Archiv für die Kategorie ‘Umwelt

Ölsandabbau in Kanada   Leave a comment

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Der Ölsandabbau hat ungeheuer negative Auswirkungen auf die Umwelt und auch auf die Gesundheit. Die USA hat ja gegen Nord Stream 2 Sanktionen verhängt und gibt an, dass sich Europa, vor allem Deutschland zu abhängig von Russland mache. Hintergrund ist aber, dass die USA ihr teureres LNG-Gas aus Fracking dann nicht mehr los wird.

Aus planet-wissen.de

Auszug.

Kanadas Ölschatz lagert tief im Waldboden Albertas. Auf einer Fläche doppelt so groß wie Bayern soll es hier mehr als 170 Milliarden Barrel abbaubares Öl geben (ein Barrel = 159 Liter). Größere Ölreserven sind weltweit nur in Saudi-Arabien bekannt.

Man weiß von diesen riesigen Vorkommen schon lange, ein Schatz sind sie für Kanadas Ölindustrie allerdings erst ungefähr seit der Jahrtausendwende. Denn lange Zeit lohnte sich die Ölförderung in Alberta einfach nicht.

Der Grund: Das Öl ist im Sand gebunden, als sogenanntes Bitumen – Kohlenwasserstoffe, die unter anderem aus abgestorbenen Pflanzen stammen.

Albertas Ölsande sind ein klebriges, schwarzes Gemisch aus 83 Prozent Sand, vier Prozent Wasser, drei Prozent Ton und zehn Prozent flüssigem Bitumen. Aus diesem Gemisch, das meist in Tiefen von 30 Metern lagert, brauchbares Erdöl zu gewinnen, ist ein aufwendiger und kostspieliger Prozess.

Erst technologische Neuerungen und vor allem die knapper werdenden Erdölreserven und der damit steigende Ölpreis machen aus dem Ölsandabbau ein lukratives Geschäft.

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Liegt der Ölsand für den Tagebau zu tief im Erdreich, wird ein Verfahren angewendet, bei dem zwei parallele Schächte in den Boden gebohrt werden. Unter Hochdruck wird Wasserdampf durch einen Schacht gepresst, der das Bitumen löst und durch den anderen Schacht nach oben pumpt.

Hierbei müssen zwar keine Wälder gerodet werden. Allerdings verschlingt dieses Verfahren noch mehr Energie und setzt mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) frei.

Folgen für Umwelt und Mensch

Beim Ölsandabbau geht es um gewaltige Mengen, was man allein daran sieht, dass man zwei Tonnen Ölsand benötigt, um ein Barrel Öl zu gewinnen. 2012 wurden in Alberta täglich 1,5 Millionen Barrel Öl aus Ölsanden gewonnen.

Geht es nach dem Willen der Erdölproduzenten, könnten es 2020 mindestens drei bis fünf Millionen Barrel pro Tag sein. Dass dieses „größte Industrieprojekt des Planeten“, wie Greenpeace den Ölsandabbau in Kanada nennt, nicht ohne Folgen für die Umwelt bleiben kann, ist klar und fällt sofort ins Auge:

Aus riesigen Flächen Nadelwald sind trostlose Mondlandschaften mit Giftteichen und Schwefelbergen geworden.

Um einen Liter Bitumen aus dem Sand zu waschen, braucht man fünf Liter Wasser – Wasser, das danach ein mit Schwermetallen und zum Teil krebserregenden Kohlenwasserstoffen verseuchter Schlick ist und in Klärteichen gelagert wird.

Diese künstlichen Seen voller Giftbrühe sind zusammengenommen mit 130 Quadratkilometern bereits halb so groß wie Frankfurt am Main. Das kanadische „Pembina Institute“, das sich mit Energie- und Umweltfragen beschäftigt, schätzt, dass elf Millionen Liter des giftigen Abwassers täglich ins Grundwasser und die umliegenden Flüsse sickern.

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Wo früher Wald stand, regiert jetzt Ödnis

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Für diese Schätzung sprechen auch Untersuchungen, die im Wasser und in den Fischen des Athabascas, der an den Abbaugebieten und Klärbecken vorbeifließt, hohe Konzentrationen an Quecksilber, Arsen und krebserregenden Kohlenwasserstoffen festgestellt haben.

Und im etwas mehr als 200 Kilometer flussabwärts gelegenen Dörfchen Fort Chipewyan haben die Krebserkrankungen auffallend zugenommen.

Zudem verschlingt die Umwandlung des Sandes in Rohöl gigantische Mengen Erdgas. Auch die Klimabilanz des Ölsandabbaus ist sehr schlecht: Laut Greenpeace werden je nach Abbauart 62 bis 176 Kilogramm CO2 freigesetzt – drei- bis fünfmal so viel wie bei der konventionellen Ölförderung.

