Archiv für die Kategorie ‘Psychologie

3 schwarze Krähen…   Leave a comment

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Wem die Stunde schlägt… – irgendwann…

 

 

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Veröffentlicht 2. Januar 2022 von hubert wenzl in Lyrik, Psychologie

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Hellinger hat mit Weiterbildung so viel zu tun wie Astrologie mit Astronomie   Leave a comment

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Der ex-Oberpfaffe Bert Hellinger hat die Familienaufstellung ja nicht erfunden. So wie er sie praktiziert ist sie höchst gefährlich. Frauen dürften bei seinen Familienaufstellungen eigentlich nicht sein, denn er ist ein ausgesprochener Frauenfeind, wenn es in einer Ehe kriselt oder es zu einer Trennung kommt, ist IMMER sie daran schuld.

Aus managerseminare.de

Colin Goldner im Interview

Training aktuell: Herr Goldner, Ihr vor kurzer Zeit erschienenes Buch ‚Der Wille zum Schicksal‘ will eine Auseinandersetzung mit Bert Hellinger, dem selbst ernannten Begründer des Aufstellungsverfahrens, in Gang bringen. Warum hat Hellinger ihrer Ansicht nach eine so große Gefolgschaft?

Colin Goldner*: In einer immer komplexer werdenden Welt sehnen sich viele Menschen nach einfachen Orientierungsmöglichkeiten und Wertesystemen. Ex-Missionspriester Bert Hellinger bietet solche an. Seine esoterischen Anwandlungen biedern sich dem Zeitgeist zusätzlich an.

Training aktuell: In Ihrem Buch ist mehrfach die Rede davon, dass Aufstellungen nach Hellinger auch in der Personal- und Organisa-tionsentwicklung angewandt werden. Was ist Ihrer Ansicht nach das größte Problem dabei?

Colin Goldner: Das Aufstellen von Familien- oder sonstigen Sozialsystemen wurde ja nicht von Bert Hellinger erfunden. Vielmehr handelt es sich dabei um ein altbekanntes Verfahren aus der Familientherapie wie sie von Virginia Satir und Mara Selvini-Palazzoli entwickelt wurde. Hellinger hat dieses Verfahren mit einem esoterischen Überbau versehen, aus dem heraus er ebenso simple wie reaktionäre Werte als ‚höhere Wahrheiten‘ verkündet: In jedem Sozialgefüge – Volksgruppe, Sippe, Familie oder auch Betrieb – gebe es eine natürliche hierarchische ‚Ordnung‘, in die jedes Mitglied sich widerspruchslos einzufügen habe. Werde gegen diese Ordnung verstoßen, werde innerhalb des Systems ein Mitglied krank oder funktionsunfähig. Die Lösung erfolgt nach Hellinger über die Aufstellung sämtlicher Beteiligten durch Stellvertreter: Aus der Teilnehmergruppe werden einzelne Personen gebeten, die Konflikt-Beteiligten darzustellen. Sobald ihnen ihre jeweilige Rolle zugewiesen sei, träten sie, so Hellinger, in Kontakt zu einem ‚wissenden Feld‘, das ihnen authentischen Zugang gebe zu den Gedanken und Gefühlen der von ihnen repräsentierten Personen. Durch räumliche Umgruppierung der Stellvertreter im Verhältnis zueinander und das Nachsprechen ritueller Ordnungssätze, z.B. ‚Du bist groß, und ich bin klein‘, werde die rechte Ordnung wiederhergestellt, was zur Heilung des jeweiligen Symptomträgers führe. Also: Systemaufstellungen nach Hellinger haben mit systemischer seriöser Therapie- bzw. Erwachsenenbildungsarbeit soviel zu tun wie Astrologie mit Astronomie – nämlich gar nichts.

Training aktuell: Abgesehen von Hellinger – wie stehen Sie zum Thema Aufstellungen im beruflichen Kontext?

Colin Goldner: Generell halte ich es für problematisch, psychotherapeutische Einzeltechniken aus ihrem Kontext zu brechen und in anderen Zusammenhängen einzusetzen. Ganz abgesehen davon, dass den meisten Anbietern im beruflichen Kontext die erforderliche klinische Qualität fehlt, kompetent und verantwortungsvoll mit derartigen Techniken umzugehen.

* Colin Goldner ist klinischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist. Er leitet das ‚Forum Kritische Psychologie e.V.‘, eine Beratungsstelle für Therapiegeschädigte in München. Vor kurzem hat er das Buch ‚Der Wille zum Schicksal: Die Heilslehre des Bert Hellinger‘ (Ueberreuther 2003, ISBN: 3-8000-3920-6, 22,95 Euro) herausgegeben.

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‚Hellinger hat mit Weiterbildung so viel zu tun wie Astrologie mit Astronomie‘

 

Hellinger: siehe auch hier.
Eine seiner autoritären Aussagen:
Hellinger: „Das Elternsein ist unabhängig von der Moral und jenseits von Gut und Böse, … Jede Beurteilung der Eltern … ist anmaßend. https://hubwen.wordpress.com/2015/12/23/familienstellen-nach-hellinger-ein-destruktiver-kult/

 

Seele   Leave a comment

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Auszug.

Aber ist damit wirklich das letzte Wort über die Seele gesprochen? So großartige Erfolge die Wissenschaft verzeichnet, hat sie doch einen blinden Fleck. Und gerade ihm verdankt sie ihre Triumphe: Wissenschaftler befassen sich nur mit Dingen, über die man sich einigen kann. Doch es gibt Fragen, bei denen grundsätzlich keine Verständigung möglich ist, und die sich trotzdem jeder schon gestellt hat: Sehen zum Beispiel andere Menschen das Blau des Himmels genau so wie ich? Um das herauszufinden, müsste ich in ihre Haut schlüpfen können.

Zu solchen Fragen hat die Wissenschaft nichts zu sagen, weil sie stets die Sicht von außen einnimmt. Forschung will objektiv sein; sie sammelt Daten und leitet daraus Theorien ab. Das kann sie nur, indem sie sich auf den Standpunkt des unbeteiligten Beobachters zurückzieht. Unser inneres, ganz privates Erleben aber bleibt ihr verschlossen. Und zwischen beidem klafft eine riesige Lücke. Wie groß sie ist, weiß jeder, der sich an seine erste Liebe erinnert oder die Geburt eines Kindes miterlebt hat: Solche Erfahrungen können wir niemandem erklären, der sie nicht selbst gemacht hat. Es fehlen die Worte, um treffend das Leuchten der ganzen Welt zu beschreiben, das Liebende erleben. Alles, was wir sagen können, bringt bestenfalls die eigene Erinnerung des Gesprächspartners zum Klingen. Hat der andere aber nicht schon Ähnliches in seinem Leben erfahren, bleibt er ratlos wie ein Blinder, dem man von einem Sonnenuntergang vorschwärmt.

