Ketzer – Zitate von Christen und anderen Leuten   1 comment

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Hier ein Auszug von Zitaten von berühmten und weniger berühmten Menschen bezüglich der „Wahrheiten des Christentums“. Auch Theologen sind darunter.

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„Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, dass das Wasser brennt und dass das Feuer löscht, dass ein Weib ohne Mann gebiert und dass ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur“.

(Goethe, an Lavater, 9.8.1782)

„Schon der Anfang der Vernunft selbst ist in der Bibel ein Verbrechen. Im übrigen geht es dort zu wie im wirklichen Leben: Mord, Plünderung, Vergewaltigung, Genozid. An 100 Bibelstellen wird ausdrücklich im Namen Gottes getötet, an 1000 Stellen tötet dieser Gott selbst. Sein Sohn droht schließlich mit nie endenden Folterqualen über den Tod hinaus denjenigen, die ihn nicht lieben. Den Liebenden bringt er den eucharistischen Kannibalismus zur Seelenstärkung.
Was ist es für eine moralische Vernunft, die hier ihren Anfang und ihre Prinzipien erkennt und anerkennt“?

(Günther Schulte Professor für Philosophie an der Universität zu Köln)

„In Zeiten blinden und unwissenden Glaubens hat die Kirche festgesetzt, dass die Schriften, besonders die des Neuen Testaments, vollständig als authentisch und wahrhaftig zu gelten haben. Heute kann sie daher nicht mehr umkehren. Die Ergebnisse der modernen Wissenschaft müssen abgelehnt, als falsch bewiesen werden. Andererseits müssen die irrigen Entscheidungen der Kirche als wahr bewiesen werden. Deshalb muss man glauben, dass schwarz weiß ist“.

(Alighiero Tondi, ehem. päpstl.Theologe und Professor an der „Gregoriana“.)

„Ein Mythos, der auf einem anderen Mythos aufbaut wird zur Legende. Ein Mythos, der auf einer Legende aufbaut, wird zum Märchen“.

(unbekannt)

„Die Päpste und ihre Helfershelfer waren so sehr davon überzeugt, dass ihre Macht ausschließlich auf der Unwissenheit beruht, dass sie immer wieder die Lektüre des einzigen Buches verboten haben, das ihre Religion verkündet; sie sagten: Hier ist euer Gesetz, und wir verbieten euch, es zu lesen; ihr erfahrt daraus nur, was wir euch zu lehren geruhen. Diese absonderliche Tyrannei ist unbegreiflich, und trotzdem gibt es sie. Jede Bibel in lebender Sprache ist verboten; erlaubt ist sie nur in einer Sprache, die nicht mehr gesprochen wird.“
(Voltaire, franz. Schriftsteller, 1694-1778)

„Wenn man das Kreuz anbetet, an dem Christus gestorben ist, muss man auch den Esel anbeten, auf dem er geritten ist“.
(Bischof Claudius von Turin, 9. Jh.)
„Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan“.
(Jean Cocteau, franz. Schriftsteller, 1889-1963)

„Zur selben Stunde, in der unser Herr Jesus Christ es zuließ, dass er für uns den Kreuzestod erlitt, flohen die Verteidiger von den Mauern durch die Stadt, und die Unsrigen folgten ihnen und trieben sie vor sich her, sie tötend und niedermetzelnd, bis zum Tempel Salomos, wo es ein solches Blutbad gab, dass die Unsrigen bis zu den Knöcheln im Blut wateten…
Nachdem die Unsrigen die Heiden endlich zu Boden geschlagen hatten durcheilten die Kreuzfahrer die ganze Stadt und rafften Gold und Silber. Dann, glücklich und vor Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und entledigten sich Ihm gegenüber ihrer Dankesschuld“.
(Chronist über die Eroberung Jerusalems)

„Es ist nicht verwunderlich, dass sich gerade die freieren Geister… mit Grausen vom Christentum und von der Kirche insgesamt abwenden“.

(Hermann Detering, Theologe)

„Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, dass unsere heutigen Religionen der Religion Christi so wenig gleichen wie jener der Irokesen. Jesus war ein Jude, und wir verbrennen Juden. Jesus predigte Duldung, und wir verfolgen. Jesus predigte eine gute Sittenlehre, und wir üben sie nicht aus. Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, die Konzile der Kirche aber haben reichlich dafür gesorgt. Kurz, ein Christ des 3. Jahrhunderts ist einem Christen des 1. gar nicht mehr ähnlich“.
(Friedrich der Große, preuß. König, 1712-1786)

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Raubtiere dem Menschen nicht so feindlich gesinnt sind wie die Christen gegeneinander“.
(Julian, römischer Kaiser, 331-363, genannt: Apostata, der Abtrünnige)

„Das Christentum ist heute ein Leichnam, der nur noch dank der künstlichen Sauerstoffzufuhr seitens interessierter Politiker, Theologen und Kirchenfunktionäre den Anschein von Lebendigkeit zu erwecken vermag“.

(Joachim Kahl, dt. Theologe und Philosoph, *1941)

„Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein“.

(Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)

„Die persönlichen Lehren Christi: Demut, Feindesliebe, Unweltlichkeit werden nirgends befolgt. Vielmehr ist es im gesamten Abendlande Sitte, sich mit seinem Nächsten nicht zu befassen, gegen Feinde vorzugehen, das Leben auf die Sorge für den kommenden Tag zu stellen, den, der einem auf den rechten Backen schlägt, niederzuschießen und die geistig Armen als minderwertig anzusehen“.
(Walther Rathenau, dt. Staatsmann u. Industrieller, 1867-1922)

„Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, die Sittlichkeit des Gottesreiches verkündete, das Himmelreich auf Erden gründete und starb, um seinem Werke die Weihe zu geben, hat nie existiert. Es ist eine Gestalt, die vom Rationalismus entworfen, vom Liberalismus belebt und von der modernen Theologie in ein geschichtliches Gewand gekleidet wurde“.
(Albert Schweitzer, dt. Theologe, Mediziner & Philosoph, 1875-1965)

„Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, dass alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher“.

(Dietrich Bonhoeffer, dt. ev. Theologe, 1906-1945)

„Es ist Religion, an keinen Gott zu glauben – ihn glauben heißt, ihn lästern“.
(Ludwig Anzengruber, österr. Dramatiker, 1839-1889)

„Im christlichen Glauben hat die Vernunft nichts zu suchen und die Naturwissenschaft nichts zu melden“.
(Klaus Berger, Heidelberger Theologe 1940 -)

„Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten“.
(Wilhelm Busch, dt. Zeichner u. Dichter, 1832-1908)

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“.
(Wilhelm Busch, dt. Dichter u. Zeichner, 1832-1882)
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Ketzer – Zitate von Christen und anderen Leuten

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Diese drei Zitate sind von Dr. Gunter Bleibohm

Die Wissenschaft hat in einhundert Jahren mehr für ein zivilisiertes Leben getan als das Christentum in achtzehnhundert Jahren.
(John Burroughs, am. Dichter, 1837-1921)

Religionen sind eine Ausgeburt der Angst. Sie sind die Antwort auf eine unverständliche und grausame Welt.
(Arthur C. Clarke, brit. Schriftsteller)

Des großen Alexander Reich zerfiel; das der alten Römer und das Napoleons ging in Trümmer; sie waren gebaut auf die Gewalt der Waffen. Aber das Reich von Neu-Rom besteht schon fast anderthalbtausend Jahre und wird wer weiß wie lange bestehen, denn es ruht auf dem solidesten Fundament – auf der Dummheit der Menschen.
(Otto von Corvin, dt. Schriftsteller, 1812-1886)

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 18. März 2013 von hubwen in Kirchenkritik, Religionskritik

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Schleichende Islamisierung im Kampf gegen „unreine“ Tiere   1 comment

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Das geht gar nicht. Wenn den Muslimen unsere Hunde nicht passen, dann sollen sie bleiben wo sie sind. Es hat sie ja niemand gerufen. Soll es jetzt auch einen Dschihad gegen Hunde bei uns geben? Der Islam ist klar in die Schranken zu weisen, wenn er mit so einem anmaßenden und rotzfrechen Ansinnen kommt. Wem unsere Kultur nicht passt soll dort hingehen, wo er seine Kultur ausleben kann. So ein Muslim muss dann in einem muslimischen Land bleiben!

