Archiv für April 2019

Tierschutz im Hamburger Abendblatt – ein Armutszeugnis für seriösen Journalismus   Leave a comment

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Tierschutz im Hamburger Abendblatt – ein Armutszeugnis für seriösen Journalismus

Geharnischter Protestbrief an das Hamburger Abendblatt von Bettina Marie Schneider. Sebastian Becht vom Hamburger Abendblatt warf Tierschützern, die Hunde aus Osteuropa holten und fast immer vor dem sicheren Tod retteten, vor, sie würde damit Geschäfte machen. Ich kann nur sagen eine sehr schlechte Idee als Tierschützer Geschäft machen zu wollen. Dieser Schreiberling hat null Ahnung vom Tierschutz und wie es mit den Straßenhunden in Osteuropa aussieht. Eine Frechheit, dann so einen Artikel zu schreiben. So ein Artikel kann ein Todesurteil für viele Hunde dort sein.

Rebloggt von Bettina Marie Schneider, guteskarmatogoblog.wordpress.com

Wenn Zeitungsartikel töten!
Das Hamburger Abendblatt und der Tierschutz…ein Armutszeugnis für den seriösen Journalismus“! Hundehandel unter dem Deckmantel des Tierschutzes

Liebe Redakteure,
oder sollte ich in diesem Fall besser das Wort „Schreiberlinge“ verwenden?
Es wäre leider angebracht, denn in Ihrem Artikel über Auslandstierschutz, mit dem reißerischen Titel, „Hamburger Tierärzte warnen vor dem Handel mit Sraßenhunden„, werden nicht nur grob fahrlässig Fakten verdreht, bzw unterschlagen sondern auch die seriöse Arbeit von unzähligen ehrenamtlichen Helfern mutwillig zunichte gemacht.
Seriöser Auslandstierschutz leistet durch Kastration vor Ort und Aufklärung einen sinnvollen Beitrag zur Verminderung des unendlichen Leids.
Seriöser Auslandstierschutz ermöglicht Adoptionen für Tiere, die dem sicheren Tod geweiht sind.
Seriöser Auslandstierschutz ist kein Geschäft sondern jede Adoption muss durch Spenden bezuschusst werden, da die Schutzgebühr nicht alle Kosten abdecken kann.

Sie können sich auf die Schultern klopfen. Ihr unsäglich schlecht recherchierter und einseitiger Artikel wird viele Spender verunsichern, Adoptanten abschrecken und vielen Hunden die Hilfe verwehren, auf die sie so verzweifelt in ihren kargen Zwingern warten. Die meisten davon, ein Leben lang vergeblich. Einen Besuch in einem dieser Shelter würde ich sehr empfehlen, ehe man darüber urteilt, wo es den Tieren besser geht…

Dieser Artikel war das Todesurteil für viele Insassen dort und eine Ohrfeige in das Gesicht aller seriösen Tierschützer und Organisationen, die ehrenamtlich versuchen, das Leid zu verhindern und einigen Tieren eine Chance auf Leben zu schenken. Ein ziemlich hoher Preis für einen Artikel und ein paar Klicks mehr, auf Facebook,  finden Sie nicht auch?

Eine Richtigstellung und Entschuldigung für diesen miserabel recherchierten und einseitigen Artikel, wäre mehr als angebracht, denn in diesem Fall geht es nicht nur um den Ruf der seriösen Tierschützer und Organisationen … ein guter Ruf und Vertrauen in unsere Arbeit, ist alles, was wir in die Waagschale werfen können, um Tieren zu helfen… sondern es geht um Leben, um das Leiden und Sterben der Straßentiere, überall in Europa!

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hundewelpen

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Last not least, bitte teilen Sie mir umgehend mit, wo es Kastrationen für 11 Euro gibt, wie im Artikel behauptet. Das ist ein lächerlicher Betrag, überall in jeder Tierarztpraxis in Europa  und absolut unrealistisch. Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Tierschützer vor Ort, hat das Glück, über eigene Tierärzte in der Organisation zu verfügen, die solche Preise ermöglichen können. Solche Aussagen verunsichern die Spender, denn in diesem Fall geht es nicht nur um den Ruf der Tierschützer und Organisationen sondern es geht um Leben…um das Leiden und Sterben der Straßentiere, die durch solche Artikel weniger Hilfe erhalten werden.

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Nachfolgend die ausführliche Stellungnahme und Richtigstellung zu diesem „Artikel“ unserer Kollegen von Ein Herz für Streuner e.V.

„+++ Stellungnahme zum Zeitungsartikel „Hamburger Tierärzte warnen vor Handel mit Straßenhunden“ vom 25.03.2019 +++

Liebe Streunerfans,

einige von euch haben uns auf den Artikel des Hamburger Abendblatts aufmerksam gemacht. Da hier Sachverhalte falsch geschildert und Ängste geschürt werden, wichtige Hintergrund-Informationen oberflächlich und schlecht recherchiert wurden und die Hauptaussage des Artikels (nämlich keine Hunde aus Osteuropa zu adoptieren) ziemlich deutlich rüber kommt, wollen wir hierzu stellvertretend für alle seriösen Vereine, die die Hunde legal ausreisen lassen, Stellung nehmen.

