ein ehemaliger Bundesvorsitzender der „Jungen Nationaldemokraten“ teil.

„Philosophia Perennis“ hat sich in den letzten Jahren zu einem der am meisten in sozialen Netzwerken geteilten rechten Empörungs-Blogs in Deutschland entwickelt, auch dank extremer und einseitiger Überspitzungen sowie Falschmeldungen und Hetze vor allem gegen Flüchtlinge und Muslime. AfD-Verbände und -Aktivisten tragen zur großen Verbreitung Bergers bei. Der schwule Theologe, der auch Stimmungsmachern wie RT Deutsch oder „Politically Incorrect“ Interviews gibt, unterstützt in Artikeln zudem homo- und transfeindliche Bewegungen wie die „Demo für alle“ und Aktivisten wie den Biologen Ulrich Kutschera, mit dem er zusammen im Kuratorium der nach Desiderius Erasmus benannten AfD-Parteistiftung sitzt.

Im letzten Sommer waren in der FAZ und in Bergers Blog nahezu zeitgleich ein anonymer Gastkommentar erschienen, in dem die Ehe für alle und das Adoptionsrecht für Homo-Paare mit drastischen Worten abgelehnt wurden. Zusammen mit der Falschbehauptung, homosexuelle Paare würden Kinder häufiger sexuell missbrauchen, führte das zu einer Rüge des Presserats gegen die FAZ (queer.de berichtete). Berger stritt ab, Autor des Artikels zu sein. In Italien warten die Ehe für alle und ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht für homosexuelle Paare noch auf ihre Einführung.

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David Berger kämpft mit Neofaschisten gegen LGBTI-Rechte

 

David Berger hetzt gegen Muslime, aber wenn es gegen Atheisten geht trifft er sich wieder mit einem der höchsten Rapräsentanten der Muslime.

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Papa Staat   Leave a comment

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Von beasbevegan.ch

Bild von beasbevegan.ch

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Die Unmündigkeit der Bevölkerung kommt nicht erst jetzt in der Corona-Krise zum Vorschein.
Dieses kritiklose Hinnehmen dessen, was die Regierungen und die öffentlichen Medien (auch Leitmedien genannt) einen auftischen oder eben verschweigen, kommt bei vielen anderen Themen ebenso zum Tragen…

So auch beim Thema Tierhaltung und Konsum von tierischen Produkten. Immer wieder schallt es aus voller Kehle von Fleischessern: „Ja, aber das ist doch legal, sonst hätte es die Regierung längst verboten!“ Antwortet man darauf mit: „Nur weil etwas legal ist, ist es noch lange nicht moralisch vertretbar.“, blickt man oft in betretene und verständnislose Gesichter, denn so hat man sich das gar noch nie überlegt.
Es gab mal eine Zeit, in der es völlig legal war, Juden, Homosexuelle und Behinderte zu vergasen.

Wo Selbstverantwortung dringend nötig wäre, wird die Verantwortung gerne an Obrigkeiten abgeschoben. Zu den sogenannten Obrigkeiten gehören für viele Menschen auch Ärzte, die in Bezug auf die Ernährung angeblich Empfehlungen abgeben, weiterhin das nachweislich krankmachende Fleisch zu konsumieren.

Wir sollten uns nicht beschweren, dass man uns wie unmündige Kinder behandelt, denn genau so benehmen wir uns ja: Wie unmündige Kinder, die angeleitet werden müssen, richtig von falsch zu unterscheiden. Was früher die Kirche für uns übernahm, übernimmt jetzt Papa Staat.

In der Covid-19-Affaire lehnen sich nun doch einige gegen die Massnahmen auf, denn es geht ihnen an die eigene Existenz, bei der Fragestellung über Ethik und Moral gegenüber den Tieren jedoch, beruft man sich in dieser Angelegenheit gerne auf den Staat und das Gesetz; also auf die «Eltern».

