Ketzer – Zitate von Christen und anderen Leuten   2 comments

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Hier ein Auszug von Zitaten von berühmten und weniger berühmten Menschen bezüglich der „Wahrheiten des Christentums“. Auch Theologen sind darunter.

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„Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, dass das Wasser brennt und dass das Feuer löscht, dass ein Weib ohne Mann gebiert und dass ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur“.

(Goethe, an Lavater, 9.8.1782)

„Schon der Anfang der Vernunft selbst ist in der Bibel ein Verbrechen. Im übrigen geht es dort zu wie im wirklichen Leben: Mord, Plünderung, Vergewaltigung, Genozid. An 100 Bibelstellen wird ausdrücklich im Namen Gottes getötet, an 1000 Stellen tötet dieser Gott selbst. Sein Sohn droht schließlich mit nie endenden Folterqualen über den Tod hinaus denjenigen, die ihn nicht lieben. Den Liebenden bringt er den eucharistischen Kannibalismus zur Seelenstärkung.
Was ist es für eine moralische Vernunft, die hier ihren Anfang und ihre Prinzipien erkennt und anerkennt“?

(Günther Schulte Professor für Philosophie an der Universität zu Köln)

„In Zeiten blinden und unwissenden Glaubens hat die Kirche festgesetzt, dass die Schriften, besonders die des Neuen Testaments, vollständig als authentisch und wahrhaftig zu gelten haben. Heute kann sie daher nicht mehr umkehren. Die Ergebnisse der modernen Wissenschaft müssen abgelehnt, als falsch bewiesen werden. Andererseits müssen die irrigen Entscheidungen der Kirche als wahr bewiesen werden. Deshalb muss man glauben, dass schwarz weiß ist“.

(Alighiero Tondi, ehem. päpstl.Theologe und Professor an der „Gregoriana“.)

„Ein Mythos, der auf einem anderen Mythos aufbaut wird zur Legende. Ein Mythos, der auf einer Legende aufbaut, wird zum Märchen“.

(unbekannt)

„Die Päpste und ihre Helfershelfer waren so sehr davon überzeugt, dass ihre Macht ausschließlich auf der Unwissenheit beruht, dass sie immer wieder die Lektüre des einzigen Buches verboten haben, das ihre Religion verkündet; sie sagten: Hier ist euer Gesetz, und wir verbieten euch, es zu lesen; ihr erfahrt daraus nur, was wir euch zu lehren geruhen. Diese absonderliche Tyrannei ist unbegreiflich, und trotzdem gibt es sie. Jede Bibel in lebender Sprache ist verboten; erlaubt ist sie nur in einer Sprache, die nicht mehr gesprochen wird.“
(Voltaire, franz. Schriftsteller, 1694-1778)

„Wenn man das Kreuz anbetet, an dem Christus gestorben ist, muss man auch den Esel anbeten, auf dem er geritten ist“.
(Bischof Claudius von Turin, 9. Jh.)
„Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan“.
(Jean Cocteau, franz. Schriftsteller, 1889-1963)

„Zur selben Stunde, in der unser Herr Jesus Christ es zuließ, dass er für uns den Kreuzestod erlitt, flohen die Verteidiger von den Mauern durch die Stadt, und die Unsrigen folgten ihnen und trieben sie vor sich her, sie tötend und niedermetzelnd, bis zum Tempel Salomos, wo es ein solches Blutbad gab, dass die Unsrigen bis zu den Knöcheln im Blut wateten…
Nachdem die Unsrigen die Heiden endlich zu Boden geschlagen hatten durcheilten die Kreuzfahrer die ganze Stadt und rafften Gold und Silber. Dann, glücklich und vor Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und entledigten sich Ihm gegenüber ihrer Dankesschuld“.
(Chronist über die Eroberung Jerusalems)

„Es ist nicht verwunderlich, dass sich gerade die freieren Geister… mit Grausen vom Christentum und von der Kirche insgesamt abwenden“.

(Hermann Detering, Theologe)

„Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, dass unsere heutigen Religionen der Religion Christi so wenig gleichen wie jener der Irokesen. Jesus war ein Jude, und wir verbrennen Juden. Jesus predigte Duldung, und wir verfolgen. Jesus predigte eine gute Sittenlehre, und wir üben sie nicht aus. Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, die Konzile der Kirche aber haben reichlich dafür gesorgt. Kurz, ein Christ des 3. Jahrhunderts ist einem Christen des 1. gar nicht mehr ähnlich“.
(Friedrich der Große, preuß. König, 1712-1786)

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Raubtiere dem Menschen nicht so feindlich gesinnt sind wie die Christen gegeneinander“.
(Julian, römischer Kaiser, 331-363, genannt: Apostata, der Abtrünnige)

„Das Christentum ist heute ein Leichnam, der nur noch dank der künstlichen Sauerstoffzufuhr seitens interessierter Politiker, Theologen und Kirchenfunktionäre den Anschein von Lebendigkeit zu erwecken vermag“.

(Joachim Kahl, dt. Theologe und Philosoph, *1941)

„Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein“.

(Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)

„Die persönlichen Lehren Christi: Demut, Feindesliebe, Unweltlichkeit werden nirgends befolgt. Vielmehr ist es im gesamten Abendlande Sitte, sich mit seinem Nächsten nicht zu befassen, gegen Feinde vorzugehen, das Leben auf die Sorge für den kommenden Tag zu stellen, den, der einem auf den rechten Backen schlägt, niederzuschießen und die geistig Armen als minderwertig anzusehen“.
(Walther Rathenau, dt. Staatsmann u. Industrieller, 1867-1922)

„Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, die Sittlichkeit des Gottesreiches verkündete, das Himmelreich auf Erden gründete und starb, um seinem Werke die Weihe zu geben, hat nie existiert. Es ist eine Gestalt, die vom Rationalismus entworfen, vom Liberalismus belebt und von der modernen Theologie in ein geschichtliches Gewand gekleidet wurde“.
(Albert Schweitzer, dt. Theologe, Mediziner & Philosoph, 1875-1965)

„Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, dass alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher“.