Was wir dazu zu sagen haben:

1. Hunde, die über eine seriöse Organisation vermittelt werden und somit legal ausreisen, bringen weder Staupe noch Parvovirose nach Deutschland. Diese lassen ihre Tiere nämlich dagegen impfen. So wie auch wir. Alle Hunde erhalten die Standard 5-fach Impfung gegen Parvovirose, Staupe, HCC, Parainfluenzia und Leptospirose. Diese vollumfängliche Impfung ist auch Pflicht seitens der meisten Veterinärämter.

2. Tollwut ist eine international zwingend notwendige Impfung, die Hunde und Katzen erhalten müssen, um legal einreisen zu dürfen. Ein Hund/eine Katze darf ab der 12. Woche gegen Tollwut geimpft werden und nach einer Karenzzeit von 21 Tagen ausreisen. Alle Tiere, die unter dieser zeitlichen Vorgabe eingereist sind, sind also in jedem Fall illegal ausgereist. Für nichtgelistete Drittländer gilt sogar noch eine längere Frist, hier müssen die Tiere mind. 7 Monate alt sein. Das sind Länder wie z.B. die Türkei.

3. Lungen- und Herzwürmer (Dirofilariose) sowie Leishmaniose oder andere Mittelmeerkrankheiten können mittlerweile überall vorkommen. Auch in Deutschland leben aktuell ca. 20.000 Leishmaniose-Hunde – und das sehr gut. Es gibt nämlich gute Möglichkeiten dem Hund ein langes und glückliches Leben zu bieten, trotz Leishmaniose. Die anderen sogenannten Reisekrankheiten wie z.B. Ehrlichiose, Anaplasmose, Borreliose, Babesiose werden von den meisten Organisationen vorab mit einem Snap-Test (Schnelltest) getestet. Dieser ist natürlich nie so aussagekräftig wie ein Bluttest. Daher raten wir und andere seriöse NGOs ihren Familien immer dazu, nach Ankunft des Tieres so einen Bluttest in Deutschland zu machen. Alle Krankheiten können gut behandelt werden wenn sie rechtzeitig bekannt werden. Und sie stellen keine große Gefahr für Hund und Menschen dar. Die Übertragung von Leishmaniose auf den Menschen ist sehr selten und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt möglich. Die Leishmanien befinden sich nämlich nicht im Blut sondern z.B. in der Milz oder anderen Organen. Wer hierzu weitere Informationen nachlesen möchte, kann dies im Detail bei uns auf der HP tun: https://www.einherzfuerstreuner.de/wichtige-informationen/…/

4. Deutsche Tierheime sind voll, warum einen Hund aus dem Ausland? Auch wir hören diesen Satz immer wieder. Wir haben viele gute Kontakte zu deutschen Tierheimen und sind froh, dass diese auch Tierschutz betreiben und die Augen nicht verschließen. Tierschutz hört nicht an der Grenze auf. Die deutschen Tierheimen haben große Nachfragen nach Hunden, die oft nicht bedient werden können. Denn in der Regel sitzen alte, kranke oder schwer vermittelbare Hunde in den Tierheimen. Das ist unserer Meinung nach ein Problem, dass unverantwortliche deutsche Hundehalter verursachen – nicht seriöse Organisationen und nicht die Tierheime! Und wenn diese dann Kapazitäten haben und helfen wollen, finden wir das absolut bemerkenswert und unterstützenswert. Unser Respekt gilt hier den Tierheimen, die auch Auslandstierschutz betreiben.

5. Zitat aus dem Bericht: „Letztlich wird mit der Vermittlung der Hunde gegen Schutzgebühren in Höhe von 200 bis 400 Euro über die Mitleidskomponente ein Geschäft abgewickelt“. Legale Organisationen wickeln nicht über die Mitleidskomponente Geschäfte ab, sondern sie vermitteln gut und nachhaltig ihre Tiere. Eine Schutzgebühr, die einen Teil der anfallenden Kosten trägt und auch ein Schutzvertrag gehören selbstverständlich dazu. Und die Organisation, die auch was verändern wollen, investieren das Geld dann ohnehin in Kastrationskampagnen vor Ort, die Unterbringung und die medizinische Betreuung der Hunde und Katzen vor Ort in Rumänien oder anderen Ländern.

6. Eine Kastration kostet nur 11 Euro. Wo genau? Wir zahlen in Bistrita, Baia Mare und Cluj, Rumänien 20 – 50 Euro pro Kastration. Das ist immer noch ein günstiger Betrag. Und daher machen wir auch regelmäßige Kastrationskampagnen, die monatlich von unseren Tierärzten umgesetzt werden, sowie groß angelegte Kampagnen über 2-3 Tage mit bis zu 50 Tieren am Tag.

7. Zitat aus dem Bericht: „Da steckt eine ganze Industrie dahinter – am Hundehandel verdienen viele Menschen“
Auch hier fehlt einfach der Zusatz, dass es sich um unseriöse Händler handelt. Ja, diese Menschen gibt es sicher. Wir wissen von diesem Leid und wir spüren immer wieder, dass diese Menschen auch seriösen Tierschutz kaputt machen können, weil man den Menschen das Vertrauen nimmt. Eine gemeinnützige Organisation verdient an Vermittlungen keinen Cent. Oft muss noch Geld drauf gelegt werden. Die durchschnittlichen Kosten pro Hund liegen bei uns bei etwa 800 Euro. Bei einer Schutzgebühr von 225 – 375 Euro kann sich jeder das Defizit, das zu 100% über Spenden gedeckt werden muss, ausrechnen.

