Archiv für das Schlagwort ‘Rassismus

Trump wäre wieder mal beim feuern   Leave a comment

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Trump kann nur beleidigen, spalten und feuern und Verträge sind für ihn sowieso nur da um gebrochen zu werden. Jetzt möchte er aus Protest knieende schwarze Footballer feuern lassen, aber da wird man sicher nicht auf ihn hören. Von fehlendem Respekt sollte er besser nicht reden, da muss er „first“ bei sich selbst anfangen. Natürlich kommen bei Trump die Weißen first vor Schwarzen, daran zweifelt niemand. Ganz sicher wird er bei dieser Forderung auf Granit beißen. Welchen Rassismus es in den USA noch gibt weiß man ja, man erinnere sich nur an das erschießen von schwarzen, unschuldigen Bürgern, zum Beispiel bei einer Verkehrskontrolle. Die das Niederknallen von Schwarzen auch noch ungestraft tun, weil fast immer freigesprochen. Ist wohl klar, dass bei Trump und anderen Rassisten die Weißen first kommen, vor allen anderen Nicht-Weißen und zuletzt die Schwarzen.

Irgendjemand sagte mir: was kümmerst du dich um Trump und die USA, wir leben in Deutschland, in Europa. Da sage ich nur Trump steht für mich STELLVERTRETEND für die hässliche Fratze des Rassismus, für Nationalismus und für nationalen Egoismus. Wo kämen wir hin, wenn alle Regierungschefs sich so verhalten würden wie diese amerikanische Narzisst, der keine Ahnung von Politik hat? Einer, der sich mit Ultrarechten, wie Richard B. Spencer von der Alt-Right-Bewegung am rechtsextremistischen Rand der politischen Rechten abgibt oder mit Steve Bannon vom Breitbart News Network. Anhänger der Alt-Right werden oft auch als „White Supremacists“, Rechtsextremisten und Neonazis bezeichnet.

Man muss sich einmal überlegen warum sind denn Schwarze (Rassisten sagen Neger dazu) überhaupt in den USA. Sie wurden doch als Sklaven mit Schiffen in die USA gebracht! Man unterdrückte sie auf Baumwollplantagen, misshandelte sie und beutete sie aus. Und jetzt wären es Menschen dritter Klasse?

Die knieenden Footballer haben volkommen recht! Ich solidarisiere mich mit ihnen gegen alle Rassisten und gegen alle Rechtsextremen.

 

Aus Tagesschau.de

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Bild aus Tagesschau.de

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Protest bei Nationalhymne

Trump will kniende Footballer feuern

US-Präsident Trump ist für beleidigende Worte bekannt. Doch diesmal griff er in die unterste Schublade: Football-Spieler, die aus Protest gegen die Diskriminierung Schwarzer bei der Nationalhymne knien, nannte er „Hurensöhne“ und forderte die NFL auf, sie zu feuern.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Die Nationalhymne gehört zu jedem Football-Spiel dazu: Zu besonderen Anlässen wird sie von einem Musikstar live gesungen. Die Zuschauer und Spieler im Stadion erheben sich. Manche singen mit. Doch einige Spieler gehen in diesen Minuten bewusst auf die Knie. Sie wollen auf die Rassendiskriminierung aufmerksam machen. Seit gut einem Jahr wird in den USA über diese Form des Protests diskutiert.

Für US-Präsident Donald Trump handeln die knienden Football-Spieler respektlos. Trump wendete sich gestern auf einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Alabama an die Klubchefs der Football-Profiliga NFL. Diese sollten die protestierenden Spieler entlassen. Vor seinen feiernden Anhängern polterte Trump: „Würden Sie nicht gerne hören, dass einer der Bosse der National Football League sagt, wenn jemand unsere Flagge nicht respektiert: ‚Nehmt diesen Hurensohn sofort vom Feld! Er ist gefeuert!‘?“ Und weiter: „Dies ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber unserer Tradition und gegenüber allem, für das wir stehen.“ (Anmerkung: für das wofür Trump steht, stehen nicht alle Amerikaner).

Welle des Protests

Begonnen hat der ungewöhnliche Hymnen-Protest vor gut einem Jahr. Quarterback Colin Kaepernik, damals bei den San Francisco 49ers, weigerte sich zu stehen. Dafür erntete der prominente Spieler viel Kritik. Weitere Spieler, auch anderer Teams, folgten seinem Beispiel. Derzeit ist Kaepernik vereinslos.

Trump will dieses Verhalten stoppen und ruft zum Boykott auf. „Auch wenn es nur ein Spieler ist – verlasst das Stadion! Ich garantiere euch, diese Dinge werden dann aufhören. Steht einfach auf und geht.“

NFL verurteilt Trump-Äußerungen

Die Football-Profiliga NFL reagierte mit scharfen Worten. Trumps Aussagen seien spalterisch und respektlos, heißt es in einem offiziellen Statement, das die NFL per Twitter veröffentlicht hat. Der Chef der NFL-Spielergewerkschaft, DeMaurice Smith, sagte, der Verband werde auf jeden Fall das Recht der Spieler auf freie Meinungsäußerung schützen.

Auch Basketball-Profis stimmten in die Kritik an Trump ein. Stephen Curry von den Golden State Warriors sagte, er werde gegen einen geplanten Besuch des aktuellen NBA-Meisters beim Präsidenten stimmen. Trump erklärte via Twitter, es sei für ein Meisterschafts-Team eine große Ehre, ins Weiße Haus zu kommen. „Stephen Curry zögert, darum ist die Einladung zurückgezogen!“ Basketball-Star LeBron James, der im Präsidentschaftswahlkampf Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton unterstützt hatte, schrieb daraufhin auf Twitter: „Ins Weiße Haus zu gehen war eine große Ehre – bis Sie aufgetaucht sind!“

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Trump wäre wieder mal beim feuern

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Hier noch einige Kommentare.

Am 24. September 2017 um 03:35 von Hanno1984
Der Splitter im Auge des Anderen…
„Für US-Präsident Donald Trump handeln die knieenden Football-Spieler respektlos.“ Die Diskriminierung von Minderheiten bzw. weniger mächtigen gesellschaftlichen Gruppen ist respektlos, und damit haben die USA ein Problem, das von weißen Oligarchen allzugerne negiert wird! Der (weiße) US-Bürger ist damit nicht alleine; auch wir sollten uns fragen: Wie gehen wir mit Randgruppen um? Politische, monetäre, ethnische, religiöse Minoritäten; was ist angemessen bezüglich Abgrenzung (dem Bedürfnis derer, die sich in ihrer Identität bedroht fühlen) und Integration (dem Bedürfnis der Marginalisierten bzw. Nicht-Deutschen)? Das ist wahrlich kein Thema von Nationalstaaten.

Am 24. September 2017 um 03:48 von Wendehammer
Nein, Mr. President!
Eine Schande für das „großartigeste Land dieser Welt“ sind ausschließlich Sie, der sich als Soziopath auf dem Pfad der 140-Zeichen-Gemeinde bewegt und und andersdenkende und -handelnde Menschen mit Spott, Drohungen und Respektlosigkeit überzieht.
Ich hoffe von ganzem Herzen, daß Ihre Amtszeit vorzeitig endet. Wie auch immer!

