Archiv für die Kategorie ‘Medizin

Gefälschte Medikamente   Leave a comment

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Es ist erschreckend, wenn man nicht mal sicher ist, ob das Medikament das man nimmt, echt ist oder gefälscht. Man verschwendet da eigentlich keinen Gedanken daran, dass mit einem Medikament etwas nicht in Ordnung sein könnte. Eine Recherche von Journalisten ergab, dass es da ganz schwere Missstände gibt. Viele Medikmante werden zum Beispiel in Indien hergestellt. Von einem Subunternehmen, dann wieder von einem Subunternehmen usw. Man kann sich vorstellen, dass die Kontrolle und die Übersicht irgendwann verloren geht.

Aus Tagesschau.de

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Begünstigen Pharma-Konzerne Fälschungen?

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Wichtige Unterlagen für Produktion und Handel von Medikamenten sind seit Jahren online abrufbar. ARD-Recherchen zeigen, dass die Pharma-Branche davon weiß, aber wenig dagegen unternimmt – und damit Fälschungen begünstigt.

Mehrere Jahre lang waren die Verpackungsdaten von 349 Medikamenten der 22 weltweit größten Pharma-Firmen auf einem Server in Kolumbien abrufbar. Befinden sich gefälschte Medikamente in Originalverpackungen, haben Patienten und sogar Apotheker kaum eine Chance, Fälschungen von Originalen zu unterscheiden.

Bereits 2014 machte das ARD-Magazin „Plusminus“ vor allem Pfizer und Bayer auf die Problematik aufmerksam. In einer Stellungnahme bestritt Bayer damals die Qualität der Druckvorlagen. Experten jedoch attestieren weiterhin, dass es sich bei diesen um hochauflösende Original-Druckdaten der Hersteller handelt, mit Hilfe derer Medikamentenfälscher Original-Verpackungen erstellen können. Pfizer behauptete gegenüber dem Magazin Plusminus in einer Stellungnahme Juli 2014: „Wie bereits telefonisch besprochen, hatte Pfizer keine Kenntnis davon, dass diese Dateien im Internet abrufbar sind.“

Doch wie sich nun herausstellt, war Pfizer mutmaßlich seit 2011 über das Ausmaß der freien Verfügbarkeit hochsensibler Firmendaten im Internet informiert. Dokumente, die der ARD exklusiv vorliegen, legen den Schluss nahe, dass sogar die oberste Führungsriege von Pfizer über die immensen Datenlecks informiert war.

Streng vertrauliche Daten abrufbar

Der US-Pharma-Konzern Pfizer war mit den meisten Medikamenten – insgesamt 105 – auf dem kolumbianischen Server vertreten. Die betroffenen Medikamente sind etwa für zwei Drittel des Jahresumsatzes des amerikanischen Konzerns verantwortlich.

Darüber hinaus waren bei nahezu sämtlichen Pfizer-Medikamenten editierbare Zollunterlagen sowie das „Certificate of Analysis“ abrufbar. Bei Letzterem handelt es sich um die Laborunterlagen der betreffenden Medikamente, die – chemisch aufgeschlüsselt – die Reinheit und den korrekten Wirkstoffgehalt attestieren. Die Dokumente sind mit dem Vermerk „streng vertraulich“ gekennzeichnet und gelten als Geburtsschein eines Medikaments. Großhändler weisen mit solchen Unterlagen die Echtheit ihrer Medikamente bei ihren Abnehmern nach. Fälscher können umso leichter ihre illegalen Medikamente in Umlauf bringen, wenn sie die notwendigen Dokumente besitzen.

[…]

Auf die Frage, wieso sich neben den Verpackungsdaten auch streng vertrauliche Laborberichte und Zolldokumente befanden, schweigt Pfizer.

Keine Reaktion

Das umfangreiche Datenleck wurde bereits am 20. November 2011 von Fälschungsexperte Andreas Schneider aufgedeckt und an Pfizer gemeldet. Ein halbes Jahr lang kontaktierte Schneider eine Vielzahl von Abteilungen bei dem Pharma-Riesen. Doch der Konzern reagierte nicht. Der der ARD exklusiv vorliegende E-Mail-Verkehr zwischen der Detektei und dem Konzern zeigt, dass sogar die Führungsebene rund um den heutigen Vice Executive President Doug Lancler, der damals Chief Compliance Officer war, über die Dimensionen des Datenlecks und die enorme Gefahr, die von diesem ausgeht, informiert war.

[…]

Ein Themenabend im Ersten widmet sich am Mittwoch, 17. Mai mit dem Spielfilm „Gift“ und der anschließenden Dokumentation „Gefährliche Medikamente“ der Problematik.

Von Daniel Harrich und Patricius Mayer, BR

Hier weiterlesen:

Gefälschte Medikamente

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 17. Mai 2017 von hubwen in Medizin, Uncategorized

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Älterwerden, was für ein blöder Scherz Gottes!   2 comments

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Da kann ich nur zustimmen. Es ist (wäre) ein blöder Scherz eines Gottes (so es denn ihn gäbe). Denn wer lässt sich denn solch sadistischen Schmarrn wie Prostata-Wachstum, Alzheimer, Krebs oder sonstige entwürdigenden „altersgemäßen“ (so nennen es Mediziner oft) Leiden einfallen. Die, die das Alter schönreden, wollen wohl damit einen angeblich allmächtigen und alles planenden Gott entlasten.