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Ölsandabbau in Kanada

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Aus salto.bz.de (Auszug).
Befürworter der Pipeline, allen voran Deutschland argumentieren, dass die neue Pipeline die Energie-Versorgungssicherheit in Europa erhöhe und zudem für günstigere Gaspreise sorge, im Vergleich zum teureren LNG*(Flüssiggas) aus den USA. Anfang 2019 einigte sich die EU auf einen Kompromiss bezüglich Nord Stream 2.

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Gründe für die US-Sanktionen

Als Folge der Fracking-Technologie haben die USA die Gasförderung seit Mitte des vorigen Jahrzehnts stark erhöht und weiten kontinuierlich ihre Exportkapazitäten aus, für die sie neue Absatzmärkte brauchen. Seit 2016 exportiert die USA Flüssiggas nach Europa und möchte sich in Zukunft auf dem Europäischen Markt stärker etablieren. Zusätzliches Gas aus Russland ist eine Konkurrenz für die Amerikaner, zumal der Preis für russisches Gas auch deutlich günstiger ist als der für amerikanisches Flüssiggas. Es geht also bei den Sanktionen in erster Linie um wirtschaftliche und geopolitische Interessen der USA und nicht, wie von offizieller Seite gesagt wird, um die Energiesicherheit für Europa.

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Scharfe Kritik kommt aus Russland. Die USA würden einen „Wirtschaftskrieg“ führen. Präsident Putin hat bereits angekündigt, russische Schiffe für die Fertigstellung der Pipeline in die Ostsee zu entsenden.

Die deutsche Bundesregierung hat die US-Sanktionen auch scharf kritisiert. „Die europäische Energiepolitik wird in Europa entschieden, nicht in den USA“, erklärte der deutsche Außenminister. Auch die EU-Kommission kritisierte die Sanktionen der USA.

*LNG ist verflüssigtes Gas. Es wird in einer Gasverflüssigungsanlage auf -164 °C abgekühlt und unter atmosphärischem Druck verflüssigt, so dass das ursprüngliche Volumen des Erdgases auf ein Sechshundertstel reduziert wird. LNG wird dann in LNG-Tankern transportiert. Im Importland wird das Gas in speziellen LNG Terminals (Regasifizierungs-Terminals) wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt, bevor es in die Verteilerpipelines eingespeist wird.

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North Stream 2 Pipeline: US-Sanktionen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. Januar 2020 von hubert wenzl in Umwelt, Uncategorized

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Radikaler Kahlschlag im Amazonas – Bolsonaro lässt die „Regenwald Mafia“ wüten   Leave a comment

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Es wurde ja schon vorausgesagt was kommen wird, wenn der rechtsextreme Jair Bolsonaro die Präsidentenwahlen in Brasilien gewinnt. Die schlimmen Erwartungen wurden leider noch übertroffen. Aber was will man von einem Typ erwarten, der die Militärdiktatur gelobt hat. Rechtsextreme bedeuten nichts gutes für die Umwelt, die indigene Bevölkerung, nationale Minderheiten. Bolsonaro hat die Brandstifter des Amazonas regelrecht ermuntert. Dem geht es nur um Wirtschaftswachstum, egal auf wessen Kosten, ob es die Umwelt ist oder die indigene Bevölkerung im Amazonas. Bolsonaro will radikal den Amazonas für Landwirtschaft nutzen.

Leider sind auch in Australien Brandstifter am Werk. Alleine brennt es nicht zugleich an so vielen Orten. Das sind Schwerkriminelle!

Von Tagesspiegel.de

Siehe Video im Link zum Schluss.

Sollte der Rechtsextreme Jair Bolsonaro die Präsidenten-Stichwahl in Brasilien wie erwartet gewinnen, dann droht im Amazonas-Regenwald ein radikaler Kahlschlag: Der Ex-Offizier, der die Zeit der Militärdiktatur verherrlicht und nach eigenen Wort

Brasiliens Amazonas-Regenwald gilt als grüne Lunge der Erde und als gigantischer Speicher von Treibhausgasen. Er ist Heimat zahlreicher Ureinwohner-Stämme und bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Geht es nach Jair Bolsonaro, dann droht in dem einzigartigen Ökosystem ein radikaler Kahlschlag mit dramatischen globalen Folgen.Der rechtsextreme Ex-Militär ist haushoher Favorit bei der Präsidenten-Stichwahl im größten Land Südamerikas und er will die Uhren in Sachen Umwelt- und Klimaschutz weit zurückdrehen.O-Ton Emilio La Rovere, Umweltforscher an der Universität von Rio de Janeiro:’In mehreren Bereichen beobachten wir Rückschritte. Das weckt Erinnerungen an die Zeit der Militärdiktatur. Damals galt Umwelt in der Entwicklungspolitik als Hindernis.’Bolsonaro will die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft zusammenlegen, die Land- und Viehwirtschaft am Amazonas massiv ausweiten und den Einfluss staatlicher Umweltorganisationen beschneiden.Sein politischer Rivale um das Präsidentenamt, Links-Kandidat Fernando Haddad, rechnet mit dem Schlimmsten:O-Ton Fernando Haddad, Präsidentschaftskandidat der Arbeiterpartei:

‚Sollte er tatsächlich gewählt werden, dann ist das der Anfang vom Ende Amazoniens.‘ Auch Brasiliens Ureinwohner müssen um ihre Zukunft bangen, wenn ihnen durch noch mehr Weideflächen und noch größere Staudämme die Lebensgrundlage entzogen wird.