Fragt man einen Fleischesser, wer ihm gesagt hat, dass man eine Katze nicht essen darf, ein Schwein aber schon, kommt prompt die Antwort: Meine Eltern.
Alles Mögliche hinterfragen wir, was uns einst die Erzieher beigebracht haben, nur nicht in Bezug auf die Tiere, da scheint die Reflektionsfähigkeit völlig zu versagen.

Trotz eindringlichen Bildern und Statements von Veganern und Tierschützern, hält der Bürger stur an der Vorstellung fest, dass es korrekt und akzeptabel sei, Tiere zu versklaven, zu missbrauchen und zu töten für die Erfüllung des eigenen Egos. Erst wenn Papa Staat es verbieten würde und mit Strafe drohte, dann wäre das Volk gezwungen nach einer alternativen Ernährung Ausschau zu halten.

Wie man aber weiss, bringen Verbote überhaupt nichts. Einen Menschen umzubringen ist auch verboten, trotzdem morden wir weiter. Illegal ist es auch, in der Innenstadt zu rasen, dennoch finden solche halsbrecherische Rennen statt, ungeachtet dessen, wen man dabei gefährdet oder gar zu Tode fährt.

Ob wir Tiere essen oder sie in einer anderen Form ausbeuten, hängt nicht von Verboten oder Weisungen der Regierung ab. Einzig in der Betrachtung des eigenen Egos und dem Eingeständnis, dass ein Tier genauso viel Wertigkeit hat, ein Dasein in Würde und Unversehrtheit zu leben wie wir, wird den Menschen automatisch zu einer veganen Lebensweise führen.
Dies ist die logische Konsequenz aus der Erkenntnis, dass es unethisch und unmoralisch ist, Mitlebewesen zu missbrauchen, um seinen Egoismus – egal in welcher Hinsicht – zu befriedigen.

Text by: Bea Kälin

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Papa Staat

Alle Warnzeichen ignoriert   Leave a comment

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Die Massentierhaltung hat maßgeblich zur viralen Ausbreitung unserer Spezies beigetragen. Jetzt kommt die Rechnung: Corona, Schweinepest, Vogelgrippe, Killerkeime, Klimakollaps … und wir demonstrieren gegen Atemschutzmasken!? Trotz aller Warnungen der Natur haben wir versagt. Es ist an der Zeit unseren Kindern zu erklären, dass Sie keine Zukunft haben!

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Alle Warnzeichen ignoriert

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Gruß Hubert

Bezahlbare Wohnungen   5 comments

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Ich kann nur in allem zustimmen, was Dietmar Bartsch in dem Video bei Twitter zum Thema bezahlbare Wohnungen sagt.

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Video
https://twitter.com/DietmarBartsch/status/1115993319409057792

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 10. April 2019 von hubert wenzl in Gesellschaft, Politik, Uncategorized

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Familienkongress in Verona – Widerstand   4 comments

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Heute veranstalteten erzkonservative und rechte Kräfte in Verona einen Familienkongress, bei dem es hauptsächlich gegen die Abtreibung und für die traditionelle Familie ging. Es wäre ein Schritt zurück um Jahrzente wenn diese Kräfte die Oberhand gewännen. Es gibt massiven Widerstand von zahlreichen Gruppierungen und auch Südtiroler Parteien. Erworbene Rechte würden von diesen Kräften weggenommen werden. Solchen Abtreibungsgegnern würde es wohl gefallen, wenn Ärzte vor Kliniken niedergeschossen werden, die Abtreibungen vornehmen, wie es in den USA schon passiert ist.

Aus suedtirolnews.it

Verona – Heute wird in Verona gegen den umstrittenen Familienkongress protestiert. Zur Demo werden auch zahlreiche Teilnehmer aus Südtirol erwartet.