Auch wenn die Wissenschaft heute noch weit davon entfernt ist, unser Gehirn bis in seine letzten Winkel zu verstehen, wird ihr dies vielleicht einmal gelingen. Doch wird eine vollständige wissenschaftliche Erklärung jemals erfassen, was wir empfinden? Selbst wenn sich eine künftige Hirnforscherin alle Daten über das Gehirn eines Verliebten verschafft, könnte sie anhand ihrer Messungen nicht erfahren, wie es ist, sich zu verlieben. Herausfinden würde sie es nur, wenn sie selbst ihr Herz an jemanden verliert.

Denn Wissen kann keine Erfahrung ersetzen. Bereits vor unseren scheinbar einfachsten Erlebnissen muss der unbeteiligte Außenseiter kapitulieren. David Hume, ein schottischer Aufklärungsphilosoph, brachte die Schwierigkeit schon im frühen 18. Jahrhundert auf den Punkt:„Um sich eine Vorstellung von der Ananas zu machen, muss man sie schmecken.“ Dass ich die Süße und die feine Säure der Frucht wahrnehme, verdanke ich natürlich den Geschmacks- und Geruchsrezeptoren auf der Zunge und in der Nase; sie sind mit Nervenbahnen an den Geschmackskern im Hinterhirn gekoppelt und lösen über diese Zwischenstation die Tätigkeit Zehntausender grauer Zellen im Zwischenhirn und im Stirnlappen des Großhirns aus. Wie aber entsteht aus diesem rein physikalischen Vorgang das Erlebnis eines Geschmacks? Wie rufen elektrische Ströme und chemische Botenstoffe innere Bilder und Gefühle hervor? Das ist das so genannte „harte Problem“ der Bewusstseinsforschung. Mit ihm ringen die Neurowissenschaftler und Philosophen seit Jahrzehnten. Der Lösung kamen sie keinen Fingerbreit näher.

Im Gegenteil: Je mehr Daten über die Arbeit des Gehirns sie sammeln, umso drängender stellt sich die Frage, woher all unser inneres Erleben eigentlich kommt – und warum wir es haben. Und das Rätsel hat eine Fortsetzung. Denn selbst wenn ich verstehen würde, was das Feuern von Neuronen in den Geschmack der Ananas oder die Freuden der Liebe verwandelt, bliebe immer noch offen, weshalb diese Empfindungen meine eigenen sind. Denn wer ein Innenleben spürt, muss noch lange kein Ich haben. Säuglinge etwa können ihre Gefühlsregungen höchst lautstark ausdrücken, aber ihnen fehlt noch jede Ahnung davon, wer sie sind. Woher also kommt mein ganz persönlicher Blick auf die Welt?

Dr. Stefan Klein, geboren 1965 in München, ist Physiker, Philosoph und Wissenschaftsautor

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Seele

 

 

Ist Luxus unmoralisch?   Leave a comment

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An Peter Singer scheiden sich die Geister. Seine Anhänger nennen ihn für einen der bedeutendsten Moralphilosophen unserer Zeit und loben sein unerschrockenes Denken. Unter ihnen sind viele Kollegen; Vegetarier, die ihn als Vorkämpfer des Tierschutzes sehen; Bill Gates hat es Singers bedingungsloses Eintreten für die Ärmsten der Welt angetan. Seine Gegner allerdings hal­ten Singer vor, ihm sei menschliches Leben nicht heilig. Die erbittertsten Kritiker behaup­ten sogar, was Singer lehre, stehe in gefährli­cher Nähe zur Ideologie der Nationalsozialis­ten. Dabei stammt der Singer aus einer uralten böhmischen Rabbinerfamilie.

Seine Eltern flohen vor der Nazis nach Melbourne, Australien, wo Singer 1946 geboren wurde und nach seinem Studium einen Lehrstuhl für Philosophie übernahm. Heute ist er außerdem Professor an der amerikanischen Eliteuniversität Princeton.

Zu den Gesprächen dieser Serie sitze ich normalerweise meinem Diskussionspartner gegenüber. Singer zeigte sich unwillig – aus moralischen Erwägungen. Ob wir uns nicht auch über das Internet-Bildtelefon Skype unterhalten können? Eine Premiere.

Auszug.

Umso zweifelhafter erscheint mir ihr Versuch, moralische Urteile allein darauf zu begründen, welche Folgen einer Handlung wir erwarten. Wie sollen Menschen denn eine solch Entscheidung auf Leben und Tod verantwortlich fällen, wenn sie noch nicht einmal ihre eigene Gefühlsreaktion abschätzen können? Darum brauchen wir Regeln – wie die, dass niemand ein geborenes Kind umbringen darf.

Die lösen das Problem aber nicht. Ich begann über Infantizid nachzudenken, als Ärzte aus einer Neugeborenenstation bei mir vorstellig wurden. Damals, in den 1970er Jahren, war eine Spina bifida genannte Missbildung relativ häufig. Diese Kinder kamen mit einem oft unheilbar geschädigten Rückenmark zur Welt und gingen fast immer einem langsamen Tod entgegen. Was sollten die Ärzte tun? Erste Möglichkeit: Sie mit aller damals verfügbaren Technik behandeln und so das Leid in die Länge ziehen. Zweite Möglichkeit: Nichts tun, sodass sie wenigstens schnell, aber ebenfalls qualvoll starben. Dritte Möglichkeit: Sie einschläfern. Meist entschieden die Ärzte sich für das zweite. Uns schien die dritte Variante – der schnelle Tod durch eine Spritze – humaner. Glücklicherweise ist Spina bifida durch bessere Vorsorge in der Schwangerschaft inzwischen recht selten geworden.

Kann es also richtig sein, wegen weniger solcher Grenzfälle das Lebensrecht aller Neugeborenen infrage zu stellen?

Die Gefahr eines Dammbruchs sehe ich nicht.. In den Niederlanden ist Euthanasie schon länger erlaubt, wenn unheilbar Kranke es wünschen Dennoch ist der Respekt vor anderen Menschen dort sicher nicht geringer als anderswo in Europa. Die Holländer sind nur ehrlicher in dem, was sie tun. Es gibt so etwas wie Töten aus Mitleid. So scheint es, dass wir ohne Schaden Ausnahmen vom Verbot zu Töten zulassen können.

