Archiv für die Kategorie ‘Tiertransporte

Menschsein unter Menschen   Leave a comment

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Das unermessliche Leid der Tiere interessiert nur wenig Menschen. Das ist schon sehr deprimierend.

Aus beasbevegan.ch

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Bild aus beasbevegan.ch

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Oft fällt es schwer ein Mensch zu sein unter Menschen, denen jedes Mitgefühl abhandengekommen zu sein scheint, sobald man über das Leid der Tiere in unserer Gesellschaft spricht.
Viele wissen nicht was in der Tierindustrie als Standartpraxis jeden Tag durchgeführt wird. Tierschützer wollen aufklären, sie appellieren an das Gefühl der Tierproduktkonsumenten, sie erklären die bestialischen Praktiken und versuchen die Leute dahingehend zu sensibilisieren, einmal bewusst zu hinterfragen, was – oder besser gesagt – wen sie da auf dem Teller haben und warum die Industrie dies akribisch zu vertuschen versucht.
Dabei geht es dem Veganer nicht um sich selbst, er verdient keinen Cent an seiner Aufklärungsarbeit und wohlwollende Anerkennung bekommt er auch nicht…

«Mir ist Tierquälerei nicht egal!» sagt eine Fleischkonsumentin, während sie sich schwer damit tut, zu akzeptieren, dass Tiere brutal gequält wurden für ihre Wurstsemmel. «…nein, Hunde würde ich nie essen, das sind unsere Freunde, zu denen habe ich eine Beziehung!» sagt eine andere mit grossen Augen und ist verblüfft darüber, dass man auch zu einem Schwein jederzeit eine Beziehung aufbauen kann. «Ich mag Chicken Nuggets zu sehr, als dass ich darauf verzichten könnte!» meint ein weiterer Gesprächspartner und auf die Frage, ob er denn schon mal einen anderen Vogel gegessen hätte, ist er sichtlich bestürzt darüber, dass Hühner Vögel sein sollen. Nach einer Weile der Überlegung, ob Hühner nun tatsächlich ornithologischen Ursprungs seien oder nicht, kommt er zur Überzeugung, dass diese Hühner ja speziell zum Verzehr da seien, ergo somit mit einem normalen Vogel nichts zu tun haben könnten. Bei der Erklärung eines Veganers, dass Kühe nur dann Milch gäben, wenn sie ein Kalb geboren hätten, blickt man in ungläubige Gesichter und erlebt nicht selten dabei, dass Leute lachend abwinken und eilig das Weite suchen.

Bei solchen und ähnlichen verzerrten Wahrnehmungen auf unsere Tierwelt, fällt es schwer zu glauben, dass der Mensch je in der Lage sein wird, sein Verhältnis und die Einstellung gegenüber den «Nutztieren» zu reflektieren. Ich frage mich ständig, womit sich solch festgefahrene Strukturen aufweichen-, oder im besten Falle ganz auflösen lassen.

Der Veganer wird es alleine nicht hinbekommen, es braucht eine Regierung, welche sich einsetzt für unseren Planeten und deren Erdlinge, die wir so schändlich missbrauchen, foltern, verstümmeln, vergewaltigen und meucheln. Es braucht ein Bildungssystem, das den Satz des Phytagoras: «Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt um beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat – wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?» in den Lehrplan aufnimmt, anstatt nur eine kalte Formel, die da lautet: a2 + b2 = c2. Allenfalls löst diese eine Prüfungsfrage, jedoch der Empathie und der Liebe zu unsere Mitgeschöpfen dient sie wenig bis gar nichts.
Der griechische Gelehrte Pythagoras, gilt als der erste grosse Vegetarier – aber sowas lernt man in der Schule nicht!

Es braucht Menschen in Politik und Wirtschaft, die endlich Alarmschlagen und klar machen, dass wenn wir weiterhin unsere Ernährung von geschunden Leibern einverleiben, es nicht nur uns krank macht, sondern auch unsere Mutter Erde in den Abgrund stürzt und wir uns mit ihr.

Sind Profit und Gier tatsächlich stärker als die Gesundheit und Regenerierung unseres Planeten? Gemäss den verordneten Corona Massnahmen, steht doch die Gesundheit der Bevölkerung an oberster Stelle, nicht wahr?! Warum also nicht, wenn es um unseren Lifestyle geht und um unsere Nahrungsaufnahme? Als Veganer kann ich nicht glauben, dass es von Seiten der Machthaber kein Thema mehr ist, woher das Virus kam, welches zurzeit die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Es scheint nicht opportun zu sein in den Medien zu verdeutlichen, dass der kranke und krankmachende Umgang mit Tieren, Viren und Bakterien auf den Menschen übertragen lassen.

Es fällt schwer Mensch zu sein unter Menschen, die ignorant weiterleben, als gäbe es nichts aufzuräumen, nichts zu hinterfragen. Als sei all dieses Leid von fühlenden Wesen inexistent und nur man selbst sei das Opfer in einer Gesellschaft, die die grössten und unschuldigsten Opfer überhaupt hervorbringt: Die Tiere!

Text by: Bea Kälin     www.beasbevegan.ch
https://www.beasbevegan.ch/tiere-und-ethik/

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Menschsein unter Menschen

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Gruß Hubert

Tierquälerei als religiöses Kulturerbe   Leave a comment

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Auszug aus „Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?