Aus The European.

Im englischen Manchester werden seit einigen Wochen Flugblätter verteilt, die ein öffentliches Verbot von Hunden fordern. Unter dem Slogan „Zeigen Sie Respekt für uns und unsere Kinder und begrenzen die Anwesenheit von Hunden in der Öffentlichkeit“ fordert die moslemische Kampagnengruppe „Öffentliche Reinheit“ zum radikalen Hundeverbot auf.

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Hunde haben – anders als in Deutschland – im klassischen Islam keinem besonderen Stellenwert. Ihre Haltung ist lediglich außerhalb des Hauses gestattet. Die Vorstellung vieler praktizierender Muslime geht davon aus, dass der Kontakt mit den Tieren unrein macht. Besondere Angst haben viele Gläubige vor dem Speichel – die Berührung gilt als völliges Tabu. Muslime müssen nach dem Kontakt mit Hunden rituelle Waschungen vollziehen, bevor sie zum Gebet in die Moschee gehen.

Nach einer religiösen Vorstellung betritt kein Engel das Haus, wenn sich ein Hund darin aufhält. Grund für die geringe Meinung gegenüber Hunden ist eine unglückliche Begegnung des Propheten Mohameds. „Qalb ibn qalb“, deutsch „Hund, Sohn eines Hundes“ ist daher eines der beleidigendsten Schimpfworte der arabischen Welt.

Aus vielen arabisch-muslimischen Ländern sind Videos bekannt, wo immer wieder grausamste Misshandlungen gegenüber Tieren gezeigt werden. Brutale Tierquälereien prägen oft den Alltag.

Überfall auf Hundebesitzerin

Aber auch in Europa kommt es immer öfter zu Gewalttaten gegenüber Hunden – insbesondere in Städten mit einem hohen Muslim-Anteil. Wie die „Kronenzeitung“ jetzt berichtet, wurde jüngst eine „54jährige Hundebesitzerin vor ihrem Gartentor von einer muslimischen Somalierin niedergeschlagen. Ein Hund der Wienerin war ihr nahe gekommen.“ Der Ehemann der Angreiferin fügte hinzu: „Wir wollen keine Hunde, die sind schmutzig“.

Im englischen Manchester werden seit einigen Wochen Flugblätter verteilt, die ein öffentliches Verbot von Hunden fordern. Unter dem Slogan „Zeigen Sie Respekt für uns und unsere Kinder und begrenzen die Anwesenheit von Hunden in der Öffentlichkeit“ fordert die moslemische Kampagnengruppe „Öffentliche Reinheit“ zum radikalen Hundeverbot auf.

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Schleichende Islamisierung im Kampf gegen „unreine“ Tiere

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 28. Juli 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere?   Leave a comment

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Leider muss man feststellen, dass der Kirche die Tiere vollkommen egal sind. Sie schweigt zu den größten Verbrechen, die an Tieren begangen werden. Deswegen ist auch der Namensgebung für den Papst vollkommen fehl am Platz, denn Franziskus war der einzige, der Tiere als seine Brüder und Schwester bezeichnete. Heute heißt es aus dem Vatikan: „In der Kirche haben Tiere keinen Platz.“

Aus theologe.de

Die „ketzerischen“ Lehren des Franziskus über Bruder Sonne und Schwester Mond

Franz von Assisi war auch ein Freund der Tiere und der Natur, und er schrieb den bekannten „Sonnengesang“ über „Bruder Sonne“. Darin hat Franz auch „Schwester Mond“ und die Sterne gepriesen, „Bruder Wind“ und „Schwester Wasser“.

Im Gegensatz dazu lehrt die katholische Kirche bis heute verbindlich, und wir zitieren dazu aus der offiziellen römisch-katholischen Dogmensammlung von Heinrich Denzinger den Lehrsatz Nr. 408: „Wer sagt oder daran festhält, der Himmel, die Sonne, der Mond, die Sterne … seien irgendwelche beseelten oder vernunftbegabten [wörtlich: „logikas“] Kräfte, der sei mit dem Anathema belegt“, was bedeutet „der sei ewig verflucht und verdammt.“ (Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Enchiridon symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, 42. Auflage, Freiburg 2009, erweitert von Peter Hünermann)
Dieser Lehrsatz wurde auf der Synode von Konstantinopel im Jahr 543 beschlossen und vom Papst bestätigt.

Wenn aber jetzt jemand wie Franziskus von Assisi kommt und sagt, die Sonne und das Wasser, das sind meine Brüder, der Wind ist meine Schwester, die Erde meine Mutter, dann hätte ihn die Kirche wegen dieser Aussage gemäß ihrer Lehre und ihren damaligen Maßstäben eigentlich auf dem Scheiterhaufen verbrennen müssen.

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Wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere? 

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Franz von Assisi lebte im Gegensatz dazu die innere Religion des freien Geistes, aber die äußere Macht- und Gewaltkirche vereinnahmte ihn. Seit 1980 ist Franziskus in der katholischen Kirche nun auch noch ganz offiziell der „Patron der Umwelt- und Tierschützer“.
Und von ihm ist auch folgende Aussage überliefert: „Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiche Rechte auf Schutz.“ (http://www.aphorismen.de/zitat/110642)

 

Da Papst Bergoglio sich Franziskus nun als Namensgeber und Vorbild wählte, müsste das nicht auch tief greifende, spürbare Veränderungen in der Kirche gegenüber den Tieren bewirken?

Doch wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere in den qualvollen Massentieranlagen oder den Tierversuchsanstalten? Wo bleibt die Hilfe, wenn die Tiere im Schlachthof um ihr Leben schreien? Wo bleibt die Hilfe für die Tiere in Wald und Flur, die auf Futtersuche zu Millionen angeschossen und erschossen werden?

Der Segen der Priester für bei einer Treibjagd erschossene Tiere kann ja in diesem Sinne kein „Beistand für die Tiere“ sein. Denn nach kirchlicher Lehre kommen Tiere nach ihrem Tod ja nicht in einen Himmel, sondern sie gehen beim Sterben angeblich komplett zugrunde.

Wenn ein Tier in Bedrängnis laut Franz von Assisi aber „Recht auf Schutz“ hat, was ist dann mit dem Katechismus der Katholischen Kirche, der Tierversuche in angeblich „vernünftigen Grenzen“ erlaubt? Und da in der Regel keine kirchlichen Proteste erfolgen, sind damit derzeit wohl nahezu alle gemeint, alleine in Deutschland 2,9 Millionen Tierversuche zu Forschungszwecken im Jahr 2012 (spiegel.de, 16.11.2012).

Und weiter heißt es im Katechismus: „Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen“ (Nr. 2417). Wo bleibt dann hier aber das angebliche „Recht auf Schutz“?
Oder ist der Name Franziskus für einen Papst auch im Hinblick auf die Tiere nur Täuschung, um manche Gemüter zu beschwichtigen? Und so mancher spricht dabei im übertragenen Sinne gar von einer „Franziskus-Lüge“, weil er auch hier etwas völlig anderes repräsentiert als das, wofür der echte Franziskus einstand.

Schluss mit den Kadavermahlen der Kardinäle! 

