Archiv für die Kategorie ‘Tierrechte

Stallbrände in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz   Leave a comment

.

Es ist schon traurig, dass es kaum Brandschutzvorschriften in Tierhaltungsanlagen gibt. Man sieht daran welchen Wert man den Tieren beimisst.

Von Peta.de

Allein in Deutschland kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Bränden in Tierhaltungsanlagen. Zehntausende Tiere kommen dabei auf eine grausame Weise ums Leben: Rinder, Schweine, Hühner und andere Tiere verbrennen bei lebendigem Leib oder ersticken qualvoll. Viele dieser Brände werden durch erhebliche Mängel beim Brandschutz und durch marode technische Anlagen ausgelöst. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Brandschutzvorschriften in Tierhaltungsanlagen gibt. Einfache Brandmelder ,die auf einem Mobiltelefon Alarm schlagen, könnten helfen, damit Brände in oftmals weit abgelegenen Ställen schneller bemerkt werden. Jedoch ist häufig auch eine Hilfe unmöglich, wenn die Rettungskräfte zügig vor Ort sind. Denn hunderte oder gar zehntausende Tiere, eingesperrt in enge Buchten oder Käfige, sind unmöglich zu retten. Die Anzeigen von PETA sollen die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit, Behörden und Justiz auf diesen Zusammenhang lenken, damit im Genehmigungsverfahren von Tierställen entsprechende Brandschutzvorkehrungen umzusetzen sind, die die Rettung der Tiere in Brandfällen ermöglichen.

Hier nur ein paar Stallbrände des Monats Juni 2020.

Juni 2020

Rietberg (Deutschland)Bei einem Stallbrand starben mehr als 400 Schweine, da die Dächer der Ställe aufgrund des Feuers zusammengebrochen sind. Das Feuer griff auch auf ein angrenzendes Wohnhaus über, das nun nicht mehr bewohnbar ist. Der Schaden beläuft sich auf etwa 800.000 Euro, die Brandursache ist noch unklar.

Quelle: https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/rietberg-nrw-brand-schweine-wohnhaus-dachstuhl-feuerwehr-13797417.html (zuletzt eingesehen am 16.06.2020)Stuhlfelden (Österreich)Aufgrund eines elektrischen Defekts an einer Stromleitung kam es zu einem Stallbrand, wobei eine Kuh verendetet. Die Gesamthöhe des Sachschadens ist noch unklar.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3053209/ (zuletzt eingesehen am 16.06.2020) Schwende (Österreich) Bei einem Brand in einem Alpstall verendeten elf Kühe und drei Geissen. Der Stall brannte komplett nieder, obwohl die Feuerwehr schnell einsatzbereit gewesen ist. Das Feuer wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von einem heftigen Blitzschlag verursacht.

Quelle: https://www.bluewin.ch/de/newsregional/ost/elf-kuhe-und-drei-geissen-kommen-bei-stallbrand-ums-leben-407955.html (zuletzt eingesehen am 06.07.2020)Quarnbek (Deutschland)Bei einem Brand in einem Schweinestall verendeten mindestens 300 Schweine. Den Ermittlungen zufolge lösten Schweißarbeiten einer angrenzenden Werkstatt die Flammen aus, die dann auf den Schweinestall übergegriffen waren. Es kam zu einer enormen Qualmentwicklung, da auf dem Dach des Gebäudes Asbest verbaut war. Die genaue Anzahl der verstorbenen Tiere sowie die Summe des Sachschadens sind noch nicht bekannt.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Quarnbek-Schweissarbeiten-fuehrten-zum-Brand,feuer4764.html (zuletzt eingesehen am 06.07.2020)
Nachtrag:
Jüngeren Berichten zufolge verendeten 450 Ferkel und 14 Sauen in dem Feuer. Die Schadenshöhe wird auf einen hohen sechsstelligen Betrag geschätzt.

Quelle: https://www.boyens-medien.de/artikel/schleswig-holstein/feuer-mit-toten-schweinen-von-schweissarbeiten-ausgeloest-341971.html (zuletzt eingesehen am 06.07.2020)

.