»Da die Kirche in ihrer tierfeindlichen Haltung seit ihrem Bestehen die Tiere zu einer gefühlslosen Sache erklärt hat, müssen jedes Jahr Millionen Tiere in katholisch-orthodoxen Ländern ihr Leben auf besonders grausame Art lassen.« Mit diesen Worten lenkt Peter Sasse das Augenmerk auf das Leid der Tiere in Süd- und Osteuropa, also den überwiegend katholisch oder christlich-orthodox geprägten Ländern: Stierkämpfe und andere grausame blutige Rituale, wo Stieren Lanzen quer durch den Körper gerammt, sie durch Straßen gehetzt und auf sie eingestochen wird. In Pamplona findet die Stierfolter sogar zu Ehren eines Heiligen, des Schutzpatrons St. Firmin, statt. Und in Tordesillas stechen Dutzende von Lanzenträgern bei einem religiösen Fest zu Ehren der »Virgen de la Peña«, der jungfräulichen Schutzpatronin der Stadt, auf einen Stier ein. In Alicante werden bei einem Schießturnier zu Ehren des Gnadenbildes der Jungfrau Maria lebende Wachteln mit speziellen Abschussvorrichtungen durch Rohre katapultartig hochgeschossen und von Sportschützen abgeschossen. »In Spanien kann fast alles auf katholische Tradition zurückgeführt werden«, so Peter Sasse.

Auch in Italien gibt es religiöse Tierquälereien übelster Art. In San Martino wird in Gedenken an den Heiligen Leo ein Ochsen­gespann von wilden Reitern hetzt und dabei mit Holzstangen auf die Tiere eingestochen. Ähnliches passiert in Portocanone zu Ehren einer Madonnenfigur und in Ururi im Namen des Heiligen Kreuzes.

In vielen Süd- und Osteuropäischen Ländern wird mit brutaler Gewalt gegen Straßenhunde vorgegangen. Die Tiere werden erschlagen, erschossen oder kommen in Tötungsstationen. Besonders grausam ist das Vorgehen gegen freilaufende Hunde in Rumänien: Hier sollen innerhalb von sieben Jahren etwa 10 Millionen Straßenhunde auf brutale Weise getötet worden sein. Und die Kirchen schweigen dazu.

Warum gehen wir so grausam mit unseren Mitgeschöpfen um?

In »Tiere sind die besseren Menschen« beschreibt der Autor auch die Seelenverwandtschaft zwischen Mensch und Tier am Beispiel seiner Hunde. Er stellt Berichte über Sensibilität und Einfühlungsvermögen, Intelligenz und Sprachverständnis sowie soziale Kompetenz von Tieren vor.

Doch wie gehen wir Menschen mit unseren Seelenverwandten um? In der industriellen Massentierhaltung hat man die Tiere längst zu Produktionsmaschinen degradiert – ganz im Sinne von Descartes. »Jedes Jahr werden 60.000.000.000 (in Worten: Sechzigmilliarden) Landtiere zu unserem ‘Nutzen’ umgebracht. Die meisten davon haben nie Tageslicht oder eine Wiese gesehen« Die massenhafte Fleischproduktion ist außerdem mitverantwortlich für den Hunger in der Welt, die Schädigung der menschlichen Gesundheit, die Zerstörung von Lebens­räumen, die Vergiftung der Böden und Gewässer sowie der Atmosphäre mit allen Folgen für das Klima. Peter Sasse geht außerdem ausführlich auf die grausamen Tierversuche ein, die ebenso wie die Fleischproduktion vom Katechismus der katholischen Kirche als »sittlich zulässig« gerechtfertigt werden. Und so könne man die Ursache all der Grausamkeiten gegenüber unseren Mitgeschöpfen nur darin sehen, dass die Kirchen den Menschen so hoch über die Schöpfung stellen und die Tiere seit 1500 Jahren zu einer seelenlosen Sache degradieren.«

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Tierquälerei als religiöses Kulturerbe

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Gruß Hubert

„Nutztiere“ – warum Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie nutzen   Leave a comment

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Von Peta.de

Was sind „Nutztiere“?

Unter dem Begriff „Nutztier“ werden Tierarten zusammengefasst, die für einen bestimmten Zweck domestiziert und gezüchtet wurden – nämlich, um dem Halter einen wirtschaftlichen Nutzen zu bringen. Dazu werden Tiere willkürlich in verschiedene Kategorien eingeordnet, beispielsweise Tiere in der Nahrungsmittelindustrie, Tiere in der Bekleidungsindustrie und Tiere in der Unterhaltungsindustrie. Außerdem werden Tiere in Tierversuchen missbraucht, unter anderem für die Entwicklung von Arzneimitteln, Kosmetika und Lebensmitteln. Warum diese Einteilung nicht nur willkürlich, sondern auch sinnlos ist, erfahren Sie hier.

Tiere in der Nahrungsmittelindustrie: ausgebeutet für Fleisch, Eier und Milch

Jedes Jahr werden in deutschen Schlachthöfen etwa 800 Millionen Hühner, Schweine, Puten, Rinder und andere Tiere getötet. Die Tiere stammen sowohl aus der Fleischindustrie als auch von Milch- und Eierbetrieben. Fast alle Tiere, die für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet werden, leben aus Kostengründen in der konventionellen Tierhaltung. Hierbei werden sie zumeist auf engstem Raum, inmitten ihrer eigenen Fäkalien oder auf Spaltenböden gehalten, die ihnen Schmerzen bereiten. In kargen, überfüllten, verschmutzten Ställen und Käfigen steigt zwar das Risiko für Krankheiten, trotzdem ist es kosteneffizienter, Fleisch, Milch und Eier auf diese Weise zu „produzieren“.

In der industriellen Tierhaltung leiden Tiere unsäglich unter miserablen Lebens- und Haltungsbedingungen. Während ihres kurzen, erbärmlichen Lebens sind sie tagtäglichen Qualen ausgesetzt. Für die Tötung im Schlachthof werden sie auf LKW eng zusammengepfercht und teilweise über hunderte Kilometer transportiert. Beim Schlachtvorgang schlägt die Betäubung oft fehl, sodass viele Tiere den tödlichen Schnitt durch die Kehle bei vollem Bewusstsein erleben.

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Bild von Peta.de

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In der Eierindustrie werden jährlich etwa 50 Millionen männliche Küken noch am Tag ihrer Geburt vergast, weil sie als wertlos gelten. [2] Die sogenannten Legehennen leiden in der industriellen Tierhaltung unter Überzüchtung und Krankheiten.

