Archiv für September 2013

Barilla Nudeln – voll daneben   1 comment

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Ich glaube dass Konzernchef Guido Barilla es noch mal bereuen wird, dass er diese homophobe Äußerung gemacht hat, nämlich dass Homosexuelle ihre Nudeln auch anderswo kaufen können. Diese homosexuellen-feindliche Haltung wird ihm auch heterosexuelle Kunden kosten. Wir leben ja nicht mehr im Jahr 1950. Es genügt ja vollkommen wenn die Kirche, Diktatoren und Rechte schwulenfeindlich sind. Die Homosexuellen suchen es sich ja nicht aus homosexuell zu sein. Es ist eben eine Laune der Natur, die es auch im Tierreich gibt. Da gibt es ganz sicher nichts zu heilen, wie noch anachronistische Kirchenmänner glaubten und wohl noch glauben. Es ist ja keine Krankheit.

Hier der Artikel aus der SZ

Was heißt hier Familie?

 

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Sein Unternehmen unterstütze die klassische Familie. Wenn das Homosexuellen nicht gefalle, könnten diese andere Nudeln kaufen, sagt Konzernchef Guido Barilla. Ein Sturm der Entrüstung folgt – und nicht nur Schwule denken darüber nach, die Nudelmarke zu wechseln.

Guido Barilla hat mit seiner provokanten Äußerung über Homosexuelle weltweit für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Der Chef des größten Nudelherstellers in Italien sagte in einem Interview mit Radio 24, dass sein Unternehmen „nie Werbung mit Homosexuellen schalten wird“. Das Unternehmen unterstütze eben die „klassische Familie, in der die Frau eine fundamentale Rolle hat“. Wenn dieses Homosexuellen nicht gefalle, dann könnten sie eine andere Nudelmarke wählen.

Nachdem sich seine Aussage rasend schnell im Internet verbreitet hatte, hagelte es auf Social-Media-Plattformen Proteste gegen den Konzern mit Sitz in Parma. Blogger veröffentlichten auf ihren Seiten Bilder von Barilla-Verpackungen, die in Mülleimer geschmissen wurden und riefen zum Boykott auf. Vor allem die Konkurrenz ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. So postet Buitoni, einer der Hauptkonkurrenten von Barilla, auf seiner Facebook-Seite ein großes Foto, auf dem die geöffneten Türen einer Villa zu sehen sind, und kommentiert es mit den Worten: „In unserem Haus ist Platz für jeden“.

Wie La Repubblica berichtet, schlug Nudel-Hersteller Garofalo in dieselbe Kerbe und verkündete via Facebook: „Die einzigen Familien, die nicht zu uns gehören, sind die, die keine guten Nudeln lieben“.

Der Nudelhersteller Althea nutzte bereits die Chance für eine Gegenkampagne: zwei Männer, die sich küssen – nachdem sie ihre Nudelteller geleert haben. Die Werbebotschaft: „Wo Althea ist, ist Familie“.

Empörte Reaktionen, so berichtet La Repubblica, kommen von den Schwulenverbänden: Der „Einladung von Barilla-Chef, seine Nudeln nicht zu essen“, begegne man mit einer Boykott-Kampagne gegen all seine Produkte, sagte Aurelio Mancuso, Vorsitzender der homosexuellen Vereinigung „Equality Italia“. Darüber hinaus kursiert auf Twitter bereits der Hashtag #boicottabarilla.

In einer Notiz fügte Mancuso hinzu: „Niemand hat Barilla jemals darum gebeten, einen Werbespot mit einer schwulen Familie zu machen“. Es sei offensichtlich, dass das Unternehmen eine Provokation lancieren wollte, um seinen Unmut über eine bestimmte „soziale Präsenz“ zu äußern, die ebenfalls ein wichtiger Teil der Konsumenten sei.

Aufgrund der internationalen medialen Reaktionen versuchte der Barilla-Chef jetzt zu beschwichtigen. Wie die Zeitung La Repubblica am Freitag berichtete, erklärte Barilla, es gehe nicht darum, dass er Homosexuelle und Schwulen-Ehen nicht respektiere. Er denke aber nicht wie sie. Die Barilla-Werbung ziele auf die traditionelle Familie. „Man kann nicht immer allen gefallen“, fügte Barilla an und entschuldigte sich, falls seine Worte „Missverständnisse oder Kontroversen ausgelöst haben“ sollten. Er habe nur die zentrale Rolle der Frau in der Familie betonen, dabei aber keine Empfindlichkeiten verletzen wollen. Schwule hätten seinen höchsten Respekt, sagte Barilla.