Diese Art von Zeitungsberichten sind dafür verantwortlich, dass Menschen Berührungsängste mit Tierschutzvereinen bekommen. Unser Tipp: Wenn ihr, vor allem bzgl. der Impfungen, keine kompetente Antwort erhaltet und es keinen EU-Heimtierausweis mit allen eingetragenen Impfungen gibt, lasst die Finger von einer Adoption. Ja, es gibt viele schwarze Schafe, die man nicht unterstützen darf. Es werden immer noch schwer kranke, nicht geimpfte Welpen verkauft. Auch wenn die Hunde noch so süß sind – unterstützen Sie bitte keine unseriösen Händler, denen es tatsächlich nur ums Geld geht.

Wir würden uns wünschen, dass in solchen Berichten die wertvolle Arbeit der Tierschutzvereine mehr geschätzt und überhaupt erwähnt wird. Es gibt nicht nur schwarz und weiß und nur eine Seite des Ganzen zu betrachten ist einfach Hohn. Denn am Ende schadet man damit den Tieren…“

Quelle:

Tierschutz im Hamburger Abendblatt – ein Armutszeugnis für seriösen Journalismus

Shame on you …Wie konntest du es wagen???   Leave a comment

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Rebloggt von guteskarmatogoblog.wordpress.com

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wagen

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Was siehst Du in meinen Augen, Mensch?

Ich sehe darin die Erinnerung an die Person, die in deine Augen sah, während sie dich in eine Plastiktüte stopfte und entsorgte.

Ich sehe deine Mutter erschöpft auf dem Bürgersteig liegen.

Ich sehe deine Geschwister, die weniger Glück hatten als du…oder soll ich sagen, sie hatten mehr Glück, denn sie sind bereits tot und haben es hinter sich.

Du bist als einziger übrig geblieben, du kämpfst um jeden Atemzug und vielleicht möchtest du aufwachen. Vielleicht möchtest du aber lieber weiterschlafen, und deinen Geschwistern folgen. Du hast dich noch nicht entschlossen…du kämpfst noch…

Und wieder sehe ich die Erinnerung an deine Mutter in deinen Augen, wie sie auf dem Bürgersteig liegt. Ich sehe den Moment, als man dich von ihr weg zerrte und in die Plastiktüte stopfte.

Weisst du, kleiner Krieger … du warst der Einzige, der sich dem Plan widersetzt hat und der nicht brav gestorben ist, wie die anderen Geschwister.  Shame on you…wie konntest du es wagen?

Wie konntest du es wagen, mit deiner Geburt und deiner Existenz unsere heiligen Feiertage zu stören?! Das ist ein ganz mieses Timing, Kleiner!

Und soll ich dir noch etwas sagen?…Plastiktüten sind jetzt neuerdings sehr teuer. Wegen der Umwelt. Welche Verschwendung an dich!

Frohe Ostern, Kleiner!

(Martha Politis Athanassiou)

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Die Geschichte dahinter:

Und da waren noch all die frommen Christen, die in Athen zur Ostermesse gingen.
Ihre Herzen waren voller Liebe zum Erlöser und in ihren Händen hielten die meisten brennende Kerzen, deren Licht sie sorgfältig hüteten.
Vielleicht lag es an den Kerzen, die den Blick und die Aufmerksamkeit ablenkten.
Denn wie sonst wäre es erklärbar, dass die Besucher des Gottesdienstes achtlos über die wimmernden Kätzchen hinweg stiegen, die am Vorplatz der Kirche lagen.
Die Kätzchen wussten nichts von Gott oder Barmherzigkeit. Sie wussten nur, dass sie schrecklichen Hunger und Durst hatten und Angst… und sie jammerten nach ihrer Mutter.
Irgendjemand hatte sie zum Sterben neben dem Kirchplatz entsorgt, wie Abfall.

Als sich die Türen der Kirche geschlossen hatten und alle frommen Christen ihre Loblieder auf den Herren anstimmten, übertönte der Gesang das Weinen der sterbenden Kätzchen.

Aber auch sie erhielten ihre Chance auf Erlösung und schließlich doch ein gesegnetes Osterfest…und Liebe ♡
Rena sah die beiden im Vorbeifahren, hielt kurz an und ihre Freundin Martha, übernahm die Pflege.
SCARS Athen hat wieder einmal eine 2. Chance geschenkt ♡

Dankeschön, ihr beiden ❤

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Shame on you …Wie konntest du es wagen???

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Gruß Hubert

Herzzerreißendes VIDEO: Mutter rennt ihrem gestohlenen Kälbchen hinterher   Leave a comment

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Facebook.com/SAFEnewzealand

Genau wie wir Menschen lieben Kühe ihre Babys und tun deshalb alles, um sie zu beschützen. Wie verzweifelt und hilflos muss diese Mutterkuh gewesen sein, als sie dem Auto hinterher ran, in dem ihre Babys abtransportiert wurden?