Die Beweislast liegt doch bei Ihnen! Wenn Sie ein dermaßen grundlegendes Verbot abschaffen wollen, sollten Sie nachweisen können, welchen Vorteil das bringt. Sonst wäre mir wohler, wenn wir schon aus Vorsicht bei der Regel blieben, dass man keine Menschen umbringen darf.

Der Vorteil wäre eben, dass wir keine unheilbar Kranken zum Leben zwingen würden, wenn diese es nicht möchten. Abgesehen davon ist ein Nachweis über mögliche Schäden und Nutzen leider unmöglich. Die moralischen Standards haben sich immer wieder verändert. Beispielsweise sind wir heute sexuell viel freizügiger als vor ein paar Jahrzehnten. Hat dies zum Zusammenbruch der Familie geführt, wie viele einst warnten? Heute hören wir besonders in Amerika wieder diese Befürchtung; ins Feld geführt wird sie nun gegen die Schwulenehe. Sehr begründet erscheint mir diese Angst nicht, aber schon wahr: Man kann es nicht wissen.

Insofern ist jede Ethik unbefriedigend – weil sie auf Vermutungen, nicht auf gesicherten Fakten beruht.

Ja, und ich wünschte, es wäre anders.

Warum sollen wir uns überhaupt moralisch verhalten?

Weil es uns selbst gut tut. Wir wünschen uns ein sinnvolles Leben. Und Menschen, die das Wohl anderer im Sinn haben, sind in aller Regel zufriedener als solche, die nur an sich selbst denken. Das haben psychologische Studien gezeigt.

Neue Untersuchungen aus der Hirnforschung gehen sogar noch weiter. Sie bewiesen, dass die Entscheidung, freiwillig mit anderen zu teilen, in uns Glücksgefühle auslösen kann. Dabei wird in unseren Köpfen eine Art Lustschaltung aktiv – derselbe Mechanismus, der uns wohlige Emotionen bereitet, wenn wir ein Stück Schokolade genießen oder guten Sex haben.

Das ist sehr interessant. Gegen solche Ergebnisse wenden manche Philosophen ein, dass wir uns nur dann moralisch verhalten, wenn wir selbst gar nichts davon haben. Alles andere sei nur eine höhere Form von Egoismus, welcher die Moral unterminiert. So sah es etwa Immanuel Kant. Ich halte dies für einen schädlichen Irrtum. Denn es ist doch höchst begrüßenswert, wenn wir die Menschen darüber aufklären, dass es in ihrem eigenen Interesse liegt, anderen zu helfen.

Und was machen Sie mit Ihren Schuldgefühlen, wenn Sie wieder einmal Ihren moralischen Einsichten zuwiderhandelten – etwa indem Sie unnötigerweise um die Welt flogen?

Nun, man kann sich der nächsten Gelegenheit die Reise ausfallen lassen, das gesparte Geld einer humanitären Organisation geben und sehen, wie sich das anfühlt. Zudem erweist sich ein Wochenende mit Freunden auf dem Land ja auch als befriedigender als der geplante Shopping-Trip nach New York. So gewöhnt man sich allmählich daran, Gutes zu tun.

Von Dr. Stefan Klein, geboren 1965 in München, ist Physiker, Philosoph, Wissenschaftsautor.

erschienen im ZEITmagazin 12/2011

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Ist Luxus unmoralisch?

Homöopathie hilft Tieren – what?   Leave a comment

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Es ist unglaublich was Gedanken und der Glaube an etwas alles bewirken können. Bei der Homöopathie wird ja gesagt, dss der Glaube, dass Globuli wirken, einen Placebo-Effekt auslösen und damit helfen. Aber wie soll das mit Globuli bei Tieren wirken und helfen? Die können ja nicht auf ein Medikament glauben. Es wirkt aber so, dass Menschen glauben, dass sie dem Tier etwas Gutes tun und strahlen das durch ihre Körpersprache aus. Tiere sind ja viel sensibler um unsere Körpersprache zu lesen. Im Video ist das von Jasmina Neudecker genau erklärt.
Jasmina Neudecker ist Diplom Biologin und Wissenschaftsjournalistin beim ZFF.

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Homöopathie hilft Tieren – what? – Jasmina Neudecker

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Auch Professor Harald Lesch erklärt im folgenden Video wie die Wirkungen durch Glauben, Vertrauen, Prozesse im Kopf auslösen, die Selbstheilungskräfte fördern, die Abwehrkraft stärken und Schmerzen lindern.

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Alles Kopfsache? Die Kraft der Selbstheilung

https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/alles-kopfsache-die-kraft-der-selbstheilung-102.html#xtor=CS5-4

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Gruß Hubert

Melancholie und Depression als Todsünde   Leave a comment

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Ignorante, hartherzige und gefühlskalte Kirche! Ignoranter Kirchenlehrer Thomas von Aquin! Wie kann man denn Melancholie und Depression als Todsünde deklarieren? Geht es noch hartherziger und ignoranter? Da ist jemand bei einer Depression sonst schon ganz unten, und diese A….. l…. haben nichts besseres zu tun als Melancholie und Depression aufs schwerste zu geißeln und in die Kategorie Todsünde zu stellen. Was soll der Begriff „Todsünde“ überhaupt?

 

Trägheit des Herzens als Todsünde

Die Kirche sah Melancholie sogar als Versuchung des Teufels, der seine Opfer durch endlose Debatten mit sich selbst in den Wahnsinn treiben wollte.

Thomas von Aquin nannte sie „Tristitia saeculi“ und zählte sie als „Trägheit des Herzens“ sogar unter die Todsünden. So schrieb er in seiner „Summa Theologica“:

„Der Mensch, mit Melancholie befallen, ihm ist im Ganzen die Freude an Gott abhanden gekommen.“

Zu viel Nachdenken und Grübeln über das, was ist und woran alle zu glauben hatten, galt als Übel vor Gott. Einerseits. Andererseits sind Rückzug und Traurigkeit tief in die menschliche Natur eingeschrieben, sagt der Berliner Wissenschaftsjournalist und Buchautor Jörg Blech:

„Die schlechte Laune ist soweit in der Menschheit verbreitet, das Evolutionsmediziner sagen, die hat auch einen Zweck. Es gehört also zur menschlichen Natur dazu, mal nicht gut drauf zu sein. Dass wenn man nicht gut drauf ist, das man davon Vorteile haben kann, weil man seine Probleme angeht, weil man sie versucht, zu lösen. Man hat den Eindruck, dass der Geist etwas schärfer ist, wenn er nicht so gut drauf ist!“

[…]
Nicht verarbeitete Trauer als Auslöser

Nicht überall gilt diese Ambivalenz – vor allem in der Psychoanalyse wird seit Sigmund Freud die Melancholie kaum als kreative Schwermut angesehen, sondern meist als Krankheitszusstand, als eine Form der Depression. Auslöser dafür ist häufig eine nicht verarbeitete Trauer.

