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Faschismus – Spanien wird Franco nicht los   Leave a comment

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Ich habe schon gleich mal gesehen, dass Spanien einen extrem harten Wege gegen Katalonien einschlägt. Die 900 Verletzten am Referendums-Tag am 1. Oktober 2017 zeigten wie sich Madrid die Niederhaltung der Katalanen vorstellt. Es ist einen kurzsichtige und unzeitgemäße Vorgehensweise die längerfristig nicht von Erfolg gekrönt sein wird. So treibt man ein Volk von sich weg.

Kaum zu glauben, dass man in einem europäischen Land heute noch so vorgehen kann. Das feige Schweigen der EU ist indiskutabel. Ich versteht jetzt auch den militärischen Arm der Basken, die ETA, die sich ja inzwischen aufgelöst hat. Zu lange wird man sonst nichts erhalten haben von den Spaniern. Die Katalanen wird man nicht ohne eine weitergehende Autonomie ruhig halten können.
Nicht vergessen darf man auch dass die Volkspartei Partido Popular (PP) aus der Partei von Franco hervor ging.
Es funktioniert ja nicht, wenn man sagt der Diktator ist tot, jetzt machen wir Demokratie. Die Köpfe sind ja noch die gleichen.

Aus einem Artikel von http://www.rp-online.de geht klar hervor, wie wenig man die Historie, auch die der früheren Konquistadoren aufgearbeitet hat.

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Die Erinnerung an den Diktator lebt auch mehr als 40 Jahre nach seinem Tod weiter.

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Für Spaniens Ultrarechte ist und bleibt er der „Caudillo“ oder „Generalisimo“, wie er zu Lebzeiten gerne genannt wurde. Gemeint ist Diktator Francisco Franco (1892-1975), den der Spanische Bürgerkrieg 1936 an die Macht brachte. Er behielt sie bis zu seinem Tod. Mehr als vier Jahrzehnte sind seither vergangen. Franco-Monumente wurden abgebaut und Straßen, die seinen Namen trugen, umbenannt. Im Fall des nordspanischen Küstenstädtchens San Vicente de la Barquera ist das allerdings noch nicht lange her. Erst im vorletzten Jahr setzte der Stadtrat eine Namensänderung der Hauptstraße „Avenida del Generalisimo“ durch. Dabei enthielten sich die Vertreter der konservativen Volkspartei der Stimme.

Unlängst griff das Madrider Rechtsanwaltsbüro Eduardo Ranz zum wiederholten Mal den Fall zweier Orte auf, die noch immer nach Franco benannt sind: „Guadiana del Caudillo“ in der Extremadura und „Alberche del Caudillo“ in Kastilien-La Mancha. In beiden Orten regiert die Volkspartei. Die Kanzlei zeigte sowohl den Bürgermeister von Guadiana, Antonio Pozo, als auch die Bürgermeisterin von Alberche, Ana Rivelles, an. Beide wollen ihre Orte nicht umbenennen. Darin sieht das Anwaltsteam eine Weigerung, das Gesetz des historischen Gedächtnisses (Ley de Memoria Historica) umzusetzen. Dieses hält die öffentliche Verwaltung an, sämtliche Erinnerungstafeln oder verherrlichende Erwähnungen zu entfernen, die in Verbindung mit den Repressionen der Franco-Diktatur stehen.

In diesem Zusammenhang erstaunt auch, dass die umstrittene „Nationalstiftung Francisco Franco“ weiter agieren darf. Die Stiftung, die bis zu Beginn des Jahrtausends Zuschüsse aus Staatskassen erhielt, stellt auf ihrer Webseite „wohltätig-lehrende und kulturelle Arbeit“ heraus. Ihr wird jedoch die Fortführung faschistischen Gedankenguts unter dem Deckmantel der Geschichte vorgeworfen.

Auch an anderer Stelle wird das Franco-Erbe bewahrt. Mitten in Madrid machen Besucher im Museo Naval, dem Seemuseum der Marine, Bekanntschaft mit dem Diktator. In einem Ausstellungssaal werden Exponate zu Franco gezeigt, darunter ein glorifizierendes Porträt des Malers Fernando Alvarez de Sotomayor, eine Bronzebüste und Francos Kapitänsmütze.

Aus Sicht von Experten mangelt es in Spanien generell an einer kritischen Aufarbeitung der eigenen Historie. Das gilt für die Konquistadoren, die ganze Kulturen in Lateinamerika auslöschten, ebenso wie für die Franco-Zeit.

Dazu passt, dass seit einiger Zeit die Diskussionen zum Grabmal Francos im pompösen „Tal der Gefallenen“, Valle de los Caidos, verstummt sind. Vor Jahren noch hatte sich eine Expertenkommission dafür stark gemacht, die Überreste Francos aus der riesigen Prunkbasilika zu entfernen oder zumindest eine Mahnstätte daraus zu machen. Aufklärende Informationen am Franco-Grab sucht man jedoch bis heute vergeblich.

Von Andreas Drouve

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Faschismus – Spanien wird Franco nicht los

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Gruß Hubert

 

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Veröffentlicht 22. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Die „schlimmste Attacke“ seit der Diktatur Francos   Leave a comment

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Es ist ein Witz, wenn Rajoy von Demokratie und Rechtsstaat redet – er müsste eher von Rechts-Staat reden. Ich habe schon vor langer Zeit geschrieben, dass Rajoy zum Faschismus zurück gekehrt ist. Und genau so ist es eingetreten. Man erinnere sich an den 1. Oktober, dem Referendums-Tag als 900 friedliche (!) Katalanen von der ex-Franco paramilitärischen Guradia Civil brutal zusammen geschlagen wurden, darunter auch Frauen.

Aus wiwo.de

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Der Regionalregierungschef Carles Puigdemont bei einer großen Unabhängigkeitsprotest in Barcelona am Samstag. –  Bild:  AP

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Der spanische Ministerpräsident macht ernst. Die Regionalregierung um Puigdemont will er aus dem Amt werfen. Die katalanische Führung spricht von Totalitarismus und dem Ende der Demokratie.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont spricht von einem „Putsch“ und einen inakzeptablen Angriff auf die Demokratie“.Die von der spanischen Zentralregierung beschlossenen Maßnahmen zur Beendigung der Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region sei die „schlimmste Attacke“ gegen Katalonien seit der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975), sagte Puigdemont in einer Fernseh-Ansprache am Samstagabend in Barcelona.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte zuvor am Samstag unter anderem die Absetzung der katalanischen Regierung sowie die Ausrufung von Neuwahlen zum Regionalparlament innerhalb der nächsten sechs Monaten angekündigt. Dazu sagte Puigdemont: „Die Absetzung einer demokratisch gewählten Regierung ist mit einem Rechtsstaat unvereinbar.“ Man werde aber „weiter kämpfen“, beteuerte der Katalane ohne Bekanntgabe von Maßnahmen.

Die Zentralregierung müsse den beispiellosen Schritt unternehmen, die Kontrolle über Katalonien zu übernehmen, um angesichts der von der dortigen Regionalregierung unterstützten Sezessionsbestrebungen die „Ordnung wiederherzustellen“, sagte Rajoy am Samstag nach einer Sitzung seines Kabinetts. Er berief sich dabei auf den Verfassungsartikel 155. Die Zentralregierung werde Katalonien nicht den Autonomiestatus aberkennen, sondern Vertreter der Regionalregierung absetzen, die gegen das Gesetz verstoßen hätten, sagte er.

[…]

Die spanische Verfassung gewährt der Zentralregierung die Macht, einer Regionalregierung Befugnisse zu entziehen, wenn diese das Gesetz übertritt. Puigdemont hatte vergangenen Woche erklärt, die Katalanen hätten ihm beim Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober das Mandat für eine Unabhängigkeitserklärung gegeben. Er wolle aber zunächst mit Madrid verhandeln. Rajoy forderte ihn daraufhin auf, klarzustellen, ob er die Region für unabhängig erklärt habe, doch Puigdemont wich aus. Das Verfassungsgericht erklärte das Referendum für verfassungswidrig.