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Das Video ist im Link am Ende zu sehen.

 

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Was passiert mit den Kälbchen?

Nach Angaben der neuseeländischen Organisation SAFE hat das herzzerreißende Video ein Augenzeuge geschickt. Es ist unklar, wohin die Kälbchen in dem Fall transportiert werden. Fakt ist aber, dass Kälber als ein „Nebenprodukt“ der Milchindustrie gelten. Sie werden nur wenige Tage nach der Geburt ihren Müttern entrissen, damit Menschen ihre Milch trinken können. Nach der traumatischen Trennung rufen die Mütter noch tagelang nach ihren Babys.

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Weibliche Kälber

Die weiblichen Kälber erwartet das gleiche Schicksal, wie ihre Mütter. Sie werden jedes Jahr künstlich besamt, ihre Babys werden ihnen weggenommen und sie müssen ununterbrochen Milch geben. Sobald die Milchleistung nachlässt, werden sie geschlachtet. Und das meist mit nur 6 Jahren. Kühe können durchaus bis zu 20 Jahre alt werden.

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Kurzes Gif-Video

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Männliche Kälber

Die männlichen Nachkommen der sogenannten Milchkühe werden zur „Produktion“ von Kalbfleisch verwendet. Sie werden bis zur 8. Lebenswoche ohne Mutter in kleine Boxen oder Kälberiglus gesperrt. Sie bekommen statt Milch billigen Milchersatz. Krankheiten und frühzeitiger Tod sind keine Seltenheit. Etwa 22 Wochen nach ihrer Geburt werden die Tiere, die zu diesem Zeitpunkt praktisch noch Kinder sind, getötet.

Kühe haben Gefühle

In dem Video ist deutlich zu sehen, wie sehr die Mutter ihre Babys liebt. Viele Kühe sind anhängliche Tiere von tief greifender Loyalität gegenüber ihren Familien und menschlichen Gefährten. Kühe können durch ihre Körperhaltung und ihre Stimmlaute eine ganze Palette an Emotionen ausdrücken. Einschließlich Zufriedenheit, Interesse, Wut und Leid. Diese sanften Riesen trauern, wenn jemand gestorben ist, den sie liebten. Sie können sogar Tränen über dessen Tod vergießen.

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Herzzerreißendes VIDEO: Mutter rennt ihrem gestohlenen Kälbchen hinterher

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Gruß Hubert

 

Wenn die Welt entspannt atmet   7 comments

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So eine Gesellschaft nenne ich auch krank.

Aus Facebook von Thomas V. Weiss

Wenn die Welt entspannt atmet

Als vor einigen Tagen die Kirche Notre Dame de Paris brannte, brachten die meisten Zeitungen seitenweise Sonderberichterstattung. Plakative und peinliche Titel wie „Die Welt hält den Atem an“ waren in fett gedruckter Großschrift zu lesen. Passiert war am Ende zum Glück nicht allzu viel. Es gab keine Todesopfer und nach kurzer Zeit wurde so viel Geld gespendet, dass einer schnellen Restaurierung wohl nichts im Wege steht. Für den Hochzuchtkonsumenten steht – sofern er sich der Konditionierung brav hingegeben hat – eines fest: Der Brand der Kathedrale war ein unglaublich schlimmes Ereignis. Warum sonst hätte die Welt „den Atem angehalten“?

Am Ostersonntag brannte es dann erneut. Nicht in Notre Dame, sondern in einer riesigen Schweinemastanlage in Sachsen-Anhalt. Die Anlage fasst bis zu 70.000 Tiere. Bei dem Brand, dessen Ursache nicht bekannt ist, kamen ca. 2.000 Ferkel ums Leben. Sie verbrannten einfach – hilflos und qualvoll.

Die Zeitungen berichteten darüber – wenn überhaupt – nur in kleiner angelegten Artikeln. Keine Sonderberichterstattung, keine Worte der Trauer und keine Welt, die den Atem anhält. Kein Wunder, handelt es sich doch dabei nur um Sachschaden, den ein Unternehmen erlitten hat. Man wird alles mit der Versicherung klären und der verdammte Betrieb wird weiter laufen. Für die unvorstellbaren Qualen der intelligenten und munteren Tiere haben die Medien keine betrauernden Worte bei der Hand. Es wird sachlich, kalt und deskriptiv berichterstattet.

Solange jedoch ein Bauwerk – und sei es noch so bedeutungsvoll – betrauert wird und die Federn der Medienhäuser zum Glühen bringt, während der unvorstellbar grausame Tod von 2.000 Tieren – die aus Profitgier heraus auf engstem Raum gehalten werden – nur als nüchtern geschilderte Randnotiz erscheint, nenne ich die Gesellschaft krank und die Medienwelt verlogen, suggestiv und inkompetent. Dies sind meine Gedanken zu diesem Thema, die Gedanken eines großen Kunstfreundes, der aber offenbar noch fähig ist, Mitgefühl zu leben und den Verstand einzusetzen anstatt sich einer perversen Irrationalität hinzugeben.