„Ihnen sei Segen und Glück, Heiterkeit und Gesundheit beschieden!“, sage ich denen mit dem Journalisten Eike Christian Hirsch aus Hannover.

Hier ein unterhaltsames „Streitgespräch“ zwischen Henryk M. Broder und Alan Posener.

Aus der WELT

Älterwerden, was für ein blöder Scherz Gottes!

Von Henryk M. Broder, Alan Posener
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Henryk M. Broder und Alan Posener streiten über Gott und die Welt
Henryk M. Broder und Alan Posener streiten über Gott und die Welt

Quelle: Martin U. K. Lengemann

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Zwei alte, weiße und auch verdammt zornige Männer streiten darüber, was sie aus ihrem Leben gemacht haben und was sie noch erwartet. Jenseits von Reha und Prostata.

Altersmilde, Altersweisheit gar? Davon scheint Henryk M. Broder etwas abbekommen zu haben. Damit kann Alan Posener gar nichts anfangen. Wie immer sind sich Broder und Posener darüber einig, dass sie sich nicht einig sind.

HMB: Ich bin vom Älterwerden nicht begeistert. Aber es hat auch Vorteile, nicht mehr 40 oder 50 zu sein. Mir wird zunehmend vieles egal. Und am egalsten ist mir, was Leute von mir halten, ob sie mich lieben oder hassen, ob sie meine Texte freiwillig lesen oder weil sie es müssen, weil sie im Sozialkundeunterricht durchgenommen werden. Ich hab mich früher über jeden Scheiß aufgeregt, inzwischen bin ich wählerischer. Wer oder was mich kränkt, entscheide ich.

APO: Mich kränkt das Älterwerden selbst. Ein blöder Scherz Gottes. Die Wahl zwischen sabbernder Alzheimerseligkeit im Pflegeheim oder schnellem Krebsabgang, was für die Hinterbliebenen besser ist, weil sie dann was erben: Nur ein richtiges Arschloch kann sich so etwas ausgedacht haben. Selbst mit Mördern geht man besser um.

HMB: „Das Alter ist ein Massaker“, so Philip Roth. Stimmt leider. Und es gibt keinen dümmeren Satz als „Man ist so alt, wie man sich fühlt.“ Wenn ich eine Rentnertruppe an einer Autobahnraststätte sehe, die geschlossen den Klos zustrebt, fahr ich gleich weiter. Aber wenn ich die 30-Jährigen sehe, die sich um Karriere und Rente sorgen, bin ich froh, dass ich das alles hinter mir habe. Als junger Mensch hast du endlos Zeit, mit dem Alter wird die Zeit zum kostbarsten Gut. Das zwingt dich, immer neu zu entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.

APO: Da hast du recht: „Man ist so jung, wie man sich fühlt“ ist das Motto altersgeiler Idioten. Ich habe mir mit 30 keine Sorgen um Karriere und Rente gemacht. Jetzt habe ich den Salat. Ich dachte beim Rentenbescheid, da fehlt ein Blatt. Und dann muss ich dauernd lesen, den Rentnern werde es vorn und hinten reingeschoben. Das müssen andere sein.

HMB: Es ist doch völlig wurscht, wie viel Rente du bekommst. Bald ist das Geld eh nix mehr wert. Aber betrachte das Ganze mal als ein Langzeitexperiment. Als ich jung war, haben die Frauen Latzhosen getragen, sich die Beine nicht rasiert und kein Deo benutzt. Das galt als reaktionär. Die jungen Frauen heute sind intelligent, selbstbewusst, elegant, gepflegt – und sie sehen gut aus. Für mich und dich ist es zu spät, das zu genießen, aber es ist doch schön zu sehen, dass alle Vorhersagen der Feministinnen nicht eingetroffen sind. Und ich finde es tröstlich, dass die meisten Paare immer noch gemischt sind.

APO: Du hast offensichtlich andere Frauen gekannt als ich. Das erklärt einiges. Für gemischte Paare bin ich auch: christlich-jüdisch, wie meine Eltern, schwarz-weiß, Sushi – sunnitisch-schiitisch. Aber egal, ob du deinen Groll gegen die Feministen bestätigt fühlst oder ich mich über die bunter werdende Gesellschaft freue: Wir gehen ihr beide bald am Arsch vorbei, und das schmerzt. Ich möchte sehen, wie das Experiment weitergeht. Gerade wenn Reaktionäre wie du recht behalten.

HMB: Reaktionäre behalten meistens recht. Aber ich möchte weder reaktionär sein noch recht behalten. Ich will nur nicht meine Zeit vergeuden. Weder mit dem Ausfüllen von Formularen für das Finanzamt und schon gar nicht mit der Frage, ob wir für den Klimawandel verantwortlich sind. Mätzchen.

APO: Dafür sitzt man ewig beim Arzt oder vertrödelt die Zeit mit Reha-Gymnastik. Du magst die Frage verdrängen können, was mit dem Klima wird, aber nicht, was mit der Prostata ist. Und du kannst nicht einmal behaupten, das hätten die Grünen bloß erfunden.

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Älterwerden, was für ein blöder Scherz Gottes!

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 9. Februar 2017 von hubwen in Kultur, Medizin, Uncategorized

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Krankenschwester klagt an: Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel   1 comment

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Es kann nicht sein, dass das Ökonomische alle anderen Überlegungen im Gesundheitssystem überlagert und dass vor allem das Krankpflegepersonal heillos überfordert ist, was in der Folge die Qualität der Leistungen stark mindert und zu Lasten der Patienten geht. An erster Stelle für diese Missstände sind Privatisierungen zu nennen. Eine Krankenschwester hat ihrem Ärger Luft gemacht.