(Anmerkung: Das Verfassungsgericht ist nicht unabhängig, sondern Handlanger von Rajoy, wie schon 2006 als es auf Verlangen von Rajoy ein ausgehandeltes Autonomie abkommen vom Tisch wischte. Dieses VG hat für mich keine Legitimation, da nur politisches Werkzeug von Rajoy).

Mitglieder der separatistischen Regionalregierung in Barcelona sind gegen Neuwahlen. Stattdessen haben sie gedroht, die Unabhängigkeit zu erklären, falls die Zentralregierung ihnen Befugnisse entzieht.

Ministerpräsident Mariano Rajoy versuche, Katalonien zu erniedrigen und die Autonomie der Katalanen zu vernichten, so Puigdemont. Er wolle, dass das regionale Parlament in Barcelona über Rajoys Pläne debattiere und darüber abstimme, wie am besten darauf geantwortet werden könne.

Puigdemonts Aussagen waren eine versteckte Drohung, die Unabhängigkeitserklärung in der florierenden Region im Nordosten Spaniens weiter voranzutreiben. Der Regionalregierungschef hatte sich zuvor an einem großen Unabhängigkeitsprotest in Barcelona beteiligt. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich daran rund 450.000 Menschen, Unabhängigkeitsgegner bezifferten die Menge auf 85.000 Personen. Die Teilnehmer der Demonstration machten ihrem Ärger über das Vorgehen der Zentralregierung Luft und forderten zudem die Freilassung zweier Unabhängigkeitsaktivisten. Während die Demonstranten „Freiheit, Freiheit“ riefen, sagte der Sprecher der Initiative Òmnium Cultural, Marcel Mauri, der Plan der Zentralregierung zerstöre die Demokratie. Auf Englisch bat er um internationale Unterstützung: „Helfen Sie Katalonien, retten Sie Spanien, retten Sie Europa.“

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Die „schlimmste Attacke“ seit der Diktatur Francos

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Aus der Sonntagszeitung ZETT, 22.10.2017, Südtirol.

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Die spanischen Stiefel waren ein Folterwerkzeug bei der Inquisition.

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Spanische Stiefel

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 22. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Songtexte von Mylène Farmer   Leave a comment

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A quoi je sers • Zu was bin ich nutz/diene ich

Lebender Staub

ich suche vergeblich nach der/meiner Milchstraße
in meinem Aufruhr, fand ich ein Mausoleum
und mein Geist wanderte
ich habe Angst vor dem Vakuum
ich drehe Seiten
aber … leere Seiten

Staub wandert, konnte mich nicht führen
jede Stunde frage ich mich, was mich einholt
und mein Geist wandert
ich habe Angst vor dem Vakuum
warum diese Tränen
sag … warum leben …

Ach mein Gott, wie ich aussehe
wozu bin ich nutze
und wer in dieser Hölle kann sagen (1)
was man von uns erwartet, ich gestehe
Und ich weiß nicht, wem ich diene
wahrscheinlich nichts
jetzt kann ich (alles ver) schweigen
wenn alles Grauen wird

Brennender Staub, war das Fieber in mir
ich lachte ohne Gelächter, ich sah, ich weiß nichts
und mein Geist wandert
uch habe Angst vor dem Vakuum
uch drehe Seiten
aber … leere Seiten

Ach mein Gott, wie ich aussehe
wozu bin ich nutze
und wer in dieser Hölle kann sagen
was man von uns erwartet, ich gestehe
Und ich weiß nicht, wem ich diene
wahrscheinlich nichts
jetzt kann ich (alles ver) schweigen
wenn alles Grauen wird

————–

Die schwarze Witwe oder wer in dieser Hölle weiß

La veuve noire

Die schwarze Witwe

Dieses schwarze Witwe
hast du geliebt
Liebe mit einer schlechten Nacht im Mai
dieses schwarze Dame
die Zeit ist gekommen
du wirst heute Nacht untergehen, Mai

Dieses schwarze Leinwand
es ist dein Leichentuch
du ruhst an diesem Abend im Mai
als die Spinne in einer Nacht
eines langen Kuss
deine Hoffnungen berauschte
zu spät…

Übersetzung von Stefan

http://myleneonline.de/info/ubersetzungen/non-album-tracks/#ostdi

 

Moderne Kontaktanzeigen

I
Liebe mich im Gras und nackt!
Wenn nach dem Geschlechterakt
Laut der Geigerzähler knackt –
Hatten wir Naturkontakt.

II
Nimm mich, Fremder, bloß und fest!
Wenn Dich dann der Gummitest
Positiver denken läßt –
Küss und nimm den Samenrest.

Die Vorstellung eines vom Himmel fallenden Kreuzes gibt wohl die Meinung vieler sexuell sehr konservativ eingestellter Menschen wieder, die AIDS für Gottes Antwort auf die Promiskuität der ach so aufgeklärten „Sünder” halten. So würde dann Gott, im Video provokativ körperlich, als Person und über den Wolken sitzend dargestellt, endlich dafür sorgen, daß die einzig richtige Auslegung seines Heiligen Wortes, die natürlich die Moralisten noch besser als Er selber kennen, sichergestellt wird. Zwar kann Gott nicht verhindern, daß sich die Menschen weiterhin hemmungslos ihren Vergnügungen miteinander im Bett hingeben (wieso kann er das eigentlich nicht? Ist er nicht allmächtig?), aber er kann jedenfalls dafür sorgen, daß der unbedachte Sex nicht ohne Folgen bleibt. Je mehr Vertrauen man völlig Fremden entgegenbringt und je tiefer man sich auf sie einläßt (so oder so), je mehr man also seinen Nächsten liebt, desto gefährlicher ist diese Liebe, geradezu vergiftet („Amour poison”). Also würde Gott, in der Logik dieser selbsternannten Moralwächter, den Menschen, die ihre Nächsten lieben, eine Krankheit auf den Hals gehetzt haben… Das alte Gebot Gottes müßte also etwas erweitert werden: „Liebe Deinen Nächsten, klar, Mensch, hau ’rein, aber wenn Du nicht daran verrecken willst, dann laß Dir schwarz auf weiß einen AIDS-Test vorlegen, der nicht älter als ein paar Stunden ist… Oder, mach’s Dir doch einfach, Mensch, bleib einfach immer nur einem treu, wenn es schon sein muß. Geht doch nichts über Einehe, lebenslänglich, was?!”

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http://www.mylene-farmer.de/kommenta/sonstige_lieder_kom/qmcl_kommentare/qmcl_kommentar.htm

Que mon cœur lâche
Da bleibt mir doch gleich das Herz stehen

Ganz schön/allzu heftig/brutal
Das Amalgam/die Mischung/das Durcheinander
Der Körpertanz/der Tanz der Körper
Die tödliche Liebe/die Liebe zu Tode

Liebe Gift/Giftige Liebe
Kollision/Aufeinanderprall/Zusammenstoß
Die Angst stürzt/legt sich/prasselt nieder
Auf unser Herumtoben/-tollen

Du unter/zwischen uns
Kautschuk/Gummi
Du führst Dich behutsam/dringst unauffällig/schmeichelst Dich ein
In unsere Leidenschaften/Lieben/Zuneigungen

Das ist nicht leicht/einfach
Das Vergnügen/die Freude/Lust/der Spaß
Zähmen/sich gewöhnen an
Deinen vereisten/eisigen/gefühlskalten/polierten Körper

Mein Herz setzt aus
Meine Träume von exzentrischer Liebe
Haben nicht mehr ihren Straß
Mein Liebesstreß ist so traurig
Mein Herz setzt aus
Aber tu mir weh
Mißbrauche Fesseln und Lilien (Wonnen)*
Die Zeiten sind schlaff
Die Liebe hat Schmerzen
Es sind die Zeiten der Plastik-Liebe

Welch böser Engel/Teufel
Gerät auf Abwege
Um zu kreuzigen/martern/peinigen/quälen
Meine Freiheiten

Ich armer Schlucker/Teufel
Ich bin so krank/fühl mich so schlecht
Taumel/Schwindel der Liebe,
Verletzter/wundgeriebener/gekränkter Liebe


Übersetzung: Peter Marwitz & Michael Kuyumcu

Und jetzt noch etwas was für mich geil ist.

geil sind (wären) für mich nur noch solche dinge…die fahrt geht erst bei 1:30 Minuten los… der sound am anfang dauert schon lange…

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Lamborghini Huracán Ride – Start, Rev & Acceleration on Autobahn

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Mylène Farmer, Sting – Stolen Car

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 21. Oktober 2017 von hubwen in Lyrik, Musik, Uncategorized

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Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien   Leave a comment

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In Lateinamerika gab es genug Länder, die NS-Kriegsverbechern Schutz gewährten, darunter auch Argentinien. Argentinien hatte auch das Ziel unter den NS-Kriegsverbrechern „Techniker“ und „Experten“ aufzunehmen. Die Peron-Regierung in Argentinien hieß NS-Verbrecher herzlich willkommen.