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Radikaler Kahlschlag im Amazonas – Bolsonaro lässt die „Regenwald Mafia“ wüten

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Der Regenwald im Amazonas brennt. Meist sind die Feuer gelegt. Foto: Bruno Kelly/Reuters

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Der Mörder von Maxciel Pereira dos Santos feuerte zwei Kugeln ab. Sie trafen den Mitarbeiter von Brasiliens Indio-Behörde Funai in den Kopf. Santos fuhr gerade mit dem Motorrad durch die Stadt Tabatinga, seine Frau war bei ihm, es war kurz vor 19 Uhr, der Mörder fühlte sich offenbar sicher. Tabatinga liegt im Dreiländereck zwischen Brasilien, Kolumbien und Peru ganz im Nordwesten des Amazonasgebiets.

Es sieht alles danach aus, dass Santos Anfang September gezielt umgebracht wurde, von einem „Vergeltungsmord“ spricht die Indio-Behörde Funai, für die Santos zuletzt im Vale do Javari gearbeitet hatte, einem der größten Indigenen-Reservate Brasiliens. Rund 5000 Ureinwohner verschiedener Ethnien leben dort auf einer Fläche von der Größe Österreichs. Das Reservat ist die Heimat von mehr als einem Dutzend kleiner Indio-Gruppen, die so gut wie keinen Kontakt mit der Außenwelt haben. Sie leben noch wie vor Hunderten von Jahren.

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Der Mordfall passt zu einer beunruhigenden Entwicklung: In Brasilien werden Umweltschützer sowie Ureinwohner und ihre Verbündeten immer häufiger Ziele von Anschlägen und Drohungen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat jetzt einen Bericht veröffentlicht, in dem sie vor einer drastischen Verschlimmerung der Lage unter Präsident Jair Bolsonaro warnt.

Bolsonaro attackiert Umweltorganisationen als „Instrumente ausländischer Mächte“

Bolsonaro hat klar gemacht, dass er Umwelt- und Indigenenschutz für überflüssig hält. Sie stünden der wirtschaftlichen Entwicklung im Weg. Häufig attackiert Bolsonaro Umweltorganisationen als „Instrumente ausländischer Mächte“, die es auf Brasiliens Bodenschätze abgesehen hätten. Zudem diskreditiert er staatliche Behörden wie die Funai oder die Umweltinstitute ICMBio und Ibama. Letztere beschimpfte er als „Strafzettelindustrie“, ihre Spitzen ließ er mit Militärs besetzen, ihre Strafaktionen gegen Umweltsünder aussetzen.

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Bolsonaro, Präsident von Brasilien – Foto: Adriano Machado/Reuters

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Das Signal, das die Regierung sendet, ist unmissverständlich: Umweltsünder dürfen unter Bolsonaro mit Nachsicht und sogar Unterstützung rechnen. Menschen, die sich ihnen entgegenstellen, leben hingegen noch gefährlicher als schon zuvor.

Der Bericht von Human Rights Watch trägt den Titel „Regenwald Mafias: Wie Gewalt und Straffreiheit die Entwaldung in Brasiliens Amazonasregion verstärken“. Es werden darin Dutzende Fälle von Morden, Mordversuchen und Morddrohungen gegen Umweltaktivisten aus den vergangenen fünf Jahren berichtet. Die Zahlen stammen von der Landpastorale (CPT), einer Organisation der katholischen Kirche. Demnach wurden bereits seit 2009 mehr als 300 Menschen bei Landkonflikten im Amazonasgebiet getötet. Nur in 14 Fällen kam es am Ende zu einem Prozess.

Bei den Fällen, die Human Rights Watch genauer unter die Lupe nimmt, gibt es ein klares Muster: Die Umweltschützer stellten sich mächtigen Interessen in den Weg. In so gut wie allen Fällen gab es schwere Versäumnisse der Behörden. Häufig erschienen nicht einmal Polizisten an den Tatorten, obwohl sie in einigen Fällen unweit von einer Polizeiwache lagen. Die Polizei stellte immer nur dann Untersuchungen an, wenn ein Mord für überregionale Aufmerksamkeit sorgte. Anzeigen wegen Morddrohungen aber nahm sie nie auf.