Stallbrände in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz

.

Gruß Hubert

An diesen Krankheiten leiden Schweine in der Mast   Leave a comment

.

Unglaublich was die Verantwortlichen den Schweinen für ein „Leben“ zumuten. Und das soll legal sein…?? Es ist eine Schande wie würdelos Menschen mit Tieren umgehen.

Von Peta.de

 

Bild von Peta.de

.

Vielen Menschen ist heute bewusst, dass Schweine in der Landwirtschaft ein qualvolles Leben führen. Etwa 99 % aller Schweine leben in der konventionellen Tierhaltung. Das bedeutet für die Tiere: Kastenstände in der Zucht, harte und kotverdreckte Spaltenböden, eine völlig reizarme Umgebung und niemals frische Luft. Auch ein Ball oder eine Metallkette, die alibimäßig als „Spielzeug“ in Schweinebuchten gehängt werden, ändern nichts an der frustrierenden Eintönigkeit, unter der die Tiere leiden.

Auch die verbleibenden 1 % der Schweine aus der Biohaltung werden mit wenigen Monaten im Schlachthaus getötet. Davor haben sie zwar etwas mehr Platz, Frischluft und Stroh, aber das macht in der Regel noch kein erfülltes Schweineleben aus. Schweine sind ausgesprochen intelligente und neugierige Tiere. Am liebsten wühlen sie den ganzen Tag durch die Erde, spielen und baden. So wie wir es von Hunden kennen, genießen auch Schweine Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.

Schweinemast – ein krankes System mit kranken Tieren

Je nach Betriebsstruktur sind in der Schweinemast in einer einzigen Bucht etwa 10 bis mehrere hundert Artgenossen untergebracht. Das Leben in diesen reizarmen Buchten ohne Frischluft und mit harten Spaltenböden, unter denen sich Kot und Urin der Tiere sammeln, macht die Schweine nachweislich krank.

Würmer, Entzündungen und Abszesse

Der Befall mit Spulwürmern ist ein weit verbreitetes Problem in der Schweinehaltung und betrifft den Darm der Schweine. Der Wurmbefall ist an weißen Flecken auf der Leber erkennbar. Er schwächt die Tiere, führt zu Durchfällen und macht die Schweine empfänglicher für andere Erkrankungen, wie beispielsweise Salmonellen.

Auch die harten und kotverdreckten Spaltenböden sind für Tierleid verantwortlich, denn sie verursachen Entzündungen und Abszesse, die vor allem an den Gelenken auftreten, sich aber im ganzen Körper ausbreiten können. Viele Tiere leiden unter schmerzenden und mit Eiter gefüllten Abszessen, die bei der Verarbeitung des Fleisches im Schlachthof nicht selten einfach weggeschnitten werden.

Aufgrund ihrer extrem guten und empfindlichen Nasen werden Schweine mancherorts zu sogenannten Trüffelschweinen ausgebildet, die den wertvollen Pilz unter der Erde erschnüffeln. In den Buchten der Schweinemast hingegen sind die Tiere gezwungen, Tag und Nacht inmitten ihrer Exkremente zu leben, was bei den von Natur aus reinlichen Tieren enormen Stress auslöst. Sie haben keine andere Wahl, als dort zu liegen und zu essen, wo andere Schweine Kot und Urin absetzen. Aufgrund der beengten Verhältnisse, bei denen einem Schwein von etwa 100 Kilo nicht einmal 1 Quadratmeter Platz zur Verfügung steht, ist es für die Tiere unmöglich, sich verschiedene Funktionsbereiche einzuteilen. Kot und Urin werden durch die Spalten im Boden in unterhalb der Buchten befindliche Güllegruben gedrückt, was zu einem toxischen Raumklima führt. Der hohe Ammoniakgehalt in der Luft reizt die Schleimhäute der Tiere und führt zu brennenden, entzündeten Augen sowie Atemwegserkrankungen bis hin zur krankhaft veränderten Lunge.