Mehrere Parteien, Gewerkschaften und andere Organisationen haben zum Widerstand aufgerufen. Sie wehren sich, dass hart erkämpfte Rechte angezweifelt werden und nur mehr die traditionelle Familie gelten soll.

Die Organisatoren des Kongresses haben am Freitag kleine Föten aus Plastik ausgeteilt, um gegen Abtreibungen zu protestieren. Sie fordern zudem, dass das Familienrecht abgeändert wird.

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ANSA

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Dabei erhalten sie Unterstützung von der Lega. Innenminister Matteo Salvini, Familienminister Fontana und Unterrichtsminister Bussetti kommen heute zum Kongress nach Verona.

Grüne: “Kein Schritt zurück”

Auch eine Gruppe Grüner Akivisten aus Südtirol beteiligt sich heute am Protest gegen den Internationalen Familienkongress, der unter der Schirmherrschaft einiger öffentlicher Institutionen läuft und von Exponenten regierender Parteien unterstützt wird. “Auch aus diesem Anlass muss wieder und immer wieder unterstrichen werden, dass die Rechte der Frauen auf Selbstbestimmung nicht infrage gestellt werden dürfen und dass die Freiheit jedes Einzelnen und jeder Einzelnen zu lieben, wen und wie sie wollen, geschützt werden muss. Jede Form von Familie, die auf den Werten Liebe und gegenseitigem Respekt aufgebaut ist, ist eine Bereicherung und Ressource für die Gesellschaft,“ so die Sprecherin der Grünen Frauen, Ulrike Spitaler.

SVP-Frauen besorgt: “Stelldichein konservativer und rechter Kräfte”

Mit einem besorgten Blick verfolgt die SVP-Frauenbewegung den “World Congress of Families”, der an diesem Wochenende  in Verona stattfindet und sich ausschließlich für die “traditionelle Ehe und Familie” ausspricht. „Dieses Stelldichein konservativer und rechter Kräfte ist nicht nur widersprüchlich und unglaubwürdig, sondern verbreitet noch dazu rückständige, ewiggestrige und intolerante Vorstellungen von Frau und Familie“, erklärt SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard.

Mann, Frau und möglichst viele Kinder sind das Ideal, das die “International Organisation for the Family” mit Sitz in den USA bei ihrem jährlichen “World Congress of Families” vertritt. „Es gibt wohl kaum eine Organisation, die noch rückständigere Ideen vertritt”, erklärt die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard, die den Kongress mit einem besorgniserregenden Blick verfolgt. “Unsere Gesellschaft hat nur dann Zukunft, wenn wir uns den neuen und vielfältigen Formen der Familie nicht verschließen und erworbene Frauenrechte nicht leichtfertig aufgeben”, so Gebhard.

Die SVP-Parlamentarierin zeigt sich davon überzeugt, dass die Einführung eines Abtreibungsverbotes und die alleinige Förderung der “natürlichen Familie mit Ehemann, Frau und Kindern” in Bezug auf das Ziel, die Geburtenrate anzuheben, keinen Erfolg bringen werde. “Es braucht hingegen gezielte Maßnahmen, um Familien zu fördern”, so Gebhard, “dann werden sich auch wieder mehr junge Paare für mehr Kinder entscheiden.” Dabei brauche man nicht sprichwörtlich das warme Wasser neu erfinden, sondern könne viel von anderen Ländern lernen. “Es reicht ein Blick in unseren Nachbarstaat Frankreich, der erfolgreich auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt”, betont Renate Gebhard. “Junge Eltern wollen heute berechtigterweise beides unter einen Hut bringen: Kinder und Karriere.” Dies zeige auch eine Studie, die am gestrigen Donnerstag in Österreich vorgestellt wurde.

