Archiv für die Kategorie ‘Umwelt

Silvesterknallerei in Deutschland   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang auf wolodja51.wordpress.com

 

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Abgerissene Kinderhände, traumatisierte Tiere – dazu noch viel, viel Dreck in der Luft: Damit sollte endlich Schluss sein! Und falls nicht, dann sollte zumindest die private Knallerei verboten bzw. nur noch für eine Viertelstunde nach Mitternacht erlaubt sein!

Und meistens sind es Männer, die sich zunächst erst einmal selbst und dann auch anderen zu Silvester etwas beweisen wollen, nämlich was sie doch für „tolle Typen“ sind, wenn es gilt, ihren Mitmenschen mit dieser sinnlosen Böllerei alles andere als Freude zu bereiten und vor allen Dingen Tiere in Angst, Schrecken und Panik zu versetzen.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen für die Silvesterböllerei 137 Millionen Euro ausgegeben. Wieviele Millionen werden es in diesem Jahr sein, die meiner Meinung nach friedlicher, sinnstiftender und auch nachhaltiger investiert werden sollten?

Feuerwerke – auch sehr schlimm und lebensbedrohlich für die Vogelwelt

Ahnungslos sitzen die meisten Vogelarten am 31. Dezember um 0 Uhr jeden Jahres an ihren Schlafplätzen und versuchen, ihre kostbare Energie in der kalten Jahreszeit zu sparen. Und plötzlich geht es los: Etwa eine dreiviertel Stunde lang schießen in ganz Deutschland abertausende von Raketen in die Lüfte und explodieren mit einem lauten Knall. Dies hat fatale Folgen für die Vogelwelt, aber auch für den Winterschlaf einiger anderer Tiere.

Hier bitte weiterlesen …..

Petition an das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz :

Privates Silvesterfeuerwerk – Deutschlandweit verbieten!

„Die Chemieindustrie lügt“   1 comment

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Ich glaube jedenfalls André Leu, einem Experten für nachhaltige Landwirtschaft, mehr als der Chemieindustrie oder Bauernvertretern, die beide wirtschaftliche Interessen haben und denen es um Maximalgewinn geht.

Hier ein Interview mit André Leu.

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Interview André Leu © André Leu/privat
André Leu plädiert für ökologische, also pestizidfreie Landwirtschaft. © André Leu/privat
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INTERVIEW: Zehn Jahre lang recherchierte André Leu über Pestizide. Er fand heraus: Zahlreiche wissenschaftliche Studien bringen den Einsatz der Ackergifte mit dem Anstieg von Krankheiten in Verbindung. Wir wollten wissen, was dran ist. Bernward Geier

Schon der Titel seines im Februar erschienenen Buchs spricht Bände: „Die Pestizidlüge – Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt.“ Der Agrarexperte André Leu möchte darin die Mythen der Agrarindustrie um Glyphosat & Co. widerlegen. Er sagt, wenn es um Pestizide gehe, arbeiten Agrar-
industrie und Chemielobby seit Jahrzehnten mit geschönten Daten. Die Grenzwerte etwa, ab wann Pestizide verboten seien, richten sich stets nach gesunden Erwachsenen. Dass Kinder massiv gefährdet seien, werde verschwiegen. Wir reden mit ihm über sein Anliegen.

Herr Leu, was hat Sie motiviert, ein Buch über die Gefährlichkeit von Pestiziden zu schreiben?

Uns wird erzählt, die Menge an Pestizidrückständen in Lebensmitteln seien unbedenklich und sicher. Es gäbe deshalb keinen Grund, Bio-Lebensmittel nachzufragen. Ich wollte prüfen, ob das stimmt. Dank meines Universitätsabschlusses in Kommunikation verstehe ich wissenschaftliche Veröffentlichungen und kann sie in gut verständliche Alltagssprache übersetzen. So kann jeder in meinem Buch nachlesen, wie Pestizide unsere Gesundheit – und insbesondere die unserer Kinder – beeinträchtigen können.

Eine Kernaussage ist, dass die globalen Agrarchemie-Unternehmen  Fakten manipulieren, wenn nicht sogar fälschen. Wie meinen Sie das?

Durch den Einfluss der Lobbyisten auf die Gesetzgebung schützen Regierungen die Interessen der Industrie mehr, als die der Öffentlichkeit. Ein klassisches Beispiel von massivem Interessenskonflikt ist die sogenannte Drehtür: Dabei besetzen ehemalige Topmanager einflussreiche Positionen in der Politik und umgekehrt. So kontrollieren die Füchse das Hühnerhaus! Ex-Manager der Agrarchemieindustrie schreiben Gesetzestexte zu Pestiziden, die ihr früherer Arbeitgeber entwickelt hat. Und in den Fachausschüssen, die die Rückstandsmengen giftiger Chemikalien in unseren Lebensmitteln festlegen, sitzen Wissenschaftler, die Forschungsgelder der Pestizidindustrie erhalten.