Dazu ein weiterer Aspekt: Franz von Assisi hat als Vegetarier viele Tiere auch davor geschützt, vom Menschen geschlachtet und als Kadaver verspeist zu werden. Für einen Papst, der sich nach ihm benennt, sollte das bedeuten: Schluss mit den Kadavermahlen für die Kardinäle! Schluss mit den Kadavermahlen im Vatikan! Das müsste doch eigentlich selbstverständlich sein, dass der Papst mit dem Fleischkonsum der Bischöfe und Kardinäle zunächst in Rom Schluss macht; und dass er dann natürlich auch alle seine Gläubigen aufruft, die Tiere als Brüder und Schwestern zu achten, wie es Franz von Assisi tat, und sie folglich nicht mehr zu quälen oder töten zu lassen.

Denn gemäß den Lehren von Franz von Assisi sind alle Geschöpfe Gottes gleichsam auch Gottes Kinder, weswegen er auch Tiere als Brüder und Schwestern bezeichnete. Bekannt ist die Geschichte, in der er einen wilden Wolf gezähmt haben soll („Der Wolf von Gubbio“). Das heißt, er hat das Vertrauen der Tiere gewonnen.
Wenn sich der Führer der Kirche nach Franz von Assisi benennt und dies ernst nehmen würde, dann müsste er jetzt auch hier Farbe bekennen!

 

Papst ging als Kardinal zu Fuß – das ist doch angeboren 

Nun erscheint aber gerade der im Jahr 2013 gewählte Papst Bergoglio als ein Mann, der nicht abgehoben wirkt, sondern als volksnah gilt. Es heißt, er habe schon als Erzbischof auf viele Privilegien verzichtet, so zum Beispiel auf einen Dienstwagen und einen Chauffeur. Stattdessen wäre er U-Bahn oder Bus gefahren oder sei gar zu Fuß gegangen.
Doch was ist denn eigentlich so besonders daran, dass ein Kardinal hin und wieder zu Fuß zur Arbeit geht? Ist das nicht angeboren, dafür haben wir doch unsere Füße. Aber man muss es extra erwähnen. Warum? Weil man gewohnt ist, dass sich die Würdenträger mit der Sänfte herumtragen lassen oder heute mit dem Papamobil chauffiert werden. Deshalb gilt es schon als Fortschritt, wenn ein Kardinal hier und da zu Fuß geht. Dies zeigt doch die ganze „Abartigkeit“ und den moralischen Stand, auf dem diese Kirche steht!
Übrigens: Als so genannter „Provinzial“, also Jesuitenführer von Argentinien, ging Jorge Bergoglio kaum zu Fuß, sondern ließ sich fast überall mit seinem Dienstwagen hin befördern. („La patota salió del Colegio Máximo“, pagina 12, 2.5.2010)

„Es ist ganz gleich, wer obenauf sitzt“

Der preisgekrönte Historiker Karlheinz Deschner wurde im Jahr 1990 einmal gefragt: „Halten Sie eine Gesundung der Kirche durch neue Ideen und Reformpäpste für unmöglich?“
Und Karlheinz Deschner hat darauf wie folgt geantwortet: „Ja, allerdings. Das halte ich angesichts dieser zweitausendjährigen Geschichte für gänzlich ausgeschlossen. Und nicht nur für ausgeschlossen, ich halte es gar nicht für wünschenswert. Denn selbst wenn – ein utopischer Gedanke – die … Kirchen sich im nächsten Jahrhundert zu ethisch intakten Gemeinschaften entwickelten, so bliebe doch ihre Dogmatik, ihre Glaubensgrundlage, ein Gespinst aus Lug und Trug.“ (Interview mit der Zeitung El Independiente vom Sommer 1990, zit. nach Karlheinz Deschner, Oben ohne, Für einen götterlosen Himmel und eine priesterfreie Welt, Reinbek 1997, S. 352)
Und weiter: „Auf solchem Riesenberg von Verbrechen und Betrug ist es ganz gleich, wer obenauf sitzt und regiert. Auch der Beste könnte nichts anderes daraus machen.“ (S. 355)

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Wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Juli 2017 von hubwen in Kirchenkritik, Uncategorized

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Ode auf Wolfgang Bosbach   Leave a comment

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Ich schätze Wolfgang Bosbach schon seit langem. Er ist nicht laut, nicht effekthaschend, auf Ausgewogenheit bedacht. Nichts desto trotz steht er klar zu seinen Überzeugungen. Besonders eine Aussage von ihm gefällt mir:
„Ich habe eine feste Überzeugung, aber ich verlange von niemandem, dass er sie teilt.“ Er bringt Andersdenkenden und der Opposition großen Respekt entgegen. Leider tritt er bald von der politischen Bühne ab.
Dies sage ich, obwohl ich kein CDU-Wähler wäre, wenn ich in Deutschland leben würde. Die CDU/CSU ist mir zu wirtschafts-nahe und auch oft zu konservativ und das christliche Weltbild ist sowieso nicht meines.

Aus n-tv.de

Dieser Mann ist ein Phänomen

Ein Gastbeitrag von Burkhard Lischka

Wolfgang Bosbach verlässt nach 23 Jahren den Bundestag. Sein SPD-Kollege Burkhard Lischka schreibt bei n-tv.de über ihr besonderes Verhältnis, eine Merkel-Saftpresse und gemeinsame Urlaubspläne.

Selbst als Bundestagsabgeordneter ist man ja vor Kulturschocks nicht gefeit. Ich erlebte meinen persönlichen beim Wechsel vom Rechts- in den Innenausschuss vor knapp drei Jahren. Da saß dieser charmante Dompteur im grauen Anzug und pastellfarbenen Hemd und sagte Sätze, die mit „Mensch, Ulla“ oder „lieber Volker“ begannen. So viel Feinfühligkeit gegenüber der Opposition, noch dazu im Innenausschuss des Bundestages – das war selbst für einen ehemaligen Rechtspolitiker mit dem Hang zum Florett statt zum Säbel irritierend.

Dabei blieb es nicht: Denn ohne viel Gemurre beendeten auch streitbare Kollegen wie die erwähnte Ulla Jelpke von den Linken oder Volker Beck von den Grünen jede noch so heftige Debatte, wenn Wolfgang Bosbach nur milde lächelnd und mit väterlichem „Du“ darum bat. Der Mann war und ist ein Phänomen. Ein Menschenfischer, ja.

Aber auch einer, der für seine Überzeugung zwar alles tut, nur eines nicht: andere zwanghaft bekehren. Bosbach nimmt einen ein, ohne zu vereinnahmen.

„Ich habe eine feste Überzeugung, aber ich verlange von niemandem, dass er sie teilt.“

Dieser Satz von Wolfgang Bosbach wird mir wohl nie aus dem Kopf gehen. Ich teile viele seiner Ansichten nicht, aber es gibt nur wenige Politiker, die ich dafür so schätze wie ihn. Als wir ihn im Sommer 2015 als Vorsitzenden des Innenausschusses verabschiedeten, bekam Tennisspieler Bosbach von den SPD-Abgeordneten im Ausschuss ein paar Utensilien für seinen Sport geschenkt: eine neue Tasche, fußballfeldgroße Handtücher und – eine Merkel-Saftpresse. Als Metapher und Erinnerung, wer an seiner Demission als Vorsitzender des Innenausschusses nicht ganz unschuldig war. Die Kanzlerin hatte sich für ein weiteres Rettungspaket für Griechenland ausgesprochen – ich im Übrigen auch – und Wolfgang Bosbach dagegen.

Ganz persönlich hatte ich mir daher vorgenommen, Bosbachs Hellenismus-Phobie zu behandeln. Zunächst mit einem gemeinsamen Besuch bei meinem Lieblingsgriechen, einem überzeugten Tsipras-Anhänger. In der Psychologie nennt man das wohl Konfrontationstherapie. Tsatsiki, Souflaki und Ouzo verfehlten ihre Wirkung nicht, am Ende dieses Abends waren wir nicht nur beim „Du“, sondern bereits in die Planung eines gemeinsamen Griechenland-Urlaubs eingestiegen.