Die SVP-Frauenbewegung warnt abschließend eindrücklich davor, lang und hart erworbene Rechte der Frauen leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

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Sogar stol.it von den Dolomiten, dem konservativen Tagblatt der Südtiroler distanziert sich von dieser von christlichen Fundamentalisten und Rechtsextremen organisierten Veranstaltung. Natürlich war der Rechtspopulist Matteo Salvini dabei. Die 5-Sterne-Bewegung hielt sich fern. Das sind Leute, die uns am liebsten ins Mittelalter zurück katapultieren würden. Ich sage nur: Kein Schritt zurück!

20.000 bei Demo gegen umstrittenen Familienkongress

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Familienkongress in Verona – Widerstand

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Gruß Hubert

Der „Schwulen-Paragraf“ musste weg   Leave a comment

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Ich habe großen Respekt vor diesem Ex-Bundesanwalt, der schon in einer relativ frühen Zeit zu seiner Homosexualität stand und sich outete, wenn es auch seiner Karriere alles andere als gut tat. Man kann sich ja vorstellen wie in den 1980-er Jahren Konservative und Christliche zum Thema Homosexualität standen. Rechte diskriminieren sie ja noch heute und machen keinen Hehl aus ihrem Homosexuellen-Hass. Es ist immer noch jedem und jeder selbst überlassen ob sie sich fortpflanzen wollen. Es besteht ja keine Pflicht sich fortzupflanzen oder für eine Frau als Gebärmaschine zu fungieren um für die „nationale Größe“ Kinder zu zeugen. Jedenfalls kann jede/r seine sexuelle Orientierung heute frei leben. Ewiggestrige und religiöse Fundamentalisten kann man nie verhindern.

Hier ein Artikel von Tagesschau.de im Interview mit Ex-Bundesanwalt Bruns.

Die Abschaffung des sogenannten „Schwulen-Paragrafen“ 175 StGB war überfällig, sagt der ehemalige Bundesanwalt Manfred Bruns im tagesschau.de-Interview. Er hatte sich in den 1980ern als homosexuell geoutet.

tagesschau.de: Sie sind in einer katholischen Familie groß geworden. Wie sehr hat Sie Ihr Elternhaus als Kind und Jugendlicher geprägt?

Manfred Bruns: Ich war sehr von meiner Mutter beeinflusst. Ich habe sie sehr verehrt, sie hat mich geprägt. Heute würde man sagen, sie war eine fundamentalistische Katholikin. Für mich war schon das pubertäre Masturbieren ein Riesenproblem, weil ich immer das Gefühl hatte, das ist eine Todsünde, die einen von Gott trennt. Dann kam hinzu, dass es keine Sexualaufklärung gab. Man konnte Homosexualität nicht benennen. Es wurde einfach immer gesagt, das sind Männer, die machen aus Überdruss irgendwelche abartigen Sachen und wurden als abartige Kriminelle hingestellt. Das war für mich ein Lebensweg, der nicht denkbar war. Ich habe es einfach nicht zugelassen und habe alle Anzeichen, dass ich homosexuell sein könnte, unterdrückt.

Zur Person

Manfred Bruns ist 1934 in Linz am Rhein geboren. Er war bis zu seiner Pensionierung 1994 Bundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Nachdem er sich als homosexuell geoutet hatte, zog ihn sein damaliger Vorgesetzter, Generalbundesanwalt Rebmann, von allen Staatsschutzangelegenheiten ab und stufte ihn als Sicherheitsrisiko ein. Bruns engagiert sich seit den 80er Jahren für die Beseitigung der Diskriminierung und Gleichstellung von Homosexuellen.

 

tagesschau.de: Sie haben sogar geheiratet und mit ihrer Frau drei Kinder bekommen. Warum?

Bruns: Als Jugendlicher in den fünfziger Jahren konnte man nicht einfach Sexualität mit Klassenkameradinnen haben. Ich hatte keine Erfahrung und dachte: „Du hast ja noch nie eine Frau gehabt, wenn du dann mal heiratest, wird sich das geben.“ Das hat es leider nicht. Wobei ich dazusagen muss: Wir haben eine sehr gute Ehe geführt. Ich habe bis Anfang der 1980er Jahre auch nie etwas zugelassen und immer strikt zu meiner Familie gehalten. Ich hatte auch Angst, dass ich meine bürgerliche Existenz verliere, meine Frau verliere und die Kinder.

tagesschau.de: Wie kam es dann zu Ihrem Outing?