Am 24. September 2017 um 04:40 von Reginald
Teufelsbrut
Überall sind Idioten an die Macht gekommen. Diese Idioten werden überall die Gesellschaften spalten Bevölkerungsgruppen werden sich schon bald in unversöhnlichem Hass und Zwietracht gegenüber stehen. Wir brauchen keine Hassprediger gleich welcher Politik oder Religion. Diese Art von Politikern oder Religionsfaschisten gehören zur wahrhaftigen Teufelsbrut.

http://meta.tagesschau.de/id/127257/usa-trump-will-kniende-footballer-feuern

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Gruß Hubert

 

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Veröffentlicht 24. September 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Die Stunde der Populisten   Leave a comment

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Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei. Als das Video vom rbb gemacht wurde, war die AfD noch auf dem Höhepunkt der Zustimmung. Inzwischen gibt es ja zwei Strömungen und die ex-Chefin Petry muss man schon sagen, ist entmachtet. Inzwischen lenken ja Gauland und Weidel das AfD-Schiff. Es könnte Petry so ergehen wie SIE es mit Lucke machte. Es kommt eben manchmal etwas zurück. Jedenfalls kein Mitleid von mir – auch wenn ich mit der AfD nie nichts zu tun haben würde, auch wenn ich Bundesdeutscher wäre. Aber bei den letzten Wahlen in einigen Ländern lief es ja nicht mehr so nach Wunsch für die Populisten – und das ist auch gut so.

Aus rbb mediathek mit Olaf Sundermeyer, der den Film „Die Stunde der Populisten“ gedreht hat.

„Die AfD will an die Macht: In alle Landtage, in diesem Jahr noch in den Bundestag und schließlich ins Kanzleramt. Im Jahr 2021 will sie Deutschland regieren. Das formulieren einzelne Parteifunktionäre offen als Ziel – in der rbb-Fernsehdokumentation „Die Stunde der Populisten“.

Im Interview mit dem rbb sagte Olaf Sundermeyer unter anderem auch, dass sich die Identitäre Bewegung (IB) sich im Kampf für die weiße Rasse sieht. Das ist lupenreiner Rassismus. Die AfD arbeitet auch mit einigen Anhängern der IB zusammen, und distanaziert sich davon nicht. Die IB hat eine rechtsradikale, rechtsextreme Ausrichtung. In Italien werden sie zum Beispiel ohne Frage den Faschisten zugerechnet. In Bozen wurde ein Gemeinderat dieser Bewegung, die in Italien „Casa Pound“ heißt, wegen Gewaltanwendung gegen einen Linken schon zwei mal verurteilt.

Nachfolgend das Video von rbb mit Olaf Sundermeyer, der Experte für Rechts- und Linksextremismus ist.

http://mediathek.rbb-online.de/tv/zibb/rbb-Journalist-Olaf-Sundermeyer/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822084&documentId=40359702

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Zu den Kontakten von AfD zu IB aus der WELT

AfD-Politiker bandeln mit Identitärer Bewegung an

Zwar gibt es in der AfD Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegenüber der Identitären Bewegung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Doch einige ihrer Mitglieder sehen das nicht so eng.

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Unverblümt schrieb der PP-Vorstand um Hans-Thomas Tillschneider, AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt, erst im Juni auf seiner Internetseite: „Wir wünschen uns eine engere Zusammenarbeit zwischen Identitärer Bewegung und AfD, denn auch die AfD ist eine identitäre Bewegung und auch die Identitäre Bewegung ist eine Alternative für Deutschland.“

https://www.welt.de/politik/deutschland/article157911896/AfD-Politiker-bandeln-mit-Identitaerer-Bewegung-an.html

In der AfD geht die Angst vor der Fünf-Prozent-Hürde um

https://www.welt.de/politik/deutschland/article165801315/In-der-AfD-geht-die-Angst-vor-der-Fuenf-Prozent-Huerde-um.html

Der große Ärger kommt auf Petry erst noch zu

https://www.welt.de/politik/deutschland/article165897930/Der-grosse-Aerger-kommt-auf-Petry-erst-noch-zu.html

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 12. Juli 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Neonazis übernehmen die „Identitäre Bewegung“   Leave a comment

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Die Identitäre Bewegung benützt den Begriff der kulturellen Itentität ganz zentral in ihrer Ideologie. Oft stellt sich derr Begriff der kulturellen Identität als Rassismus dar, indem sie andere Rassen als die weiße für weniger wertvoll hält. Man benützt den Begriff kulturelle Identität um nicht offen als Rassisten da zu stehen.
Statt von „Rassen“ wird von „Kulturen“ gesprochen, die jeweils erhalten werden müssten. Haupttheoretiker ist Alain de Benoist, der Begründer von GRECE, mit seinem Werk Kulturrevolution von rechts (1985). Die „Identitären“ werden oft auch die Neue Rechte genannt. Das ganze entpuppt sich auch als alter Wein in neuen Schläuchen.

 

Aus einem Blog der ZEIT.

JN-Kampagne „Identität – Werde, wer Du bist“ © Screenshot von der NPD-Homepage

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Mit poppiger Jugendkultur mischen junge Rassisten europaweit die althergebrachte rechte Szene auf. Russische Nazi-Hools „bassen“ gegen die Antifa, während italienische Faschisten gegen Sparpolitik „flashmobben“. Die völkische Rechte in Deutschland dagegen besetzt Begriffe und bleibt dennoch in ihrer Ideologie gefangen. Gerade erst übernahmen neurechte Aktivisten die Meinungsführerschaft der deutschen Variante der französischen „Identitären“, schon startet die NPD-Jugend eine gleichlautende Kampagne.

Jung, aktionsorientiert und modern gibt sich die französische „Génération identitaire“. Mit neuer Fassade wollen sie mit altem Rassismus zur Bewegung werden. In Deutschland haben scheinbar die neurechten Akteure Götz Kubitschek und Felix Menzel die Zügel in die Hand genommen und schließen damit an die Strategien der „Konservativ-subversiven Aktion“ (ksa) an.

Die erste identitäre Aktion in Deutschland kommt aus der Neonaziszene: Widerstand muss auch Spaß machen, meinten die „Nationalen Sozialisten Rostock“ und tanzten im August mit Masken verkleidet einige Minuten vom Kröpeliner Tor bis zum Rathaus und nannten das ganze „Hardbass gegen Demokraten“.

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Tanzende Neonazis © Screenshot von YouTube

 

Diese Aktionsform russischer Neonazis breitet sich seit einem Jahr über Europa aus. (Anmerkung: der Blog ist vom 16.12.2012). Mit Parolen wie „Demokratie = Volkstod“, „NS Fetzt!“ und „Verboten Gut“, sollte in Rostock an die medienwirksamen Flashmobs der „Unsterblichen“ der im Juli verbotenenSpreelichterangeknüpft werden.Mit derselben Musik und rassistischen Parolen umzingelten daraufhin im Oktober die „Identitären Wien“ den Caritas-Workshops „Tanz für Toleranz“, bevor vier Wochen später fünf Personen mit dieser Aktionsform die Eröffnungsveranstaltung der „interkulturellen Wochen“ in Frankfurt am Main störten.

Alte Ideologie unter neuen Namen

Bereits im September 2010 erstellte die selbsternannte „Sarrazin-Bewegung“ – eine kulturrassistische Splittergruppe, die sich auf Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ beruft – die Facebookseite „Identitäre Bewegung „100% Identitär – 0% xenophobisch““ und knüpften damit an die neurechte Ideologie einer angeblichem kollektiven „Identität“ an, die auf der kulturellen und regionalen Herkunft beruhe. Die Betonung auf das „Eigene“, aber angeblich ohne Rassismus. „Ethnopluralistische Vielfalt“ statt „kultureller Einheitsbrei“ – Mit der Überhöhung des Regionalen durch den französischen „Bloc identitaire“ klingt dies auch nicht sofort nach dem „Volkstod“ und der damit verbundenen altbackenen völkischen „Blut-und-Boden-Ideologie“ wie bei der NPD.

Der Widerspruch, an dem eine einheitliche gesamteuropäische rechte Bewegung bisher scheiterte, scheint mit dem Dreiklang aus „Region, Nation und Europäisch“ aufgehoben: „Identitär“ ist, wer sich zu seiner regionalen, nationalen und kulturellen Herkunft bekennt.