Aus ila-web.de

Im zweiten Teil seiner Artikelserie über die Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher nach Argentinien beschreibt Theo Bruns die verschiedenen Beteiligten, die wichtigsten Fluchtrouten und die Schlüsselrolle der Regierung Perón bei der Evakuierung der Massenmörder.

Argentinien war aus dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich gestärkt hervorgegangen. Der im Februar 1946 zum Präsidenten gewählte Juan Domingo Perón erträumte für das Land am Rio de la Plata bereits die Rolle einer „Dritten Weltmacht“, und die argentinischen Militärs verfolgten ehrgeizige Pläne, die den Aufbau von Waffenfabriken, die Konstruktion von Kampfflugzeugen und die Entwicklung von Nukleartechnologie einschlossen. Sie konkurrierten mit den Alliierten im Wettlauf um die Rekrutierung von NS-Wissenschaftlern und Rüstungsexperten, die sie in den Dienst der eigenen Machtentfaltung stellen wollten. Dennoch war Peróns Einwanderungspolitik nicht rein pragmatisch orientiert, sondern zielte darüber hinaus auf eine Personengruppe, deren Einschleusung ausschließlich politisch-ideologisch motiviert war und sich seiner weltanschaulichen Nähe zum europäischen Faschismus verdankte. In den Nürnberger Prozessen sah Perón nicht die gerechte Strafe für beispiellose Verbrechen, sondern kritisierte sie im Stil deutscher Nazis als Siegerjustiz: „In Nürnberg geschah damals etwas, was ich persönlich als eine Schande und als eine finstere Lektion für die Zukunft der Menschheit ansah … Es ist die größte Ungeheuerlichkeit, welche die Geschichte niemals vergessen wird.“

Er entschied sich – in flagranter Verletzung internationaler Verträge – eine illegale Einwanderung in Gang zu setzen, die nicht nur Jagd auf „Techniker“ und „Experten“ machte, sondern so viele NS-Täter und Kollaborateure wie möglich vor der Nachkriegsjustiz bewahren sollte. Uki Goñis Standardwerk „Odessa – Die wahre Geschichte“ kommt das außerordentliche Verdienst zu, Konturen, Akteure und Funktionsmechanismen dieser umfassenden Operation im Detail nachgezeichnet zu haben. Seine minuziöse Rekonstruktion des komplizierten Fluchthilfenetzwerks verweist die These, die NS-Kriegsverbrecher hätten nach dem Krieg ihre Flucht vornehmlich individuell und ohne organisierte Hilfe in die Wege geleitet, ein für alle mal ins Reich der Legenden. Die Schaltzentrale der Operation war in der Nachrichtenabteilung des Präsidenten (División Informaciones) angesiedelt, einem neu geschaffenen Geheimdienst, den Perón mit der Planung und Durchführung der Fluchthilfe beauftragt hatte. Sie wurde geleitet von Rodolfo Freude, einem engen Freund Evitas und ihres Bruders Juan Duarte. Rodolfo war der Sohn des deutsch-argentinischen Unternehmers Ludwig Freude, der als oberster Nazi Argentiniens galt. Gerüchten zufolge verwaltete er einen Nazi-Spionagefonds und war bereits vor Kriegsende in Finanztransaktionen verwickelt, die Nazivermögen vor dem Zugriff der Alliierten retten sollten. Freudes Topagent war eine außerordentlich schillernde Gestalt: Carlos Horst Fuldner, der Sohn einer deutschen Einwandererfamilie, die Anfang der 1920er Jahre nach Deutschland zurückgekehrt war. Fuldner trat bereits 1931 der SS bei, machte sich später der Unterschlagung schuldig und wurde nach einem misslungenen Fluchtversuch verhaftet und degradiert. Später diente er als Übersetzer bei der Blauen Division, einer spanischen Militäreinheit, die Franco für den Einsatz an der Ostfront zur Verfügung gestellt hatte. Ende 1944 tauchte er in Madrid auf, nun als Agent des Auslandsgeheimdienstes der SS. Im Auftrag Schellenbergs sollte er Fluchtmöglichkeiten für SS-Größen sondieren, eine Mission, die er später als Agent der Nachrichtenabteilung Peróns umsetzen wird.

Die erste Fluchtwelle erreichte Argentinien über Spanien. Bei der Mehrzahl der Fliehenden handelte es sich um Mitglieder der europäischen Kollaborationsregime der Nazis, die sich nach dem Einmarsch der Alliierten nach Madrid gerettet hatten: Vertreter des französischen Vichy-Regimes und belgische Kollaborateure, kroatische Ustascha-Vertreter, Mitglieder der slowakischen Hlinka-Garde und der rumänischen Eisernen Garde. Ein wahres Horrorkabinett und getreues Abbild des nazistischen Europas. Aus ihm wird Freude das Team rekrutieren, welches die „Odessa“ Peróns bilden und den Massenexodus von Kriegsverbechern aus Europa einleiten wird. Zum harten Kern dieses Netzwerkes gehörten u.a. Pierre Daye, der ehemalige Fraktionsvorsitzende der pronazistischen Rexisten-Partei in Belgien; dessen Landsmann René Lagrou, Gründer der flämischen SS; Charles Lesca, Herausgeber des französischen Kollaborationsorgans Je suis partout, das einen rabiaten Antisemitismus vertrat; Georges Guilbaud, Organisator der Vichy-Milizen in Nordfrankreich und späterer Finanzberater Peróns; Jacques de Mahieu, Veteran der französischen SS-Division Charlemagne (sein Buch „Grundlagen der Biopolitik“ wurde vom NPD-Verlag Deutsche Stimme in deutscher Sprache veröffentlicht); Branko Benzón, Botschafter des kroatischen Ustascha-Regimes in Berlin; Radu Ghenea, Botschafter des NS-Satelliten Rumänien in Madrid. Zu ihnen gesellten sich aus Italien kommend die Brüder Ferdinand und Jan Durcansky, Vertreter des slowakischen NS-Marionettenstaates. Fast alle von ihnen waren in ihren Heimatländern wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden oder hatten lange Haftstrafen zu erwarten. Auslieferungsersuchen an die Adresse der argentinischen Regierung wurden jedoch in geradezu provozierender Weise ignoriert.

