Archiv für die Kategorie ‘Medizin

Ein Sterbehelfer, der das Leben liebte   Leave a comment

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Aus giordano-bruno-stiftung.de

Nachruf auf Uwe-Christian Arnold

Uwe-Christian Arnold 2015 bei der Aktion "Lassen Sie das doch den Klempner machen!" vor der Frankfurter Paulskirche

Uwe-Christian Arnold 2015 bei der Aktion „Lassen Sie das doch den Klempner machen!“ vor der Frankfurter Paulskirche

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Er hätte so gerne an der mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zu § 217 StGB in der kommenden Woche mitgewirkt, doch seine Krebserkrankung war zu weit fortgeschritten: Am gestrigen Freitag starb „Deutschlands bekanntester Sterbehelfer“ Uwe-Christian Arnold in seiner Wohnung in Berlin. Noch am Abend vor seinem Tod versendete er eine Stellungnahme für das Bundesverfassungsgericht, sein politisches Vermächtnis. Ein Nachruf von Michael Schmidt-Salomon.

Uwe-Christian Arnold, den alle nur „Christian“ nannten, war ein außergewöhnlicher Mensch, ein furchtloser Streiter für die Selbstbestimmung am Lebensende, ein „notorischer Querulant“, der sich von den konservativen Bestimmungen der Ärztekammern nicht maßregeln ließ, ein unverbesserlicher Witzbold, der auch vor deftigen Späßen nicht zurückschreckte, ein einfühlsamer Arzt, der den Menschen in ihren schwersten Stunden zur Seite stand, und nicht zuletzt auch ein Freund, auf den man sich hundertprozentig verlassen konnte. Hinter seiner harten Schale verbarg er ein weiches Herz. Die Schicksale seiner Patientinnen und Patienten nahmen ihn oft sehr viel mehr mit, als er es öffentlich zugegeben hätte. Und so heftig er auch über die Vertreter des „Sterbe- und Leidensverlängerungskartells“ mit ihrem „Multimilliarden-Geschäft“ herziehen konnte, für Notleidende hätte er sein letztes Hemd geopfert.

Ich lernte Christian vor 10 Jahren bei einem Treffen von „Dignitas“ und „Dignitas Deutschland“ am Sitz der Giordano-Bruno-Stiftung kennen. Zunächst wusste ich nicht so recht, was ich von diesem etwas ruppigen Mann mit der schnoddrigen „Berliner Schnauze“ halten sollte, doch dann merkte ich schnell, dass er blitzgescheit war und sein Herz an der richtigen Stelle trug. Seinen ersten programmatischen Vortrag über das „Recht auf Letzte Hilfe“ hielt Christian im April 2013 am gbs-Stiftungssitz „Haus Weitblick“ in Oberwesel. Damals vereinbarten wir, dass ich ihn beim Schreiben eines Buches unterstützen werde. Und so erzählte mir Christian wenige Monate später in langen, intensiven Sitzungen von seinem Leben und seiner Arbeit als Arzt und Sterbehelfer. Ich studierte die Fälle, die er betreut hatte, und die Anklagen, die gegen ihn erhoben worden waren. Und wir trafen uns mit einigen seiner Patientinnen und Patienten. Schließlich war ich auch bei einer seiner Freitodbegleitungen dabei, was mich sehr berührte.

Durch die gemeinsame Arbeit an dem Buch „Letzte Hilfe: Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben„, das im Oktober 2014 – pünktlich zum Start der „Letzte Hilfe“-Kampagne „Mein Ende gehört mir“ – im Rowohlt-Verlag erschien, kam mir Christian noch einmal näher. Ich war verblüfft darüber, mit welcher Begeisterung er von alten Spielfilmen erzählen konnte, über die er sich noch immer schlapplachte, oder von bewegenden Opernaufführungen und Jazzauftritten, die seine Augen noch Jahrzehnte später zum Leuchten brachten. Christian liebte gute Bücher, gute Musik, gutes Essen und guten Wein, doch bei aller Lebensfreude, die er an den Tag legte, konnte man stets auch die enorme Belastung spüren, unter der er stand. Denn Christian hatte – als einziger Arzt in Deutschland – mehrere Hundert schwerstleidende Menschen beim Freitod begleitet und dabei Berührendes und Tröstliches, aber auch unaussprechliche Not erlebt – und dies alles ohne jegliche fachliche Begleitung! Außer mit Helga, seiner Frau, und einigen wenigen Freundinnen und Freunden konnte er mit niemandem über seine Erfahrungen als Sterbehelfer sprechen. Irgendwann wurde mir klar, dass Christian dieses Problem auf seine ganz eigene Art löste – zum Beispiel, indem er uns immer wieder anrief, um die neuesten Witze zu erzählen, die er gerade irgendwo aufgeschnappt hatte. Sein hohes, langgezogenes „Haaaahaaaa“, das auf jede Pointe folgte, werde ich nie vergessen. Es war Christians Form der Psychotherapie.