Die Grenzen zwischen Kulturalismus und Rassismus verschwimmen. Der Begriff „Identität“ wird völkisch besetzt, aber kulturalistisch umschrieben.

 

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Die Homepage der „Identitäre Bewegung“ © Screenshot

 

Das Konzept von „Ethnopluralismus“ und „Identität“ speist sich aus der Ideologie der „Neuen Rechten“ der 70er und 80er Jahre. Ganz nach dem neurechten Vordenker Alain de Benoist erobert diese Ideologie scheinbar vermittelt über Musik, Videos und dem Partypatriotismus der Fußball-WM den vorpolitischen und kulturellen Raum, unterschlägt dabei aber, dass die Beziehungen der Menschen untereinander auf Sozialisation und sozialen Normen basiert und nicht auf naturalisierter Herkunft, es sei denn, diese wird zur sozialen Norm. So endet die vordergründige „ethnopluralistische Vielfalt“ wieder im stumpfen Rassismus.

 

Rassismus mit oder ohne „Heil Hitler“?

 

Da die Neonaziszene seit Jahren versucht ihre menschenverachtende Ideologie wieder gesellschaftsfähig zu machen, wundert es nicht, dass Nazis auf den Zug aufspringen. Die „Identitäre Gruppe Frankfurt” wurde 2010 von den „Nationalen Sozialisten Rhein-Main“ und aus dem „Freien Netz Hessen“ heraus initiiert. Im März 2011 erstellte der neurechte „Block Identität“ (BI) seine Facebookpräsenz und folgte damit Blog und Twitter-Account, die bereits davor online gingen. Ende Juli desselben Jahres dann ein erstes BI-Treffen im Ruhrgebiet. Für den August letzten Jahres rief der NPD-Stadtrat und Anführer der „Nationalen Sozialisten Geithain“ (NSG), Manuel Tripp, zum Geithainer „Tag der Identität“ auf. Nach Eigenbeschreibung vertreibt er in seinem Shop „identitäre Kleidungsstücke“. Die sächsische Neonaziszene näherte sich ideologisch den „Neurechten“ an. Thorsten Thomsen, Pressesprecher der sächsischen NPD-Fraktion und Arne Schimmer, NPD-Abgeordneter im Sächsischen Landtag nahmen im Oktober an der von Götz Kubitschek und Felix Menzel organisierten neurechte Messe in Berlin teil. Schimmer soll bereits Jahre zuvor an Schulungen des neurechten „Think Tank“ – dem Institut für Staatspolitik (IfS) – teilgenommen haben.

 

Screenshot von FB

Am 10. Oktober diesen Jahres dann, ging die Facebookseite „Identitäre Bewegung Deutschland“ als zentrale deutsche Plattform – inspiriert durch die „Generation Identitaire“ in Frankreich und der „Identitäre Bewegung Österreich“ – online und hat aktuell über 4.000 „Gefällt mir“-Angaben. Erstes Posting ist das Video der französischen Kriegserklärung der „Génération Identitaire“ gegen die vermeintliche von der 68er-Bewegung geprägte „multikulturellen Gesellschaft“ sowie gegen die angebliche „Islamisierung“ Europas. Die „identitäre“ Kriegserklärung wird vier Tage später auch in der Internetsendung des neonazistischen FSN-TV vorgestellt, noch bevor am 20. Oktober 60 aus ganz Frankreich angereiste antimuslimische Rassisten das Dach einer Moschee in Poitiers besetzen. Die Polizei beendete den Protest nach sechs Stunden und nahm drei Personen wegen Anstachelung zum Rassenhass und Sachbeschädigung fest.

Götz Kubitschek und Martin Lichtmesz, beides Aktivisten der „Konservativ-subversiven Aktion“, nehmen daraufhin am ersten Novemberwochenende am Konvent des „Bloc identitaire“ in der südfranzösischen Stadt Orange teil. Danach gab Kubitschek Handlungsempfehlungen für eine deutsche „Identitäre Bewegung“ heraus, indem er die Aktionsorientierung bekräftigt: „Agieren, agieren, agieren: Aktion verbindet, Reden trennt”. Den Aktivisten soll durch verpflichtende Richtlinien vorgeschrieben werden, wie diese sich bei Aktionen zu kleiden haben und welche Symbole verwendet werden. Zudem schlägt er die Formulierung eines „Manifests“ nach dem französischen Vorbild vor, im Bewusstsein der Vorbelastung des Begriffs durch Breivik. Kubitscheks autoritäre Züge werden überdeutlich. So spricht er von „brauchbaren regionalen Führungsköpfen“ und empfiehlt:

  • Für einen extrem raschen Aufwuchs des eigenen Projekts und die damit veerbundene [sic!] Sog-Entwicklung sorgen, die es möglichen identitären Konkurrenten nahelegt, sich einzuordnen oder zu verschwinden. Dies bedeutet, die Zügel in die Hand zu nehmen, nicht auf basisdemokratische Führungsmodelle reinzufallen, sondern andersherum: unterhalb einer straffen Organisation regionale Kreativität zuzulassen und zu fördern, ohne sich in generelle Streitereien zu verwickeln und Runde Tische zu bilden

  • Sich klar darüber sein, daß es schiefgehen kann, daß aber der eigene Name danach so oder so einen Stempel trägt und daß es kein Mitleid für gescheiterte „Nazis“ gibt (zumindest in Deutschland nicht). Über diese möglichen Konsequenzen gründlich nachdenken und lieber gleich sagen: Das ist nichts für mich.

Letzteres dürfte mit ein Grund dafür sein, warum sich nach anfänglichen Richtungsstreitigkeiten die „Identitäre Bewegung Deutschland“ sich inzwischen oberflächlich von der NS-bezogenen Szene und der NPD distanziert. Dies hinderte die „Jungen Nationaldemokraten (JN)“ nicht daran mit Unterstützung der Mutterpartei NPD die Kampagne „Identität – Werde, wer Du bist“ ins Leben zu rufen:

„Das EIGENE bedingungslos verteidigen! Die WEISSE HAND ist unser Zeichen gegen alle, die unsere IDENTITÄT zerstören. WIR sagen: Bis hierhin und nicht weiter“.

Hier wieder das „Eigene“, das einer kollektiven „Identität“ angehören soll, dass mit dem „Wir“ betont wird. Das hier die Worte „Rasse“ und „Volk“ nur vermieden werden, um nicht sofort an die historischen Vorbilder mit ihrer „Blut-und-Boden-Ideologie“ sowie an die nationalsozialistische Parole „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ zu erinnern, ist offensichtlich.

Während die rassistische „identitäre“ Ideologie sich im vorpolitischen und kulturellen Raum weiter ausbreitet, scheitert die organisierte deutsche Rechte dennoch an sich selbst. Die sogenannte „Identitäre Bewegung Deutschland“ mit dem gelben Lambda als Symbol, schafft zwar die strömungsübergreifende Bündelung von jungen Aktivisten aus der antimuslimischen und „Neuen“ Rechten, ist sich aber uneins darüber inwieweit Neonazis mit dazu gehören und gibt sich trotz professionellen Marketings und jugendorientierter Agitprop zu radikal völkisch-rassistisch um neue Zielgruppen zu erreichen.

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Neonazis übernehmen die „Identitäre Bewegung“

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Siehe auch:

Die Identitären – Speerspitze einer Parteienübergreifenden Nationalbewegung

Einer von ihnen ist der „Obmann“ Martin Sellner, der auch oft in Deutschland auftritt und einen Youtube-Blog betreibt. Erst Mitte April 2016 sorgten die Wiener Identitären für Aufsehen in allen Medien. Während der Aufführung des Theaterstücks „Die Schutzbefohlenen“ der „Dramatikerin“ mit jüdischen Wurzeln, Elfriede Jelinek, stürmten sie die Bühne im Audimax der Wiener Universität.

