Archiv für die Kategorie ‘Psychologie

Gedanken zum Leben – ohne Selbstzensur   Leave a comment

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Ich leiste mir mal den Luxus das Leben ohne Selbstzensur und ohne Rücksicht auf Verluste oder Sympathien darzustellen. Natürlich ist das auch vor allem subjektiv. Andere sehen das ja vielleicht gaaaanz anders. Vor allem solche Leute, die harmoniesüchtig sind, die Heile Welt sich vormachen und Nachrichten erst sich gar nicht anhören. Ja und unverbesserliche Optimisten gibt es auch noch, die sehen das halbe Glas auch noch voll. Ich will ihnen nicht das Geringste wegnehmen, es sei ihnen vergönnt. Das Leben ist ja so kurz, warum soll man es sich nicht betäuben oder sich optimismus-besoffen machen.

Dann fange ich mal an.

Die ersten Schritte lasse ich mal weg. Es beginnt die Schule – und schon gibt es Stress mit Prüfungen, mit Lehrern, Verlust an Freizeit und Selbstbestimmung. Später gibt es oft auch noch Mobbing, vor allem durch Internet und Mobbing am Handy. Gut, man überlebt es (meistens). Es gibt ja auch Suizid von Kindern, Halbwüchsigen. Etwas kann da nicht stimmen, oder?

Gut weiter, Eintritt ins Berufsleben. Wenn man Glück hat, hat man gute Vorgesetzte und liebe Kollegen, aber wie man weiß ist das nicht immer der Fall. Nicht jeder Vorgesetzte wertschätzt seine Mitarbeiter, Leistung und Gewinn muss her, egal auf welche Weise und auf welche Kosten. Wenn jemand nicht kuscht – an der Tür wartet der / die Nächste.

Jedenfalls verbringt man die meiste Zeit in den besten Jahren beim Arbeiten. Bei schönstem Wetter muss man arbeiten, Urlaub gibt es nur für 4 bis 5 Wochen. Nun gut, irgend wann rückt auch das Pensionsalter näher. Dass man dann nicht mehr so in Hochform, so fit ist, ist klar, sonst würden einen die Schinder von der Wirtschaft und vom Staat ja nicht in den Ruhestand treten lassen. Wenn man Glück hat bekommt man mit 67 Jahren, bald ja schon mit 70 Jahren eine Rente, die zum Leben reicht. Sonst muss man eben schauen, wie man sich etwas dazu verdient. Besonders in Deutschland ist es ja schlecht mit der Höhe der Renten bestellt. Eine Schande für ein reiches Land – hmmm, wer ist da eigentlich reich? Die Masse wohl nicht.

Gut wieder ein Sprung zurück. Es gibt auch schöne Dinge im Leben, wie zum Beispiel das erste Verliebtsein, Schmetterlinge im Bauch, Hormone im Überschuss mit entsprechender Geilheit. Gier nach Sex wird dann oft mit Liebe verwechselt. Und der siebte Himmel dauert auch nicht ewig. Liebe bedeutet oft auch Kummer und Schmerz, nicht nur Geilheit, Orgasmus und Leidenschaft. Gut das geht ja viele Jahre gut ohne Funktionsstörungen, denke da vor allem an den Mann, der in späteren Jahren dann alles andere als ein Held der Liebe ist. Eher schon ein

„Don Quijote“: Der Ritter von der traurigen Gestalt – oder ein Sancho Pansa. 🙂 😉

Jedenfalls alles muss raus, gute und negative Gedanken, Sperma, Menstruationsblut, Kot, Urin, und natürlich muss man wieder nachfüllen, ohne Energiezufuhr läuft nichts.

In diesem Zusammenhang ein guter Spruch: man stelle sich Autoritäten beim Scheißen vor – und schon wird der (zu) große Respekt viel kleiner.

Auch kann man sich selbst beim Abbau der Kräfte, der Funktionen zuschauen (Sehen, Hören… ja und die ganzen übrigen Zipperlein, kleinere oder größere). Aber zumindest hat man da sicher kein Arschloch mehr als Vorgesetzten und man kann mehr oder weniger tun und lassen was man will. Und nobel geht die Welt zugrund.

Hier noch einige Bilder bzw. ein Video.

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alt aber noch vital und viril.

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und hier zwei Junge… ist halt doch schöner – wenn man noch ins „Volle“ greifen kann.

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Noch eins, ich erwarte mir keine Sternchen (das gebe ich mir selbst 😉 ), aber auch keine blöden Kommentare, da zensuriere ich dann wirklich 😉 Ich bin nicht mehr abhängig von Anerkennung, ich weiß selbst was ich gut mache und was nicht. Wem es nicht gefällt muss es nicht lesen und nicht anschauen, anhören. Der Maurer hat ja immer auch ein Loch gelassen. Und natürlich ist auch viel Ironie, Selbstironie dabei, manchmal auch Sarkasmus. Ich pisse dem Schicksal ins Gesicht. Das Leben kann man nur mit Stolz und auch Trotz ertragen, um die Banalitäten, die Langeweile, die ständigen Wiederholungen, die Absurditäten auszuhalten. Das haben schon viele Dichter gesagt, natürlich nicht die, die den Wald und die Heide besingen.

You and me – Heilsarmee (The Salvation Army) – Eurovision Song Contest

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Hier noch der überetzte Songtext zur Heilsarmee

http://www.songtexte.com/uebersetzung/heilsarmee/you-and-me-deutsch-13d6eddd.html

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hey, hey, hey, auf in den Kampf des Lebens. Ein Guter hält es aus, ein Schwacher krepiert. So will es die Natur. Und so sei es, Amen.

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Julius Fucik – Schneidig Vor, Marsch Op.79

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Gruß Hubert

 

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Narzisstische Persönlichkeitsstörung   Leave a comment

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Heute wird ja schnell mal jemand als Narzisst bezeichnet. Aber was genau ist ein Narzisst oder eine Narzisstin? Es wird ja oft Politikern Narzissmus nachgesagt, ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung. Bis zu einem gewissen Grad wird es auch bei vielen zutreffen. Problematisch wird es, wenn der Narzissmus in extremer Form bei einem Politiker an höchster Stelle festzustellen ist. Die Psychologie-Professorin Diana Diamond meint, dass wir heute in einer Gesellschaft leben in denen sich Menschen narzistisch beschädigt und verletzlich fühlen.

Auf jeden Fall sieht Diana Diamond und andere 33 Berufskollegen Anzeichen, dass Trump an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden könnte. Wenn man auch mit Ferndiagnosen sehr vorsichtig sein muss.

Hier eine Abhandlung dazu aus Deutschlandfunk

Psychologen zweifeln an Trumps geistiger Gesundheit

Ist US-Präsident Donald Trump krankhaft narzisstisch? Die New Yorker Psychologie-Professorin Diana Diamond sieht dafür Anzeichen. Sie mag sich aber nicht dem Schritt ihrer 33 Berufskollegen anschließen, die in einem offenen Brief gewarnt hatten: Trump sei emotional zu instabil, um die Rolle als Präsident sicher auszuführen.

Von Kai Clement

US-Präsident Donald Trump (imago / ZUMA Press)

US-Präsident Donald Trump (imago / ZUMA Press)
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Das Einmaleins des Zusammenlebens – einfach erklärt für den ersten Mann im Staat von John Oliver: Auch wenn es sich manchmal so anfühle, als wenn er der einzige Mensch der Welt sei – tatsächlich stimme das nicht. Die Schautafel zeigt die ganzen sogenannten „Nicht-du-Menschen“, man nenne sie: die anderen Menschen.