Aus msn.com

Eine Krankenschwester klagt an: Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel bewegt Tausende

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imago75621960h: Symbolbild © imago/Westend61/Symbolbild Symbolbild
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Überarbeitete Krankenpfleger, kaum Zeit für Patienten, enormer Kostendruck: Missstände im deutschen Gesundheitssystem sind seit Jahren heiß umstritten – die Lage für die Hunderttausenden Angestellten in Kliniken und Pflegeheimen ändert dies aber nicht, kritisiert OP-Schwester Jana Langer. In einem Hilferuf auf Facebook an Kanzlerin Angela Merkel prangerte sie die Zustände harsch an – überwältigende Reaktionen bekommt sie aber leider nur im Internet…

Patienten seien zu Kostenfaktoren verkommen, Kliniken zu reinen Wirtschaftsbetrieben, kritisiert die Krankenschwester, die nach mehr als 20 Jahren im Dienst die stetig wachsenden Missstände in ihrem Brief auf den Punkt bringt und in Tausenden Facebook-Kommentaren darin bestätigt wird.

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Besonders die Privatisierungswelle und die Einführung der Fallpauschale 2004 hätten die Zustände enorm verschärft, so Jana Langer zum KURIER. „Pro Patient ist das Budget fest katalogisiert. Alle Maßnahmen, die darüber hinaus nötig sind, kann die Klinik nicht abrechnen und bleibt auf den tatsächlichen Kosten sitzen“, beklagt sie. So käme es zu sogenannten „blutigen Entlassungen“, weil eine längere, eigentlich nötige Aufenthaltsdauer quasi unrentabel ist. „Auch die Zahl zum Beispiel der Hüft-Operationen wird genau festgelegt. Fallen mehr an, zahlt die Klinik Strafe, genauso bei weniger Eingriffen als vereinbart“, so Langer. Nicht selten würden deshalb unnötige Operationen durchgeführt, nur um Strafen zu vermeiden.

Gespart werde vor allem am Personal – mit fatalen Folgen. „Angestellte sind überlastet, oft kippen in Kliniken Dienstpläne schon bei einer einzigen Krankmeldung.“ Da helfe es auch nicht, notdürftig Mitarbeiter-Pools zu bilden, um Engpässe abzufedern. „Wir brauchen zusätzliche Kräfte.“

Und wer auf Station sei, verbringe immer mehr Arbeitszeit mit Bürokratie. „Die Dokumentation selbst kleinster Eingriffe ist so aufwendig, dass sie doppelt so lange dauert wie die OP selbst“, weiß Jana Langer aus leidvoller Erfahrung. Zeit, die für die Betreuung von Patienten verloren gehe.

Als „stille Helden“ hatte Kanzlerin Angela Merkel Pflegekräfte 2014 genannt. „Ich wollte mich aber nicht mehr still auf dem Sofa beklagen, habe deshalb den Brief geschrieben“, sagt Langer. Auf eine Reaktion wartet sie bisher ebenso vergeblich wie auf Reformen…

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Krankenschwester klagt an: Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel

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Gruß Hubert

 

Die Auswüchse des Neoliberalismus am Beispiel von privaten Krankenhäusern   Leave a comment

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Es ist unverantwortlich, wenn die Politik ein Krankenhaus in private Hände gibt. Dort zählen nur mehr Gewinn. Ärzte, Pflegekräfte und Patienten spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Es wird nur danach getrachte die höchste Rendite zu erzieln. Man kann sich leicht vorstellen wie unmenschlich das dann wird. Man kann sich keine passenden Patienten schnitzen, um möglichst viel Geld einzustecken.

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Ex-Chefarzt rechnet ab

„Im Krankenhaus ist der Mensch kein Mensch mehr“

Krankenhäuser als Fabriken, die Mediziner entmündigt – so beschreibt der ehemalige Chefarzt Ulrich Hildebrandt das System privater Klinikkonzerne. Für Patienten bringe das ein hohes Risiko mit sich.

Ein Interview von und

Ärzte und Assistenten bei einer Operation in einer deutschen Klinik

DPA -Ärzte und Assistenten bei einer Operation in einer deutschen Klinik
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Die Pflegekräfte sind überlastet, die Ärzte sollen mit strengen Vorgaben auf Rendite getrimmt werden. Der Fall des Asklepios-Konzerns zeigt eindrücklich, was passiert, wenn der Staat einen elementaren Teil der Daseinsvorsorge in die Hände von privaten Unternehmen gibt.

Die Realität in deutschen Krankenhäusern erschreckt selbst langjährige Mediziner. Ulrich Hildebrandt war leitender Oberarzt an einer Uniklinik und hat als Chefarzt die Privatisierung von zwei Krankenhäusern miterlebt. Er habe „die Nase voll, von dem Bild, das in Krankenhausserien vermittelt wird“, sagt er. „Da sind immer alle begeistert von ihrer Arbeit. Das entspricht nicht der Krankenhausrealität“.