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Zudem sind die Identitären eine treibende Kraft der Initiative „Ein Prozent für unser Land“. Es handelt sich um Aktivisten um Götz Kubitschek. Auch der Chef der österreichischen Identitären, Martin Sellner, wirkt maßgeblich mit. Es soll ein Prozent der Bevölkerung für den Überlebenskampf unseres Volkes gewonnen werden – das reiche aus, um das politische System grundsätzlich zu verändern. Zur Grenzaktion in Freilassing rief offiziell die Initiative „Ein Prozent“ auf. Auch Wahlbeobachtungen werden von „Ein Prozent“ organisiert, die die sehr wahrscheinlichen Wahlfälschungen zu Lasten der AfD verhindern sollen. „Die Identitären werden dadurch zu einer Art außerparlamentarischer Strömung, die die AfD unterstützt“, sagt der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler aus Düsseldorf.

Durch Kubitschek und AfD-Politiker wie Björn Höcke oder André Poggenburg haben die Identitären nun eine Anbindung an die AfD aufgebaut. Sie rufen auch dazu auf, an deren Demonstrationen teilzunehmen. In Paderborn kandidierten sie zur Vorstandswahl der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD.

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http://concept-veritas.com/nj/16de/multikultur/11nja_die_identitaeren.htm

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Hier noch ein Link zu einem Video aus der 3-Sat Mediathek über Götz Kubitschek.

Götz Kubitschek / Armin Nassehi

Götz Kubitschek ist der wohl prominenteste Vertreter der „Neuen Rechten“. Der Soziologe Armin Nassehi hat mit Kubitschek einen Briefwechsel geführt und als Buch veröffentlicht.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=57599

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Gruß Hubert

 

„Schwarzes Leben zählt“   Leave a comment

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In den USA kommt es sehr oft zu Polizeigewalt gegen Schwarze, dabei bleiben diese Taten für die Beamten fast immer ohne weitere Folgen. Das kann man schon seit Jahrzehnten nachverfolgen. Immer wieder kam es deswegen zu Rassenunruhen.
Jeder dem Gerechtigkeit etwas bedeutet und kein ausgesprochener Rassist ist, kann das häufige Vorgehen weißer Polizisten gegen Schwarze, das oft ohne jeden Grund zum erschießen Schwarzer führt, nur scharf verurteilen. Die hohe Zahl an solchen Morden ist erschreckend. Das sind brutale Gesetzesbrecher, keine Gesetzeshüter. Man kann nur entsetzt darüber sein, wie stark Rassismus in der USA noch verbreitet ist. Seit Martin Luther King hat sich kaum etwas verbessert. Diese Mörder in Polizeiuniform gehen fast immer auch noch straffrei aus – falls es überhaupt zu einem Prozess kommt. Polizisten sind in den USA scheinbar unanstatbar und werden von der Justiz gedeckt, diese müssen also auch selbst Rassisten sein.
Martin Luther’s Traum „I Have a Dream“ ist immer noch ein Traum geblieben.

Hier ein Bericht aus tagesschau.de

Die Polizeigewalt in Minnesota und Louisiana hat der „Black-Lives-Matter-Bewegung“ im ganzen Land wieder Aufmerksamkeit verschafft. In vielen Städten gehen sie auf die Straße und fordern Gerechtigkeit für die von Polizisten erschossenen Afroamerikaner.

Von Björn Dake, ARD-Studio Washington

Die U-Street in Washington D.C. Etwa 500 Menschen ziehen durch das multikulturelle Viertel im Nordwesten der Hauptstadt. „Schwarzes Leben zählt“, rufen sie. Aus den Restaurants und Geschäften stürmen die Menschen nach draußen. Sie zücken ihre Smartphone, stimmen ein in den Schlachtruf der Protestbewegung gegen Polizeigewalt oder schließen sich dem Zug an. Es werden immer mehr.

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#BlackLivesMatter #Washington Alle, mit denen ich gesprochen habe, sehen eine große Spaltung der Gesellschaft. #USA https://t.co/BRdm02JA1x

10.07.2016 05:08 Uhr via

 

„Stoppt den rassistischen Polizeiterror“, steht auf den gelben und roten Plakaten. Oder: „Schwarz zu sein ist keine Straftat“. Andere fordern Gerechtigkeit für Alton Sterling und Philando Castile. Die beiden Afroamerikaner waren in den vergangenen Tagen in Minnesota und Louisiana von Polizisten erschossen worden

„Ich muss meine Stimme erheben“

„Ich bin hier, weil ich schon viel zu oft bei solchen Aktionen sein musste“, sagt Tiffany, eine der Demonstranten. „Leute, die wie ich aussehen, werden kriminalisiert und getötet. Wir müssen aufstehen und zurückschlagen. Wenn nicht, dann bin ich als nächstes dran. Oder mein Bruder, mein Vater oder mein Onkel. Ich muss meine Stimme erheben und sagen: Das ist komplett falsch.“

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Chronologie der Polizeigewalt gegen Schwarze Ferguson, Baltimore, Falcon Heights 

Chronologie

US-Polizeigewalt gegen Schwarze

Ferguson, Baltimore, Falcon Heights – ein Überblick

Sie erzählt, dass sie selbst schon ein paar schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht habe. Ihre Eltern hätten ihr eingetrichtert, gegenüber Polizisten extrem entgegenkommend und ruhig zu sein. „Als Afroamerikaner kannst du umgebracht werden, weil du Zigaretten verkaufst oder CDs. So will ich nicht sterben“, sagt sie.

„Ich schäme mich manchmal, Amerikanerin zu sein“

Ein paar Meter weiter vor der Gedenkstätte für die gefallenen Afroamerikaner des Bürgerkriegs steht Mariel. Sie ist weiß, so wie viele heute Abend hier.

„Ich schäme mich manchmal, Amerikanerin zu sein“, sagt sie. „Es muss sich etwas ändern. Ich denke auch, es wird sich was ändern. Es ist gut, hier so viele unterschiedliche Hautfarben zu sehen.“

Michael hat asiatischen Wurzeln. Er meint, die USA seien tief gespalten. „Zwischen Rassen und Klassen. Und das hängt zusammen. Das ist auch ein Grund, warum die Taktik der Polizei so offensiv ist. Weil sie wissen, wie tief diese Spaltung hier ist.“

„Die Polizei ist selbst schuld“

Die Polizeigewalt in Minnesota und Louisiana hat der „Black-Lives-Matter-Bewegung“ im ganzen Land wieder Aufmerksamkeit verschafft. Nicht nur hier in Washington, sondern in vielen anderen Städten sind die Menschen auf der Straße. Sian ist einer der Organisatoren der Demonstration.

Zu den tödlichen Schüssen in Dallas und dem Schützen hat er eine klare Meinung: „Wenn diese Tötungen der Schwarzen, Braunen, Roten, Gelben und so weiter nicht ungestraft geblieben wären, dann wäre Micah Johnson auch nicht motiviert gewesen, zu tun, was er getan hat“, sagt er. „Die Leute wollen uns einreden, dass die Bewegung schuld ist am Tod der Beamten. Die Polizei ist selbst schuld. Das Blut ist an ihren eigenen Händen.“

Sian rechnet nicht damit, dass die Toten der vergangenen Tage schnell etwas ändern werden. Das Ganze sei ein langer Prozess. Tiffany denkt ähnlich: „Wir können doch nur hoffen. Mehr haben wir nicht mehr. Wir müssen eine Koalition der Willigen bilden. Nicht nur Schwarze oder Weiße oder Einwanderer, sondern alle, die die Ungerechtigkeit erkennen und dagegen aufstehen wollen.“

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„Schwarzes Leben zählt“

 

Siehe auch Björn Dake auf Twitter   https://twitter.com/bjdake

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Hier noch ein Video von einer Hinrichtung eines Schwarzen durch weiße Polizisten in den USA.