(Dietrich Bonhoeffer, dt. ev. Theologe, 1906-1945)

„Es ist Religion, an keinen Gott zu glauben – ihn glauben heißt, ihn lästern“.
(Ludwig Anzengruber, österr. Dramatiker, 1839-1889)

„Im christlichen Glauben hat die Vernunft nichts zu suchen und die Naturwissenschaft nichts zu melden“.
(Klaus Berger, Heidelberger Theologe 1940 -)

„Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten“.
(Wilhelm Busch, dt. Zeichner u. Dichter, 1832-1908)

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“.
(Wilhelm Busch, dt. Dichter u. Zeichner, 1832-1882)
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Ketzer – Zitate von Christen und anderen Leuten

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Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit ihr oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.
Steven Weinberg (*1933) US-amerikanischer Physiker jüdischer Herkunft, Nobelpreisträger, 1979, Rede auf der Konferenz „Cosmic Questions“.

 

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Diese drei Zitate sind von Dr. Gunter Bleibohm

Die Wissenschaft hat in einhundert Jahren mehr für ein zivilisiertes Leben getan als das Christentum in achtzehnhundert Jahren.
(John Burroughs, am. Dichter, 1837-1921)

Religionen sind eine Ausgeburt der Angst. Sie sind die Antwort auf eine unverständliche und grausame Welt.
(Arthur C. Clarke, brit. Schriftsteller)

Des großen Alexander Reich zerfiel; das der alten Römer und das Napoleons ging in Trümmer; sie waren gebaut auf die Gewalt der Waffen. Aber das Reich von Neu-Rom besteht schon fast anderthalbtausend Jahre und wird wer weiß wie lange bestehen, denn es ruht auf dem solidesten Fundament – auf der Dummheit der Menschen.
(Otto von Corvin, dt. Schriftsteller, 1812-1886)

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 18. März 2013 von hubwen in Kirchenkritik, Religionskritik

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Ich soll dich elend verrecken lassen…sagen sie!   Leave a comment

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Rebloggt von guteskarmatogoblog.wordpress.com – Bettina Marie Schneider.

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Jetzt liegst du also vor mir, mitten auf der Straße.  Dein Fell ist räudig, deine Augen vereitert und ich kann jede einzelne Rippe zählen. Niemand will dich. Du gehörst nirgendwo hin. Du hast keinen sicheren Ort zum schlafen, Hunger und Durst, Parasiten und Misshandlungen sind deine täglichen Begleiter und ohne Hilfe wirst du bald elend sterben.

Das ist allein deine Schuld, denn wärst du ein deutscher Hund, dann würde dich sofort jemand einsammeln, du würdest schnell Linderung für deine Hautkrankheiten haben, von Parasiten befreit und natürlich hätte man Futter für dich und ein warmes Plätzchen. Wir sind keine Unmenschen in Deutschland und kein Hund , keine Katze hat dieses grausame Schicksal verdient.

Aber wir sind in Rumänien/Griechenland/Portugal/Polen…such dir was aus…in Ländern, in denen auch die Menschen oft nicht viel haben, in Ländern, die das Wort Kastration meist noch nie gehört haben und wenn…dann finden sie diesen Eingriff wider die Natur. Verrecken lassen ist immer noch die bessere und christliche Lösung, scheint die Devise! Es gibt kein Tierheim, in das ich dich bringen könnte und mein Haus ist längst voll. Denn es gibt Tausende, ja was sage ich, Millionen wie dich und jeder, der ihnen helfen möchte, wird angefeindet. Man soll keine Hunde oder Katzen aus dem Ausland retten. Pfui, das ist unseriös, Geschäftemacherei, …sagen sie…und dazu würdest du vielleicht Krankheiten einschleppen und einem deutschen Hund oder einer deutschen Katze im Tierheim den Platz wegnehmen. Das geht natürlich gar nicht!

Du wedelst schüchtern mit deinem räudigen Schwanz und siehst mich hoffnungsvoll an. Dabei sehe ich die Striemen auf deiner Schnauze, sicher hat dich jemand geschlagen, als du um Futter gebettelt hast. Und dann denke ich mir…fuck you all!

Fuck you all, die den Auslandstierschutz schlecht reden, die arrogant und kaltherzig ihre Parolen dreschen und keine Ahnung haben, was es wirklich bedeutet, wenn man pauschal sagt: „Hört auf, die Tiere nach Deutschland zu bringen.“ Es ist deine einzige Chance, die du hast und verdammt will ich sein, wenn ich sie dir nicht schenke!

Ja, es ist nicht einfach! Ja, es wäre besser gewesen, man hätte deine Mutter kastriert und du wärst niemals geboren worden. Aber jetzt gibt es dich. Du hast ein Herz und eine Seele und du leidest. Ich bin kein Arschloch sondern ein Mensch und weil ich es kann, weil ich dir tatsächlich helfen kann, wenn ich das nur möchte, bastele ich ein Halsband aus meinem Halstuch und binde es dir um. Du lasst alles mit dir geschehen, als ob du wüsstest, was passiert. Dann setze ich dich in mein Auto und telefoniere mit meiner Organisation.

Es gibt sie nämlich überall, diese wunderbaren kleinen Inseln der Menschlichkeit. Dort arbeiten Helfer, ehrenamtliche Tierschützer, sie bauen Shelter und Organisationen für bedauernswerte Wesen , wie dich und dort wirst du eine Zuflucht finden. Nicht alle sind vorbildlich, daher suchen wir die richtige aus, wo du sicher aufgehoben bist und in eine nette Familie adoptiert wirst und wo Spenden nicht im Nirwana versickern sondern den Tieren zu Gute kommen.