Wie sollten die Höchstwerte von Pestizidrückständen in Lebensmitteln festgelegt werden?

Für die Gesetzgebung dürften nur Studien unabhängiger Wissenschaftler nach dem Goldstandard berücksichtigt werden, die in anerkannten Wissenschaftsmagazinen veröffentlicht wurden. In den Gremien würden unabhängige Experten entscheiden, die keine finanziellen oder anderen Interessenskonflikte mit der Pestizidindustrie hätten. Und alle Prozesse müssten transparent und der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Mittlerweile hat ja praktisch jeder Mensch Glyphosat im Körper …

… mit ernsten, teils tödlichen Folgen. Glyphosat durchdringt sogar die Plazenta und kann die embryonale Entwicklung direkt beeinflussen. Föten und Neugeborene verfügen nicht über Enzyme wie Erwachsene, um Gifte abzubauen. Die Umweltorganisation Environmental Working Group hat im Nabelschnurblut von Babys bis zu 232 Chemikalien nachgewiesen. Pestizide können massiv den Hormonhaushalt verändern. Das ist kritisch für die normale Entwicklung bis hin zur Pubertät. Kinder im Wachstum brauchen, um sich normal zu entwickeln, kleine Dosen spezieller Hormone zu bestimmten Zeiten. Selbst kleinste Pestizidmengen können diese Prozesse massiv stören.

Sie warnen vor „synergistischen und metabolischen Effekten“ bei Pestiziden. Was meinen Sie damit?

Die Kombinationen von Pestiziden und ihren Abbauprodukten können bis zu tausend Mal giftiger sein als ein einzelner chemischer Wirkstoff!

Sie fordern eine pestizidfreie Landwirtschaft. Ist das nicht eine Illusion?

Nein, das ist absolut realistisch. Die Pestizidindustrie behauptet, wir könnten ohne Pestizide nicht genug Lebensmittel für die Menschheit produzieren, und müssten deshalb Rückstände akzeptieren. Das stimmt nicht. Gute biologische Landbausysteme erbringen gleiche und in armen Ländern mit geringem Produktionsniveau sogar höhere Erträge. Ganz zu schweigen vom Nutzen für Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit: etwa die wachsende Biodiversität, eine Abmilderung der Klimakatastrophe etc.

Wie kann sich jeder selbst vor Pestizid-Rückständen schützen?

Die gute Nachricht ist: Pestizide lassen sich vermeiden, indem man sich konsequent mit biologischen Lebensmitteln ernährt. Die meisten Pestizidrückstände kommen nämlich via Lebensmittel in unseren Körper. Nahrungsmittel zu waschen und zu schälen, hilft so gut wie nichts, denn die meisten Pestizide befinden sich in den Lebensmitteln.

3000 Exemplare Ihres Buchs gehen kostenlos an Kinderärzte, Hebammen und Kinderkrankenschwestern … 

Dass 3000 Experten für Gesundheit und Ernährung im Kindesalter mein Buch lesen können, darüber bin ich sehr froh. Nicht zuletzt habe ich es geschrieben, um gerade diese Berufsgruppen zu erreichen und darüber aufzuklären, wie gefährlich selbst kleinste Mengen an Pestiziden in unseren Lebensmitteln sind. Ich hoffe, immer mehr Menschen wird das bewusst und immer mehr Eltern erkennen, dass es für ihre Kinder am besten ist, biologische Lebensmittel zu essen.   

Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?

Kindern konventionelle, pestizidbelastete Lebensmittel zum Essen zu geben, ist unverantwortlich. Die meisten Pestizidrückstände gelangen über diesen Weg in den Körper. Obst und Gemüse zu waschen und zu schälen, hilft so gut wie nichts. Die meisten dieser Gifte befinden sich in den Lebensmitteln drinnen. Kaufen Sie Bio-Lebensmittel und verzichten Sie auf Pestizide in Haus und Garten! So können wir den Verlust von Lebensräumen, das massive Artensterben und den Klimawandel bremsen und uns allen eine gesunde Zukunft bescheren. Echte, positive Veränderungen werden von der Bevölkerung in Gang gesetzt. Wir können zu dieser Veränderung beitragen. Das sind wir unseren Kindern und unserer Zukunft schuldig.

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Veröffentlicht 26. August 2018 von hubwen in Umwelt, Uncategorized

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Dramatischer Insektenschwund in Deutschland   9 comments

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Man weiß noch nicht genau was der Grund für das dramatische Insektensterben ist. Ich denke aber doch, dass der Mensch bzw. vor allem auch die Landwirtschaft eine wichtige und entscheidende Rolle spielt.

Aus der SZ

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Die Blutbiene Sphecodes albilabris gilt als stark gefährdet.

(Foto: Entomologischer Verein Krefeld)

 

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  • Seit 1989 ist die Masse der Insekten in Deutschland dramatisch geschrumpft, belegt eine langjährige Untersuchung.