 

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Porträt des Psychiaters Sigmund Freud, der als einer der Erfinder der Psychoanalyse gilt. (Imago Stock & People)Sigmund Freud: Schwermut als Krankheit (Imago Stock & People)

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„Man hängt an Objekten, die unerreichbar sind, die längst gewissermassen in das Reich des Todes gehören und des Verfalls und wir können uns davon nicht trennen, während Trauerarbeit ja gerade darin besteht, dass wir zwar den Verlust empfinden dürfen und auch sollen aber im Laufe der Zeit uns davon lösen und uns wieder dem Leben zuwenden. Und von dort aus ist bei Freud die Melancholie pathologisiert. Und das gilt eben sehr viel im Bereich der Psychotherapie und der Medizin, dass Melancholie eine negative Attitüde ist.“

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Hier weiterlesen:

Melancholie und Depression als Todsünde

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Gruß Hubert

Gedanken zum Leben – ohne Selbstzensur   Leave a comment

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Ich leiste mir mal den Luxus das Leben ohne Selbstzensur und ohne Rücksicht auf Verluste oder Sympathien darzustellen. Natürlich ist das auch vor allem subjektiv. Andere sehen das ja vielleicht gaaaanz anders. Vor allem solche Leute, die harmoniesüchtig sind, die Heile Welt sich vormachen und Nachrichten erst sich gar nicht anhören. Ja und unverbesserliche Optimisten gibt es auch noch, die sehen das halbe Glas auch noch voll. Ich will ihnen nicht das Geringste wegnehmen, es sei ihnen vergönnt. Das Leben ist ja so kurz, warum soll man es sich nicht betäuben oder sich optimismus-besoffen machen.

Dann fange ich mal an.

Die ersten Schritte lasse ich mal weg. Es beginnt die Schule – und schon gibt es Stress mit Prüfungen, mit Lehrern, Verlust an Freizeit und Selbstbestimmung. Später gibt es oft auch noch Mobbing, vor allem durch Internet und Mobbing am Handy. Gut, man überlebt es (meistens). Es gibt ja auch Suizid von Kindern, Halbwüchsigen. Etwas kann da nicht stimmen, oder?

Gut weiter, Eintritt ins Berufsleben. Wenn man Glück hat, hat man gute Vorgesetzte und liebe Kollegen, aber wie man weiß ist das nicht immer der Fall. Nicht jeder Vorgesetzte wertschätzt seine Mitarbeiter, Leistung und Gewinn muss her, egal auf welche Weise und auf welche Kosten. Wenn jemand nicht kuscht – an der Tür wartet der / die Nächste.

Jedenfalls verbringt man die meiste Zeit in den besten Jahren beim Arbeiten. Bei schönstem Wetter muss man arbeiten, Urlaub gibt es nur für 4 bis 5 Wochen. Nun gut, irgend wann rückt auch das Pensionsalter näher. Dass man dann nicht mehr so in Hochform, so fit ist, ist klar, sonst würden einen die Schinder von der Wirtschaft und vom Staat ja nicht in den Ruhestand treten lassen. Wenn man Glück hat bekommt man mit 67 Jahren, bald ja schon mit 70 Jahren eine Rente, die zum Leben reicht. Sonst muss man eben schauen, wie man sich etwas dazu verdient. Besonders in Deutschland ist es ja schlecht mit der Höhe der Renten bestellt. Eine Schande für ein reiches Land – hmmm, wer ist da eigentlich reich? Die Masse wohl nicht.

Gut wieder ein Sprung zurück. Es gibt auch schöne Dinge im Leben, wie zum Beispiel das erste Verliebtsein, Schmetterlinge im Bauch, Hormone im Überschuss mit entsprechender Geilheit. Gier nach Sex wird dann oft mit Liebe verwechselt. Und der siebte Himmel dauert auch nicht ewig. Liebe bedeutet oft auch Kummer und Schmerz, nicht nur Geilheit, Orgasmus und Leidenschaft. Gut das geht ja viele Jahre gut ohne Funktionsstörungen, denke da vor allem an den Mann, der in späteren Jahren dann alles andere als ein Held der Liebe ist. Eher schon ein

„Don Quijote“: Der Ritter von der traurigen Gestalt – oder ein Sancho Pansa. 🙂 😉

Jedenfalls alles muss raus, gute und negative Gedanken, Sperma, Menstruationsblut, Kot, Urin, und natürlich muss man wieder nachfüllen, ohne Energiezufuhr läuft nichts.

In diesem Zusammenhang ein guter Spruch: man stelle sich Autoritäten beim Scheißen vor – und schon wird der (zu) große Respekt viel kleiner.

Auch kann man sich selbst beim Abbau der Kräfte, der Funktionen zuschauen (Sehen, Hören… ja und die ganzen übrigen Zipperlein, kleinere oder größere). Aber zumindest hat man da sicher kein Arschloch mehr als Vorgesetzten und man kann mehr oder weniger tun und lassen was man will. Und nobel geht die Welt zugrund.

Hier noch einige Bilder bzw. ein Video.

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alt aber noch vital und viril.

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und hier zwei Junge… ist halt doch schöner – wenn man noch ins „Volle“ greifen kann.

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Noch eins, ich erwarte mir keine Sternchen (das gebe ich mir selbst 😉 ), aber auch keine blöden Kommentare, da zensuriere ich dann wirklich 😉 Ich bin nicht mehr abhängig von Anerkennung, ich weiß selbst was ich gut mache und was nicht. Wem es nicht gefällt muss es nicht lesen und nicht anschauen, anhören. Der Maurer hat ja immer auch ein Loch gelassen. Und natürlich ist auch viel Ironie, Selbstironie dabei, manchmal auch Sarkasmus. Ich pisse dem Schicksal ins Gesicht. Das Leben kann man nur mit Stolz und auch Trotz ertragen, um die Banalitäten, die Langeweile, die ständigen Wiederholungen, die Absurditäten auszuhalten. Das haben schon viele Dichter gesagt, natürlich nicht die, die den Wald und die Heide besingen.

You and me – Heilsarmee (The Salvation Army) – Eurovision Song Contest

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Hier noch der überetzte Songtext zur Heilsarmee

http://www.songtexte.com/uebersetzung/heilsarmee/you-and-me-deutsch-13d6eddd.html

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hey, hey, hey, auf in den Kampf des Lebens. Ein Guter hält es aus, ein Schwacher krepiert. So will es die Natur. Und so sei es, Amen.