Bruns: Wenn Sie einen wesentlichen Teil Ihres Daseins unterdrücken und nicht zulassen, irgendwann meldet sich das mit aller Gewalt, sodass Sie es nicht mehr in den Griff bekommen. So ging es auch mir. So habe ich Anfang der achtziger Jahre angefangen, das zuzulassen. Ich habe mich als Erstes mit meiner Frau auseinander gesetzt. Diese ersten homosexuellen Erlebnisse, die ich dann hatte, die waren so was von richtig, dass ich wusste: Das geht nicht mehr anders.

tagesschau.de: Warum haben Sie dann entschieden, es auch Ihrem Vorgesetzten zu sagen, dem damaligen Generalbundesanwalt Rebmann?

Bruns: Als ich das erste Mal etwas zugelassen habe, da dachte ich jedes Mal, wenn das Telefon an meinem Schreibtisch im Dienst klingelte: „Das ist der Chef, der hat’s gehört.“ Es war absurd, und so haben viele Menschen gelebt. Das war etwas, was ich nicht mehr wollte.

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Manfred Bruns | Bildquelle: Michael Lucan, CC BY-SA 3.0

Manfred Bruns 1986 in München

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tagesschau.de: Wie hat Ihr Chef auf Ihr Outing reagiert? Hatte er Verständnis?

Bruns: Herr Rebmann war ein ausgesprochen guter Jurist, aber sehr, sehr konservativ. Er konnte das überhaupt nicht verstehen. Da war 1983 diese Kießling-Affäre. Dem Bundeswehrgeneral wurde vorgeworfen, dass er homosexuell sei. Der damalige Verteidigungsminister Wörner hat dann im Fernsehen immer verkündet, das Schlimme wäre nicht, dass Kießling homosexuell sei, sondern dass er es abstreiten würde. Dadurch würde er erpressbar. Dann bin ich zu Rebmann gegangen und habe ihm gesagt : „Ich bin auch homosexuell, aber ich bin nicht erpressbar. Wenn jemand kommt und sagt, dass er es meiner Frau sagt, sage ich: „Gehen Sie mal hin, die kann Ihnen noch ein paar Einzelheiten erzählen.“

tagesschau.de: 1985 wurden Sie dann in der BILD-Zeitung geoutet, nachdem Sie in Talkshows liberale Ansichten vertreten hatten. Hat die Redaktion vorher mit Ihnen darüber gesprochen?

Bruns: Die haben dauernd bei mir angerufen und sagten, dass sie es doch wüssten. Und dann habe ich irgendwann gesagt: „Jetzt langt es mir und ja, ich bin schwul.“

tagesschau.de: Wie haben Ihre Kollegen reagiert?

Bruns: Es gab Kollegen, die sich geweigert haben, sich mit mir in der Kantine an einen Tisch zu setzen oder mich zu grüßen. Dann bin ich eben nicht mehr in die Kantine gegangen. Wenn mir die Kollegen entgegenkamen, dann habe ich sie offen angelacht. Denen war das dann peinlich, die guckten vor sich und wollten nicht grüßen, ihr bürgerliches Gewissen peinigte sie dann.

tagesschau.de: Erst 1994 fiel der §175 komplett. Was glauben Sie, warum hat er sich so lange gehalten? Die Hauptstrafvorschrift war ja schon in den 1960er-Jahren gefallen, sowohl in der BRD als auch in der DDR.

