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Spektrum der Pseudowissenschaft im Gender-Rausch   Leave a comment

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In den 1990er Jahren war das populäre US-Journal Scientific American eine zentrale Info-Quelle für populäre Darstellungen größerer biowissenschaftlicher Zusammenhänge. So gibt es aus dieser Zeit noch heute lesenswerte Beiträge zur Abstammung des Menschen, der Evolution der Landwirbeltiere oder dem Sozialverhalten von Ameisen. Nach der Etablierung von Spektrum der Wissenschaft im Januar 1993, einem deutschen Ableger des anerkannten US-Magazins, konnte man sich ebenso sachkundig und kompetent Jahrzehnte lang informieren. Diese Ära geht leider mit der Vereinnahmung von Spektrum d. W. durch Moneyistische Gender-Ideologen (m/w) zu Ende.

Ich erinnere mich noch an ein Editorial, erschienen Anfang 2016, in welchem sich die Herausgeber gewundert hatten, dass bei einigen Ingenieur-Studiengängen der Männeranteil bei über 90 % und jener der Damenwelt unter 10 % liegt. Das kann und darf doch nicht sein, irgendetwas ist hier in der Erziehung falsch gelaufen, war der verärgerte Tenor aus dem Herausgeber-Stab. Ich hatte damals höflich darauf hingewiesen, dass es empirische Studien gibt, die belegen, dass dieser Gender-Gap im Wesentlichen biologisch ist. Auf diesen gut gemeinten Ratschlag erfolgte keine verwertbare Antwort. Als dann der respektable Autor und Wissenschaftsjournalist H. Rehm mein Fachbuch Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen (Berlin, 2016), nach heftigen Widerständen seitens der Redaktion bei Spektrum d. W. besprechen durfte (Rezension „Gefährliche Ideologie“ vom 24.06.2016), hätte man vermuten können, dass ein Umdenken in Richtung Vernunft, d. h. biologischem Sachverstand, eintreten würde. Leider war das jedoch nicht der Fall.

Am 11. September 2017 schlug der Spektrum-Beitrag „Kleiner Unterschied, große Ähnlichkeit“ wie eine Bombe bei biologisch sachkundigen Lesern ein. In diesem SdW-Pamphlet wird allen Ernstes behauptet, „das biologische Geschlecht sei ein fragiles Konstrukt“, es gäbe „Zwischenformen, keine eindeutige Trennlinie, Zweigeschlechtlichkeit sei weder natürlich noch angeboren“ usw. Unter Verweis auf eine deutsche „Sozialpsychologin“ wird argumentiert, „die binäre Einteilung in biologisch männlich oder weiblich wird sozial vorgenommen.“ Mit derartigen Absurditäten wird das ehemals seriöse Wissenschafts-Journal auf Dauer Schiffbruch erleiden. Wie im Gender-Paradoxon dargelegt, unterscheiden sich Männer (Spermien-Produzenten) und Frauen (Eizellen-Bereitstellerinnen mit Gebärfunktion) grundlegend, angefangen von der Körpergröße bzw. der Muskel- und Fettmasse, über die Psyche und die Hormon-Levels bis zum Ganzkörper-Chromosomensatz. So wissen wir seit 2015, dass bei Frauen das aktive X-Chromosom (das zweite X wird im Barr-Körper stillgelegt) im ganzen Körper exprimiert wird, wie auch das XY-Geschlechtschromosomen-Paar beim Mann von Kopf bis Fuß in allen Zellen aktiv ist. Daher wird bei XY-Embryonen der primär weiblich angelegte Körper (sowie das Gehirn) vorgeburtlich vermännlicht, sodass die Gender-Identität bei über 99 % aller Babys bereits im Mutterleib festgelegt ist.

All diese Fakten werden im angesprochenen Spektrum-Artikel ignoriert und man möchte daher den Autor fragen: Warum werden über 99 % aller Terror-Anschläge weltweit von Männern verübt, und warum können diese Vertreter des „zweiten Geschlechts“ nicht schwanger werden und Kinder zur Welt bringen? In der Realität gibt es große Unterschiede und kleine Ähnlichkeiten der Geschlechter – nicht umgekehrt, wie die Spektrum-Genderideologen es uns weismachen wollen.

YouTube-Videos aus der Reihe „Sex & Gender – Verbotene Diskussionen“

Gender-Paradoxon Live 1: Sexualität und Geschlechtlichkeit:

Gender-Paradoxon Live 2: Affenmann und Menschenfrau

Ausführliche Darlegungen dieses Themas, in sechs YouTube-Videos, liefert der RDF-Talk J. Elbe/U. Kutschera.

Ulrich Kutschera ist ein deutscher Pflanzenphysiologe und Evolutionsbiologe. Er ist Professor am Institut für Biologie der Universität Kassel und arbeitet seit 2007 zusätzlich als Visiting Scientist in Stanford, Kalifornien, USA.

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Spektrum der Pseudowissenschaft im Gender-Rausch

 

Schweineherz in Patienten transplantiert   Leave a comment

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Die Ausbeutung der Tiere erreicht neue Stufe. Schweine als Ersatzteillager?

Von aerzte-gegen-tierversuche.de

Xenotransplantation erweckt falsche Hoffnung bei Patienten

An der Universität von Maryland in den USA wurde Medienberichten zufolge einem schwer herzkranken Patienten zum ersten Mal ein Schweineherz transplantiert. Das hört sich nach einem medizinischen Wunder an. Aber nur, wenn man nicht auf die medizinischen Fakten schaut, wie der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche zu bedenken gibt.

Bei der Xenotransplantation wird ein Organ eines Tieres in eine andere Spezies transplantiert. Schon bei einer Transplantation innerhalb einer Art kommt es zu massiven akuten wie chronischen Abstoßungsreaktionen des Körpers, die nur durch lebenslange Gabe von die Immunabwehr unterdrückenden Medikamenten in Schach zu halten sind. Bei Übertragungen von einer Tierart auf eine andere ist diese Abwehrreaktion weitaus heftiger.