Worüber John Oliver sich in seiner Comedy-Show lustig macht, ist für andere ein ernsthafter Anlass zur Sorge: Leidet der Präsident etwa unter einer Persönlichkeitsstörung? Einer narzisstischen Störung – verbunden mit der Unfähigkeit, sich in andere einzufühlen, statt dessen Machtfantasien und Prunk. 33 Psychologen und Psychiater schrieben einen offenen Brief an die Zeitung „New York Times“. Trump zeige gravierende emotionale Instabilität. Sie gingen so weit, zu warnen, dass er deshalb unfähig sei, das Amt des Präsidenten sicher auszufüllen.

Diana Diamond findet den Schritt ihrer Kollegen sehr mutig – ist ihn aber nicht mitgegangen: „Ich bin vorsichtiger in der Frage, ob Trump wirklich geeignet ist. Ich ziehe es vor, dass die Öffentlichkeit ihre eigenen Schlussfolgerungen zieht.“

Damit hält sich die Psychologie-Professorin und Expertin für narzisstische Störungen an der City University of New York streng an die Regeln ihrer Zunft. Die sogenannte Goldwater-Regel besagt, es sei unethisch, Ferndiagnosen über Personen des öffentlichen Lebens abzugeben und diese ohne deren Einwilligung publik zu machen. 1964 war deshalb Senator Barry Goldwater als Präsidentschaftskandidat gescheitert. Diana Diamond:

„Aber: Als Experten für geistige Gesundheit haben wir eine außerordentliche Verantwortung, die Öffentlichkeit über abweichendes Verhalten aufzuklären.“

„Beschäftigt mit Fantasien unbegrenzten Erfolgs“

Der sich ewig selbst im eignen Spiegelbild betrachtende Narziss ist für die Weltgesundheitsorganisation und die „American Psychiatric Association“ der Namensgeber für eine ganze Symptomliste, erklärt Diamond:

„Ein grandioses, aufgeblasenes Gefühl von Selbstgefälligkeit. Ein obsessiver Drang nach Bewunderung und Schmeichelei. Beschäftigt mit Fantasien unbegrenzten Erfolgs. Macht. Omnipotenz. Sie glauben, dass sie etwas Besonderes sind – und einzigartig behandelt werden sollten.“

Donald Trump maßregelt einen Reporter. Der hatte ihn nach den vielen antisemitischen Übergriffen in den USA gefragt – und zugleich versichert, er halte den Präsidenten selbst absolut nicht für einen Antisemiten.

Warum hat Amerika einen solchen Mann gewählt?

„Ich glaube, das Thema ist weniger ob dieser Präsident die eine oder andere Störung hat. Es gab Präsidenten, die ziemlich starke psycho-pathologische Züge hatten. Depression, Demenz, Manie.“

Der New Yorker Psychiatrie-Professor Richard Friedman hat darüber geschrieben – und die Frage gestellt: „Ist es an der Zeit, Trump psychisch krank zu nennen?“ Diana Diamond kontert das mit einer Gegenfrage:

„Was hat die Menschen dazu gebracht, diese Person zu wählen? Ich glaube, das hat auch etwas mit narzisstischen Problemen zu tun. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Menschen sich narzisstisch beschädigt fühlen – und verletzlich.“

Es ist die Diagnose der Abgehängten – oder derjenigen, die sich, trotz insgesamt guter US-Wirtschaftsdaten, als solche fühlen.

Und dann schlägt Professorin Diamond noch ganz dunkle Kapitel der Geschichte auf, um an zwei Staatsführer zu erinnern, bei denen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sozusagen posthum diagnostiziert worden sei:

„Ich kann Ihnen zwei nennen: Hitler und Stalin.“

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Narzisstische Persönlichkeitsstörung

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Gruß Hubert

 

Wie entsteht Hass   Leave a comment

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Ich wollte den Ursachen warum Hass entsteht von psychologischer Seite aus ein wenig auf den Grund gehen. Ein zentrales Element bei der Entstehung von Hass ist das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Bei seele-und-gesundheit.de wird folgendes darüber gesagt.

Auszug.

1. Begriffsbestimmung

Etymologisch wird Hass auf die indogermanische Wurzel kados = Leid, Groll zurückgeführt. Mit Hass verwandt sind die Begriffe hetzen und häss­lich.

Hass hat immer mit Leid zu tun; sowohl bei dem, der Hass empfindet als auch bei dem, der ihm zum Opfer fällt. Ähnliches gilt für die Hatz. Es mag sein, dass die Hatz, für den der hetzt, ein oberflächliches Vergnügen ist, tatsächlich ist solch ein Vergnügen aber nur ein bitterer Trost für tiefer verankertes Leid. Wer zufrieden ist, hetzt nicht: weder einen anderen noch sich selbst.

Kleiner Bruder
Wut ist der kleine Bruder des Hasses. Während Hass die endgültige Vernichtung bedrohlicher Kräfte verlangt, begnügt sich Wut damit, das Bedrohliche in seine Schranken zu verweisen. Während Wut im Affekt gelegentlich Totschlag begeht, begeht Hass systematische Morde.

Hässlich wird heute meist als rein ästhetischer Gegensatz zu schön begriffen. Bezieht es sich auf das Verhalten, das man einer anderen Person angedeihen lässt, ist der ursprüngliche Sinngehalt der Gehässig- und Feindseligkeit noch spürbar.

  • Pauls Verhalten gegenüber Lina war hässlich.

2. Entstehungsbedingungen

Hass entsteht aus einem Wechselspiel existenzieller, psycho­logischer und sozialer Bedingungen. Dabei kann je nach Lage der Dinge mehr der eine oder der andere Faktor im Vordergrund stehen.

2.1. Existenzielle Grundlagen

Die existenzielle Grundlage des Hasses ist das Ausgeliefert­sein des Menschen und seine Fähigkeit, das Ausgeliefert­sein zu erkennen. Der Mensch lebt grundsätzlich im Bewusstsein der Verletzbarkeit und des potenziellen Untergangs. Da Wohlbefinden nur schwerlich zu erreichen ist, wenn man sich einer Bedrohung ausgesetzt sieht, hat die menschliche Psyche eine Vielzahl von Mechanismen entwickelt, um faktische Bedrohung entweder abzuwenden oder um das Wissen um die Bedrohung aus dem Bewusstsein herauszuhalten.

Wird eine Bedrohung, die man nicht beseitigen kann, als geringfügig erlebt, genügt es meist, das Wissen darum zu verdrängen.

  • Simon weiß, dass Menschen sterben. Da er aber erst zwanzig ist, geht er davon aus, dass das Thema nur alte Leute betrifft.
  • Fiona weiß, dass eine Frau nachts auf der Straße nicht absolut sicher sein kann. Unterwegs zur Disko denkt sie stattdessen aber an Simon, den sie dort zu treffen hofft.

Wird Bedrohung als massive Gefahr erlebt, entwickelt sich oftmals Hass. Er dient dazu, maximale Kräfte freizusetzen, um das bedrohliche Ausgeliefertsein aktiv abzuwehren.

Hass wird von der Psychologie zwar nicht als Abwehrmecha­nismus definiert, er hat innerseelisch aber eine analoge Funktion. Wird Hass nach außen gewandt um das als bedrohlich Empfundene anzugreifen, schwächt er regelhaft Ängste ab, die der Wucht der hasserfüllten Aggression im Wege stehen. Wer hasst, ignoriert Gefahren für sich selbst… und begeht, wenn es denn sein muss, ein Selbstmordattentat.