Vor allem in den Jahren 2014 und 2015 kämpfte Christian wie ein Löwe für das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende und für eine humane Sterbekultur. Er hat in dieser Zeit unzählige Interviews gegeben, Talkshows besucht, Podiumsdiskussionen bestritten und an Filmdokumentationen mitgewirkt. Hoffnung gab ihm, dass 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für eine Liberalisierung der Sterbehilfe votierten. Dass der Deutsche Bundestag entgegen diesem Bevölkerungsvotum Ende 2015 das „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ verabschiedete, das jede Form der professionellen Freitodbegleitung verbietet und schwerstleidende Menschen katastrophal im Stich lässt, hat ihn schwer getroffen.

Mit großer Ungeduld wartete Christian deshalb auf die Eröffnung des Verfahrens zu den Verfassungsbeschwerden gegen das „Sterbehilfeverhinderungsgesetz“ §217 StGB. Zur mündlichen Verhandlung am kommenden Dienstag und Mittwoch sollte er eine Stellungnahme vor dem Bundesverfassungsgericht vortragen. Doch die Krebserkrankung, unter der er schon lange litt, setzte ihm mehr und mehr zu. Er kämpfte dagegen an, aber in den letzten zwei Wochen zeichnete sich allmählich ab, dass er kaum mehr in der Lage sein würde, die Fahrt nach Karlsruhe anzutreten. Deshalb schlug ich ihm vor, die Stellungnahme schriftlich zu formulieren und durch seinen Rechtsanwalt in der Verhandlung vorlesen zu lassen. Über seinen Text für das Bundesverfassungsgericht haben wir noch am Donnerstagabend in unserem allerletzten Telefonat gesprochen. Dabei sagte mir Christian, dass die Schmerzen inzwischen trotz hoher Morphiumdosen so unerträglich geworden seien, dass es keinen Sinn mehr mache, den Tod länger hinauszuzögern. Ich wusste, was das bedeutet. Es war eines der traurigsten Gespräche, die ich je geführt habe.

Christian war für uns, den Vorstand und die Geschäftsführung der Giordano-Bruno-Stiftung, nicht nur ein wichtiger Mitstreiter, sondern ein Teil der Familie. Am Freitagmorgen rief er, wie er es versprochen hatte, noch einmal bei Herbert Steffen, dem Gründer der Giordano-Bruno-Stiftung, an, um sich zu verabschieden. Nach einem letzten „Servus“ drehte Christian die Infusion auf. Wenig später schlief er friedlich ein. Auf die Frage, ob ich noch irgendetwas für ihn tun könne, hat er mir am Donnerstag geantwortet: „Ich brauche keine Trauerfeier und kein Denkmal, aber setzt bitte fort, was ich begonnen habe!“ Das werden wir tun. Versprochen.

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Ein Sterbehelfer, der das Leben liebte

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Gruß Hubert

Ejiao: Esel werden für die Herstellung chinesischer „Medizin“ brutal geschlachtet   Leave a comment

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Es ist eine Tragödie wie viele Tiere wegen der chinesischen Medizin getötet werden, dazu noch aus purem Aberglauben.

Aus Peta.de

Im Jahr 2017 konnte eine PETA-Ermittlung massive Tierquälerei auf chinesischen Esel-Farmen enthüllen. Wie die Aufnahmen zeigten, schlugen Arbeiter den Eseln mit einem Vorschlaghammer auf den Kopf,  anschließend schnitten sie den Tieren mit einem Messer die Kehle durch. Hintergrund dieser Tierquälerei ist die Herstellung von „Ejiao“, einer traditionellen chinesischen „Medizin“, bei der die Eselhaut zu Gelatine verkocht wird.

Nun konnte eine neue Videoenthüllung von PETA auch unsagbare Grausamkeiten bei der Schlachtung von Eseln in Kenia zutage bringen. Auch dort werden die Tiere getötet, um die chinesische Nachfrage nach Ejiao zu stillen. Die Aufnahmen zeigen Arbeiter, die auf völlig verängstigte Esel einschlagen. Die Tierquälerei ereignete sich in staatlich anerkannten Schlachthäusern.

