Archiv für die Kategorie ‘Sexualität

Sexualität heute   Leave a comment

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Ich bin da bestimmt kein Experte, auch kein Sexualtherapeut. Mir fiel heute ein Dokument in die Hände, das ich vor langer Zeit mal abgespeichert hatte. Ich möchte den Beitrag nur als Denkanstoß sehen. Man weiß ja, dass Theorien entworfen und oft nach einigen Jahren wieder zurecht gerückt oder auch verworfen werden. Gerade auf dem Gebiet der Sexualität gibt es viele verschiedene Meinungen und Theorien. Was vor einigen Jahrzenten noch als krank galt, gilt heute normal. Es kommt im Text auch vor das Verhältnis zwischen Erotik und Religion vor. Da halte ich nicht viel davon, vor allem nicht in der christlichen Religion. Zu lust- und körperfeindlich war christliche Religion und Kirche über Jahrhunderte.

Es ist auch von einem Buch die Rede. Aber leider weiß ich den Buchtitel nicht mehr.

Hier aus meinem Dokument.

Heute ringen Frauen und Männer darum, ihre ursprünglichen und authentischen Bedürfnisse besser zu verstehen und sie besser als bisher aufeinander abzustimmen. Viele verändern ihre angelernte Einstellung zu Sinnlichkeit, Erotik und Sexualität, sie akzeptieren keine Abwertung der sinnlichen Lusterfahrung mehr zugunsten geistiger Genüsse. Die meisten Zeitgenossen bekommen in den Schulen und aus den Medien genügend Wissen über die biologischen und emotionalen Grundlagen unserer sexu- ellen Beziehungen. Freilich muss dieses theoretische Wissen durch praktische Lernmöglichkeiten ergänzt werden.

In der westlichen Gesellschaft erkennen wir heute aber zwei gegenläufige Trends, die kaum miteinander vereinbar sind. Zum einen erleben wir deutliche Lernprozesse in den sexuellen Beziehungen, eine Humanisierung dieser Beziehungen und eine erotische Lebenskultur. Viele Männer und Frauen gehen heute sensibler miteinander um, als ihre Vorfahren es taten. Sie ringen um Fairness in den Beziehungen, um Mitgefühl und Zärtlichkeit, um Hingebung an den Liebespartner und um eine Vertiefung der erotischen Kommunikation.

So werden alte Vorurteile und Ängste abgebaut und es werden neue Zielwerte verbreitet.
In weiten Teilen der Gesellschaft ist es gelungen, eine sinnliche und erotische Kultur der Lebensfreude zu verbreiten und zu leben. Gewiss sind viele Partnerbeziehungen dadurch fragiler und kurzlebiger geworden, denn beide Geschlechter haben die Erwartungen in ihrer Bedürfnisbefriedigung hoch hinaufgesetzt. Nicht wenige Partner überfordern sich auch gegenseitig, weil sie von nicht erreichbaren Idealvorstellungen ausgehen, die ihnen von den Medien vermittelt werden. Viele Menschen erleben dadurch häufige Trennungen und Scheidungen, obwohl sie nach dauerhaften Beziehungen streben. Doch die emotionale und erotische Sensibilität dürfte in der letzten Zeit deutlich zugenommen haben.

Gleichzeitig erleben wir auch den gegenläufigen Trend der Verrohung
und der Verwilderung in den sexuellen Beziehungen. Es gibt starke Gruppen in der Gesellschaft, welche für sexuelle Gewalt und harte Pornografie mit allen Mitteln der modernen Kommunikation werben. Gewiss sind dies oft seelisch und körperlich verletzte Personen, die sich für ihre Verletzungen an möglichst vielen Mitmenschen rächen wollen. Es sind vor allem Männer, die Sexualität mit Gewalt gegen Frauen und mit Erniedrigung des weiblichen Geschlechts verbinden. Es sind Organisationen, die mit Kinderschändung und mit dem Menschenhandel für die Prostitution von Frauen große Geschäfte machen.

So werden heute in vielen Medien tief gestörte sexuelle Beziehungen zwischen den Geschlechtern (sex and crime), die Ausnützung von Frauen und Kindern, sowie sado-masochistische Praktiken verbreitet. Erstaunlich ist dabei, dass so viele Personen, aber vor allem Männer, aus allen sozialen Schichten auf solche Angebote zurückgreifen und damit wieder zur Verrohung der sexuellen Beziehungen beitragen. Es könnte sein, dass durch den allgemeinen Arbeitsdruck die sexuelle Reizschwelle für beide Geschlechter permanent höher wird und dass deswegen viele Personen starke Reize durch Gewalt und Verletzung benötigen. Doch diesem negativen Trend kann vielleicht durch die Verbreitung einer erotischen Lebenskultur Einhalt geboten werden, das ist die Hoffnung dieses Buches.

Die zunehmende Verbindung von Sexualität mit Gewalt, vor allem gegen Frauen und Kinder, stört die Verbreitung einer zärtlichen und einfühlsamen Kultur der Geschlechterbeziehung. Viele Psychologen und Therapeuten arbeiten daran, die seelischen Verletzungen durch Gewalt und Überforderung zu verringern und partiell zu heilen. Aber viele der verletzten Personen entziehen sich jeder Therapie, sie geben ihre Verletzungen einfach an möglichst viele andere Personen weiter. Dabei riskieren sie sogar, mit den geltenden Gesetzen des Kinder- und Jugendschutzes in Konflikt zu geraten. Realistisch gesehen nimmt auch die Verwilderung und Verrohung der sexuellen Beziehungen in Teilen der Gesellschaft wieder zu.

Ohne Zweifel hat die christliche Religion mit ihrer asketischen und leibfeindlichen Sexualmoral nachhaltig zur Störung der sexuellen und erotischen Beziehungen beigetragen. Viele Prediger haben über viele Generationen tiefe Ängste vor der Sexualität und Abwertungen des menschlichen Körpers verbreitet. Diese tief sitzenden Ängste und negativen Vorurteile können nicht so schnell ausgeräumt werden. Es zeigt sich, dass selbst Atheisten diese leibfeindliche Einstellung noch lange Zeit teilen, auch wenn sie sich von alten Gottesbildern längst verabschiedet haben.