Diese makabre Runde traf sich auf Vermittlung Freudes in der Casa Rosada mit Perón, um die Evakuierung ihrer in Europa zurückgebliebenen Mittäter und Gesinnungsgenossen zu planen. Gemeinsam debattierten sie die peronistische „Dritte Position“ (Tercera Posición) jenseits von „plutokratischem“ Kapitalismus und sowjetischem Kommunismus, die in ihren Grundzügen dem europäischen Faschismus nur zu ähnlich war. Sie waren in der festen Überzeugung vereint, dass ein Dritter Weltkrieg und die Wiedereinsetzung in ihre alten Positionen unmittelbar bevorstehe. Pierre Daye, der sich in pathetischer Pose in einer Zeit ähnlich der Renaissance, einer „Epoche der Abenteurer“ wähnte, schrieb: „Die Märtyrer, die man für jede höhere Sache braucht, werden ihre Namen im Triumph rehabilitiert sehen.“ Aus Madrid sekundierte der in Belgien ebenfalls zum Tode verurteilte Rexistenführer Léon Degrelle: „In zwei, drei, fünf Jahren wird die große Stunde kommen. … Alles Bisherige war ja nichts als Patrouillengang, Erkundung, aufmerksame Beobachtung. Das wirkliche Leben fängt erst noch an.“ Sie geben sich im Präsidentenpalast die Klinke in die Hand und unterstützen sich wechselseitig. Sie danken Perón für die „bewegende Gastfreundschaft“, verwenden sich für eine „Einwanderung der Eliten“ und versprechen, ihre „gesammelte Erfahrung“ im antikommunistischen Kampf in den Dienst der „Argentinischen Nationalen Revolution“ zu stellen. Binnen kurzem werden sie in wechselnder personeller Zusammensetzung für Peróns Geheimdienst oder als Berater (asesores confidenciales) der zunächst von dem erklärten Antisemiten Peralta, ab Mitte 1947 dann von Pablo Diana geleiteten Einwanderungsbehörde arbeiten oder als „Vertrauensmänner“ (allegados) an Konferenzen teilnehmen, welche die strategischen Eckpunkte der Einwanderung festlegten. Freudes Team ist mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet und befugt, Einreisegenehmigungen (libre desembarco) für die nach Nationalitätengruppen betreuten Schützlinge zu erteilen, auf deren Basis die argentinischen Konsulate in Europa angehalten sind, Visa zu erteilen.

Diese verschworene Gemeinschaft von Schreibtischtätern, Mördern und NS-Kollaborateuren gründet 1948 eine harmlos klingende Organisation namens SARE, die „Argentinische Gesellschaft zum Empfang von Europäern“. Diese hat sich dem Ziel verschrieben, „unseren gefährdeten Freunden auf dem Alten Kontinent Visa und Mittel für die Einwanderung nach Argentinien zu besorgen“. Sie wird von der peronistischen Regierung offiziell anerkannt und genießt weitreichende Befugnisse. Logo der Organisation ist sinnigerweise ein Rettungsring, der die Landkarte Europas umrahmt. Sie tagt in einem im Kolonialstil erbauten Gebäude in Buenos Aires, welches im Besitz des Erzbistums von Buenos Aires ist. Dessen Oberhaupt, Kardinalprimas Santiago Luis Copello, ein Sympathisant des Vichyregimes, wird von Perón zu seinem „päpstlichen Gesandten“ beim Heiligen Stuhl ernannt.

Noch fünfzig Jahre nach den Ereignissen ist Uki Goñi fassungslos, „dass Perón in so dreister Weise und in direkter Komplizenschaft mit den Kriegsverbrechern die größte Fluchtoperation in den Annalen der Verbrechensgeschichte aushecken konnte“. Während Freude sein Team in Buenos Aires zusammenstellte, wurde in Europa bereits die Fluchtroute Nord installiert. Sie wurde von dem Deutsch-Argentinier Carlos Schulz sowie den argentinischen Konsuln Piñeyro und Mouret in Kopenhagen betreut und diente u.a. der Ausschleusung von NS-Wissenschaftlern und -technikern via Skandinavien. Die prominentesten Anwerbungen waren zweifelsohne der ehemalige Chefkonstrukteur der Focke-Wulf-Werke in Bremen, Prof. Kurt Tank, und dessen Mitarbeiter Jürgen Naumann, die die Blaupause für einen neuen Kampfflieger mit nach Argentinien brachten. Tank wurde in Córdoba leitender Berater des Luftfahrttechnischen Instituts in Argentinien und war mit seinem Team maßgeblich an der Produktion des argentinischen Düsenjägers Pulqui II beteiligt. Ein „Experte“ anderer Art war Dr. Carl Vaernet, der „dänische Mengele“, der als SS-Arzt an homosexuellen Häftlingen des KZ Buchenwald grausame Experimente durchgeführt hatte, um ein „Heilmittel gegen Homosexualität“ zu entwickeln. Im März 1947 flüchtete er über Schweden nach Argentinien, wo er für Peróns Gesundheitsministerium arbeitete. 

Die spektakulärste Flucht gelang dem SS-Mann Ludwig Lienhardt mit einer Gruppe aus Angehörigen von acht Nationen, der auf einem ehemaligen Segelschulschiff, der Falken, in Stockholm in See stach und ein halbes Jahr später in Buenos Aires eintraf. Die Falken wurde später zu einem beliebten Treffpunkt der deutschen Nazi-Szene um Hans-Ulrich Rudel, dem Flieger-As der Luftwaffe Hitlers. Rudel war ein enger Freund Peróns und gründete ein deutsches NS-Hilfswerk in Buenos Aires, das so genannte Kameradenwerk. Zu dessen Gründungsmitgliedern gehörten neben Lienhardt Kriegsverbrecher und Massenmörder wie das Mitglied der Einsatzgruppe D, Kurt Christmann, der für Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung im Kaukasus verantwortlich war.

[…]

Obwohl die fraglichen Hauptkriegsverbrecher über einen Zeitraum von zwei Jahren verteilt einreisten (Priebke: November 1948; Mengele: Juni 1949; Eichmann: Juli 1950), wurden ihre Anträge innerhalb von zwei Monaten eingereicht, die von Mengele und Priebke sogar mit fortlaufenden Aktenzeichen. Mengele und Eichmann wurden zwischen April und Juni 1948 Ausweise der italienischen Stadt Temeno (Tramin) in Südtirol auf die Namen Helmut Gregor (Nr. 114) bzw. Riccardo Klement (Nr. 131) ausgestellt. Und auch die Rote-Kreuz-Pässe diverser Kriegsverbrecher weisen häufig eine verdächtig dicht aufeinander folgende Nummerierung auf. Klare Hinweise auf eine koordinierte Aktion. Ein Großteil der Akten, die genaueren Aufschluss hätten geben können und nach den Worten eines Juristen der argentinischen Einwanderungsbehörde „extrem kompromittierend“ waren, wurden während der Präsidentschaft Carlos Menems – pikanterweise kurz vor der Bildung einer staatlichen Historikerkommission zur Aufklärung der argentinischen Nazi-Connection – 1996 auf Anweisung der Regierung aus den Archiven geholt und an der Hafenmole verbrannt. Uki Goñi vermutet, dass die erwähnten Einreiseanträge von Fuldner über die DAIE in Genua an Freudes Nachrichtenabteilung übermittelt wurden.

Das Räderwerk dieser „größten Fluchthilfeoperation der Kriminalgeschichte“ funktionierte im Dreieck von Nachrichtenabteilung im Präsidentenpalast, der Einwanderungsbehörde in Buenos Aires und den Schlepperbasen in Europa reibungslos. Mit der Schifffahrtsline des argentinischen Reeders Dodero und der staatlichen Fluglinie FAMA standen sichere Transportwege über den Atlantik zur Verfügung. Zum Internationalen Roten Kreuz, das Ersatzpässe auf falsche Namen ausstellte, bestand ein routinemäßiger Kontakt, und in Argentinien brachten Fuldner und Co. ihre angekommenen „Schützlinge“ in eigenen Firmen unter. Zur Perfektion gebracht wurde dieses System durch die enge Zusammenarbeit mit einem weiteren mächtigen Bündnispartner, dem Vatikan. Davon wird der dritte und letzte Teil dieser Artikelserie berichten.

Von Theo Bruns

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Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 21. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Felix Meyer – Die Corrida   Leave a comment

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Felix Meyer – Die Corrida

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Felix Meyer – Die Corrida

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Seitdem ich die ganze Zeit wartend in dieser finsteren Kammer steh,
Wo der Gesang und das Gelächter am Ende des Ganges nicht vergeht.
Irgendwer hat das Schloss berührt,
Ich bin in’s gleißende Licht getaucht.
Hab mir die Trompeten, die Absperrgitter
Und drum herum die Leute angeschaut.