Zur Person
  • Werner Schuering/DER SPIEGEL

    Ulrich Hildebrandt, geboren am 15. Juni 1949 in Bautzen, ist Chirurg. Er arbeitete als Chefarzt in Salzgitter und Pritzwalk, war leitender Oberarzt und ständiger Chefvertreter der chirurgischen Klinik der Universität des Saarlandes. Mittlerweile lebt Hildebrandt in Berlin. Seine oft negativen Erfahrungen hat der Chirurg in seinem Buch „Die Krankenhausverdiener“ veröffentlicht.

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SPIEGEL ONLINE: Herr Hildebrandt, das Defizit vieler Kliniken in Deutschland wächst, ein Viertel aller Krankenhäuser arbeitet mit Verlust. Viele Städte ziehen deshalb die Notbremse und privatisieren ihre Krankenhäuser. Eine gute Lösung?

Hildebrandt: Damit wird die Daseinsvorsorge aufgekündigt. Ich war 22 Jahre lang in städtischen und universitären Kliniken beschäftigt. Auch dort wurden wir Ärzte angehalten, nicht dauernd Miese zu machen. Aber es gab keinen Druck, für immer mehr Gewinn zu sorgen. Nach der Privatisierung, das habe ich selbst erfahren, begann die ständige Diskussion mit der Geschäftsführung über Erlösziele und das Pflegepersonal.

SPIEGEL ONLINE: Wie hat sich dieses Ringen um das Personal ausgewirkt?

Hildebrandt: Mediziner werden für das Ziel höherer Gewinne entmündigt. An der Uniklinik habe ich einmal miterlebt, wie sich ein Chefanästhesist beschwerte, der Pflegeschlüssel auf der Intensivstation sei zu niedrig. Als ihm weiteres Personal nicht bewilligt wurde, schloss der Kollege kurzerhand Teile der Station. Als daraufhin die Patientenzahlen im OP zurückgingen, knickte die Klinikleitung ein und stockte die Pflegekräfte auf. In privaten Kliniken ist das Arbeitsverweigerung, da droht Chefärzten heute die Kündigung.

SPIEGEL ONLINE: Die Kosten im Gesundheitswesen ufern aus. Dass Krankenhäuser auf das Geld achten, ist doch grundsätzlich sinnvoll. Wo liegt das Problem?

Hildebrandt: Das Problem liegt darin, dass die Normen der Industrie auf Krankenhäuser übertragen werden, obwohl es um Menschenleben geht. Der Mensch im Krankenhaus ist heute kein Mensch mehr, sondern eine Fallpauschale.

Es ist ein verdichtetes System entstanden, das ein hohes Risiko für die Patienten mit sich bringt. Das wird besonders stark in privaten und auch kirchlichen Kliniken sichtbar. Das Schlimme dabei ist, dass dieser Markt zu 100 Prozent von der Solidargemeinschaft finanziert wird und private Klinikträger das Geld mit beiden Händen heraustragen. Das sind letztlich private Entnahmen aus einem solidarisch finanzierten System.

SPIEGEL ONLINE: Wie macht sich die Gefahr des starken Effizienzdrucks für Patienten bemerkbar?

Hildebrandt: Private Träger passen höllisch auf, dass Patienten so kurz wie möglich und exakt so lange wie nötig im Haus bleiben, um mit ihnen Geld zu verdienen. Die Matratzen dürfen nicht kalt werden, es dürfen erst recht keine Betten leer stehen. Jeder Chefarzt, der Betten nicht belegt, bekommt Personal gekürzt. Die Isolation bestimmter Patienten ist unter einem solchen Druck manchmal gar nicht mehr möglich, die Hygiene leidet.

SPIEGEL ONLINE: Wie geben die Klinikleitungen den ökonomischen Druck an die Ärzte weiter?

Hildebrandt: Die Stellung der Chefärzte gegenüber der Geschäftsleitung hat sich sehr gewandelt. Chefärzte mussten immer für ihre Leistung geradestehen, aber in den privaten und sicher auch manchen kommunalen Kliniken werden heute Vorgaben für Fälle, Fallschwere, Rendite gemacht, die man einfach zu erfüllen hat. Da fragt niemand, wie ich es noch von städtischen Kliniken kenne, ob die Zahlen überhaupt erreicht werden können und was realistisch ist.

SPIEGEL ONLINE: Warum wehren sich die Ärzte nicht?

Hildebrandt: Aus den Chefarztkonferenzen mit der Geschäftsleitung geht man erstmal atemlos raus. Man trägt ja als Chefarzt auch Verantwortung für sein Personal. Und jeder weiß, wenn er Monat für Monat nicht die Erwartungen erfüllt, fliegt er raus. Da ist der ständige Druck, man hat schon wieder eine rote Ampel bekommen, hat die vorgegebenen Zahlen nicht erreicht. Jetzt beginnt die Gefahr. Man ist innerlich gepolt auf Wirtschaftlichkeit, das ist wie eine Gehirnwäsche.

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SPIEGEL ONLINE: Wie wirkt sich das auf den Alltag in der Klinik aus?

Hildebrandt: Der Druck wird subtil aufgebaut. Kein Geschäftsführer sagt direkt heraus: Warum haben Sie statt 130 vorgeschriebener nur 100 Darm-OPs gemacht? Als Chefarzt werden Sie gefragt, ob Sie erklären können, warum es weniger sind als geplant, oder warum die Fallschwere unter Plan liegt. Wenn Sie antworten: Es gab weniger Krebsfälle, kommt man Ihnen mit anderen Kliniken oder Regionen als „Benchmark“. Demnach hätten es in diesem Einzugsgebiet aber 130 Fälle sein müssen. Sie werden dann gefragt, warum Sie zulassen, dass die Patienten also offensichtlich in andere Häuser gehen, um sich operieren zu lassen. Dann können Sie versuchen, mit Informationsabenden Werbung für Ihre Abteilung zu machen, Hausärzte als Zuweiser zu gewinnen – oder eben mehr zu operieren, wenn sie Patienten mit der richtigen Indikation dafür haben.