Aber auch dann, wenn Hass nicht ausagiert wird, wehrt er ab; allerdings nicht die Angst, dass man bei einem Angriff selbst Schaden nehmen könnte, sondern die gefürchtete Erfahrung, dass man tatsächlich ausgeliefert ist.

Da der Mensch sich vom Mitmenschen wünscht, dass er ihn vor dem Ausgesetztsein schützt, reagiert er mit Hass, wenn ihn der Mitmensch stattdessen seinem Eigennutz aussetzt.
2.1.1. Formen des Ausgesetztseins

Das Individuum kann in verschiedener Art ausgesetzt sein. Zu unter­scheiden ist physisches Ausgesetztsein von sozialem und begrenzendes von vereinnahmendem. Während sich beim sozialen Ausgesetzt­sein die begrenzende von der vereinnahmenden Variante deutlich unter­scheiden lässt, fallen beide Aspekte beim physischen Ausgesetztsein eher zusammen.

  1. Physisch
    Durch den leiblichen Aspekt der Person ist man physikalischen Gegebenheiten ausgesetzt.

    Beim Einpflanzen des Stachelbeerbuschs stieß Werner auf dicke Steine unter der dünnen Krume. Er war gezwungen, sich den Gegebenheiten des Geländes anzupassen.

  2. Sozial
    Sobald man in Gemeinschaften lebt, wird man von anderen vereinnahmt oder zurückgewiesen.

    • Begrenzend
      Bei der Durchsetzung sozialer Ansprüche ist man dem Widerstand anderer ausgesetzt. Der Andere erfüllt meine Forderung nicht.

      Als Lars mit Sonja ins Bett gehen wollte, erteilte sie ihm eine Abfuhr.

    • Vereinnahmend
      Im Zusammenleben ist man dem Zugriff anderer ausgesetzt. Der Andere will unmittelbar über mich bestimmen.

      Unter Androhung von Strafe wurde Katja gezwungen, ihren Teller leer zu essen.

Sowohl Werner als auch Lars und Katja können auf die verschiedenen Formen ihres Ausgesetztseins mit heftiger Aggression reagieren. Ob sie es tun oder nicht, hängt vor allem von ihrem Selbstbild ab.

2.1.2. Psychologischer Grundkonflikt

Der Vereinnahmung durch andere ausgesetzt zu sein, hätte kaum psychologische Folgen, wäre die Emotionalität des Menschen nicht aufs engste mit dem Psychologischen Grundkonflikt verwoben. Gewiss: Man kann sich vereinnahmen lassen, um dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu dienen, je mehr man es aber tut, desto größer wird der Druck von dessen dialektischem Gegenpol: dem Bedürfnis nach Selbst­bestimmung. Das führt dazu, dass der Mensch nicht in der Lage ist, den Zugriff anderer auf sich selbst zu dulden ohne dass….

  • es dafür triftige Gründe gibt, die auch in seinem Interesse liegen…
  • oder
  • entsprechende Abwehrmechanismen das durch die Vereinnahmung gestörte seelische Gleichgewicht in Schach halten.
2.2. Psychosoziale Faktoren

Ausgesetzt zu sein, ist nicht nur ein existenzielles Problem. Es ist auch ein psycho-soziales. Den Menschen treffen nicht nur Hagelschlag, Hungersnot und Vogelgrippe, er ist auch dem Widerstand und den Machenschaften seiner Zeitgenossen ausgesetzt. Übler als den Kräften der Natur sind wir oftmals solchen ausgeliefert, die der Mitmensch sich erdreistet, auf uns anzuwenden; oder der Blindheit unserer eigenen Person, mit der wir selbst über andere bestimmen wollen.

Der Zündfunke des Hasses stammt überwiegend aus dem Zusammenleben von Men­schen miteinander. Das hat drei Gründe:

  1. Die Grundstruktur der menschlichen Psyche ist auf Familie, Freundeskreis und Sippe ausgerichtet. Die ursprüngliche Funktion solcher Gemeinschaften liegt in der Abwehr existenzieller Bedrohungen. Gerade das Kind erwartet von den anderen keine Bedrohung, sondern liebenden Schutz; ohne den es gar nicht existieren könnte. Wird Schutz aber mit Bedrohung vermengt, provoziert das emotionale Widersprüche, die erst recht als bedrohlich empfunden werden. Resultat kann Hass sein, der all diese Bedrohungen aus der Welt schaffen will.

  2. Längst hat sich der Schwerpunkt des menschlichen Lebens weg von der Auseinandersetzung mit der blanken Natur und hin zur Einbindung in komplexe soziale Strukturen verschoben. Je mehr man mit anderen Menschen zu tun hat, desto größer wird die Gefahr, dass man von ihnen übergangen wird.

  3. Die Angst, anderen ausgesetzt zu sein, treibt Menschen milliardenfach dazu, zum Präventivschlag auszuholen. Nur wenige sind durchgehend in der Lage, sich und andere so zu belassen, wie sie sind. Öfter kommt es vor, dass man andere dem eigenen Vorteilsstreben aussetzt.

    Erziehung

    Von großer Bedeutung für das Ausmaß späterer Hassbereit­schaft ist die Erziehung. Gerade traditionelle Weltanschau­ungen betonen die Notwendig­keit, die Spontaneität kindlicher Entwicklungen programmatisch zu behindern und stattdessen vorgegebene Verhaltens- und Identifikationsziele durchzu­setzen.

    Nicht dass Erwachsene kindlichen Impulsen wahllos zuschauen könnten: Es macht aber einen Unterschied, ob elterliche Eingriffe unmittelbar schützend sind, oder ob sie kollektiven Anpassungszielen dienen. Ist das Anpassungsziel nicht individuell, sondern kollektiv normierend, liegt stets latenter Missbrauch vor.

    Je bezwingender die Subjektivität des Individuums normierenden Übergriffen ausgesetzt wird, desto mehr Hassbereitschaft wird dadurch herangezüchtet. Im Regelfall wird ein normiertes Kind sein Ausgeliefertsein nicht bewusst durchleben. Im Regelfall wird es sich auch nicht dazu entscheiden, seine reaktive Aggression nach außen auszuleben; denn allzu groß ist die Abhängigkeit von genau denen, die es ihrem Erziehungseifer aussetzen. Im Regelfall wird der Erzogene seine Wut verdrängen; bis Umstände die gesammelte Aggression an passender Stelle aus der Verdrängung entlassen.

    Mechanismen, die für weltanschauliche Anpassungsforderungen gelten, gelten auch für Kinderstuben, in denen jenseits aller Weltanschauung der Egoismus elterlicher Willkür herrscht. Auch dort sind Kinder ausgeliefert. Auch dort sammelt sich Aggression, die solange in der Verdrängung schlafen kann, bis ein Knall sie weckt.

    2.3. Soziale Strukturen

    Politik und Gesellschaftsstruktur dienen dazu, sich gegen das Ausgesetztsein zu schützen….

    • … entweder defensiv, indem sie vor dem Zugriff durch andere schützen.
    • … oder offensiv, indem sie andere für den eigenen Vorteil vereinnahmen.

    In jeder sozialen Struktur vermengen sich die gegensätzlichen Pole, die das Ausgesetztsein umspannen. Durch jede gesellschaftliche Struktur bieten Menschen einander Schutz davor… und setzen sich zeitgleich neuem Ausgeliefertsein aus. Die Balance entscheidet darüber maßgeblich mit, ob das gesellschaftliche Klima friedlich ist, oder von unterschwelliger oder offener Hassbereitschaft durchsetzt.