Hier weiterlesen:

https://www.tagesspiegel.de/politik/mit-drohungen-anschlaegen-und-mord-wie-brasiliens-praesident-die-regenwald-mafia-wueten-laesst/25087138.html

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 16. Januar 2020 von hubert wenzl in Umwelt, Uncategorized

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80 Prozent mehr Brände in Brasilien als im Vorjahr   Leave a comment

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Ich frage mich wie die Mehrheit der Bevölkerung in Brasilien so einen Mann wie Bolsonaro an die Spitze des Landes wählen konnte? Wenn man einige seiner Aussagen kannte, hätte man wissen müssen auf was man sich da einlässt. Aber wie simpler die Sätze, desto leichter werden sie auch von weniger Intelligenten verstanden. Der Regenwald ist nicht der private Besitz von Bolsonaro. Er hat hervorragende Bedeutung für das Weltklima. Es ist verantwortungslos und kriminell Brände absichtlich zu legen, weil man Landwirtschaft auf gerdodetem Boden machen will.

Die Brände in Brasilien haben seit vorigem Jahr um 80 Prozent zugenommen. Die Umwelt und das Klima sind diesem Bolsonaro vollkommen egal. Er will Wachstum, egal auf wessen Kosten. Die Frechheit war dann schon als er die Schuld an den Bränden Umweltschützern zuschieben wollte, ohne auch nur einen Beweis vorzulegen. Über das braucht man nicht lange reden, weil es zu absurd ist. Es war ja schon im vorhinein bekannt, dass Bolsonaro nicht die Absicht hat irgend etwas für die Umwelt und das Klima zu tun. Rechte mag ich schon allein deswegen nicht, weil sie so autoritär sind. Das genügt mir schon um diese politische Richtung abzulehnen.

Aus tagesschau.de

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Harte Fakten aus dem eigenen Land

Doch die alarmierenden Zahlen zur Abholzung kommen nicht aus dem Ausland oder aus der linken oder grünen Ecke, wo Bolsonaro seine Gegner wittert. Die Daten kommen von einer staatlichen Stelle, dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung, kurz INPE.

Wer sitzt denn an der Spitze des INPE? Der muss diese Daten erklären, die er an die internationale Presse verschickt. Wir haben das Gefühl, dass das nicht stimmen kann. Es sieht so aus, als würde er für irgendeine NGO arbeiten. Das kommt ja öfter vor.“

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Bolsonaro diffamiert also anerkannte Wissenschaftler und stellt den Daten und Fakten seine Gefühle entgegen – frei nach seinem Vorbild Donald Trump, der messbaren Tatsachen gerne seine „alternativen Fakten“ entgegen stellt.

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Institutsleiter spricht von „Stammtischgeschwätz“

Der Angegriffene, Ricardo Osório Galvão, Präsident des Instituts für Weltraumforschung, reagierte scharf: „Bolsonaros Benehmen respektiert die Würde und die Sitten des Präsidentenamtes in keiner Weise. Besonders wenn er mit der Presse spricht, aber auch sonst, redet er wie man eigentlich nur am Stammtisch redet. Ja, ich betone es: Das ist Stammtischgeschwätz.“ Das habe ihn sehr erschreckt.

Die Folge war ein Aufschrei. In einem offenen Brief stellten sich die brasilianische Akademie der Wissenschaften, Forschungs- und Hochschulverbände hinter das Institut für Weltraumforschung. Das INPE erhebe seine Daten in hohem Maß transparent, die Präzision liege bei über 95 Prozent.

Mit anderen Worten: An der dramatischen Zunahme der Rodungen im Amazonasgebiet ist nicht zu rütteln. Inzwischen musste selbst Bolsonaro ein Stück zurückrudern. Er wirft Osorio Galvão inzwischen nur noch vor, die Regierung nicht vorgewarnt zu haben, bevor er die erschreckenden Daten veröffentlicht habe.

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80 Prozent mehr Brände in Brasilien als im Vorjahr

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Siehe auch:

Jair Bolsonaros Chefideologin ist die umstrittenste Politikerin Brasiliens

Damares Alves ist Frauenministerin in Brasilien. Die Evangelikale gilt als Chefideologin von Präsident Bolsonaro – und ist die derzeit umstrittenste Politikerin des Landes.

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Jair Bolsonaro und seine Regierung sind seit Jahresbeginn im Amt

Die neue brasilianische Regierung um den rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist seit Jahresbeginn im Amt. Damares Alves gilt als ideologisch-emotionale Seele des „Bolsonarismus“. Die Pastorin hat einen klaren Plan: Sie will aus Brasilien ein rechtskonservatives, urchristlich geprägtes Land machen.

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Alves ist Überzeugungstäterin. Wenn sie über die brasilianische Linke spricht, hebt sie drohend den Zeigefinger. Dabei wirbelt ein kleines goldenes Kreuz am Ende ihr Halskette hin und her.

Jair Bolsonaros Chefideologin ist die umstrittenste Politikerin Brasiliens

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Gruß Hubert

Das Elektroauto ist ein Regenwaldkiller   Leave a comment

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Das Elektroauto ist viel problematischer als es dargestellt wird und die Umweltbilanz sieht nicht gut aus, wenn man sich das genau anschaut.