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Gruß Hubert

Ein Sterbehelfer, der das Leben liebte   Leave a comment

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Aus giordano-bruno-stiftung.de

Nachruf auf Uwe-Christian Arnold

Uwe-Christian Arnold 2015 bei der Aktion "Lassen Sie das doch den Klempner machen!" vor der Frankfurter Paulskirche

Uwe-Christian Arnold 2015 bei der Aktion „Lassen Sie das doch den Klempner machen!“ vor der Frankfurter Paulskirche

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Er hätte so gerne an der mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zu § 217 StGB in der kommenden Woche mitgewirkt, doch seine Krebserkrankung war zu weit fortgeschritten: Am gestrigen Freitag starb „Deutschlands bekanntester Sterbehelfer“ Uwe-Christian Arnold in seiner Wohnung in Berlin. Noch am Abend vor seinem Tod versendete er eine Stellungnahme für das Bundesverfassungsgericht, sein politisches Vermächtnis. Ein Nachruf von Michael Schmidt-Salomon.

Uwe-Christian Arnold, den alle nur „Christian“ nannten, war ein außergewöhnlicher Mensch, ein furchtloser Streiter für die Selbstbestimmung am Lebensende, ein „notorischer Querulant“, der sich von den konservativen Bestimmungen der Ärztekammern nicht maßregeln ließ, ein unverbesserlicher Witzbold, der auch vor deftigen Späßen nicht zurückschreckte, ein einfühlsamer Arzt, der den Menschen in ihren schwersten Stunden zur Seite stand, und nicht zuletzt auch ein Freund, auf den man sich hundertprozentig verlassen konnte. Hinter seiner harten Schale verbarg er ein weiches Herz. Die Schicksale seiner Patientinnen und Patienten nahmen ihn oft sehr viel mehr mit, als er es öffentlich zugegeben hätte. Und so heftig er auch über die Vertreter des „Sterbe- und Leidensverlängerungskartells“ mit ihrem „Multimilliarden-Geschäft“ herziehen konnte, für Notleidende hätte er sein letztes Hemd geopfert.

Ich lernte Christian vor 10 Jahren bei einem Treffen von „Dignitas“ und „Dignitas Deutschland“ am Sitz der Giordano-Bruno-Stiftung kennen. Zunächst wusste ich nicht so recht, was ich von diesem etwas ruppigen Mann mit der schnoddrigen „Berliner Schnauze“ halten sollte, doch dann merkte ich schnell, dass er blitzgescheit war und sein Herz an der richtigen Stelle trug. Seinen ersten programmatischen Vortrag über das „Recht auf Letzte Hilfe“ hielt Christian im April 2013 am gbs-Stiftungssitz „Haus Weitblick“ in Oberwesel. Damals vereinbarten wir, dass ich ihn beim Schreiben eines Buches unterstützen werde. Und so erzählte mir Christian wenige Monate später in langen, intensiven Sitzungen von seinem Leben und seiner Arbeit als Arzt und Sterbehelfer. Ich studierte die Fälle, die er betreut hatte, und die Anklagen, die gegen ihn erhoben worden waren. Und wir trafen uns mit einigen seiner Patientinnen und Patienten. Schließlich war ich auch bei einer seiner Freitodbegleitungen dabei, was mich sehr berührte.

Durch die gemeinsame Arbeit an dem Buch „Letzte Hilfe: Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben„, das im Oktober 2014 – pünktlich zum Start der „Letzte Hilfe“-Kampagne „Mein Ende gehört mir“ – im Rowohlt-Verlag erschien, kam mir Christian noch einmal näher. Ich war verblüfft darüber, mit welcher Begeisterung er von alten Spielfilmen erzählen konnte, über die er sich noch immer schlapplachte, oder von bewegenden Opernaufführungen und Jazzauftritten, die seine Augen noch Jahrzehnte später zum Leuchten brachten. Christian liebte gute Bücher, gute Musik, gutes Essen und guten Wein, doch bei aller Lebensfreude, die er an den Tag legte, konnte man stets auch die enorme Belastung spüren, unter der er stand. Denn Christian hatte – als einziger Arzt in Deutschland – mehrere Hundert schwerstleidende Menschen beim Freitod begleitet und dabei Berührendes und Tröstliches, aber auch unaussprechliche Not erlebt – und dies alles ohne jegliche fachliche Begleitung! Außer mit Helga, seiner Frau, und einigen wenigen Freundinnen und Freunden konnte er mit niemandem über seine Erfahrungen als Sterbehelfer sprechen. Irgendwann wurde mir klar, dass Christian dieses Problem auf seine ganz eigene Art löste – zum Beispiel, indem er uns immer wieder anrief, um die neuesten Witze zu erzählen, die er gerade irgendwo aufgeschnappt hatte. Sein hohes, langgezogenes „Haaaahaaaa“, das auf jede Pointe folgte, werde ich nie vergessen. Es war Christians Form der Psychotherapie.

Vor allem in den Jahren 2014 und 2015 kämpfte Christian wie ein Löwe für das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende und für eine humane Sterbekultur. Er hat in dieser Zeit unzählige Interviews gegeben, Talkshows besucht, Podiumsdiskussionen bestritten und an Filmdokumentationen mitgewirkt. Hoffnung gab ihm, dass 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für eine Liberalisierung der Sterbehilfe votierten. Dass der Deutsche Bundestag entgegen diesem Bevölkerungsvotum Ende 2015 das „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ verabschiedete, das jede Form der professionellen Freitodbegleitung verbietet und schwerstleidende Menschen katastrophal im Stich lässt, hat ihn schwer getroffen.