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Ejiao: Esel werden für die Herstellung chinesischer „Medizin“ brutal geschlachtet / PETA

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Tagelanger Transport zum Schlachthaus

Kenia hat in den letzten drei Jahren drei Eselschlachthäuser eröffnet. Die Tiere werden in LKWs aus den Nachbarländern nach Kenia transportiert, denn in vielen afrikanischen Ländern, darunter Äthiopien, Tansania und Uganda, sind die grausamen Schlachtungen bereits gesetzlich verboten. Die qualvolle Fahrt zum Schlachthaus in Kenia kann mehrere Tage dauern.

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Verletzungen und Todesfälle während des Transports

Augenzeugen stießen auf tote Esel, die den qualvollen Transport nicht überlebt hatten. Die Tiere wurden vor dem Schlachthaus einfach abgeladen. Die Augenzeugen sahen außerdem einen Esel, der scheinbar verletzt war und nicht mehr aufstehen konnte. Arbeiter zerrten ihn aus dem LKW und ließen ihn am Eingangstor liegen. Allem Anschein nach erhielt das Tier keinerlei medizinische Behandlung – man überließ es einfach seinem Leid.

Kenia muss diese grausame Praxis verbieten

Viele afrikanische Länder haben den Export von Eselhäuten bereits verboten oder Schlachthäuser in chinesischem Besitz geschlossen, darunter Botswana, Burkina Faso, Mali, Niger, Senegal, Tansania und Uganda. Selbst die offizielle chinesische Kommission für nationale Gesundheit und Familienplanung warnt, dass die Eselhautgelatine tatsächlich nichts weiter als „verkochte Eselhaut“ ist. Trotzdem werden weiterhin Esel in Ländern wie Kenia geschlachtet, um die chinesische Nachfrage nach Ejiao zu stillen.

In Kenia gibt es kein Gesetz gegen den Missbrauch von Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben oder Schlachthäusern. Deshalb ist aus rechtlicher Sicht keine einzige der in den Aufnahmen zu sehende Handlung strafbar.

PETA und PETAs internationale Partnerorganisationen haben zahlreiche Behörden, Unternehmen und Konsumenten weltweit kontaktiert und sie aufgefordert, diese grausame Industrie nicht zu unterstützen. Es gibt verschiedene Alternativen zu Ejiao, z. B. moderne Medikamente oder auch pflanzliche Stoffe, die im Gegensatz zu Ejiao wirklich effektiv sind und kein Tierleid verursachen.

Was Sie tun können

„Medizin“ aus Tierleichen hat im 21. Jahrhundert nichts verloren. Wir als Konsumentinnen und Konsumenten haben die Wahl: Wir können uns gegen Tierquälerei stellen und das Leben von Eseln retten, indem wir uns für vegane Alternativen entscheiden. Bitte kaufen Sie niemals Ejiao-Produkte und meiden Sie Geschäfte, die diese verkaufen. Lesen Sie Zutatenlisten und lassen Sie die Finger von Medikamenten, Beauty-Produkten, Süßigkeiten und Energy Drinks, die Ejiao enthalten.

 

Das Töten der Esel für chinesische „Medizin“ muss ein Ende haben!

Bitte fordern Sie den kenianischen Umweltminister auf, alle kenianischen Eselschlachthäuser zu verbieten und Chinas grausamen Handel mit Ejiao nicht länger zu unterstützen.

Menschenwürde versus Leiden lindern   2 comments

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Ich verstehe nicht warum etwas abgelehnt wird, wo jemand einen Nutzen hat und niemand dabei geschadet wird.

„Mit der prinzipiellen Ablehnung des medizinisch Möglichen verhindern wir die Vervollkommnung des Menschen aber auch in jenen Fällen, wo niemandem geschadet, sondern nur jemandem genutzt werden würde: da, wo es schlicht darum geht, ob ein Mensch, der (sowieso) existieren wird, “normal” oder “verbessert”, das heißt gesünder auf die Welt kommen soll.“

Helmut F. Kaplan

In Berichten und Diskussionen über Möglichkeiten und Gefahren der Gentechnik werden immer wieder die “Horrorszenarien” “Menschenzucht”, “Menschen vom Reißbrett”, “Visionen à la Frankenstein” usw. an die Wand gemalt. Warum “Horror”? Warum “Frankenstein”? Warum verläßt uns ausgerechnet jetzt, wo wir endlich können, was wir schon immer wollten, der Mut? Die moralische Diskussion über das medizinisch Machbare gerät in eine immer stärkere irrationale Schieflage. Dafür zwei Indizien:

Wir haben an sich recht klare Vorstellungen darüber, was unter Gesundheit zu verstehen ist. Und wir sind uns auch vollig darin einig, daß Gesundheit einen hohen Wert darstellt – um das Mindeste zu sagen: viele Menschen messen der Gesundheit sogar den höchsten Wert überhaupt bei.