  • An 63 Orten im Bundesgebiet – allesamt Naturschutzgebiete – verzeichneten Forscher einen Rückgang um durchschnittlich 76 Prozent.

  • Experten sprechen von einem „Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt“.

  • Eine Ursache für das Massensterben könnten Stickstoffverbindungen sein, die als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Von Tina Baier

Bislang war es nicht viel mehr als ein ungutes Gefühl, das allerdings immer mehr Menschen beschlich. Gab es früher nicht weitaus mehr Schmetterlinge, Fliegen, Hummeln, Käfer und auch Mücken? Sterben in Deutschland etwa nicht nur die Bienen, sondern ist alles noch viel schlimmer? Gibt es ein allgemeines Insektensterben?

Eine Studie, die niederländische, deutsche und britische Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Plos one veröffentlicht haben, belegt nun erstmals, dass die Wahrnehmung, dass sich etwas verändert hat in der Welt der Insekten, richtig ist: In weiten Teilen Deutschlands hat die Zahl der fliegenden Insekten tatsächlich dramatisch abgenommen. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren, nachdem sie den Inhalt von Insektenfallen gründlich analysiert haben.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Entomologischen Vereins Krefeld hatten in den vergangenen 27 Jahren an insgesamt 63 verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz Fallen aufgestellt. Darin verfingen sich über die Jahre Millionen Fliegen und Falter, Käfer, Wespen, Bienen und alle möglichen anderen fliegenden Insekten, die von den Forschern gewogen wurden. Das erschreckende Ergebnis: Seit 1989 ist die Masse der Insekten um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. „Mitten im Sommer, wenn viele Insekten ihren Höhepunkt erreichen, war sogar ein Rückgang von 82 Prozent in den untersuchten Gebieten zu verzeichnen“, schreiben die Autoren.

„Wir warten schon lange auf diese Arbeit“

„Die Publikation liefert nun den Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt“, sagt Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle. Drastischer ausgedrückt: Das Insektensterben ist jetzt nicht mehr nur ein vages ungutes Gefühl, sondern wissenschaftlich erwiesene Realität – zumindest für die Teile Deutschlands, in denen die Untersuchung gemacht wurde. „Wir warten schon lange auf diese Arbeit“, sagt Wolfgang Wägele, Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn. „Es ist das erste Mal, dass ein Datensatz dieser Qualität erhoben worden ist.“ Dass die Insekten tatsächlich weniger werden, kann nämlich nur mithilfe von Langzeitbeobachtungen wie der jetzt vorliegenden Arbeit nachgewiesen werden, da starke Schwankungen von einem Jahr auf das andere bei Insekten ganz normal sind und noch keinen Trend belegen.

Noch erschreckender wird das Ergebnis der aktuellen Studie, wenn man weiß, dass die Proben, die den drastischen Rückgang belegen, allesamt aus Naturschutzgebieten stammen – aus Regionen also, von denen man annehmen würde, dass die Natur dort zumindest noch halbwegs intakt ist. „Wenn die Biomasse an Insekten bereits an geschützten Standorten so drastisch zurückgeht, ist klar, dass die Entwicklung in nicht geschützten Ökosystemen mindestens genauso gravierend ist – vermutlich sogar gravierender“, sagt Johannes Steidle, Tierökologe an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Was passieren könnte, wenn die Zahl der Insekten noch weiter zurückgeht, ist kaum absehbar. Klar ist, dass etwa 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen von Insekten bestäubt werden. Bleiben die Insekten weg, können sich auch die Pflanzen nicht mehr vermehren. Außerdem sind Insekten eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere, zum Beispiel ernähren sich etwa 60 Prozent aller Vogelarten von ihnen. Vor diesem Hintergrund ließen die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung auch die andernorts beobachteten Rückgänge insektenfressender Vogel- und Säugetierarten in einem neuen Licht erscheinen, sagt Hans de Kroon, einer der Studienautoren von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen.

Pestizide und Stickstoffverbindungen könnten den Insekten zusetzen

Was genau die Ursachen für das Insektensterben sind, können die Autoren allerdings nicht sagen. Sie haben aber versucht, mithilfe statistischer Methoden zumindest einige Faktoren auszuschließen. Demnach hat sich zwar die Landschaft und damit auch das Spektrum der Pflanzen in den meisten der untersuchten Gebiete im Laufe der vergangenen 30 Jahre verändert. Doch beides kann nach Auffassung der Wissenschaftler die dramatischen Rückgänge nicht erklären. Genauso wenig wie der Klimawandel. „Ein Anstieg der Temperaturen müsste ja im Gegenteil eher zu einer stärkeren Vermehrung der Insekten führen“, sagt Wägele. Schließlich entwickeln sich die meisten Kerbtiere bei Wärme besser als bei Kälte. Das sei aber offensichtlich nicht der Fall. Settele sieht diesen Teil der Arbeit kritischer: „Die Autoren konnten nicht alle klimatisch relevanten Faktoren einschließen“, sagt er. Daher könne das Klima als wichtiger Faktor nicht ausgeschlossen werden.