Diese Abstoßung versucht man durch „Vermenschlichung“ des Spendertiers zu beherrschen. Schweinen wird menschliches Erbgut eingeschleust und für Abstoßungsreaktionen verantwortliche Gene werden ausgeschaltet. So auch geschehen im aktuellen Fall, bei dem einem Mann in den USA das Herz eines genmanipulierten Schweins eingepflanzt wurde. Die Organe dieser genmanipulierten Tiere sollen damit von der Immunabwehr des Empfängers nicht erkannt werden. „Eine gefürchtete hyperakute Reaktion hat sich im aktuellen Fall damit anscheinend verhindern lassen“, so Dr. Gaby Neumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche. „Doch muss man davon ausgehen, dass es auch verzögerte Abstoßungsreaktionen geben wird. Deshalb wird der Organempfänger auf jeden Fall immunsenkende Mittel einnehmen müssen, die weit über das Maß hinausgehen, das man von der Transplantation eines menschlichen Herzens kennt.“

Diesem Menschenversuch voraus gehen seit Jahren Tierversuche, bei denen Schweineherzen in Affen – meist Paviane – eingepflanzt werden. Die Primaten werden einem wahren Medikamenten-Cocktail ausgesetzt, der für eine Anwendung im Menschen kaum realisierbar wäre. Die Tiere erhalten unter anderem Schmerzmittel, Cortison und eine Vielzahl weiterer Medikamente und Antikörper zur Blutdrucksenkung oder Stützung des Kreislaufs, zur Unterdrückung einer Abstoßungsreaktion, zur Verhinderung von Thrombosen, zur Unterdrückung von Entzündungen, bakteriellen und viralen Infektionen und zur Bildung von roten Blutkörperchen. Alle Medikamente weisen ein breites Spektrum von schweren Nebenwirkungen auf. Trotzdem sterben die meisten Affen bereits nach Stunden oder wenigen Tagen qualvoll an Organversagen. Auch in Deutschland werden solche Xenotransplantationsversuche seit Jahrzehnten an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt.

Eine weitere Problematik besteht in der potenziellen Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung von bislang unbekannten Krankheiten. Denn im Erbgut der Schweine können sich Viren verbergen, die für diese harmlos sind, aber potenziell gefährlich für den menschlichen Empfänger des Organs. Und nicht nur für ihn. Denn spätestens durch Corona weiß man, dass tierische Krankheitserreger sich verändern und auf den Menschen überspringen können. Ende der 1990er Jahre kam die Fremdorganforschung fast zum Erliegen, als entdeckt wurde, dass Schweine-Retroviren (PERV) menschliche Zellen im Reagenzglas infizieren können.

Selbst wenn die enormen Hürden bei der Abstoßung überwunden werden sollten, bleibt unbekannt, wie ein Schweineorgan auf den menschlichen Lebenswandel reagiert. Die gegenüber dem Schwein sehr viel höheren Cholesterinwerte des Menschen können zur Verstopfung der Blutgefäße führen. Bis heute weiß niemand, ob tierische Organe überhaupt von menschlichen Hormonen reguliert werden können. Zudem ist unbekannt, inwieweit sich die sehr viel kürzere Lebensspanne des Schweins auf das transplantierte Organ auswirkt.

„Gerade zum Wohle von Patienten kann die Lösung für den akuten Organmangel nicht in der völlig unkalkulierbaren Xenotransplantation liegen“, so Neumann. „Viel wichtiger sind der verstärkte Fokus auf Verbesserungen von Präventionsmaßnahmen und die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten mit Hilfe von sinnvollen, humanrelevanten tierversuchsfreien Hightechmethoden.“

Weitere Information
Ärzte gegen Tierversuche, Stellungnahme zu Xenotransplantation 06.12.2018
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/news/aktuelle-news/2810-paviane-sterben-nach-wenigen-monaten-mit-schweineherz

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Schweineherz in Patienten transplantiert

„Bergdoktor“-Star Hans Sigl übt scharfe Kritik an Jan Josef Liefers   Leave a comment

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Kann Hans Sigl da nur voll zustimmen.

Von web.de – Auszug.

„Bergdoktor“-Star Hans Sigl übt scharfe Kritik an Jan Josef Liefers: „Was stimmt mit dem nicht?“

Seit 2008 und damit beinahe 15 Jahre lang ist Hans Sigl nun schon als „Der Bergdoktor“ Martin Gruber im Dauereinsatz am Wilden Kaiser. Im wahren Leben ist der Schauspieler bekennender Impfbefürworter. Wie manche Kollegen allerdings mit dem Coronavirus und der Pandemie umgehen, kann der 52-Jährige nicht nachvollziehen.

Im Gespräch mit Moderatorin Barbara Schöneberger für das Magazin „Barbara“ sagte Sigl vor Kurzem: „Wer sich impfen lässt, übernimmt nicht nur Verantwortung für sich, sondern auch für andere, die dadurch geschützt sind.“ Dieses Verantwortungsgefühl sei jedoch noch nicht überall angekommen. Auch bei ihm seien bereits Freundschaften in der Coronakrise zerbrochen. „Mir sind tatsächlich ein paar Freunde abhandengekommen“, offenbarte Sigl.

Hans Sigl über Jan Josef Liefers: „Was stimmt nicht mit dem?“

Im Interview mit dem „Spiegel“ (Plus-Inhalt) setzt der Schauspieler nun noch eins drauf und tut seine Verwunderung über den Umgang mancher Kollegen mit dem Coronavirus kund. Generell habe es ihn überrascht, „wie kontrovers das Thema Corona in den Künstlerkreisen dann doch wahrgenommen wurde“. Aktionen wie #allesdichtmachen und #allesaufdentisch stoßen bei ihm auf Befremden.
Besonders irritierend scheint Sigl das Verhalten von Jan Josef Liefers zu finden. Wenn einer wie er „die Nummer reitet, man darf hier nicht mehr alles sagen in diesem Land, dann denke ich wirklich, was stimmt mit dem nicht?“, erklärt der „Bergdoktor“ über seinen Kollegen. Jemand, der die Medien, die Umsetzung, Ursache, Aussage und Wirkung kenne, sollte nach Sigls Meinung nicht so vorgehen.
Gemeint ist damit ein anderer Schauspielkollege: „Der Richy Müller mit seinem absurden Tütenwitz. Das sollte Satire sein? Das kann ich bei einem Schauspielschüler noch gelten lassen, aber nicht bei einem Kollegen.“ Scherze und Gags in diesem Zusammenhang seien nicht angebracht, findet Sigl: „Die Sprengkraft musste ihnen klar sein. Das Thema in dieser Form verträgt keine Satire.“

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„Bergdoktor“-Star Hans Sigl übt scharfe Kritik an Jan Josef Liefers

Veröffentlicht 27. Dezember 2021 von hubert wenzl in Medizin, Politik

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Wolfgang Kubicki ist der Rächer der Enterbten   Leave a comment

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Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki stellt sich gegen eine Impfpflicht – was zwar gut und wichtig für die Debatte ist, seine Argumente aber sind haarsträubend.

Für seine urliberale Haltung ist Wolfgang Kubicki bekannt. Auch für seine demokratische Einstellung, dass um Ansichten gerungen wird und dann die unterlegene Seite den Mehrheitsbeschluss akzeptiert und trägt. Doch zuweilen treibt es den Kieler bei seinem Fight zu weit ins offene Meer hinaus; dort verfährt er sich dann gehörig.

In diesen Tagen mobilisiert der FDP-Grande in seiner Fraktion Anhänger*innen, die sich gegen die fürs neue Jahr avisierte Impfpflicht aussprechen. Für Kubicki bedeutete sie einen zu großen Einschnitt in Freiheitsrechte. Klar, um solch eine Pflicht muss intensiv gestritten werden, eine Selbstverständlichkeit ist sie nicht. Doch bei den Argumenten sollte Kubicki etwas nachbessern.