Aus Rettet den Regenwald „regenwald.org“ – Petition

Das Elektroauto ist ein Regenwaldkiller

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  Minenarbeiter im Kongo (© CCBY-NC-ND20)

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Bundesregierung und EU behaupten, Elektromobilität sei umweltfreundlich und klimaneutral. Mit vielen Milliarden Euro fördern sie die Technologie. Doch Elektroautos verbrauchen nicht nur Unmengen an elektrischem Strom. Die Rohstoffe für deren Produktion stammen aus den Regenwäldern des Kongo, Indonesiens und Südamerikas.

An: Bundesregierung und EU

„Elektroautos sind eine Scheinlösung. Erarbeiten Sie Verkehrskonzepte, die den Menschen und der Natur zugutekommen.“

Elektroautos benötigten enorme Mengen an elektrischem Strom, dessen umweltfreundliche Erzeugung keineswegs gesichert ist. Schon vor dem ersten gefahrenen Kilometer entstehen gewaltige Schäden an Mensch und Natur durch den Abbau und die Verarbeitung der für die Autoproduktion benötigten Rohstoffe.

Etwa 1.600 Kilogramm Metalle und andere Materialien stecken in einem E-Auto der Mittelklasse wie dem VW e-Golf – vor allem Stahl, Aluminium, Kupfer und Kunststoffe. Die deutsche Automobilindustrie importiert sie zu fast 100 % – und ein großer Teil davon stammt aus Minen in tropischen Ländern und Regenwaldgebieten.

Die Lithium-Ionen-Batterien, das Herzstück der Elektrofahrzeuge, bilden dabei keine Ausnahme. Sie enthalten neben Lithium, Mangan und Graphit etwa 10 Kilogramm Kobalt sowie 30 Kilogramm Nickel.

Zwei Drittel der weltweiten Kobaltproduktion stammen aus der Demokratischen Republik Kongo. Kobalt, Kupfer und Nickel werden in einem 800 Kilometer langen Gürtel im Regenwald im Süden des Landes abgebaut – unter katastrophalen Arbeitsbedingungen, zu Hungerlöhnen und durch Zehntausende Kinder.

Bei Nickel stehen Indonesien und die Philippinen an erster Stelle. Die größten Kupfervorkommen liegen in den südamerikanischen Anden, und das Eisen zur Stahlerzeugung wird vor allem in Brasilien abgebaut.

Für unsere angeblich saubere Elektromobilität fressen sich die Minen internationaler Konzerne in die Regenwälder. Sie vernichten die Artenvielfalt, verseuchen die Umwelt und verursachen Elend sowie schwerste Menschenrechtsverletzungen.

Bitte fordern Sie Bundesregierung und EU auf, ihre Verkehrs- und Rohstoffpolitik dringend zu ändern. Wir brauchen eine umweltfreundliche Verkehrspolitik – und nicht Millionen zusätzliche E-Autos auf den Straßen.

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Das Elektroauto ist ein Regenwaldkiller

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Gruß Hubert

 

Silvesterknallerei in Deutschland   Leave a comment

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang auf wolodja51.wordpress.com

 

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Abgerissene Kinderhände, traumatisierte Tiere – dazu noch viel, viel Dreck in der Luft: Damit sollte endlich Schluss sein! Und falls nicht, dann sollte zumindest die private Knallerei verboten bzw. nur noch für eine Viertelstunde nach Mitternacht erlaubt sein!

Und meistens sind es Männer, die sich zunächst erst einmal selbst und dann auch anderen zu Silvester etwas beweisen wollen, nämlich was sie doch für „tolle Typen“ sind, wenn es gilt, ihren Mitmenschen mit dieser sinnlosen Böllerei alles andere als Freude zu bereiten und vor allen Dingen Tiere in Angst, Schrecken und Panik zu versetzen.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen für die Silvesterböllerei 137 Millionen Euro ausgegeben. Wieviele Millionen werden es in diesem Jahr sein, die meiner Meinung nach friedlicher, sinnstiftender und auch nachhaltiger investiert werden sollten?

Feuerwerke – auch sehr schlimm und lebensbedrohlich für die Vogelwelt

Ahnungslos sitzen die meisten Vogelarten am 31. Dezember um 0 Uhr jeden Jahres an ihren Schlafplätzen und versuchen, ihre kostbare Energie in der kalten Jahreszeit zu sparen. Und plötzlich geht es los: Etwa eine dreiviertel Stunde lang schießen in ganz Deutschland abertausende von Raketen in die Lüfte und explodieren mit einem lauten Knall. Dies hat fatale Folgen für die Vogelwelt, aber auch für den Winterschlaf einiger anderer Tiere.

Hier bitte weiterlesen …..

Petition an das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz :

Privates Silvesterfeuerwerk – Deutschlandweit verbieten!

„Die Chemieindustrie lügt“   1 comment

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Ich glaube jedenfalls André Leu, einem Experten für nachhaltige Landwirtschaft, mehr als der Chemieindustrie oder Bauernvertretern, die beide wirtschaftliche Interessen haben und denen es um Maximalgewinn geht.

Hier ein Interview mit André Leu.