Ich warte noch, bis du deine erste Mahlzeit hungrig und dankbar verschlungen hast. Dann verlasse ich die Pflegestelle und weiss…du wirst deine 2. Chance erhalten. Wir können dir nicht viel bieten, wir haben kein eigenes Shelter, alles passiert in privaten Häusern, wir sind auf jeden Cent angewiesen. Aber was wir dir schenken können, ist mehr, als du dir jemals erhoffen durftest:  Leben und Geborgenheit, für ein ganzes Hundeleben. Weil ich es kann, weil wir es können! …Und weil alles andere unmenschlich wäre.

Auslandstierschutz: Futterstellen/Kastration/Adoption…wer DAS überflüssig findet, der hat kein Herz!

„Weisst du Matilda“, flüstere ich ihr zum Abschied ins Ohr, „die meisten Zweibeiner, die du auf den Straßen triffst, das sind gar keine Menschen. Sie sehen nur so aus!“

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Matilda

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PS: Matilda wurde bei SCARS Athen aufgenommen, ihr Bild habe ich nur als Beispiel verwendet. Sie entwickelte sich bei Giorgios zu einem gesunden glücklichen Hundemädchen ❤

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Links im Bild Matilda, die bei Giorgos von SCARS auf der Pflegestelle unterkommen durfte ❤

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Gruß Hubert

ÖVP und FPÖ wollen nicht dass sie das sehen…   Leave a comment

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ÖVP und FPÖ wollen nicht dass sie das sehen…

Dokumentationen sind unerlässlich

Die Regierung soll nicht verhindern, dass Tierschützer_innen Missstände aufdecken, sondern sie soll dafür sorgen, dass Tiere überall verantwortungsvoll gehalten und behandelt werden.

Sämtliche Zustände, die in diesem Video dokumentiert wurden (verdurstende Ferkel, erschlagene Ferkel, brutalste Kastration durch Herausreißen der Hoden, schwerverletzte Tiere, …), wären auf andere Art als durch Aufdeck-Journalismus nie ans Tageslicht gekommen, die Öffentlichkeit würde also nie davon erfahren, die meisten Szenen sind hochaktuell aus einem Stall in NÖ.

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Die Regierung will nicht, dass Sie dies sehen können!

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Siehe auch:

VGT deckt auf: Fleischskandal in Vorarlberg


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Gruß Hubert

 

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?   2 comments

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Vielleicht auch nicht uninteressant wie man in Südtirol, meiner Heimat, mit dem Wolf vonseiten der Bauern und dem Medienmonopol Athesia (Dolomiten-Tageszeitung) umgeht. Da bleibt man nicht bei den Fakten.

Neue Meldung für heute: das italienische Innministerium unter der Leitung von Matteo Salvini (Lega Nord) will Erlaubnis zum Wolfsabschuss geben. Man stellt den Wolf auch als eine Gefahr für Menschen dar, was ja vollkommener Unsinn ist.

[…]
Jedes Mal, wenn ein Wolf oder Bär die heilige Grenze zu Südtiroler Boden überschreitet, folgt das gleiche Schauspiel: Bauernvertreter, die vor Aufregung rot anlaufen, Hexenjagden auf gegenteilige Meinungen und nicht zuletzt die Wölfe selbst – blutrünstig, Zähne bleckend und mit weit aufgerissenen, schäumenden Mäulern. Nein, keine echten Wölfe natürlich. Sondern diejenigen, die immer wieder auf realistische Weise in der Tageszeitung „Dolomiten“ abgedruckt sind. Da mag es geradezu verwundern, dass es nicht die Gebrüder Grimm sind, die hinter dieser Tageszeitung stehen, sondern lediglich die Gebrüder Ebner.

Aus barfuss.it

Spoiler zum Titel: Es sind die Tageszeitung „Dolomiten“ und der Bauernbund. Als handelte es sich um eine gefährliche Krankheit, fordert man ein „wolfsfreies“ Südtirol.

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Bild: Wikimedia/Isster17
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An Empathie mit Tieren fehlt es dem Südtiroler Bauernbund ja nicht. Vor allem, wenn es um das Thema Bär oder Wolf geht. Dann können sich die Vertreter des Bauernbunds plötzlich so gut in die eigenen Tiere einfühlen, dass sich auch ihre Wortmeldungen kaum noch vom angstvollen, hysterischen Geblöke einer Herde Schafe unterscheiden.

Jedes Mal, wenn ein Wolf oder Bär die heilige Grenze zu Südtiroler Boden überschreitet, folgt das gleiche Schauspiel: Bauernvertreter, die vor Aufregung rot anlaufen, Hexenjagden auf gegenteilige Meinungen und nicht zuletzt die Wölfe selbst – blutrünstig, Zähne bleckend und mit weit aufgerissenen, schäumenden Mäulern. Nein, keine echten Wölfe natürlich. Sondern diejenigen, die immer wieder auf realistische Weise in der Tageszeitung „Dolomiten“ abgedruckt sind. Da mag es geradezu verwundern, dass es nicht die Gebrüder Grimm sind, die hinter dieser Tageszeitung stehen, sondern lediglich die Gebrüder Ebner.

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Schlagzeilen in der Dolomiten – so geht sachlicher Journalismus.

Bild: Teseo La Marca
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Diesmal ist es ein Wolfspaar am Deutschnonsberg, das die Gemüter erhitzt. Die beiden Wölfe scheinen schon seit einiger Zeit hier ansässig zu sein. Sorge bereitet die Tatsache, dass es sich um einen Rüden und ein Weibchen handelt, weshalb man baldigen Nachwuchs erwartet. Auch im Gadertal sind zwei Wölfe vor kurzem in eine Fotofalle getappt. Doch wie gefährlich sind die Wölfe wirklich?