Das Buch plädiert mit starken Argumenten für die Fortsetzung der begonnenen Lernprozesse im Bereich unserer erotischen und sexuellen Beziehungen. Es hält eine neue Verbindung einer geläuterten Religion mit einer erotischen Lebenskultur für möglich und für wünschenswert. Denn es könnte sein, dass eine tiefe Spiritualität des Lebens sich als eine starke Gegenkraft gegen die Verrohung und Verwilderung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen erweist. Dadurch bekommt die kreative Dynamik zwischen Religion und Erotik ganz neue Aktualität.
Im ersten Teil des Buches werden die biologischen Grundlagen der menschlichen Sexualität umfassend dargestellt, um auf diesen überhaupt ein moralisches und kulturelles Regelsystem aufbauen zu können. Der zweite Teil befasst sich mit den Konfliktfeldern zwischen den religiösen Überzeugungen und den sexuellen Bedürfnissen vieler Menschen. Im dritten bis fünften Teil werden Fragen der Sexualmoral vor allem aus weiblicher Sicht dargelegt.

14 F. Wuketits, Verdammt zur Unmoral?, München 1993, S. 102-119.
15 A. Grabner-Haider, Sexualität und Religion. Wien 2006, S. 87-99. Lintner, Den Eros entgiften, S. 96-114.   (ob diese Angaben stimmen kann ich leider nicht mehr garantieren, weil zu lange zurück liegend).

10 K. Loewit: Damit Beziehung gelingt. Graz 1998, S. 156-167.
11 Loewit, Damit Beziehung gelingt, S. 98-112.
12 Schubart, Religion und Eros, S. 99-113.
13 F. Wuketits: Warum uns das Böse fasziniert. Stuttgart 1995, S. 148-157.

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Dazu noch ein Lied von Georg Danzer, dem verstorbenen österreichischen Liedermacher.

GEORG DANZER – A alte Drecksau



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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 14. Juli 2017 von hubwen in Sexualität, Uncategorized

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„FAZ“ und „Ehe für alle“: Ein Hass, der keinen Namen trägt   2 comments

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Vorausschicken möchte ich, dass ich homophobe Kommentare löschen werde.

Auszug aus der WELT.

Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so. Das sagt „Welt“-Autor Matthias Matussek, dieser katholische Taliban, ein richtiges chr…. A… lo..

„Sie verstehen, im Analogieschluss hatte er Homosexualität zu einem Handicap erklärt. Zu einer defizitären Form der Liebe.

 Wären wir in Spanien, könnte ich ihn anzeigen, weil er gegen den dort gültigen Homophobie-Paragrafen verstoßen hat. Wie es jetzt dem spanischen Kardinal Fernando Sebastián Aguilar passiert ist. Der Paragraf stammt aus Zeiten der sozialdemokratischen Zapatero-Regierung. (Gut so, sage ich dazu). Der Kardinal hatte ausgeführt, dass er die homosexuelle Liebe für defizitär hält, weil sie keine Nachkommen zeugen kann.“

Und ich sage, es ist auch gut so, dass es diesen Paragrafen gibt, dass man das anzeigen kann und solche Diskriminierungen bzw. einfach nur Blödsinn aus vergangenen Zeiten nicht ungestraft gesagt werden kann. Katholische Talibans und rechte Rabauken sollen nicht Narrenfreiheit haben.

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Die WELT-Redakteure Stefan Anker und Lucas Wiegelmann haben eine andere Meinung.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article124792188/Ich-bin-wohl-homophob-Und-das-ist-auch-gut-so.html

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Jetzt noch der Hauptbeitrag von Bildblog.de

„FAZ“ und „Ehe für alle“: Ein Hass, der keinen Namen trägt

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ veröffentlichte vorgestern, am Tag der Abstimmung über die „Ehe für alle“, einen homophoben Hetztext, den man nicht lesen muss, da er sich mit einem Satz zusammenfassen lässt: Homosexuelle sind Kinderschänder. Auf den Gastbeitrag in der „FAZ“, unter Pseudonym erschienen, folgte große Empörung, die wiederum dazu führte, dass der zuständige Redakteur Reinhard Müller sich äußerte.

Da in dem Hetztext keine Evidenz, keine Wahrheit steckt (außer der einer offensichtlichen persönlichen Tragödie), steckt in ihm auch nichts Journalistisches. Er möchte nichts erklären, nichts diskutieren. Er möchte nur beleidigen, demütigen, hassen. Er möchte auch nichts provozieren, zumindest nichts, was nach allem Wissen rund ums Thema ernsthaft zu debattieren wäre. Da dieser Text kein Journalismus ist, kann man ihn auch nicht nach journalistischen Kriterien besprechen. Man muss ihn betrachten, als das, was er ist: Propaganda, Marketing.

Man muss heute nicht mehr argumentieren, warum die Erde keine Scheibe ist. Man muss danach fragen, warum jemand so tut, als wäre sie eine. Oder besser: Warum ein Medium jemanden vorschickt, so etwas zu tun. Und warum dieser jemand versteckt werden muss, beziehungsweise warum es so aussehen muss, als sei dies der Fall? Warum macht die „FAZ“ das? Warum hat sie es nötig? Was ist die dahinterstehende (Marketing-)Strategie?

Das so ziemlich einzige Gute an der Sache ist, dass sich „FAZ“-Redakteur Reinhard Müller ziemlich freimütig in die Karten schauen lässt. Auf die Frage von „Meedia“, warum man den Text unter einem Pseudonym veröffentlicht habe — eine Praxis, die normalerweise angewendet wird, um mutige Stimmen, wie die von Dissidenten vor Repressalien zu schützen –, antwortet Müller:

„Der Autor verweist im Text darauf, ‚wie schwierig das sachliche Argumentieren dieser Angelegenheit in der Gay-Community ist — wer etwas anderes meint, wird gleich als ‚Verräter‘ gebrandmarkt‘. Diese Befürchtung scheint, wie einige Reaktionen zeigen, nicht unberechtigt gewesen zu sein.“

Es ist also der offensichtliche Versuch, einen homosexuellen Autor mit offensichtlich problematischen kinderbezogenen Phantasien, der sich dafür hasst und diesen Hass auf das Homosexuell-sein und die Homosexuellen übertragen möchte, als mutigen Aufklärer nicht in eigener, sondern allgemeiner Sache darzustellen. Und — noch schlimmer: die Opfer des Hasses zu Tätern zu machen. Wer sich gegen die Unterstellungen und Beleidigungen wehrt, ist der, der den Diskurs erschwert, und nicht jener, der ihn mit Verrücktheiten zubombt.