So ist es auch nur konsequent, daß wir bei Abweichungen von Gesundheit in Form von Krankheiten oder Behinderungen alles daran setzen, diese zu heilen bzw. zu beseitigen. In Fällen, wo dies aber medizinisch prinzipiell (noch) nicht möglich ist, geschieht mitunter psychologisch Merkwürdiges: die betreffende Krankheit oder Behinderung mutiert urplötzlich zur unverwechselbaren Charaktereigenschaft! Und zwar erfolgt diese ebenso wunderbare wie verwunderliche Umwertung stets dann, wenn die Krankheit oder Behinderung vor dem Hintergrund von Pränataldiagnosik, Abtreibung oder Euthanasie diskutiert oder bewertet wird:

Um der gefürchteten Forderung nach einer wie immer gemeinten Beseitigung oder gar Verhinderung des kranken oder behinderten Lebens zuvorzukommen, wird aus der unerwünschten Abweichung schlagartig ein Identität stiftendes Merkmal. Das ist nicht weniger absurd, als ein gebrochenes Bein plötzlich zur interessanten Eigenschaft hochzustilisieren!

Warum um alles in der Welt können wir nicht bei Verstand und Moral bleiben – und sagen: Diese Krankheit oder Behinderung ist bedauerlich (was dadurch bewiesen ist, daß sich niemand freiwillig in diesen Zustand versetzen lassen würde), aber sie darf und wird uns nie und nimmer daran hindern, dem Betroffenen jede nur erdenkliche Hilfe und Unterstützung zuteil werden zu lassen!

Zweites, eingangs bereits erwähntes Beispiel irrationaler Verwirrung im Zusammenhang mit medizinisch (Un-)Möglichem: “Menschenzucht”. “Menschen vom Reißbrett” lehnen wir ebenso pathetisch wie hysterisch ab. Das heißt aber nichts anderes, als daß wir genau das ablehnen, was unseren Gesundheits- und Normalitätsstandards am ehesten entspricht! Anders ausgedrückt: Wir beharren auf unseren Unvollkommenheiten.

In diesem Zusammenhang spielt wohl unser gleichermaßen infantiler wie größenwahnsinniger Begriff von Menschenwürde eine Rolle: Wir, die Krone der Schöpfung, sind eine derart großartige Erscheinung im Universum, daß selbst die eklatantesten Abweichungen vom Idealbild unserer Einzigartigkeit keinen Abbruch tun!

Die ganze Absurdität unseres Denkens kommt freilich erst in der grundsätzlichen Ablehnung der möglichen Realisierung des menschlichen Idealbildes zum Ausdruck. Daß wir in “Verdrängungsfällen” die Vervollkommnung des Menschen ablehnen, ist ja ehrbar und unabdingbar: in allen Fällen, in denen mögliche “perfekte” Menschen existierenden nicht perfekten Menschen schaden könnten oder würden. Konkretes, extremes Beispiel: wenn Behinderteneinrichtungen geschlossen werden sollten, um die Förderung “künstlich” gezeugter Hochbegabter zu finanzieren.

Mit der prinzipiellen Ablehnung des medizinisch Möglichen verhindern wir die Vervollkommnung des Menschen aber auch in jenen Fällen, wo niemandem geschadet, sondern nur jemandem genutzt werden würde: da, wo es schlicht darum geht, ob ein Mensch, der (sowieso) existieren wird, “normal” oder “verbessert”, das heißt gesünder auf die Welt kommen soll.

Dies ist nun aber völlig unlogisch und inkonsequent: Warum lehnen wir die Annäherung an das selbst definierte Ideal, die bei der traditionellen medizinischen “Reparatur” (Heilung) des Menschen selbstverständlich ist, bei der (Re-)”Produktion” plötzlich ab?

Um Mißverständnisse zu vermeiden: Es soll hier keineswegs für eine “medizinische Philosophie” in Richtung “Machbarkeitswahn” plädiert werden. Wofür argumentiert werden soll, ist lediglich, daß wir bei Weichenstellungen Fakten, Vernunft und Logik nicht aus den Augen verlieren sollten. Nicht ein diffuser, mythischer Begriff von Menschenwürde soll unsere Entscheidungen leiten, sondern das konkrete Ziel, Leiden zu lindern.