Mit solchen Fallen gingen die Insektenforscher auf die Jagd. (Foto: Entomologischer Verein Krefeld)

Doch was setzt den Insekten dann derart zu? Die Tatsache, dass der Schwund nicht lokal begrenzt ist und dass außerdem nicht nur bestimmte Arten leiden, sondern alle, deutet nach Ansicht der Autoren auf Verursacher hin, die großflächig in die Natur eingreifen. Infrage kommen ihrer Ansicht nach die allgegenwärtigen Stickstoffverbindungen, die teils aus Düngemitteln stammen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Weniger bekannt ist, dass auch durch Abgase aus Autos und Fabriken Unmengen von Stickstoffverbindungen in die Umwelt gelangen. Gegen diese Substanzen helfen auch keine Naturschutzgebiete, da sie mit Luftströmungen nahezu überallhin gelangen und als saurer Regen in die Böden eindringen. Dort verändern sie zunächst die Vegetation: Pflanzen, die auf stickstoffarmen Böden gedeihen, werden von Allerweltsarten wie Brennnessel und Löwenzahn verdrängt, und mit ihnen auch die Insekten, die auf diese Pflanzen zum Überleben angewiesen sind.

Mindestens genauso verdächtig sind Pestizide im Allgemeinen und speziell die so genannten Neonicotinoide. „Diese Substanzen sind hochgiftig“, sagt Wägele. „Wenn beispielsweise eine Schnecke ein solches Pestizid frisst und anschließend von einem Käfer gefressen wird, stirbt der Käfer.“ Hinzu kommt, dass Neonicotinoide nicht spezifisch bestimmte Schädlinge töten, sondern auch viele andere Insekten-Arten. Sie greifen nämlich das Nervensystem der Tiere an, eine zentrale Stelle also, die für alle Insekten gleichermaßen überlebenswichtig ist. Doch auch wenn der Verdacht naheliegt: Dass diese Substanzen wirklich der Grund für das Sterben der Insekten sind, konnten auch die Autoren der aktuellen Studie nicht beweisen. Und das ist vielleicht die erschreckendste Erkenntnis: Solange man nicht weiß, was die Ursache ist, kann man auch nur wenig tun, um den Schwund der Insekten zu stoppen.

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Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 13. Juli 2018 von hubwen in Umwelt, Uncategorized

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Gemüse auf Kosten der Umwelt   Leave a comment

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Es ist immer so, dass irgend jemand den Preis dafür bezahlt, wenn etwas besonders billig ist. Zum Beispiel wird billiges Fleisch durch Tierquälerei erkauft. Schlachten im Akkord dürfte nie sein. Kühe werden da lebend zerteilt und Schweine landen lebend im Brühbad.

Wir sind es gewohnt bei Aldi, Edeka und Co. zu jeder Jahreszeit alle Arten an frischem Obst und Gemüse zu finden. Um den Ertrag zu steigern, greifen Gemüsehändler jedoch auf umweltschädliche Methoden zurück. Der Sendung „Report Mainz“zufolge ist es in Spanien deshalb zu einer Umweltkatastrophe gekommen.

Erdbeeren, Gurken, Salat oder Sellerie – jede Menge Obst und Gemüse in unseren Supermärkten stammt aus Spanien. Die Region Murcia gilt sogar als „Gemüsegarten“ Europas. Und das obwohl sie eine der trockensten Gegenden Europas ist.

Das Recherche-Team von Report Mainz ist nach Murcia gereist und hat sich die Zustände vor Ort genauer angesehen. Die Zustände sind teilweise erschreckend: Um die Pflanzen zu bewässern, nutzen die Landwirte Plastikschläuche unter der Erde oder pumpen Grundwasser ab – teilweise illegal. Noch schlimmer: Über verdeckte Zuleitungen werden stark nitrathaltige Abwässer und andere Umweltgifte aus der Landwirtschaft in die Lagune „Mar Menor“ oder in den Boden geleitet.

Größte Lagune Europas in Gefahr

Die Auswirkungen sind fatal: 2016 ist das Ökosystem von Mar Menor gekippt – Report Mainz zufolge sind 80 bis 85 Prozent der Wasserpflanzen in der Lagune abgestorben. Mar Menor ist die größte Lagune Europas und galt als Naturparadies mit kristallklarem Wasser. Die Abwässer aus der Landwirtschaft haben sie schwer beschädigt.

Eines der Unternehmen, das mit illegalen Methoden Wasser gefördert und abgeleitet hat, ist „G´S España“. Die Firma gehört laut Report Mainz zu den größten Gemüselieferanten Europas und beliefert unter anderem Rewe, Edeka, Lidl und Aldi Süd.