SPIEGEL ONLINE: Sie können sich doch keine passenden Patienten schnitzen, die krank genug sind, um operiert zu werden.

Hildebrandt: Eine Indikation ist keine scharfe Linie. Ärzte können durchaus begründen, warum eine Operation umfassender ausfallen muss, als es ein anderer Arzt sehen würde. Wenn dann der Druck der Zahlen dazukommt, besteht die Gefahr, dass man eher mal in einer Dimension operiert, die streng genommen wider den hippokratischen Eid ist.

SPIEGEL ONLINE: Was könnte die Politik tun, um ein effizientes und zugleich patienten- wie mitarbeiterfreundliches Kliniksystem aufzubauen?

Hildebrandt: Eine wichtige Hilfe wären verbindliche Personalschlüssel für Pflegekräfte. Für jedes Flugzeug ist gesetzlich geregelt, wie viele Flugbegleiter an Bord sein müssen. Bei Krankenhäusern wird das dem wirtschaftlichen Kalkül überlassen. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Pflegekräfte meist viel zu niedrig geplant wird. Chefärzte können leicht unter Druck gesetzt werden mit der Drohung, Pflegestellen zu verlieren oder für den Ausbau ihrer Station nicht genug neue Stellen zu erhalten. Jeder weiß, dass Medizin damit viel teurer würde. Auch ein nationaler Krankenhausplan, der festlegt, wo wie viele Krankenhäuser gebraucht werden, wäre sinnvoll, damit sich nicht an den Grenzen der Bundesländer die Kliniken unnötig Konkurrenz machen und sich Patienten abzujagen versuchen.

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Die Auswüchse des Neoliberalismus am Beispiel von privaten Krankenhäusern

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Gruß Hubert

 

Aggressionen in Berliner Rettungsstelle   7 comments

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Unglaublich was da in einer Berliner Rettungsstelle abgeht. Wie soll da eine Krankenschwester arbeiten? So ein Stress ist ja nicht durchzuhalten.

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„Ich stech dich ab!“

Beispiel Urban-Krankenhaus: Unfassbare Beleidigungen des Rettungsstellenpersonals sind in Berliner Kliniken an der Tagesordnung, berichtet unser Gastautor.

Michael de Ridder
Im Dauerstress. Die Arbeit auf den Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser ist extrem strapaziös.
Im Dauerstress. Die Arbeit auf den Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser ist extrem strapaziös.Foto: pathdoc Fotolia
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Schwester G., zitternd und den Tränen nahe, ringt nach Worten. Worte für etwas, dem sie im Kreuzberger Klinikum Am Urban seit Jahren hilflos ausgesetzt ist. „Doktor“, stammelt sie, „ich bin fertig … kann und will nicht mehr … diese Aggressionen … mag mir das nicht mehr antun … so viel Gehässigkeit … es ist so erniedrigend … ich will raus hier und wieder im Stationsdienst arbeiten.“

Gerade war Schwester G. an der Rezeption von einem Patienten, einem jungen Rumänen, bespuckt worden und nur die Glasscheibe zwischen ihr und dem Patienten hatte Übleres verhindert.

Wie kam es dazu? Der junge Mann hatte eine Versicherungskarte vorgelegt, auf der ein Geburtsdatum angegeben war, das schwerlich mit dem jugendlichen Aussehen des Patienten zu vereinbaren war und Schwester G. hatte ihn um ein Ausweispapier zwecks Überprüfung seiner Personalangaben gebeten. „Nach meiner Bitte um ein Ausweispapier schrie er mich an, rastete total aus, spuckte erst auf den Boden, dann in meine Richtung … und rauschte ab!“

Immer wieder kommt es zu tumultartigen Szenen

Keine Aufgabe in unseren Krankenhäusern ist auf Dauer belastender und kräftezehrender als die, die Pflegekräfte und Ärzte in einer Rettungsstelle zu bewältigen haben. Da ist das zahlenmäßig nicht vorhersehbare Patientenaufkommen, dem die Personalausstattung oft nicht gerecht wird und längere Wartezeiten daher oft unvermeidlich sind; da ist die Notwendigkeit, wirklich Schwerstkranke frühzeitig zu erkennen und vorzuziehen; die häufigen Verständigungsschwierigkeiten mit Patienten, die nur über unzureichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen, sind ein enormes Hindernis für deren zügige Versorgung; da ist das Beharren mancher Patienten darauf, dass gerade ihre Beschwerden keinen Aufschub dulden; die überzogene Anspruchshaltung vieler Hilfesuchender: nicht vier, sondern 20 Tabletten Paracetamol fordern sie; da ist die oft zeitraubende Suche nach einem Klinikbett für stationär aufzunehmende Patienten; und schließlich sind da viele Patienten mit Bagatellbeschwerden, die einfach zu bequem sind, ihren Hausarzt aufzusuchen.