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Menschenwürde versus Leiden lindern

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 20. November 2018 von hubwen in Medizin, Uncategorized

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Warum ich kein Organspender mehr bin – Lebendige Organentnahme? – Unbeschreibliche Schmerzen?   Leave a comment

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Es ist wichtig, dass man ALLE Informationen hat, bevor man einen Organspenderausweis unterschreibt. Ich möchte daher die beiden Videos niemand vorenthalten. Ich nehme an, dass danach nicht mehr alle bereit sind Organe zu spenden. Zum Beispiel wird im ersten Video auch gesagt, dass der Körper mit Panik reagiert, sobald Organe entnommen werden und dass es zu starken Schmerzen kommt.

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Warum ich kein Organspender mehr bin – Lebendige Organentnahme? – Unbeschreibliche Schmerzen?

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Organspende: Die verheimlichte Wahrheit

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 7. Oktober 2018 von hubwen in Medizin, Uncategorized

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Ein Mann, den ich sehr sympathisch finde   Leave a comment

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„Jetzt reicht es“: Krebspatient will lieber sterben, als eine Chemotherapie zu machen

 

Der elegant gekleidet Mann stand am Wohnzimmerfenster und sah auf die Straße hinunter. „Wenn ich jetzt hier runterspringen würde, dann wäre das wahrscheinlich nicht sehr zweckdienlich. Schließlich sind wir nur im zweiten Stock.“ Dann drehte er sich um und kam auf mich zu. „Sie müssen die Palliativärztin sein.“ Er streckte mir seine Hand entgegen. Ich nickte. „Hannah Haberland. Und Sie sind Herr Müller*?“

Über die Gastautorin

Hannah Haberland wurde 1984 in Norddeutschland geboren. Nach ihrem Medizinstudium machte sie eine Facharztausbildung in der Anästhesie und anschließend die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Seit einigen Jahren arbeitet sie in einem Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung und betreut in einem multidisziplinären Team Menschen mit unheilbaren Erkrankungen bis zu ihrem Lebensende.

Ich wusste natürlich, wer er war. Sein Lebensgefährte hatte mich schon an der Wohnungstür vorgewarnt, dass Herr Müller mit Suizid kokettierte. Herr Müller lächelte und zeigte in Richtung der Sitzecke.

Ich betrachtete ihn eingehend. Er war etwas kurzatmig und hustete immer wieder, ansonsten merkte man ihm seine Erkrankung nicht an. Er sah deutlich jünger aus als 70 Jahre und man sah, dass er sehr auf sein Äußeres achtete.

 

Eine möglicherweise lebensrettende Operation hatte er abgelehnt

„Ich weiß, dass Sie einen Lungentumor haben. Man wollte Sie operieren, aber Sie haben das abgelehnt, obwohl Ihre Erkrankung noch heilbar wäre.“
 Er nickte. „Man hat mir eine Operation und anschließend eine Chemotherapie vorgeschlagen. Vielleicht bin ich dann geheilt, vielleicht aber auch nicht. Ich habe mich dagegen entschieden. Ist das für Sie ein Problem?“ Sein Tonfall war spöttisch, er sah mich lauernd an.

„Nein. Sollte es?“, fragte ich neutral.

„Nun, Sie Ärzte wollen doch immer an einem herumdoktern.“

„Das mag sein, aber ich bin Palliativmedizinerin. Wenn Sie mir sagen, dass Sie keine tumorspezifischen Therapien möchten, kann ich damit leben.“

Herr Müller lehnte sich in die Sitzgruppe zurück und sah mich prüfend an. Dann zeigte er den Ansatz eines Lächelns. „Gut, so kommen wir ins Geschäft.“

„Aber ich muss Sie natürlich auch fragen, wieso Sie sich nicht operieren lassen wollen?“

Diese Frage musste sein. Denn natürlich begab ich mich auf einigermaßen dünnes Eis, wenn ich einer palliativen Therapie zustimmte, wenn eine Heilung noch möglich wäre. Ich musste sicher sein, dass Herr Müller die Tragweite dieser Entscheidung begriff.
 Herr Müller machte eine abwehrende Handbewegung. „Wissen Sie, ich habe 50 Jahre lang geraucht, gesoffen und gehurt – jetzt reicht’s.“

Das war nicht ganz die Erklärung, die ich erwartet hatte. Wie um seine Worte zu unterstreichen, griff Herr Müller nach einer Schachtel Zigaretten.
 „Stört es Sie?“

Ich schüttelte den den Kopf. „Ist ja ihre Wohnung.“

„Vielleicht sagen Sie ja, ich sollte nicht rauchen, wegen Lungenkrebs und so.“

„Ist jetzt auch schon egal, oder?“ Ich konnte sehr trocken sein. Herr Müller grinste und nahm einen tiefen Zug, woraufhin er kräftig husten musste.