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Interview André Leu © André Leu/privat
André Leu plädiert für ökologische, also pestizidfreie Landwirtschaft. © André Leu/privat
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INTERVIEW: Zehn Jahre lang recherchierte André Leu über Pestizide. Er fand heraus: Zahlreiche wissenschaftliche Studien bringen den Einsatz der Ackergifte mit dem Anstieg von Krankheiten in Verbindung. Wir wollten wissen, was dran ist. Bernward Geier

Schon der Titel seines im Februar erschienenen Buchs spricht Bände: „Die Pestizidlüge – Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt.“ Der Agrarexperte André Leu möchte darin die Mythen der Agrarindustrie um Glyphosat & Co. widerlegen. Er sagt, wenn es um Pestizide gehe, arbeiten Agrar-
industrie und Chemielobby seit Jahrzehnten mit geschönten Daten. Die Grenzwerte etwa, ab wann Pestizide verboten seien, richten sich stets nach gesunden Erwachsenen. Dass Kinder massiv gefährdet seien, werde verschwiegen. Wir reden mit ihm über sein Anliegen.

Herr Leu, was hat Sie motiviert, ein Buch über die Gefährlichkeit von Pestiziden zu schreiben?

Uns wird erzählt, die Menge an Pestizidrückständen in Lebensmitteln seien unbedenklich und sicher. Es gäbe deshalb keinen Grund, Bio-Lebensmittel nachzufragen. Ich wollte prüfen, ob das stimmt. Dank meines Universitätsabschlusses in Kommunikation verstehe ich wissenschaftliche Veröffentlichungen und kann sie in gut verständliche Alltagssprache übersetzen. So kann jeder in meinem Buch nachlesen, wie Pestizide unsere Gesundheit – und insbesondere die unserer Kinder – beeinträchtigen können.

Eine Kernaussage ist, dass die globalen Agrarchemie-Unternehmen  Fakten manipulieren, wenn nicht sogar fälschen. Wie meinen Sie das?

Durch den Einfluss der Lobbyisten auf die Gesetzgebung schützen Regierungen die Interessen der Industrie mehr, als die der Öffentlichkeit. Ein klassisches Beispiel von massivem Interessenskonflikt ist die sogenannte Drehtür: Dabei besetzen ehemalige Topmanager einflussreiche Positionen in der Politik und umgekehrt. So kontrollieren die Füchse das Hühnerhaus! Ex-Manager der Agrarchemieindustrie schreiben Gesetzestexte zu Pestiziden, die ihr früherer Arbeitgeber entwickelt hat. Und in den Fachausschüssen, die die Rückstandsmengen giftiger Chemikalien in unseren Lebensmitteln festlegen, sitzen Wissenschaftler, die Forschungsgelder der Pestizidindustrie erhalten.

Wie sollten die Höchstwerte von Pestizidrückständen in Lebensmitteln festgelegt werden?

Für die Gesetzgebung dürften nur Studien unabhängiger Wissenschaftler nach dem Goldstandard berücksichtigt werden, die in anerkannten Wissenschaftsmagazinen veröffentlicht wurden. In den Gremien würden unabhängige Experten entscheiden, die keine finanziellen oder anderen Interessenskonflikte mit der Pestizidindustrie hätten. Und alle Prozesse müssten transparent und der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Mittlerweile hat ja praktisch jeder Mensch Glyphosat im Körper …

… mit ernsten, teils tödlichen Folgen. Glyphosat durchdringt sogar die Plazenta und kann die embryonale Entwicklung direkt beeinflussen. Föten und Neugeborene verfügen nicht über Enzyme wie Erwachsene, um Gifte abzubauen. Die Umweltorganisation Environmental Working Group hat im Nabelschnurblut von Babys bis zu 232 Chemikalien nachgewiesen. Pestizide können massiv den Hormonhaushalt verändern. Das ist kritisch für die normale Entwicklung bis hin zur Pubertät. Kinder im Wachstum brauchen, um sich normal zu entwickeln, kleine Dosen spezieller Hormone zu bestimmten Zeiten. Selbst kleinste Pestizidmengen können diese Prozesse massiv stören.

Sie warnen vor „synergistischen und metabolischen Effekten“ bei Pestiziden. Was meinen Sie damit?

Die Kombinationen von Pestiziden und ihren Abbauprodukten können bis zu tausend Mal giftiger sein als ein einzelner chemischer Wirkstoff!

Sie fordern eine pestizidfreie Landwirtschaft. Ist das nicht eine Illusion?

Nein, das ist absolut realistisch. Die Pestizidindustrie behauptet, wir könnten ohne Pestizide nicht genug Lebensmittel für die Menschheit produzieren, und müssten deshalb Rückstände akzeptieren. Das stimmt nicht. Gute biologische Landbausysteme erbringen gleiche und in armen Ländern mit geringem Produktionsniveau sogar höhere Erträge. Ganz zu schweigen vom Nutzen für Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit: etwa die wachsende Biodiversität, eine Abmilderung der Klimakatastrophe etc.

Wie kann sich jeder selbst vor Pestizid-Rückständen schützen?