Müllers vorsätzliche Diffamierung Homosexueller funktioniert dabei wie eine alte Antisemiten-Logik: So, wie die Juden Schuld am Antisemitismus sind, sind es die Homos bei der Homophobie. Beschuldigen doch einfach jemanden, der ihnen gar nichts getan hat.

Noch skandalöser als die Veröffentlichung des Gastbeitrags sind die Erklärungen, die der „FAZ“-Mann ohne den Protest seiner Chefs verlautbaren darf:

„Die ‚Fremde Feder‘ ist, wie der Name schon sagt, ein Ort für pointierte, auch provozierende Debattenbeiträge von Fremdautoren. Insofern haben wir mit Reaktionen gerechnet. Uns hat dennoch die Intoleranz einiger Kommentare überrascht.“

Nicht nur im Marketing nennt man das Reframing: Das gezielte Umdeuten eines Kontextes durch eine Verschiebung der Betrachtung. In diesem Fall ermöglicht es dem intoleranten Homo-Hasser, sich als Opfer von Intoleranz zu sehen.

Die Strategie ist also ein Leserservice der besonderen Art: über den Umweg „Fremde Feder“ der eigenen konservativen Kernklientel ein Mittel an die Hand geben, mit der diese ihren Hass verklären und bewahren kann. Die „FAZ“ möchte offensichtlich nicht auf diese Zielgruppe verzichten, doch statt ihr die Welt zu erklären, die diese nicht mehr verstehen kann, also Journalismus zu machen, hisst sie die weiße Fahne. Eine größere Leserverachtung erscheint kaum möglich.

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„FAZ“ und „Ehe für alle“: Ein Hass, der keinen Namen trägt

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Gruß Hubert

Die Ehe für alle bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung   Leave a comment

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Ich verstehe nicht warum sich manche Zeitgenossen so vehement gegen die Ehe für alle stellen und unbedingt haben möchten, dass Homosexuelle und Lesben schlechter gestellt werden. Schließlich wird ja niemand etwas genommen. Ich kann es noch am ehesten bei strenggläubigen Christen verstehen, denn die glauben ja alles was in der Bibel steht, auch wenn dieses von Menschen gemachte Buch auf eine 2000 alte Geschichte zurückgeht. Die Bibel berücksichtigt aber keine Veränderungen. Was würden wir denn heute sagen, wenn wir noch Gesetze von vor 2000 Jahren hätten?

Warum ist die Ehe für alle für mich ein Thema? Weil ich generell gegen jede Diskriminierung, gegen jede Unterdrückung und außerdem auf der Seite der Schwachen bin. Die Starken müssen ja nicht geschützt und gestützt werden, oder? Meiner Meinung nach halt nicht.

Bei der Bevölkerungsexplosion die droht muss man direkt froh sein, dass die Laune der Natur eben auch Homosexuelle und Lesben vorgesehen hat. Man stelle sich vor wenn wir alle drauflos pimpern würden und es keine Empfängnisverhütung gäbe? Wie ginge das mit Wohnungen und mit Arbeitsplätzen (vor allem auch in Großstädten)? Ich will niemand zu nahe treten, aber in aller Regel haben Dümmere (niederer Bildungsstand) mehr Kinder. Die Ausnahmen bestätigen die Regel.

Noch ein paar Sätze zur Fortpflanzung. Manche meinen ja, dass Homosexuelle und Lesben keine vollwertigen Menschen wären, zumindest nicht für die Gesellschaft und den Staat, weil sie keine Kinder zeugen können. Das ist wohl viel zu kurz gegriffen und vollkommen weltfremd, denn Sexualität ist mehr als NUR Fortpflanzung. Sexualität ist ein integraler Bestandteil menschlicher Existenz. Man muss solche Leute fragen ob sie nur Sex haben, wenn sie sich fortpflanzen wollen? Das wäre dann nur wenige Male im Jahr. Sobald Frau schwanger – Sex verboten!
Man müsste dann auch Paare ächten wo die Frau schon in den Wechseljahren und unfruchtbar ist. Denn nur zum Spaß Sex haben, da müsste man ja die Nase rümpfen, das ächten… Manche Frauen und auch Männer erfahren ja schon in jungen Jahren, dass sie unfruchtbar sind. Was dann – die Ehe auflösen?

Im katholischen Kirchenrecht gibt es ein Gesetz, das die Ehe auflösen kann, wenn die Ehe geschlossen wurde aber es keinen Vollzug des Geschlechtsaktes gab („matrimonio rato e non consumato“ – Ehe ratifiziert und nicht „konsumiert“). Das wird aber wohl selten vorkommen, denn dann stellt sich die Frage warum die Ehe geschlossen wurde. Jedenfalls werden es die christlichen Kirchen nicht so gerne sehen, wenn es nur Sex zum Spaß geben kann ohne Folgen, das heißt ohne Fortpflanzung so wie es zum Beispiel bei älteren heterosexuellen Paaren ist, zum Beispiel auch bei Witwen oder Witwern die nicht alleine bleiben wollen oder für sonstige „Spätberufene“. Sollte man Sex ab 50 verbieten? Aber ist ja nur eine hypothetische Frage, denn man kann es ja nicht kontrollieren – und was wären dann die Sanktionen? 😉

Ehenichtigkeitsgründe im Kirchenrecht:
Einer der Partner bei der Eheschließung wichtige Vorbehalte gegen die Ehe hatte (bspw. die Zeugung von Kindern von Anfang an und für immer ausschloss…).

Was also wenn Zeugung ausgeschlossen ist? Konsequenterweise müssten dann kirchliche Eheschließungen von Mann und Frau ab 50 Jahren unzulässig sein.

 

Aber wieder zurück zum Hauptthema.