Abgesehen davon, dass seine Entschuldigung nicht gerade überzeugend klingt, dürfte sie nicht mehr aufhalten können, was der Unternehmens-Chef mit seinen schwulenfeindlichen Äußerungen ausgelöst hat. Barilla wollte sein Image als Familienunternehmen untermauern – und übersah dabei offenbar, dass der Begriff von Familie nicht mehr derselbe ist wie 1877, als das Unternehmen in Parma gegründet wurde. Wenn Guido Barilla nun befürchtet, dass künftig nicht nur Schwule eine andere Nudel-Marke wählen könnten, so hat er dazu allen Grund.

Von Violetta Simon

http://www.sueddeutsche.de/panorama/kritik-an-guido-barilla-nach-schwulen-kommentar-was-heisst-hier-familie-1.1782046

 

Männerarzt Dr. Georg Pfau schreibt folgendes zur Homosexualität

Auszug.
Als Autor dieser Web-Site fühle ich mich der Wissenschaft verpflichtet, diese Homoepage möchte niemanden verletzen, ausgrenzen oder stigmatisieren. Ganz im Gegenteil, ihr Ziel ist die Entstigmatisierung der Homosexualität und somit von geschätzten 400.000 männlichen Österreichern aller Gesellschaftsschichten.
Auch wenn sich in den letzten 50 Jahren viel verändert hat, „geschafft“ haben wir es noch lange nicht. Da gibt es (schon wieder) längst überstanden geglaubte Strömungen die Homosexualität heilen zu wollen, ganz abgesehen von jenen Staaten, die homosexuelle Männer für ihre Sexualität mit dem Tode bestrafen.

(Das Bild zeigt zwei junge Männer im Iran bei der Vollstreckung des Todesurteils. Diese Aufnahme ist original und nicht gestellt.)
99,9 Prozent der Reaktionen zu dieser Homepage sind positiv. Kritik gibt es äusserst selten.

 

http://www.gaymed.at/willkommen/

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Was ist Homophobie.
Auszug.
Es handelt sich bei Homophobie also um eine irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen. Daraus entstehende Vorurteile und Zerrbilder, bis hin zu Ekel und Hassgefühlen rufen wiederum Ängste und infolgedessen antihomosexuelle Aggression und Gewalt hervor.

Homophobie ist jedoch keine phobische Störung im klinisch-psychologischen oder medizinischen Sinne, sondern – aus tiefenpsychologischer Sicht – eine meist unbewusste Angst vor der Infragestellung der eigenen Identität. Diese Angst hat hintergründig mit den Lebensrealitäten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen nichts zu tun, sondern verweist auf die Unsicherheiten der AggressorInnen selbst. In Bezug auf gleichgeschlechtlich Empfindende handelt es sich um eine Angst im Umgang mit der eigenen heterosexuellen Identität; d.h. der Angst vor den eigenen homoerotischen Anteilen, der Angst vor der Tatsache, dass Lesben die männerdominierte Gesellschaftsstruktur und Schwule patriarchale Männerbilder in Frage stellen, der Angst, dass Lesben eine selbstbestimmte weibliche Sexualität einfordern und Schwule der Sexualität an sich einen Sinn geben (im Sinne von Sexualität als Genuss und nicht nur in Bezug auf die Fortpflanzung), der irrationalen Angst, dass Lesben und Schwule die traditionelle Ehe ins Wanken bringen…

Homophobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Sexismus unter den Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit gefasst.

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http://www.homophobie.at/wasisthomophobie/

Gruß Hubert

 

 

 

 

Veröffentlicht 28. September 2013 von hubwen in Psychologe, Wirtschaft

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Untoten – Cynthia   Leave a comment

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Untoten – Cynthia

 

Du liegst in meinen Armen
Mit aufgeriss’nen Augen
Im Nebel wie gefangen
Schon seit Tagen bist du fort

Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt der Schmerz
Ein kalter Engel ist mir erschienen
Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt das Nichts
Dein stummer Geist lebt in mir fort

Ich falle in ein kaltes Bett
Aus Kalk und nassem Stein
Ich habe dich verloren
Als ich dich wiederfand
Mir fehlt die Kraft zum Leben
Und ich hasse das Gefühl!
Ich werde Alles jagen
Was meinen Schmerz ernährt

Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt der Schmerz
Ein kalter Engel ist mir erschienen
Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt das Nichts
Dein stummer Geist lebt in mir fort

Ich halte dich seit Tagen
an meinen Lippen fest
Der Wald hüllt uns in Schweigen
den kein Laut mehr verlässt

Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt der Schmerz
Ein kalter Engel ist mir erschienen
Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt das Nichts
Dein stummer Geist lebt in mir fort

Nichts wird sich ändern
Auch wenn du mich verlässt
Mein Herz wird warten
Bis du mich holst

Nichts wird sich ändern
Auch wenn du mich verlässt
Mein Herz wird warten
Bis du mich holst

Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt der Schmerz
Ein kalter Engel ist mir erschienen
Dann kommt die Nacht und
Mit ihr kommt das Nichts
Dein stummer Geist lebt in mir fort

 

http://lyrics.wikia.com/Untoten:Cynthia
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Gruß Hubert

Veröffentlicht 26. September 2013 von hubwen in Musik

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Ist Religion unantastbar?   Leave a comment

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Es ist unerträglich wie hohe „geistliche Würdenträger“ sich menschliche Fortschritte an die Fahnen schreiben, wo doch das Gegenteil der Fall ist (Sklaverei, demokratische Verhältnisse, Menschenrechte, Meinungsfreiheit… usw. usf.)

Auszug.
[…]
Plädoyers für und wider Religion

Es folgen zwei Plädoyers für und wider Religion. Zum Beitrag des Publizisten Robert Misik „Gegen Gott“ merkte die Redaktion an: „Misik betont, dass Menschen keinen Gott brauchen, um Unrecht als unerträglich zu empfinden; auch sieht er kaum Anhaltspunkte dafür, dass der Nutzen der Religionen ihren Schaden aufwiegt.“

Dem ist aus humanistischer (und nichtreligiöser) Weltsicht und Lebensanschauung voll zuzustimmen! Auch der konsequenten Schlußfolgerung Misiks selbst: „Die Religionen sind somit, noch in ihren mildesten und aufgeklärtesten Ausprägungen, Einfallstore für Obskurantismus. (…) Und alle zusammen mögen sie sich auch mit der Botschaft der Liebe schmücken, stoßen die schlimmsten Verwünschungen aus, wenn sie mit den Ungläubigen konfrontiert sind.“ Und dennoch, so schreibt er weiter, „hält sich die fixe Idee in vielen Köpfen, dass gläubige Leute irgendwie leichter moralisch Kurs im Leben halten können.“

Misik setzt sich argumentativ mit den hierzulande gängigen Behauptungen von Religionsführern und gutgläubigen Kirchenmitgliedern auseinander. Sein Beitrag ist gerade deshalb eine gute Handreichung für Laizisten.

Gänzlich anders dagegen der Artikel von Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dieser kommt aber gleich mit dem ersten Satz auf den Punkt: „Ich halte die öffentliche Präsenz von Religion im öffentlichen Raum für unverzichtbar.“  Was scheinbar harmlos klingt, meint aber den ungebrochenen Machtanspruch des hohen Klerus über Mensch, Gesellschaft und Staat! Da sich dieser in nahezu 2000 Jahren an alle gesellschaftlichen Wandlungen anzupassen vermag, sofern an diese nicht das Macht- und Wirtschaftsimperium Kirche antastet, behauptet Schneider dreist und die Geschichte negierend:

„…gehören christlicher Glaube und Religion zu den Voraussetzungen des demokratischen Rechtsstaates…“ Also, dann sind also Staaten ohne christliche Religion NIE rechtsstaatlich und demokratisch…Schneider singt dann – ganz wortgewaltiger sonntäglicher Kanzelredner – das Hohelied auf die christlichen Großkirchen, verdammt „Säkularität“ und erst recht „Laizität“, denn gerade die Kirchen würden ja so viel Gutes für Mensch, Gesellschaft und Staat tun. Was er verschweigt, u.a. daß als die barmherzigen und wohltätigen Leistungen seiner Organisation zu 90 und mehr Prozent aus öffentlichen Kassen bezahlt werden… Im Übrigen, „Privilegien“ (von ihm in Anführungszeichen gesetzt) kann er nicht erkennen und die Kirchen seien auch keine Religionslobbyisten…

Schließlich gar behauptet Schneider, daß die Zivilgesellschaft das Werk der Kirchen sei. Da fragt sich nur, warum diese denn nicht schon im ersten „nachristlichen“ Jahrtausend für Sklavenbefreiung, mündige Staatsbürger und demokratische Verhältnisse, für allgemeine Bildung etc. eingesetzt haben. Die Macht dazu hätten sie ja gehabt.