In der Milchindustrie leben Kühe, Schafe, Ziegen und Büffel meist auf beengtem Raum und können grundlegenden Bedürfnissen, wie der Versorgung ihrer Kälber, nicht nachgehen. Weil Kühe nur Milch geben, wenn sie ein Kalb geboren haben, werden die weiblichen Tiere schon sehr früh künstlich besamt. Die Kälber werden ihnen kurz nach der Geburt entrissen – oft rufen Mutter und Kalb noch tagelang verzweifelt nacheinander.

Fische, Krebse, Kraken und andere Meerestiere empfinden wie alle anderen Tiere Schmerzen und Angst. Da Fische an Land nicht atmen können, ersticken sie nach dem Fang meist langsam und qualvoll. Krebse und Kraken werden oft bei lebendigem Leib gekocht oder sogar lebend in Stücke geschnitten.

Tiere in der Bekleidungsindustrie: getötet für Leder und Pelz

Für Produkte wie Leder, Wolle, Pelz, Seide und Daunen leiden und sterben jährlich Millionen Tiere. Ein Großteil des weltweit gehandelten Leders stammt aus Indien, Brasilien oder China, wo es keine greifenden Tierschutzgesetze gibt. Tiere wie Schlangen oder Alligatoren werden auf Farmen gezüchtet, damit ihre Haut als sogenanntes Exotenleder zu vermeintlichen Luxusprodukten verarbeitet werden kann.

In Deutschland erhältlicher Pelz stammt überwiegend von Pelzfarmen in Europa und China, wo freiheitsliebende Tiere wie Füchse, Marderhunde oder Nerze in winzige Käfige gesperrt und auf grausame Weise getötet werden. Teilweise stammt der Pelz aber auch von Hunden und Katzen aus China.

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Bild von Peta.de

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Schafe, Kaninchen, Alpakas oder Ziegen müssen regelmäßig eine qualvolle Schur über sich ergehen lassen, denn der Mensch will ihre Wolle zu Kleidung verarbeiten. Die weit verbreitete Annahme, dass Tiere in der Wollindustrie in bestimmten Abständen geschoren werden müssen, stimmt zwar – jedoch nur, weil der Mensch ihnen den natürlichen Fellwechsel weggezüchtet hat. Ganz gleich, ob Schafwolle, Angora, Kaschmir oder Mohair – für die Produktion von Wolle leiden die Tiere immer.

Ähnlich sieht es bei Daunen aus: Aufgrund der wärmenden Eigenschaften von Daunen werden jedes Jahr allein in Deutschland 19 Millionen Enten und Gänse getötet, um ihre Federn zu verarbeiten. In vielen Ländern wird bis heute der grausame Lebendrupf praktiziert, bei dem den Vögeln die Federn bei lebendigem Leib ausgerissen werden.

Auch Seide bedeutet großes Tierleid: Bei der Produktion von Seide werden die Raupen des Seidenspinners in ihrem Kokon bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen oder heißem Dampf ausgesetzt und getötet.

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Hier gesamten Artikel lesen:

„Nutztiere“ – warum Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie nutzen

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Gruß Hubert

Tiertransport: Durstige Schweine bei über 30 Grad im Lkw abgestellt   Leave a comment

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Man kann hier sicher von Hölle und von Folter sprechen.

Von Peta.de

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Hitzehölle für Schweine: Am Abend des 15. Septembers 2020 beobachtete eine Augenzeugin in Iserlohn einen Schweinetransporter, der bei über 30 Grad geparkt war. In dem unbeaufsichtigten Lkw des Unternehmens Venneker Viehhandel befanden sich zahlreiche Schweine, die offensichtlich keinen Zugang zu Wasser hatten. 1,5 Stunden wurden die Schweine in diesem Zustand sich selbst überlassen.

Schweine liegen hechelnd und die Augen verdrehend am Boden

Auf den Videoaufnahmen, die die Augenzeugin erstellte, ist das Leid der Schweine deutlich zu erkennen: Geplagt von der Hitze hecheln sie teilweise stark. Eines der anscheinend sehr durstigen Tiere trinkt Wasser aus der Flasche der Zeugin. Auch berichtete sie, dass einige Schweine apathisch und mit verdrehten Augen am Boden lagen.

Die Hitze ist eine große Belastung für den Kreislauf der Tiere und kann bis zum Tod führen. Da Schweine ebenso wie Hunde nicht schwitzen können, müssen sie ihre Temperatur hauptsächlich über das Hecheln regulieren. Da die meisten Tiertransporter nicht über eine Klimaanlage verfügen, kann es auf der Ladefläche schnell zu Temperaturen von 50 Grad kommen. Dass die Tierschutztransportverordnung Transporte verbietet, wenn es auf der Ladefläche heißer als 30 Grad ist, wird regelmäßig von Unternehmen, die Tiertransporte durchführen, ignoriert.

PETA erstattet Anzeige gegen Tönnies-Lieferant

Wir von PETA Deutschland haben Strafanzeige gegen den Tönnies-Lieferant wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, die EU- und die deutsche Tierschutztransportverordnung und die Tierschutzschlachtverordnung erstattet. Darüber hinaus fordern wir ein generelles Verbot von Tiertransporten.

„Transporte bedeuten immer Tierquälerei und großen Stress für die Tiere. Sie müssen häufig stundenlang eng gedrängt in den Transportern ausharren und verletzen sich dabei gegenseitig, wenn sie beispielsweise aus Platzmangel auf liegende Artgenossen treten. Nicht selten sterben sie sogar langsam und qualvoll.