Am Anfang dachte ich noch, dass man sich hier auch verteidigen kann,
Doch bald schon wurde klar, dass dieser Platz keinen Rückweg hat.
Sie haben den Ausgang abgesperrt,
Sie hatten Angst ich würde fliehen.
Am Ende werd ich sie wohl bekommen,
Diese alberne Tänzerin.

Kann man diese Welt ernst nehmen?

Oh Andalusien, ich erinner mich: Felder, die voller Kakteen waren.
Ich werde nicht zittern vor diesem kleinen, vertrottelten Hampelmann.
Ich werd ihn packen mit seinem Hut
Und ihn wie eine Sonne drehen.
Heut Abend wird die Frau vom Torero
Ruhig schlafen gehen.

Kann man diese Welt ernst nehmen?
Kann man diese Welt ernst nehmen?

Ich hab die Trugbilder verfolgt
Und dabei um ein Haar ihre Tänzerinnen berührt.
Sie haben mir mit aller Kraft in den Hals geschlagen,
Auf dass ich mich beugen werd.
Wo kommen die Akrobaten her
Mit ihren Kostümen aus Papier.
Ich habe niemals gelernt,
Wie man sich gegen Puppen wehrt.

Ich spür den Sand, auf dem mein Kopf liegt – ein Wahnsinn, wie gut es tut.
Ich hab gebetet, dass alles aufhört – Andalusien, die Erinnerung.
Ich hör sie lachen, wie ich röchel,
Und wie sie tanzen, bin ich besiegt.
Ich hätte nie geglaubt, dass man sich
So sehr um ein Grab vergnügt.

Kann man diese Welt ernst nehmen?

Si, si hombre, hombre.
Baila baila!
Hay que bailar de nuevo.
Y mataremos otros.
Otras vidas, y otros toros.
Y mataremos otros.

Kann man diese Welt ernst nehmen?

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https://www.songtexte.de/songtexte/felix-meyer-die-corrida-20798797.html

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 20. Oktober 2017 von hubwen in Musik, Uncategorized

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Was glaubt jemand, der nicht glaubt?   Leave a comment

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In den Medien kommen Nicht-Gläubige, Konfessionslose, in erschreckendem Maße nicht vor. Obwohl die Zahl der Konfessionslosen eine sehr hohe Zahl erreicht hat. Aber es kommt wohl nicht gut an, wenn man über Konfessionslose schreibt. Hingegen bekommen christliche, kirchliche Institutionen breitesten Raum und sehr viel Zeit in den Medien zugewiesen. Das spiegelt die Realität nicht mehr wider.

In Deutschland machen konfessionsfreie Menschen mehr als ein Drittel der Bevölkerung aus, in Berlin stellen sie die übergroße Mehrheit dar.

Hier aus hpd.de – von Uwe Lehnert

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Uwe Lehnert

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Was Christen oder Muslime glauben, das ist in groben Zügen so ziemlich jedem geläufig. Dagegen ist in der Öffentlichkeit so gut wie nichts darüber bekannt, was konfessionsfreie Menschen denken und für „glaubwürdig“ halten. Das ist eigentlich erstaunlich, bilden sie doch in Deutschland mehr als ein Drittel der Bevölkerung, in Berlin zum Beispiel stellen sie die übergroße Mehrheit dar.

Eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstitut Emnid im Frühjahr 2016 ergab für Berlin, dass sich 61 Prozent der Berliner als konfessionsfrei, 21 Prozent als evangelisch und 9 Prozent als Mitglied der katholischen Kirche bezeichneten. In den restlichen 9 Prozent sind Muslime, Juden und ca. 50 weitere Religionsgemeinschaften enthalten.

Konfessionsfreie vertreten mehrheitlich eine Weltanschauung, die sich bewusst von Religion und einem über Allem stehenden Gott abgrenzt. Eine Minderheit unter ihnen ist zwar aus der Kirche ausgetreten, betrachtet sich aber oft noch in irgendeiner Weise als religiös.

Nichtreligiöse Menschen gibt es offiziell faktisch nicht

Rundfunk und Fernsehen halten sich vornehm zurück, wenn es um die Darstellung des Denkens und Handelns nichtreligiöser Menschen in Deutschland geht. Dabei ist in allen Staatsverträgen, die zwischen jedem Bundesland und den jeweiligen Rundfunk- und Fernsehanstalten geschlossen wurden, ausdrücklich festgeschrieben, dass diese über alle relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen und über alle relevanten gesellschaftlichen Ansichten und Meinungen angemessen zu berichten hätten. Aber lediglich die „staatstragenden“ Religionen haben Vertreter in den Medienräten. Und von denen verfügen fast nur die christlichen Kirchen über eigene Redaktionen und feste Sendezeiten. Diese besitzen somit trotz aller behaupteten Trennung von Staat und Religion ein staatlich gewährtes Privileg.

Bei den Tages- und Wochenzeitungen sieht es ähnlich aus. Weltanschauliche Fragen, die um die Themen weltlicher Humanismus, Religionskritik, gar Atheismus kreisen, scheinen geradezu tabu zu sein. Angesichts der Vielzahl von religions- und kirchenkritischen Büchern – siehe bei den Internet-Buchversendern, nicht in den Buchhandlungen! – ist es auffällig, dass solche Literatur praktisch nie in den Kultur- und Literaturteilen der Druckmedien erwähnt wird. Ausnahmen bilden allenfalls mal ein Buch eines hochrenommierte Autors wie Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) oder ein Interview mit dem säkularen Humanisten Michael Schmidt-Salomon.

Religiöse und die Kirchen betreffende Fragen werden täglich, ausführlich und wie selbstverständlich in Funk und Presse thematisiert. Konfessionsfreie Menschen erheben den Anspruch, mit eben solcher Selbstverständlichkeit weltanschauliche Alternativen zur Religion und Themen, die sich kritisch bis ablehnend mit Religion befassen, öffentlich zu diskutieren. Immerhin betreffen solche Themen mehr als ein Drittel der deutschen Bürger, in den Großstädten mit ihren vielfältigen Bildungsangeboten sogar die Mehrheit. Haben nicht Rundfunk und Fernsehen, aber natürlich auch die Druckmedien, geradezu den – selbst auferlegten – Auftrag, über alles, was von gesellschaftlicher Bedeutung ist, zu berichten? Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 25. März 2014 zum ZDF-Staatsvertrag ausgeführt: „Neben großen, das öffentliche Leben bestimmenden Verbänden müssen untereinander wechselnd auch kleinere Gruppierungen, die nicht ohne weiteres Medienzugang haben, und auch nicht kohärent organisierte Perspektiven (in den Aufsichtsgremien; U.L.) abgebildet werden.“ Die Ausführungen bezogen sich zwar auf die Ausgestaltung des ZDF-Staatsvertrags, bilden aber erkennbar eine Aussage von allgemeinerer Bedeutung.

Als entschuldigendes Argument wird regelmäßig vorgetragen, dass die Konfessionsfreien nicht repräsentativ organisiert seien, keinen Ansprechpartner hätten und von daher als quasi nicht vorhanden erscheinen. Abgesehen davon, dass Unorganisiertheit kein Argument sein kann für die Missachtung des Rechts auf mediale Berücksichtigung relevanter Bevölkerungsgruppen. In dieser Pauschalität trifft das Argument der nicht existierenden Ansprechpartner ohnehin nicht zu. KORSO ist ein Verbund von acht bundesweiten und einigen weiteren regionalen säkularen Organisationen, in denen konfessionsfreie Menschen sich zusammengeschlossen haben. Eine dieser bundesweit agierenden Organisationen, in der sich nichtreligiöse Menschen zusammengefunden haben, ist zum Beispiel der Humanistische Verband Deutschland (HVD). Der HVD ist in Berlin Träger von über 60 sozialen, kulturellen und pädagogischen Projekten und Einrichtungen. Er hat in Berlin etwa 12000 Mitglieder und rund 1.000 hauptamtliche und über 750 ehrenamtliche Mitarbeiter. Er unterstützt – vergleichbar den Kirchen – Menschen in allen Lebensphasen: von der Schwangerschaft, feierlichen Namensgebung, über die Kindererziehung, Jugendweihe, Jugend- und Bildungsarbeit, bis hin zur Sozialarbeit, Altenpflege und Sterbebegleitung. Derzeit erhalten ca. 60 000 Schüler und Schülerinnen durch Lehrer des Humanistischen Verbandes humanistischen Lebenskundeunterricht, ein fakultativer Weltanschauungsunterricht statt der bisher üblichen religiösen Unterweisung.