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Julius Fucik – Schneidig Vor, Marsch Op.79

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Gruß Hubert

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörung   Leave a comment

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Heute wird ja schnell mal jemand als Narzisst bezeichnet. Aber was genau ist ein Narzisst oder eine Narzisstin? Es wird ja oft Politikern Narzissmus nachgesagt, ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung. Bis zu einem gewissen Grad wird es auch bei vielen zutreffen. Problematisch wird es, wenn der Narzissmus in extremer Form bei einem Politiker an höchster Stelle festzustellen ist. Die Psychologie-Professorin Diana Diamond meint, dass wir heute in einer Gesellschaft leben in denen sich Menschen narzistisch beschädigt und verletzlich fühlen.

Auf jeden Fall sieht Diana Diamond und andere 33 Berufskollegen Anzeichen, dass Trump an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden könnte. Wenn man auch mit Ferndiagnosen sehr vorsichtig sein muss.

Hier eine Abhandlung dazu aus Deutschlandfunk

Psychologen zweifeln an Trumps geistiger Gesundheit

Ist US-Präsident Donald Trump krankhaft narzisstisch? Die New Yorker Psychologie-Professorin Diana Diamond sieht dafür Anzeichen. Sie mag sich aber nicht dem Schritt ihrer 33 Berufskollegen anschließen, die in einem offenen Brief gewarnt hatten: Trump sei emotional zu instabil, um die Rolle als Präsident sicher auszuführen.

Von Kai Clement

US-Präsident Donald Trump (imago / ZUMA Press)

US-Präsident Donald Trump (imago / ZUMA Press)
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Das Einmaleins des Zusammenlebens – einfach erklärt für den ersten Mann im Staat von John Oliver: Auch wenn es sich manchmal so anfühle, als wenn er der einzige Mensch der Welt sei – tatsächlich stimme das nicht. Die Schautafel zeigt die ganzen sogenannten „Nicht-du-Menschen“, man nenne sie: die anderen Menschen.

Worüber John Oliver sich in seiner Comedy-Show lustig macht, ist für andere ein ernsthafter Anlass zur Sorge: Leidet der Präsident etwa unter einer Persönlichkeitsstörung? Einer narzisstischen Störung – verbunden mit der Unfähigkeit, sich in andere einzufühlen, statt dessen Machtfantasien und Prunk. 33 Psychologen und Psychiater schrieben einen offenen Brief an die Zeitung „New York Times“. Trump zeige gravierende emotionale Instabilität. Sie gingen so weit, zu warnen, dass er deshalb unfähig sei, das Amt des Präsidenten sicher auszufüllen.

Diana Diamond findet den Schritt ihrer Kollegen sehr mutig – ist ihn aber nicht mitgegangen: „Ich bin vorsichtiger in der Frage, ob Trump wirklich geeignet ist. Ich ziehe es vor, dass die Öffentlichkeit ihre eigenen Schlussfolgerungen zieht.“

Damit hält sich die Psychologie-Professorin und Expertin für narzisstische Störungen an der City University of New York streng an die Regeln ihrer Zunft. Die sogenannte Goldwater-Regel besagt, es sei unethisch, Ferndiagnosen über Personen des öffentlichen Lebens abzugeben und diese ohne deren Einwilligung publik zu machen. 1964 war deshalb Senator Barry Goldwater als Präsidentschaftskandidat gescheitert. Diana Diamond:

„Aber: Als Experten für geistige Gesundheit haben wir eine außerordentliche Verantwortung, die Öffentlichkeit über abweichendes Verhalten aufzuklären.“

„Beschäftigt mit Fantasien unbegrenzten Erfolgs“

Der sich ewig selbst im eignen Spiegelbild betrachtende Narziss ist für die Weltgesundheitsorganisation und die „American Psychiatric Association“ der Namensgeber für eine ganze Symptomliste, erklärt Diamond:

„Ein grandioses, aufgeblasenes Gefühl von Selbstgefälligkeit. Ein obsessiver Drang nach Bewunderung und Schmeichelei. Beschäftigt mit Fantasien unbegrenzten Erfolgs. Macht. Omnipotenz. Sie glauben, dass sie etwas Besonderes sind – und einzigartig behandelt werden sollten.“

Donald Trump maßregelt einen Reporter. Der hatte ihn nach den vielen antisemitischen Übergriffen in den USA gefragt – und zugleich versichert, er halte den Präsidenten selbst absolut nicht für einen Antisemiten.

Warum hat Amerika einen solchen Mann gewählt?

„Ich glaube, das Thema ist weniger ob dieser Präsident die eine oder andere Störung hat. Es gab Präsidenten, die ziemlich starke psycho-pathologische Züge hatten. Depression, Demenz, Manie.“

Der New Yorker Psychiatrie-Professor Richard Friedman hat darüber geschrieben – und die Frage gestellt: „Ist es an der Zeit, Trump psychisch krank zu nennen?“ Diana Diamond kontert das mit einer Gegenfrage:

„Was hat die Menschen dazu gebracht, diese Person zu wählen? Ich glaube, das hat auch etwas mit narzisstischen Problemen zu tun. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Menschen sich narzisstisch beschädigt fühlen – und verletzlich.“

Es ist die Diagnose der Abgehängten – oder derjenigen, die sich, trotz insgesamt guter US-Wirtschaftsdaten, als solche fühlen.

Und dann schlägt Professorin Diamond noch ganz dunkle Kapitel der Geschichte auf, um an zwei Staatsführer zu erinnern, bei denen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sozusagen posthum diagnostiziert worden sei:

„Ich kann Ihnen zwei nennen: Hitler und Stalin.“

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Narzisstische Persönlichkeitsstörung

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Gruß Hubert

 

Wie entsteht Hass   Leave a comment

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Ich wollte den Ursachen warum Hass entsteht von psychologischer Seite aus ein wenig auf den Grund gehen. Ein zentrales Element bei der Entstehung von Hass ist das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Bei seele-und-gesundheit.de wird folgendes darüber gesagt.

Auszug.

1. Begriffsbestimmung

Etymologisch wird Hass auf die indogermanische Wurzel kados = Leid, Groll zurückgeführt. Mit Hass verwandt sind die Begriffe hetzen und häss­lich.