Die anregendsten und berührendsten Autofahrten meines Lebens

Richtig kennengelernt habe ich Wolfgang Bosbach dann aber erst während mehrstündiger Autofahrten von Berlin in meinen Wahlkreis Magdeburg und zurück. Bosbach war dort zunächst Gast in meiner Talkrunde „Lischka trifft“, einige Monate später interviewte ich ihn zu seinem neuen Buch. Auf diesen Touren auf der staugeplagten A2 – wir hatten also viel Zeit zum Reden – weihte mich Bosbach in viele, mir noch unbekannte Geheimnisse des Berliner Politikbetriebes ein.

Für mich waren es die anregendsten und berührendsten Autofahrten meines Lebens. Bosbach erzählte auf diesen Fahrten auch so manche Anekdote und verriet mir sein Erfolgsrezept gegen Wutbürger. Diese ruft er mit Vorliebe nachts um halb zwölf aus seinem Wahlkreisbüro an, bevor für ihn ein langer Arbeitstag endlich zu Ende geht. „Wie, Sie schlafen schon?“, mimt Bosbach dann erstaunt, wenn der Angerufene nach Bosbachs aktuellem Geisteszustand fragt. Und dann feixt er sich eins.

Im Herbst vergangenen Jahres erhielt Wolfgang Bosbach den Politik-Award für sein Lebenswerk. Und während andere Geehrte Laudatoren der Hautevolee der Bundespolitik aufboten, wünschte sich Bosbach eine Festrede von mir, dem Sozen aus der dritten Reihe. Wo er mit Sicherheit die Kanzlerin hätte bekommen können. Das war Ehre und Anspruch zugleich – und Momente voller Emotionen. Denn im Publikum saßen Bosbachs Frau, eine seiner drei Töchter und seine Mutter.

Nach Bosbachs letzter Rede im Bundestag vor wenigen Wochen haben wir übrigens unsere Griechenland-Pläne konkretisiert: Nächsten Sommer geht es für ein paar Tage nach Chalkidiki.

Burkhard Lischka ist Bundestagsabgeordneter der SPD

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Ode auf Wolfgang Bosbach

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Einen letzten Appell richtet er an alle Bundestagskollegen: „Euch allen wünsche ich für die Zeit, die kommt, bei aller Härte der Auseinandersetzung im Wahlkampf: Geht immer ordentlich miteinander um. Danke!“ Alle Fraktionen applaudieren, sogar die Linken. Bosbach geht ein letztes Mal den Weg vom Podium zu seinem Platz. Er, der angriffslustige und oft scharfe Redner, ist sichtlich bewegt.

http://www.n-tv.de/politik/Am-Ende-bricht-Bosbach-die-Stimme-weg-article19871591.html

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Hier noch 2 Videos von Bosbachs letzten Reden im Bundestag. (zur Verfügung gestellt von Sabine)

 


https://www.4shared.com/video/RHm4nTIeca/Wolfgang_Bosbach_letzte_Rede.html
https://www.4shared.com/web/embed/file/RHm4nTIeca
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https://www.4shared.com/video/iYh1k6Xtei/Wolfgang_Bosbach_will_noch_etw.html
https://www.4shared.com/web/embed/file/iYh1k6Xtei
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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Juli 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Ein vermeidbarer Tod   Leave a comment

Ich kenne wenige Menschen, die so feinfühlig und einfühlsam sind wie Daniela Böhm. Es ist ein immerwährendes Verbrechen was sich in Schlachthöfen abspielt. Die Tiere werden dort nicht mehr als Lebewesen gesehen. Es ist ein nie endendes Drama. Die Schuld des Menschen ist unauslöschlich. Sie wäre auch in tausenden Jahren nicht tilgbar.

Für die Freiheit und das Leben aller Tiere!

Von Daniela Böhm

Daniela Böhm anlässlich der fünften Mahnwache am Schlachthof in Buchloe am 30.06.2017 im Rahmen des zehnten Mahnwachenaktionstages „Ein Licht der Hoffnung“ :

Ein letztes Mal ist der Wind in spielerischem Tanz über dein Fell gestrichen.
An einem vergessenen Ort, jenseits einer lachenden Welt,
die das Leben feiert und deinen Tod verdrängt.
Doch der Wind trägt dein angsterfülltes Rufen über einen Stacheldrahtzaun,
der eine willkürlich schmerzvolle Linie zwischen Leben und Tod zieht.
Und später wird er der Bote sein, der dein Ende verkündet –
mit dem Geruch der Todesangst und deines zerfallenden Körpers.
Was hast du gefühlt, als du dort gestanden bist,
während das Sonnenlicht ein letztes Mal auf dein dürftig gelebtes Leben fiel?
Und als es schwand, während du barsch einer ungewissen Dunkelheit entgegen getrieben wurdest?
Dieses Leben, das dir vom Menschen als Bürde auferlegt wurde,
um unter seiner Herrschaft dein Dasein zu fristen.
Was bedeutete dein…

Ursprünglichen Post anzeigen 159 weitere Wörter

Veröffentlicht 27. Juli 2017 von hubwen in Uncategorized

Das Erstarken der Populisten   Leave a comment

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Der englische Politikwissenschafter Matthew Goodwin ist an der University of Kent tätig. Es sind meiner Meinung nach interessante Erklärungen, die er zum Entstehen und Erstarken des Populismus darlegt. Der Populismus ist ja nicht von heute auf morgen entstanden. Sicher hat auch die Abgehobenheit der Politiker vom Volk dazu beigetragen. Da muss sich sicher etwas ändern. Nachfolgend ein Interview mit dem Politikwissenschafter Matthew Goodwin.

Aus derstandard.at

Warum die Populisten die Welt erobern – und was sie aufhalten könnte.

Trump, die FPÖ und der Brexit sind nur Symptome einer großen Gegenrevolution, sagt der Extremismusforscher Matthew Goodwin. (Mit Podcast) Die Erfolge von Rechtspopulisten in vielen Ländern sind nicht plötzlich eingetreten, sagt der Politikwissenschafter Matthew Goodwin im STANDARD-Interview. In der westlichen Welt brodle seit langer Zeit ein Konflikt, der durch die Flüchtlingskrise an die Oberfläche gekommen sei. In den 1970ern habe sich der Wandel der Gesellschaft beschleunigt – viele können und wollen nicht mehr mit. Goodwin (35) forscht an der University of Kent. Er war auf Einladung von Forum Alpbach und Erste-Stiftung in Wien. Das geschriebene Interview wurde gekürzt. Das ganze Gespräch, das 30 Minuten dauert, lässt sich hier und als Podcast nachhören (einfach in der App nach „Nachfrage – der Interview-Podcast“ suchen).

STANDARD: Sie forschen seit Jahren zu Rechtspopulismus und nationalen Identitäten, Sie haben auch eine große Studie zum Brexit gemacht. Angst um Jobs und die Wirtschaft sind nicht so wichtig, war Ihr Ergebnis. Was haben Brexit-Wähler gemeinsam?

Goodwin: Sie waren im Schnitt älter, weiß, haben die Schule oft relativ jung verlassen, fühlen sich in ihrer wirtschaftlichen Position abgehängt. Am bedeutendsten war ihre Sorge über Migration. Seit 2004 sind viele Ausländer nach England gekommen. Der Brexit-Wähler hatte vor allem Angst, was diese Migration mit seiner nationalen Identität, der Gesellschaft und der Lebensweise im Land macht. Es waren also ökonomische und kulturelle Sorgen.

STANDARD: Machen sich die Leute Sorgen um ihre Identität, weil sie finanziell und wirtschaftlich, etwa im Job, schlechter dastehen?