Humanistische Vorstellungen sind überraschend weit verbreitet

Über solche umfangreichen Aktivitäten eines betont nichtreligiösen Verbands wenigstens gelegentlich zu berichten, sollte für die Rundfunkhörer, Fernsehzuschauer oder Zeitungsleser nicht interessant sein? Wo doch selbst nebensächliches kirchliches Geschehen oder nur mäßig interessante Äußerungen ihrer Repräsentanten stets Eingang in unsere Medien finden. Bei rund 3 Mill. Berliner Bürgern über 14 Jahre wären das bei etwa 60 Prozent Konfessionsfreien etwa 1,8 Mill. potentielle Interessenten. Das einzige Presseorgan Deutschlands, das regelmäßig und umfassend Nachrichten und Kommentare zu aktuellen Ereignissen bringt, die die deutsche und internationale humanistische Szene betreffen, ist der Humanistische Pressedienst (hpd.de). Mit mehr als 5.000 Klicks pro Tag und mehr als 2 Millionen Seitenaufrufen im Jahr ist dieses Internetportal das wichtigste Online-Medium zu freigeistig-humanistischen Themen im deutschsprachigen Raum.

„Themen wie säkularer Humanismus, Leben ohne Gott, der problematische politische Einfluss der Kirchen, Trennung von Kirche und Staat, Sterbehilfe aus humanistischer Sicht u.v.a.m. werden in der deutschen Medienlandschaft weitgehend gemieden.“

Leider zeigt sich auch hier, dass Presse, Rundfunk und Fernsehen Nachrichten aus der säkularen Welt dort offenbar auch nur sehr zurückhaltend, wenn überhaupt abrufen. Themen wie säkularer Humanismus, Leben ohne Gott, der problematische politische Einfluss der Kirchen, Trennung von Kirche und Staat, Sterbehilfe aus humanistischer Sicht u.v.a.m. werden in der deutschen Medienlandschaft weitgehend gemieden. Die Behandlung solcher Themen würde deutlich machen, dass es eine lebendige und aktive humanistische Szene in Deutschland gibt. Das ist politisch augenscheinlich unerwünscht. Daher ist es verständlich, dass in oben erwähnter Emnid-Befragung 54 Prozent der interviewten Berliner sich durch die Medien und die Politik nicht ausreichend über die große Gruppe der Konfessionsfreien informiert fühlen.

Seit 2016 haben in Berlin Schüler mit humanistischer Lebensauffassung am 21. Juni, dem Welthumanistentag, Anspruch auf einen schulfreien Tag. Bischof Markus Dröge war pikiert und empfand diese Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, die übrigens im Grundgesetz festgeschrieben ist, als „Entwertung des christlichen Glaubens“. Welcher anmaßende Anspruch seitens einer religiösen Lehre, die in dieser Stadt nur scheinbar noch 30 Prozent ihrer Bürger vertritt, steckt in dieser Aussage!

Dass die Mitgliedschaft in der Kirche in sehr vielen Fällen nur noch ein formale ist, geht ebenfalls aus obiger Umfrage hervor. Diese repräsentative Studie erbrachte hinsichtlich der Einstellung auch der kirchlich organisierten Bürger höchst bemerkenswerte Einsichten und ließ erkennen, wie wenig lebensbestimmend christliche Auffassungen selbst bei Kirchenmitgliedern noch sind. Eine der zu beantwortenden Aussagen lautete: „Ich führe ein selbstbestimmtes Leben, das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht und frei ist von Religion und Glauben an einen Gott.“ Überwältigende 74 Prozent der befragten Berliner stimmten mit einer solchen humanistischen Lebensauffassung überein.

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Eine ähnliche Problematik zeigt die sog. Sterbehilfe für Menschen mit unheilbarer Krankheit und unerträglichen Schmerzen, die selbst den festen Wunsch nach Erlösung von ihrem Leiden äußern. Die bisher erlaubte Hilfe eines Arztes beim selbst gewünschten Freitod ist inzwischen durch den Gesetzgeber faktisch unter Strafe gestellt worden. Dahinter steht ebenfalls die christlich-religiöse Auffassung, dass „das eigene Leben unverfügbar sei“, „allein Gott entscheide, wann das Leben endet“ und „als Geschenk Gottes unter keinen Umständen angetastet werden dürfe“.

In beiden genannten Fällen wird das grundgesetzlich garantierte Recht auf Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper massiv missachtet. Als erklärter Nichtchrist akzeptiere ich nicht, dass der Staat mir das grundgesetzlich garantierte Selbstbestimmungsrecht so weitgehend beschneidet. In einem demokratischen Staat, der vorgibt, weltanschaulich neutral zu sein, muss es möglich sein, unabhängig von religiöser Bevormundung zu leben und auch zu sterben. Immerhin haben inzwischen Gerichte bis hinauf zum Bundesgerichtshof das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende immer wieder bestätigt.

Bei allem Protest von kirchlicher Seite an den Initiativen nichtreligiöser Kreise ist festzuhalten, dass kein Christ gezwungen ist, sich der liberaleren Auffassung eines Nichtchristen zur Sterbehilfe anzuschließen. Für einen wahren und überzeugten Christen müssten staatliche Gesetze zur Sterbehilfe, zum Schwangerschaftsabbruch oder etwa zur Präimplantationsdiagnostik überflüssig sein, denn es müsste ihm ja ein gern erfülltes Anliegen sein, Gottes Gebote, wie sie die Kirche für ihn festlegt, zu befolgen. Dass es dafür staatliche Gesetze gibt, die auch für den Nichtchristen gelten, der in diesen Fragen eventuell eine andere, ebenso zu achtende Auffassung hat, ist dem immer noch vorhandenen kirchlichen Streben nach Herrschaft „über die Seelen“ geschuldet.

Dieses Streben nach Macht und Einfluss manifestiert sich in gesellschaftlichen Strukturen (z.B. im Erziehungswesen), wirkt unbewusst als tradiertes Wertesystem noch in den Köpfen selbst Glaubensferner und zeigt sich zum Beispiel in einem kirchlich-staatlichen Machtdenken, das stets mehr durch Verbieten als durch Vorleben und Überzeugen gekennzeichnet war. Diese aus dem Glauben folgenden strafbewehrten Verbote lassen einerseits erkennen, dass die Kirche ihrer eigenen Klientel nicht traut, andererseits sich anmaßt, auch allen Nichtgläubigen auf dem Umweg über staatliche Gesetze ihre Glaubensauffassung aufzuzwingen.

Wer sich bei medizinisch-ethischen Fragen auf ein Menschenbild beruft, das seine Wurzeln in den Jahrtausende alten Legenden eines einst in der Wüste lebenden Hirtenvolkes hat, wird in immer größere Abwehrkämpfe geraten und sein Heil letztlich immer nur in Verboten und mehr oder weniger willkürlichen Einschränkungen sehen. Ausschlaggebende und hilfreiche Argumente in solchen Entscheidungssituationen sind für mich die Antworten auf die Leitfragen: Wem nützt es? Wem schadet es? Wie kann Wohlbefinden, Gesundheit, Glück vermehrt, wie kann Leid verhindert werden? Warum einem schwerbehinderten, zukünftig lebenslang leidenden Menschen nicht schon vor seiner Geburt die Gnade der Nichtexistenz gewähren? Ist es mit christlicher Barmherzigkeit zu vereinbaren, einen schwerstleidenden Menschen der Folter unsäglicher, nicht zu stillender Schmerzen bis zum natürlichen Tod auszuliefern?