Kleingeschnitten und mariniert – kranke Tiere auf dem Teller

Die oben genannten Beispiele aus der Schweinemast zeigen, dass viele Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung unter verschiedensten Krankheiten leiden – und dass diese kranken Tiere letztlich auf unseren Tellern landen. Das Beispiel der Schweine lässt sich auch auf die Haltung von Rindern in der Mast- und Milchindustrie sowie auf Enten, Puten und Hühner in der Fleisch- und Eierindustrie übertragen. In der Tierwirtschaft geht es in erster Linie um Profit. Kranke Tiere gehören in den meisten Fällen zu diesem kranken System – ein System, das nicht nur die Gesundheit der Tiere aufs Spiel setzt, sondern auch unsere eigene Gesundheit und die unserer Umwelt.

Was Sie tun können

Schweine sind wunderbare Lebewesen mit individuellen Charakteren. Die Einteilung in sogenannte Nutz- und Haustiere ist menschengemacht und muss endlich aus unseren Köpfen verschwinden. Probieren Sie die Fülle an pflanzlichen Produkte, die heute in Supermärkten und Biomärkten erhältlich ist, und holen Sie sich Hilfe beim Umstieg in ein veganes Leben – beispielsweise mit unseren kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm.

.

An diesen Krankheiten leiden Schweine in der Mast

.

Gruß Hubert

Grenzenlose Grausamkeit   Leave a comment

.

Aus einem Newsletter von Peta.de

Ein ZDF-Beitrag mit Videoaufnahmen von Manfred Karremann zeigt den grausamen Weg, den unzählige Tiere wie Rinder und Schafe auf wochenlangen Tiertransporten um die halbe Welt zurücklegen, bevor sie für die Produktion von Leder getötet werden. Der globale Handel sorgt anschließend dafür, dass ihre Haut auch in unseren deutschen Geschäften landet – verarbeitet zu Schuhen, Taschen, Kleidung, Hundeleinen oder Möbeln.

Auf den zehrenden, oft Wochen andauernden Transporten auf Schiffen oder in Lkws erhalten die Tiere meist zu wenig Nahrung und Wasser. Sie sind Hitze und Kälte schutzlos ausgeliefert, kauern sich inmitten ihrer eigenen Ausscheidungen aneinander. Tiere, die nicht gesichert wurden, stoßen oft zusammen und können sich gegenseitig verletzen. Fallen sie hin, kann es leicht geschehen, dass sie totgetrampelt werden.

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie hatte sich diese Situation in den letzten Wochen sogar noch verschlimmert, denn an den wenigen offenen Grenzen bildeten sich kilometerlange Staus, in denen sich natürlich auch Tiertransporte befanden. Für die Tiere bedeutete das viele weitere Stunden auf engen, kotverdreckten Lkws ohne Nahrung und genügend Wasser. In den Zielländern angekommen, dürfen die Tiere oftmals nicht direkt abgeladen werden – und somit zieht sich ihr Leid ins Unendliche.

.

Obwohl es in Europa illegal ist, verletzte oder sterbende Tiere bis zum Schlachthof zu zerren, zeigen die Aufnahmen Arbeiter, die auch schwache, offensichtlich im Sterben liegende Rinder gewaltsam von Transportern ziehen. Anschließend schneiden sie ihnen im Schlachthof die Kehle durch. Selbst schwangere Tiere müssen alle Strapazen der Lebendexporte erleiden. Wenn sie sich unterwegs verletzen, werden auch sie in einen Schlachthof gezerrt und mitsamt dem Kind in ihrem Bauch getötet. Während die vorsätzliche Tötung schwangerer Tiere in Deutschland verboten ist, wird die Haut ungeborener Kälber in Ländern wie China sogar als besonders wertvolles Leder gehandelt und landet im Zuge des globalen Handels unter dem Begriff „Slunk“ auch in Europa.

.