Mit großer Ungeduld wartete Christian deshalb auf die Eröffnung des Verfahrens zu den Verfassungsbeschwerden gegen das „Sterbehilfeverhinderungsgesetz“ §217 StGB. Zur mündlichen Verhandlung am kommenden Dienstag und Mittwoch sollte er eine Stellungnahme vor dem Bundesverfassungsgericht vortragen. Doch die Krebserkrankung, unter der er schon lange litt, setzte ihm mehr und mehr zu. Er kämpfte dagegen an, aber in den letzten zwei Wochen zeichnete sich allmählich ab, dass er kaum mehr in der Lage sein würde, die Fahrt nach Karlsruhe anzutreten. Deshalb schlug ich ihm vor, die Stellungnahme schriftlich zu formulieren und durch seinen Rechtsanwalt in der Verhandlung vorlesen zu lassen. Über seinen Text für das Bundesverfassungsgericht haben wir noch am Donnerstagabend in unserem allerletzten Telefonat gesprochen. Dabei sagte mir Christian, dass die Schmerzen inzwischen trotz hoher Morphiumdosen so unerträglich geworden seien, dass es keinen Sinn mehr mache, den Tod länger hinauszuzögern. Ich wusste, was das bedeutet. Es war eines der traurigsten Gespräche, die ich je geführt habe.

Christian war für uns, den Vorstand und die Geschäftsführung der Giordano-Bruno-Stiftung, nicht nur ein wichtiger Mitstreiter, sondern ein Teil der Familie. Am Freitagmorgen rief er, wie er es versprochen hatte, noch einmal bei Herbert Steffen, dem Gründer der Giordano-Bruno-Stiftung, an, um sich zu verabschieden. Nach einem letzten „Servus“ drehte Christian die Infusion auf. Wenig später schlief er friedlich ein. Auf die Frage, ob ich noch irgendetwas für ihn tun könne, hat er mir am Donnerstag geantwortet: „Ich brauche keine Trauerfeier und kein Denkmal, aber setzt bitte fort, was ich begonnen habe!“ Das werden wir tun. Versprochen.

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Ein Sterbehelfer, der das Leben liebte

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Gruß Hubert

Wie Pferdestuten für die Schweinezucht misshandelt werden   Leave a comment

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Unglaublich wie brutal Pferde in Südamerika wegen der Gewinnung des Hormons PMSG misshandelt werden. PMSG wird in der Schweinezucht verwendet. Der größte PMSG-Vertreiber in Deutschland ist die IDT-Biologika aus Dessau.

 

Aus mdr.de

Wie Pferdestuten für die Schweinezucht misshandelt werden

Es ist ein brutales Geschäft: Auf Pferdefarmen in Südamerika werden Stuten nur für einen Zweck gehalten: Um ihnen Blut abzunehmen. Denn im Blut trächtiger Pferde ist das Hormon PMSG – hierzulande ein begehrtes Mittel für die Schweinezucht. Seit Jahren werden die Missstände angeprangert. Doch geändert hat sich so gut wie nichts.

Tierquälerei

In Südamerika werden wild lebende Pferde in Pferche geprügelt, große Mengen Blut werden ihnen abgezapft, bis zu zehn Liter pro Woche, um wenige Gramm des Hormons PMSG zu gewinnen. Unter anderem für den Zweck, damit in Deutschland mehr Schweinefleisch produziert werden kann. Neue brisante Aufnahmen aus Pferdefarmen in Argentinien und Uruguay dokumentieren, wie dort Angestellte weiter Tausende Stuten misshandeln. Bereits mehrfach hat das ARD-Magazin FAKT über die Zustände auf solchen „Blutfarmen“ berichtet.

Systematische Quälerei

Das aktuelle Videomaterial hat York Ditfurth vom Verein „Animal Welfare Foundation“ unter hohem Risiko drehen lassen. Nach der Veröffentlichung der ersten Bilder 2015 hatten die südamerikanischen „Blutfarmen“ verschiedene Versprechen gemacht, die Zustände zu verbessern. So sollten Arbeiter ausgetauscht und ein tierfreundlichere Umgang mit den Pferden vorgeschrieben werden.

 

Mann misshandelt Pferd mit einem Stab
Aufnahmen der Animal Welfare Foundation Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Die jetzigen Aufnahmen aber zeigen noch katastrophalere Missstände. Sie belegen, dass sich das Elend der Stuten in Südamerika nicht verbessert hat. Tierschützer York Ditfurt ist erschrocken über das Ausmaß. So detailliert seien die Tierquälereien noch nie zu sehen gewesen.

Der Zustand ist für die Pferde brutaler geworden. Die Quälereien sind genauso systematisch wie damals, aber viel härter … Der Arbeiter sticht mit einem Bambusstab in die Genitalien, um einen Schmerzimpuls zu setzen, damit die Stute nach vorne geht, damit ihr Blut abgenommen werden kann. Das ist brachiale Gewalt.