„Ich wollte nicht zum Arzt gehen“

„Sehen Sie…“, japste er. „Ich habe diesen Husten und die Luftnot schon länger. Mir war klar, dass da was nicht stimmt. Ich wollte auch nicht zum Arzt gehen. Ich habe das nur meinem Partner zuliebe gemacht, weil der mich jeden Tag aufs Neue gedrängt hat. Jetzt habe ich die Diagnose, aber an meiner Einstellung hat sich nichts geändert. Ich möchte mich nicht aufschneiden lassen, in der Klinik liegen, fett werden, dann Chemo, dann gehen mir auch noch die Haare aus… nein, das entspricht nicht dem Bild, das ich von mir habe.“

Jetzt verstand ich. Herr Müller hatte augenscheinlich keine Angst vor dem Tod, aber er hatte Angst, die Kontrolle über seinen makellosen Körper zu verlieren. Das kann man nun übertrieben eitel finden, aber für Herrn Müller war es nun mal wichtig und er war sich offensichtlich seiner Situation vollkommen bewusst und hatte eine bewusste Entscheidung getroffen. Auch wenn ich diese Entscheidung selbst so nicht treffen würde, ich musste seine Haltung akzeptieren.

Ich hielt ihm Morphintropfen hin. „Probieren Sie das mal. Nehmen Sie gleich mal fünf Tropfen, dann sehen wir, ob sich Ihre Luftnot bessert.“
 Herr Müller studierte eingehend die Packung, nahm dann aber brav das Medikament ein. „Und wenn ich jetzt die ganze Packung auf einmal leer trinke, ist es dann vorbei?“, fragte er so beiläufig, als hätte er nach der Uhrzeit gefragt.

„Nun, vielleicht. Vielleicht wird aber auch nur Ihr Gehirn eine zeitlang nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und Sie liegen dann noch ein halbes Jahr an Schläuchen hängend auf einer Intensivstation herum.“ Mir war jetzt klar, dass Herr Müller eine sehr bildliche und direkte Sprache brauchte.

Herr Müller sah mich entsetzt an. „Nein!“

„Gut, dann belassen Sie es bitte bei der Dosierung, die ich Ihnen aufgeschrieben habe.“

Er hörte auf, von Suizid zu sprechen

Herr Müller lebte nach diesem ersten Besuch noch genau ein Jahr, und er lebte gut. Seine Symptome ließen sich gut in den Griff bekommen und als er merkte, dass wir als ambulantes Palliativteam ihm helfen würden, seine Luftnot zu kontrollieren und ihn ansonsten machen ließen, wie er es wollte, hörte er auch auf, von Suizid zu sprechen.

Nur einmal noch fragte er mich provokativ, welche Schusswaffe ich für einen Suizid für am geeignetsten hielte, was ich mit einem Hinweis auf seine helle Auslegware und die Sauerei, die das darauf hinterlassen würde, so paradox intervenieren konnte, dass er laut lachen musste.

Kurz vor seinem Tod wurde er zunehmend verwirrter und konnte sich schlechter konzentrieren. Ich vermutete, dass er Hirnmetastasen entwickelt hatte und fragte ihn, ob wir einen Versuch mit Kortison machen sollten, was diese Symptome zumindest für kurze Zeit zurückdrängen würde. Er lächelte. „Wissen Sie, jetzt habe ich schon 50… nein, 51 Jahre geraucht, gesoffen und gehurt. Jetzt reicht es wirklich.“

Er verstarb zwei Tage später ganz friedlich in seiner Wohnung. Genau so, wie er es sich gewünscht hatte.

*Name von der Autorin geändert. Hannah Haberland hat alle Fälle in ihrem Buch anonymisiert, um die Identität von Patienten und Angehörigen zu wahren.