USA: Footage shows moment police shoot Alton Sterling dead *GRAPHIC*


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Gruß Hubert

Was heißt „stukturell antisemitisch“?   Leave a comment

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Antisemitismus ist ja weit verbreitet, wie überhaupt immer große Vorbehalte bei der Bevölkerung gegen alles Andersartige vorherrschen. Eine maßgebende Grundlage des Antisemitismus ist aber im Christentum angelegt. Die Juden waren Christusmörder, obwohl ja damals die Römer in Israel herrschten, und sie Jesus zum Tode auf dem Kreuz verurteilten.

„Wann dieser rassistische Antisemitismus entstand, ob er qualitativ neu war oder nur den Jahrhunderte alten Judenhass mit neuen Scheinbegründungen fortsetzte, ist in der Forschung umstritten. Unumstritten ist die Verbreitung, Dauer und Wandlungsfähigkeit des Phänomens: In ganz Europa und außereuropäischen Staaten gab und gibt es antisemitische Tendenzen.

Zunächst im zaristischen Russland, seit 1879 und verstärkt seit 1918 auch in Deutschland und Österreich suchten Antisemiten eine „Lösung der Judenfrage“. Dazu gründeten sie neue politische Parteien, deren Programme bereits die Vertreibung, teilweise sogar Ausrottung der europäischen Juden forderten. Die Vernichtungsfantasien wurden in der antisemitischen Literatur als „Unschädlichmachung“, „Entjudung“, „Entfernung“, „Ausmerzung“, „Beseitigung“ umschrieben. Andere brachten antisemitische Forderungen in bestehende staatstragende Parteien ein. Sie verfolgten neben der Ausgrenzung der Juden verschiedene antiaufklärerische, antidemokratische, antikapitalistische und antisozialistische Ziele, führten aber auch religiös begründete antijüdische Motive fort.

An diese Tradition konnte später der Nationalsozialismus anknüpfen. In dessen Weltanschauung war der rassistische Antisemitismus zentral. Er lieferte seit 1933 die Begründung aller judenfeindlichen Maßnahmen, die zuletzt im Holocaust gipfelten.“

[…]
„Der Antisemitismus ist eine mit Nationalismus, Sozialdarwinismus und Rassismus begründete Judenfeindlichkeit, die seit etwa 1800 in Europa auftritt. Für den Nationalsozialismus war der Rassenantisemitismus zentral und führte im vom Deutschen Reich besetzten Europa bis 1945 zum Holocaust.

Zu seinen Voraussetzungen gehören der Antijudaismus in der Christentumsgeschichte, zu seinen Wirkungen der Antisemitismus nach 1945. Dieser ist zwar keine gesamtstaatliche Ideologie mehr, aber seine Stereotype und Vorurteilsstrukturen bestehen in vielen Ländern und vielfältiger Form fort. Die internationale Antisemitismusforschung widmet sich seit 1945 der Erklärung des Phänomens.“
Quelle: Wikipedia  https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_(bis_1945)
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Hier aber nun zum „strukturellen Antisemitismus“, so wie ihn http://martinm.twoday.net erklärt.

„Aus mehr oder weniger aktuellem Anlass schreibe ich ein wenig zum im bestimmten Kreisen viel verwendeten – und oft falsch verwendeten Begriff „struktureller Antisemitismus“. Tatsächlich habe ich mich aus schon dabei ertappt, den Begriff falsch verwendet zu haben.

Also: „struktureller Antisemitismus“ ist etwas anderes als „latenter“, „verdeckter“, „heimlicher“ oder „getarnter“ Antisemitismus. „Strukturell antisemitisch“ heißt: einer bestimmten Anschauung oder Handlungsweise liegt eine gedankliche Struktur zugrunde, die dem Antisemitismus entspricht.

Verwirrt? Macht nichts, steigen wir mit einem einfacheren Beispiel ein. Dem „strukturellen Rassismus.

Rassismus geht davon aus, dass die „eigene Rasse“ in irgendeiner Weise „hochwertiger“ sei als andere „Rassen“.
Strukturell rassistisch ist es, zwar auf den Begriff der rassischen Überlegenheit zu verzichten, aber troztdem die aus dem Rassismus bekannte Denkstruktur zu verwenden. Deutsche sind für einen „strukturellen Rassisten“ nicht deshalb „Kanakern“ überlegen, weil die „Kanaker“ keine Weißen (Europäer, „Arier“) sind, sondern weil die „Kanaker“ nun mal aus einer „primitiven (mittelalterlichen, religiös fanatisierten, nomadischen, streng patriarchalischen, zerrütteten usw. ) Kultur“ stammen und deshalb keine vollwertigen Mitmenschen sein können. (Für „Kanaker“ kann eine beliebige Einwanderergruppe oder Minderheit eingesetzt werden.)
Diese Form des „struktuellen Rassismus“ kann man auch „Kulturalismus“ nennen, wenn man Wert auf passend beschriftete Schubladen legt.
Anderes Beispiel: die Pseudowissenschaft „Metagenetik“ (in der von McNallen begründeten Form) entspricht in ihrer Struktur der älteren „Blut und Boden“-Lehre, verwendet aber ein modernes und auf den ersten Blick wissenschaftlich-neutrales Vokabular. Weil ein „Metagenetiker“ aber in exakt den selben Bahnen argumentiert wie ein „Blut und Boden“-Theoretiker, und weil die Lehre von „Blut und Boden“ eindeutig rassistisch ist, kann man mit Fug und Recht die „Metagenetik“ als strukturell rassistisch bezeichnen. Zugleich ist sie ein Beispiel für „verdeckten Rassismus“.

Der Antisemitismus teilt Merkmale des Rassismus, ist aber ein Sonderfall: Kein Antisemit würde auf die Idee kommen, etwa Juden nach dem üblichen rassistischen Muster als faul oder dumm zu bezeichnen. Tatsächlich trauten Antisemiten wie Wilhelm Marr, Jörg Lanz „von Liebenfels“ und sogar Adolf Hitler „den Juden“ einige geradezu „übermenschliche“ Fähigkeiten zu. Stattdessen gelten Juden dem Antisemiten als zwar schlau, intelligent, geduldig, sogar gebildet usw. – aber dabei immer auch als feige und hinterhältig, als gierig und verlogen.
Allesamt Attribute, die für den Antisemiten klar machen, dass Juden typischerweise eher im Hintergrund die Fäden ziehen und davor zurückschrecken, sich selber die Finger schmutzig machen.
Eine für Demagogen sehr praktische Methode. Denn dies ermöglicht es beliebige Fehlschläge darauf zu schieben, dass die Juden die Sache heimlich sabotiert hätten. So geschehen z. B. nach dem für Deutschland verlorenem ersten Weltkrieg. „Die Roten“ hätten an „der Heimatfront“ Verrat an den heldenhaft kämpfenden deutschen Soldaten geübt, ihnen „den Dolch in den Rücken gestoßen“. Und weil die „Roten“ nun mal verhetzte, aber im Grunde gutwillige „deutsche Arbeiter“ waren, müssen die wahren Drahtzieher der schändlichen Niederlage „die Juden“ gewesen sein – man weiß ja, denen kann man alles zutrauen …
Bei der Weltwirtschaftskrise wiederholte sich das üble Spiel, und für die Nazis waren die Juden an allem, aber wirklich allem Schuld, was einem aufrechten Nazi nicht in den Kram passte.