Bruns: Der §175 galt bis in die 90er Jahre als angebliche Jugendvorschrift weiter. Man war der Auffassung, wenn Jugendliche während der Pubertät homosexuelle Erlebnisse haben, dann kann sie das zu Homosexuellen machen. Das war die sogenannte Verführungstheorie.

Es gab eine Dammbruchphobie: Wenn irgendwo über Erleichterungen für homosexuelle Menschen diskutiert wurde, dann kam gleich die Furcht auf, dass sich das dann wie ein Flächenbrand ausbreiten würde, was völliger Unsinn ist. Über Jahrhunderte – selbst bei schlimmster Verfolgung – die Zahl der Homosexuellen war immer gleich.

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Homosexuelle-1994-Par-abge

https://www.tagesschau.de/inland/abschaffung-paragraf175-stgb-101~_origin-7f7d857a-b475-4720-9f67-24f8b445567f.html

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tagesschau.de: Sie engagieren sich seit vielen Jahren für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Bruns: Als es zu dem Coming Out kam, hatte ich das Gefühl, dass sich solche unsinnigen Lebensläufe wie meiner nicht wiederholen sollten. Ich bin ganz bewusst auch zu Schwulengruppen gegangen. Wir hatten auch schon sehr früh über HIV diskutiert. Über die Jahre hat sich viel verändert, und das ist das Schöne. Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind lesbisch oder schwul ist, hatten sie früher wahnsinnige Angst, was für einen schrecklichen Lebenslauf sie haben würden. Heute können sie sich sagen, dass sie auch noch Minister oder Ministerpräsident werden können. Dass das möglich ist, das war selbst in den 1980er-Jahren noch undenkbar.

tagesschau.de: Wie leben Sie heute?

Bruns: Ich lebe seit 26 Jahren mit meinem Partner zusammen, eine sehr schöne Partnerschaft. Wir haben ein ganz wunderbares Verhältnis zu meiner Frau. Wir haben auch ein gutes Verhältnis zu den Kindern, wir haben die Enkelkinder mit betreut. Ich habe ein wahnsinnig großes Glück gehabt.

Das Interview führte Ute Spangenberger, SWR

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Der „Schwulen-Paragraf“ musste weg

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Gruß Hubert

 

Der angeblich freie Wille   Leave a comment

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Vor allem Christen kommen gerne mit dem Argument daher, dass nicht Gott für das Böse verantwortlich sei, sondern der Mensch mit seinem „freien Willen“. Das ist anhand eines Beispiels schon mal Blödsinn, denn ein Mensch kann kein Erdbeben verursachen. Gott könnte es zulassen oder nicht, wenn er wollte, wenn es stimmen sollte, dass er allmächtig ist und allgütig noch dazu. Man könnte also sagen ein imaginärer Gott wäre sicher kein Gutmensch. 😉

Aus FOCUS

Werner Siefer, Autor des Buches „Tatort Gehirn“ im Interview mit FOCUS Online über den freien Willen und wahnsinnige Menschen.

FOCUS-Online: Inwieweit ist es der freie Wille, mit dem man sein Leben gestaltet?

Werner Siefer: Das mit dem freien Willen ist so eine Sache, weil sie kein einziger Denker befriedigend erklärt hat. Ein einfaches Beispiel ist das berühmte Schwarz-Weiß-Muster, das man als zwei gegenüberstehende Kopfprofile oder als Vase interpretieren kann. Hat der Mensch die Freiheit, keine Gesichter oder keine Vase zu sehen? Grundsätzlich ja. Er kann üben, nur einen Klecks wahrzunehmen, oder eine, sagen wir, indianische Fruchtbarkeitsgöttin in der Mitte. Aber in der Praxis des Lebens: Wie oft tut er das? Und wie oft gelingt es ihm? Philosophen würden dieses Gedankenexperiment komplett verwerfen und einwenden: Mit dem Einverständnis zum Anschauen des Musters habe der Mensch sich schon entschieden, und dabei sei er frei gewesen. Was im Einzelfall stimmt, aber in der Summe ein blödes Argument ist. Denn irgendetwas müssen wir anschauen oder tun, so ist das Leben. Nun kann man den Gedanken weiterführen: In der Auswahl dieses Irgendetwas, sind wir da frei? Wir sind es genauso wenig wie beim Vasen-Beispiel. Wir wählen in der Praxis kaum Optionen, die uns nur mit Mühe einfallen wollen. Ich tendiere also zu einer statistischen Antwort: Meistens ist der Mensch unfrei, selten frei, und beschämend selten nutzt er seine Freiheit. Ich selbst bin hier nur ein Einzellfall.