Wenn die Tiere nach Tagen oder Wochen des grausamen Transports endlich am Zielort entladen werden, ist ihr Fell mit einer dicken Schicht aus Kot und Urin verklebt. Manche von ihnen sind verletzt oder so schwach, dass sie nicht mehr die Kraft haben, sich eigenständig auf den Beinen zu halten. Sie werden mit Kränen von Bord gehievt, wobei sie mit ihrem gesamten Gewicht an einem einzigen Bein hängen. Da ein ausgewachsenes Rind mehrere hundert Kilo wiegt, können die Beine der Tiere dabei brechen und ihre Gelenke schmerzhaft auskugeln.

PETA informiert die Öffentlichkeit über die grausamen Tiertransporte für die Lederindustrie. Außerdem drängen wir Unternehmen und Designer zur Herstellung tierfreundlicher Produkte und setzen uns dafür ein, dass Verbraucher solche Produkte in Ladengeschäften und im Onlinehandel mühelos finden.

Hier kann man spenden
https://www.peta.de/rettet-unsere-haut-H20GEE004?utm_source=PETA%20DE::E-Mail&utm_medium=Appeal&utm_campaign=0720::skn::PETA%20DE::E-Mail::Leather::ssm::ap6&supporter.appealCode=00000H20GEE004&ea.tracking.id=00000H20GEE004

.

Gruß Hubert

Das große Bienensterben   2 comments

.

Gründe für das Bienensterben sind unter anderem: Pestizide, Monokulturen, der Verlust von Lebensraum und auch die Honigbiene.

Von Peta.de

 

Bild: Peta.de

.

In den letzten 30 Jahren ist der Bestand fliegender Insekten allein in Deutschland um mehr als 75 Prozent geschrumpft. Darunter befinden sich auch die Wildbienen – von 561 Arten gilt bereits die Hälfte als gefährdet, 16 Arten sind schon ausgestorben. Die Gründe für das Bienensterben sind vielfältig und werden nach wie vor untersucht. Fest steht jedoch, dass der Mensch in die Ursachen stark involviert ist.

Der Mensch braucht die Biene

Bienen sind für unsere ökologische Vielfalt, die Bestäubung und die Vermehrung von Pflanzen nicht wegzudenken. Zwei Drittel aller Nutzpflanzen sind auf die nützlichen Insekten angewiesen. Sie sorgen für die Verbreitung hunderttausender Pflanzen, auf die wiederum unzählige Tierarten als Nahrungsgrundlage angewiesen sind. Bienen sind für unser Ökosystem schlichtweg unverzichtbar.

Gründe für das Bienensterben: 

Honigbiene als Problem

Das Nahrungsangebot der Wildbienen schrumpft wegen der Honigbiene. Honigbienen werden in Massen gezüchtet und sammeln überproportional viel Nektar, der ihnen anschließend für den menschlichen Konsum von Honig weggenommen wird. Das bedroht die Nahrungsgrundlage von Wildbienen und anderen Insekten.

Pestizide und Monokulturen

Hinzu kommt die Zunahme an Monokulturen und damit verbunden der Verlust von Flächen, auf denen heimische Pflanzen wachsen können. So fehlt es Bienen zunehmend an abwechslungsreicher Nahrung, die für die Insekten – ähnlich wie für Menschen – jedoch einen unverzichtbareren Schutz vor Krankheiten darstellt. Außerdem haben viele Pflanzen nur eine kurze Blütezeit. Blüten, die zu anderen Zeiten vorhanden wären, fallen weg, weshalb die Bienen Hunger leiden. Auch Pestizide machen den Bienen zu schaffen, denn sie wirken sich nachweislich auf das Nervensystem der Bienen aus. Dadurch wird unter anderem eine Orientierungslosigkeit verursacht, die zu Beeinträchtigungen in Lebensdauer und Fortpflanzung führt.

Verlust von Lebensraum

Eine weitere zentrale Ursache des Bienensterbens ist die Urbanisierung. Immer mehr Straßen und Bauflächen verdrängen den natürlichen Lebensraum, die Nahrung und die Nistplätze der Bienen. Es handelt sich um einen Verlust von 70 Hektar, der jeden einzelnen Tag zerstört wird und den Bienen ihre Lebensgrundlage nimmt.