[…]

Die Backen sind dick

Eiderdaus, woher nimmt er das? Aus seinem Fass? Freude angesichts des ganzen Coronamists haben nur Sozialphobiker, denen kommen vielleicht die Abstandsanmahnungen zupass. Aber ansonsten? Ich sehe nirgends jemanden, der oder die juchzend aufschreit, wenn andere nicht in Restaurants oder Geschäfte eingelassen werden. Auch ist mir nicht zu Ohren gekommen, man verspüre eine gewisse Lust bei der Vorstellung, anderen ein Bußgeld aufzubrummen, wenn sie sich eine Spritze nicht geben lassen. Rausgehauene Hirngespinste à la Kubicki. Vielleicht muss man ihn nicht allzu ernst nehmen.

Immerhin ist der von ihm geschmähte Lauterbach mittlerweile Bundesgesundheitsminister geworden, während der Norddeutsche, von der Parteiführungsriege übergangen, trotz Wahlsieg Bundestagsvizepräsident bleibt. So hat er weiterhin viel Zeit, es wichtig zu finden, dass man ihn keinen Spacken nennt. Dafür tut er eine Menge. Zum Beispiel, indem er Andersdenkende des Jakobinertums zeiht, was eine einfache Nummer ist: Du bist allzu vorsichtig und mahnst Vorsicht deiner Nächsten beim Umgang mit dem Coronavirus an? Jakobiner! Das waren übrigens die mit den Guillotinen während der Französischen Revolution, also die Kopfabhacker. Wie gesagt: Den Mund nimmt er gewöhnlich voll.

Völlig baff macht Kubicki indes mit der Mutmaßung, es gehe Geimpften um Rache und Vergeltung. Wo sind die Zorros oder Hawkeyes, die umherschwirren, auf der Suche nach Ungeimpften? Andersrum sind es eher aktivistische Ungeimpfte, die auf Demos auf ihre Haltung lautstark aufmerksam machen, während die weitaus größeren Demos der sich Impfenden lautlos und geordnet ablaufen – nämlich in den Impfzentren, die sie gerade aufsuchen.

Also, Rache an wem, fragt auch die „Zeit“. „An den Ungeimpften, weil man glaubt, in ihnen die Verantwortlichen für unsere derzeitige Misere ausgemacht zu haben, was natürlich völliger Unsinn ist.“

Nun, verantwortlich bleibt das Virus. Nur kommt man nicht umhin anzuerkennen, dass Ungeimpfte diese kleinen Teilchen leichter, öfter und mehr verteilen als Ungeimpfte. Außer, man heißt Kubicki: Der erwidert, auf diesen Widerspruch angesprochen: „Selbst wenn ich diese Sicht teilen würde, was ich nicht tue…“

Denn er kann viel tun, wenn der Tag lang ist. Auch sich über wissenschaftliche Fakten hinwegsetzen, wenn sie gerade nicht passen.

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Wolfgang Kubicki ist der Rächer der Enterbten

Veröffentlicht 21. Dezember 2021 von hubert wenzl in Gesundheit, Medizin

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Das Virus in den Köpfen   1 comment

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Eine neue Studie zeigt, wie Verschwörungsideologien in der Pandemie grassieren. Die Politik schaue zu, ohne zu handeln, beklagen die Forscher:innen.

BERLIN taz | Anschläge auf Impfzentren, Gewalt bis zum mutmaßlichen Mord an einem Tankwart, Angriffe gegen Medienschaffende, Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­r:in­nen und Ärzt:innen: „Erschreckend“, sagt die Forscherin Pia Lamberty, seien die vielen Vorfälle im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien zur Coronakrise.

Aber sie meint auch das Missverhältnis zwischen der Verrohung der Gesellschaft und der geringen Beachtung, die diese Enwicklung von der Politik erfährt. Im Bundestagswahlkampf habe das Thema praktisch keine Rolle gespielt, und auch bei den Triellen der Kanzlerkandidaten und ihrer Kontrahentin sei über innere Sicherheit nur wenig diskutiert worden, sagt Lamberty der taz.

Mit einer am Mittwoch vorgestellten Studie will die von Lamberty und ihrem Kollegen Josef Holnburger angeführte gemeinnützige Organisation CeMAS einiges nachholen. Mit „Welche Rolle Verschwörungsideologien in der Demokratie spielen“ ist das aus Anlass der Bundestagswahl erstellte 120-Seiten-Papier überschrieben. Denn, so Lamberty, es habe in der Zeit der Coronapandemie nicht nur die Debatte gefehlt, sondern auch die Datengrundlage – sowohl, was wissenschaftliche Untersuchungen angeht, als auch etwa empirische Informationen in der Kriminalstatistik.

Den vom Verfassungsschutz im Zusammenhang mit den Querdenken-Protesten verwendeten Begriff der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ hält Lamberty für falsch. Denn damit würden Verschwörungsideologien auf solche reduziert, die als anti-staatlich gelten und somit die rechtsextreme Mobilisierung insgesamt unterschätzt. Vom „gesellschaftlichen Klimawandel“, den vor einem halben Jahr der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, als Reaktion auf wachsenden Antisemitismus und Rassismus forderte, sehen die CeMAS-Aktivist:innen keine Spur.

Auch die Bild ist in der „alternativen Öffentlichkeit“ beliebt

Laut ihrer Studie wurde die Coronapandemie zum vereinigenden Moment einer Szene, die zuvor „nur lose miteinander vernetzt“ gewesen sei. „Durch die Covid-19-Pandemie hatte man auf einmal einen gemeinsamen Feind, der auch sonst scheinbar unüberbrückbare Gegensätze verschwinden ließ“, schreiben die Forscher:innen.

Zwar seien die Teilnehmerzahlen bei Coronaprotesten auf der Straße rückläufig, nicht aber die Aktivitäten vor allem in den Telegram-Netzwerken. Das verschwörungsideologische Milieu sei nicht verschwunden. Die reichweitenstärksten Nachrichten auf Telegram hätten auch noch im September durchschnittlich 275.000 Aufrufe pro Tag erzielt. Dort wurde nicht nur für die AfD mobilisiert, sondern auch für verschwörungsideologische Kleinstparteien wie Die Basis – oder auch für Wahlenthaltung.

In der „alternativen Öffentlichkeit“ behaupten sich laut CeMAS-Studie nicht nur einschlägige Kanäle wie der Ableger des russischen Staatsmediums RT Deutsch, Epoch Times, Tichys Einblick und der Blog von Boris Reitschuster. Auch etablierte Medien würden in verschwörungsideologischen und rechtsextremen Kanälen gern verbreitet, allen voran – noch vor Reitschuster oder Epoch Times – bild.de, gefolgt von den Online-Portalen der Welt und des Focus.