Dass das von uns angezeigte Unternehmen auf seiner Internetseite mit ‚Stolzer Tönnies-Lieferant‘ wirbt, verwundert nicht, denn beide Unternehmen scheren sich offensichtlich nicht um Tierwohl.“

Edmund Haferbeck, PETA Deutschland

 

Was Sie tun können

  • Sollten Sie Tiertransporte bei großer Hitze beobachten, melden Sie dies der örtlichen Polizeibehörde. Machen Sie möglichst aussagekräftige Fotos oder Videos und senden Sie diese an das zuständige Veterinäramt oder an uns (Standort und Kennzeichen nicht vergessen).

  • Wenn keine tierischen Produkte mehr konsumiert werden, enden auch die qualvollen Tiertransporte. Entscheiden Sie sich daher für eine vegane Ernährung. Wir helfen Ihnen beim Einstieg mit unserem kostenlosen Veganstart-Programm.

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Tiertransport: Durstige Schweine bei über 30 Grad im Lkw abgestellt

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So sehr leiden Schweine für Fleisch / PETA

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Gruß Hubert

Rinder für den Orient. Wenn der Tierschutz an EU-Grenzen endet   Leave a comment

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Tiere dürften in muslimische Länder nicht exportiert werden, weil dort unbeschreibliche Tierquälereien passieren. Ganz abgesehen davon sind so lange Tiertransporte inaktzeptabel. Es sollte überhaupt nur Fleisch exportiert werden. Schächten müsste bei uns verboten werden. Das heißt aber nicht, dass auch bei uns Tiere in Schlachthöfen gequält werden.

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Aus arte.tv/de/

Im Juni 2020 hat das Europaparlament einer Untersuchungskommission für Tiertransporte zugestimmt. Denn: Auch nach Jahrzehnten von Protesten gegen unhaltbare Zustände verdursten noch immer Schlachttiere auf wochenlangen Transporten über Ländergrenzen hinweg. Die Rinder und Schafe unterliegen außerhalb der EU keinem Schutz mehr und werden so an ihren Zielorten häufig misshandelt.
1990 hat der Filmemacher Manfred Karremann seinen ersten Film über Tiertransporte gedreht: Seine Bilder von gequälten Nutztieren aus Deutschland und Europa hatten millionenfache Proteste zur Folge. Anschließend kam mit immer mehr Filmen das ganze Tierleid zwischen Stall und Schlachthof ans Licht. Die Europäische Union hat darauf reagiert: Immer wieder wurden neue Vorschriften erlassen, ob Wassertanks am Lkw oder Trenngitter für die Tiere im Laderaum – vieles hat sich seitdem verbessert. Aber nur innerhalb der EU. Doch sobald Tiere auf Lastwagen oder Schiffen die EU verlassen, ist meist Schluss mit Tierschutz. Obwohl der Europäische Gerichtshof schon 2015 in einem Urteil entschieden hat: Tierschutz endet nicht an der Grenze der Europäischen Union. Das Wohl der Tiere müsse bis zum endgültigen Ziel – ob Stall oder Schlachthof – sichergestellt werden. Doch an den Zielorten von Tiertransporten, zum Beispiel im Libanon oder in Ägypten, interessiert sich niemand für die Vorschriften der Europäer. Kontrollen fehlen. So gilt: wo kein Kläger – da kein Richter. Tierquälerei ist an der Tagesordnung, verbessert hat sich seit den 90er Jahren nichts. Millionen Tiere werden jedes Jahr lebend quer durch Europa in den Nahen Osten und nach Nordafrika transportiert, meist nur zum Schlachten. Aber warum schlachtet man nicht vor Ort in Europa und transportiert dann nur das Fleisch – und erspart damit den Tieren wenigstens die Qual wochenlanger Transporte? Das ist die Gretchenfrage: Müssen überhaupt so viele Tiere lebend um die Welt transportiert werden?

Video im Link enthalten. Länge: 53 Minuten.

Rinder für den Orient. Wenn der Tierschutz an EU-Grenzen endet

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Hier ein kurzer Trailer

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Gruß Hubert

 

 

Schweine leiden unter Hitze: Tierquälerei bei VION   Leave a comment

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Bei sehr hohen Temperaturen (über 30 Grad) dürften keine Tiertransporte durchgeführt werden. Das wird auch in Tierschutzgesetzen festgehalten, aber man schert sich nicht darum.

Rinder, Schweine und Hühner können genau wie Hunde nicht schwitzen und leiden daher unter der enormen Kreislaufbelastung, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Von Peta.de

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Bild: Peta.de

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Viele Menschen freuen sich im Sommer über heiße Temperaturen – Tiere, die aus wirtschaftlichen Gründen oft quer durch Deutschland oder über Landesgrenzen hinweg transportiert werden, leiden bei hohen Temperaturen jedoch besonders.

Am 10. August 2020 wurde uns über das Whistleblower-Formular gemeldet, dass am VION-Schlachthof Perleberg die Schweinetransporter teilweise mehrere Stunden in der prallen Sonne stehen, bevor sie abgeladen werden.

Außerdem sollen nach Aussage des Informanten Mitarbeiter die Schweine mit Elektrotreibern von den LKW treiben. Diese sind jedoch – was schlimm genug ist – nur in Ausnahmefällen erlaubt, wenn ein gesundes Tier strikt das Weitergehen verweigert. Laut dem Informanten schweigen die Amtsveterinäre vor Ort über die Missstände – angeblich lassen sie sich ihr Schweigen sogar bezahlen.

 

So helfen wir von PETA den Schweinen in Perleberg

Die Missstände und Vorwürfe gegenüber den Arbeitern und Amtsveterinären haben wir dem zuständigen Veterinäramt Prignitz sowie dem brandenburgischen Landestierschutzbeauftragten Dr. Stefan Heidrich gemeldet. Außerdem fordern wir einen sofortigen Schutz der Schweine auf den überhitzten Transportern und verlangen die Aufklärung der Vorwürfe gegen die Arbeiter und Amtsveterinäre.