Klimawandel

Der Klimawandel stellt im Leben der Bienen einiges auf den Kopf. So gibt es heute frühere Blütephasen, längere Wärmeperioden im Winter und plötzliche Temperaturschwankungen. All das sind Faktoren, die ihren Kreislauf durcheinanderbringen, an ihren Energievorräten zehren und sie allgemein anfälliger machen. Auch der Klimawandel trägt somit zum Aussterben von Bienen bei.

Folgen des Bienensterbens

Der Rückgang der Bienenpopulationen stellt laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) ein ernstes Problem für die Welternährung dar und könnte zur Auslöschung von Pflanzen wie Kaffee, Äpfeln, Mandeln, Tomaten oder Kakao führen. Viel Gemüse und Obst müsste dann durch Reis, Mais oder Kartoffeln ersetzt werden. Das wiederum würde eine unausgewogene Ernährung mit sich bringen, die in der Folge zu vermehrter Immunschwäche und Mangelerscheinungen beim Menschen führt.

Was Sie tun können

  • Bienen brauchen ihren Honig selbst. Greifen Sie daher beim nächsten Einkauf zu einer pflanzlichen Honigalternative.

  • Pflanzen Sie bienenfreundliche Blumen im Garten oder auf dem Balkon.

  • Stellen Sie Bienen ein artgerechtes Insektenhotel oder einen „Schiffer Tree“ zur Verfügung.

  • Versuchen Sie, Obst, Gemüse und Co. möglichst aus biologischer, regionaler und saisonaler Herkunft zu kaufen.

.

Das große Bienensterben

.

Gruß Hubert

Wie schädlich ist Palmfett für den Regenwald?   Leave a comment

.

Palmöl hat sehr viele umweltschädliche Auswirkungen und ist leider in vielen Produkten vorhanden.

Von Peta.de

Palmöl – kaum ein anderes pflanzliches Produkt ist Gegenstand so vieler Diskussionen. Trotz seiner bekanntermaßen umweltschädlichen Auswirkungen ist Palmöl überall zu finden. Auch unter Veganern ist es ein kontroverses Thema, denn viele rein pflanzliche, aber verarbeitete Lebensmittel enthalten Palmfett, dessen Produktion den Lebensraum zahlreicher Tiere gefährdet, unter anderem durch die Regenwaldabholzung. Palmöl ist eine ausgesprochen komplexe Problematik, die sich in wenigen Worten nicht beleuchten lässt.

Hier ein kurzer Überblick über die Palmöl-Thematik:

Warum findet sich Palmöl in unzähligen Produkten des täglichen Lebens?

Palmöl, auch als Palmfett bekannt, ist mit einem Marktanteil von 30 Prozent das meist verwendete Pflanzenöl der Welt. Rund 70 Millionen Tonnen wurden 2018 produziert [1], hauptsächlich in Indonesien, Malaysia und Thailand, aber auch in Kolumbien und Nigeria. Palmöl wird auf 20 bis 27 Millionen Hektar angepflanzt – einer Fläche, die etwa der Hälfte Deutschlands entspricht. Es wird erwartet, dass bis 2025 allein in Indonesien 17 Millionen Hektar angepflanzt werden.

Palmöl ist billig. Der Anbau ist effizient, denn die Ölpalme hat einen sehr hohen Ertrag, der deutlich über beispielsweise Kokospalmen liegt. Das aus Fruchtfleisch (Palmöl) und Kernen (Palmkernöl) gewonnene Fett hat zudem einen hohen Schmelzpunkt, ist also bei Zimmertemperatur fest und hitzebeständig. Zudem ist Palmöl geschmacksneutral und durch einen hohen Anteil an Vitamin E und Antioxidantien lange haltbar. Die einzigartige Zusammensetzung des Fettes macht es außerdem möglich, dass auch andere Flüssigöle in eine stabile und cremige Form eingebunden werden.

Den wirklichen Preis für Palmöl und seinen universellen Einsatz zahlen jedoch andere.