Entgegen den kontraproduktiven Bemühungen einiger Naturschützer, den Wolf zu verharmlosen und zu romantisieren, steht fest: Der Wolf ist kein Kuscheltier und eine Begegnung mit ihm kann nachweislich tödlich enden. Die Angriffe auf Menschen sind allerdings äußerst selten, denn der Mensch passt nicht ins Beuteschema des Wolfes. Wissenschaftliche Datenerhebungen wie der Linnell-Report zeigen: Meist war es Tollwut, die den Wolf zum Angriff bewegte. Westeuropa ist inzwischen aber so gut wie tollwutfrei, dementsprechend sind auch problematische Begegnungen seltener geworden.

Wo es ideologisch zugeht, da muss auch die richtige Propaganda her.

Wenn die Angst vor dem Wolf in Südtirol begründet sein will, dann kann sie sich nur auf die Angriffe auf Nutztiere beziehen. Laut dem Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Luigi Spagnolli wurden aufgrund der Wölfe durchschnittlich zwischen 15.000 und 25.000 Euro Schadenersatz jährlich gezahlt. Zum Vergleich: In der Toskana beliefe sich der Schadensersatz bei 700 Wölfen auf über eine Million Euro jährlich. Dass einige zehntausend Euro nicht gerade jene finanzielle Last sein kann, die das Land Südtirol in den Bankrott treibt, legt nahe, dass der Widerstand gegen den Wolf eher ideologisch motiviert ist.

Wo es ideologisch zugeht, da muss auch die richtige Propaganda her. Das hat beim Thema Wolf oder Bär bisher immer sehr gewissenhaft die Tageszeitung Dolomiten übernommen. Dort liest man das karg begründete und wahrscheinlich im selben Maße qualifizierte Urteil: Wolf und Südtirols Berglandwirtschaft passen einfach nicht zueinander. Dabei scheut man sich auch nicht, die elementarste Einhaltung von Naturschutzgesetzen in Frage zu stellen:

„Welche Blüten der Naturschutz in Italien treibt, zeigt ein Gesetzentwurf, den drei Senatoren nun in Rom eingebracht haben. Dieser sieht vor, dass hinter Gitter muss, wer einen Bären unrechtmäßig abschießt.“

Aussage: Wer eine Straftat begeht, indem er ein strenggeschütztes Tier tötet, sollte lieber ungestraft davonkommen. Dass Wolf und Bär nicht nur in Italien, sondern in beinahe jedem zivilisierten europäischen Staat unter strengem Schutz stehen, das übersieht die Tageszeitung großzügig. Stattdessen hofft man, nationale sowie internationale EU-Gesetzgebung zu umgehen und für Südtirol ein Sonderrecht für den Umgang mit Wildtieren herauszuschlagen.

Die Sehnsucht nach Wildnis und die naive Freude darüber, endlich wieder Wölfe in unseren Wäldern zu haben, sind genauso irrational wie die Angst vor dem Wolf.

Spagnolli, der auf die Unsinnigkeit dieser Forderungen aufmerksam macht, wurde als Wolfsbefürworter angegriffen. Die Einladung zu einer Pro und Contra-Diskussion des Senders Rai Südtirol hat er dennoch klugerweise abgelehnt. Denn die Frage, ob man nun für oder gegen den Wolf ist, ist in der Tat unangebracht. Die Sehnsucht nach Wildnis und die naive Freude darüber, endlich wieder Wölfe in unseren Wäldern zu haben, sind genauso irrational wie die Angst vor dem Wolf. Beide Gefühle entspringen letztlich einer ganz bestimmten, meist städtischen Unerfahrenheit. Die eine Unerfahrenheit romantisiert, die andere dämonisiert. Die Rückkehr des Wolfes ist aber eine Tatsache, die sachliche Maßnahmen erfordert, wie etwa den Wolfsplan, der gerade in Rom erarbeitet wird. Und ob Südtirol zu ihm passt, weiß der menschenscheue Wolf wohl am besten zu entscheiden.

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Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

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Gruß Hubert

Unfassbar wie mit kranken Kühen umgegangen wird!   Leave a comment

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Es ist unerträglich wie mit kranken Kühen umgegangen wird. Tiere, die nicht selbstständig gehen können, dürfen laut Gesetz nicht transportiert werden. Und nicht sie einfach anbinden und per Seilwinde dahin schleifen lassen. Welche Schmerzen die Kühe da erleiden müssen muss man hoffentlich niemandem erklären. Ich habe kein Mitleid mit Leuten die wegen des hohen Fleischkonsums krank werden. Die sind auch angesichts solche Bilder nicht mal bereit weniger Fleisch zu essen.

Aus daserste.de

Das Geschäft mit kranken Kühen

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Foto von daserste.de

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Im aktuellen Schlachthofskandal im niedersächsischen Stade sind Tiere brutal gequält worden. Laut Experten haben Landwirte, Transporteure und Schlachthofmitarbeiter in zahlreichen Fällen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Fleisch aus dem Schlachthof ist beschlagnahmt worden und wird jetzt untersucht.

Es sind Szenen, die auch erfahrene Veterinäre erschüttern: Kranke und verletzte Rinder, die aus eigener Kraft weder stehen noch gehen können, werden in zahlreichen Fällen gewaltsam mit einer Seilwinde auf Viehtransporter gezerrt und zum Schlachthof gefahren. Das zeigen Bilder der Organisation „Soko Tierschutz“, die Plusminus exklusiv vorliegen.