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Aus Web.de (ein von manchen so genanntes Mainstreammedium)

Die Ehe für alle bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung

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Berlin (dpa) – Es ist eine historische Entscheidung für Deutschland: Der Bundestag hat die Ehe für alle beschlossen. Volker Beck (Grüne) steht nach jahrelangem Kampf applaudierend im bunten Konfettiregen.

Vorher hat er staatstragend von Einigkeit und Recht und Freiheit geredet, auf Verfassung und Nationalhymne verwiesen. Und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt: „Wir haben in den letzten Jahren alle Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Schritt für Schritt aufgehoben.“ Alle? Vieles spricht dagegen.

Auch heute noch lösen händchenhaltende Männer selbst in deutschen Großstädten immer wieder Aggressionen aus. Der homosexuelle Beck weiß das – und sagt daher, nun müsse die weiter bestehende Diskriminierung von Schwulen und Lesben noch stärker bekämpft werden. Auch sei die nötige Besserstellung von Transsexuellen bislang nicht erreicht. Nicht ohne Grund erklärte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2017 zum Themenjahr für sexuelle Vielfalt. Mit einer Umfrage fand sie zum Beispiel heraus:

– Fast ein Fünftel der Befragten stimmte der Aussage voll und ganz oder eher zu, Homosexualität sei unnatürlich.

– Mehr als ein Viertel gab an, mit dem Thema Homosexualität möglichst wenig in Berührung kommen zu wollen.

– Rund 40 Prozent fänden es unangenehm, wenn das eigene Kind lesbisch oder schwul ist. In der Studie ist von „Abwehrhaltungen“ die Rede.

Zudem verweisen die Autoren auf eine Befragung von 2012, wonach knapp jeder Zweite der in Deutschland befragten Homo- und Bisexuellen sowie Transgender in den zwölf Monaten zuvor Diskriminierung oder Belästigung wegen der sexuellen Orientierung erlebt habe.

Auch nach der Bundestagsabstimmung vom Freitag zur Ehe für alle sind noch rechtliche Punkte offen. Viele Aspekte bei dem Thema sind aber auch schwammig, wie Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) einräumt. Es betrifft eben die Einstellung jedes Einzelnen. Eine Auswahl offener Baustellen:

KRIMINALITÄT: Die Zahl der Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle ist wegen einer vermuteten sehr hohen Dunkelziffer ziemlich unklar. Der LSVD sieht Mängel bei den Ermittlern. So müssten Polizisten wegen der politischen Dimension eigentlich immer den Staatsschutz einschalten. Sprecher Ulrich kritisiert zudem, dass Hasskriminalität statistisch nicht gut erfasst werde. „Das wirkt sich auch auf Strafverfolgung und Prävention aus.“

FAMILIE: Das Ehe-Gesetz ändert nicht die Abstammungsregeln. Mutter eines Kindes sei rechtlich weiterhin nur die Frau, die das Kind geboren hat, macht der LSVD deutlich. So ist zwar für Kinder, die in einer Ehe von Mann und Frau geboren werden, per Gesetz der Ehemann zweites rechtliches Elternteil – ganz gleich, ob er der biologische Vater ist. Diese Vorschrift wurde aber nicht um die Ehefrau der Mutter erweitert. „Die Lebenspartnerin der Mutter kann deshalb weiterhin nur im Wege der Stiefkindadoption der zweite rechtliche Elternteil des Kindes werden.“

WOHNEN: Nur wenige Stunden nach der Abstimmung über die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wurde der dritte Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes den Beauftragten der Bundesregierung und des Bundestags vorgestellt. Darin stehen mehrere Beispiele, dass homosexuelle Paare als Mieter abgelehnt wurden.

ARBEIT: Konkret heißt es in dem Bericht etwa in Bezug auf kirchliche Arbeitgeber, dass auch Homosexuelle dort Diskriminierung erfahren. Offiziell verbiete zwar das Antidiskriminierungsgesetz Benachteiligungen am Arbeitsmarkt wegen der sexuellen Identität und Orientierung, sagt Ulrich vom LSVD. „Das ist aber oft schwer zu fassen.“ So hätten es etwa Transsexuelle manchmal schwer, Zeugnisse nach einer OP auf das neue Geschlecht umschreiben zu lassen.

GESUNDHEIT: In Deutschland dürfen Männer, die mit Männern Sex haben, kein Blut spenden. Die Richtlinie der Bundesärztekammer schließt auch andere aus, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten wie HIV bergen. Es gibt den Vorschlag einer Arbeitsgruppe, das Verbot vom letzten Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs abhängig zu machen. Dieser wurde aber bisher nicht umgesetzt. Der Diskriminierungsbericht listet zudem Fälle auf, bei denen das Personal im Gesundheits- und Pflegebereich die Geschlechtsidentität trans- und intersexueller Menschen nicht anerkannte. Darüber hinaus erlebten homosexuelle Paare Benachteiligung im Bereich der Kinderwunschbehandlung.

BILDUNG: In einigen Bundesländern sollten Bildungspläne überarbeitet werden, um sexuelle Vielfalt im Schulunterricht stärker zu berücksichtigen. Das lehnt gut ein Viertel laut der Umfrage für die Antidiskriminierungsstelle ab. Drei von zehn Befragten waren der Ansicht, das Ansprechen sexueller Vielfalt in der Schule verwirre Kinder in der Entwicklung ihrer Sexualität. Und fast jeder Siebte stimmte der Aussage nicht zu, Schulen sollten etwas dagegen unternehmen, dass Schüler Begriffe wie „Schwuchtel“, „Homo“, „Tunte“ und „Lesbe“ als Schimpfwörter verwenden.

ÖFFENTLICHKEIT: Insgesamt sei Alltagshomophobie „eine Riesenbaustelle“, sagt LSVD-Sprecher Ulrich. Im Fußball oder in der Bundeswehr ist Homosexualität immer noch für viele ein Tabuthema. Die Umfrage für die Antidiskriminierungsstelle ergab „vergleichsweise viele vorwiegend negative Gefühle mit einem offenen Umgang mit Homosexualität in der Öffentlichkeit“. Dabei teile nur eine Minderheit offen abwertende Einstellungen. Verbreiteter seien subtile Formen. In der Forschung spreche man von moderner Homophobie: „Auch in einer Gesellschaft, in der die Äußerung von klassischen Stereotypen und Vorurteilen zunehmend geächtet und Toleranz gegenüber Minderheiten gefordert wird, sind abwertende Einstellungen nach wie vor vorhanden.“

In der Debatte um die Rechte Homosexueller ist auch von der Abkürzung LSBTTIQ die Rede. Sie steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle und Queere.