Es gibt jedoch Hoffnung, dass sich etwas tut: Die Staatsanwaltschaft Murcia hat G´S España und 40 weitere Landwirte, Agrarfirmen und Amtsträger angezeigt. Sie macht die illegalen Methoden der Landwirte für die Umweltkatastrophe in der Lagune verantwortlich.

In der Reportage von Report Mainz kommt auch ein Bauer zu Wort, der Felder illegal bewässert. Er beschuldigt die Preispolitik der großen Lebensmittelketten – auch die von deutschen Konzernen: „Das sind echte Spekulanten. Das sind Piraten in schicken Anzügen, die mit der Nahrung für ganz Europa spielen. Sie wollen alles billig einkaufen. Je billiger, desto besser. Das zwingt viele von uns, illegal zu bewässern“, sagt der Mann in dem Beitrag.

REPORT MAINZ hat die Lieferkette von Salat, Sellerie und anderem Gemüse von Spanien bis in den deutschen Einzelhandel nachvollzogen. Bei Testkäufen fanden die Reporter des SWR Produkte des beschuldigten Anbieters bei Rewe, Edeka, Lidl und Aldi-Süd.

Ein kleinerer Gemüseproduzent aus der Region, der mehrere deutsche Handelsketten beliefert, wirft deutschen Einkäufern einen brutalen Preiskampf vor. Im Interview mit REPORT MAINZ spricht er von „Piraten“. Der Preisdruck aus Deutschland setze die Bauern stark unter Druck. „Die Bauern geben auf oder sie beschäftigten Schwarzarbeiter und bewässern mit illegalen Methoden“, erklärt der Landwirt.

Mit den Ermittlungen der spanischen Staatsanwaltschaft und den Vorwürfen der Landwirte konfrontiert, verweisen Edeka, Lidl und Aldi-Süd auf die Zertifizierung der betroffenen Liefer-Firma mit „GLOBALG.A.P.“, die auch den umweltgerechten Anbau sicherstellen soll. Aldi-Süd veranlasste nach den Recherchen von REPROT MAINZ ein Ad-Hoc Audit bei dem betroffenen Unternehmen und will auch die Zertifizierung überprüfen lassen. Rewe reagiert trotz mehrerer Anfragen nicht. Auch das Unternehmen G´S España, das in der Anzeigeschrift aufgeführt wird, hat auf die schriftliche Anfrage von REPORT MAINZ nicht reagiert.

Video von Sabine

https://www.4shared.com/video/zMut3rayda/Gemse_auf_Kosten_der_Umwelt.html

https://www.4shared.com/web/embed/file/zMut3rayda

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Gemüse auf Kosten der Umwelt

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Gruß Hubert

Der Schwindel mit dem MSC-Siegel   Leave a comment

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Dieser blaue MSC-Siegel ist nichts wert. Es wird dem Konsumenten vorgemacht, dass er nachhaltig gefangenen Wildfisch kauft. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anderaus.Dieser blaue MSC-Siegel ist nichts wert. Es wird dem Konsumenten vorgemacht, dass er nachhaltig gefangenen Wildfisch kauft. Aber die Wirklichkeit siht ganz anderaus.

Aus tageschau.de

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Dunkle Geschäfte mit dem MSC-Siegel

Der blaue Fisch auf der Verpackung, das MSC-Siegel, steht für nachhaltig gefangenen Wildfisch, der das Ökosystem nicht schädigt. Doch ARD-Recherchen schüren Zweifel daran.

Von Wilfried Huismann, WDR

Das knallrot gestrichene, altersschwache Fischerboot mit dem Namen „STIER II“ tuckert bei Sonnenaufgang aus dem Hafen von Corcubión im spanischen Galizien. Fischer José Luis Rodríguez und seine zwei Arbeiter lassen ihre aus Draht und Holz gebauten Reusen an einem Seil ins Wasser gleiten, aufgereiht wie an einer Perlenschnur.

José Luis Rodríguez

Fischer José Luis Rodríguez kritisiert das MSC-Siegel.

Pro Tag fangen sie nicht mehr als 50 Tintenfische in den Reusen. Davon kann man nicht reich werden, aber drei Familien können von diesem Betrieb leben. Auf ihre umweltschonende Art zu fangen ist José Luis stolz: „Wir haben gar nicht die technischen Möglichkeiten, das Ökosystem des Meeres kaputt zu machen.“

Kein Interesse an Siegel

Beifang hat er so gut wie gar nicht, mal ist eine Krabbe in der Reuse und die werfen sie sofort wieder ins Meer. So stellt man sich nachhaltigen Fischfang vor. Aber Rodríguez hat kein MSC-Siegel und will es auch nicht.