Die gute Nachricht ist: Pestizide lassen sich vermeiden, indem man sich konsequent mit biologischen Lebensmitteln ernährt. Die meisten Pestizidrückstände kommen nämlich via Lebensmittel in unseren Körper. Nahrungsmittel zu waschen und zu schälen, hilft so gut wie nichts, denn die meisten Pestizide befinden sich in den Lebensmitteln.

3000 Exemplare Ihres Buchs gehen kostenlos an Kinderärzte, Hebammen und Kinderkrankenschwestern … 

Dass 3000 Experten für Gesundheit und Ernährung im Kindesalter mein Buch lesen können, darüber bin ich sehr froh. Nicht zuletzt habe ich es geschrieben, um gerade diese Berufsgruppen zu erreichen und darüber aufzuklären, wie gefährlich selbst kleinste Mengen an Pestiziden in unseren Lebensmitteln sind. Ich hoffe, immer mehr Menschen wird das bewusst und immer mehr Eltern erkennen, dass es für ihre Kinder am besten ist, biologische Lebensmittel zu essen.   

Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?

Kindern konventionelle, pestizidbelastete Lebensmittel zum Essen zu geben, ist unverantwortlich. Die meisten Pestizidrückstände gelangen über diesen Weg in den Körper. Obst und Gemüse zu waschen und zu schälen, hilft so gut wie nichts. Die meisten dieser Gifte befinden sich in den Lebensmitteln drinnen. Kaufen Sie Bio-Lebensmittel und verzichten Sie auf Pestizide in Haus und Garten! So können wir den Verlust von Lebensräumen, das massive Artensterben und den Klimawandel bremsen und uns allen eine gesunde Zukunft bescheren. Echte, positive Veränderungen werden von der Bevölkerung in Gang gesetzt. Wir können zu dieser Veränderung beitragen. Das sind wir unseren Kindern und unserer Zukunft schuldig.

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Veröffentlicht 26. August 2018 von hubert wenzl in Umwelt, Uncategorized

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Dramatischer Insektenschwund in Deutschland   9 comments

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Man weiß noch nicht genau was der Grund für das dramatische Insektensterben ist. Ich denke aber doch, dass der Mensch bzw. vor allem auch die Landwirtschaft eine wichtige und entscheidende Rolle spielt.

Aus der SZ

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Die Blutbiene Sphecodes albilabris gilt als stark gefährdet.

(Foto: Entomologischer Verein Krefeld)

 

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  • Seit 1989 ist die Masse der Insekten in Deutschland dramatisch geschrumpft, belegt eine langjährige Untersuchung.

  • An 63 Orten im Bundesgebiet – allesamt Naturschutzgebiete – verzeichneten Forscher einen Rückgang um durchschnittlich 76 Prozent.

  • Experten sprechen von einem „Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt“.

  • Eine Ursache für das Massensterben könnten Stickstoffverbindungen sein, die als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Von Tina Baier

Bislang war es nicht viel mehr als ein ungutes Gefühl, das allerdings immer mehr Menschen beschlich. Gab es früher nicht weitaus mehr Schmetterlinge, Fliegen, Hummeln, Käfer und auch Mücken? Sterben in Deutschland etwa nicht nur die Bienen, sondern ist alles noch viel schlimmer? Gibt es ein allgemeines Insektensterben?

Eine Studie, die niederländische, deutsche und britische Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Plos one veröffentlicht haben, belegt nun erstmals, dass die Wahrnehmung, dass sich etwas verändert hat in der Welt der Insekten, richtig ist: In weiten Teilen Deutschlands hat die Zahl der fliegenden Insekten tatsächlich dramatisch abgenommen. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren, nachdem sie den Inhalt von Insektenfallen gründlich analysiert haben.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Entomologischen Vereins Krefeld hatten in den vergangenen 27 Jahren an insgesamt 63 verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz Fallen aufgestellt. Darin verfingen sich über die Jahre Millionen Fliegen und Falter, Käfer, Wespen, Bienen und alle möglichen anderen fliegenden Insekten, die von den Forschern gewogen wurden. Das erschreckende Ergebnis: Seit 1989 ist die Masse der Insekten um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. „Mitten im Sommer, wenn viele Insekten ihren Höhepunkt erreichen, war sogar ein Rückgang von 82 Prozent in den untersuchten Gebieten zu verzeichnen“, schreiben die Autoren.

„Wir warten schon lange auf diese Arbeit“

„Die Publikation liefert nun den Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt“, sagt Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle. Drastischer ausgedrückt: Das Insektensterben ist jetzt nicht mehr nur ein vages ungutes Gefühl, sondern wissenschaftlich erwiesene Realität – zumindest für die Teile Deutschlands, in denen die Untersuchung gemacht wurde. „Wir warten schon lange auf diese Arbeit“, sagt Wolfgang Wägele, Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn. „Es ist das erste Mal, dass ein Datensatz dieser Qualität erhoben worden ist.“ Dass die Insekten tatsächlich weniger werden, kann nämlich nur mithilfe von Langzeitbeobachtungen wie der jetzt vorliegenden Arbeit nachgewiesen werden, da starke Schwankungen von einem Jahr auf das andere bei Insekten ganz normal sind und noch keinen Trend belegen.