Nach etlichen geistigen Pirouetten, wie sie für Theologen üblich sind, kommt Schneider in diesem Lehrbeispiel für theologische Rabulistik *) zu der abschließenden Behauptung: „Öffentliche Religion wirkt als ‚Balsam für die Seele‘ und als ‚Protestation‘ für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“

http://hpd.de/node/16434

*) Rabulistik:

Wortklauberei, Sophistik, Spitzfindigkeit (besonders im juristischen Umfeld)
http://de.wiktionary.org/wiki/Rabulistik

Wikipedia schreibt dazu: Als Rabulist wird laut Duden jemand bezeichnet, der in „spitzfindiger, kleinlicher, rechthaberischer Weise argumentiert und dabei oft den wahren Sachverhalt verdreht“.

Gruß Hubert

Danke Deutschland – So viele in Arbeit wie nie zuvor   Leave a comment

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Diese Anzeige war in der Süddeutschen zu sehen, finanziert vom Wirtschaftsministerium eines jetzt zum Glück ehemaligen Ministers Philip Rösler. Man kann nur sagen welch ein Glück dass diese sch…. FDP weg ist. Diese Anzeige war an Lüge und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Zum Glück sieht man diesen rotzfrechen Rösler nicht mehr.

 

Mitternachtsspitzen Wilfried Schmickler 17.12.2011

 

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 26. September 2013 von hubwen in Politik

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Papst – Fensterpredigten und Taten   Leave a comment

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Die Lobhudeleien der Medien über den derzeitigen „sensationellen“ Papst sind kaum zu ertragen. Bis jetzt ist alles nur bei Worten geblieben – und es wird auch dabei bleiben.

Hier ein Kommentar dazu von Horst Herrmann.

Die Zeitungen der Jesuiten verbreiten weltweit ein Interview mit dem Papst und viele Medien sind begeistert, ja, von „Revolution von oben“, „Papst kritisiert Kirche“, „…spricht über den Dünkel der Kurie und den weiblichen Genius“, „Seine klaren Worte sollten Kleriker erschrecken“ ist die Rede.

Gemach, sagt ein Kenner der katholischen Kirche. Worum geht es?

„Deutlichkeit ist die Höflichkeit der Kritik“. Diesen Rat von Marcel Reich-Ranicki akzeptiere ich nicht nur. Ich habe es stets so gehalten.

So mache ich es auch heute, wenn ich über das Interview spreche, das Papst Franziskus vergangenen Freitag gegeben hat und das von Medien als sensationell bezeichnet wird.

Sensationell? Diese Einschätzung stimmt nur, wenn sie von Gläubigen stammt, die vom Vatikan nichts anderes gehört haben als die endlose Beschwörung des immer Gleichen.

Nebenbei: Ist Franziskus ein „sensationeller“ Papst, bedeutet das ein scharfes Urteil über seinen direkten Vorgänger. Dieser schwächste Papst seit 150 Jahren hat eben so gut wie nichts geleistet. Ich sprach mehrfach davon. Im Übrigen war Joseph Ratzinger auch nicht der brillante Denker, als der er sich hat verkaufen lassen. Zurzeit kommen zunehmend Bücher auf den Markt, die das ähnlich sehen wie ich.

Und Papst Franziskus? Ich wundere mich immer wieder, dass Menschsein als sensationell gilt. Oder ist es nicht selbst­verständ­lich, dass ein Papst den Prunk und Protz des Vatikans als bedrückend empfindet? Ist es nicht selbst­verständ­lich, dass er von Barm­herzig­keit gegenüber Mit­menschen spricht, die von der Kirche bisher geradezu verfolgt worden sind?

Gerade die so genannte christliche Nächsten­liebe kam, wie historisch erwiesen, nicht ohne Diskrimi­nierung jener aus, die nicht ins Bild der Gläubig­keit passten.