„Der MSC hat uns eingeladen, aber wir wollen das Siegel nicht“, sagt Rodríguez. „Für mich ist der MSC ein Betrug, der den industriellen Fangflotten hilft. Die Verbraucher haben keine Ahnung davon. Sie gehen in den Supermarkt, sehen das MSC-Logo und glauben, es garantiert die Nachhaltigkeit des Produktes. Dabei wissen sie nicht, wie der Fisch gefangen wurde: mit Grundschleppnetzen, Fabrikschiffen oder auf handwerkliche und nachhaltige Art.“

Der blaue Fisch

Der MSC wurde 1997 vom Lebensmittelkonzern Unilever und dem WWF gegründet. Das Ziel damals lautete, die überfischten Meere zu schützen. Mittlerweile ist der MSC das größte Ökosiegel für Wildfisch. Etwa zwölf Prozent des weltweiten Fangs tragen das Siegel. MSC wirbt damit, eine „unabhängige“ und „gemeinnützige“ Organisation zu sein. Aber abgesehen von zwei WWF-Vertretern kommen die meisten der anderen Mitglieder des Treuhandrates, einem Aufsichtsgremium, aus Fisch-und Lebensmittelkonzernen. Der MSC finanziert sich vor allem durch Lizenzeinnahmen. Von jedem verkauften Produkt mit dem blauen Fisch-Logo kassiert er 0,5 Prozent des Nettopreises. Das macht insgesamt etwa 17 Millionen Euro im Jahr.

MSC – offen für alle Fischereien

MSC-Siegel auf einer Packung | Bildquelle: WDR

MSC-Siegel auf einer Packung

Rupert Howes ist der Boss des MSC mit Sitz in London. Die Organisation hat das mehrstöckige Gebäude in bester Lage gekauft. Howes weist die Kritik zurück, die Rodriguez vorbringt: Der MSC müsse für alle Fischereien offen sein: „Wir haben keine vorgefasste Meinung darüber, was nachhaltig ist und was nicht.“

Das Siegel bekomme nur, wer die drei Standards des MSC erfülle: Der Fischbestand darf nicht überfischt werden, es muss ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement geben und das Ökosystem des Meeres soll nicht beschädigt werden. „Wir sollten keine Perfektion erwarten. Wir laden alle Fischereien ein, mitzumachen – und dann können wir gemeinsam die Probleme lösen, die sie haben.“

Hier weiterlesen:

Der Schwindel mit dem MSC-Siegel

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 24. April 2018 von hubwen in f:, Umwelt, Uncategorized

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Viel Geld für Silvesterfeuerwerke – und die Folgen   Leave a comment

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Für mich ist der wichtigste Punkt, dass diese Silvesterfeuerwerke und diese Knallerei Hunde und andere Tiere allergrößten Stress verschafft, sie in Pankik geraten bis hin zu Todesängsten. Auch das Wild leidet sehr darunter – und noch andere Tiere. Warum muss man so eine Knallerei veranstalten nur weil man in wenigen Stunden eine andere Jahreszahl schreibt? Man kann auch feiern ohne dass geknallt werden muss.

Außerdem ist dieses „Feuerwerken“ eine große Belastung für die Umwelt, wie man hier bei tagesschau.de lesen kann.

Viel Geld für viel Feinstaub

Für die Hersteller ist das Silvesterfeuerwerk ein Höhepunkt des Jahres. Verbraucher geben immerhin einen dreistelligen Millionenbetrag aus. Gleichzeitig entstehen durch Raketen, Knaller und Böller hierzulande rund 5000 Tonnen Feinstaub.

Der Verkauf von Böllern und Silvesterraketen für den bevorstehenden Jahreswechsel hat begonnen – auch dieses Jahr wird es die Produkte nur für drei Tage im Handel geben. Diese Tage entscheiden über den Löwenanteil des gesamten Jahresumsatzes. Die deutsche Feuerwerksbranche rechnet mit einem gleichbleibend hohen Silvesterumsatz von 137 Millionen Euro.

Der Spendenaufruf unter dem Motto „Brot statt Böller“ dürfte der pyrotechnischen Industrie ein Dorn im Auge sein. Aber auch dieses Jahr appelliert das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ zum Jahreswechsel wieder an die Spendenbereitschaft der Deutschen.

„‚Brot statt Böller‘ ist eine Einladung an alle, denen Silvesterfeuerwerk eher Unbehagen bereitet, weil hier Millionen Euro im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert werden“, erklärte die Präsidentin des Hilfswerkes, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Das Hilfswerk unterstützt Projekte in mehr als 90 Ländern.

Anmerkung: auch zu Weihnachten gibt es unzählige Aktionen wo Spendengelder gesammelt werden. Aber niemand von diesen Organisatoren fiele es ein auch einmal so eine Aktion für Tiere zu machen. Warum müssen das so viele Leute in die lächerliche Ecke stellen? Es ist ja traurig, dass es das Wort Tierschutz überhaupt braucht, genauer gesagt ist es eine Schande wie es Tieren geht, wie damit umgegangen wird. Der Mensch allein ist dafür verantwortlich wie es Tieren geht. Ich sage so lange man so respektlos und würdelos mit Tieren umgeht wird es auch Kriege geben. Denn genau aus dieser Geisteshaltung entspringen auch Kriege. Genug jetzt davon, es wäre ein eigenes gaaaaanz langes Kapitel.