Immer wieder eskaliert diese Gemengelage zu tumultartigen Szenen, zu Beschimpfungen übelster Art, zu Drohungen und gewalttätigen Übergriffen auf Pflegekräfte und Ärzte. Gewiss – an Kommunikation und Verhalten von Menschen, die wegen einer tatsächlichen oder vermeintlichen akuten körperlichen Erkrankung oder psychischen Krisensituation in einer Rettungsstelle Hilfe suchen, sind andere Maßstäbe anzulegen als an das Verhalten von Kunden in einem Supermarkt. Doch auch in einer medizinischen Notfalleinrichtung darf und muss ihr Personal auf einem Minimalstandard von Respekt und Umgangsformen bestehen.

Hingegen ist ein nicht geringer Teil der Patienten – bei Weitem nicht allein „Ausländer“, wie man unterstellen könnte – weit davon entfernt, diesen einzuhalten. Im Gegenteil, sie betrachten die Erste-Hilfestellen als eine Art rechtsfreien Raum, in dem das Personal und Mitpatienten allein nach ihrer Pfeife zu tanzen haben. Sie fordern „hier und sofort“ behandelt zu werden; und wenn nicht, sinkt die Schwelle zu verbalen Ausfällen und zur Randale oftmals sekundenschnell.

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Hier weiterlesen:

Aggressionen in Berliner Rettungsstelle

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Hier noch einige der Pöbeleien gegen das Krankenhauspersonal.

In seiner Zeit als Chefarzt am Urban-Klinikum vor mehreren Jahren hat unser Autor beispielhaft über einen Zeitraum von 14 Tagen Pöbeleien gesammelt, die das Krankenhauspersonal über sich ergehen lassen musste. Wir gaben sie hier wieder.

„Bist du überhaupt ’ne Krankenschwester, du alte Fotze?“

Antwort eines jungen türkischen Mannes, der nach 40-minütiger Wartezeit zum zweiten Mal von der Aufnahmeschwester darauf hingewiesen wird, dass die Behandlung seiner Mutter noch nicht abgeschlossen ist.

„Du hast mir gar nichts zu sagen, du Wichser, verpiss dich und tu Deine Arbeit, ich bezahl dich!“ (gemeint: durch seine Krankenkassenbeiträge)

Kosovarischer Migrant mittleren Alters zum Rettungsstellenleiter, der ihn darauf hingewiesen hatte, dass der Tragenstauraum kein Aufenthaltsraum für Patienten sei und ihn in die Patienten-Wartezone begleiten wollte.

„Du fette Boulette! Halts Maul! Halt die Fresse! Fick dich!“

Junger Mann im Wartebereich zu einer Schwester. Er wollte unbedingt zu seinem Freund, der in einem Behandlungsraum der Rettungsstelle wegen einer Schnittverletzung behandelt wurde. Das wurde ihm verwehrt, weil die Behandlungsräume übervoll waren.

„Wirst schon sehen, was du davon hast – wenn der in zehn Minuten nicht wieder draußen ist, kriegste was aufs Maul! Das wirste nicht vergessen!“

Angetrunkener Mann, der seinen alkoholisiert gestürzten Vater mit einer Kopfplatzwunde in die Rettungsstelle bringt und sofortige Versorgung verlangt.

„Warte, dich krieg ich draußen, du alte Nutte!“

Mit seiner Behandlung unzufriedener Patient zu einer Schwester, der mit nur sechs mitgegebenen Paracetamol-Tabletten nicht einverstanden war.

„Ey, haste mal ne Kippe für mich, du alter Schwuler, bin auf Entzug!“

Drogenabhängiger nach Abszessbehandlung vor Verlassen der Behandlungsräume zu einem Pfleger.

„Gibt’s in diesem Scheißkrankenhaus nur so dreckige Schlampen wie dich?“

Rentner zur Aufnahmeschwester, die ihm erklärte, dass im Wartebereich das Rauchen nicht gestattet ist.

„Rassistenschwein!“

Migrant zum Rettungsstellenleiter, der ihm erklärt hatte, dass Patienten nach Dringlichkeit und nicht nach Reihenfolge ihres Eintreffens behandelt werden.

„Hier sind alle so Scheiße!“

Junge Türkin, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ärztlich beraten worden war, jedoch keine „Pille danach“ erhalten hatte, weil das Zeitfenster von fünf Tagen schon überschritten war.

„Du verpisster Idiot! Ich warte schon über eine Stunde!“

Patient zu einem Pfleger, der ihn gerade zur Behandlung gebeten hatte.

„Halt’s Maul, du Arsch! Ein Wort noch und ich stech dich ab!“

Mann unbekannter Herkunft zu einem Pfleger, der ihn aufgefordert hatte, das Handyverbot zu beachten.

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http://www.tagesspiegel.de/wissen/aggressionen-in-berliner-rettungsstelle-poebeleien-durch-patienten-und-angehoerige-im-wortlaut/14947350-2.html

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 10. Dezember 2016 von hubwen in Medizin, Uncategorized

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Polinnen demonstrieren gegen Abtreibungsverbot   1 comment

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Schon heute hat Polen neben Malta und Irland eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze in Europa.
Seit Oktober letzten Jahres aber regiert in Polen die nationalpopulistische Recht und Gerechtigkeit (PiS), deren Sieg auch auf die Wahlwerbung der katholischen Kirche Polens zurückgeht. Zwar bedankten sich die PiS-Mächtigen schon wortreich für die erfolgreiche Wahlhilfe bei Polens Bischöfen, doch allen Polen war klar, dass hier noch einige Rechnungen zu begleichen sind. Eine davon ist das verschärfte Abtreibungsgesetz.