Hass hat immer mit Leid zu tun; sowohl bei dem, der Hass empfindet als auch bei dem, der ihm zum Opfer fällt. Ähnliches gilt für die Hatz. Es mag sein, dass die Hatz, für den der hetzt, ein oberflächliches Vergnügen ist, tatsächlich ist solch ein Vergnügen aber nur ein bitterer Trost für tiefer verankertes Leid. Wer zufrieden ist, hetzt nicht: weder einen anderen noch sich selbst.

Kleiner Bruder
Wut ist der kleine Bruder des Hasses. Während Hass die endgültige Vernichtung bedrohlicher Kräfte verlangt, begnügt sich Wut damit, das Bedrohliche in seine Schranken zu verweisen. Während Wut im Affekt gelegentlich Totschlag begeht, begeht Hass systematische Morde.

Hässlich wird heute meist als rein ästhetischer Gegensatz zu schön begriffen. Bezieht es sich auf das Verhalten, das man einer anderen Person angedeihen lässt, ist der ursprüngliche Sinngehalt der Gehässig- und Feindseligkeit noch spürbar.

  • Pauls Verhalten gegenüber Lina war hässlich.

2. Entstehungsbedingungen

Hass entsteht aus einem Wechselspiel existenzieller, psycho­logischer und sozialer Bedingungen. Dabei kann je nach Lage der Dinge mehr der eine oder der andere Faktor im Vordergrund stehen.

2.1. Existenzielle Grundlagen

Die existenzielle Grundlage des Hasses ist das Ausgeliefert­sein des Menschen und seine Fähigkeit, das Ausgeliefert­sein zu erkennen. Der Mensch lebt grundsätzlich im Bewusstsein der Verletzbarkeit und des potenziellen Untergangs. Da Wohlbefinden nur schwerlich zu erreichen ist, wenn man sich einer Bedrohung ausgesetzt sieht, hat die menschliche Psyche eine Vielzahl von Mechanismen entwickelt, um faktische Bedrohung entweder abzuwenden oder um das Wissen um die Bedrohung aus dem Bewusstsein herauszuhalten.

Wird eine Bedrohung, die man nicht beseitigen kann, als geringfügig erlebt, genügt es meist, das Wissen darum zu verdrängen.

  • Simon weiß, dass Menschen sterben. Da er aber erst zwanzig ist, geht er davon aus, dass das Thema nur alte Leute betrifft.
  • Fiona weiß, dass eine Frau nachts auf der Straße nicht absolut sicher sein kann. Unterwegs zur Disko denkt sie stattdessen aber an Simon, den sie dort zu treffen hofft.

Wird Bedrohung als massive Gefahr erlebt, entwickelt sich oftmals Hass. Er dient dazu, maximale Kräfte freizusetzen, um das bedrohliche Ausgeliefertsein aktiv abzuwehren.

Hass wird von der Psychologie zwar nicht als Abwehrmecha­nismus definiert, er hat innerseelisch aber eine analoge Funktion. Wird Hass nach außen gewandt um das als bedrohlich Empfundene anzugreifen, schwächt er regelhaft Ängste ab, die der Wucht der hasserfüllten Aggression im Wege stehen. Wer hasst, ignoriert Gefahren für sich selbst… und begeht, wenn es denn sein muss, ein Selbstmordattentat.

Aber auch dann, wenn Hass nicht ausagiert wird, wehrt er ab; allerdings nicht die Angst, dass man bei einem Angriff selbst Schaden nehmen könnte, sondern die gefürchtete Erfahrung, dass man tatsächlich ausgeliefert ist.

Da der Mensch sich vom Mitmenschen wünscht, dass er ihn vor dem Ausgesetztsein schützt, reagiert er mit Hass, wenn ihn der Mitmensch stattdessen seinem Eigennutz aussetzt.
2.1.1. Formen des Ausgesetztseins

Das Individuum kann in verschiedener Art ausgesetzt sein. Zu unter­scheiden ist physisches Ausgesetztsein von sozialem und begrenzendes von vereinnahmendem. Während sich beim sozialen Ausgesetzt­sein die begrenzende von der vereinnahmenden Variante deutlich unter­scheiden lässt, fallen beide Aspekte beim physischen Ausgesetztsein eher zusammen.

  1. Physisch
    Durch den leiblichen Aspekt der Person ist man physikalischen Gegebenheiten ausgesetzt.

    Beim Einpflanzen des Stachelbeerbuschs stieß Werner auf dicke Steine unter der dünnen Krume. Er war gezwungen, sich den Gegebenheiten des Geländes anzupassen.

  2. Sozial
    Sobald man in Gemeinschaften lebt, wird man von anderen vereinnahmt oder zurückgewiesen.

    • Begrenzend
      Bei der Durchsetzung sozialer Ansprüche ist man dem Widerstand anderer ausgesetzt. Der Andere erfüllt meine Forderung nicht.

      Als Lars mit Sonja ins Bett gehen wollte, erteilte sie ihm eine Abfuhr.

    • Vereinnahmend
      Im Zusammenleben ist man dem Zugriff anderer ausgesetzt. Der Andere will unmittelbar über mich bestimmen.

      Unter Androhung von Strafe wurde Katja gezwungen, ihren Teller leer zu essen.

Sowohl Werner als auch Lars und Katja können auf die verschiedenen Formen ihres Ausgesetztseins mit heftiger Aggression reagieren. Ob sie es tun oder nicht, hängt vor allem von ihrem Selbstbild ab.

2.1.2. Psychologischer Grundkonflikt

Der Vereinnahmung durch andere ausgesetzt zu sein, hätte kaum psychologische Folgen, wäre die Emotionalität des Menschen nicht aufs engste mit dem Psychologischen Grundkonflikt verwoben. Gewiss: Man kann sich vereinnahmen lassen, um dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu dienen, je mehr man es aber tut, desto größer wird der Druck von dessen dialektischem Gegenpol: dem Bedürfnis nach Selbst­bestimmung. Das führt dazu, dass der Mensch nicht in der Lage ist, den Zugriff anderer auf sich selbst zu dulden ohne dass….

  • es dafür triftige Gründe gibt, die auch in seinem Interesse liegen…
  • oder
  • entsprechende Abwehrmechanismen das durch die Vereinnahmung gestörte seelische Gleichgewicht in Schach halten.
2.2. Psychosoziale Faktoren

Ausgesetzt zu sein, ist nicht nur ein existenzielles Problem. Es ist auch ein psycho-soziales. Den Menschen treffen nicht nur Hagelschlag, Hungersnot und Vogelgrippe, er ist auch dem Widerstand und den Machenschaften seiner Zeitgenossen ausgesetzt. Übler als den Kräften der Natur sind wir oftmals solchen ausgeliefert, die der Mitmensch sich erdreistet, auf uns anzuwenden; oder der Blindheit unserer eigenen Person, mit der wir selbst über andere bestimmen wollen.