Illegales Geschäft mit Tieren

Veterinären zufolge ist das ein illegales Geschäft, und das brutale Vorgehen eine Straftat. Tiere, die nicht selbstständig gehen können, dürfen laut Gesetz nicht transportiert werden. „Für mich ist es unverständlich, wie man mit lebenden Wesen so umgehen kann“, sagt die Tiermedizinerin Claudia Preuß-Ueberschär, die gemeinsam mit drei weiteren Experten das Videomaterial analysiert hat.

Tierquälerei im Schlachthof?

Über mehrere Wochen haben die Tierschützer solche Szenen dokumentiert. Das Vorgehen wirkt routiniert, immer wieder dasselbe Schema, sagt Friedrich Mülln von der „Soko Tierschutz“. Der Transporter des Schlachtbetriebs aus Düdenbüttel im Landkreis Stade fährt zu einem Bauernhof, per Seilwinde werden gehunfähige Tiere aufgeladen, zum Schlachthof gefahren und dort verarbeitet.

Der Transporteur und Betreiber des Schlachthofs lässt alle Fragen der Reporter zu den Missständen unbeantwortet. Die zuständige Veterinärbehörde räumt auf Anfrage ein, dass der Schlachtbetrieb von zwei amtlichen Tierärzten regelmäßig kontrolliert wurde. Dennoch: Von den Missständen haben sie offenbar nichts mitbekommen

Profit auf Kosten von Tierschutz

Tierschützer und Veterinäre sprechen von einem „kriminellen Netzwerk“, einem Systemproblem. Denn kranke Rinder, wie in den vorliegenden Fällen, müssen am Hof eingeschläfert und entsorgt werden. Das kostet den Landwirt Geld. Verkauft er das Tier aber, verdienen alle daran – vom Bauern über den Transporteur bis hin zum Schlachter. Im Interview mit Plusminus verteidigt einer der beteiligten Bauern im Kreis Stade, der sein Tier besonders brutal behandelt hat, sein Vorgehen: Das sei Wirtschaft.

Für den Absatz von nicht-transportfähigen Tieren gibt es in Deutschland einen Markt. Erst vor wenigen Monaten wurden in Schlachthöfen im niedersächsischen Bad Iburg und in Höhengöhren in Sachsen-Anhalt ähnliche Missstände wie im Kreis Stade aufgedeckt. Auch dort ging es um Tiere, die mit der Seilwinde auf Transporter gezerrt und zum Schlachthof gebracht wurden. In allen Fällen wurden die Schlachthöfe geschlossen, die Staatsanwaltschaften ermitteln. Bisher richten sich diese Ermittlungen nach den Recherchen aber nur gegen die Schlachtbetriebe – Transporteure und Landwirte stehen bisher nicht im Fokus.

Ministerin kritisiert Landwirte

Allein in Niedersachsen kam es in den vergangenen sechs Monaten zu vier Schlachthofskandalen. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sieht sich nicht in der Verantwortung, sondern erhebt im aktuellen Fall schwere Vorwürfe gegen die Landwirte. Das sei „kriminelle Energie“, gegen die rigoros vorgegangen werden müsse.

Verbraucher in Gefahr?

Der Verzehr von Fleisch kranker und verletzter Tiere kann gefährlich sein – die Folgen reichen von Durchfall bis hin zur Lebensmittelvergiftung. Im Fall Stade kann ein Fleischhygieniker nach Sichtung der verdeckt gedrehten Bilder eine Belastung durch Krankheiten oder Entzündungen im Fleisch nicht ausschließen.

Auf Anfrage bestätigt das Veterinäramt Stade, es habe Ware des Schlachthofes teilweise zurückgeholt und sichergestellt. Nach Angaben der Behörde wurden mikro-bakterielle Untersuchungen angeordnet. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Der Schlachtbetrieb in Düdenbüttel hat unter anderem an einen niederländischen Fleischverarbeiter geliefert. Gegenüber dem BR versichert die Firma, Fleisch aus Stade vorsorglich aus dem Verkehr gezogen und die Geschäftsbeziehung abgebrochen zu haben. Zu den Kunden des niederländischen Betriebs gehören internationale Fleischverarbeiter und die Lebensmittelindustrie.

Autoren: Eva Achinger und Jan Zimmermann

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Unfassbar wie mit kranken Kühen umgegangen wird!

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Hier noch ein Kommentar.

R. Müller am 11.04.2019 um 15:31 Uhr

WIR, DIE BESTIE MENSCH

Schuld an diesen grausamen Machenschaften ist die BESTIE MENSCH, also der Landwirt, die Mitarbeiter der Agrarindustrie – von der „Fleischerzeugung“ bis zum Schlachthof, der Lebensmittelhandel (ALDI, Lidl, Edeka, Rewe, etc. etc. – u. a. basiert der masslose Reichtum von Familien wie ALDI und Schwarz (Lidl) auch darauf, mit möglichst wenig Kosten maximalen Profit aus der „Fleischerzeugung“ zu ziehen), und nicht zuletzt wir Konsumenten, die wir beim Einkauf nur das billige Fleisch sehen – wollen. Solange wir Konsumenten unser Verhalten nicht ändern wird sich an diesen untragbaren Zuständen garnichts ändern. Von unseren Politikern braucht sich niemand etwas zu erhoffen. Die, die an den Schalthebeln sitzen – also allen voran von der CSU, CDU, FDP, SPD – sind nach den jahrzehntelangen Erfahrungen den Lobbyisten mehr verpflichtet als auch nur ansatzweise dem Tierwohl. BEIDE AUGEN ZUDRÜCKEN UND DAFÜR BEIDE HÄNDE AUFHALTEN!

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Gruß Hubert

Bezahlbare Wohnungen   5 comments

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Ich kann nur in allem zustimmen, was Dietmar Bartsch in dem Video bei Twitter zum Thema bezahlbare Wohnungen sagt.