Nun ist diese Methode durchaus auch ohne Juden möglich. Das Großunternehmen XY-AG geht also nicht deswegen in den Konkurs – und einige tausend Arbeitsplätze flöten – weil die Konkurrenz am Markt einfach besser wäre, oder die Unternehmensleitung schwere Fehler gemacht hätte, oder die Rahmenbedingungen nicht günstig waren – oder, was auch vorkommt, ein Konkurrent schlicht weniger Skrupel z. B. bei Betriebverlagerungen in Billiglohnländer gehabt hätte usw. – oder, meistens, viele dieser Faktoren zusammen – sondern deswegen, weil eine kleine Handvoll gieriger Manager oder skrupelloser Investment-„Heuschrecken“ (gern Ausländer, gern in New York, London, Hongkong oder Singapur sitzend) sich bereichern wollten.
Die Vorstellung, dass ein „kerngesundes Unternehmen“ durch die „Machenschaften“ fieser „Drahtzieher“ mutwillig „gegen die Wand gefahren“ wird, damit sich ein paar „kriminelle Manager“ oder „geldgeile Heuschrecken“ bereichern können, entspricht in ihrer „Erzählstruktur“ einer klassischen antisemitischen Verschwörungstheorie. Das macht das Ganze „strukturell antisemitisch“ – auch wenn niemand „die Abzocker“ oder „die Heuschrecken“ für Juden hält oder absichtlich mit „den Juden“ gleichsetzt.

Wenn man z. B. der NPD „strukturellen Antisemitismus“ nachsagt, ist das falsch – weil die NPDler typischerweise „echte“ Antisemiten sind, die ihre Gesinnung aber mehr oder weniger geschickt tarnen. (Aber die NDP hat, um die Verwirrung komplett zu machen, sehr wohl „antisemitische Strukturen“ – z. B. internes antisemitisches Schulungsmaterial, ihre Propaganda enthält antisemitische Deutungsmuster für Krisen, ihre Funktionäre haben haufenweise antisemitische Vorurteile und Klischees und verbreiten diese usw. usw. .)

Daher ist es auch kein Grund zur Empörung, wenn demographische Studien z. B. ergeben, rund 40 % aller Deutschen hätten ein „strukturell antisemitisches Weltbild“. Viele der Befragten haben keine oder nur wenige antijüdische Vorurteile – aber sie denken z. B. in den Bahnen ursprünglich antisemitischer Verschwörungstheorien.

Antizionisten können sowohl strukturelle wie uneingestandene Antisemiten sein – im ersten Falle wird die Rolle, die traditionell „den Juden“ zugeschrieben wird, einfach auf eine Untergruppe der Juden, eben die Zionisten, beschränkt. Im zweiten Falle ist der „Antizionist“ einfach ein Antisemit, der sich nicht gerne Antisemit nennen lässt.

Und wer das mit der Struktur kapiert hat, der begreift auch, wieso ich manche Antifas für „strukturell faschistoid“ halte.

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Was heißt „stukturell antisemitisch“?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 26. Juni 2016 von hubwen in Politik, Uncategorized

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AfD-Vize Gauland über Boateng: Ein bösartiger Satz   Leave a comment

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Nicht jeder hat das Glück als Weißer geboren zu sein – das ist schon ein besonderes Privileg, worauf man stolz sein kann, nicht wahr Herr Gauland? Ich habe endgültig die Nase voll von diesen wiederholten Spielchen der AfD und allgemein der Rechtspopulisten, zuerst provozieren, danach relativieren, wissend, dass es bei den eigenen Anhängern sehr wohl richtig ankam. Und danach feige abstreiten, anstatt zu seiner Aussage stehen. Ich denke das war ein klassisches Eigentor von Herrn Gauland. Die „Leute“ stehen hinter der Nationalmannschaft, bis auf ein paar denen es stört wenn ein paar Dunkelhäutige dabei sind, die aber die Qualität des deutschen Fußballs wesentlich erhöhen. Fraglich ob sie ohne diese Weltmeister geworden wären.

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Selbst DFB-Nationalspieler sind inzwischen offenes Ziel der Haßtiraden von Pegida und AfD-Vize Alexander Gauland. Sätze wie diese entlarven, wie viel Haß sich am rechten Rand dieser Gesellschaft aufgestaut hat und nun ganz ungezügelt offen Bahn bricht. Gauland weiß eben was „die Leute“ wollen, oder man kann das Wort Leute auch mit „das Volk“ austauschen.

Der in Berlin geborene Jerome Boateng ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters – und Stammverteidiger in Deutschlands Nationalelf.

Einen besser Integrierten als Jérôme Boateng kann ich mir gar nicht vorstellen, und übrigens, er ist Christ.

(Nebenbemerkung zu Christ: was ich von mir nicht sagen könnte, also schon out bei der AfD, was ich aber wirklich nicht bedaure).

Was möchte denn Gauland und andere Deutschnationale? Möchten sie nur mehr Bio-Deutsche für die deutsche Nationalmannschaft spielen lassen? Warum denn dann nicht gleich den Ahnenpass wieder einführen mit Ariernachweis?

Hier ein Kommentar vom Sebastian Fischer, vom Spiegel, der ausgezeichnet analysiert wie die Masche bei Rechtspopulisten läuft.

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Gauland, Boateng

DPA -Gauland, Boateng
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Erst beleidigt AfD-Vize Alexander Gauland den Nationalspieler Jérôme Boateng, dann will er es nicht so gemeint und nicht so gesagt haben. Das ist eine bekannte Masche von Rechtspopulisten.

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Das hat AfD-Vizechef Alexander Gauland der „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“ („FAS“) zufolge über den deutschen Staatsbürger und Fußballweltmeister Jérôme Boateng gesagt.

Es ist ein bösartiger, ein perfider, ein irrer Satz.

Bösartig natürlich zuallererst deshalb, weil hier mit rassistischen Klischees gearbeitet wird: „Die Leute“ wollen „einen Boateng“ nicht als Nachbarn haben – weil er Fußballer ist? Weil er Millionär ist? Nein, was Gauland meint, ist ganz klar: Weil Boatengs Haut schwarz ist.

Bösartig ist der Satz, weil er in gönnerhaftem Duktus daherkommt: Fußballspielen darf er gern für Deutschland – noch mal: Boateng ist gebürtiger Berliner – aber er muss ja nicht nebenan wohnen. Der Fußballnationalspieler wird zum Lakaien herabgestuft, zum Diener weißer Herren.

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Getty Images
AfD-Vize Alexander Gauland

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Bösartig ist der Satz auch, weil Gauland sich eines rhetorischen Kniffs bedient: Nicht er direkt beleidigt Boateng, sondern er zitiert „die Leute“ – ohne Beleg. Für die angebliche Meinung dieser Leute kann er ja tatsächlich nichts, durch seine Wortwahl aber vermittelt er ihnen, dass er ihre vermeintlichen Sorgen ernst nimmt.

Und es geht noch weiter: Als am Sonntag die öffentliche Empörung über Gauland Stunde um Stunde wächst, als sich sogar die AfD-Vorsitzende Frauke Petry von seinem Spruch distanziert, da gibt er eine Erklärung unter neuerlicher Anwendung des beschriebenen Rhetorik-Kniffs ab. Er habe Boateng „nie“ beleidigt. O-Ton-Gauland:

„Ich habe in dem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert, dessen gelungene Integration und christliches Glaubensbekenntnis mir aus Berichten über ihn bekannt sind.“

Ja, er selbst hat sich tatsächlich nicht über Boateng geäußert. Es waren ja „die Leute“ und Gauland war, nun ja, ihr Medium. Und, Stichwort „gelungene Integration“: Boateng ist in Berlin geboren, das sei hier gern zum dritten Mal angemerkt.

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Gaulands Kommunikationsstrategie ist alte Populisten-Schule: Man stellt etwas in den Raum, auf das man im Zweifel nicht festgelegt werden kann; die Anhänger aber verstehen die Botschaft ganz ohne Zweifel. Zugleich kann sich der Rechtspopulist als Opfer angeblicher medialer Kampagnen inszenieren. Jörg Haider war ein Meister dieses Faches.