Der Zündfunke des Hasses stammt überwiegend aus dem Zusammenleben von Men­schen miteinander. Das hat drei Gründe:

  1. Die Grundstruktur der menschlichen Psyche ist auf Familie, Freundeskreis und Sippe ausgerichtet. Die ursprüngliche Funktion solcher Gemeinschaften liegt in der Abwehr existenzieller Bedrohungen. Gerade das Kind erwartet von den anderen keine Bedrohung, sondern liebenden Schutz; ohne den es gar nicht existieren könnte. Wird Schutz aber mit Bedrohung vermengt, provoziert das emotionale Widersprüche, die erst recht als bedrohlich empfunden werden. Resultat kann Hass sein, der all diese Bedrohungen aus der Welt schaffen will.

  2. Längst hat sich der Schwerpunkt des menschlichen Lebens weg von der Auseinandersetzung mit der blanken Natur und hin zur Einbindung in komplexe soziale Strukturen verschoben. Je mehr man mit anderen Menschen zu tun hat, desto größer wird die Gefahr, dass man von ihnen übergangen wird.

  3. Die Angst, anderen ausgesetzt zu sein, treibt Menschen milliardenfach dazu, zum Präventivschlag auszuholen. Nur wenige sind durchgehend in der Lage, sich und andere so zu belassen, wie sie sind. Öfter kommt es vor, dass man andere dem eigenen Vorteilsstreben aussetzt.

    Erziehung

    Von großer Bedeutung für das Ausmaß späterer Hassbereit­schaft ist die Erziehung. Gerade traditionelle Weltanschau­ungen betonen die Notwendig­keit, die Spontaneität kindlicher Entwicklungen programmatisch zu behindern und stattdessen vorgegebene Verhaltens- und Identifikationsziele durchzu­setzen.

    Nicht dass Erwachsene kindlichen Impulsen wahllos zuschauen könnten: Es macht aber einen Unterschied, ob elterliche Eingriffe unmittelbar schützend sind, oder ob sie kollektiven Anpassungszielen dienen. Ist das Anpassungsziel nicht individuell, sondern kollektiv normierend, liegt stets latenter Missbrauch vor.

    Je bezwingender die Subjektivität des Individuums normierenden Übergriffen ausgesetzt wird, desto mehr Hassbereitschaft wird dadurch herangezüchtet. Im Regelfall wird ein normiertes Kind sein Ausgeliefertsein nicht bewusst durchleben. Im Regelfall wird es sich auch nicht dazu entscheiden, seine reaktive Aggression nach außen auszuleben; denn allzu groß ist die Abhängigkeit von genau denen, die es ihrem Erziehungseifer aussetzen. Im Regelfall wird der Erzogene seine Wut verdrängen; bis Umstände die gesammelte Aggression an passender Stelle aus der Verdrängung entlassen.

    Mechanismen, die für weltanschauliche Anpassungsforderungen gelten, gelten auch für Kinderstuben, in denen jenseits aller Weltanschauung der Egoismus elterlicher Willkür herrscht. Auch dort sind Kinder ausgeliefert. Auch dort sammelt sich Aggression, die solange in der Verdrängung schlafen kann, bis ein Knall sie weckt.

    2.3. Soziale Strukturen

    Politik und Gesellschaftsstruktur dienen dazu, sich gegen das Ausgesetztsein zu schützen….

    • … entweder defensiv, indem sie vor dem Zugriff durch andere schützen.
    • … oder offensiv, indem sie andere für den eigenen Vorteil vereinnahmen.

    In jeder sozialen Struktur vermengen sich die gegensätzlichen Pole, die das Ausgesetztsein umspannen. Durch jede gesellschaftliche Struktur bieten Menschen einander Schutz davor… und setzen sich zeitgleich neuem Ausgeliefertsein aus. Die Balance entscheidet darüber maßgeblich mit, ob das gesellschaftliche Klima friedlich ist, oder von unterschwelliger oder offener Hassbereitschaft durchsetzt.

    Einmischungen

    Sobald man beim Zappen vorm TV in eine Nachrichtensendung gerät, hört man vom Hass, der über die Außengrenzen der Kulturkreise schwappt. Besonders Kulturkreise, die von ihrer Alleingültigkeit überzeugt sind, sind als Produzenten des Hasses erkennbar. Dazu gehören Kulturen, die sich in der Eitelkeit gefallen, Gott persönlich habe sie zur Dominanz bestimmt, aber auch die repräsentative Demo­kratie, die sich bar jeder Selbstkritik als vermeintliche Endfassung menschlichen Zusammenlebens in alle Welt zu exportieren trachtet.

    Eine Menge des Hasses, der dem Westen aus dem Islam entgegenschlägt, wird nicht nur durch den Widersinn islamischer Lehren befeuert, sondern ebenso durch den Hochmut eines technologisch überlegenen Westens, der sich unter dem Deckmantel des Demokratieexports mit Bestechung, Erpressung, Intrigen und Waffengewalt in quasi jedes islamische Land einmischt, dessen er habhaft werden kann.

    Statt das kümmerliche Maß an Volksherrschaft, das er bislang verwirklicht hat, im Dienste wirtschaftlicher Interessen missionarisch zu verbreiten, wäre es besser, der Westen machte sich auf den Weg, seine Parteien- und Lobbyistenherrschaft in echte Demokratie zu verwandeln.

    Konkret lassen sich bestimmte gesellschaftliche Strukturen benennen, die Hassgefühle fördern:

    • Offene Fremdbestimmung durch hierarchische Strukturen; z.B. diktatorische Systeme.
    • Verdeckte Bevormundung durch Überregulation und Bürokratie; z.B. repräsentative Demokratie.
    • Ausbeuterische Wirtschaftsstrukturen
    • Konfessionell beherrschte Kulturen mit überwertiger Tradition.
    • Aufeinandertreffen verschiedener Kulturkreise, besonders dann, wenn mindestens einer davon ein elitäres Selbstverständnis pflegt.

    Besonders der Versuch, Kulturkreise zu vermischen, von denen sich mindestens einer durch die Festlegung auf eine bestimmte weltanschauliche Tradition definiert, birgt ein hohes Risiko, gesellschaftliche Gruppen in wechselseitigen Hass zu führen. Auch hier liegt die Ursache in drohendem Ausgeliefertsein. Gruppen, die ihre eigene Kultur für unaustauschbar halten und der Kultur aller anderen Gruppen grundsätzlich überlegen, sind für das Selbstbestimmungsrecht der anderen eine faktische Bedrohung; vor allem dann…

    • wenn dem elitären Gruppengeist ein politisch expansiver Auftrag innewohnt
    • und
    • wenn das Problem politisch korrekt verharmlost und totgeschwiegen wird.