York Ditfurth, Animal Welfare Foundation

Der Nutzen für die Schweinezucht

PMSG ist ein Millionengeschäft. Das Hormon kommt im Blutserum trächtiger Stuten vor und wird auch in Deutschland in der Tierzucht eingesetzt. Etwa damit Muttersauen gleichzeitig und zudem schneller brünstig werden. Das macht die Zucht effektiver und wirtschaftlicher.

Für den Direktor der Veterinärmedizin an der Universität Gießen, Axel Wehrend, ist die Misshandlung der Pferde auf den südamerikanischen „Blutfarmen“ ein klarer Verstoß gegen den Tierschutz. „Den Tieren werden absichtlich Schmerzen zugefügt in einer Art und Weise, die hochgradig grob ist. Sie werden in die Genitalien gestochen. Die Tiere werden mit einem Eisenhaken getrieben und dafür kann es keine Begründung geben“, sagt er. Dieser Umgang mit dem Tier sei – egal, wo auf der Welt man sich befinde – Tierquälerei.

Zustände nicht wesentlich gebessert

Die aus dieser primitiven Quälerei hergestellten medizinischen Präparate werden auch in Deutschland vertrieben. Zwar sind Blutentnahmen bei Pferden nach bestimmten Regeln auch in Deutschland erlaubt, aber nicht unter solchen Zuständen, wie sie in Südamerika stattfinden. Die Aufnahmen der Tierschützer, die FAKT exklusiv vorliegen, bestätigen zudem einen weiteren Vorwurf der Tierschützer: die Unterbrechungen der Trächtigkeit der Stuten. York Ditfurth geht von jährlich 20.000 Abtreibungen aus, bei etwa Zehntausend Stuten. Und das in einer Phase, in der Veterinär Axel Wehrend zufolge ein schonender Abbruch nicht mehr möglich ist. Die Föten werden aus Sicht von York Ditfurth „dem Profit geopfert“.

Ines Advena vom Verein der Tierärzte für eine verantwortbare Landwirtschaft meint, als verantwortungsvoller Veterinär könne man solche Präparate nicht mehr einsetzen. Konventionelle Vertreter ihres Berufsstandes müssten sich die Frage stellen, inwieweit sie Komplizen solcher Verhältnisse seien. „Hier müssen Tierärzte Haltung zeigen und sagen: Nein, diese Präparate können wir nicht mehr einsetzen“, sagt sie.

Wenig Kontrolle und fehlende Regelungen

Auch dem Bundeslandwirtschaftministerium sind die Tierquälereien seit Jahren bekannt. Es teilt mit, sowohl mit Uruguay als auch Argentinien habe man auf höchster Ebene über die Produktionsbedingungen und die tierschutzwidrige Gewinnung von PMSG gesprochen. Beide Staaten hätten bessere Kontrollen angekündigt. Die neuen Aufnahmen belegen allerdings, den Pferden hat das alles nicht geholfen.

Misshandelte Pferde
Aufnahmen der Animal Welfare Foundation Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ende 2017 haben sich die Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft mit den Pharmafirmen getroffen, die in Deutschland PMSG vertreiben, berichtet Ines Advena. „Wir haben die Firmen aufgefordert einen Kodex zu erstellen, in dem sie Tierschutzstandards festlegen. Ganz wichtig ist die Praxis der Aborteinleitung, die hoch unethisch ist.“ Die Tierärzte forderten, „dass die Abtreibung zu unterbleiben hat“ und sich die Firmen „verpflichten, von Farmen, die diese Praxis fortsetzen kein Blut mehr zu beziehen.“ Darauf eingegangen seien die Firmen nicht, beklagt Ines Advena. Die Pharmavertretern hätten sich sogar nie wieder gemeldet.

Größte PMSG-Vertreiber: IDT-Biologika aus Dessau

Die IDT-Biologika aus Dessau ist eines dieser Pharmafirmen, das mit PMSG Geschäfte macht. York Ditfurth wirft der Firma vor, dass das Unternehmen im Zusammenhang mit den qualvollen Aufnahmen aus der argentinischen „Blutfarm“ der Firma Sintex steht. „Der Abtreibungsferch, diese Prügeleien, das brutale Setzen der Kanüle, das ist die Firma Sintex in Argentinien und die beliefert die deutsche Firma IDT“, sagt er.

Auf Anfrage des ARD-Magazins FAKT kündigte das Unternehmen IDT an, den Wirkstoff PMSG zukünftig nur noch aus europäischer Pferdehaltung zu beziehen. Damit will der größte Vertreiber des Wirkstoffs in Deutschland offenbar nicht mehr in Südamerika einkaufen. Ein Erfolg, doch die Tierquälerei ist damit noch immer nicht beendet. Es gibt eine weitere Firma, die in Deutschland nach wie vor PMSG-Produkte aus den „Blutfarmen“ vertreibt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 28. August 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 09:00 Uhr

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Wie Pferdestuten für die Schweinezucht misshandelt werden

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Ferkel

 