Veterinäramt räumt teilweise Probleme ein

Eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes räumte am 12. August ein, dass die Planung rund um das Abladen der Tiere gerade aufgrund der extremen Temperaturen schwierig sei, VION diese jedoch ernst nehme. Die eingeräumten Missstände seien nach unserer Meldung aber teilweise beseitigt worden. Dem widerspricht jedoch eine weitere Information des Whistleblowers vom selben Tag. Laut dieser seien lediglich die Schweinetransporter nicht mehr an der Straße, sondern in dem nicht einsehbaren Hof abgestellt worden.

Der Vorwurf, elektrische Treibhilfen zu nutzen, wurde vom Veterinäramt nicht bestätigt. Grund dafür sei eine Selbstverpflichtung von VION, diese nicht mehr einzusetzen. Nach Erfahrung von PETA werden diese Selbstverpflichtungen jedoch oftmals nicht in die Praxis umgesetzt.

Transporte trotz Transportverbot ab 30 Grad

Laut Tierschutzverordnung [1] dürfen ab 30 Grad Celsius auf der Ladefläche keine Tiertransporte mehr stattfinden. Transportunternehmen führen trotz extremen Hitzewerten Fahrten durch – viele Veterinäre genehmigen diese Qualfahrten.

„Gerade in der heißen Jahreszeit spitzt sich das Leid der Tiere in den Transportern enorm zu – Unternehmen und Veterinäre machen sich strafbar, wenn Tiere aufgrund der Hitze leiden oder sterben.“

Lisa Kainz, PETA Deutschland

 

Hitzehölle auf dem Transporter

Rinder, Schweine und Hühner können genau wie Hunde nicht schwitzen und leiden daher unter der enormen Kreislaufbelastung, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Bei überladenen Transporten gelangen außerdem nicht alle Tiere an die Wassertränken, die bei extremer Hitze nicht ausreichend Wasser fassen und oft lange vor der Ankunft leer sind.

Weitere informationen

Was Sie tun können

Tiere leiden auf Tiertransporten immer – unabhängig von der Temperatur! In jedem Fall müssen sich Veterinäre und Unternehmen wenigstens an die marginalen Vorgaben halten. Doch auch der Verbraucher muss sein Verhalten ändern: Nur wer sich vegan ernährt, macht sich nicht mitverantwortlich für das Leid auf den Transportern und im Schlachthof.

Nach der EU-Transportverordnung sind Langstreckentransporte bei Temperaturen über 30 Grad verboten – es drohen Bußgelder. Sollten Sie im Hochsommer Tiertransporte beobachten, können Sie diese der örtlichen Polizeibehörde oder Autobahnpolizei melden. Machen Sie nach Möglichkeit aussagekräftige Fotos und senden Sie diese anschließend dem zuständigen Veterinäramt. Notieren Sie sich außerdem den Standort und das Kennzeichen.

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Schweine leiden unter Hitze: Tierquälerei bei VION

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Gruß Hubert

Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten beenden!   Leave a comment

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Von Peta.de

Viele Menschen kennen die traurigen und angsterfüllten Augen von Schweinen, Rindern, Schafen oder Hühnern, die auf den Straßen transportiert werden – meist auf dem Weg zum Schlachthof. Laut einer Kleinen Anfrage wurden im Jahr 2018 insgesamt 6.662.774 sogenannte Zuchttiere aus Deutschland in Nicht-EU-Staaten exportiert, darunter Russland, die Türkei, Usbekistan, Marokko und der Libanon. Des Weiteren wurden 3.712 als sogenannte Schlachttiere gekennzeichnete Lebewesen in diese und weitere Drittstaaten transportiert.

Alleine in Deutschland werden jedes Jahr etwa 800 Millionen Tiere in Schlachthäusern getötet. Nicht selten sehen diese Tiere auf dem Transport zum Schlachthof zum ersten Mal Tageslicht, denn sie mussten ihr entbehrungsreiches Leben bis zu diesem Tag in Zucht- und Mastfabriken fristen.

Die vollständige Übersicht zu den einzelnen Tierarten finden Sie hier.

Benennung als „Zuchttier“ ist pure Augenwischerei

In den letzten Jahren werden immer mehr Rinder als „Zuchttiere“ statt als „Schlachttiere“ verkauft und in Nicht-EU-Staaten transportiert. Das liegt vor allem an TV-Beiträgen über Transporte, Abladungen und Schlachtungen, die das ganze grausame Ausmaß der leidvollen Tiertransporte zeigen. Doch statt die längst überfällige Konsequenz zu ziehen und zumindest Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten zu untersagen, redet sich die Politik erneut heraus und schränkt lediglich den Transport sogenannter Schlachttiere ein – also Tiere, die in den Zielländern umgehend getötet werden. Dagegen steigt der Anteil sogenannter Zuchttiere. Diese Tiere sollen den Zielländern helfen, eigene Tierherden zur Selbstversorgung aufzubauen oder „frisches Blut“ in die Herden zu bringen. Fakt ist jedoch, dass Deutschland schon seit Jahrzehnten Tiere zu angeblichen Zuchtzwecken, teilweise auch schwangere Tiere, an Nicht-EU-Länder verkauft, ohne dass in diesen Ländern eine vergleichbare Herdenstruktur aufzufinden ist. Es liegt also auf der Hand, dass auch sogenannte Zuchttiere zeitnah in den dortigen Schlachthöfen getötet werden – meist ohne Betäubung.

Deutsche Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten müssen sofort beendet werden!

Tiere leiden auf dramatische Weise bei Tiertransporten: Das hat zum wiederholten Mal auch der TV-Beitrag „Geheimsache Tiertransporte – Wenn Gesetze nicht schützen“ von November 2017 auf traurige Weise gezeigt. Appellieren Sie gemeinsam mit PETA an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages und fordern Sie ein sofortiges Ende der grausamen Lebendtiertransporte in Drittländer.

Hier weiterlesen:

Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten beenden!

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Gruß Hubert

Story im Ersten: Tiertransporte gnadenlos   Leave a comment

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Es ist eine Schande und ein Verbrechen wie mit sogenannten „Nutztieren“ umgegangen wird.