Goodwin: Wir haben das untersucht. Ob jemand viel oder wenig verdient, war für die Wahl nicht so wichtig. Entscheidend waren die Unterschiede in der Bildung. Die Briten ohne Qualifikation haben zu 75 Prozent für den Brexit gestimmt. Die Akademiker nur zu 23 Prozent. Sie haben völlig unterschiedliche Weltbilder. Wer für den Brexit gestimmt hat, findet oft auch, dass wir Kriminelle stärker bestrafen und die Todesstrafe wiedereinführen sollten, dass die Rechte für Minderheiten zu weit gehen. Sie sind überfordert vom schnellen sozialen Wandel.

STANDARD: Wie viel Einfluss hat die formale Bildung auf die Weltsicht? Geht es am Ende nicht doch auch um Jobchancen und Perspektiven?

Goodwin: Da geht es nicht um Themen wie den Job, das sind ganz grundlegende Unterschiede, wie wir die Welt wahrnehmen. Im ganzen Westen geht die Schere auf, es gibt einen stillen Konflikt zwischen den Liberalen, Offenen, die den sozialen Wandel befürworten, und jenen, die konservativer sind und Ordnung und Stabilität wollen. Der Brexit ist nur ein Ausdruck dessen. Jemand aus London hat am Tag nach der Wahl gesagt, er sei aufgewacht und habe sich gefühlt, als hätte ein anderer Teil des Landes seine Werte über ihn gestülpt. So haben sich die Wähler der Populisten in den vergangenen 30 Jahren gefühlt.

STANDARD: Gilt Ihre Analyse auch für Europa und die USA?

Goodwin: Ganz allgemein gibt es einen Backlash gegen eine Weltsicht, die ab den 1970ern stärker wurde. Wir müssen in diese Zeit zurück, um zu verstehen, wo Europa heute ist. Wir Wissenschafter beschreiben in dieser Zeit den Aufstieg des Postmaterialismus. Viele Menschen sind mit einer starken Wirtschaft aufgewachsen, universitäre Bildung wurde ausgeweitet, die Menschen wurden progressiver, Sicherheit war nicht mehr ein so wichtiges Thema, die Sorge über Migration nicht groß, die Menschen wurden wohlhabender, liberaler, toleranter. Was wir jetzt sehen, ist ein Backlash der Materialisten, der Konservativen. Es ist eine Gegenrevolution gegen die liberale Revolution, die in den 1970ern gestartet ist.

STANDARD: Wenn Sie von Postmaterialisten beziehungsweise Liberalen und Materialisten und Konservativen sprechen, wie teilen Sie die Bevölkerung Großbritanniens da ein?

Goodwin: Unsere Studie zeigt, dass die beiden Gruppen in etwa gleich groß sind. Etwa 40 Prozent sind grob gesprochen liberal, links, progressiv, 40 Prozent sind konservativ oder autoritär, sie stemmen sich gegen den sozialen Wandel. Letztere, die Konservativen, richten sich an den rechten Bewegungen aus, sozialkonservative Arbeiter haben früher links gewählt, jetzt laufen sie zu den Rechten über, weil es einen Backlash gegen die liberale Welle gibt. Ökonomische Sorgen sind für sie zweitrangig. Wichtig ist ihnen ihre Identität. Sie wenden sich nicht an die Rechten, weil sie mehr Umverteilung wollen. Sie tun es, weil sie ihre Werte teilen.

STANDARD: Sind wir in den vergangenen 20 oder 30 Jahren als Gesellschaft nicht liberaler geworden?

Goodwin: Wir dürfen nicht vergessen, wie wichtig Migration und der ethnische Wandel hier sind. Es hat immer eine Wertekluft gegeben. Es gab immer Leute, die für den progressiven Wandel waren, und die, die Ordnung und Hierarchien wollten. In Großbritannien hat sich die Zuwanderung stark erhöht, dann kam die Flüchtlingskrise. Man kann sagen, dass wir vor einer existenziellen Herausforderung für den Nationalstaat und nationale Gemeinschaften stehen. Wir werden dadurch alle stark politisiert, diese Ereignisse bringen die Wertekluft an die Oberfläche.

STANDARD: Wie?

Goodwin: Die Menschen schauen in die Medien, in die Politik, und sie sehen da völlig andere Reaktionen auf die Geschehnisse. Bei den Flüchtlingen zum Beispiel: Bei ihren konservativen Bekannten sehen sie eine ganz andere Reaktion. Weil sich unsere Gesellschaft so schnell verändert hat, wurde uns bewusst, dass es diese Wertekluft überhaupt gibt.

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reuters-becker

foto: reuters / becker

Trump-Wähler wollen nicht mehr Umverteilung. Sie teilen seine Werte, sagt Goodwin.

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STANDARD: Noch einmal zurück zu meiner Frage: Ist ein durchschnittlicher Arbeiter oder ein 20-Jähriger heute liberaler als in den 80ern?

Goodwin: Ja, liberale Positionen wie die Ehe für alle, Antirassismus oder Rechte für Frauen werden viel breiter unterstützt. Die liberale Welle ist größer geworden. Aber wichtig ist, dass sich dieser Wandel verlangsamen oder er sogar stoppen kann. Nämlich dann, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, wie Politikwissenschafter argumentieren. Das ist eine Theorie. Sie meint, der Wandel ist in Stein gemeißelt, geht nicht zurück, und wenn die Wirtschaft wieder stärker wächst, gewinnt die Welle erneut an Fahrt. Es gibt aber viel, das wir nicht wissen. Wird sich etwas an der Wertekluft ändern, wenn es in der EU-Wirtschaft besser läuft? Oder mobilisieren die Konservativen erfolgreich gegen den Wandel? Der erste Teil der Theorie scheint einzutreten, es gewinnen ja vor allem Rechte dazu.

STANDARD: Wenn Teil zwei ebenso eintritt, sehen wir dann im Moment also so etwas wie den letzten Aufschrei der Konservativen?

Goodwin: Es gibt zwei Denkschulen. Eine ist, dass die Jungen heute liberaler, toleranter und offener sind und auch so altern. Dann werden wir zu einer kosmopolitischeren, liberaleren, offeneren Welt. Das nenne ich das „Economist“-Argument, weil es das Magazin jeden Monat einmal bringt.

STANDARD: Die andere Denkschule?

Goodwin: Sie geht davon aus, dass die Jungen mit dem Alter konservativer werden, so wie ihre Eltern und Großeltern. Dann würde der Westen weiterhin politische Tumulte erleben. Ich würde das das optimistische versus das pessimistische Argument nennen. Wir werden darauf aber keine Antworten bekommen, bis sich das nicht in Echtzeit entwickelt hat.

STANDARD: Aber wer gewinnt?

Goodwin: Menschen sind sehr anfällig für externe Ereignisse. Die Agenda ändert sich schnell. Jetzt sind es die Migration und die Flüchtlingskrise. In den 80ern und 90ern haben wir über die Wirtschaft und Arbeitslosigkeit geredet. Jetzt sind die Identitätsthemen hoch oben auf der Agenda, und das heizt den Konflikt der beiden Gruppen an. Herauszufinden, wer den Kampf gewinnen wird, ist sehr schwierig. Eine Debatte darüber haben wir noch dazu noch gar nicht geführt. Was kommt nach dem Populismus?

STANDARD: Wie meinen Sie das?

Goodwin: Was passiert, wenn die Wähler nicht bekommen, was sie wollen? Wenn Trump den Rust Belt nicht wiederaufleben lässt? Wenn die FPÖ-Wähler keine starke Reduktion der Migration sehen oder die Flüchtlingskrise nicht gelöst wird? Oder die Brexit-Wähler kein Ende des freien Personenverkehrs in der EU sehen oder noch mehr Globalisierung auf sie zukommt? Nichts davon wissen wir, uns bleibt nur eine Möglichkeit: Wir müssen abwarten.