Ich sehe das Leben mit gedanklich erzeugten religiösen Konstrukten, die das Verhalten der Menschen lenken, als eine – einst vermutlich vorteilhafte – evolutionäre Phase der Menschheit an, die langsam abgelöst wird durch eine evolutionär sich weiter entwickelnde Wissenschaft und Philosophie vom Menschen. Am Horizont zeichnen sich Lebenskonzepte ab, die ohne einen imaginierten Übervater auskommen und die sich auf die im Menschen schlummernden Kräfte besinnen. Trotz des augenblicklich zu beobachtenden Rückfalls in die alten Illusionssysteme – was als ein letztes Aufbäumen eines alten Denkens zu interpretieren ist – dürfte feststehen, dass die Zeit dieser alten Glaubenssysteme sich dem Ende zuneigt. Dennoch muss wohl mit einem noch viele Jahrzehnte dauernden Kampf zwischen Vernunft und Glauben, zwischen realitätsbezogenem und illusionsgesteuertem Denken gerechnet werden.

Denn weltlicher Humanismus sieht sich umstellt von religiösen – christlichen, jüdischen und verstärkt in letzter Zeit islamischen – Kräften, die versuchen, mit politischen, juristischen, pädagogischen und medialen Mitteln die Entfaltung einer alternativen Weltanschauung zu behindern, wenn nicht zu verhindern. Diese weltanschaulichen Konflikte gefährden in einer zunehmend multiweltanschaulichen Gesellschaft den sozialen Frieden. Die Lösung kann vorerst nur in einer laizistischen Gesellschaftsordnung bestehen, das heißt, in einer konsequenten Trennung von Staat und Religion und in einer an der Erfahrung orientierten und konkreter definierten Religionsfreiheit.

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Hier weiterlesen:

Was glaubt jemand, der nicht glaubt?

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Zu den Ergebnissen der erwähnten EMNID-Umfrage siehe auch: „Drei Viertel der BerlinerInnen mit humanistischer Lebensauffassung“
https://hpd.de/artikel/drei-viertel-berlinerinnen-humanistischer-lebensauffassung-13171

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Gruß Hubert

 

Fluchthilfe für Kriegsverbrecher – Der Vatikan und die Rattenlinie   Leave a comment

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Besonders unter dem Papst Pius XII. galt der Kampf gegen den atheistischen Kommunismus als eines der Hauptziele der katholischen Kirche. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten Kirchenführer von einem Sperrgürtel im Osten, der aber auch bis zur Ardria und zum Schwarzen Meer reichen sollte. Deshalb fand es der Vatikan gut, wenn er Nazis zur Flucht nach Südamerika verhalf und man nannte diese Fluchthilfeoperation die Rattenlinie. Man wollte auch die lateinamerikanische Länder mit Nazis und Kriegsverbrechern infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten und pro katholische Kirche waren. Und bei Nazis kann man da ja ideologisch sicher sein, gehören ja Kommunisten zu deren größten und zu bekämpfenden Feinden. Ich glaube, dass die Allermeisten wenig oder gar nichts von dieser katholischen Fluchthilfe für Kriegsverbrecher wissen. Deshalb halte ich diesen Beitrag für gerechtfertigt und nötig.

Aus ila-web.de

Wie die katholische Kirche Nazis und Kriegsverbrecher nach Südamerika schleuste

„Der Vatikan ist die größte Organisation, die an der illegalen Weiterleitung der Emigranten beteiligt ist. … Der Vatikan begründet seine Beteiligung an dem illegalen Menschenhandel mit seinem Wunsch, nicht nur europäische, sondern auch lateinamerikanische Länder mit Menschen – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – zu infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten sind und pro Katholische Kirche“, schrieb im Mai 1947 in einem Top-Secret-Bericht der US-amerikanische Geheimdienstagent Vincent La Vista. Der Rolle der katholischen Kirche widmet sich der dritte und letzte Teil der Artikelserie von Theo Bruns zur Flucht hoher Nazis und anderer Kriegsverbrecher nach Lateinamerika.

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Unter der Schirmherrschaft von Papst Pius XII., der zum Holocaust geschwiegen hatte, entfaltete die Kurie eine Fluchthilfeoperation, die die Täter des Judenmordes in Sicherheit brachte. Für die katholische Kirche galt der Kampf gegen den „atheistischen Kommunismus“ als entscheidende epochale Auseinandersetzung; im Vergleich zu ihr erschien der Zweite Weltkrieg nur als Vorspiel. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten die Kirchenführer von einem katholischen „Intermarium“, einem Sperrgürtel, der von Polen und dem Baltikum bis zu einer neu zu bildenden Donauföderation von der Adria bis zum Schwarzen Meer reichen sollte. Die christliche Nächstenliebe erstreckte sich insbesondere auf östliche Kollaborationsregime der Nazis, die von katholischen politischen Parteien geführt worden waren. Dies galt an erster Stelle für die kroatische Ustascha.

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Der von den Nazis 1941 an die Macht gehievte kroatische Satellitenstaat hatte unter der Führung von Ante Pavelic Hunderttausende von orthodoxen Serben, Juden, Roma und Sinti massakriert. Es war ein Völkermordregime von bestialischer Grausamkeit, das mit dem Konzentrationslager Jasenovac ein „Auschwitz des Balkans“ errichtet hatte, in dem ca. 80 000 Menschen umgebracht wurden. Die Weltanschauung der Klerikalfaschisten brachte Erziehungs- und Kulturminister Mile Budak im Juli 1941 folgendermaßen auf den Begriff: „Für Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln. Wir werden einen Teil der Serben umbringen, den anderen werden wir abtransportieren, und den Rest werden wir zwingen, die römisch-katholische Religion anzunehmen.“

Im April 1945 flohen die Ustaschen (Anmerkung: zur Ustascha findet man genug im Internet) vor Titos Partisanen und der vorrückenden Roten Armee nach Österreich. Mit sich führten sie einen Teil des ihren Opfern geraubten Schatzes. Nun schlug die Stunde des kroatischen Priesters Krunoslav Draganovic, des „erfolgreichsten Nazi-Schleppers des Vatikans“. Er war selbst ein Ustascha-Oberst und Kriegsverbrecher, der an der „Umsiedlung“ von Juden und Serben beteiligt gewesen sein soll. Er ging 1943 nach Rom, wo er als inoffizieller Repräsentant Pavelic‘ fungierte und die ersten Kontakte nach Argentinien herstellte. Bereits in dieser Zeit wurde er mit der Verwaltung des Ustascha-Schatzes in Verbindung gebracht, was ihm den Beinamen „Goldener Priester“ einbrachte.

Draganovic‘ Hauptquartier befand sich im Istituto San Girolamo degli Illirici, einem kroatischen Kloster in der Via Tomacelli nahe der Vatikanstadt. Die Bruderschaft von San Girolamo war vom Vatikan als kroatische Sektion der Päpstlichen Hilfskommission (PCA) anerkannt. Diese Institution war u.a. für die „Flüchtlings- und Gefangenenbetreuung“ zuständig, die Kardinal Giovanni Montini im Staatssekretariat des Vatikans, dem späteren Papst Paul VI., unterstand. Über die PCA und ihre nationalen Unterkomitees sowie die internationale Caritas wurde die Fluchthilfe des Vatikans koordiniert. Es war für alles gesorgt: Unterkunft und Verpflegung, Rote-Kreuz-Pässe, Visa für lateinamerikanische Staaten und Schiffspassagen über den Atlantik. 