Die neue Bundesregierung sehen die For­sche­r:in­nen vor einer „Mammutaufgabe“. Sie müsse den Weg aus der Pandemie meistern, wozu eine höhere Impfquote dringend erforderlich sei, „und dies in einer Zeit, in der gegen Impfungen massiv mobilisiert wird“. Dazu komme, dass eine Pandemie das Potenzial habe, gesellschaftliche Spannungen weiter zu verschärfen.

Im übrigen werde das Milieu der Ver­schwö­rungs­ideo­lo­g:in­nen mit Abebben der Coronakrise nicht einfach verschwinden. Das nächste Thema dieser Szene haben die Wis­sen­schaft­le­r:in­nen bereits klar ausgemacht: die Klimakrise, „von individueller Leugnung des Klimawandels über gezielte Verbreitung von Desinformation bis hin zu verschwörungsideologischer Mobilisierung“.

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Das Virus in den Köpfen

Von Pferden und Gulliimpfungen   Leave a comment

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Rebloggt von eintraumapartment.wordpress.com

Corona „Impfskepsis“ treibt merkwürdige Blüten in Österreich…

Mal ganz ehrlich…
Die rechte FPÖ ruft dazu auf, sich gegen Corona selbst mit einem Pferdeentwurmungsmittel zu behandeln.
Was sagen wir dazu?
Geklaut auf fb:

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Nunja es ist vielleicht nicht ganz so gefährlich, wie das, was Trump vorschlug (Desinfektionsmittel zu trinken zB), aber wie kann man bitte auf die Idee kommen, das sei eine bessere Idee, als sich impfen zu lassen?
Vergiftungen gab es damit jetzt auch schon (klar muss man als Mensch auch die Pferdedosis einnehmen *sfz)

Hört mal Leude…das Zeug ist für Pferde! Das ist vermutlich nicht an Menschen getestet, ne?
Aber behaupten, die Covid-Impfungen machen aus der gesamten Menschheit ein riesiges Versuchskaninchenlabor. Oder so. Watt weiß ich schon? Offensichtlich entgeht mir die Logik. 😅

Und das hier – Link – ist auch nicht besser. Jetzt warnt der FPÖ Politiker Herbert Kickl Anti-Corona Demonstranten vor Sprühimpfungen aus Hubschraubern und davor, dass Mitarbeiter der Stadt Wien unter Gullideckeln lauern um Demonstranten in die Waden zu impfen.

Ähm ja…. Ja sichi!

Ich verstehe ja, dass die Menschen Angst haben. So weit so klar. Und Angst treibt einen zu sehr seltsamen Gedanken. So weit, so auch klar.
Aber ähm…wenn ich so starke Angst habe und Verfolgungswahn und Paranoia… dann muss ich mich behandeln lassen.
Ich empfehle den Gang zu einem guten Psychiater oder Psychologen. Mal ganz ehrlich…..

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Von Pferden und Gulliimpfungen

Veröffentlicht 24. November 2021 von hubert wenzl in Medizin, Politik

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Interview mit Colin Goldner zur esoterischen Heilpraxis   Leave a comment

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Was Menschen alles glauben und wie Esoteriker glauben sie wäre im Besitz eines Geheimwissens. In der esoterischen Heilpraxis wird zum Beispiel von Meridianen und angeblichen Energien gesprochen. In der Homöopathie gibt es Potenzierungen (D12) wo von einem Stoff gar nichts mehr drin sein kann. Heilerfolge sind auf Placeboeffekte zurückzuführen.

Von kulturkritik.net

Interview mit Colin Goldner zur esoterischen Heilpraxis

Wolfram Pfreundschuh (Radio Lora) sprach mit Colin Goldner, einem klinischen Psychologen, der auch als Esoterikexperte bekannt ist und für das Forum Kritische Psychologie, angeschlossen an die „Aktion für Geistige und Psychische Freiheit – Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., arbeitet:

Radio Lora: Herr Goldner, Sie befassen sich als kritischer Psychologe schon seit über zwei Jahrzehnten mit der Kritik okkulter oder esoterischer Therapien. Zur Zeit sind Sie wieder im Gespräch und werden auch im Fernsehen diskutiert. Schon im Jahr 2007 waren Sie bei solchen Diskussionen dabei, u.a. im Nachtcafè bei Wieland Backes und gerade unlängst bei Sandra Maischberger. Was ist Ihnen da so alles durch den Kopf gegangen, als sie um Sie saßen, die Wiedergeborenen oder Engel oder Hellseherinnen oder Wahrsager oder Wunderheiler oder sonstige Esoteriker?

Goldner: Ich bin da ja einiges gewohnt, nicht zuletzt durch langjährige Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik. Bei Figuren wie etwa der Hellseherin in der Maischbergersendung unlängst, die behauptet, mit dem Geist des verstorbenen Uwe Barschel in Kontakt treten zu können, frage ich mich immer: glauben die das wirklich selber, was sie da behaupten oder wissen sie ganz genau, dass sie nichts dergleichen können bzw. dass es das alles gar nicht gibt, sie behaupten’s aber trotzdem, weil sich gut Geschäft damit machen lässt. Die Frage also, ob es sich eher um einen Fall für die Psychiatrie handelt oder eher für den Staatsanwalt. Meiner Beobachtung zufolge überwiegt unter den Wahrsagern und Wunderheilern mehrheitlich die kriminelle Energie, gleichwohl es da natürlich auch große Schnittmengen mit teils massiver psychischer Störung gibt. Man vermarktet gewissermaßen die eigenen Wahnvorstellungen, und das nicht ohne Erfolg.

Radio Lora: Auch innerhalb der Heilpraktiker-Szene gibt es diesbezüglich Fronten zwischen den mehr handwerklich ausgerichteten und den eher esoterisch ausgerichteten Heilberufler. Sie spielen in dieser Auseinandersetzung eine gewichtige Rolle als Grenzmarke zwischen beiden. Was meint darauf bezogen esoterisch? Ist das immer auch okkultisch oder was ist der Unterschied hierzu? Was ist Esoterik?

Goldner: Der Begriff Esoterik bezeichnet ursprünglich mystisches oder okkultes Geheimwissen, wie es in den Religionssystemen sämtlicher Kulturkreise zu finden ist. Nur besonders Eingeweihte – Priester, Schamanen, Druiden usw – haben Zugang zu diesem innersten Kern der jeweiligen Lehre, aus dem sie auch ihre Macht herleiten..

Heute gilt der Begriff Esoterik – in sozusagen säkularisierter Form – als Bezeichnung für ein weites Spektrum an Heils- und Weltanschauungslehren, deren Gemeinsames in ihrer Abkehr von Wissenschaftlichkeit, Plausibilität und Vernunft liegt; oder andersherum formuliert: die auf alles abstellen, was nur irgendwie spiritistisch, mystisch, okkult oder schlicht antirational daherkommt.

Das Gros der Heilpraktiker hierzulande arbeitet insofern esoterisch, sprich: mit Praktiken, die jenseits von Wissenschaftlichkeit und Plausibilität angesiedelt sind, sprich: deren Theorie keinerlei nachvollziehbaren Sinn macht und die auch in der Praxis über keinerlei tragfähigen Wirkbeleg verfügen, außer über den allemal möglichen Placeboeffekt.