TRANSSEXUALITÄT: Transsexuelle haben zwar eindeutige Geschlechtsmerkmale, fühlen sich aber dem anderen Geschlecht zugehörig und somit als Mensch im falschen Körper.

TRANSGENDER: Bei Transgendern geht es um die soziale Identität und die Abweichung von klassischen Geschlechterrollen. Sie fühlen sich mit der Rolle, die ihnen wegen der äußeren Geschlechtsmerkmale bei der Erziehung zugewiesen wurde, falsch beschrieben.

INTERSEXUALITÄT: Bei intersexuellen Menschen sind nicht alle geschlechtsbestimmenden Merkmale wie Chromosomen, Hormone, Keimdrüsen oder äußere Geschlechtsorgane eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen.

QUEER: Das englische Wort „queer“ war früher ähnlich dem deutschen „schwul“ ein Schimpfwort. Inzwischen ist es neu bewertet. Heute steht der Sammelbegriff für den Stolz auf Abweichung, mit dem sowohl die ganze Bewegung als auch einzelne Menschen bezeichnet werden können. © dpa

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Die Ehe für alle bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung

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Gruß Hubert

 

 

Bischofsworte zur Sexualität   4 comments

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Die christlichen Kirchen hinken in Fragen der Sexualität hoffnungslos hinterher und werden in dieser Frage zu recht von der großen Mehrheit als weltfremd wahrgenommen.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann gehört da noch zu den liberaleren in der katholischen Kirche.

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Bischof über katholische Sexualethik „Ich fürchte, das versteht niemand mehr“

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat sich für eine neue Sexualethik der katholischen Kirche ausgesprochen. Es sei nicht mehr haltbar, jede Form von Sex vor der Ehe als schwere Sünde zu bewerten. Auch Homosexualität dürfe man nicht einfach als „widernatürlich“ bezeichnen.

Trier – Mit ungewöhnlich liberalen Positionen zur kirchlichen Morallehre hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann in einem Zeitungsinterview auf sich aufmerksam gemacht. So sei es nicht mehr haltbar, jede Art von vorehelichem Sex als schwere Sünde zu bewerten, sagte er der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“.

http://www.spiegel.de/panorama/trierer-bischof-sex-vor-der-ehe-nicht-unbedingt-schwere-suende-a-951779.html

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Unzeitgemäße Gedanken zu einem biblischen Zusammenhang

Eine der wiederkehrenden Kernfragen: Welcher Sex ist recht vor Gott?

Auszug.

Die Debatten in und außerhalb der Kirche zum Thema Sexualität und allem, was damit zusammen hängt, reißen nicht ab. Sie scheinen in medialen Wellenbegwegungen immer neu auf die Kirche zuzurollen – in wechselnden Themen: Mal sind es die wiederverheirateten Geschiedenen, mal der Zölibat, mal der Umgang der Kirche mit Menschen, die homosexuelle Neigungen haben – um nur die am meisten diskutierten Themen aufzugreifen. Und ist es nicht paradox? Da nimmt sich der Papst mit der Bischofssynode des Themas der Familie an und das Wesentliche, was Monate vor, während und nach der Synode vordringlich zum Thema wird, sind

zwei Menschengruppen, die gerade nicht in Verhältnissen leben, die den Normalfall von Familie bilden: Wiederverheiratete Geschiedene und Homosexuelle. In beiden Fällen geht es aber im Kern der Debatte letztlich um die Praxis gelebter Sexualität, die nicht dem entspricht, was die Kirche in diesem Bereich seit jeher für Weisung und Willen Gottes hält.

Dr. Stefan Oster SDB Bischof von Passau

http://www.bistum-passau.de/sites/default/files/user/8/Gottvergessenheit%20und%20Praxis%20gelebter%20Sexualit%C3%A4t_1.pdf

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Jetzt noch der Kabarettist Olaf Schubert. Etwas versteht der ja auch über Sexualität, der ist ja auch nicht dumm. Und da ist behutsame Aufklärung gefragt.

Klarer Fall für Olaf Schubert – Bischöfe reden offen über Sex?

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 13. Oktober 2016 von hubwen in Kirchenkritik, Sexualität, Uncategorized

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Die gar nicht so süße Maus (mMn) der Berliner CDU   3 comments

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Ganz schlimm dieser Sexismus. Da hat ein Parteikollege von der CDU glatt zur CDU-Politikerin Jenna Behrends gesagt: „süße Maus“, (was ich nebenbei gesagt zu ihr nicht sagen würde, weil ich sie gar nicht süß finde – aber das ist Geschmackssache). Sollte sie ein Mann auf ihre inneren Werte reduzieren und sie sonst für eine hässliche Maus halten (und ihr hoffentlich das nicht sagen)?

„Ausgerechnet Jenna, die ihre weiblichen Reize spielen ließ und den Männern halb auf dem Schoß saß – ein Hohn.“

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CDU-Politikerin Jenna Behrends

Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends. – Foto: dpa

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Die Sexismus-Debatte um die frisch gewählte Berliner CDU-Bezirksverordnete Jenna Behrends (26) und Parteichef Frank Henkel wird zur innerparteilichen Schlammschlacht. Sandra Cegla (37), Vorsitzende der Frauen Union in Berlin-Mitte, wirft Jenna Behrends Intriganz und Verlogenheit vor – und den zielgerichteten Einsatz ihrer „weiblichen Reize“.

„Sie kam vor etwa einem Jahr zu uns, war ein, zwei Monate sehr aktiv und fing dann an, gegenüber Mitgliedern des Vorstands über andere Mitglieder zu lästern“, sagte Cegla dem Berliner Kurier. Das hätten ihr mehrere Frauen berichtet. Zudem habe sie offen gelogen.