Nach Protesten wird die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes wohl vor dem Aus sein.

Landesweiter Widerstand gegen Gesetzesverschärfung, die Schwangerschaftsabbrüche fast unmöglich macht.

Einen Frauenstreik hat es in Polen noch nicht gegeben. Für Montag ist er ausgerufen. Im ganzen Land sollen Polinnen schwarze Trauerkleidung tragen und versuchen, den Staat lahmzulegen. Denn es sind die vom Volk gewählten Parlamentarier, die in erster Lesung ein totales Abtreibungsverbot angenommen haben. Ein weiteres Gesetzesprojekt soll die „Pille danach“ verbieten, da diese angeblich eine Früh-Fehlgeburt auslöse. Schon am Samstag versammelten sich tausende wütende Polinnen vor dem Sejm, dem Abgeordnetenhaus in Warschau.

„Stoppt die Fanatiker an der Macht“, skandierten sie, klagten aber auch die Gynäkologen an. Diesen sei das eigene „gute katholische Gewissen“ wichtiger als die Gesundheit ihrer Patientinnen.

Schon heute hat Polen neben Malta und Irland eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze in Europa. Legal darf eine Schwangerschaft innerhalb der ersten drei Monate nur abgebrochen werden, wenn sie das Ergebnis einer Vergewaltigung ist, Leben und Gesundheit der Mutter in Gefahr sind oder aber das Kind schwerstbehindert oder ohne Überlebenschance zur Welt kommen würde. Polnischen Klerikern wie auch katholischen Fundamentalisten ging dieses Gesetz von 1993 nicht weit genug. Jahrelang zeigten sie blutrünstige Fotoausstellungen mit abgetriebenen „Babys“.

Dennoch lehnten Abgeordnete bisher die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes ab. Seit Oktober letzten Jahres aber regiert in Polen die nationalpopulistische Recht und Gerechtigkeit (PiS), deren Sieg auch auf die Wahlwerbung der katholischen Kirche Polens zurückgeht. Zwar bedankten sich die PiS-Mächtigen schon wortreich für die erfolgreiche Wahlhilfe bei Polens Bischöfen, doch allen Polen war klar, dass hier noch einige Rechnungen zu begleichen sind. Eine davon ist das verschärfte Abtreibungsgesetz. Rechte Bürgerinitiative Vor den Wahlen hatte Beata Szydlo, die heutige Regierungschefin, versprochen, dass ihre Formation keine Gesetzesprojekte von Bürgerinitiativen in den Papierkorb werfen werde.

Genau das taten aber die PiS-Abgeordneten, als sie vor einigen Tagen zwei Gesetzesinitiativen in erster Lesung kennenlernten. Das Projekt der Gruppe „Retten wir die Frauen!“, das eine Liberalisierung des restriktiven Abtreibungsgesetzes vorsah, landete ohne weitere Beratung im Papierkorb. An die zuständige Kommission weitergeleitet wurde hingegen das Projekt der Bürgerinitiative „Stopp Abtreibung“. Diese hatte das für seine rechten Ansichten bekannte Institut Ordo Iuris mit der juristisch einwandfreien Formulierung des Bürgerbegehrens beauftragt. Am Samstag hörten die PiS-Abgeordneten, was die Demonstrantinnen davon hielten: „Schande!“, skandierten sie vor dem Sejm.

Parallel zum parlamentarischen Vorstoß der Bürgerinitiativen ließ die Bischofskonferenz in allen katholischen Kirchen einen Hirtenbrief verlesen, der keinen Zweifel daran ließ, auf wessen Seite das Episkopat stand. Sowohl PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski als auch Premierministerin Beata Szydlo stellten sich „als gläubige Katholiken“ umgehend hinter die Bürgerinitiative.

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Manche Arbeitgeber haben etwas gegen die Frauenproteste

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Das nunmehr in erster Lesung angenommene Gesetzesprojekt sieht Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren für eine Abtreibung vor – zum Beispiel bei Lebensgefahr für die Schwangere oder nach einer Vergewaltigung. Hinter Gittern würde dann nicht nur die Hilfe suchende Frau landen, sondern auch der die Patientin behandelnde Arzt. –

derstandard.at/2000045258685/Polinnen-proben-den-Generalstreik-im-ganzen-Land

Polinnen demonstrieren gegen Abtreibungsverbot

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Hier gibt es ein Video zu den Protesten.
http://de.euronews.com/2016/10/03/polinnen-demonstrieren-gegen-abtreibungsverbot

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Warschau/Brüssel – Nach massiven Protesten könnte die Verschärfung der Abtreibungsgesetze in Polen vor dem Aus stehen. In einer kurzfristig einberufenen Sitzung stimmte der zuständige Parlamentsausschuss am Mittwochabend dafür, den heftig umstrittenen Gesetzesentwurf einer Bürgerbewegung zu verwerfen. Das Parlament muss dem noch zustimmen.

http://derstandard.at/2000045414611/Polens-Regierungschefin-distanziert-sich-von-Abtreibungsgesetz?ref=rec

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 16. Oktober 2016 von hubwen in Medizin, Politik, Uncategorized

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Die wirren Thesen der Impfgegner   Leave a comment

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Impfgegner verhalten sich oft wie eine Sekte, für die ist das wie eine Religion, die keinen Widerspruch duldet. Was wäre wenn man heute alle Kinder nicht mehr impfen ließe? Ich möchte nur zum Beispiel an die Polio-Impfung (gegen Kinderlähmung) erinnern.