STANDARD: In dieser Lesart würden wir also nicht den letzten Aufschrei der Konservativen sehen, sondern er würde noch viel lauter werden?

Goodwin: Die große Makrofrage ist: Waren Trump, der Brexit und Le Pen nur der Anfang, oder sind sie das Ende? Unsere Bindung an Mainstream-Parteien ist im Vergleich zu unseren Eltern und Großeltern sehr schwach geworden. Die traditionelle Loyalität mit Parteien ist zusammengebrochen. Wir werden heute stark von Themen beeinflusst. Das macht alles volatiler. Ich bin aber nicht zu pessimistisch. Aber eine eindeutige Antwort darauf wird nur die Zeit geben. Hätten Sie mir vor 15 Jahren gesagt, dass die FPÖ in Österreich 46 Prozent holt, Trump Präsident ist und die Briten die EU verlassen, hätte ich das auch für sehr unplausibel gehalten. Was wir sicher nicht sehen, ist die schnelle Rückkehr zu einer stabilen Mainstream-Mitte-Politik.

STANDARD: Was empfehlen Sie Mitte-Politikern in so einem Umfeld? Migration reduzieren und stark die nationale Identität betonen?

Goodwin: Die Forschung zeigt, dass sich die Politik in Europa seit 1980 nach rechts verschoben hat. Mainstream-Parteien versuchen, auf die politischen Außenseiter zu reagieren. Wir sind besessen von der Idee, dass Populisten Wahlen gewinnen und an die Macht kommen müssen, damit sie etwas verändern. Sie haben aber auch Einfluss ohne Ämter. Schauen Sie sich das niederländische Burka-Verbot an, eine Reaktion auf Geert Wilders. Oder Nicolas Sarkozy, der vom Verlust der französischen Identität spricht. Das ist der Beginn von etwas, das wir stärker sehen werden: dass die Parteien weiter nach rechts rücken. (Andreas Sator, 25.7.2017) STANDARD-Interviews als Podcast Das Interview wurde stark gekürzt. Das ganze Gespräch, das 30 Minuten dauert, lässt sich im Podcast „Nachfrage“ anhören.

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Das Erstarken der Populisten

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 26. Juli 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Propagandaschlacht um den Brenner   6 comments

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Man sieht wieder einmal, dass man nicht alles glauben darf, was man so im Internet oder den sozialen Medien liest. Bei dieser Angelegenheit weiß ich genau, dass das ganz plump gelogen ist.

In Österreich sind ja im Okotber Wahlen und da wurde schon angekündigt man würde viel Polizei und Militär an den Brenner schicken, wenn auch nur ein paar Flüchtlinge über den Brenner kommen würden. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil sagte sogar, sein Ministerium sei bereit, innerhalb von 72 Stunden Panzerfahrzeuge zum Brenner-Grenzübergang zu entsenden.
Ich wohne ja nicht so weit entfernt davon und es weiß auch jeder Südtiroler, dass die folgenden Behauptungen reine Propaganda sind und kein Wort daran wahr ist. Es ist rein erfunden wenn da auf Facebook gesagt wurde, dass bis zu 37 Busse mit Schwarzafrikanern in einer Stunde über den Brenner gefahren wären.

Hier aus Tagesschau.de

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Seit Wochen verbreiten sich Gerüchte über angebliche Flüchtlingsmassen, die aus Italien gen Norden strömen. Nun heißt es im Netz, Dutzende Busse mit afrikanischen Flüchtlingen würden nachts die Grenzen passieren. Das Wiener Innenministerium dementiert.

Von Patrick Gensing und Wolfgang Wichmann, tagesschau.de & Melanie Bender, WDR

Was passiert am Brennerpass an der Grenze zwischen Italien und Österreich? Möchte man einigen Quellen im Netz glauben, gehen dort erstaunliche Dinge vor sich.

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Screenshot eines Posts über angebliche Bustransporte aus Italien.

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Screenshot eines Posts über angebliche Bustransporte aus Italien.

So behauptete ein Österreicher auf Facebook, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag seien innerhalb einer Stunde „37 Busse mit Schwarzafrikanern über den Brenner gefahren“. Einen Tag später seien es 17 Busse gewesen, mit „rund 850 Personen“. Dies gehe „schon lange so“, so der Facebook-Nutzer weiter – und verwies als Quelle auf „Info`s von dort“. All dies geschehe „klammheimlich“.

Das Posting verbeitet sich rasch im Netz. Auch Klaus S. streute entsprechende Gerüchte – sein Posting wurde mehr als 4000 mal geteilt. Darin heißt es:

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+++EILMELDUNG+++Nach nicht OFFIZIELL bestätigten Meldungen, werden am Grenzübergang Brenner(Österr.-Ital.)..massenweise Busse mit Asylwerber nach Österreich gebracht.Zeugen berichten das in einer Stunde sogar 37 Busse mit Schwarzafrikaner angekarrt wurden.Wir werden auf das ärgste von der Regierung verarscht.WIR FORDERN DIE REPUBLICK ÖSTERREICH HIERMIT SOFORT AUF, UNSERE GRENZEN MIT DEM BUNDESHEER ZU SCHÜTZEN.

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Auf Twitter übersetzte ein Online-Magazin die Behauptungen ins Englische und meldete, es kämen 1850 Flüchtlinge pro Stunde über die Grenze. Knapp 300 Nutzer teilten diesen Tweet.

Inder aus Mannheim statt Afrikaner aus Italien

Die Webseite „Newsblitz“ vermeldete zudem: „Afrikaner werden in Bussen klammheimlich nach Deutschland gebracht.“ Vermeintliche Beweise: Das Facebook-Posting aus Österreich über die 37 Busse aus Italien sowie ein Foto, das in Welzheim in Baden-Württemberg aufgenommen wurde. Es soll zeigen, wie afrikanische Flüchtlinge dort mit einem Bus anreisten. Dieses Bild kursiert ebenfalls in den sozialen Netzwerken.

Auf Anfrage des ARD-faktenfinder erklärte eine Sprecherin des Rems-Murr-Kreises allerdings, es habe sich nicht um Flüchtlinge aus Italien bzw. Afrika gehandelt, sondern um sieben Flüchtlinge aus Indien, die von Mannheim nach Welzheim – unweit von Schorndorf – verlegt wurden.

Innenministerium dementiert

An den Meldungen vom Brenner ist laut dem österreichischen Innenministerium nichts dran. Das Ministerium erklärte auf Anfrage des ARD-Studios Wien, die Erzählungen seien „weder wahr noch gut erfunden“. Auf Twitter veröffentlichte das Ministerium mittlerweile eine Richtigstellung und die Bitte, die falschen Behauptungen nicht zu teilen.

Der Pressesprecher des Tiroler Landeshauptmanns sagte dem ARD-Studio Wien zu der Fake News, wonach 37 Busse mit illegalen Flüchtlingen in einer Nacht den Brenner passiert haben sollen: „Es ist auszuschließen, dass es einen solchen Vorfall gegeben hat – so etwas wäre uns natürlich aufgefallen.“

 

Militäreinsatz an den Brenner?

Die Lage am Brenner ist schon seit Wochen ein großes Thema in Österreich. Anfang Juli hatte Außenminister Sebastian Kurz erklärt, Österreich werde seine Grenzen zu Italien vor Migranten schützen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil sagte, sein Ministerium sei bereit, innerhalb von 72 Stunden Panzerfahrzeuge zum Brenner-Grenzübergang zu entsenden. Mehrere Ministeriumssprecher wiesen jedoch Berichte zurück, dass sich die Fahrzeuge bereits am wichtigsten Grenzübergang zu Italien befänden.