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Ein Mann, den ich sehr sympathisch finde

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 12. August 2018 von hubwen in Medizin, Uncategorized

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Der angeblich freie Wille   Leave a comment

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Vor allem Christen kommen gerne mit dem Argument daher, dass nicht Gott für das Böse verantwortlich sei, sondern der Mensch mit seinem „freien Willen“. Das ist anhand eines Beispiels schon mal Blödsinn, denn ein Mensch kann kein Erdbeben verursachen. Gott könnte es zulassen oder nicht, wenn er wollte, wenn es stimmen sollte, dass er allmächtig ist und allgütig noch dazu. Man könnte also sagen ein imaginärer Gott wäre sicher kein Gutmensch. 😉

Aus FOCUS

Werner Siefer, Autor des Buches „Tatort Gehirn“ im Interview mit FOCUS Online über den freien Willen und wahnsinnige Menschen.

FOCUS-Online: Inwieweit ist es der freie Wille, mit dem man sein Leben gestaltet?

Werner Siefer: Das mit dem freien Willen ist so eine Sache, weil sie kein einziger Denker befriedigend erklärt hat. Ein einfaches Beispiel ist das berühmte Schwarz-Weiß-Muster, das man als zwei gegenüberstehende Kopfprofile oder als Vase interpretieren kann. Hat der Mensch die Freiheit, keine Gesichter oder keine Vase zu sehen? Grundsätzlich ja. Er kann üben, nur einen Klecks wahrzunehmen, oder eine, sagen wir, indianische Fruchtbarkeitsgöttin in der Mitte. Aber in der Praxis des Lebens: Wie oft tut er das? Und wie oft gelingt es ihm? Philosophen würden dieses Gedankenexperiment komplett verwerfen und einwenden: Mit dem Einverständnis zum Anschauen des Musters habe der Mensch sich schon entschieden, und dabei sei er frei gewesen. Was im Einzelfall stimmt, aber in der Summe ein blödes Argument ist. Denn irgendetwas müssen wir anschauen oder tun, so ist das Leben. Nun kann man den Gedanken weiterführen: In der Auswahl dieses Irgendetwas, sind wir da frei? Wir sind es genauso wenig wie beim Vasen-Beispiel. Wir wählen in der Praxis kaum Optionen, die uns nur mit Mühe einfallen wollen. Ich tendiere also zu einer statistischen Antwort: Meistens ist der Mensch unfrei, selten frei, und beschämend selten nutzt er seine Freiheit. Ich selbst bin hier nur ein Einzellfall.

FOCUS-Online: Sie sagen in Ihrem Buch, dass der Mensch eigentlich nicht viel daran ändern kann, wie er ist. Können Sie sich an eine Situation in ihrem Leben erinnern, in der diese These zu einer brauchbaren Entschuldigung geführt hat?

Siefer: Ja, schon sehr oft! Zum Beispiel schiebe ich im Privatleben Unangenehmes gerne vor mich her oder plane zum Beispiel Zeitabläufe gerne einmal zu optimistisch. Wenn es dann gelegentlich schief geht und sich Freunde beschweren, entschuldige ich mich damit, dass das, dass ich eben so sei. Das macht aber doch jeder so – oder? Überhaupt ist das ein Privileg von Grufties: einfach so sein können.

FOCUS-Online: Gutmenschen können bisweilen auch langweilig sein. Gibt es böse Menschen, die Sie bewundern?

Siefer: Freilich sind Menschen langweilig, die es allen nur recht machen wollen. Aber gibt es das, einen Gutmenschen und den bösen Menschen? Meist ist der Schwarze Peter doch recht unterschiedlich verteilt. Außerdem gibt es den bösen Menschen nicht, das ist ein Konzept des christlichen Glaubens. Ein faszinierender Böser wie etwa Hannibal Lecter ist ein Kunstprodukt, der das Publikum gerade deswegen fasziniert, weil er mit dessen Wahrnehmung spielt. Es weiß nicht, ob er normal ist oder verrückt. Darin liegt aber genau die filmische Übertreibung, denn in Wirklichkeit wäre er verrückt. War Hitler also ein böser Mensch oder Pol Pot? Wahnsinnig ja, aber nicht böse. Ist ein Amokläufer böse oder der kanadische Schweinezüchter, der Dutzende Frauen getötet und teils aufgegessen hat? Krank ja, aber nicht böse. Solche Wahnsinnigen kann man nicht bewundern.
Ich bewundere Künstler, die unseren Blick öffnen, die bereit sind, sich gegen den Strom zu stellen, und so eingefahrene Haltungen des Sehens, des Hörens, des Miteinanders verändern. Das ist nicht böse, aber es kann wehtun.