Heilpraktiker rekrutieren ihr Klientel in der Regel unter Menschen, die in der ein oder anderen Form Alternativen zur wissenschaftlichen Medizin suchen, die ihnen als unpersönlich, apparatebezogen, chemielastig usw. erscheint. Heilpraktiker dagegen versprechen persönliche Zuwendung, ein „ganzheitliches“ statt symptomorientiertes Herangehen, sowie „sanfte“, „natürliche“ und in jedem Falle „chemie-“ und damit vermeintlich „nebenwirkungsfreie“ Heilmittel. Aus Apothenkenrundschauen, Hausfrauenpostillen und Lifestylemagazinen sind ihnen dutzende von Verfahren geläufig, die sie für besonders natürlich halten: Alternativheilkunde und Naturheilkunde werden insofern häufig ineinsgesetzt.

Tatsächlich haben die so genannten Alternativheilverfahren mit Naturheilkunde überhaupt nichts zu tun. Zu den wirklichen Naturheilverfahren – allesamt Teil der Schulmedizin – zählen Luft- und Lichttherapie, Wasseranwendungen, Entspannungs- und Bewegungsübungen, bewußte Ernährung und allgemein „gesündere Lebensführung“; pharmakologisch auch der Einsatz wirkbelegter Pflanzenpräparate.

Im Gegensatz zu diesen bewährten Naturheilverfahren können die Alternativheilverfahren keinerlei tragfähigen Wirkbeleg vorweisen, ein Umstand, der mit Hilfe suggestiver Begleitbegriffe wie „unkonventionell“, „komplementär“ oder eben auch „ganzheitlich“ vertuscht wird. Wären die Alternativheilverfahren wirkbelegt, wären sie längst Teil der Schulmedizin.

Heilpraktiker, die sich als eher „handwerklich“ tätig verstehen, führen besagte Naturheilverfahren im Sortiment – Luft- und Lichttherapie, Entspannungs- und Bewegungsübungen oder auch den Einsatz wirkbelegter Kräutermedizin – Verfahren also, die es beim naturheilkundlich ordinierenden Schulmediziner auch gibt, und zwar qualifizierter und über die Kasse abrechenbar – wenngleich nicht mit der womöglich gewünschten persönlichen Zuwendung)

Bei vielen Heilpraktikern finden sich Schnittmengen pseudotherapeutischer Alternativheilverfahren und wirkbelegter Naturheilverfahren. Mir persönlich ist kein handwerklich tätiger Heilpraktiker bekannt, der nicht auch esoterische Praktiken im Angebot führt. Kaum ein Heilpraktiker, um ein Beispiel zu nennen, bei dem es nicht das Flaggschiff aller Pseudoheilverfahren gäbe: die Homöopathie.

Radio Lora: Zur Zeit hört man Sie auch auf Radio Lora in München und Umgebung. Können Sie mal sagen, worüber Sie da sprechen – vielleicht auch mit ein paar Stichworten dazu?

Goldner: Es geht um eine Aufklärungsreihe, die sich mit den weitestverbreiteten Verfahren der sogenannten Alternativheilkunde befasst: von Akupunktur, Bach-Blütentherapie und Craniosakraler Arbeit über besagte Homöopathie, Neuraltherapie und Schüßler-Salze hin zu Spagyrik, Urin- oder Zytoplasmatischer Zelltherapie. Jeden Mittwoch wird eines dieser Pseudoheilverfahren vorgestellt und einer kritischen Betrachtung unterzogen. Dass sich da ein paar Heilpraktiker aufregen, ist verständlich aber unerheblich: mir geht es um die Aufklärung rat- und hilfesuchender Menschen, die wissen sollen, worauf sie sich bei der Konsultation eines sogenannten Alternativheilers oder Heilpraktikers einlassen – auf welch zum Teil hanebüchenen Unfug wie Aura-Healing, Bioresonanztherapie oder Clustermedizin. Die wenigsten Menschen, die sich derlei Pseudoheilpraktiken aufschwatzen lassen, wissen, was genau es damit auf sich hat. Die wenigsten wissen auch um die fachlich indiskutable Qualifikation von Heilpraktikern, die nicht die geringste medizinische Ausbildung durchlaufen müssen, um sich an kranken Menschen zu schaffen machen zu dürfen. Mir geht es um bestmöglich Aufklärung im Gesundheitswesen – übrigens auch im Bereich der wissenschaftlichen Medizin -, das Geschäft der Heilpraktiker interessiert mich dabei wenig. Wenn die sich aufregen, ist das Bestätigung meiner Arbeit.

Radio Lora: Ist die esoterische Heilbehandlung nicht auch nützlich, z.B. zur Stressreduktion durch Massagen und Entspannungsübungen? Mindert nicht auch sie Leiden? Was ist daran eigentlich bedenkenswert? Was unterscheidet z.B. eine physiotherapeutische Hilfeleistung von der eines esoterisch ausgerichteten Heilpraktikers? Selbst innerhalb der Anwendungen wie z.B. der Kinesiologie gibt es ja physiologische und esoterische Ansätze. Kann man sie voneinander unterscheiden und als unterschiedliche Angebote erkennen?

Goldner: Es spricht überhaupt nichts dagegen, bei kleineren Beschwerden und Mißbefindlichkeiten, auch zur Vor- und Nachsorge – und selbstredend zur Stressreduktion und Entspannung – die wirkbelegten und erprobten Verfahren der Naturheilkunde einzusetzen. Abzuraten ist indes von sämtlichen Verfahren und Praktiken der sogenannten Alternativheilkunde, die, wie gesagt, mit Naturheilverfahren überhaupt nichts zu tun haben. Die physiotherapeutische Hilfeleistung an sich – das heißt: die Technik an sich – unterscheidet sich natürlich nicht, ob sie nun von einem Esoteriker oder Nicht-Esoteriker ausgeübt wird. Der Kontext, in dem das Ganze abläuft, dagegen schon, wenn etwa ein Therapeut auf irgendwelche „Energien“ abstellt, die in irgendwelchen Kanälen oder Meridianen fließen sollen, die es aber tatsächlich gar nicht gibt. Im Übrigen sind Heilpraktiker nicht befugt zur Ausübung von Physiotherapie, das ist nur medizinisch qualifiziertem Personal mit dreijähriger Vollzeitausbildung erlaubt, zu denen die Heilpraktiker bekanntlich nicht zählen.