Die Schattenseiten des bunten Treibens

Ein Feuerwerk mit lauten, bunten Böllern und Raketen gehört fest zu Silvester. Was schön am Himmel funkelt, kann aber auch schädlich sein. Denn durch Feuerwerk entsteht Feinstaub. In einer Silvesternacht sind das rund 5000 Tonnen, wie das Umweltbundesamt angibt. Das entspricht etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. An Silvester ist die Luftbelastung somit häufig – vor allem in Städten – so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/verkauf-feuerwerk-101.html

 

PETA schreibt:

Ab heute startet wieder der Verkauf von Feuerwerkskörpern. Doch während Raketen & Co. für Menschen spannende Unterhaltung sind, geraten Tiere in Todesangst und Panik. Viele Wildtiere, Hunde, Katzen und Kleintiere nehmen den ohrenbetäubenden Lärm, die hellen Blitze und die unbekannten Gerüche als lebensbedrohliche Situation wahr. Für heimische Wildtiere kann das Feuerwerk in der Silvesternacht schnell zur tödlichen Gefahr werden. Insbesondere für Vögel wird der Silvesterhimmel in den Städten zum Inferno.

Spenden statt Böllern!
Die Idee – lieber 5 €, 15 € oder 30 € in die Arbeit für Tierrechte investieren, statt das Geld zu verpulvern und die Tiere zu gefährden.

Ich kenne auch jemand, der an Silvester mit seinem Hund in einem entfernten Wald fährt, in welchem die Knallerei allerdings immer noch hörbar zu vernehmen ist und dessen Hund aber schnell ins Auto zurück will und nicht daran denkt sein Geschäft zu erledigen. Er hat sich an diesem Silverstertag vom Tierarzt eine Beruhigungs-Tabelette verschreiben lassen und hofft, dass es für den Hund damit erträglicher ist.

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Gruß Hubert

 

Polen sägt an Europas Rechtssystem   2 comments

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Man kann nicht wie Polen aus der EU alle Vorteile heraus picken, Förderungen kassieren und Vorschriften oder Pflichten ignorieren. So wie es Polen wieder einmal (es ist nicht das erste Mal) beim Abholzung von Polens Bialowieza-Urwald der Fall ist. Dieser Urwald ist der letzte, den es in Europa überhaupt gibt.
Die einzige Sprache die Polen versteht, sind die Streichung von Fördergeldern und/oder Polen das Stimmrecht zu entziehen.

Aus dem Spiegel

Warschau will das Verbot des EuGH, einen wertvollen Urwald abzuholzen, schlicht ignorieren. In Brüssel ist die Empörung groß – Beobachter warnen vor einer Gefahr für Europas Rechtsgemeinschaft.

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Letzte Urwälder Europas: Es wird weiter geholzt
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Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs kam extrem schnell, und sie hatte Seltenheitswert. Am Donnerstag, nur sieben Tage nach einem Antrag der EU-Kommission, verfügte der EuGH den sofortigen Stopp der Abholzung in Polens Bialowieza-Urwald. Mit solchen Anordnungen ist der Gerichtshof sonst äußerst zurückhaltend – und dass er die polnische Regierung vorher nicht einmal angehört hat, macht den Vorgang noch ungewöhnlicher. Die Richter befürchten offenbar, dass dem Unesco-Weltnaturerbe noch vor dem endgültigen Urteil irreparabler Schaden zugefügt wird.

Doch genau das könnte jetzt eintreten – denn die polnische Regierung hat erklärt, dass sie die Anordnung des EuGH missachten wird. An dem Urwald an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland, einem der letzten seiner Art in Europa, könnte sich nun entscheiden, ob die EU ihr Rechtssystem gegen Autokraten in den eigenen Reihen verteidigen kann.

Die EU-Kommission verschärfte am Mittwoch den Ton. Sollten die Rodungen weitergehen, werde man den Fall in das aktuelle Verfahren zum Schutz des Rechtsstaats in Polen einbeziehen. Darin geht es bisher ausschließlich um den Feldzug der polnischen Regierung gegen die nationalen Gerichte. Eine unzulässige Vermischung zweier Vorgänge? Das Befolgen von EuGH-Urteilen sei „ein integraler Bestandteil des europäischen Rechts, auf dem die gesamte EU basiert“, sagte eine Kommissionsprecherin. Wenn ein Mitgliedsland sich „stumpf weigert“, Anordnungen des Gerichtshofs umzusetzen, bestehe ein „klarer Zusammenhang“ mit dem Schutz des Rechtsstaats.