Sandra Cegla: „Ausgerechnet Jenna, die ihre weiblichen Reize spielen ließ und den Männern halb auf dem Schoß saß“

Empört ist Cegla, dass Behrends sich als Vorkämpferin gegen Sexismus darstelle: „Ausgerechnet Jenna, die ihre weiblichen Reize spielen ließ und den Männern halb auf dem Schoß saß – ein Hohn.“ Cegla will mehrfach auf dieses Verhalten angesprochen worden sein.

Ausgelöst wurde die Debatte durch einen Artikel von Behrends, in dem sie Intrigen, angedichtete Verhältnisse und Sexismus in der CDU beklagte. Innensenator Frank Henkel habe sie „große, süße Maus“ genannt. Der Abgeordnete Sven Rissmann soll ihr gesagt haben, Henkel habe ihn gefragt: „Fickst du die?“ Henkel schweigt zu den Formulierungen, Rissmann erinnert sich nicht.

Dafür äußern sich immer mehr Politiker zu dem Fall. Die stellvertretende Unions-Fraktionschefin Nadine Schön hält Sexismus für ein Problem, das nicht nur die Politik betrifft. „In der Partei genauso wie in der ganzen Gesellschaft muss das Thema stärker diskutiert werden“, sagte sie am Montag im Deutschlandfunk.

Schön sprach von einem „Graubereich“. Man müsse zwischen einer laxen Bemerkung und einer verletzenden, sexistischen Bemerkung unterscheiden. Eine erwachsene Frau „große süße Maus“ zu nennen, halte sie nicht für akzeptabel. Sie selbst habe die von Behrends geschilderten Erfahrungen nicht gemacht, sagte Schön. „Aber ich kenne das natürlich auch von Berichten von Bekannten und Freundinnen, jetzt egal, ob in der Politik, in der Wirtschaft oder auch in Vereinen und Verbänden.“

Auch Berlins CDU-Generalsekretär Kai Wegner fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit sexistischem Verhalten in Parteien und Gesellschaft. „Sexismus ist leider ein verbreitetes, gesamtgesellschaftliches Problem, dem wir uns noch stärker stellen müssen“, sagte er der „Berliner Morgenpost“. In der CDU habe die Herabwürdigung von Frauen keinen Platz, betonte Wegner.

Anne Wizorek: „Das würde mit männlichen Kollegen schlichtweg nicht passieren“

Anne Wizorek, die vor drei Jahren die sogenannte Aufschrei-Debatte um Sexismus in der Gesellschaft mitausgelöst hatte, widersprach Schön. Sie sagte dem Sender: „Das würde mit männlichen Kollegen schlichtweg nicht passieren, und insofern ist das kein Graubereich, sondern Sexismus.“ Gleichzeitig begrüßte sie, dass CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Wochenende eingeräumt hatte, dass es in der Partei – aber auch in der Gesellschaft – ein Problem mit Sexismus gebe. (red/dpa)

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24806188 ©2016

 

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Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends hat Sexismus-Vorwürfe gegen ihre Partei erhoben. „Warum ich nicht mehr über den Sexismus in meiner Partei schweigen will“, schrieb Behrends am Freitag in einem Beitrag für das Online-Magazin „Edition F“. Immer wieder sei sie mit Gerüchten konfrontiert worden, sie würde sich nur hochschlafen.

„Die junge Frau, die ständig mit den Gerüchten um ihre angeblichen Affären konfrontiert wird, die gibt es in echt“, beklagt Behrends. Auf einem Parteitag sei sie von einem Parteifreund als „große süße Maus“ bezeichnet worden. Jener Parteikollege soll einen anderen zudem gefragt haben: „Fickst du die?“

„Nimmersatte Karrieristin“

Behrends, Jahrgang 1990, ist am vergangenen Sonntag für die CDU in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt worden, die Volksvertretung auf Ebene der Berliner Bezirke. 2015 war sie in die Partei eingetreten. In ihrem Text kritisierte Behrends den fehlenden Zusammenhalt von Frauen innerhalb der Partei, sie soll als „nimmersatte Karrieristin“ bezeichnet worden sein. Gleichzeitig erklärte sie, dass Politik zu wichtig sei, „um sie hauptsächlich alten Männern zu überlassen“.

Der Berliner CDU-Chef Frank Henkel zeigte sich verwundert und „auch ein bisschen enttäuscht über Inhalt und Stil dieses offenen Briefes“. Die CDU Mitte, für die Behrends nun auch in der BVV sitzt, hätte Quereinsteigern immer wieder eine Chance gegeben, erklärte Henkel in einer Mitteilung. „Wenn sich Frau Behrends mit mir austauschen will, steht ihr meine Tür wie jedem anderen Mitglied meines Kreisverbandes für ein Gespräch offen.“ Die Bundes-CDU wollte die Vorwürfe auf Nachfrage nicht kommentieren. (dpa)

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24795962 ©2016

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„Offensiv gegenüber Männern“

Die FU-Bezirksvorsitzende Cegla jedoch attackiert ihre Parteifreundin. Sie erklärte, es sei nicht erstaunlich, dass es im CDU-Bezirksverband, der ebenfalls von Frank Henkel geleitet wird, Spekulationen über das Privatleben der 26-jährigen Behrends gegeben habe. „Ich habe sie als sehr offensiv Männern gegenüber empfunden“, sagte Cegla der Berliner Zeitung. Zudem habe Behrends ihr von einem Verhältnis zu einem Mitglied des Bundesvorstands berichtet.

Zu den Vorwürfen gegen Henkel sagte Cegla: „Ich weiß, was Sexismus ist. Und das ist keiner.“ Die Frage Henkels an seinen Parteifreund Sven Rissmann, die Behrends betraf („Fickst du die?“), habe Behrends ja nicht gehört. „Das war ein Satz unter Männern, der dann weitergetragen wurde.“

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24808528 ©2016

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Jenna Behrends trat im Mai vergangenen Jahres in die CDU ein und bereits auf dem Parteitag des Kreisverbandes Mitte im November erhielt sie auf Vorschlag ihres Ortsverbandes den sicheren Listenplatz sechs für die Wahl der Bezirksverordnetenversammlung. Schließlich gab es bislang bei der CDU in der BVV kaum Frauen.