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TV-Sendung vom 20.07.2020 – 23:00 Uhr –  daserste.de (ARD)

Video:

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/ab-12-tiertransporte-gnadenlos-viehhandel-ohne-grenzen-bearbeitete-version-ab-12-video-100.html

Eisiger Wind bläst unzählige Schneefäden über die russische Winterlandschaft. Es ist acht Uhr früh, die Sonne schiebt sich langsam durch die Wolken, als zwei Lastwagen eine Sammelstelle bei Smolensk an der weißrussisch-russischen Grenze verlassen. An Bord jeweils mehr als 30 deutsche Kühe aus Brandenburg – hochträchtig. Der Export soll angeblich dem Aufbau einer Zucht dienen. Ziel der Reise: Usbekistan. Bis dahin sind es noch mehr als 4000 Kilometer. Was die Fahrer nicht wissen: Die Lkw werden von Tierschützern der deutschen Organisation Animals Angels begleitet. Helana Bauer und ihre Mitstreiter sind auf solche Einsätze spezialisiert. Tagelang werden sie den Lkw folgen. Und auch dieses Mal feststellen, dass die Fahrer nicht anhalten, an Versorgungsstellen vorbeifahren bis zu ihrem Ziel in Usbekistan. Am Ende stehen die Tiere in ihren eigenen Exkrementen, vollkommen erschöpft.

Tiertransporte oft über tausende Kilometer, unter qualvollen Bedingungen.

Tiere werden oft tausende Kilometer weit transportiert, unter qualvollen Bedingungen. | Bild: Animal Welfare Foundation
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Auch in Marokko wird eine deutsche Kuh verkauft – und grausam geschlachtet

Ein ähnlicher Fall Wochen später, diesmal sind die Tierschützer in Marokko unterwegs. Sie besuchen Viehmärkte bei Marrakesch und Casablanca. Hier werden Kühe verkauft, vor allem Schlachtvieh. Auch hier werden die Aktivisten von Animals Angels fündig. Sie entdecken eine Kuh, deren Ohrmarke auf einen Hof bei Hannover verweist. Vor wenigen  Monaten wurde sie nach Marokko exportiert und wird nun auf dem Viehmarkt in Marrakesch verkauft. Noch am gleichen Tag landet sie in einem nahen Schlachthof, wo sie auf grausame Weise geschächtet wird: die Halsschlagader wird aufgeschnitten, bei vollem Bewusstsein des Tieres. Eine grausame und in Marokko übliche Praxis. Die Leute von Animals Angels sind empört. Sie vermuten: Die Kuh war nicht zur Zucht, sondern von vornherein als Schlachttier vorgesehen.  

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Viehmarkt in Marokko.

Viehmarkt in Marokko: Hier haben Tierschützer eine Kuh aus Hannover entdeckt, die später qualvoll geschlachtet wird. | Bild: SWR
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Die Dokumentation konfrontiert Politiker in Berlin und Brüssel

Mehr als 30.000 Rinder werden jedes Jahr angeblich zu Zuchtzwecken in Länder außerhalb der EU exportiert. Tierschutzexperten wie Iris Baumgärtner von der Organisation Animal Welfare Foundation beklagen, dass der Tierschutz bei solchen Exporten kaum zu überprüfen sei. Und darum finde er so gut wie nicht statt. Wie kann das sein? ARD-Filmemacher Edgar Verheyen hat solche Transporte gemeinsam mit Tierschützern nach Asien, nach Nordafrika und quer durch Europa begleitet. Er hat nicht nur grausame Zustände dokumentiert, er fragt auch nach den Ursachen, konfrontiert Politiker in Brüssel und Berlin sowie Verantwortliche in Industrie und Landwirtschaft.

Sein Fazit: Hier werden auf grausame Weise, ohne Rücksicht auf die Kreatur bei großer Hitze und extremer Kälte Tiertransporte durchgeführt, bei denen sich Spediteure und Viehhändler vielfach über geltendes Recht einfach hinwegsetzen. Eine aufrüttelnde Reportage.

Ein Film von Edgar Verheyen

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Story im Ersten: Tiertransporte gnadenlos

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Gruß Hubert

Deutschlands erfolgreichster Tierschützer: „40 Prozent der Tiere wachen beim Zerlegen auf“   Leave a comment

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Aus Focus.de

Friedrich Mülln im Interview

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Friedrich Mülln setzt sich seit langem für Tiere ein.
Foto: SOKO Tierschutz
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Tiere in Schlachthöfen werden oft bei lebendigem Leibe zerlegt, weil die Betäubung nicht funktioniert, sagt Tierschützer Friedrich Mülln. Zwischen Bio und herkömmlicher Produktion gibt es seiner Ansicht nach keine Unterschiede – und oftmals seien kleine Hofläden schlimmer als große Schlachtfabriken.

Friedrich Mülln hat schon früh sein Herz für Tiere erkannt. Seit seiner Kindheit ist er strenger Veganer und schon als Jugendlicher begann er, Missstände in bei der Tierhaltung aufzudecken. Nachdem er zunächst bei einer anderen Tierschutzorganisation arbeitete, gründete er 2012 die „Soko Tierschutz“, die seitdem in vielen Undercover-Missionen eine Reihe großer Skandale aufgedeckt hat. Zu den größten Erfolgen des 40-Jährigen gehört die Schließung des Tierversuchslabors LPT bei Hamburg im vergangenen Winter. Demnächst erscheint ein Buch, in dem er seine weltweite Arbeit und seine Erfahrungen schildert.

FOCUS Online: Sie kämpfen seit vielen Jahren gegen die brutalen Zustände in der Massentierhaltung. Im Zuge der Corona-Krise wird jetzt wieder einmal über die Lebensbedingungen der osteuropäischen Arbeiter diskutiert. Glauben Sie, dass sich diesmal etwas ändert?