Palmölproduktion – schädlich für Menschen, Tiere  und Regenwald

Nicht die Pflanze an sich ist das Problem, sondern die ungewöhnlich hohe Nachfrage. In Indonesien werden für Palmöl Regenwälder abgeholzt, die für Orang-Utans zu den letzten verbliebenen Lebensräumen zählen. Aber auch in anderen Ländern bieten die Wälder, die für Palmplantagen weichen müssen, Lebensraum für viele einzigartige Tiere.

Auf Flächen, für die Konzessionen an Palmölfirmen vergeben wurden, werden jedes Jahr 1.000-5.000 Orang-Utans getötet. Dabei werden Familien auseinandergerissen, viele Orang-Utan-Kinder werden zu Waisen. Ihr Bestand ist seit 1900 um 91 % geschrumpft. Alle Orang-Utan-Arten sind als stark gefährdet eingestuft, der Lebensraumverlust stellt hierbei die größte Bedrohung dar.

Nicht immer wird legal gerodet. Vertreibungen und illegale Räumungen sind keine Seltenheit, denn Ölpalmen wachsen in Urwaldgebieten. Hier ist Landbesitz oft gar nicht oder nur ungenau, geschweige denn rechtlich bindend dokumentiert.

Nach einigen Jahren des Anbaus von Ölpalmen ermöglichen die sensiblen Torfböden nicht mehr die notwendigen Erträge. So werden neue Flächen erschlossen, die alten jedoch ohne Wiederherstellung von „naturnahen Lebensräumen“ aufgegeben. Der konventionelle Palmölanbau zerstört die Biodiversität, denn er achtet nicht auf den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Der Einsatz von Pestiziden (Glyphosat) und Mineraldünger ist an der Tagesordnung.

Hier weiterlesen:

Wie schädlich ist Palmfett für den Regenwald?

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 6. Juli 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Umwelt

Getaggt mit , ,

Klöckners heuchlerische „Tierwohl-Abgabe“ bringt keine Besserungen   Leave a comment

.

Es ist eine Frechheit bei dieser Tierhaltung, bei diesen Bedingungen von TIERWOHL zu reden. Es ist Hohn und purer Zynismus. Als Beispiel kann man den Platz für Sauen anführen, der schon seit 2001 mehr Platz für Sauen gesetzlich vorschreibt. Was tut Klöckner? „Statt die Haltung endlich dem Recht anzupassen, will Ministerin Julia Klöckner die Verordnung anpassen. Ihre Idee: Man könne den Passus mit dem Ausstrecken doch einfach aus der Verordnung ersatzlos streichen.“ https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/muttersauen-bundesrat-will-gesetzesaenderung-verabschieden-zum-nachteil-der-tiere-a-62e49f90-7586-44ea-8223-50e241460b56

Von Peta.de

Anfang Juli bringt die Bundesregierung den Antrag „Empfehlungen des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung konsequent umsetzen“ in den Bundestag ein. Damit will Julia Klöckner der immer lauter werdenden Kritik an der systematischen Tierquälerei in der Agrarindustrie begegnen. Der Plan: Die landwirtschaftliche Tierhaltung soll bis 2040 unter anderem durch eine geringfügige „Tierwohl-Abgabe“ im Cent-Bereich auf Fleisch, Käse und Milch verbessert werden. [1] Das Niveau soll dann für alle Haltungen mindestens auf „Stufe 2“ des bisher freiwilligen BMEL-Tierwohlkennzeichens liegen. Doch diese nach 20 Jahren angestrebte „Stufe 2“ wäre weiterhin eine Katastrophe für die Tiere, denn sie hat nichts mit Tierschutz oder Tierwohl zu tun. Zudem würde die 20-jährige Übergangsfrist die bislang erlaubten Tierquälereien in der Agrarindustrie – etwa Amputationen von Körperteilen, Qualzuchten oder die dauerhafte Anbindehaltung von Kühen – vermutlich über Jahrzehnte legalisieren.