    Hier weiterlesen:

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Wie entsteht Hass

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 4. August 2016 von hubert wenzl in Psychiatrie, Psychologie, Uncategorized

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Mythos Nº 1: Ein Amoklauf ist ein spontaner Aussetzer   2 comments

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In den sozialen Netzwerken schwirren ja die verschiedensten und verrücktesten Theorien umher, wie zum Beispiel, dass der Amokläufer von München kein Amokläufer gewesen sei, sondern einer von drei islamistischen Attentätern. Es wäre keine Hysterie und keine Falschmeldungen gewesen von den anderen angeblichen „Tatorten“ in München.
Die Bluttat von Reutlingen war eine Beziehungstat. Der Täter, der die Frau mit einer Machete erstach, kannte die Frau.
Islamistische Taten war „nur“ die Bluttat mit der Axt in Würzburg im Zug und der Attentäter der sich in Ansbach in die Luft sprengte. Aber für manche, die damit Stimmungsmache machen möchten, waren das alles islamistische Anschläge. Man sollte aber schon immer bei den Fakten bleiben. Aber vielleicht hören auch manche das Gras wachsen.

Aber zurück zur Analyse von Amokläufern.

 

Als Laie glaubt man ja meist, dass Amokläufer ihre Tat sehr kurzfristig umsetzen. Das ist aber in keiner Weise der Fall. Die Vorbereitungszeit zieht sich oft über Wochen und Monate hin.

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Mythos Nº 1: Ein Amoklauf ist ein spontaner Aussetzer.
Mythos Nº 2: Amokläufer haben ein bestimmtes soziales Profil.

Falsch, sagt der Psychologe und Amokforscher Jens Hoffmann. Er hat an der Universität Darmstadt viele Amokläufe untersucht und weiß, wie die Täter ticken. Es gibt kein bestimmtes Profil. Amokläufer stammen aus den unterschiedlichsten Schichten: mal aus problematischen Familien, mal aus guten Familienstrukturen. Und ein Amoklauf ist keine durchgebrannte Sicherung, sondern der Endpunkt einer langen Entwicklung.

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Amokforscher Jens Hoffmann

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Nicht blinde Wut, sondern ein Prozess

Amokläufer planen ihre Tat genau und sind oft mitten im Amoklauf erstaunlich ruhig. Ein Video des Amoklaufs in Columbine etwa zeigt die beiden Täter, kurz bevor sie sich selbst erschossen – völlig entspannt beim Nachladen ihrer Waffen. Ein Amoklauf ist nicht blindwütig, sondern das Ende eines Prozesses, der aus vielen Stufen besteht, sagt Hoffmann: „Es steht niemand morgens auf und sagt, ich werde einen Amoklauf machen.“

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Selbstinszenierung nach Medienvorbild

Auf der verzweifelten Suche nach Anerkennung identifizieren sich Amokläufer mit Helden – seien es historische Gestalten, Filmhelden, Computerspiel-Akteure – oder andere Amokläufer. Sie inszenieren sich nach Medienvorbildern und erledigen dabei manchmal regelrecht Pressearbeit: Der Amokläufer von Blacksburg etwa schickte nach seinen ersten beiden Morden ein Multimediapaket an einen US-Fernsehsender, bevor er an der Technischen Hochschule von Virginia dreißig Menschen erschoss.

Gezielte Opfer des Amoks

Die Opfer des Amokläufers, so erschreckend viele es auch oft sind, sind meist nicht zufällig. Der Amokläufer schießt nicht blindwütig um sich, sondern hat eine ganz bestimmte Gruppe von Zielpersonen im Visier. Vielleicht passen sie aus ganz realen Gründen in sein Zielschema – etwa Rache an den Lehrern, die man als Drangsalierer empfand. Vielleicht stehen sie aber auch nur symbolisch als Gruppe für eine bestimmte Form der Kränkung. So hatte der Erfurter Amokläufer vor allem seine Lehrer im Visier – Schüler und Polizisten sind eher zufällig zu seinen Opfern geworden, weil sie im Weg waren oder ihn gestört hatten.

„Ich will, dass sich mein Gesicht in Eure Köpfe einbrennt!“

Der Amoktäter von Emsdetten in seinem Abschiedsbrief

Das Wichtigste, was Jens Hoffmann mit seiner Amokforschung herausfindet: Für diese ganze Entwicklung gibt es Hinweise, die man frühzeitig bemerken kann – wenn man weiß, welche.

Quelle:

http://www.br.de/themen/wissen/amok-amoklauf-amoklaeufer-psyche100.html

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Aus der SZ

Deutschland ist nach den USA das Land mit den meisten Amokläufen: Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann hat ein Frühwarnsystem entwickelt – es wartet noch immer auf flächendeckenden Einsatz.

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„Es gibt eine Vorbereitungszeit, die sich über Wochen, manchmal sogar Monate hinzieht“, sagt der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann von der Technischen Universität Darmstadt. Er hat mit seinem Team ein System entwickelt, das bisherige Täterprofile ablöst und dabei helfen soll, potentielle Gewalttäter früher zu erkennen.

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Ein Weg, den man hätte erkennen können – mit einem System, wie Hoffmann es entwickelt hat. Das „Dynamische Risiko-Analyse-System“ wird derzeit an Schulen und bei der Polizei in Deutschland getestet. Es gibt 31 Punkte, die Verhaltensvariablen abfragen: Gibt es eine Identifizierung mit anderen Amokläufern? Welche Probleme hat der Auffällige? Hat er eine Waffe herumgezeigt? Wenn Drogen im Spiel sind, welche genau? „Anhand dieser Variablen gibt das System eine Risiko-Einschätzung ab“, sagt Hoffmann.

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Potentielle Amokläufer verehren oftmals andere Täter als Helden. Unter dem Video auf YouTube, das die Tat von Erfurt im Jahr 2002 beschreibt, gibt es Einträge wie: „Großartig! Endlich bekämpft einer das System!“ Potentielle Täter zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie Waffen in der Schule herumzeigen, dass sie ihre Tat bei Freunden, Lehrern oder im Internet ankündigen. All diese Anzeichen müssten erkannt werden, um dann die richtigen Fragen zu stellen.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/amoklauf-in-winnenden-der-taeter-konnte-ein-grosses-finale-planen-1.398107

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Juli 2016 von hubert wenzl in Psychiatrie, Psychologie, Uncategorized

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