Die „FAS“ übrigens bleibt bei ihrer Darstellung. Und nun? Bleibt noch die Nachbarschaftsfrage.

Hätte man also Alexander Gauland gern als Nachbar? Klar, warum denn nicht. Wahrscheinlich wäre er einer, der die Hecken sehr ordentlich schneiden und stets höflichst grüßen würde. Auch Jerôme Boateng wäre sicherlich ein freundlicher Nachbar, wenn man sich denn eine Villa nebenan leisten könnte.

Noch lieber aber will man ihn auf der großen Bühne sehen, als Akteur. Bei Gauland ist das genau anders herum. Als Nachbar? Passt schon. In politischer Verantwortung? Bitte nicht.

Ein Kommentar von

AfD-Vize Gauland über Boateng: Ein bösartiger Satz

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Hier noch ein Auszug aus Yahoo

[…]

Als dann ein Sturm sich erhob und recht viele von diesen Leuten, von denen Gauland immerzu spricht, sich als Nachbarn von Boateng bewarben, ruderte der Mann, der sich gern als alter Weiser vom Berg sieht, zurück: Er habe sich nicht über Boateng als Person geäußert. „Ich habe nie, wie die ‘FAS’ insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten.“

Dumm nur, dass die Kollegen von der FAS das Gespräch aufgezeichnet hatten.

Das dämmerte auch dem Tweedjackenintellektuellen und er ging vor die Kamera. In der ARD erklärte Gauland schließlich, Boatengs Name könne gefallen sein, möglicherweise seitens der Journalisten – „denn ich kenne mich im Fußball gar nicht aus“. Er habe deutlich machen wollen, „dass es viele Menschen gibt, die halt Fremde in ihrer Nachbarschaft nicht für ideal halten“.

Was lernen wir daraus – abgesehen davon, dass Gauland sich nicht für Fußball interessiert?

Die gute Nachbarschaft scheint ihm am Herzen zu liegen. Und daher, das wird Gauland in aller Kühle seines Verstandes bewusst formuliert haben, wollte er wohl vier Dinge klarstellen.

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Erstens: Menschen, die so in etwa wie Boateng heißen, also Botting, Botenmann oder Tengelmann – die werden nur gemocht, wenn sie eine tolle Leistung erbringen. Sie müssen gewissermaßen in Vorleistung gehen, denn mit ihrem Namen scheint, so meint offenbar Gauland, etwas nicht in Ordnung zu sein. Also ein Spitzensportler, den nimmt Gauland gern. Aber nur für die Mattscheibe, und wenn er dort Ruhm und Ehre fürs Land erbringt (was Gauland und uns vielen anderen noch nicht gelungen ist), aber zu nah auf die Pelle rücken soll er nicht. Heißt: Nach Potsdam, wo Gauland wohnt, könne so einer wie Boateng vielleicht zum Shoppen, aber dann bittschön zurück ins Ghetto nach München oder Berlin-Charlottenburg, wo so einer wie Boateng aufwuchs.

 

Zweitens: Halt, Gauland ist missverstanden worden. Er redete ja nicht von sich, sondern von „den Leuten“. Er berichtete sozusagen über die. Da stellt sich die Frage: Warum tat er das? Wollte er warnen? Ist er darüber besorgt, dass Menschen „Fremde“ nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen – und warum gilt man als Fremder, wenn man Boateng heißt? Als Antwort fällt mir nur ein, dass Gauland nicht mehr genau weiß, wer die Leute sind – und wer er ist.

Als Rechtspopulist hat man es ja schwer. Da ist man ständig eine Art Inkarnation eines Volksgeistes, ein Sprachrohr des Volkswillens, denn ständig redet das Volk zu einem. Nur flüstern „die Leute“ ihm nicht ein: ‚Kauf mehr Himbeersaft‘, sondern sie bringen ihm bei, welche Namen gehen und welche nicht. Ständig weiß das Volk, was es will. Ein stressiger Job für eine Flüstertüte wie Gauland.

https://de.nachrichten.yahoo.com/wie-alexander-gauland-uns-alle-f%C3%BCr-dumm-verkaufen-114035911.html

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Bio-Deutsche Aufstellung für die Fußball-Nationalmannschaft

 

Ziemlich gute Nachbarn

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Aus web.de  – Auszug.

Auch Seehofer nannte die Aussagen von Alexander Gauland erbärmlich (im Video unten).

Er ist Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters, ein Fußball-Star, ein gläubiger Christ, ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Aber für Alexander Gauland, dem stellvertretenden Parteivorsitzenden der AfD, ist Nationalspieler Jérôme Boateng offenbar trotzdem nicht gut genug.

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben„, sagte Gauland zwei Reportern der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Die Empörung über Gaulands Worte war groß. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte sie „niederträchtig“ und selbst die AfD-Vorsitzende Frauke Petry distanzierte sich öffentlich von den Behauptungen des früheren CDU-Mitglieds. „Gaulands Äußerung ist das aktuell derbste und perfideste Beispiel für Versuche von AfD-Politikern, auf sich aufmerksam zu machen“, schrieb der Spiegel.

Experte: AfD nutzt EM, um Anhänger anzusprechen

In den vergangenen Monaten punktete die AfD bei ihren Wählern vor allem mit einem Thema: Sorgen vor der Überfremdung Deutschlands durch die Flüchtlinge sowie die Angst vor radikalen Dschihadisten in Deutschland.

Gegen gut integrierte Migranten und Ausländer sei nichts einzuwenden, betonte die AfD-Spitze immer wieder. Diese Aussagen hat Alexander Gauland nun mit seinem Boateng-Bashing ad absurdum geführt. Der Innenverteidiger von Bayern München ist in Deutschland geboren, aufgewachsen und vorbildlich integriert. Das einzige, was ihn wohl nach Gauland-Lesart von „den Leuten“ (also den Deutschen) unterscheidet ist seine Hautfarbe.

Aus diesem Grund wollen „die Leute“ Boateng, folgt man Gauland, auch nicht als Nachbarn haben. Nur weil er eben etwas dunkelhäutiger daherkommt als der Durchschnitt der Bevölkerung. „Einfach nur rassistisch“ nannte das die Frankfurter Rundschau.

[…]

In der Vergangenheit war es die rechtsextreme NPD, die durch eine Hetzkampagne gegen die dunkelhäutigen Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela und Gerald Asamoah unangenehm aufgefallen war. Und die damit den Fußball missbrauchte, um ihre menschenfeindliche Weltanschauung unters Volk zu bringen.

AfD-Anspruch: Für die ganze Bevölkerung sprechen

Zudem passt Gaulands Rhetorik zum Volksvertretungsanspruch, den die AfD und ihre Anhänger so gerne für sich reklamieren. Man vertrete die „wahren Interessen“ der deutschen Bevölkerung, man spreche für die schweigende, eingeschüchterte oder von den Medien manipulierte Mehrheit.

„Den Anspruch, für die ganze Bevölkerung zu sprechen, findet man bei vielen Politikern, nicht nur bei der AfD“, erklärt Experte Emmer. „Damit will man seinen Aussagen besondere Legitimität verleihen“.

Nur sei das im Fall Boateng ein Trugschluss. Vermutlich hätten die meisten Leute überhaupt kein Problem mit einen Nachbarn Boateng: Sie wären eher stolz neben einem Fußball-Promi zu leben.