Gerade von angeblich guten Christen werden noch heute wieder­verheiratete Geschiedene abschätzig beurteilt. Ähnlich ergeht es Homo­sexuellen, ver­heirateten Priestern, in „wilder Ehe“ Lebenden, Frauen, die Geburten kontrollieren, Müttern mit nicht­ehelichen Kindern, Selbs­tmördern und, und …

Im Übrigen waren es bisher nur Worte, von Fenster­predigten möchte ich gar nicht sprechen, die Papst Franziskus angeboten hat. Taten sind nach wie vor Fehl­anzeige.

Aber wenn Worte, Appelle und Ankündigungen als Taten gelten und das Etikett „sensationell“ verdienen, belegt dies nur das Eine: Wer dazu gebracht wurde, kritik­los hinzu­nehmen, was ihm angebliche Autoritäten einge­trichtert haben, wird lange kein Denken beherrschen. Bis er sich, selten genug, befreien will und kann. Befreiung von dem Glaubens- und Autoritäts­schrott aus Kinder­tagen ist in der Tat angesagt. Konkret von den aner­zogenen irrigen Haltungen. Doch Befreiung macht Mühe. Fehl­entwick­lungen wachsen sich nicht von allein aus.

Im abgegrenzten Pferch, in dem Hirten eine Herde betreuen, gelten Über- und Unter­ordnung. Ansprüche auf Herrschaft finden noch immer Glauben bei den zum Blick nach oben bereiten Menschen. Sie erhoffen von ihrer Kirchen­bindung Anleitungen zur Welt­bewältigung. Sie lassen die eigenen Bedürfnisse durch angeblich Berufene lenken. Sie bilden eine Antenne aus, die haupt­sächlich die Signale des religiösen Herrschafts­monopols empfängt. Sie verfügen über verschiedene Strategien der Wahr­nehmungs­abwehr.

Das soll es sein? Das ethische Verhalten des Menschen bedarf keiner religiösen Grundlage. Im Gegenteil. Die Kirche hatte ihre Chance. Sie hat sie jahr­tausende­lang nicht im Sinne der Menschen genutzt. Vielmehr hat sie eine Ära der Angst begründet, ein Milieu der Furcht vor Sünde, Schuld und Strafe geschaffen und erhalten.

Papst Franziskus hat noch viel zu tun. Ob er es endlich anpackt?

http://hpd.de/node/16763
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Gruß Hubert

Ratschläge einer älteren Fohse an eine jüngere   Leave a comment

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Erotisches Gedicht von Bertolt Brecht.

 Ratschläge einer älteren Fohse *) an eine jüngere
1

Wenn ich dir sag, wie man als Fohse liebt

So hör mir zu mit Fleiß und ohn Verdruß

Weil ich schon lang durch Kunst ersetzen muß

Was dir die Jugend einige Zeit noch gibt

Doch wisse, daß du desto jünger bleibst

Je weniger mechanisch du es treibst.

2

Mit Faulheit ist’s bei jedem gleich verhunzt

Riskiert nur, daß er dich zusammenstaucht

Und er, wenn du ihn fickst, daß dir die Fotze raucht

Stinkfaul am Arsch liegt und „Mehr Demboh“ grunzt.

Und nennt der Herr die beste Arbeit schlecht

Halt deinen Rand: der Herr hat immer recht.

3

Klug mußt du sein wie Pfaffen, nur genauer

Sie zahlen dir nicht das für dich Bequeme!

Und ihre Schwänze sind für dich Probleme

Genau wie Pfeifen für den Orgelbauer.

Jung ahnt man nicht, was alles daran hängt

Doch was ist eine Fohse, die nicht denkt?

4

Was seinem Weib nicht frommt, der Fohse frommt’s

Drum – mußt du ihn hereinziehn auch am Strick –

Seufz, wenn er drinnen ist: „Ihrer ist dick!“

Und wenn’s ihm kommt, dann stöhne schnell: „Mir kommt’s!“

Denn bei den Jungen grad wie bei den Alten

Du mußt sie immerfort im Aug behalten.

5

Sag ihm, es macht dich geiler, wenn der Herr

Dein Ohr leckt. Leckt er’s, stöhn: „Ich bin so scharf!“

Und glaubt er’s, stöhn: „Ich bitt, daß ich mich strecken darf!“

Und dann: „Entschuldigen Sie, ich bin so naß parterre.“

Daß ihr ein Herz und eine Seele schient

Er zahlt dafür, daß er dich gut bedient.