Friedrich Mülln: Die reinen Zahlen der Fleischindustrie sehen nicht so aus, dass die Verbraucher sich umorientieren und weniger Fleisch essen. Das einzige Problem, dass die Unternehmen haben, ist, dass sie zurzeit wegen der Pandemie kaum noch Orte haben, wo sie die Tiere töten können. Es bleibt daher nur zu hoffen, dass die Menschen sich umorientieren. Wenn sie das nicht freiwillig tun, ist in meinen Augen der Staat gefordert. Das ist wie mit dem schnellen Fahren. Ohne Zwang und Verbot würden viele Autofahrer auch rasen, wie es ihnen gefällt. Leider aber buckelt der deutsche Staat regelmäßig vor der Fleischindustrie. Und das Versprechen, Werksverträge für die osteuropäischen Arbeiter abzuschließen, ist zwar schön und ich werde es mir irgendwo an die Wand hängen – mit dem Vermerk „Umsetzung unbekannt“. Denn die Industrie hat längst mit der üblichen Einlullungsstrategie begonnen und am Ende weiß sie, dass sie sich auf die Politik verlassen kann.

FOCUS Online: Zurzeit wird ja mehr über die schlimme Situation der Arbeiter aus Osteuropa diskutiert als über das Leid der Tiere. Ärgert Sie das als Tierschützer?

Mülln: Nein, gar nicht. Denn das Leid der Menschen ist vom Leid der Tiere gar nicht zu trennen. Ich bin allerdings immer wieder erstaunt, wenn ich in einer Diskussion versuche zu erklären, wie so ein Schlachthof eigentlich funktioniert und was das für die Tiere bedeutet – und dann kommt die Aufforderung, ich solle doch bitteschön endlich über die Menschen reden, die dort arbeiten. Man kann beide Themen nicht entkoppeln. Wer nicht weiß, was mit den Schweinen in der Gaskammer passiert, versteht auch nicht wirklich die Lage der Arbeiter. Es geht dabei nicht nur um die schlechte Bezahlung und die katastrophale Unterbringung, sondern auch um die Verrohung der Menschen, die diese brutale und grausame Arbeit jeden Tag machen müssen. Wenn man den ganzen Tag Tiere unter solchen Bedingungen tötet, hat das natürlich psychische Auswirkungen.

FOCUS Online: Wo sehen Sie die schlimmsten Missstände in den Schlachthöfen wie dem von Tönnies in Gütersloh?

Da geht es einmal schlicht um die Masse, vor allem in den Großschlachthöfen wie Tönnies, Danish Crown und all den anderen. Ein ganz großes Problem ist in allen Schlachthöfen die Betäubung der Tiere, bevor sie getötet werden. Sie ist so katastrophal, dass nach unseren Erfahrungen bis zu 40 Prozent aller Tiere während des Zerlegungsprozesses wieder aufwachen.

FOCUS Online: Sie erleben also bewusst mit, wenn sie zerlegt werden?

Mülln: Es passiert häufig, dass Kühe, denen einen Bein oder das Horn abgesägt wird, während dieses Prozesses aus ihrer Betäubung wieder aufwachen und dann natürlich den vollen, kaum vorstellbaren Schmerz spüren. Dass sich Länder wie Deutschland so etwas leisten, ist ein unfassbarer Skandal.

FOCUS Online: Warum funktioniert denn die Betäubung nicht?

Mülln: Die Tiere kommen mit einem riesigen Adrenalinschub an. Dann bekommen sie vom Kopfschlächter einen Bolzenschuss ins Gehirn, der aber genau sitzen muss. Das Problem: Die Stelle, an der der Bolzen eindringen muss, ist so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Da passiert es eben oft, dass danebengeschossen wird, zumal die Tiere sich ja wehren und nicht stillstehen. Manche Tiere bekommen mehrere Schüsse ins Gehirn, bis sie betäubt sind. Aber durch das Adrenalin und die Todesangst wachen sie oft viel schneller wieder auf, als geplant. Sie werden lediglich betäubt und nicht getötet, damit das Blut nicht ausläuft. Dadurch wird das Fleisch schmackhafter.

Schweine wiederum werden nach einem Stromschlag oder Gas ins Brühbad gekippt. Das geschieht, weil auf diese Weise die Borsten und die obere Hautschicht gelöst werden, weil man die beim Schlachten nicht gebrauchen kann. Wenn die Betäubung nicht funktioniert, werden sie eben lebendig in dieses kochende Wasser geworfen. Die Schmerzschreie dieser Tiere vergisst man nicht mehr, wenn man das einmal gehört hat.

FOCUS Online: Was noch?

Mülln: Sehr schlimme und brutale Szenen gibt es immer wieder, wenn die Tiere sich auf dem Weg zur Schlachtung wehren. Sie sind nicht blöd und begreifen, dass gleich etwas Schreckliches passieren wird. Dann wird gnadenlose Gewalt angewendet, mit Elektroschockern zum Beispiel. Als skandalös empfinde ich auch die Zwischenlagerung der lebenden Tiere in sogenannten Ruheräumen. Dieser Begriff suggeriert, dass es hier alles ganz ruhig zugeht und die Tiere sich entspannen können, bevor sie umgebracht werden. Das Gegenteil ist aber der Fall. Sie bekommen hier kein Futter und kaum Wasser und sie kommen mit fremden Artgenossen zusammen, mit denen sie sich oft stundenlang unter dem Stress, unter dem sie stehen, bekämpfen und sich gegenseitig schwere Verletzungen zufügen.

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Schweine beim Transport. – Foto SOKO Tierschutz
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FOCUS Online: Die Schlachthöfe stehen aber am Ende der Leidenskette, oder?