    Einmischungen

    Sobald man beim Zappen vorm TV in eine Nachrichtensendung gerät, hört man vom Hass, der über die Außengrenzen der Kulturkreise schwappt. Besonders Kulturkreise, die von ihrer Alleingültigkeit überzeugt sind, sind als Produzenten des Hasses erkennbar. Dazu gehören Kulturen, die sich in der Eitelkeit gefallen, Gott persönlich habe sie zur Dominanz bestimmt, aber auch die repräsentative Demo­kratie, die sich bar jeder Selbstkritik als vermeintliche Endfassung menschlichen Zusammenlebens in alle Welt zu exportieren trachtet.

    Eine Menge des Hasses, der dem Westen aus dem Islam entgegenschlägt, wird nicht nur durch den Widersinn islamischer Lehren befeuert, sondern ebenso durch den Hochmut eines technologisch überlegenen Westens, der sich unter dem Deckmantel des Demokratieexports mit Bestechung, Erpressung, Intrigen und Waffengewalt in quasi jedes islamische Land einmischt, dessen er habhaft werden kann.

    Statt das kümmerliche Maß an Volksherrschaft, das er bislang verwirklicht hat, im Dienste wirtschaftlicher Interessen missionarisch zu verbreiten, wäre es besser, der Westen machte sich auf den Weg, seine Parteien- und Lobbyistenherrschaft in echte Demokratie zu verwandeln.

    Konkret lassen sich bestimmte gesellschaftliche Strukturen benennen, die Hassgefühle fördern:

    • Offene Fremdbestimmung durch hierarchische Strukturen; z.B. diktatorische Systeme.
    • Verdeckte Bevormundung durch Überregulation und Bürokratie; z.B. repräsentative Demokratie.
    • Ausbeuterische Wirtschaftsstrukturen
    • Konfessionell beherrschte Kulturen mit überwertiger Tradition.
    • Aufeinandertreffen verschiedener Kulturkreise, besonders dann, wenn mindestens einer davon ein elitäres Selbstverständnis pflegt.

    Besonders der Versuch, Kulturkreise zu vermischen, von denen sich mindestens einer durch die Festlegung auf eine bestimmte weltanschauliche Tradition definiert, birgt ein hohes Risiko, gesellschaftliche Gruppen in wechselseitigen Hass zu führen. Auch hier liegt die Ursache in drohendem Ausgeliefertsein. Gruppen, die ihre eigene Kultur für unaustauschbar halten und der Kultur aller anderen Gruppen grundsätzlich überlegen, sind für das Selbstbestimmungsrecht der anderen eine faktische Bedrohung; vor allem dann…

    • wenn dem elitären Gruppengeist ein politisch expansiver Auftrag innewohnt
    • und
    • wenn das Problem politisch korrekt verharmlost und totgeschwiegen wird.

    Hier weiterlesen:

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Wie entsteht Hass

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 4. August 2016 von hubwen in Psychiatrie, Psychologie, Uncategorized

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Mythos Nº 1: Ein Amoklauf ist ein spontaner Aussetzer   2 comments

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In den sozialen Netzwerken schwirren ja die verschiedensten und verrücktesten Theorien umher, wie zum Beispiel, dass der Amokläufer von München kein Amokläufer gewesen sei, sondern einer von drei islamistischen Attentätern. Es wäre keine Hysterie und keine Falschmeldungen gewesen von den anderen angeblichen „Tatorten“ in München.
Die Bluttat von Reutlingen war eine Beziehungstat. Der Täter, der die Frau mit einer Machete erstach, kannte die Frau.
Islamistische Taten war „nur“ die Bluttat mit der Axt in Würzburg im Zug und der Attentäter der sich in Ansbach in die Luft sprengte. Aber für manche, die damit Stimmungsmache machen möchten, waren das alles islamistische Anschläge. Man sollte aber schon immer bei den Fakten bleiben. Aber vielleicht hören auch manche das Gras wachsen.

Aber zurück zur Analyse von Amokläufern.

 

Als Laie glaubt man ja meist, dass Amokläufer ihre Tat sehr kurzfristig umsetzen. Das ist aber in keiner Weise der Fall. Die Vorbereitungszeit zieht sich oft über Wochen und Monate hin.

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Mythos Nº 1: Ein Amoklauf ist ein spontaner Aussetzer.
Mythos Nº 2: Amokläufer haben ein bestimmtes soziales Profil.

Falsch, sagt der Psychologe und Amokforscher Jens Hoffmann. Er hat an der Universität Darmstadt viele Amokläufe untersucht und weiß, wie die Täter ticken. Es gibt kein bestimmtes Profil. Amokläufer stammen aus den unterschiedlichsten Schichten: mal aus problematischen Familien, mal aus guten Familienstrukturen. Und ein Amoklauf ist keine durchgebrannte Sicherung, sondern der Endpunkt einer langen Entwicklung.

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Amokforscher Jens Hoffmann

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Nicht blinde Wut, sondern ein Prozess

Amokläufer planen ihre Tat genau und sind oft mitten im Amoklauf erstaunlich ruhig. Ein Video des Amoklaufs in Columbine etwa zeigt die beiden Täter, kurz bevor sie sich selbst erschossen – völlig entspannt beim Nachladen ihrer Waffen. Ein Amoklauf ist nicht blindwütig, sondern das Ende eines Prozesses, der aus vielen Stufen besteht, sagt Hoffmann: „Es steht niemand morgens auf und sagt, ich werde einen Amoklauf machen.“

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Selbstinszenierung nach Medienvorbild

Auf der verzweifelten Suche nach Anerkennung identifizieren sich Amokläufer mit Helden – seien es historische Gestalten, Filmhelden, Computerspiel-Akteure – oder andere Amokläufer. Sie inszenieren sich nach Medienvorbildern und erledigen dabei manchmal regelrecht Pressearbeit: Der Amokläufer von Blacksburg etwa schickte nach seinen ersten beiden Morden ein Multimediapaket an einen US-Fernsehsender, bevor er an der Technischen Hochschule von Virginia dreißig Menschen erschoss.

Gezielte Opfer des Amoks

Die Opfer des Amokläufers, so erschreckend viele es auch oft sind, sind meist nicht zufällig. Der Amokläufer schießt nicht blindwütig um sich, sondern hat eine ganz bestimmte Gruppe von Zielpersonen im Visier. Vielleicht passen sie aus ganz realen Gründen in sein Zielschema – etwa Rache an den Lehrern, die man als Drangsalierer empfand. Vielleicht stehen sie aber auch nur symbolisch als Gruppe für eine bestimmte Form der Kränkung. So hatte der Erfurter Amokläufer vor allem seine Lehrer im Visier – Schüler und Polizisten sind eher zufällig zu seinen Opfern geworden, weil sie im Weg waren oder ihn gestört hatten.

„Ich will, dass sich mein Gesicht in Eure Köpfe einbrennt!“

Der Amoktäter von Emsdetten in seinem Abschiedsbrief

Das Wichtigste, was Jens Hoffmann mit seiner Amokforschung herausfindet: Für diese ganze Entwicklung gibt es Hinweise, die man frühzeitig bemerken kann – wenn man weiß, welche.

Quelle:

http://www.br.de/themen/wissen/amok-amoklauf-amoklaeufer-psyche100.html

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Aus der SZ

Deutschland ist nach den USA das Land mit den meisten Amokläufen: Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann hat ein Frühwarnsystem entwickelt – es wartet noch immer auf flächendeckenden Einsatz.

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„Es gibt eine Vorbereitungszeit, die sich über Wochen, manchmal sogar Monate hinzieht“, sagt der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann von der Technischen Universität Darmstadt. Er hat mit seinem Team ein System entwickelt, das bisherige Täterprofile ablöst und dabei helfen soll, potentielle Gewalttäter früher zu erkennen.