6

Nicht immer ist es schmackhaft, ungesalzen

Sich einen bärtigen Schwanz ins Maul zu stecken

Und ihn, als wär es Lebertran, zu lecken

Denn oft ist’s saubrer, ihn dort zu umhalsen.

Und er verlangt nicht nur, daß er genießt

Sondern auch, daß du selbst erregt aussiehst.

7

Wenn du es je nicht schaffst, dich aufgeregt zu stellen

Halt deinen Atem an, als sitzt du auf dem Topf

Dann scheint’s, als steige dir das Blut zu Kopf

Bequemer ist’s, als wie ein Fisch zu schnellen.

Auch einen sanften Mann kannst du empören

Denkst du an Dinge, die nicht hergehören.

8

Vergiß nie, daß es sich um Liebe handelt

Vergißt du’s doch, so fall nicht gleich aufs Maul

Und mache aus dem Saulus einen Paul

Ein Finger im Arsch hat manchen schon gewandelt.

Du hast noch nicht erlebt, was ihrer harrt

Der Fohsen ohne Geistesgegenwart.

9

Für unsereinen ist es eine harte Nuß

Sieht sie, daß ihre Fotz zu weit wird (wie bei mir)

So daß ein Mann gar nichts mehr spürt bei ihr

Und er sich um den Schwanz ein Handtuch wickeln muß.

So eine muß beizeiten daran denken

Ob ihr die Gäule was fürs Vögeln schenken.

10

Die Bürgermädchen, die auf Gartentischen

Die älteren Brüder längst zusammenhaun

Machen die Fotze enger mit Alaun

Um sich ewig einen Mann zu fischen.

Wo’s angebracht ist, richte dich nach denen

Und: Was ist eine Fohse ohne Tränen?

11

Sehr viele Männer vögeln gern Gesichter

Das Weib muß oben so wie unten naß sein

Bei einem solchen darf es für das Weib kein Spaß sein

Er selbst erscheint sich umso ausgepichter.

Vor diesen also heuchle ruhig Qualen

Wo’s angebracht ist. Denn auch diese zahlen.

12

Der Herr weiß selber selten, was er will

Du mußt es wissen! Tritt er in die Kammer

Weißt du: ist er heut Amboß oder Hammer?

Werd ich gevögelt, hält Er heute still?

Die Menschen zu erkennen, ist die Kunst

Das muß so spielend gehn, wie einer brunzt.

13

Die schlimmsten Leute sind die klugen Leute

Ich hätt oft lieber doch mit einem Hund geschlafen

Die klugen Leute, du, sind unsere Strafen

Die graben sich ein, das seh ich an mir heute

Ich selbst. Obgleich ich nie, was ich tat, gern getan

Ich tat doch keinem etwas Kluges an.

14

Doch wisse, daß ich selber mich verachte!

Wenn du, nachdem du lustlos unter Männern lagst

Einmal nicht ganz im Dreck verrecken magst

So mach es anders, als ich selbst es machte.

Wenn du einmal was Kluges findst, dann tu’s

Hab ich es nicht geschafft, vielleicht schaffst du’s.

http://www.arlindo-correia.com/041201.html

Hätte ich gar nicht gedacht, dass Bertolt Brecht auch solche erotische und auch ordinäre Gedichte geschrieben hat. In der Schule hörte man selbstverständlich nichts davon 😉

fohse *)
Rolf Dieter Brinkmann, der 1975 in London gestorbene deutsche Gegenwartslyriker und Romanautor, verengt den Bedeutungsraum des Wortes »Fohse« im Vergleich zur Brechtschen Intention. Brinkmann gibt der Fohse exakt diejenige Bedeutung, die heute auch dem verwandten Begriff »Fotze« zukommt, nämlich der umgangssprachlichen Bezeichnung für eine Vagina.
http://www.assoziations-blaster.de/info/Fohse.html

Gruß Hubert

Veröffentlicht 24. September 2013 von hubwen in Erotik, Lyrik

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David Guetta – Titanium ft. Sia   Leave a comment

Das Video ist in Deutschland leider nicht zu sehen:
“Dieses Video enthält Content von GEMA.”
Tut mir leid, wenn nur ich in Italien es sehen kann.
Es ist ein Kreuz mit dieser famosen und unrühnlichen GEMA.

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 23. September 2013 von hubwen in Musik

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