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Video
https://twitter.com/DietmarBartsch/status/1115993319409057792

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 10. April 2019 von hubwen in Gesellschaft, Politik, Uncategorized

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Depressionen bei Männern   1 comment

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Es ist interessant zu sehen wie verschieden im Erleben sich Depressionen bei Männern und Frauen sind und wie Männer damit umgehen.

Aus depressionen-depression.net

Depressionen bei Männern

Depressionen äußern sich bei Frauen und Männern unterschiedlich. Frauen erkranken häufiger an Depressionen als Männer. Dies ist vielleicht auch der Grund, weshalb in den letzten Jahrzehnten oftmals die Depression bei Frauen im Blickpunkt stand und über die Krankheit bei den Männern relativ wenig bekannt war. Inzwischen jedoch wird auch die Depression bei Männern genauer untersucht.

Herausgefunden wurde inzwischen, daß wesentlich mehr Männer an einer Depression erkranken als bisher gedacht. Vor allem die Zahl der depressiven jungen Männer nimmt ständig zu. Am gefährlichsten ist die Depression bei älteren Männern. Ältere Männer, die alleine leben und krank sind, begehen wesentlich häufiger Selbstmord, wenn sie an einer Depression leiden. Allgemein ist die Suizidrate bei Männern höher als bei Frauen. Zudem verüben Männer ihren Suizid „härter“ als Frauen, sie schießen sich in den Kopf, fahren an eine Mauer usw.
Frauen bevorzugen Gift, schneiden sich die Adern auf etc.

Auch wenn viele Männer es nicht zugeben wollen, so belasten sie Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Einsamkeit oder die Trennung von ihrem Partner genauso wie dies bei Frauen der Fall ist. Allerdings scheint es eine gewisse Schwelle zu geben, ab der bei Männern eine Depression entsteht. Das bedeutet also, daß erst ein gewisses Maß an ungünstigen Faktoren auftreten muss, bevor eine Krankheit entsteht. Vorher passiert nichts, dann allerdings entsteht für den Mann schnell das Gefühl, daß alles ausweglos sei und das Leben sinnlos.

Bei Männern sind die Ursachen für Depressionen meist andere als bei Frauen. Oftmals leiden sie unter einer Sucht, körperlichen Problemen oder sozialen Problemen. Zudem geht man davon aus, daß Männer die Krankheit Depression anders erleben als Frauen.

Während Frauen dazu neigen, bei Stress quasi direkt eine Depression zu entwickeln, entwickeln Männer oftmals erst eine andere Erkrankung, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen der Herzgefäße.

Entwickelt sich bei einem Mann eine Depression, so versucht er das meist erst mit sich selbst abzumachen. Man weiß ja: Männer reden nicht so viel, schon gar nicht über ihre Gefühle. Deshalb geht man davon aus, daß es wesentlich mehr Depressionen bei Männern gibt, als es die offiziellen Zahlen zeigen.

Während Frauen, bevor sie depressiv werden, häufig unter Ängsten leiden, so geht bei Männern einer Depression oftmals eine Abhängigkeit, wie zum Beispiel eine Alkoholabhängigkeit, voraus. Bis zu 30 % der depressiven Männer hatten tatsächlich vor ihrer Erkrankung ein Suchtproblem. Leider versuchen viele Männer aber auch, ihre Depression durch Drogen in den Griff zu kriegen. Gerade das zeigt sich dann als ein fataler Teufelskreis: die Depression führt dazu, daß noch mehr Drogen genommen werden, die Drogen wiederum führen immer tiefer in die Depression hinein.

Ältere Männer

Wenn Männer älter werden, produzieren sie – wie Frauen in den Wechseljahren – weniger Hormone. So wird zum Beispiel weniger Testosteron gebildet. Das Testosteron ist das Geschlechtshormon der Männer schlechthin. Ab dem 50. Lebensjahr bildet sich immer weniger davon im männlichen Körper. Bis zum 75. Lebensjahr ist die Produktion um circa 40 % zurückgegangen.

Das Testosteron regelt im Körper diverse sexuelle Funktionen wie zum Beispiel die Erektion und die Ejakulation. Zudem hat es eine Wirkung im Gehirn, das unter anderem das sexuelle Interesse steuert.

Wird nun also dieses Testosteron zu wenig ausgeschüttet, so können Folgen wie Ermüdung, eine Verwirrtheit, Erektionsschwäche und ein Verlust des sexuellen Interesses auftreten. Dies sind ähnliche Symptome, wie man sie auch von einer Depression kennt. Tatsächlich scheinen sich gerade das Nachlassen des sexuellen Interesses und der sexuellen Funktionen durchaus auf das Entstehen einer Depression auszuwirken.

Falsch wäre es jedoch zu denken, daß man einfach Testosteron geben müsse und alle Probleme werden gelöst. So führt eine Gabe von Hormonen zwar zu einer besseren Stimmung, einem höheren Wohlbefinden und mehr Tatkraft, allerdings treten andere Wirkungen wie Wut, Traurigkeit und Gereiztheit auf.

Sexualität und Depressionen

Wie man oben sehen konnte, spielt die Sexualität für den Mann eine besondere Rolle.

Besonders schlimm ist es, wenn „es“ nicht mehr richtig funktioniert. Dies ist leider nicht nur im höheren Alter der Fall, sondern auch bei jungen Männern, die unter einer Depression leiden. Zudem können einige Antidepressiva ebenfalls dazu führen, daß die sexuelle Funktionalität nicht mehr gegeben ist: Viele depressive Männer haben also ein Problem mit der Sexualität.

Diese sexuellen Schwierigkeiten empfinden dann auch die Partnerinnen als belastend. Manche Frauen glauben, ihr Mann liebe sie nicht mehr, er habe eine andere, fühlen sich nicht mehr liebenswert, attraktiv etc. Es ist also von beiden Seiten viel Feingefühl und Offenheit erforderlich, daß die Depression die Partnerschaft nicht zerstört.