Radio Lora: Die wichtigsten Methoden der esoterischen Heilpraxis, besonders die verschiedenen Techniken der Kinesiologie, gelten im naturwissenschaftlichen Verständnis als unwissenschaftlich und teilweise auch von der Aussage her als falsch und widerlegt. Die esoterische Alternativmedizin besteht aber darauf, dass rein naturwissenschaftliches Verstehen zu einseitig sei, bzw. für eine ausgewogene Gesundung nicht hinreiche, und nimmt aus der chinesischen Medizin Inhalte der Meridian- und Elementenlehre hinzu, die allgemeinere Bezüge zu einer Lebensenergie – z.B. das daoistische Qi – hinzunehmen, wie sie z.B. auch bei der Akupunktur grundlegend sind. Ist es nicht richtig im Sinne eines ganzheitlichen medizinischen Verständnisses auch solche Organ übergreifende Beziehungen hinzuzunehmen, wie das teilweise ja auch schon durch die Einbeziehung chinesischer Techniken in die Humanmedizin und sogar in die Tiermedizin gemacht wurde?

Goldner: Wenn’s denn so wäre, dass die Bezugnahme auf irgendwelche anderen Heilersysteme irgendeinen Vorteil brächten, wäre ja nichts dagegen einzuwenden. Nur ist das halt nicht der Fall: wer von Energieflüssen spricht, von daoistischem Qi oder Ch’i, und das nicht nur metaphorisch meint, sondern diagnostische Schlüsse aus dem Verlauf dieser Energie zieht und direkten Einfluß darauf nehmen will, muß zumindest nachweisen können, dass es sie überhaupt gibt. Und da sieht es eben sehr düster aus: bislang gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die von der Traditionellen Chinesischen Medizin postulierten Energien und Energiebahnen, in die man dann Akupunkturnadeln stecken kann, tatsächlich existieren. Ein Verfahren muß nicht in allen Details erklärbar sein, aber es muß einen belegten spezifischen Effekt haben, und man muß über die Nebenwirkungen Bescheid wissen, um Nutzen und Risiken abwägen zu können. Einfache Behauptungen oder Anektdoten oder der simple Verweis auf eine angeblich lange zurückreichende Tradition wie bei der Chinesischen Medizin oder bei Ayurveda reichen nicht aus. Ein Heilverfahren oder ein Heilpräparat muß zumindest mit Blick auf Wirkung und Nebenwirkung wissenschaftlichen Kriterien genügen, so wie das bei jedem Aspirin zu verlangen ist.

Im Übrigen sagt der Umstand, dass einige der Alternativheilverfahren, wie etwa die Akupunktur, mittlerweile auch Eingang in die Schulmedizin oder die Veterinärmedizin gefunden haben, gar nichts. Alle ernstzunehmenden Wirksamkeitsstudien besagen, dass gezieltes Setzen der Nadeln auf vermeintliche Energiemeridiane und beliebiges Setzen der Nadeln an irgendwelchen anderen, also „falschen“ Stellen des Körpers absolut gleichwertige Resultate zeitigen. Dass das Ganze überhaupt irgendeinen Effekt hat, dürfte darin begründet sein, dass durch die Nadelung stimmungsaufhellende Serotonine und schmerzlindernde Opioide freigesetzt werden. Auf keinem Fall jedoch hat diese gänzlich unspezifische Wirkung mit irgendwelchen Meridianen oder Akupunkten zu tun.

Radio Lora: Der Boom esoterischer Heilpraxis liegt wohl erst mal an der Zunahme negativer Einwirkungen auf die Menschen, Zunahme von Stress, psychischer Belastung im zwischenmenschlichen Bereich und Lebensängste? Was suchen die Leute aber konkret, die Geld dafür hinlegen, dass sie solche Behandlung bekommen, was macht das besondere des Angebots esoterischer Verfahren gegenüber anderen wie z.B. Physiotherapie, Eutonie oder dergleichen aus?

Goldner: Der große Zuspruch, den die Alternativheilkunde erfährt, begründet sich darin, daß ihre Anbieter sich dem jeweiligen Patienten und seinen Problemen meist sehr viel intensiver zuwenden als Schulmediziner dies tun. Es ist ein erhebliches Manko des schulmedizinischen Versorgungssystems, daß viel zu wenig Zeit aufgewandt wird, dem Patienten wirklich zuzuhören und persönlich auf ihn einzugehen. Ebendeshalb wenden sich rat- und hilfesuchende Menschen gerne an Heilpraktiker und Homöopathen, bei denen sie sich alleine schon des anamnestischen Zeitaufwandes wegen sehr viel ernster genommen fühlen als in der regulären Arztpraxis oder Klinik. Die Alternativheilverfahren selbst erscheinen attraktiv, da sie – auch wenn dies nicht zutrifft – als „natürlich wirksam“ und damit „nebenwirkungsfrei“ angepriesen werden.

Die ausdrücklich auf magisch-okkulte Wirkkräfte abstellenden Verfahren versprechen eine schnelle Problemlösung ohne große Eigenbeteiligung, was natürlich hochattraktiv ist. Das Ausschalten jeder Vernunft ist dabei der notwendige Preis. Im übrigen beruht die tatsächliche Zufriedenheit vieler Kunden, etwa bei Homöopathie, wesentlich darauf, daß eine große Zahl an Gesundheitsstörungen ganz ohne jede Behandlung von selbst wieder verschwindet. Patienten mit solchen Problemen suchen häufig „alternative“ Heiler auf, die dann, ebenso wie sie selbst, natürliche oder spontane Heilungsverläufe bzw. zyklische Besserungen als Ergebnis der jeweiligen „Behandlung“ interpretieren. Auch Realitätsverzerrungen spielen eine Rolle: selbst wenn keine objektive Verbesserung nachweisbar ist, können Anhänger alternativer Heilverfahren überzeugt sein davon, daß ihnen geholfen wurde, allein weil sie sich besser fühlen, auch wenn sich tatsächlich nichts getan hat.. Es kann dieses „Gefühl“ der Besserung in sich durchaus ein bedeutender Genesungsfaktor sein, der allerdings nichts mit dem eingesetzten Verfahren zu tun hat. Keine Besserung zu erhalten, nachdem man Zeit, Geld und guten Glauben in eine alternative Behandlung investiert hat, führt oft auch dazu, solchen Erfolg herbeizukonstruieren, alleine um das Eingeständnis zu vermeiden – vor sich selbst und anderen -, dass man einem Quacksalberverfahren aufgesessen ist. Vielfach werden die untauglichsten Verfahren mit nachgerade fanatischem Glaubenseifer verteidigt, auch mit großer Aggressivität.

Veröffentlicht 22. November 2021 von hubert wenzl in Medizin

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Nobelitis – Der Nobelpreis schützt nicht davor, Blödsinn zu erzählen   2 comments

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Sie sind die Besten, ausgezeichnet mit einem der höchsten Wissenschaftspreise, dem Nobelpreis. Dennoch versteigen sich manche Forschende in diskriminierenden oder absonderlichen Aussagen über Viren oder Intelligenz, die angeblich mit der Hautfarbe zu tun hat. Teilweise ist das völlig unverständlich, findet Alexander Waschkau vom Podcast Hoaxilla.