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Der angeblich freie Wille

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 26. Juli 2018 von hubwen in Gesellschaft, Medizin, Uncategorized, Wissenschaft

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Gesunde Prostata: Rotwein hilft bei der Krebsprävention   Leave a comment

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Neulich war im lokalen öffentlichen Rundfunk-Sender, Rai Südtirol, Sender Bozen, so ein Psycho-Fuzzi, ein sogenannter Experte, eingeladen um über den Konsum von Wein zu reden. Er behauptete – und nicht nur er allein, dass Alkohol prinzipiell ungesund ist, auch schon ein Glas Wein. Man darf diesen Studien nicht alles glauben, denn vor einigen Jahren wurde gesagt, dass ein Glas Wein zum Essen gesund wäre.

Zur Prophylaxe der Prostata wird von manchen Ärzten auch die These vertreten, dass das Sperma nicht zu lange im Hoden bleiben solle (wegen Verklebungen), es also „Entleerungen“ geben solle, es ist egal ob mit Frau oder ohne, um die Prostata gesünder zu halten. Diese These ist jedoch umstritten. Die einen sagen so, die anderen so. 😉 Das interessiert natürlich keine Frau, kein Gefällt mir oder ein Kommentar. Aber mich interessiert der Brustkrebs der Frauen auch nicht.

Eine Studie der Med-Uni Wien

sagt jetzt das gleiche wieder. Ein Glas Rotwein hilft bei der bei der Krebsprävention der Prostata.

Aus fitforfun.de

Gesunde Prostata: Rotwein hilft bei der Krebsprävention

Gelegentlich ein Glas Rotwein ist für Männer gesundheitsförderlich – das ist nun wissenschaftlich begründet. Forscher in Wien stellten fest, dass moderater Weinkonsum Prostatakrebs vorbeugt.

von OLIVIA SAMNICK / Veröffentlicht am: 08.05.2018
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Rauchen und zu viel Zucker zählen als Risikofaktoren, wenn es um Prostata-Krebs geht. Doch wie steht es mit Alkoholkonsum? Um das herauszufinden, untersuchten Forscher der Med-Uni Wien, wie sich Rotweintrinken auf die Gefahr von Prostatakrebs auswirkt. Das Ergebnis überrascht!

 

Moderater Weinkonsum ist gesund

Rotwein in Maßen halten die Wissenschaftler ihren Befunden zufolge für unkritisch. Im Gegenteil, der Wein habe sogar einen Positiveffekt: Eingeschränkter Rotweinkonsum senkt nämlich die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken.

Das ist viel wert, denn Prostatakrebs zählt in westlichen Industrieländern zur häufigsten Krebsart. 15 bis 20 % der Männer sind davon betroffen, wovon 2,6 Prozent sterben.

Insofern man nicht durch andere Risikofaktoren wie Rauchen oder übermäßigem Zuckerkonsum sein Erkrankungsrisiko erhöht, habe das Rotweintrinken eine leicht förderliche Wirkung, um einem Tumor vorzubeugen, heißt es von Seiten der Forscher.

Allerdings darf Mann es nicht übertreiben: Mit moderatem Konsum ist maximal ein Glas pro Tag gemeint. Beachtet man diese Einschränkung, zeichnet sich ein leichter Schutzeffekt im Forschungsergebnis ab. Andere Studien halten aber bereits kleine Mengen Alkohol am Tag für schädlich, da sie die allgemeine Lebenserwartung reduzieren.

Finger weg von Weißwein

 

Bei der Untersuchung von 17 Studien mit circa 611.000 Patienten verringerte der Rotwein das Krebsrisiko um 12 Prozent. Andersrum erhöhte Weißweintrinken die Gefahr eines Prostatakarzinoms um 26 Prozent, so der Leiter der Forschung, Shahrokh Shariat.

Im nächsten Schritt möchten die Wissenschaftler in Erfahrung bringen, welche Inhaltsstoffe genau diesen Positiveffekt begünstigen. Dann könnte man erwägen, eine präventive Therapie gegen die Entstehung von Prostatakrebs zu entwickeln.

Vor allem eine Substanz hilft beim Schutz vor Krebs, so Shariat:

„Auch bei anderen Erkrankungen und Krebsarten wurde bereits gezeigt, dass Polyphenole, die vor allem im Rotwein enthalten sind, protektiv wirken können.“

In Rotwein ist die Konzentration der Polyphenole etwa zehn Mal so hoch wie in Weißwein.

Hier geht es zur Studie der Med-Uni Wien.

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Gesunde Prostata: Rotwein hilft bei der Krebsprävention

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Gruß Hubert