Video:

http://web.de/magazine/politik/alexander-gauland-boateng-aussage-politiker-kritisieren-afd-vizen-scharf-31589144

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http://web.de/magazine/politik/gauland-boateng-gefahr-aussage-31589560

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Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry – schon länger im Clinch mit ihrem Stellvertreter – hatte sich auffallend deutlich von ihm distanziert und von Erinnerungslücken gesprochen: „Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.“

http://web.de/magazine/politik/aeusserungen-jerome-boateng-weiten-afd-krise-31587528

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Gruß Hubert

 

Redebeitrag von Daniela Böhm in Frankfurt am 16.5.2015   2 comments

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Es ist schon krass wie auf der anderen Seite Rassehunde gezüchtet werden und auf der anderen Seite in vielen Ländern mit Straßenhunden umgegangen wird.

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Angesichts des Elends von Straßenhunden auf der ganzen Welt stellt sich in der heutigen Zeit mehr denn je die Frage über Sinn und Unsinn der Zucht von Rassehunden um des Profites willen. Speziell dann, wenn diese aus Ländern stammen, in denen es eine Überpopulation einheimischer Straßenhunde gibt.
Im Jahre 2011 wurde in China eine Tibetdogge für 1,1 Millionen Dollar verkauft. Und das in einem Land, in dem Millionen von Hunden für den Fleisch- oder Pelzkonsum auf grausamste Art und Weise getötet werden. Aber der Legende nach besaß Dschingis Khan eine Tibetdogge und Buddha ebenso und deshalb gelten diese Hunde in China als Statussymbol.
Der Rassismus, den der Mensch den Tieren auferlegt hat, klassifiziert sie in unterschiedliche Abstufungen und zeigt sich nicht nur bei der verallgemeinernden Einteilung in Haustiere und sogenannte Nutztiere.

Nein, dieser Rassismus trifft auch ganz besonders den angeblich besten Freund des Menschen. Auf der einen Seite die Streuner, deren Leben nicht einmal einen Dollar wert ist und auf der anderen Seite die Rassehunde, für die oft Unsummen bezahlt werden. Das ist absurd und Rassismus in reinster Form – übertragen auf die Hunde. Würde ein aufgeklärter Mensch heute sagen, dass das Leben eines Kindes aus dem Kongo oder Indien weniger wert oder schützenswert sei, als das eines Kindes aus England oder Deutschland? Nein, ganz sicher nicht, denn dann wäre er ein erklärter Rassist.

Aber genau das ist es, was den Straßenhunden auf der ganzen Welt widerfährt und ihnen ihr Leben kostet, auch durch die Tatsache, dass ein Zuchthund einem Streuner vorgezogen wird. Wie viele liebenswerte Seelen suchen dringend ein Zuhause und könnten vor der Tötung gerettet werden, wenn sie jemand adoptieren würde, anstatt einem sogenannten Rassehund den Vorzug zu geben. So aber werden die Straßenhunde zu Leidtragenden eines menschgemachten Rassismus.

Unzählige rumänische Hunde sind Opfer entsetzlicher menschlicher Gewalt geworden. Natürlich, die Medien und Politiker haben den tragischen Tod des kleinen Jungen im Herbst 2013 instrumentalisiert und verfälscht, das wissen wir mittlerweile. Und sicher, Rumänien ist ein armes Land und hat eine Überpopulation an Straßenhunden. Rumänien hat es aber seit Jahrzehnten versäumt, gezielt Kastrationsprogramme umzusetzen, die einzige Möglichkeit, eine Überpopulation von Straßenhunden einzudämmen. Anstatt endlich zu handeln und sich wirklich zu kümmern, agieren Verantwortliche oder Politiker blind in ihrem Tun und ohne Herz, sind mit mafiösen Strukturen verstrickt oder selbst ein Teil davon – allen voran Bancescu, der Chef der ASPA, der im Februar dieses Jahres absurde Pauschalanschuldigungen gegen ausländische Tierschutzorganisationen von sich gegeben hat.

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Foto: privat

Wären Straßenhunde eine schützenswerte Art, so wären viele rumänische Hunde noch am Leben. Gäbe es in Rumänien eine Überpopulation von Yorkshire Terriern oder irischen Settern, hätten diese Massaker nicht stattgefunden. Diese Rassehunde wären gehegt und gepflegt und dann für viel Geld verkauft worden. Aber mit dem Tod von Hunden lässt sich in staatlichen rumänischen Tierheimen bekannter Maßen auch Geld verdienen.

Nicht nur der Rassismus, sondern auch der Speziesismus ist ein grundlegender Ansatz, der unendlich vielen Hunden in Rumänien, aber auch anderswo, das Leben gekostet hat und kostet – auf oft so grausame Art, dass man sich schämen könnte, der Gattung Mensch anzugehören. Der Speziesismus wird durch den anthropozentrischen Herrschaftsgedanken angetrieben und tritt die Rechte anderer mit Füßen. Dieses menschliche Denkmuster klassifiziert in besser und niedriger, mehr wert oder weniger, schützenswert oder nicht. Der Speziesismus regiert in den Köpfen vieler Menschen und mit erhobener Hand schwingt er sein Zepter bei den Politikern, ob in Rumänien oder anderswo.

Brüssel ist eine Hochburg des Speziesismus. Dort sitzt eine EU-Regierung, die bis heute nicht in der Lage ist, in Rumänien einzuschreiten, weil es diesbezüglich kein übergreifendes Gesetz zum Schutz der Straßenhunde gibt.

Im Vertrag von Lissabon steht, „dass die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung tragen“ – etwas, das sich für mich angesichts von Abermillionen geschlachteter Tiere sowieso wie blanker Hohn liest. Weiter heißt es dann: „Bestimmte Aspekte des Tierschutzes fallen weiterhin in den Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten – z. B. der Einsatz von Tieren bei Wettbewerben oder die Vorgehensweisen im Zusammenhang mit streunenden Hunden.“ Die EU beruft sich im Fall von Rumänien also darauf, dass sie nicht eingreifen kann, weil sie keine Rechtsgrundlage dafür hat. Dann soll sie diese endlich schaffen! Sie schafft sie ja sonst auch für ziemlich unsinnig erscheinende Dinge.

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Foto: privat

Doch auch in Rumänien gibt es viele Menschen, denen das Leid der Straßenhunde nicht gleichgültig ist und selbst Bürgermeister, in deren Städten oder Dörfern anders gehandelt wird. Auch viele privat geführte Tierheime kämpfen verzweifelt um die Hunde und ihr Überleben. Hier darf nicht ein ganzes Land verurteilt werden! Verurteilt werden muss aber ein gewissenloser Mob, der seine Wut an unschuldigen Wesen auslässt, verantwortliche rumänische Politiker und Behörden, allen voran die ASPA und eine EU-Regierung, die bis heute nicht in der Lage ist, einzuschreiten.

Wie wollen wir als Menschen eine friedliche Welt erschaffen, wenn wir nicht einmal in der Lage sind, in Frieden mit jenen zu leben, die über keine Waffen verfügen, die sich nicht wehren können, die nicht für sich sprechen können, jene, die zu den Schwächsten gehören, und deren wirkliche Bedürfnisse und Nöte nicht anerkannt werden. Die getöteten Straßenhunde in Rumänien stehen, wie viele andere Tiere auch, für eine Gesellschaft, die ihnen keinen gebührenden Respekt und Platz als Mitlebewesen auf diesem Planeten einräumt.

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Foto: privat

 

Es ist an der Zeit für ein Umdenken beim Menschen, es ist an der Zeit, dass er seine Alleinherrschaft aufgibt und sich stattdessen kümmert und bekümmert, dass es allen gut geht. Als vernunftbegabtes Wesen, das er sein sollte, trägt er vor allem eines: Verantwortung. Jedes einzelne Lebewesen ist schützenswert, ist mit einem naturgegebenen Recht auf Leben in diese Welt gekommen. Die Gattung Mensch hat dieses Grundrecht nicht allein für sich gepachtet.

© Daniela Böhm
wwww.danielaböhm.com

 

Redebeitrag von Daniela Böhm in Frankfurt am 16.5.2015

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Gruß Hubert