Laut Behördenangaben hatte es im ersten Halbjahr 2017 keinen Anstieg bei der Zahl von Migranten in der Region gegeben. Der Bürgermeister der Gemeinde Brenner, Franz Kompatscher, sah keine Notlage: „Hier sind wenige Flüchtlinge“, sagte Kompatscher der Nachrichtenagentur AdnKronos am 4. Juli. „Zurzeit erscheint mir das, was gesagt wird, übertrieben.“ Die Ankündigung, notfalls Militär einzusetzen, sei vielmehr mit der Nationalratswahl im Oktober erklärbar, meint der Bürgermeister. „Da lässt jemand klar die Muskeln spielen.“

Ruhige Lage

Am 5. Juli berichtete ARD-Korrespondent Michael Mandlik aus der Standschützen-Kaserne in Innsbruck über die Lage in Tirol. In der Tat sei es so, dass bereits eine Anzahl von Soldaten in mehrere Kasernen verlegt worden seien. „Anders als in Deutschland ist es möglich, dass das österreichische Militär und das Bundesheer der Polizei im sogenannten Assistenzeinsatz beisteht oder sie unterstützt – bei der Grenzsicherung oder beim Grenzschutz“, erklärte Mandlik.

[…]

Im Moment, so der ARD-Korrespondent weiter, sei „diese Gefahrensituation aber nicht gegeben. Die Polizei sagt, sie habe alles unter Kontrolle.“ Von Jahresanfang bis Anfang Juli waren Mandlik zufolge etwa 3500 illegale Grenzübertrittsversuche registriert worden.

Der Pressesprecher des Tiroler Landeshauptmanns erklärte auf Anfrage der ARD: „Die uns bekannten Zahlen sind konstant – es gibt hinsichtlich illegaler Grenzübertrittversuche etwa 15 bis 25 Aufgriffe pro Tag an der Tiroler Landesgrenze“.

Weiter Wahlkampfthema

Im Netz tobt derweil weiter die Propagandaschlacht um den Brenner. „Am Brenner strömen derzeit Hunderte bis Tausende Afrikaner am Tag nach Österreich“, behauptet beispielsweise ein Jens S. auf Twitter.

Auch die FPÖ setzt im Wahlkampf weiter auf das Thema Brennerpass und Flüchtlinge aus Italien. Parteichef Heinz-Christian Strache forderte in den vergangenen Tagen immer wieder, SPÖ und ÖVP sollten handeln statt zu streiten – und die Grenze vor einem „Migrantenansturm“ schützen.

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Propagandaschlacht um den Brenner

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Dazu noch ein Kommentar auf tagesschau.de

Es gibt halt leider genügend

Es gibt halt leider genügend Leute, die über Fake-stories die Stimmung im Land beeinflussen wollen. Da ist vielen jedes Mittel recht, egal ob man Busse voller Flüchtlinge erfindet oder die humanitäre Arbeit von NGO’s in den Dreck zieht.

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. Juli 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Der ach so viel gelobte Papst Franziskus   Leave a comment

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Vieles was der neue Papst aus Argentinien macht und sagt beruht auf Täuschung und Tarnung. Nichts Wesentliches hat sich verändert. Ob er sich mit einem kleineren oder größeren Auto kutschieren lässt, wer hat was davon? Viel mehr interessiert mich was er in Argentinien in der Zeit der Diktatur gemacht hat – und da bleiben große, sehr große Zweifel. Wenn man genauer dahinter schaut, bleibt überhaupt nichst übrig davon, dass dieser Papst Bewunderung verdienen würde. Nicht vergessen darf man auch, dass der Papst Jesuit ist – und denen kann man fast alles zutrauen. Von ihnen stammt ja auch der Spruch: Der Zweck heiligt die Mittel.

Aus theloge.de

Argentinische Bischöfe geben Ratschläge zum Töten

An dieser Stelle ist ein Blick auf die Rolle der Kirche während der argentinischen Militärdiktatur von 1976-1983 hilfreich. In jener Zeit war Jorge Mario Bergoglio Jesuitenführer Argentiniens und damit einer der führenden katholischen Würdenträger im Land. Heute sieht sich der Papst deshalb mit dem Vorwurf konfrontiert, mit der Junta paktiert zu haben oder zumindest von vielen Verbrechen gewusst oder sie gar gebilligt zu haben.

So hatten hohe katholische Würdenträger während der Diktatur in Argentinien keine Skrupel, dem Regime auch bestimmte Arten der Todesstrafe zu empfehlen.
Der Menschenrechtler Esteban Cuya erklärt: „Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie sie übers Meer – Todesflug.“ (Glaubensfragen: Halbherzige Reue – Argentiniens Kirche und die ungesühnten Opfer der Militärdiktatur, SWR 2, 14.6.2001)

Nach Zeugenaussagen haben Priester den Todespiloten anschließend die Beichte abgenommen, und Priester waren auch bei Folterungen und Verhören beteiligt.
Der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den Mördern darüber hinaus eine Art Generalabsolution, indem er in einer öffentlichen Rede vor Generälen sagte: „Das Militär ist gereinigt im Jordan voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen.“ (zit. nach argentinien-nachrichten.blogspot.de, 14.10.2007)
Unter den Opfern, die bei lebendigem Leib ins Meer geworfen wurde, waren auch Mütter, die kurz zuvor ein Baby zur Welt gebracht hatten. (spiegel.de, 6.7.2012) Die Babys wurden zuvor an Anhänger der Diktatur, vermutlich überwiegend „fromme“ Katholiken, zur „richtigen“ Erziehung übergeben.

Papst Bergoglio und der Pakt der argentinischen Kirche mit der Diktatur

Die Verwicklung von Papst Jorge Bergoglio in diese Diktatur könnte auch der Grund gewesen sein, dass er im Jahr 2005 zunächst noch nicht Papst wurde. Mittlerweile steht vielfach Aussage gegen Aussage. Unbestritten ist Medienberichten zufolge, dass im Mai 1976, zwei Monate nach der Machtübernahme der Militärs, der damalige Jesuitenprovinzial von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, zwei seiner Jesuitenpatres, die in einem Armenviertel arbeiteten, zur Rede stellte bzw. warnte.

Als sie sich weigerten, ihre Arbeit in Anlehnung an die Befreiungstheologie für die Armen aufzugeben, wurden sie aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen. Dadurch waren sie sozusagen vogelfrei, und sie wurden prompt von den Putschisten entführt und gefoltert und erst fünf Monate später auf einem Feld außerhalb der Stadt halbnackt und betäubt wieder gefunden. Die beiden Entführungsopfer sagten später aus, Bergoglio habe den Militärs selbst mitgeteilt, dass sie nicht mehr unter dem Schutz des Ordens stünden, habe sie also denunziert. Bergoglio hingegen bestreitet dies und sagt, er habe durch Gespräche hinter den Kulissen die Freilassung der beiden erreicht.

Es geht aber nicht allein um diesen Vorfall, der, wie gesagt, nicht restlos geklärt ist. Es geht auch nicht allein um die Person des damaligen Jesuitenprovinzials Jorge Bergoglio, sondern es kommt hier die ganze Verwicklung der Kirche in die Militärdiktatur wieder ans Licht, die bis heute nicht aufgearbeitet ist. Die argentinische Kirchenspitze hat 1976 in einem Gespräch mit den Juntachefs den Putsch selbst abgesegnet und auf diese Weise zumindest in Kauf genommen, dass bis zu 30.000 Menschen verschwunden sind, gefoltert und ermordet wurden.