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Ein Weg, den man hätte erkennen können – mit einem System, wie Hoffmann es entwickelt hat. Das „Dynamische Risiko-Analyse-System“ wird derzeit an Schulen und bei der Polizei in Deutschland getestet. Es gibt 31 Punkte, die Verhaltensvariablen abfragen: Gibt es eine Identifizierung mit anderen Amokläufern? Welche Probleme hat der Auffällige? Hat er eine Waffe herumgezeigt? Wenn Drogen im Spiel sind, welche genau? „Anhand dieser Variablen gibt das System eine Risiko-Einschätzung ab“, sagt Hoffmann.

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Potentielle Amokläufer verehren oftmals andere Täter als Helden. Unter dem Video auf YouTube, das die Tat von Erfurt im Jahr 2002 beschreibt, gibt es Einträge wie: „Großartig! Endlich bekämpft einer das System!“ Potentielle Täter zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie Waffen in der Schule herumzeigen, dass sie ihre Tat bei Freunden, Lehrern oder im Internet ankündigen. All diese Anzeichen müssten erkannt werden, um dann die richtigen Fragen zu stellen.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/amoklauf-in-winnenden-der-taeter-konnte-ein-grosses-finale-planen-1.398107

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Juli 2016 von hubwen in Psychiatrie, Psychologie, Uncategorized

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Jungen Männern ist die Lust auf Sex vergangen   Leave a comment

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Na wenn den jungen Hengsten die Lust auf Sex schon vergangen ist müssen für über 65-jährige mit nachlassender Potenz und eventuell auch noch ED wohl mildernde Umstände gelten. Ein Mann vor 65 und nach 65 (jetzt mal die Grenze vereinfachend und willkürlich gezogen) sind sowieso zwei verschiedene Männer. Wobei man den zweiten „Mann“ (auf Sex-Gebiet) unter Anführungszeichen setzen muss.

Der Mensch funktioniert eben mal materiell, biochemisch – ein paar Hunderstel eines chemischen Stoffes weggenommen und schon sind es verschieden reagierende Personen, gleich ob Mann oder Frau. Da nützt es auch nichts mehr, wenn gesagt wird Sex passiert zuerst im Kopf. Wenn die materiellen Voraussetzungen nicht gegeben sind dann ist es auch vorbei mit der Phantasie und dem sexuellen Verlangen.

Aber zurück zu den leistungs-gestressten jungen Männern, die vor lauter Leistungsdruck am Tage in der Nacht dem nächsten Sex-Stress lieber aus dem Wege gehen und mit Unlust reagieren.

Einiges haben vielleicht die Feminismus-Debatten, die den soften Mann forderten, auch zum Problem beigetragen.

 

Jungen Männern ist die Lust auf Sex vergangen

Viele junge Männer leiden an sexueller Unlust. Grund dafür seien zu hohe Ansprüche und der Leistungsdruck.

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Junge Männer haben vermehrt keine Lust auf Sex.

 

Lustlosigkeit wird bei Männern zunehmend zum Problem. Viele haben keine Lust mehr auf Sex, obwohl sie eine anziehende Partnerin haben, mit der sie eine gute Beziehung führen. Die Vorstellung des Mannes, der bei jeder Gelegenheit Sex will, gilt heute als überholt.

Dieses Bild skizziert Ulrich Clement, Professor für medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg und Leiter des Instituts für Sexualtherapie, in einem Interview mit dem «Magazin». Als er vor mehr als 30 Jahren als Sexualtherapeut angefangen habe, habe man sich einen lustlosen Mann gar nicht vorstellen können. «Es gab lediglich Männer mit Erektionsstörungen, aber es herrschte die Vorstellung, wenn sich dem Mann eine attraktive Gelegenheit bietet, dann will er auch.» Diese «Geschlechtervorschrift» habe sich inzwischen relativiert.

Männer unter Leistungsdruck

Auch Schweizer Kollegen haben diese Entwicklung bemerkt. So etwa Paarberaterin Rita Schriber: «In meine Praxis kommen in letzter Zeit mehr Männer, die an Lustlosigkeit leiden.» Die Gründe würden sich dabei bei jedem Patienten ähneln: «Die meisten Männer stehen schon den ganzen Tag lang unter enormen Leistungsdruck und haben das Gefühl, Sex sei eine zusätzliche Leistung, die sie am Abend noch erbringen müssen.»

Markus Theunert, Präsident von Männer.ch, sieht ebenfalls in der Überforderung der Männer die Hauptursache für die schwindende Sexlust: «Die Ansprüche an Männer sind gewachsen – im Bett und im Job. Sie müssen im einen Moment den potenten Hengst, im nächsten den kommunikativen Bären geben.» Viele würden da einfach nicht mehr mithalten wollen und ihnen vergehe die Lust auf Sex – oder sie würden ihn kaufen.

Auch Pornofilme hätten zum Schwinden der Lust beigetragen. «Wenn Sex online permanent und problemlos verfügbar ist, sinkt der Anreiz, eine Frau offline sexuell zu umwerben.»

«Wenig Sex ist nicht schlimm»

Für Paar- und Sexualberater Bruno Wermuth ist Unlust bei Männern hingegen kein neues Phänomen: «Früher sprach man einfach nicht darüber, weil ein Mann sich über seine Sexualkraft definierte und nicht schwach wirken wollte.» Heute habe sich das Bild des Mannes gewandelt, weshalb man dieses Tabuthema ansprechen könne.

Ausserdem sei es völlig normal, dass in einer Beziehung die Lust mit der Zeit langsam kleiner werde. Dies könne man einerseits als Aufforderung deuten, etwas an der Beziehung zu ändern, oder es andererseits einfach akzeptieren, wenn man damit leben könne: «Wenig Sex zu haben, ist ja an sich nichts Schlechtes.»

Schriber pflichtet ihm bei. Gleichzeitig sei aber Sex oft sehr wichtig, um eine tiefere Verbindung zum Partner aufzubauen: «Ohne Sex ist es wie eine Beziehung zwischen Bruder und Schwester.»

 

Jungen Männern ist die Lust auf Sex vergangen

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Gruß Hubert

 

Günter Funke: „Was wirklich zählt: Sinn- und Wertorientierung in einer Zeit des Wandels“   Leave a comment

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Günter Funke ist Theologe und Existenzanalytiker, Psychotherapeut. Er ist Leiter des Instituts für Existenzanalyse und Lebensphänomenologie in Berlin. Er zeigt auf, dass ein Weiterso nicht mehr gehen kann.

In einer Zeit, in der Geld alles und immaterielle Dinge wenig gelten, steht die Analyse auf Sturm. Der Experte für sinnorientierte Lebenskunst Günter Funke legt den Finger auf die wunden Punkte und erwähnt beispielsweise das Phänomen des Ausbrennens, unter dem viele leiden.

Wandel macht Angst, weil wir Angst haben, im Wandel könnten wir etwas verlieren. In einer Kultur, die sehr viel hat, steht viel auf dem Spiel. Es stelle sich die Frage, ob wir wirklich so viel haben und was wir denn wirklich haben, lenkte Günter Funke den Blick auf unsere Wohlstandskultur: „Reiche Kulturen sind ängstliche Kulturen, wenn das, was sie haben materiell ist. Je größer das materielle Haben, umso größer die Angst vom Verlust“, sagt Funke.

Hier ist im Link unten eine Audio-Datei zu hören.