San Girolamo war ein Tummelplatz gesuchter Kriegsverbrecher. Viele der flüchtigen Top-Ustascha-Verbrecher lebten eine Zeit lang in dem Kloster, von dem sie zuweilen zum Vatikan pendelten. „Das Auto kommt aus dem Vatikan und lässt seine Fahrgäste innerhalb des Klosters aussteigen“, berichtete ein US-amerikanischer Geheimdienstbericht. Bereits 1946 arrangierte Draganovic die Ausreise von ungefähr 50 Ustascha-Faschisten über Spanien nach Argentinien. Ende 1946 erhielt er von der Regierung Peróns eine Blanko-Einreisegenehmigung für 250 Kroaten. In Argentinien wurden sie vom Franziskanerpriester Blas Stefanic empfangen. Stefanic betreute im Namen der kroatischen Caritas auch eine kollektive Einwanderungsakte in Buenos Aires, die Ende des Jahrzehnts schließlich 2000 Kroaten umfasste. Die von Draganovic telegrafierten Namenslisten wurden in die Einwanderungsbehörde gebracht, wo sie umgehend genehmigt wurden. Fast die gesamte Führungsriege des Ustascha-Staates wurde auf diesem Wege nach Argentinien geschleust: Minister, KZ-Kommandanten, Plünderer und Massenmörder, unten ihnen Ante Pavelic, das ehemalige Staatsoberhaupt. In Buenos Aires bildete Pavelic eine Exilregierung und avancierte zum Sicherheitsberater Peróns, dessen Leibgarde ebenfalls aus geflohenen Ustascha-Faschisten bestand.

Auch der US-amerikanische Geheimdienst machte sich die Rattenlinie von Draganovic zunutze. Seit 1947 arbeitete Draganovic für den amerikanischen CIC, um Fluchtwege für Displaced Persons aus Osteuropa zu organisieren. Viele von ihnen waren Kollaborateure der Nazis, die im beginnenden Kalten Krieg von Nutzen sein konnten. Im Gegenzug schleuste der CIC die Schützlinge Draganovic‘ aus Deutschland und Österreich heraus. 

Der bekannteste Fall ist Klaus Barbie. Der „Schlächter von Lyon“, verantwortlich für die Folterung und Ermordung von Widerstandskämpfern der französischen Résistance sowie die Deportation der jüdischen Kinder von Izieu nach Auschwitz, wurde nach dem Krieg vom amerikanischen CIC als „antikommunistischer Experte“ rekrutiert. Als die Sache zu heiß wurde, baten die Amerikaner Ende 1950 Draganovic, ihren Mann über die Rattenlinie nach Lateinamerika zu bringen. Draganovic verschaffte Barbie ein Visum nach Bolivien, wo er später als Sicherheitsberater für den Militärdiktator Banzer sein schmutziges Handwerk wieder aufnahm. Nur dem unermüdlichen Einsatz von Beate und Serge Klarsfeld ist es zu verdanken, dass Barbie schließlich im Februar 1983 doch noch an Frankreich ausgeliefert und vor Gericht gestellt werden konnte. 

Neben Draganovic war eine ganze Schar weiterer kirchlicher Würdenträger, deren Klientel nach Nationalitätengruppen sortiert war, in der Fluchthilfe aktiv. Zum Beispiel Erzbischof Iwan Butschko, der sich für die Freilassung einer ganzen Division der ukrainischen Waffen-SS einsetzte, die sich im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft begeben hatte und nun in Rimini interniert war. Für die Rettung dieser „Blüte der ukrainischen Nation“ konnte er die persönliche Fürsprache von Pius XII. gewinnen. Mit Erfolg: Die Mordhelfer der Nazis konnten schließlich nach Großbritannien und danach in verschiedene Länder des Commonwealth ausreisen. 

Die deutschen NS-Täter nahm der Leiter der österreichischen Sektion der Päpstlichen Hilfskommission, Bischof Alois Hudal, unter die Fittiche. Der gebürtige Österreicher war Rektor des deutschen Priesterkollegs und Vorsteher der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima in der Via della Pace in Rom. Der Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“ hatte sich für eine Symbiose von Katholizismus und Nationalsozialismus stark gemacht und 1936 das Buch „Die Grundlagen des Nationalsozialismus“ veröffentlicht. Ein an Hitler verschicktes Exemplar hatte Hudal mit der Widmung versehen: „Dem Siegfried deutscher Größe“. Nach 1945 fühlte er sich, wie er unverblümt zugab, verpflichtet, sein „gesamtes wohltätiges Werk hauptsächlich früheren Nationalsozialisten und Faschisten zu widmen, besonders den so genannten Kriegsverbrechern“. 

Hudal war neben Draganovic die zweite zentrale Figur der kirchlichen Fluchthilfeoperation. Ihre Netzwerke ergänzten sich in perfekter Weise. Verbindungsmann in Genua war Franz Ruffinengo, ein ehemaliger Offizier Mussolinis, der später ein bei Nazis beliebtes Reisebüro in Buenos Aires eröffnen sollte. Schutz boten der Erzbischof von Genua, Giuseppe Siri, sowie der ungarische Priester Edoardo Dömöter, dem eine „ausgesprochene Schwäche für Hardcore-Nazis“ nachgesagt wurde und der 1950 Eichmanns Antrag auf einen Rote-Kreuz-Pass unterzeichnete. Hudals wichtigster Gehilfe war Reinhard Kopps, ein ehemaliger Agent der Abwehr, der potenzielle Fluchtkandidaten aufspürte. Mitte 1948 flüchtete Kopps selbst nach Argentinien, von wo aus er den Kontakt zu Hudal aufrechterhielt und unter dem Namen Juan Maler eine rege neonazistische Propagandatätigkeit entfaltete. 

Hunderte von Flüchtlingen verdankten Hudal ihre Flucht, neben den Topverbrechern Eichmann, Priebke und Schwammberger (s. Kasten) auch der „Henker von Riga“, Eduard Roschmann, der in Forsyths Roman „Die Akte Odessa“ als Kopf der „Odessa“ auftritt, Franz Stangl, der als Kommandant der Vernichtungslager von Treblinka und Sobibor den Tod von 400 000 Menschen zu verantworten hatte, sowie der höchstdekorierte Soldat der Wehrmacht und bekennende Nazi, Fliegeroberst Hans-Ulrich Rudel. Letzterer erinnerte sich noch Jahre später in den wärmsten Worten an Hudal, der „das rasende Verlangen der Sieger nach Rache und Vergeltung wirksam vereitelt“ habe. 

Es ist bis heute Gegenstand einer hitzig geführten Kontroverse, ob Papst Pius XII. in das Nazifluchthilfenetzwerk involviert war. Unstrittig ist, dass er sich persönlich bei den Alliierten für die von Draganovic protegierten kroatischen Kriegsverbrecher einsetzte, um sie vor der Auslieferung an Jugoslawien zu retten. Er attestierte den Ustascha-Generälen Vladimir Kren und Ante Moskov, „standhaft für die Anwendung humanitärer Prinzipien eingetreten zu sein“. Pius XII. verwandte sich zudem für zum Tode verurteilte Massenmörder wie Otto Ohlendorf, der als Führer der Einsatzgruppe D die Ermordung von 90 000 Juden befahl, oder Oswald Pohl, der als Chef des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes für die Verwaltung der Konzentrationslager verantwortlich war. 

Simon Wiesenthal zog als bittere Bilanz: „Die NS-Verbrecher waren die Hauptnutznießer des kalten Krieges.“ Und Uki Goñi kommt auf dem Hintergrund seiner Recherchen zu dem Schluss: „Für den Vatikan und die alliierten Geheimdienste war die Rettung von Nazi-Kollaborateuren und SS-Mördern Teil ihrer gemeinsamen antikommunistischen Agenda.“ Die Archivquellen belegen: „Kardinäle wie Montini … waren das Hirn des Fluchthilfeunternehmens. Bischöfe und Erzbischöfe wie Hudal, Siri und Barrere brachten die notwendigen bürokratischen Verfahren auf den Weg. Priester wie Draganovic, Heinemann und Dömöter unterschrieben die Passanträge. Angesichts dieser nicht zu widerlegenden Beweise ist die Frage, ob Papst Pius XII. über diese Vorgänge Bescheid wusste oder nicht, völlig naiv.“

Von Theo Bruns

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Fluchthilfe für Kriegsverbrecher – Der Vatikan und die Rattenlinie

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Gruß Hubert