[…]

An der Glaubwürdigkeit der Entlastung kann aber aus gutem Grund gezweifelt werden. So hat der „heilig“ gesprochene Ordensgründer Ignatius von Loyola in die Ordensregel der Jesuiten hinein geschrieben, „dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich … mittels des Oberen führen und leiten lassen muss, als sei er ein toter Körper (cuerpo muerto), der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt.“ (zit. nach Peter C. Hartmann, Die Jesuiten, München 2001, S. 21)

Man nennt dies auch „Kadavergehorsam“. Und dass dieser Gehorsam auch die Wahrheitsfindung betrifft, geht aus folgendem Bekenntnis hervor, das den Jesuiten von ihrem Gründer Ignatius von Loyola abverlangt wird: „Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so definiert.“ (Ignatius von Loyola, Die Exerzitien, übertragen von Hans Urs von Balthasar, Einsiedeln 1962, Nr. 365)
Dies wirft natürlich kein gutes Licht auf die heutige Aussage des einst entführten Jesuitenpaters, der – anders als früher – den damaligen Jesuitenführer Jorge Mario Bergoglio heute entlastet, denn sein Ordensgründer hatte ihm ja befohlen: „Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so definiert.“

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Der Papst, die Jesuiten und der gesunde Menschenverstand

Die Worte des Ordensgründers Ignatius von Loyola gelten bis heute als Basis der Jesuiten. Und dass solch ein absoluter und rücksichtsloser Gehorsam nicht nur Vergangenheit ist, zeigte sich auch in einer Begebenheit aus dem Jahr 1965. Papst Paul VI. hatte den damaligen Jesuitengeneral aufgefordert, demonstrativ vor ihm niederzuknien und sich in dieser Haltung zusammen mit ihm fotografieren zu lassen, um damit die bedingungslose Unterwerfung der Jesuiten unter den Papst in Rom auch optisch in Szene zu setzen. (Der Spiegel Nr. 44/1965 vom 27.10.1965)

Das alles ist der krasseste Gegensatz zu demokratischen Prinzipien, der nur denkbar ist. Und es zeigt auch auf: Diese Form von Religion und speziell die Weise, wie dies Jesuiten, zu denen auch Papst Bergoglio gehört, noch verschärfen, passt überhaupt nicht zu demokratischen Rechtsstaaten.

Dass die Kirche und speziell die Jesuiten nicht demokratisch sind, ist ja auch kein Geheimnis. Aber was kann dies im Einzelfall alles bedeuten? Dass beispielsweise das „Weiße“ in „Schwarz“ umdefiniert werden müsse, wenn die Kirchenführer das verlangen, kann man doch als Wahrheitssucher nicht einfach so akzeptieren. Und dann soll man auch noch einverstanden sein, dass diese Religion von demokratischen Staaten mit Milliardensubventionen finanziert wird? Hier müssten doch alle Menschen mit Gewissen und Verstand ihre Stimme erheben und protestieren, wenn sie solches hören. Und genau davor hat Papst Bergoglio offenbar auch Angst, wenn er öffentlich betet: „Herr, befreie uns vor der Versuchung des gesunden Menschenverstands.“ (radiovaticana.va, 20.4.2013; siehe dazu die Pressemitteilung der Freien Christen)

[…]

Papst Bergoglio verharmlost Grauen der Kreuzzüge

Denn da immer mehr Bürger ihren gesunden Menschenverstand einsetzen, merken sie auch: Die katholische Kirche erzieht die Menschen geradezu im Gegensatz zu demokratischen Werten, und von daher ist der Pakt des Katholizismus mit Diktaturen folgerichtig: ob es nun in Argentinien von 1976-1983 war oder ab 1973 mit der Diktatur in Chile. Oder man denke an weitere Bündnisse der Kirche im 20. Jahrhundert; an den Pakt der Kirche mit Diktator Franco in Spanien oder mit Diktator Mussolini in Italien, an Kroatien und den Pakt mit der Ustascha-Diktatur oder an die Slowakei und den Pakt mit dem Diktator und Priester Tiso.
Oder man macht sich noch einmal bewusst, wie sich der Vatikan mit Hitler-Deutschland arrangierte zum vielfachen Vorteil der Kirche und wie er 1933 durch Abschluss des Konkordats Nazi-Deutschland zur internationalen Anerkennung verhalf.

Und geht man in der Geschichte weiter zurück, so war es die Kirche vielfach selbst, die hinter grausamen Diktaturen und Gewaltherrschern stand oder diese unmittelbar beauftragte, zum Beispiel durch Kreuzzüge. Dies alles wird dann von heutigen Kirchenführern wie Papst Bergoglio herunter gespielt.

In einem seiner Bücher schreibt der spätere Papst Bergoglio dazu: „Als die Katholiken … Konstantinopel plünderten und zerstörten – wie lässt sich das theologisch erklären? Es ist eine große Sünde, aber kulturell dachte man es damals so … Wir können die Geschichte nicht vom Standpunkt eines ethischen Puristen her analysieren. Die Geschichte war immer so.“ (zit. nach Frankfurter Rundschau, 15.3.2013)
Damit verrät der Papst im Grunde seine Gedankenwelt. Er wendet weder den Maßstab des Franziskus noch den des Jesus von Nazareth an, sondern erklärt jegliche Gewalt nur aus ihrer Zeit heraus. Doch wer hat diese Zeit geprägt? Das war doch jeweils die Kirche!
In dieser Gedankenwelt von Papst Bergoglio ist Jesus von Nazareth, der große Weisheitslehrer, der die Gewaltlosigkeit vorlebte, nichts als ein weltfremder „ethischer Purist“.

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Der ach so viel gelobte Papst Franziskus

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Und hier noch etwas zum „Wir sind Papst“ Ratzinger.

 

Die Zeit dieser Irreführungen und Angstmache neigt sich jedoch mehr und mehr dem Ende zu. Die Menschen haben genug von der Jahrhunderte alten und ebenso furchtbaren wie falschen Drohbotschaft der Kirche. Und sie glauben auch nicht mehr, dass die Kirche auf der Seite von Gott und Christus stünde, während alle anderen falsch liegen sollen.
Dieser positiven Entwicklung versuchte Joseph Ratzinger in seiner Zeit als Papst noch einmal entgegen zu wirken, so auch 2011 in Deutschland, als er predigte: Die römisch-katholische Kirche erscheine zwar „nur mehr als eine der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft, sie sei aber in Wirklichkeit „universales Heilssakrament.


Dazu lautet gleichbedeutend ein verbindlicher Lehrsatz aus dem offiziellen katholischen Lehrwerk Der Glaube der Kirche:
So verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen.“
So der katholische Lehrsatz. Nun beinhaltet jede äußere Religion weniger Gutes bzw. Böses, aber auch positive Ansätze für eine ethisches Leben. Wenn nun Menschen das Positive in allen Religionen als gleichwertig betrachten würden, ist das aus römisch-katholischer Sicht verabscheuungswürdig und verwerflich.
Diese Lehre steckt also in Wahrheit hinter vielen Andeutungen des Papstes, die er im Laufe seiner Amtszeit machte und die man beim ersten Hinhören oft nicht genau verstand.

Etwa, wenn er vor der Gefahr des „Individualismus“ oder „Relativismus“ warnte. In Wirklichkeit griff er damit Errungenschaften der Demokratie wie Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit an. Und letztlich stemmte sich der vorletzte Papst mit seiner Kritik noch einmal dagegen, dass jeder Mensch selbst Gotteserfahrungen machen kann, und zwar ohne Vermittlung der Kirche und ihrer Priester. Denn der Papst befürchtet zurecht den Untergang seiner Kirche, wenn immer mehr Menschen erkennen, dass sie die Kirche überhaupt nicht brauchen und wenn sie erfahren, dass deren Dogmen- und Zeremoniengebäude ihre Gottsuche bislang sogar massiv behinderte.
Der
ehemalige katholische Dogmatikprofessor Horst Hermann erklärt dazu: Der Papst bleibe
„ein Geisterfahrer, der … unbelehrbar“ auf seiner Spur fahre „und für den zigmillionen Andersdenkende im Irrtum sind.“ (http://hpd.de/node/11999)

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http://www.theologe.de/nachruf.htm

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Gruß Hubert