„Die grausame Tiertransportpraxis ist angezählt!“   Leave a comment

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Es tut sich langsam etwas bei den grausamen Tiertransporten – wenigstens in Drittländer, wenn es auch erst ein zaghafter Anfang ist. Es ist verbrecherisch wie mit sog. „Nutztieren“ in der Tierhaltung, bei den Tiertransporten und in den Schlachthöfen umgegangen wird. Das ist eindeutig schlimmer als der Holocaust – und der war schlimm genug. Mehr als traurig, dass das für die „Masse“ kein Thema ist. Dazu sind zu viele zu gleichgültig, zu egoistisch und nicht ganz wenige sind einfach zu dumm um die Problematik verstehen zu können. Ihnen fehlt das Sensorium sich in andere hineinversetzen zu können, vor allem wenn es die eigene Spezies überschreitet. Der Speziesismus ist ein weit verbreitetes Übel. Von christlicher Seite kommt noch der Anthropozentrismus dazu. Sie sagen auch die göttliche Schöpfungsordnung sehe vor, dass wir Tiere zu unserem Nutzen benützen und sie essen dürfen. Wer von diesen Leuten hat denn mit Gott gesprochen, dass sie das wissen?

Aus Tierrechte.de

Die quälenden Bilder von Rindern, die Tausende von Kilometern weit transportiert werden, um in Nahost oder gar Asien unter katastrophalen Bedingungen geschlachtet zu werden, sind seit Jahrzehnten bekannt – dennoch passiert seit Jahren nichts. Im Februar führte ein Aufsatz in einem Fachmagazin plötzlich dazu, dass mehrere Bundesländer einen vorläufigen Exportstopp verhängten. Auch das EU-Parlament ist der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann.

Was weder politische Initiativen, noch massive Proteste und millionenfach unterzeichnete Petitionen erreichen konnten, bewirkte Anfang des Jahres ein Artikel im Amtstierärztlichen Dienst, dem Fachorgan des Bundesverbands verbeamteter Tierärzte (BbT). Darin warfen der Tierschutzjurist Dr. Christoph Maisack und der Tierarzt Dr. Alexander Rabitsch die Frage auf, ob ein Amtstierarzt Beihilfe zum Straftatbestand der Tierquälerei leiste, wenn er einen Tiertransport in ein Land genehmigt, in dem grausame Schlachtpraktiken die Regel sind. Mit dieser Einschätzung sind die beiden nicht allein. Dies bestätigt auch der Mannheimer Strafrechtsprofessor Jens Bülte. Im Jahr 2015 stellte der Europäische Gerichtshof fest, dass der Tierschutz nicht an den Außengrenzen der EU ende (1). Die Tierschutzbestimmungen müssen danach auch außerhalb der EU eingehalten werden. Daraufhin verhängten Bayern, Schleswig-Holstein, Hessen und zuletzt Thüringen einen vorläufigen Exportstopp.

 

Tiertransporte: Bundesländer für strengere Regeln

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Anfang März forderten sechs Länderminister aus Schleswig-Holstein, Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern Landwirtschaftsministerin Klöckner auf, die rechtliche Lage zu klären, insbesondere für den Fall, dass nach der Entladung der Tiere die hiesigen Tierschutzanforderungen nicht eingehalten werden. Klöckner kritisierte die Exportstopps der Länder als überstürzt. Die Länder hielten dem entgegen, dass sie schon auf der Agrarministerkonferenz vor einem Jahr um eine rechtliche Klärung gebeten und strengere Regeln für Tiertransporte eingefordert hätten. Im Juni 2018 hatten sich auch FDP und Grüne dafür eingesetzt, für bessere Kontrollen zu sorgen, beziehungsweise Transporte in Drittländer zu stoppen. Passiert ist seitdem: Nichts!

 

Züchter klagen gegen Exportstopp

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Die Reaktion der Rinderzüchter auf den Exportstopp ließ nicht lange auf sich warten. Zunächst umgingen sie ihn, indem sie auf Sammelstellen in anderen Bundesländern, vor allem Niedersachsen, auswichen. Am 27. Februar erreichten sie eine einstweilige Anordnung. Die Papiere für einen Transport nach Niedersachsen dürfen danach nicht verweigert werden. Der Kreis Steinburg legte Beschwerde gegen den Beschluss ein.

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Tiertransporte in Drittländer verbieten

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Auch wenn die aktuellen Exportstopps in Deutschland nicht aufrechterhalten werden, ist die grausame Tiertransportpraxis angezählt. Es ist niemandem mehr zu vermitteln, warum man vier Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen jährlich auf eine lange Reise in den Tod schickt, obwohl man ebenso gut Fleisch transportieren könnte. Der Auftrag für Ministerin Klöckner ist unmissverständlich: Statt Rinderzüchter zu unterstützen, die teils bewusst für den Export züchten, müssen die Forderungen der EU, der Bundesländer und nicht zuletzt von Millionen Bürgern umgesetzt werden: Es muss endlich Schluss sein mit wiedersinnigen und qualvollen Tiertransporten. Der organisierte Tierschutz und die Zivilgesellschaft müssen die Durchsetzung der EU-Entschließung jetzt kraftvoll unterstützen. Die Agrarministerkonferenzen Mitte April in Landau und Ende September in Mainz bieten die richtige Plattform.

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„Die grausame Tiertransportpraxis ist angezählt!“

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Gruß Hubert