Vorwurf, sich hochzuschlafen

„Ein großer Vertrauensvorschuss“, schreibt die Mutter einer dreijährigen Tochter. Doch manchem in der Partei schien der Aufstieg zu schnell zu gehen. Die Verleumdungen fingen an. Ihr sei unterstellt worden, sich für ein kommunales Ehrenamt hochzuschlafen, ständig sei sie mit Gerüchten über ihre angeblichen Affären konfrontiert worden.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24794036 ©2016

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Offener Brief von Jenna Behrends (CDU)

https://editionf.com/sexismus-parteien-jenna-behrends

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Natürlich wieder ein Aufspringer für Anne Wizorek. Das ist die vom #aufschrei
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dcratgs939hmf51qa

https://twitter.com/hashtag/aufschrei?lang=de

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 27. September 2016 von hubwen in Politik, Sexualität, Uncategorized

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Hör mal, wer da hämmert   Leave a comment

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Wieder mal ein Sex-Thema. Altersbedingt bin ich ja nicht mehr so brennend interessiert an Sex, aber ich finde das Thema vom „perfekten Sex“ handelt Gabriele Kuhn hier gut ab. Wenn auch manche Frauen vielleicht glauben, Männer seien bis ins Greisenalter an Sex interessiert, gehöre ich nicht zu dieser Kategorie Männer. Wichtige „Ingredenzien“ nehmen ja mit dem Alter beim Mann ab, wie Testosteron, Potenz, Erektionsqualität (natürlich nimmt auch bei der Frau nach den Wechseljahren ein wichtiges Hormon ab, Östrogen) . Sex als Zuschauer würde mich jedenfalls nicht mehr interessieren. Wenn nicht aktiv, dann besser dieses Thema streichen. Sport kann man auch eventuell passiv genießen… aber Sex? Aber ich spreche ja nur für mich, andere Männner können das ja anders sehen. Eines ist aber auch sicher, Männer lügen selten so viel bei einem Thema als wenn es um ihre angebliche Mannhaftigkeit und Standhaftigkeit geht. Da geben sich Männer als die tollsten Hengste wo in Wirklichkeit nur mehr tote Hose vorherrscht. Ach ja, Potenzmittel gibt es ja auch noch. Aber eine Eisenstange kann das natürliche Wohlgefühl nie ersetzen. Es soll auch für die Frau nicht so toll sein.

Aber zurück zum Thema, wo es ja um den perfekten und ultimativen und Sex in Superlativen geht. Orgasmus hoch zehn und wer kann am öftesten und wer spr….. am weitesten und am meisten.

Wir sind nirgends perfekt. Warum sollten wir es beim Sex sein?

Gabriele Kuhn: Genau so sind wir nämlich gemeint: weder ultimativ, noch perfekt, sondern verletzlich und echt.

Deshalb müssen wir nicht nur gut zu uns sein, sondern vor allem nachsichtig mit uns.

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Wenn es um Sex geht, schwingen häufig Bilder einer perfekten Ausstellung mit. Von glatten Körpern, feuchtfröhlichen Exzessen und Geschlechtsteilen, die wie geschmiert tun, was sie tun sollten: immerzu Lust spenden – auf Hammer-Niveau. Dass es auch weniger perfekt sein darf, verdrängen viele. Doch genau das ist die Crux.

Ultimativ – und perfekt. Das sind zwei Begriffe, die gerne in einem Atemzug mit dem Wort Sex genannt werden. Da steht dann sowas in Lifestyle-Portalen:  „5 Tipps für den ultimativen Orgasmus.“ Und:  „8 ultimative Tipps für den perfekten Blowjob“. Oder etwa: „Es muss nicht immer Sex sein: 10 Tipps für das perfekte Kuscheln“.  Beziehungsweise:  „Es muss nicht immer Kuscheln sein: 10 Tipps für den perfekten Sex“.  Orgasmen sollten, wenn schon nicht perfekt wenigstens ultimativ sein.
Nie würde irgendwo stehen: „So kommen Sie in 15 Minuten zu einem durchschnittlichen Orgasmus“.  Und schon gar nicht:  „15 durchschnittliche Ratschläge für unterdurchschnittlichen Sex“. Keine Chance, das interessiert niemanden, das würde so keiner lesen. Stattdessen will er wissen, wie ein Mann „jede Frau ins Bett kriegt“ oder „allen Frauen einen multiplen Orgasmus beschert“. Und sie mag lesen, was sie tun muss, damit „meine Vagina nicht pupst“ oder wie die „6 besten Stellungen von hinten“ funktionieren.  

Weil es doch idealerweise so sein muss:  Mehr und noch mehr.   Und das bitte noch besser, noch härter, noch feuchter, noch tiefer, noch länger, noch glatter, noch dünner, noch six-packiger. Wo man hinschaut: die Superlative, das Optimum, das Erstrebenswerte. Also Supermuschis, Super-Ständer und ewig funktionierende Feuchtbiotope, allzeit bereit. Vieles, was wir gerne hätten, aber nicht haben.

Zur Orientierung  braucht man  dann eigentlich nur mehr durch das Porno-Angebot im Internet zu surfen. So viel Ultimatives und Perfektes per Mausklick – hör und schau mal, wer da hämmert. Frauen, die sich stundenlang von hinten und vorne, von oben und unten bumsen lassen, ohne auch nur einmal „Autsch“  zu sagen. Oder womöglich „Stopp“. Männer mit Presslufthammer-Erektionen, unverletzbar. Und alle haben sie Orgasmen wie Donner und Blitz. Wenn sie nicht gestorben sind, dann hämmern sie noch weiter.