Noch erschreckender wird das Ergebnis der aktuellen Studie, wenn man weiß, dass die Proben, die den drastischen Rückgang belegen, allesamt aus Naturschutzgebieten stammen – aus Regionen also, von denen man annehmen würde, dass die Natur dort zumindest noch halbwegs intakt ist. „Wenn die Biomasse an Insekten bereits an geschützten Standorten so drastisch zurückgeht, ist klar, dass die Entwicklung in nicht geschützten Ökosystemen mindestens genauso gravierend ist – vermutlich sogar gravierender“, sagt Johannes Steidle, Tierökologe an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Was passieren könnte, wenn die Zahl der Insekten noch weiter zurückgeht, ist kaum absehbar. Klar ist, dass etwa 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen von Insekten bestäubt werden. Bleiben die Insekten weg, können sich auch die Pflanzen nicht mehr vermehren. Außerdem sind Insekten eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere, zum Beispiel ernähren sich etwa 60 Prozent aller Vogelarten von ihnen. Vor diesem Hintergrund ließen die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung auch die andernorts beobachteten Rückgänge insektenfressender Vogel- und Säugetierarten in einem neuen Licht erscheinen, sagt Hans de Kroon, einer der Studienautoren von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen.

Pestizide und Stickstoffverbindungen könnten den Insekten zusetzen

Was genau die Ursachen für das Insektensterben sind, können die Autoren allerdings nicht sagen. Sie haben aber versucht, mithilfe statistischer Methoden zumindest einige Faktoren auszuschließen. Demnach hat sich zwar die Landschaft und damit auch das Spektrum der Pflanzen in den meisten der untersuchten Gebiete im Laufe der vergangenen 30 Jahre verändert. Doch beides kann nach Auffassung der Wissenschaftler die dramatischen Rückgänge nicht erklären. Genauso wenig wie der Klimawandel. „Ein Anstieg der Temperaturen müsste ja im Gegenteil eher zu einer stärkeren Vermehrung der Insekten führen“, sagt Wägele. Schließlich entwickeln sich die meisten Kerbtiere bei Wärme besser als bei Kälte. Das sei aber offensichtlich nicht der Fall. Settele sieht diesen Teil der Arbeit kritischer: „Die Autoren konnten nicht alle klimatisch relevanten Faktoren einschließen“, sagt er. Daher könne das Klima als wichtiger Faktor nicht ausgeschlossen werden.

Mit solchen Fallen gingen die Insektenforscher auf die Jagd. (Foto: Entomologischer Verein Krefeld)

Doch was setzt den Insekten dann derart zu? Die Tatsache, dass der Schwund nicht lokal begrenzt ist und dass außerdem nicht nur bestimmte Arten leiden, sondern alle, deutet nach Ansicht der Autoren auf Verursacher hin, die großflächig in die Natur eingreifen. Infrage kommen ihrer Ansicht nach die allgegenwärtigen Stickstoffverbindungen, die teils aus Düngemitteln stammen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Weniger bekannt ist, dass auch durch Abgase aus Autos und Fabriken Unmengen von Stickstoffverbindungen in die Umwelt gelangen. Gegen diese Substanzen helfen auch keine Naturschutzgebiete, da sie mit Luftströmungen nahezu überallhin gelangen und als saurer Regen in die Böden eindringen. Dort verändern sie zunächst die Vegetation: Pflanzen, die auf stickstoffarmen Böden gedeihen, werden von Allerweltsarten wie Brennnessel und Löwenzahn verdrängt, und mit ihnen auch die Insekten, die auf diese Pflanzen zum Überleben angewiesen sind.

Mindestens genauso verdächtig sind Pestizide im Allgemeinen und speziell die so genannten Neonicotinoide. „Diese Substanzen sind hochgiftig“, sagt Wägele. „Wenn beispielsweise eine Schnecke ein solches Pestizid frisst und anschließend von einem Käfer gefressen wird, stirbt der Käfer.“ Hinzu kommt, dass Neonicotinoide nicht spezifisch bestimmte Schädlinge töten, sondern auch viele andere Insekten-Arten. Sie greifen nämlich das Nervensystem der Tiere an, eine zentrale Stelle also, die für alle Insekten gleichermaßen überlebenswichtig ist. Doch auch wenn der Verdacht naheliegt: Dass diese Substanzen wirklich der Grund für das Sterben der Insekten sind, konnten auch die Autoren der aktuellen Studie nicht beweisen. Und das ist vielleicht die erschreckendste Erkenntnis: Solange man nicht weiß, was die Ursache ist, kann man auch nur wenig tun, um den Schwund der Insekten zu stoppen.

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Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 13. Juli 2018 von hubert wenzl in Umwelt, Uncategorized

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