FOCUS-Online: Sie sagen in Ihrem Buch, dass der Mensch eigentlich nicht viel daran ändern kann, wie er ist. Können Sie sich an eine Situation in ihrem Leben erinnern, in der diese These zu einer brauchbaren Entschuldigung geführt hat?

Siefer: Ja, schon sehr oft! Zum Beispiel schiebe ich im Privatleben Unangenehmes gerne vor mich her oder plane zum Beispiel Zeitabläufe gerne einmal zu optimistisch. Wenn es dann gelegentlich schief geht und sich Freunde beschweren, entschuldige ich mich damit, dass das, dass ich eben so sei. Das macht aber doch jeder so – oder? Überhaupt ist das ein Privileg von Grufties: einfach so sein können.

FOCUS-Online: Gutmenschen können bisweilen auch langweilig sein. Gibt es böse Menschen, die Sie bewundern?

Siefer: Freilich sind Menschen langweilig, die es allen nur recht machen wollen. Aber gibt es das, einen Gutmenschen und den bösen Menschen? Meist ist der Schwarze Peter doch recht unterschiedlich verteilt. Außerdem gibt es den bösen Menschen nicht, das ist ein Konzept des christlichen Glaubens. Ein faszinierender Böser wie etwa Hannibal Lecter ist ein Kunstprodukt, der das Publikum gerade deswegen fasziniert, weil er mit dessen Wahrnehmung spielt. Es weiß nicht, ob er normal ist oder verrückt. Darin liegt aber genau die filmische Übertreibung, denn in Wirklichkeit wäre er verrückt. War Hitler also ein böser Mensch oder Pol Pot? Wahnsinnig ja, aber nicht böse. Ist ein Amokläufer böse oder der kanadische Schweinezüchter, der Dutzende Frauen getötet und teils aufgegessen hat? Krank ja, aber nicht böse. Solche Wahnsinnigen kann man nicht bewundern.
Ich bewundere Künstler, die unseren Blick öffnen, die bereit sind, sich gegen den Strom zu stellen, und so eingefahrene Haltungen des Sehens, des Hörens, des Miteinanders verändern. Das ist nicht böse, aber es kann wehtun.

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Der angeblich freie Wille

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Gruß Hubert

Pro & Contra spezial: Wo liegt die Grenze zwischen Flirt und Belästigung?   1 comment

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Eine interessante Diskussion finde ich. Den beiden Männern kann ich sehr viel mehr beistimmen als den beiden Feministinnen bzw. fast in keinem Punkt. Ein (junger) Mann muss sich heute das Mädchen, die Frau genau ansehen, bevor er sie anspricht. Jeder kleine Sch… ist schon gleich sexistisch. Aber ein Mann merkt ja sehr schnell ob sie kämpferische Feministin ist.
Das Video ist leider ein wenig lang, 52 Minuten. Aber man muss ja nicht bis zum Ende alles anschauen bzw. kann man es auch in Etappen anschauen.

https://www.puls4.com/pro-und-contra/videos/Sommer-Spezial-Sexualitaet/Pro-Contra-Spezial-Wo-liegt-die-Grenze-zwischen-Flirt-und-Belaestigung

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 19. Juli 2018 von hubert wenzl in Gesellschaft, Sexualität, Uncategorized

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