„Ernsthafte Bedrohung dessen, wofür die EU steht“

Doch Polens nationalkonservative PiS-Partei scheint wenig zu kümmern, dass der EuGH in Sachen EU-Recht das letzte Wort hat. „Wir handeln in Übereinstimmung mit den EU-Gesetzen“, erklärte Polens Umweltminister Jan Szyszko die Missachtung der gerichtlichen Order. Ein Vertreter von Polens Forstbehörde sagte, man müsse die „Schutzmaßnahmen“ fortsetzen. Die PiS-Regierung behauptet, mit den Abholzungen die Ausbreitung des Buchdruckerkäfers zu bekämpfen. Wissenschaftler halten das allerdings für wenig plausibel. Umweltschützer glauben, dass die Regierung vor allem mehr Holz verkaufen will.

Beobachter messen dem Fall grundsätzliche Bedeutung bei. „Die Nichtbeachtung der EuGH-Anordnung stellt die Grundlagen der Mitgliedschaft Polens in der Union als Rechtsgemeinschaft in Frage“, meint Stefani Weiß, Direktorin des Brüsseler Büros der Bertelsmann-Stiftung.

Auch der Göttinger Europarechtler Alexander Thiele hält den Vorgang für „hochgradig bedenklich“. Zwar sei es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass EU-Staaten Urteile des EuGH zumindest zeitweise missachtet hätten – darunter auch Deutschland. Dennoch sieht er im Vorgehen Polens eine neue Qualität, da der EuGH mit der einstweiligen Anordnung sein „schärfstes Schwert“ gezogen habe. „Dass Deutschland oder Frankreich eine solche Anordnung offen missachten, ist praktisch undenkbar“, so Thiele. Die polnische Regierung stelle die Position des EuGH infrage, bei Streitigkeiten zu entscheiden. „Das ist eine ernsthafte Bedrohung dessen, wofür die EU steht. Wir sind hier an einer Stelle, wo der Rechtsstaat sich bewähren muss.“

Geldstrafen könnten PiS-Regierung empfindlich treffen

Ob das gelingt, ist offen. So könnte die Kommission Polens Missachtung der Urwald-Anordnung als weiteres Argument nutzen, die sogenannte „nukleare Option“ gegen Warschau in Stellung zu bringen. Gemeint ist damit ein Verfahren gemäß Artikel 7 des Lissaboner Vertrags wegen anhaltender Verstöße gegen die Grundwerte der EU. Im Extremfall kann das den Entzug der Stimmrechte eines Landes zur Folge haben.

Zwar hat Ungarn bereits sein Veto gegen eine solche Sanktion angekündigt. Doch die EU-Kommission kann die polnische Regierung zumindest in diesem Fall an einer anderen, empfindlichen Stelle treffen: beim Geld. Sollte Polen das Hauptsache-Verfahren in der Causa Bialowieza verlieren, droht eine Pauschalstrafe von mindestens vier Millionen Euro. Denkbar wäre laut Thiele aber auch ein wesentlich höherer Betrag, eine Obergrenze gibt es nicht. Hinzu käme womöglich ein Zwangsgeld von 302.250 Euro für jeden Tag, an dem die Regierung das Urteil ignoriert.

Verweigert die PiS-Regierung die Zahlung, könnte die EU-Kommission das Geld einfach anderswo einbehalten, etwa bei den Strukturfördermitteln. Die Auswahl wäre jedenfalls groß, Polen ist mit Abstand größter Empfänger von EU-Geldern. 2015 hat Warschau rund 13,4 Milliarden Euro an Zuschüssen kassiert – fast doppelt so viel wie Tschechien, der zweitgrößte Nettoempfänger. Die EU-Gelder machen mehr als drei Prozent des polnischen Bruttoinlandsprodukts aus.

Der Aufrechnung von Zwangsgeldern mit Zuschüssen ist ein Mittel, das die EU-Kommission regelmäßig einsetzt. „Seitdem es das Instrument der Geldbuße gibt, hat sich die Befolgungsquote bei EuGH-Urteilen massiv erhöht“, sagt Prozessrecht-Experte Thiele. „Und gerade im Fall Polen würde die Kommission das wohl auch durchziehen“.

 


Zusammengefasst: Der Europäische Gerichtshof hat der polnischen Regierung verboten, die umstrittenen Abholzungen im Bialowieza-Urwald fortzusetzen – doch Warschau hat angekündigt, die Anordnung zu ignorieren. Damit stellt sich die nationalkonservative Regierung in Warschau nicht nur gegen die Gerichte im eigenen Land, sondern auch gegen die höchste juristische Instanz der EU. Beobachter fordern harte Gegenmaßnahmen.

Von Markus Becker
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Polen sägt an Europas Rechtssystem

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 20. November 2017 von hubwen in Politik, Umwelt, Uncategorized

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