Audio: Hören Sie die komplette Focus-Sendung mit Günter Funke.

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Die Identifikation mit dem materiellen Haben sei bei uns so groß, dass die meisten einen Teil ihrer Identität und ihres Sinns verlieren, wenn sie materiell weniger haben. „Es ist ein Lüge zu behaupten, es würde alles so weitergehen können“, ergänzt Funke.

„Die Haben-Kultur“, das habe Erich Fromm schon vor 40 Jahren angemahnt“, stehe vor ihrem Ende“, verweist Funke auf das Fromm Buch „Vom Haben zum Sein “.

„Ein Weiterso wird es nicht mehr geben“

Keine Veränderung zu wollen und alles zu belassen wie es ist, sei das sogenannte von Viktor Frankl benannte Angst-Vermeidungs-Verhalten. „Wenn wir nichts verändern, verlieren wir möglicherweise alles.“ Das werde nirgendwo deutlicher als dann, wenn jemand von einem Herzinfarkt oder einem Burnout erkrankt; dann melde sich die Veränderung an, weil es so nicht weitergehen könne. Sei man einmal im Burnout, komme man nur schwer wieder heraus, sagt Günter Funke.

Was ist es für ein Level, den wir halten wollen?

Günter Funke behauptet, dass wir diesen Level nicht werden halten können. Er fragt: „Müssen wir den Level halten, damit unser Leben Sinn behält? Nein, absolut Nein, merkt er an. Sinn ist eine andere Kategorie als jene des Habens.

„Wir leben nicht im Wohlstand, sondern im Geld“

Wir leben nicht im Wohlstand, sondern im Geld und das Geld kostet zu viel an Gesundheit, an Beziehung, an Werten. Das Geld frisst zu viel. Funke hält die These, wir lebten im Wohlstand für einen Betrug: „darin leben wir schon lange nicht mehr“. Wohlstand würde bedeuten, sich richtig wohl zu fühlen und nicht permanent Angst haben zu müssen, dass er resp. es weniger wird; dann fühle man sich nicht wohl.

Die Geldwüste

In Anlehnung an den Philosophen F. Nietzsche fragt Günter Funke, ob es sinnvoll sei, aus Geld Geld zu machen. Das Geld koste uns zu viel; zu viel an Sinn und zu viel an Leben. Der Satz aus dem Neuen Testament sei hilfreich und richtungsweisend: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein:“ Geld, Leistung, Erfolg seien allesamt fragwürdige Kategorien, weil sie meistens des Sinns entbehren.

Nicht nur Unternehmen, auch Schulen hielten einer Überprüfung auf den Sinn hin nicht stand, merkt Funke an. Schulen seien oft sinnarm, aber leistungsorientiert. „Wir fangen schon von Kindesbeinen an, sinnarm aufzuwachsen“, konstatiert Funke.

„Man kann den Mangel an Sinn auch bei der Arbeit nicht durch Geld kompensieren. Man kann Mitarbeiter auch nicht motivieren durch mehr Geld. Zum absoluten Glücklichsein bedarf es gar nicht so viel des Geldes. Es gibt sowohl nach oben wie auch nach unten eine Grenze, was die erforderliche Menge an Geld betrifft“, behaupte die Glücksforschung, so Günter Funke.

Was sinnlos ist, ist würdelos

Wir fragen leider immer zuerst nah dem Zweck und nicht nach dem Sinn. Und der Zweck hat immer auch mit Geld zu tun, beklagt Günter Funke. Der Sinn rechne sich aber auf dieser Ebene nicht. Funke fragt nach der Würde des Menschen in Unternehmen, in Schulen, in der Gesellschaft. Es gelte der Satz von Viktor Frankl “ Jeder Mensch sucht nach Sinn.“ Sinn und Würde gehörten zusammen, formuliert Günter Funke. Es gehöre zum Menschen, seinen eigenen Sinn und dies in Würde leben zu können.

Zur Person: Günter Funke

Theologe und Existenzanalytiker, Psychotherapeut. Er ist Leiter des Instituts für Existenzanalyse und Lebensphänomenologie in Berlin. Günter Funke arbeitet seit Jahren in eigener psychotherapeutischer Praxis und in der Aus- und Weiterbildung für Logotherapie und Existenzanalyse. Er war persönlicher Schüler Viktor E. Frankls, dem Begründer der Logotherapie und hat in Hamburg Theologie studiert.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die praxisnahe und authentische Vermittlung der Anthropologie der Existenzanalyse. Damit verbunden ist die intensive Auseinandersetzung mit der Lebensphänomenologie. Er ist Kuratoriumsmitglied der Internationalen Pädagogischen Werktagung in Salzburg.

Günter Funke lebt in Berlin, ist Jahrgang 1948 und ein gefragter Vortragender mit vielgebuchter Lehr- und Seminartätigkeit in Deutschland und Österreich. Er gilt als der Experte zum Thema Sinn im deutschsprachigen Raum.

Dieser Vortrag wurde im Veranstaltungszentrum KOM in Altach aufgezeichnet.

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Günter Funke: „Was wirklich zählt: Sinn- und Wertorientierung in einer Zeit des Wandels“

 

Gruß Hubert

Familienstellen nach Hellinger – ein destruktiver Kult?   Leave a comment

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Es ist kaum zu glauben wie auch Fachleute, als Psychologen, Psychotherapeuten, Psychiater, die abstruse Lehre des Familienaufstellens nach Bert Hellinger als gut empfinden.

Damit einem die Theorien des ex-Missionars (als solcher war er in Südafrika tätig) Bert Hellinger gefallen können, muss man schon pfäffisch und autoritär-obrigkeitsgläubig angehaucht sein. Nebenbei muss man noch ein frauenfeindlich und patriarchalisch eingestellt sein.

Hellingers Lehre müsste nicht ernst genommen werden, wenn ihn andere nicht ernst nähmen.

Aus dem Buch von Werner Haas: Familienstellen nach Hellinger: Anatomie eines destruktiven Kultes

An Patentrezepten, zumal mit dem Nimbus des Magischen versehen, ist die Psychoszene nicht arm. Eines dieser umstrittenen Angebote ist das Familienstellen. Zwar gibt sich diese Technik als Weiterentwicklung der etablierten systemischen Familientherapie aus, ist jedoch aufgrund des weltanschaulichen Kontextes und der praktischen Implikationen etwas grundsätzlich anderes, nämlich ein Rückfall in vorwissenschaftliche Denkmuster und quasi-exorzistische Praktiken.

[…]
Schlussbemerkung

Hellingers Lehre müsste nicht ernst genommen werden, wenn ihn andere nicht ernst nähmen. Das Gros der sich offen zu Hellinger bekennenden Aufsteller ist zwar eher der Eso-Szene zuzurechnen. Aber trotz des wissenschaftsscheuen und unverhohlen antiaufklärerischen Grundtenors finden sich darunter nicht wenige diplomierte und promovierte ärztliche sowie psychologische Therapeutenkollegen. Sie tragen meines Erachtens ihre akademischen Grade zu Unrecht.