Hier ein Auszug aus daserste.ndr.de, wo man sieht welche Leute da ihre abstrusen Thesen vertreten.

Masern eine Reaktion auf ein Schockerlebnis?

Diese These vertritt seit vielen Jahren die Germanische Neue Medizin um den deutschen Arzt Ryke Geerd Hamer. Nach Hamers Lehre sind alle Krankheiten Reaktionen des Körpers auf Schockerlebnisse. Im Falle der Masern zum Beispiel die Reaktion von Kindern auf die Trennung von ihren Eltern, wenn sie sich im Kindergarten nicht wohlfühlen. Hamer hat seine Approbation in Deutschland verloren und saß in Deutschland und Frankreich mehrfach im Gefängnis, weil er ohne Zulassung weiter praktizierte.

Hamer riet Krebspatienten zum Abbruch ihrer Chemotherapie, viele starben danach. Zur Zeit lebt er außerhalb Deutschlands. Anhänger verbreiten seine Lehre aber auch in Deutschland in Seminaren weiter. Sie wenden sich gegen das Impfen, weil nach ihrer Auffassung dadurch Giftstoffe in einem gefährlichen Ausmaß in den Körper und das Gehirn kleiner Kinder transportiert würden. In der modernen Impfmedizin hält man die Gefahr durch Zusatzstoffe in Impfstoffen für verschwindend gering.

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Die wirren Thesen der Impfgegner

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Scharlatane? Die Einflüsterer der Impfgegner

Max war noch ein Baby, als er sich mit Masern ansteckte. Er war noch zu jung, um geimpft zu werden, und das hatte schwere Konsequenzen für ihn. Anfangs schien es, er hätte die Krankheit gut überstanden. Nach ein paar Wochen mit schwerem Fieber war er wieder fit. Ein aufgeweckter Junge, erzählen seine Eltern, immer in Aktion. Doch im Alter von zehn Jahren hat Max plötzlich Aussetzer beim Sprechen, fällt immer wieder hin. Die Diagnose: SSPE, eine Folgeerkrankung der Maserninfektion, die das Gehirn angreift und zerstört. Im vergangenen Jahr ist Max daran gestorben – mit 19 Jahren.

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Gerüchte und Verschwörungstheorien gegen Impfungen

 

Impfgegner Hans Tolzin
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Impfen verursacht Autismus, HIV und Ebola sind Panikmache: Impfgegner Tolzin vertritt eigenwillige Thesen.

Doch wer betreibt diese Internetseiten? Der Autor der beliebtesten impfkritischen Homepages, impfkritik.de und impf-report.de, ist Hans Tolzin, selbsternannter Medizinjournalist. Ungerührt aller Gegenbelege behauptet Tolzin weiterhin, eine Impfung könne Autismus auslösen und bezieht sich damit auf den Briten Andrew Wakefield, der inzwischen seine ärztliche Zulassung verloren hat. Denn diverse Studien haben den Zusammenhang zwischen Impfen und Autismus längst widerlegt. Doch Tolzin warnt nicht nur vor Folgeschäden durch Impfungen, sondern vertritt auch sonst sehr eigenwillige Thesen. Er bezweifelt zum Beispiel die Existenz des HI-Virus. Auch die Ebola-Epidemie in Afrika ist seiner Ansicht nach reine Panikmache, gesteuert von der Pharmaindustrie und womöglich sogar unterstützt von der westlichen Welt, die es auf Bodenschätze in den westafrikanischen Ländern abgesehen hätte.

Nachhaltig verunsichert

Er ist nicht allein. Auch der erklärte Impfgegner Stefan Lanka zweifelt an der Existenz von Viren. Er veröffentlichte sogar eine Ausschreibung im Internet: Demjenigen, der Existenz und Größe der Masernviren mithilfe wissenschaftlicher Publikationen belegt, wolle er 100.000 Euro bezahlen. Ein Mediziner schickte ihm diverse Studien und verlangte das Geld. Ein Gericht urteilte jüngst, Lanka müsse zahlen, die Beweise seien erbracht. Doch Lanka und seine Anhänger erschüttert das Urteil nicht. Sie verdrehen weiter Realität und Fakten und schüren Ängste. Panikmache, die sie ihrerseits Wissenschaftlern und Gesundheitsbehörden vorwerfen. Und doch scheinen sie Erfolg zu haben. Es gelingt dem kleinen Kreis offenbar eine große Wirkung zu erzielen und Menschen bei ihrer Impfentscheidung nachhaltig zu verunsichern.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Scharlatane-Die-Einfluesterer-der-Impfgegner,impfgegner100.html
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Hier speziell Dr. Ryke Hamer, der unter anderem viele Krebspatienten auf dem Gewissen hat.

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„Mittlerweile sind die Erkenntnisse von Dr. Hamer so weit, dass auch Krankheiten, wie Multiple Sklerose, ALS, Parkinson, Asthma, Allergien, Epilepsie, Rheuma, Schizophrenie, Depression, Augenleiden, Diabetes, Neurodermitis usw., heilbar sind und das ohne großen finanziellen Aufwand.“

Das sagt alles über seine Wissenschaftlichkeit aus.

https://rositha13.wordpress.com/die-neue-medizin-dr-reyke-hamer/

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 11. Oktober 2016 von hubwen in Medizin, Uncategorized

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