Wissenschaft und Auszeichnungen schützen auch Forschende nicht davor, Sachverhalte zu verdrehen, falsch darzustellen oder rassistische Behauptungen zu äußern. Dieses Phänomen wird als Nobelitis bezeichnet, abgeleitet vom Begriff Nobelpreis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse.

Jüngster Fall: Nobelpreisträger und Virologe Luc Montagnier. Impfgegner zitieren ihn gerade mit der Behauptung, dass alle, die geimpft wurden, in zwei Jahren sterben werden. Zwei Dinge sind daran falsch:

  1. Luc Montagnier hat das nie so gesagt.

  2. Diese Behauptung ist Unsinn.

Warum manche Nobelpreisträger Falsches behaupten

Experte für solche Falschmeldungen, auf Englisch Hoaxes, ist Alexander Waschkau vom Podcast Hoaxilla. In einer der Podcast-Folgen ist er mit Tommy Krappweis der Frage nachgegangen, „warum hochrangige Akademiker nicht davor gefeit sind, den Pfad der Evidenz zu verlassen“ und haben sich auf die Suche nach den Ursachen von „Nobelitis – der vermeintlichen Nobelpreisträger-Krankheit“ gemacht.

Vor Jahren habe ein befreundeter Wissenschaftler Alexander Waschkau auf das Phänomen aufmerksam gemacht. Seine Recherche habe ergeben: Es gibt eine Reihe von Nobelpreisträgern und -trägerinnen, die irgendwann in ihrem Leben den wissenschaftlichen Tugendpfad – zumindest teilweise – verlassen haben und an Nobelitis leiden.

Beispiele:

  • Der Molekularbiologe James Watson erhielt 1962 den Nobelpreis für seine Entdeckung des Doppelhelix-Modell der DNA. Er hat den Aufbau des DNA-Moleküls entdeckt. Aber: Er hat sich später rassistisch über die Intelligenz von schwarzen Menschen geäußert und dabei Verbindungen zu Genetik und zu Vererbung gezogen. Alexander Waschkau sagt: Es ist längst nachgewiesen, dass Intelligenz nichts mit der Hautfarbe zu tun hat.

  • Linus Pauling hat den Nobelpreis für Chemie (1954) und Frieden (1963) bekommen. Er behauptete irgendwann, mit ausreichend Vitamin C diverse Krankheiten geheilt werden könnten. Das bemerkenswerte an ihm sei, dass er durch sehr abgehobene, neue Ideen die Wissenschaftswelt überfordert habe, die aber später bestätigt werden konnten, erklärt Alexander Waschkau. Dann kam er allerdings irgendwann auf die Idee, Vitamin C könne bei hoher Dosierung gegen jede Krankheit helfen. Diese Hypothese ist durch zahlreiche Studien widerlegt worden.

  • Kary Mullis ist Biochemiker aus den USA und hat 1993 für seine Erfindung der PCR-Methode den Nobelpreis bekommen, die ja gerade in der Pandemie bei den Corona-Tests so wichtig ist. Ausgerechnet er behauptet, dass das HI-Virus (das Virus) nichts mit Aids (die Krankheit) zu tun habe. Kary Mullis hat sogar ein Buch darüber geschrieben. „Das ist nicht zu erklären, einfach unverständlich“, sagt der Hoax-Aufklärer Alexander Waschkau.

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Nobelitis – Der Nobelpreis schützt nicht davor, Blödsinn zu erzählen

 

Von volksverpetzer.de

Zitat nicht von Montagnier: Sorry Impfgegner, ihr werdet uns auch in 2 Jahren nicht los

Fake-Zitat von Nobelpreisträger Montagnier über Impf-Tote

Der mRNA-Impfstoff von BioNTech ist enorm sicher und wirksam, Corona ist gefährlich und die Pandemie ist echt. Und das folgende Zitat hat Montagnier nicht gesagt. Es ist frei erfunden: Auf Telegram und WhatsApp wird ein gefälschtes Zitat verbreitet. Luc Montagnier hätte behauptet, dass Geimpfte innerhalb von zwei Jahren sterben. Als „Beleg“ für diese Behauptung wird oft ein Video geschickt. Im Video sagt er diesen Satz aber überhaupt nicht (Quelle: https://falschzitate.blogspot.com/2021/05/alle-geimpften-menschen-werden.html ).

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Zitat nicht von Montagnier: Sorry Impfgegner, ihr werdet uns auch in 2 Jahren nicht los

 

Verschwörungsmythen in Corona-Zeiten   1 comment

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Im ZDF lief heute Abend Kontraste. „Im Sog der Lügen – wie Verschwörungsideologien Hass säen“.

Absoluter Schwachsinn. Aber die Spinner sterben nie aus. Sie will Leute aufklären. Diesen Leuten kommt man mit Argumenten nicht bei.

Von hr-inforadio.de

Die „Hefe“ für den politischen Widerstand

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Corona-Impfungen seien eine Biowaffe, eingesetzt von ein paar sehr Reichen: Von diesen und ähnlichen Verschwörungsmythen sind einige Menschen fest überzeugt. Die, die sie in die Welt setzen, wissen oft, dass sie nicht stimmen. Für die, die daran glauben, machen sie schwierige Situationen leichter. Eine Umkehr ist meist schwer.

Jeden Montag demonstrieren im sächsischen Bautzen Corona-Skeptiker und Verschwörungsideologen. „Die öffentlich-rechtlichen Medien sagen uns nicht die Wahrheit“, ist da zum Beispiel zu hören. Petra Stark erklärt dort den Kontraste-Reportern: Nicht das Coronavirus sei gefährlich, sondern die Impfungen dagegen. „Das ist die Biowaffe, nicht der Virus. Das ist die Impfung, die Biowaffe.“  Auf die Frage, wer diese Biowaffe aus ihrer Sicht einsetze, sagt sie: „Das sind ein paar ganz Reiche, zum Beispiel Rothschild.

Die Rothschilds, eine jüdische Bankiersfamilie, seit Jahrhunderten Objekt von Verschwörungsmythen. Sie würden zu einer weltweiten Elite gehören, die die Menschheit kontrollieren und dafür dezimieren will. Davon sind die Frührentnerin Petra Stark und ihr Lebenspartner Uwe Fröhlich überzeugt.