Depressionen bei Männern

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Interessant, Leonard Cohen starb auch an einem 10. November wie Robert Enke. Cohen starb 2016.

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Hier noch das Fallbeispiel des ehemaligen Torhüters von Hannover 96, Robert Enke.

Gerade für einen Fußballspieler war (ist es vielleicht noch) ein Tabu, zuzugeben, dass er an einer Depression leide. Auch hatte er Angst, dass man ihm sein Adoptivkind nehmen würde, wenn die Depression publik würde. Enke hatte ständig Angst, dass er den Ansprüchen nicht genügen könnte – obwohl er ausgezeichnete Leistungen erbrachte und in älteren Jahren auch als Nationaltorwart einige Male zum Zuge kam. Unverantwortlich war, dass Trainer Louis van Gaal, der damals beim FC Barcelona war wie Robert Enke, mit diesem in einem ganzen Jahr nie mit ihm sprach. Enke hatte nur noch Angst.

Und wenn man nichts mehr spürt wie Robert Enke dann wird das Leben zur Plage und Last. Ohne Lebensfreude kann man auf Dauer nicht leben.

Aus rtl.de

Robert Enke: „Ich spüre nichts mehr“

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n1dyx234uvr© dpa, Peter Steffen

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„Liebe Terri, es tut mir leid“

Wenn ein schwarzes Loch alle Freude verschlingt, Stille zu schreien und jede Sekunde unerträglich scheint – geht einfach nichts mehr. So war es wohl auch bei Robert Enke.

„Wenn du nur einmal eine halbe Stunde meinen Kopf hättest, dann würdest du verstehen, warum ich wahnsinnig werde“, hat er einmal zu seiner Frau Teresa gesagt. Es ist nur ein Satz von ganz vielen bewegenden Details, die hängen bleiben von der Biographie des verstorbenen Nationaltorwarts.

‚Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben‘ von Ronald Reng verrät viel über das oft schwierige, aber nicht selten auch schöne Leben des einstigen Profis von Hannover 96. Es verrät auf 427 Seiten viel über den Profifußball. Und es versucht zu erklären, warum ein Fußball-Star, der scheinbar alles besaß, letztlich nur noch einen Ausweg aus diesem Leben kannte: den Selbstmord.

Eine der letzten Seiten beschreibt jenen 10. November 2009, als Teresa erfährt, dass ihr Mann den ganzen Tag unterwegs war, obwohl keine Trainingseinheit anstand. „Durchsuch sofort sein Zimmer, ob du einen Abschiedsbrief von ihm findest“, sagt Manager und Freund Jörg Neblung am Telefon panisch. Teresa rennt die Treppe hoch ins Schlafzimmer, wischt die Zeitschriften vom Nachttisch, ein weißes Blatt fällt heraus. „Liebe Terri, es tut mir leid, dass…“

„Robert Enke hatte Depressionen“

Es ist ein Dienstagabend gegen halb sieben, als sich Robert Enke aus eigenem Willen an den Bahngleisen bei Eilvese in Niedersachsen das Leben nimmt. Zweieinhalb Kilometer von seinem Wohnhaus und nur wenige hundert Meter vom Grab seiner verstorbenen Tochter Lara entfernt, steigt er aus seinem schwarzen Mercedes, läuft noch ein paar Meter die Bahntrasse entlang, bevor er sich vor einen Regionalzug wirft.

Die Nachricht von seinem Tod schockt das ganze Land, lässt es erstarren. Niemand weiß so recht, wie er mit der Situation umgehen soll. Wie auch? „Wir müssen heute über ein Tabuthema in der Bundesliga sprechen. Robert Enke hatte Depressionen“, sagt ein Sprecher von Hannover 96 bei der Pressekonferenz. Neben ihm auf dem Podium sitzt Teresa Enke. Nur 17 Stunden nach dem Tod ihres Mannes will sie über die Wahrheit sprechen. Die Wahrheit, die sie jahrelang für sich behalten musste.

 

„Robert hatte panische Angst. Angst davor, dass etwas ruchbar wird, dass alles herauskommt und er als Spieler und Mensch nicht mehr stattfinden würde“, sagt Teresa mit Tränen in den Augen. Vor allem Adoptivkind Leila, das seit rund sechs Monaten Enkes Lebensmittelpunkt neben dem Sport bildete, hätte man ihnen wieder wegnehmen können, so die Angst von Enke. „Doch das ist gar nicht wahr“, ruft sie verzweifelt.

Die Biographie, sie ist auch die Geschichte einer unglaublich starken Frau. Immer wieder fragt man sich beim Lesen: Wie schaffte es Teresa Enke nur ihren Robert ein ums andere Mal aus dem schwarzen Loch herauszuholen? Am Ende des Buches, zu der Zeit, als die Depression bei Enke das zweite Mal ausgebrochen war, beschreibt Reng, wie Teresa ihn zu jedem Training bei Hannover 96 begleitete. Wie sie ihn am Platz anfeuerte oder zwei Stunden lang im Auto saß und auf ihn wartete. Aus Angst Robert könnte sich etwas antun, wollte sie ihn nicht mehr alleine lassen.

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Enkes zweite Depressions-Phase – „Ich denke an S.“

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Angefangen hatte die Depression bei Robert Enke 2003. Er war nach drei glücklichen und erfolgreichen Jahren bei Benfica Lissabon zum FC Barcelona gewechselt. Doch unter dem heutigen Bayern-Trainer Louis van Gaal scheiterte der Torwart. „Er hat im ganzen Jahr nie mit mir geredet“, schreibt Enke in seinen ‚Depri-Ordner‘, wie er sein Tagebuch nennt.