Das ist  nicht alles. Wer Sex denkt, denkt meist in Idealen. Damit wird der Mensch  sozialisiert. Sex muss dreckig sein, darf aber nicht besonders schmutzen.  Sex darf nicht stinken, nicht holpern, nicht zögerlich sein. Nur kein falsches Geräusch an falscher Stelle. Nur kein Ausrutscher, Abrutscher, Versager. Von Beginn an sind die Erwartungen hoch. Erster Sex? Sanft, schön, schwingend, geil. Dass da auch einmal etwas nicht so rutscht und vielleicht sogar weh tun kann, also bitte!  Daher empfindet sich jeder, dem tatsächlich ein bisschen was weh tut, und wo es nicht so flutscht,  falsch. Auch sonst  wollen wir tun, was richtig ist. Richtig ist, was opportun scheint. Und das ist auf keinen Fall etwas, wofür wir uns  womöglich schämen müssten.

Wer zu früh kommt, gar nicht kommt, verzögert kommt, an delikater Stelle ein Wimmerl oder Härchen hat, im falschen Moment die falsche Handlung setzt, wer zögert, überlegt, es ungeschickt anpackt, den bestraft sein Sexualleben. Wer nicht wie geschmiert die Beine spreizt und die  Lenden schwingt, ist raus.

So  schade. Weil es kaum etwas Menschlicheres gibt als den sexuellen Menschen, in seiner ganzen Nacktheit und Berührbarkeit. Genau so sind wir nämlich gemeint: weder ultimativ, noch perfekt, sondern verletzlich und echt.  Deshalb müssen wir nicht nur gut zu uns sein, sondern vor allem nachsichtig mit uns.

20.08.2016
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Hör mal, wer da hämmert

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 21. September 2016 von hubwen in Sexualität, Uncategorized

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Dopamin, die Sau   Leave a comment

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Dopamin, fast das Kokain des Körpers – und für jegliche Droge tut der Mensch viel. Hormone spielen eine sehr große Rolle im Leben.

 

Ein Mann, eine Frau und ein „One-Kopierkammerl-Stand“ mit der Arbeitskollegin. Das kann passieren, wenn er sich auf die Suche nach dem Kick begibt. Ein Kick, der vor allem durch bestimmte Botenstoffe im Gehirn ermöglicht und daher ersehnt wird. Hauptdarsteller: Dopamin, der Dark Vader des Belohnungszentrums im Kopf.

Nach der ersten Flasche Wein war’s dann mit der Contenance der sonst braven F zu Ende: „Männer sind halt Schweine“, formulierte sie lapidar. Zuvor hatte sie sich das etwas langatmig geratene Dramolett ihres Gegenübers angehört.  M’s  Chronik eines länger angekündigten Ehebruchs. Der „ihrige“, nun auch schon 21 Jahre im Bindungsboot, war den Reizen einer Arbeitskollegin erlegen. „Eh nur ein einziges Mal“, wie er nicht müde wurde, zu beteuern. Um gleichzeitig die Tücken eines daheim vergessenen Smartphones zu verfluchen. Denn erst die „Ich bin so feucht“-Whats App, die mitten in das begehbare Garderoben-Idyll des Ehepaars ploingte,  sorgte für das ungewollte Outing. Pech. Während er bereits handylos im Büro weilte, erörterte seine Frau gerade die Tagesoutfit-Frage. Nach Whats-App-Empfängnis fiel ihre Wahl auf die Farbe Rot.

Schließlich öffneten die Freundinnen eine weitere Flasche Sprit, diesmal in Form von Gin, um mögliche strafrechtliche Konsequenzen zu erörtern. Ein Fall für eine Trennung sei so ein Ausrutscher  keiner, aber einer für eine Lektion. Prost. Der Begriff „Sexit“ formierte sich zu einer Ansage seitens F: „Bestraf ihn mit drei Monate Sex-Aus“. M hielt inne, weil sie gestehen musste, dass ihr Libidopegel sich schon vor seinem One-Kopierkammerl-Stand (auch OKKS) auf „Sexit“-Niveau eingependelt hatte. Und dies möglicherweise ein Mitgrund für seinen Trip in eine andere Beckenlandschaft war.

„Verstehst du“, sagte sie, „immer ist was: die Kinder, die Migräne,  die Regel, die Hormonschwankungen.  Da bleiben kaum Slots für den Exzess“. Pech: Denn genau danach sehnen sich selbst die treuesten Ehemänner, und wenn es nur heimlich vor dem Laptop oder in der verträumten Gedankenwelt der Morgenlatten-Dämmerung ist.

Mögliches Erklärstück: Dopamin, die Sau unter den körpereigenen Stoffen. Quasi das Kokain des Körpers. Es flutet das Belohnungssystem immer dann, wenn’s Oh Là Là wird: beim Sex, beim Sport, beim Bestehen einer Herausforderung. Da regiert dann das „Wenn ich nur aufhören könnt-Prinzip“. Wählt der Mann eine neue Sexualpartnerin, geht’s nicht nur mit der Fleischeslust bergauf, sondern auch mit dem Dopaminpegel. Dann wird das Belohnungs-Epizentrum im Kopf geflutet, – geil, geiler, am geilsten. Es ist übrigens auch das Dopamin, das beim Fummeln oder Schmusen zum drängenden Weitertun verführt; Botschaft:  Lass-uns-es-tun! Bis zum alles erlösenden Orgasmus.

Der Dopamin-Gegenspieler heißt  Oxytocin, das Kuschelhormon. Lieb, aber langweilig und treuer Begleiter des „marital boredom“, auf  Deutsch: eheliche Langeweile. Was tun? Erst einmal akzeptieren, dass es unmöglich ist, mit einem Langzeitpartner permanent im sexuellen Dopaminrausch dahinzusurfen. Damit der Spiegel aber nicht völlig in den Keller rasselt, kann man  für  andere „Dopamin-Flow-Erlebnisse“ sorgen. Das ist, zugegeben, kein perfekter Ersatz für einen guten Fick, aber es stopft die High-Löcher auf konstruktive Art, und nicht durch Affären, Seitensprünge, Zerstörung. Heißt: Ein Paar muss lebendig bleiben, andere Wege gehen, sich immer wieder neu erfinden, die Beziehung am Surren, Tönen und Schnurren halten. Dann geht was. Und ganz nebenbei gibt’s ja noch den Frontallappen im Hirn: Dort sitzt das, was wir gemeinhin als Vernunft bezeichnen Oder Intelligenz.

02.07.2016
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Dopamin, die Sau

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 16. September 2016 von hubwen in Sexualität, Uncategorized

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