Hinzu kommt, dass unter dem Druck kritischer Berichte und Analysen über die hellingerschen Praktiken eine Welle der halbherzigen Distanzierung von dem Gründervater eingesetzt hat, ohne dass man sich wirklich von den zentralen Inhalten der gängigen Aufstellungsphilosophie und -praxis verabschiedet hat.

https://www.gwup.org/inhalte/92-themen/psychotechniken/1006-familienstellen-nach-helllinger-ein-destruktiver-kult

 

Auszüge aus dem Buch: Werner Haas: Familienstellen – Therapie oder Okkultismus? Asanger Verlag, 2004

Magische Worte und Patentrezepte gehen um in der Psychoszene: Familien-Stellen,
Familienaufstellung, Aufstellungsarbeit. Ihre Verkünder: Bert Hellinger & Co. Doch dieser
therapeutische Kult, der sich als Weiterentwicklung der etablierten systemischen Famili-
entherapie verkaufen möchte, ist aufgrund seines weltanschaulichen Kontextes und des-
sen praktischer Implikationen etwas grundsätzlich anderes, nämlich ein brutaler Rück-
sturz in vorwissenschaftliche Denkmuster und quasi-exorzistische Praktiken.
Schon lange vor Hellinger nutzte man die Möglichkeit, familiäre oder andere Bezie-
hungsgeflechte durch räumliche Anordnung von Personen darzustellen. So wurde bei-
spielsweise von Virginia Satir der Begriff „Familienskulptur“ geprägt. In der seriösen Fa-
milientherapie galt dieses Vorgehen als hinterfragbare Einzeltechnik in einem rational zu
begründenden psychotherapeutischen Gesamtkonzept. Doch mit und nach Hellinger
mutierte dieses Verfahren zu einem kultisch inszenierten Selbstzweck, zu einer von Hel-
lingerianern gepachteten Methode der Aufdeckung und Lösung für alles und alle.
Das technische Prinzip des hellingerschen Familienstellens besteht darin, dass ein
Gruppenteilnehmer (Klient, Patient, Ratsuchender) – auch „Protagonist“ genannt – aus
der Gruppe so genannte Stellvertreter als Rollenspieler auswählt und mit diesen „sein
inneres Bild seiner Gegenwarts- oder Herkunftsfamilie“ aufstellt.

Auch für sich selbst sucht der Protagonist zunächst einen Repräsentanten aus. Wenn die
Konstellation steht, teilen die Stellvertreter nacheinander mit, wie sie sich an ihrem
Platz fühlen. Angeblich stehen sie dabei in Verbindung zu einer Art Überseele, von anderen
auch „wissendes Feld“ genannt.

Der Aufstellungsleiter (Therapeut) entwickelt nun unter Berücksichtigung
der Rückmeldungen der Mitwirkenden ein „Lösungsbild“. Das ist erreicht, wenn alle
Stellvertreter das Gefühl zu haben glauben, dass die „Ordnung“ wiederhergestellt ist,
was in der Regel durch ein Unterwerfungsritual bestätigt wird.
Die in der Aufstellung inszenierte „Lösung“ soll sich dann auf wunderbare Weise auf
die Wirklichkeit übertragen: Suizidale entdecken ihre Lebenslust, Inzesttraumata werden
aufgelöst, Rückenschmerzen verschwinden und Krebs wird geheilt. Wenn nicht, hätte
man sich immerhin mit seinem unentrinnbaren Schicksal versöhnt. Hellinger selbst gibt
dieses Spektakel oft vor hunderten von Zuschauern zum Besten.
Zum Verständnis und zur Bewertung dieser Praxis ist es wichtig, einige Eckpfeiler des
dahinter stehenden Welt- und Menschenbildes näher unter die Lupe zu nehmen:

1. Patriarchale Ordnungsvorstellungen

 

Hellinger schwört auf das Senioritätsprinzip: Wer vorher da war, ist kraft dieses Faktums
als höherrangig einzustufen. Die Dynamik von Geben und Nehmen wird hauptsächlich
aus der Perspektive der Weitergabe des Lebens betrachtet, das Individuum somit weit-
gehend reduziert auf seine Funktion als Gattungswesen. Kinder sind per Definition Neh-
mende und Eltern Gebende. Die einen verpflichtet dies zutiefst, umfassend und unbefris-
tet, die andern werden dadurch in den Zustand der seliger Immunität und immerwähren-
der Verehrungswürdigkeit versetzt.
Hellinger: „Das Elternsein ist unabhängig von der Moral und jenseits von Gut und Bö-
se, … Jede Beurteilung der Eltern … ist anmaßend. Das Ergebnis [sic!] nämlich, das
Kind, stellt sich ja unabhängig vom Gutsein oder Bösesein der Eltern ein und begründet
eine Bindung vor und jenseits jeder Moral“.

Der Meister noch eine Spur obskurantistischer: „Und die Bindungsunschuld erleben wir als …
unserer Kindersehnsucht letztes Ziel. … Aus Liebe ist ein Kind bereit, alles dranzugeben,
selbst das eigene Leben und Glück, wenn es den Eltern und der Sippe dadurch besser geht. Das
sind dann die Kinder, die für ihre Eltern oder Ahnen in die Bresche springen, vollbringen,
was sie nicht geplant, sühnen, was sie nicht getan …, tragen, was sie nicht verschuldet
haben oder für erlebtes Unrecht anstelle ihrer Eltern Rache üben“.

Das lässt schon mal erahnen, wie Unglück und Leid in die Welt kommen, gleichzeitig
ergibt sich daraus eine wichtige therapeutische Maxime: „Wenn man den Eltern Ehre
erweist, kommt etwas tief in der Seele in Ordnung“.

 

Wie weit dieses Dogma getrieben wird, zeigt der nächste Abschnitt.

 

2. (Be-)Deutung von Sexualität und Inzest Hellinger sieht im Inzest keine persönlich zu
verantwortende Tat, sondern ein „systemisches“ Geschehen, in dem es letztlich weder Täter
noch Opfer noch unschuldig beteiligte Dritte gebe, sondern nur Statisten in einem von höherer
Stelle inszenierten Drama.
Vor allen Dingen sollen die, die nach allgemeinem Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden
als Hauptschuldige gelten, ent-schuldigt werden: „Den Tätern, seien es Väter, Großväter,
Onkel oder Stiefväter, wurde etwas vorenthalten, oder es wird etwas nicht gewürdigt,
und der Inzest ist dann ein Versuch, dieses Gefälle auszugleichen“.

Mit  dieser  Entschuldigung für die Patriarchen forciert Hellinger gleichzeitig die Be-
schuldigung der Frauen: „Kommt hinzu, dass es auch noch einen Mangel an Austausch
und Ausgleich bei den Partnern gibt, zum Beispiel in der sexuellen Beziehung, entsteht
in diesem System ein unwiderstehliches Bedürfnis nach Ausgleich, das sich wie eine
Triebkraft durchsetzt und der naheliegende Ausgleich ist, dass die Tochter sich anbietet
oder die Frau dem Mann die Tochter überlässt oder anbietet“.

 

Wie kommt Hellinger dazu, den Körper des Kindes zur Manövriermasse in einem ob-
skuren Spiel des „Ausgleichs“ zu machen? Wer diese kranke Logik einmal akzeptiert hat,
wundert sich auch nicht mehr über des Meisters Lösungsvorschläge: „Die Lösung für das
Kind ist, dass das Kind der Mutter sagt: ‚Mama, für dich tue ich es gerne‘, und dem Va-
ter: ‚Papa, für die Mama tue ich es gerne‘“.

 

Man beachte die Rollenverteilung: „Der Mann ist nur Blitzableiter, er ist in der Dynamik
verstrickt, weil die alle gegen ihn zusammenwirken. Er ist sozusagen das arme Schwein“, die
Mutter hingegen glaubt Hellinger generell als die „graue Eminenz des Inzests“ dingfest gemacht zu haben.
Selten hat jemand zur Problematik des sexuellen Missbrauchs solch zynischen Unsinn
propagiert und praktiziert. Zöge die missbrauchte Tochter den Vater nun juristisch zur
Verantwortung, würde sie laut Hellinger damit signalisieren, dass sie „lieber stirbt als ihrem
Vater … die Ehre zu geben“.