Mülln: Das System der Massentötung geht Hand in Hand mit dem System der Massentierhaltung. Das eine geht gar nicht ohne das andere. In einem großen Schlachthof werden bis zu 30.000 Schweine oder 700 Rinder an einem Tag getötet. Um auf diese Zahlen zu kommen, braucht es eine große Menge an riesigen Stallbetrieben, in denen die Tiere auf engstem Raum und unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden. Und bevor sie geschlachtet werden, werden sie auf langen, quälenden Transporten zu den Schlachtfabriken gebracht. Das ganze System basiert auf Leid und institutionalisiertem Rechtsbruch, denn vieles ist illegal. Vieles wird auch einfach geduldet, wie die Kastenstände, in denen sich die Sauen wochenlang nicht bewegen können – denn ohne diese Duldung würde das ganze System nicht funktionieren.

Zum Beispiel werden millionenfach Puten die Schnäbel abgebrannt, weil die Tiere sich sonst gegenseitig umbringen würden. Das ist eine Verstümmelung und die ist gesetzlich verboten. Aber dann wird einfach eine millionenfache Ausnahme ausgesprochen.

FOCUS Online: Es geht aber in der Massentierhaltung gar nicht nur um das Wohl der Tiere, sondern auch um die Gesundheit der Menschen. Machen sich die Verbraucher eigentlich klar, welche Gefahren es für die eigene Gesundheit gibt?

Mülln: Massentierhaltungen und die angeschlossenen Schlachthöfe sind eigentlich gigantische Petrischalen. Wenn man einen gefährlichen Erreger züchten möchte, schafft man ein heißes Klima mit vielen geschwächten Kreaturen und impft diese möglichst oft mit Antibiotika, so dass sich der Erreger gut an diese Abwehrmaßnahme gewöhnen kann. Genau so läuft das bei uns ab. Damit züchten wir uns eine Gefahr, gegen die Corona wirklich wie eine harmlose Grippe wirkt – nämlich die Gefahr der multiresistenten Keime. Diese werden der große Killer des 21. Jahrhunderts sein, sie kosten jetzt schon zehntausenden Menschen das Leben. Denn bald werden Infektionskrankheiten wie eine Lungenentzündung, Tuberkulose oder Syphilis plötzlich wieder tödlich. Sie sind dann wieder das, was sie vor der Erfindung des Antibiotikums waren: ein grausames Todesurteil. Bei TBC gibt es heute schon Stämme, die mit Antibiotikum nicht bekämpft werden können.

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Hier weiterlesen:

Deutschlands erfolgreichster Tierschützer: „40 Prozent der Tiere wachen beim Zerlegen auf“

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Gruß Hubert

Grenzenlose Grausamkeit   Leave a comment

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Aus einem Newsletter von Peta.de

Ein ZDF-Beitrag mit Videoaufnahmen von Manfred Karremann zeigt den grausamen Weg, den unzählige Tiere wie Rinder und Schafe auf wochenlangen Tiertransporten um die halbe Welt zurücklegen, bevor sie für die Produktion von Leder getötet werden. Der globale Handel sorgt anschließend dafür, dass ihre Haut auch in unseren deutschen Geschäften landet – verarbeitet zu Schuhen, Taschen, Kleidung, Hundeleinen oder Möbeln.

Auf den zehrenden, oft Wochen andauernden Transporten auf Schiffen oder in Lkws erhalten die Tiere meist zu wenig Nahrung und Wasser. Sie sind Hitze und Kälte schutzlos ausgeliefert, kauern sich inmitten ihrer eigenen Ausscheidungen aneinander. Tiere, die nicht gesichert wurden, stoßen oft zusammen und können sich gegenseitig verletzen. Fallen sie hin, kann es leicht geschehen, dass sie totgetrampelt werden.

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie hatte sich diese Situation in den letzten Wochen sogar noch verschlimmert, denn an den wenigen offenen Grenzen bildeten sich kilometerlange Staus, in denen sich natürlich auch Tiertransporte befanden. Für die Tiere bedeutete das viele weitere Stunden auf engen, kotverdreckten Lkws ohne Nahrung und genügend Wasser. In den Zielländern angekommen, dürfen die Tiere oftmals nicht direkt abgeladen werden – und somit zieht sich ihr Leid ins Unendliche.

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Obwohl es in Europa illegal ist, verletzte oder sterbende Tiere bis zum Schlachthof zu zerren, zeigen die Aufnahmen Arbeiter, die auch schwache, offensichtlich im Sterben liegende Rinder gewaltsam von Transportern ziehen. Anschließend schneiden sie ihnen im Schlachthof die Kehle durch. Selbst schwangere Tiere müssen alle Strapazen der Lebendexporte erleiden. Wenn sie sich unterwegs verletzen, werden auch sie in einen Schlachthof gezerrt und mitsamt dem Kind in ihrem Bauch getötet. Während die vorsätzliche Tötung schwangerer Tiere in Deutschland verboten ist, wird die Haut ungeborener Kälber in Ländern wie China sogar als besonders wertvolles Leder gehandelt und landet im Zuge des globalen Handels unter dem Begriff „Slunk“ auch in Europa.

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Wenn die Tiere nach Tagen oder Wochen des grausamen Transports endlich am Zielort entladen werden, ist ihr Fell mit einer dicken Schicht aus Kot und Urin verklebt. Manche von ihnen sind verletzt oder so schwach, dass sie nicht mehr die Kraft haben, sich eigenständig auf den Beinen zu halten. Sie werden mit Kränen von Bord gehievt, wobei sie mit ihrem gesamten Gewicht an einem einzigen Bein hängen. Da ein ausgewachsenes Rind mehrere hundert Kilo wiegt, können die Beine der Tiere dabei brechen und ihre Gelenke schmerzhaft auskugeln.

PETA informiert die Öffentlichkeit über die grausamen Tiertransporte für die Lederindustrie. Außerdem drängen wir Unternehmen und Designer zur Herstellung tierfreundlicher Produkte und setzen uns dafür ein, dass Verbraucher solche Produkte in Ladengeschäften und im Onlinehandel mühelos finden.

Hier kann man spenden
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Gruß Hubert