Psychologische Hilfe in schwierigen Zeiten

Gerade in schwierigen Zeiten wie der jetzigen Pandemie glauben Menschen schneller an solche Erzählungen, sagt Harald Lamprecht, der Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Sachsen. Denn das biete psychologische Hilfe: „So eine Pandemie ist natürlich eine Situation, die eine große Unsicherheit auslöst und einen großen Kontrollverlust mit sich bringt. Wenn man Schuldige benennen kann, dann ist das Schicksal nicht mehr ganz so diffus und das macht es Menschen offenbar leichter, damit klarzukommen.“

Für diese Erleichterung nimmt Petra Stark offenbar sogar in Kauf, dass ihre Familie wegen ihrer Ansichten zerbricht. Ihre Söhne haben den Kontakt abgebrochen, sie darf die Enkel nicht mehr sehen, sagt sie unter Tränen. Und trotzdem: „Ich muss es einfach in Kauf nehmen. Das sagt mir mein Herz, mein Gefühl. Ich muss das machen, was ich jetzt mache und Leute aufklären.“

„Hält den Volksdiskurs am Laufen“

Petra Stark informiert sich vor allem in den sozialen Medien im Internet. Dort aber finden Nutzer, sagen Wissenschaftler und Journalisten dem Kontraste-Team, etliche Halbwahrheiten und Falschmeldungen, die zudem weit ins rechtsradikale Lager führten. Ein wichtiger Akteur dieser alternativen Medien ist Jürgen Elsässer, Chefredakteur des Magazins Compact. Der Verfassungsschutz stufte es als rechtsextremen Verdachtsfall ein.

Im Kontraste-Interview gibt er zu, dass er viele der Verschwörungsmythen selber nicht glaubt, sie aber für politisch nützlich hält: „Es ist nicht die Wahrheit, aber es hält sozusagen den Volksdiskurs am Laufen. Und das ist sozusagen die Hefe, aus der ein politischer Widerstand im rationalen Sinn erst entstehen muss.“

Schwierige Umkehr

Ein Widerstand, zu dem sich auch Petra Stark aufgefordert fühlt. Sie müsse, sagt sie, die Menschen retten vor dem angeblichen Massenmord durch die Impfungen. Zweifel? Selbst wenn – für Betroffene sei es schwer, sich diese einzugestehen, sagt die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun: „Man muss bedenken, was für eine innere Kraft das auch kosten muss, sich einzugestehen: ‚Ich habe kolossale Fehlentscheidungen getroffen, Dinge verbreitet, die unwahr sind. Ich habe vielleicht auch Gesundheitsempfehlungen abgegeben, die brandgefährlich waren.‘“

Aber von Zweifeln ist Petra Stark auch weit entfernt. Das sagt sie den Kontraste-Reportern auch noch einmal sehr deutlich: „Hoffentlich sagt Ihr dieses Mal die Wahrheit den Leuten!“

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https://www.hr-inforadio.de/programm/das-interview/das-interview-mit-katharina-nocun-politikwissenschaftlerin-und-autorin,das-interview-politikwissenschaftlerin-autorin-katharina-nocun-100.html

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Verschwörungsmythen in Corona-Zeiten

 

Seele   Leave a comment

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Auszug.

Aber ist damit wirklich das letzte Wort über die Seele gesprochen? So großartige Erfolge die Wissenschaft verzeichnet, hat sie doch einen blinden Fleck. Und gerade ihm verdankt sie ihre Triumphe: Wissenschaftler befassen sich nur mit Dingen, über die man sich einigen kann. Doch es gibt Fragen, bei denen grundsätzlich keine Verständigung möglich ist, und die sich trotzdem jeder schon gestellt hat: Sehen zum Beispiel andere Menschen das Blau des Himmels genau so wie ich? Um das herauszufinden, müsste ich in ihre Haut schlüpfen können.

Zu solchen Fragen hat die Wissenschaft nichts zu sagen, weil sie stets die Sicht von außen einnimmt. Forschung will objektiv sein; sie sammelt Daten und leitet daraus Theorien ab. Das kann sie nur, indem sie sich auf den Standpunkt des unbeteiligten Beobachters zurückzieht. Unser inneres, ganz privates Erleben aber bleibt ihr verschlossen. Und zwischen beidem klafft eine riesige Lücke. Wie groß sie ist, weiß jeder, der sich an seine erste Liebe erinnert oder die Geburt eines Kindes miterlebt hat: Solche Erfahrungen können wir niemandem erklären, der sie nicht selbst gemacht hat. Es fehlen die Worte, um treffend das Leuchten der ganzen Welt zu beschreiben, das Liebende erleben. Alles, was wir sagen können, bringt bestenfalls die eigene Erinnerung des Gesprächspartners zum Klingen. Hat der andere aber nicht schon Ähnliches in seinem Leben erfahren, bleibt er ratlos wie ein Blinder, dem man von einem Sonnenuntergang vorschwärmt.

Auch wenn die Wissenschaft heute noch weit davon entfernt ist, unser Gehirn bis in seine letzten Winkel zu verstehen, wird ihr dies vielleicht einmal gelingen. Doch wird eine vollständige wissenschaftliche Erklärung jemals erfassen, was wir empfinden? Selbst wenn sich eine künftige Hirnforscherin alle Daten über das Gehirn eines Verliebten verschafft, könnte sie anhand ihrer Messungen nicht erfahren, wie es ist, sich zu verlieben. Herausfinden würde sie es nur, wenn sie selbst ihr Herz an jemanden verliert.

Denn Wissen kann keine Erfahrung ersetzen. Bereits vor unseren scheinbar einfachsten Erlebnissen muss der unbeteiligte Außenseiter kapitulieren. David Hume, ein schottischer Aufklärungsphilosoph, brachte die Schwierigkeit schon im frühen 18. Jahrhundert auf den Punkt:„Um sich eine Vorstellung von der Ananas zu machen, muss man sie schmecken.“ Dass ich die Süße und die feine Säure der Frucht wahrnehme, verdanke ich natürlich den Geschmacks- und Geruchsrezeptoren auf der Zunge und in der Nase; sie sind mit Nervenbahnen an den Geschmackskern im Hinterhirn gekoppelt und lösen über diese Zwischenstation die Tätigkeit Zehntausender grauer Zellen im Zwischenhirn und im Stirnlappen des Großhirns aus. Wie aber entsteht aus diesem rein physikalischen Vorgang das Erlebnis eines Geschmacks? Wie rufen elektrische Ströme und chemische Botenstoffe innere Bilder und Gefühle hervor? Das ist das so genannte „harte Problem“ der Bewusstseinsforschung. Mit ihm ringen die Neurowissenschaftler und Philosophen seit Jahrzehnten. Der Lösung kamen sie keinen Fingerbreit näher.

Im Gegenteil: Je mehr Daten über die Arbeit des Gehirns sie sammeln, umso drängender stellt sich die Frage, woher all unser inneres Erleben eigentlich kommt – und warum wir es haben. Und das Rätsel hat eine Fortsetzung. Denn selbst wenn ich verstehen würde, was das Feuern von Neuronen in den Geschmack der Ananas oder die Freuden der Liebe verwandelt, bliebe immer noch offen, weshalb diese Empfindungen meine eigenen sind. Denn wer ein Innenleben spürt, muss noch lange kein Ich haben. Säuglinge etwa können ihre Gefühlsregungen höchst lautstark ausdrücken, aber ihnen fehlt noch jede Ahnung davon, wer sie sind. Woher also kommt mein ganz persönlicher Blick auf die Welt?

Dr. Stefan Klein, geboren 1965 in München, ist Physiker, Philosoph und Wissenschaftsautor

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Seele