Dazu muss man wissen, dass solche gegen die „Ordnungen der Liebe“ verstoßende Taten in Hellingers
„Krankheitslehre“ oft die „Ursache“ von tödlichen Krankheiten sind.
Da Hellinger den Menschen zu einem tumben Gattungswesen degradiert hat, sieht er im „sexuellen Vollzug“
den „größten menschlichen Vollzug überhaupt“. Er geschehe „im Angesicht des Todes“, was auch immer das
heißen mag. Darüber hinaus scheinen „schicksalhafte“ Ereignisse wie Kriege oder Sexualverbrechen von
höheren Mächten gesteuert zu sein. Darum gilt: „Wenn es eine Vergewaltigung gab, dann ist die Sexualität
dennoch etwas ganz Großes“, denn sie komme „vor der Liebe“ und sei größer als diese.

 

Die Therapie einer durch Vergewaltigung traumatisierten Frau kann dann darin bestehen, dass sie – in
der „Aufstellung“ – zum Vergewaltiger sagt: „Ich habe dich benutzt. Es tut mir leid“.
– Benutzt? Wofür? Hellinger wird es schon wissen. Denn: „Wo Schicksal
wirkt und Demut heilt“, so einer seiner Buchtitel, fügt sich letztlich alles wieder in die
„Ordnungen der Liebe“, so ein anderer Buchtitel. Große Worte, wie ich meine, die besser
mit Schicksalsgläubigkeit, Demütigungskult und patriarchalem Ordnungswahn umschrie-
ben wären.

 

3. Der Okkultist

Nach Hellinger sind die meisten Probleme, die ein Psychotherapeut zu Gesicht be-
kommt, keine Probleme, die aus der individuellen Lebensgeschichte eines Menschen
hervorgehen, sondern die „Wiederholung eines fremden Schicksals“. Die geschehe
unter dem Druck des „Sippen- oder Gruppengewissens“, das sich der „nicht Gewürdig-
ten und der Toten“ annehme, indem es einen unschuldigen „Nachgeborenen“ auswähle,
der unbewusst das Schicksal des nicht Gewürdigten erleide, als Preis und Sühne sozu-
sagen für das erlittene Unrecht des Ahnen. Nach Hellinger ist diese „Identifizierung“
eine Art „systemischer Wiederholungszwang, der Früheres noch einmal inszeniert und
wiederholt …, ein nachträglicher Versuch, einer ausgeklammerten Person noch einmal
zu ihrem Recht zu verhelfen“.

Und: „Bei uns werden so viele krank oder gestört, weil einige aus dem System ausgestoßen sind.
Oft sind das Verstorbene. Wenn man die wieder hereinholt, sind die anderen wieder frei“.

Anstatt einer Ätiologie serviert uns Hellinger diese seltsame Lehre von den Krankheits-
ursachen, verquickt mit dem Gespensterglauben und Ahnenkult der Zulus, bei denen er
wohl zu tief ins spirituelle Glas geguckt hat: „Wenn man sich Geistergeschichten anhört,
sind Geister Wesen, denen man die Zugehörigkeit verweigert hat. Sie klopfen an, bis sie
ihren Platz bekommen. Wenn sie den haben, geben sie Frieden“.

Hellinger ging bekanntlich als Missionar nach Südafrika, kehrte aber offenbar als Bekehrter zurück.
Denn bei den Zulus galt lange vor ihm: Wenn die Ahnen „vergessen werden, dann bringen sie
sich oft schmerzhaft in Erinnerung.“ Die Folge: „Unglück, Krankheit, Verluste, Niederla-
gen …“. Abhilfe schafft hier wie dort rituelle Ehrerweisung.

Quelle:

http://www.familienaufstellen.org/criticism/HellingerDestruktiverKult.pdf

 

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Hier ein Auszug aus einem Buch über Bert Hellinger von Colin Goldner,

Der Wille zum Schicksal: Die Heilslehre des Bert Hellinger

[…]
Massive Kritik an dieser Psycho-Methode, ihrem ideologischen Hintergrund sowie an der Person ihres Begründers, des Ex-Ordenspaters Bert Hellinger, üben namhafte Psychologen in der von Colin Goldner herausgegebenen Neuerscheinung „Der Wille zum Schicksal – Die Heilslehre des Bert Hellinger“ (Verlag C.Ueberreuter, Wien). Hauptpunkte der Hellinger-Kritik sind seine reaktionäre Weltsicht und sein konservatives Wertekonzept. Als „christliche Seelsorgemethode“ könne die Arbeit Hellingers jedenfalls nicht gelten, betont Michael Utsch von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Berlin), deshalb solle die Vergabe kirchlicher Räume für Familienaufstellungen kritisch überprüft werden. (Südostbayerische Rundschau, 15.3.2003)

Ein Autorenteam um den Psychologen Colin Goldner hat sich Bert Hellinger, den „Erfinder“ der Methode der „Familienaufstellung“ vorgeknüpft.

Nach den Beobachtungen der Autoren missbraucht der 1925 geborene ehemalige katholische Missionar vereinfacht ausgedrückt den emotionalen Ausnahmezustand, zu dem eine Familienaufstellung führt, um seine extrem konservativen „priesterlichen“ Ratschläge zu verbreiten. Auffällig sei, dass (so individuell eine Aufstellung auch beginne) am Ende fast immer die gleichen „Lösungen“ aus dem mehr als merkwürdigen Weltbild Hellingers stehen: Nach einer Scheidung gehören die Kinder überproportional oft zum Vater, Ehefrauen müssen bei der Gestaltung ihres Lebens den Männern folgen, damit diese sich entfalten können.

Hellinger geht davon aus, einen direkten („phänomenologischen“) Zugang zur objektiven Wirklichkeit zu haben. Er meint, auf einen Blick die Unordnung in einem System zu „sehen“ und die „gute Lösung“ zu kennen. Der Ex-Missionar bietet sich als Autorität an und steht damit im krassen Widerspruch zur systemischen, dem Konstruktivismus verpflichteten Vorgehensweise, die eine Aufstellung immer als co-kreativen Prozess zwischen allen Beteiligten betrachtet. An dessen Ende steht niemals nur eine einzige „richtige“ Lösung. (wirtschaft&weiterbildung, 4/2003)

[…]

Es gibt über 100 Bücher und Videos von und zu Bert Hellinger. Er ist seit Jahren der Star unter den Psychotherapeuten und mit seiner Methode des „Familienstellens“ füllt er schon einmal Säle mit über 500 Hilfesuchenden. Was es bislang noch nicht gab, das ist eine – längst überfällige – kritische Auseinandersetzung mit dem „Familien- und Organisationsaufstellen nach Bert Hellinger“: mit dem Verfahren selbst, mit den Versprechungen, die es gibt und den Risiken, die es birgt, mit den Personen, die es anbieten, und denen, die sich darauf einlassen, mit dem dahinterstehenden Weltbild und nicht zuletzt mit der zentralen Figur der Szene: Ex-Ordenspriester Bert Hellinger. Was macht den ehemaligen Afrika-Missionar so erfolgreich? Warum findet seine Methode gerade in der Esoterikszene so großen Anklang? Warum beging 1997 eine Frau und vierfache Mutter nach einer seiner Familienaufstellungen Selbstmord?

http://fkpsych.de/hellinger-1.html

 

 

Ausführlich wird auch hier über Bert Hellinger berichtet:

http://www.agpf.de/Hellinger.htm

 

Gruß Hubert