Er geht dort zum ersten Mal zu einem Psychologen und Psychotherapeuten, wechselt kurz darauf zu Fenerbahce Istanbul, löst dort schnell seinen Vertrag auf. „Ich habe nur noch Angst“, sagt er zu seinem Torwarttrainer Eike Immel. Er lässt sich behandeln.

Sportlich kommt Enke beim spanischen Zweitligisten Deportivo Teneriffa wieder auf die Beine, ehe er bei 96 in der Bundesliga die Nummer 1 wird und mit 29 Jahren doch noch bis in die Nationalmannschaft durchstartet. Seine Teresa wird schwanger. 2006 wird Tochter Lara herzkrank geboren und stirbt im Alter von nur zwei Jahren nach einer Ohrenoperation. Schon sechs Tage später steht Enke wieder zwischen den Pfosten.

„Ich habe geschaut, wo ich mich umbringen könnte“

Die zweite Depressions-Phase kommt 2009 – unvermittelt. Am 3. September 2009 schreibt Enke in sein Tagebuch: „Scheint alles sinnlos zu sein. Fällt mir schwer, mich zu konzentrieren. Denke an S.“ Das „S.“ steht für Selbstmord. Zu seinem Berater und Freund Jörg Neblung sagt Enke am Telefon: „Ich spüre nichts mehr. Keine Nervosität, keine Freude, nichts.“ Alles ist eine große Anstrengung für den damals 32-Jährigen, selbst die Wahl zwischen Pflaumen- oder Käsekuchen bei einem Kindergeburtstag.

„Robbi“, sagt später sein Freund Marco Villa, hatte zwei Träume: „Die Weltmeisterschaft und sich outen. Und er wusste, beides ging nicht.“ Enke nimmt Stimmungsaufheller, kommt aber bei einem Nationalmannschafts-Lehrgang kaum aus dem Bett. Er fährt stundenlang durch Köln, sein Handy ist ausgeschaltet. Teresa erreicht ihn erst um 23.30 Uhr. „Ich habe geschaut, wo ich mich umbringen könnte“, sagt Robert auf die Frage, wo er gewesen sei. Er weigert sich einweisen zu lassen: „Ich bin Nationaltorwart, ich kann doch nicht in eine Klinik gehen.“

Enke lebte seit Beginn seiner Fußballerkarriere mit der Angst Fehler zu machen. Fehler, die über seine zukünftige Karriere entscheiden könnten. Er kämpfte um Anerkennung und selbst wenn er bejubelt wurde, hatte er das Gefühl, nie gut genug zu sein.

„Wie lebt es sich mit Depressionen oder nur mit der Ahnung, sie könnten jeden Moment wiederkommen? Mit der Angst vor der Angst? Die Antworten wollte Robert Enke gerne selber geben. Er wollte dieses Buch schreiben, nicht ich“, schreibt Reng in der Biographie. Doch dazu kam es nicht.

(Tamara Lux)

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„Ein allzu kurzes Leben“ – Enke-Biographie vorgestellt

https://www.spiegel.de/video/kicker-tv-ein-allzu-kurzes-leben-enke-biographie-vorgestellt-video-1087565.html

Enke war wohl sehr sensibel, nicht der typische Fußballspieler. Er schrieb auch Gedichte.

Ronald Reng – Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben

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Nationaltorwart Robert Enke hatte sich am 10.11.2009 im Alter von 32 Jahren das Leben genommen. Er litt unter Depression.

 

Robert Enke: „Ich spüre nichts mehr“

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Gruß Hubert

You Want It Darker – Leonard Cohen   Leave a comment

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You Want It Darker – Leonard Cohen

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You Want It Darker

Songtext – Übersetzung

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Wenn du die Karten gibst
bin ich aus dem Spiel
Wenn du der Heiler bist, bedeutet das
Ich bin gebrochen und gelähmt
Wenn dir der Ruhm gebührt, dann
Gebührt mir wohl die Schande
Du willst es dunkler
Wir löschen die Flamme

Gelobt, gepriesen
Sei dein heiliger Name
Verunglimpft, gekreuzigt
In der menschlichen Gestalt
Millionen Kerzen brennen
Für die Hilfe, die niemals kam
Du willst es dunkler

Hineni, hineni (Hier bin ich, hier bin ich)
Ich bin bereit, mein Gott

Es gibt einen Liebenden in der Geschichte
Aber die Geschichte ist noch die selbe
Es gibt ein Schlaflied zum Leiden
Und ein Paradox zum Beschuldigen
Aber es ist in den Schriften geschrieben
Und es ist kein leerer Anspruch
Du willst es dunkler
Wir löschen die Flamme

Du stellst die Gefangenen auf
Und die Wachen zielen
Ich kämpfe mit einigen Dämonen
Sie waren aus der Mittelschicht und zahm
Ich wusste nicht, dass ich die Erlaubnis hatte,
Zu morden und zu verstümmeln
Du willst es dunkler

Hineni, hineni
Ich bin bereit, mein Gott

Gelobt, gepriesen
Sei dein heiliger Name
Verunglimpft, gekreuzigt
In der menschlichen Gestalt
Millionen Kerzen brennen
Für die Liebe, die niemals kam
Du willst es dunkler
Wir töten die Flamme

Wenn du die Karten gibst
Lass mich das Spiel verlassen
Wenn du der Heiler bist
Bin ich gebrochen und gelähmt
Wenn dir der Ruhm gebührt
Gebührt mir wohl die Schande
Du willst es dunkler

Hineni, hineni
Hineni, hineni
Ich bin bereit, mein Gott

Hineni,
Hineni, hineni
Hineni

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https://www.songtexte.com/uebersetzung/leonard-cohen/you-want-it-darker-deutsch-63d622e3.html

 

Veröffentlicht 9. April 2019 von hubwen in Musik, Uncategorized

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