In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie an die Fraktionsvorsitzenden und tierschutz- und agrarpolitischen Sprecher der Parteien im Bundestag üben wir scharfe Kritik an den Empfehlungen der Expertenkommission unter der Leitung des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert:

„Die Lösungsvorschläge sind aus Tierschutzsicht eine große Enttäuschung, denn sie signalisieren der Branche ein „Weiter so“ auf Jahrzehnte hinaus. Das milliardenfache skrupellose und verabscheuungswürdige Tierleid muss sofort und ohne jede weitere Übergangsfrist von Ihnen beendet werden“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender bei PETA Deutschland e.V. an die Spitzenpolitiker.

Tierquälereien gehören zum System und wurden von der Politik legalisiert

Ein Großteil der tierhaltenden deutschen Landwirte verstößt mit Rückendeckung durch Teile der Politik seit Jahrzehnten nahezu flächendeckend gegen Gesetze und Verordnungen sowie höchstrichterliche Rechtsprechungen. Beispiele dafür sind das millionenfache Vergasen von Küken, die Haltung von Sauen in zu engen Kastenständen, die dauerhafte Anbindehaltung von Kühen oder die Amputation von Körperteilen, um Tiere an die Haltungssysteme anzupassen. Wasservögel werden ohne Wasserfläche gehalten, qualgezüchtete Puten brechen teilweise unter ihrem eigenen Körpergewicht zusammen und Untersuchungen an Schweinen in Tierkörperbeseitigungsanlagen belegten, dass ein Großteil der Tiere zu Lebzeiten länger anhaltende, erhebliche Leiden ertragen musste.

Fazit

Die Umsetzung der Empfehlungen des „Kompetenznetzwerks“ wäre ein weiterer Schlag ins Gesicht für den Tierschutz und die Rechtsstaatlichkeit. Selbst nach Ablauf der 20-jährigen Übergangsfrist würde die milliardenfache skrupellose Tierquälerei in deutschen Ställen nicht aufhören.

Weiterhin Tierquälerei: Ein Schweineleben auf 1,1 qm bei Stufe 2

Was Sie tun können

Die einzige Möglichkeit, Tieren in der Agrarindustrie zu helfen, ist eine vegane Ernährung: www.veganstart.de

.

Klöckners heuchlerische „Tierwohl-Abgabe“ bringt keine Besserungen

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 2. Juli 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz

Getaggt mit

Wenn der Rinderzüchter zum Veganer wird   1 comment

.

Hubert Gassner war Bio-Rinderzüchter in Gföhl (Bezirk Krems), bis er Stefanie Buchinger kennenlernte. Die Veganerin suchte einen Platz für sechs Schweine, die sie vor dem Schlachthof gerettet hatte. Heute lebt der Landwirt vegan und setzt sich für den Tierschutz ein. Seine Tiere behielt er.

„Rinder-Wahn-Sinn“ nennt Hubert Gassner die Entscheidung, seine Rinder nicht mehr in den Schlachthof zu bringen. Diese Entscheidung traf er vor sechs Jahren. Damals erreichte ihn ein Brief von Stefanie Buchinger. Die überzeugte Veganerin hatte sechs Mastschweine vor dem Schlachter gerettet und einen Platz zum Leben für sie gesucht. „Der Freikauf selbst ist keine große Schwierigkeit“, so Stefanie Buchinger über die Zeit der Herbergsuche, „aber tatsächlich einen Platz zu finden, das ist unglaublich schwierig“.

Auf den Weiden, wo Hubert Gassner sonst Sommer wie Winter seine Rinder hält, fand sie diesen. Wenige Wochen später stellte auch der Bio-Rinderzüchter seine Ernährung auf vegan um und verkaufte kein einziges seiner Tiere mehr.

„Ungutes Gefühl“ am Weg zum Schlachthof

Schon vor der Begegnung mit Stefanie Buchinger hatte Gassner ein zunehmend „ungutes Gefühl“, wenn er seine Tiere zum Schlachthof brachte. „Ich hab mir in der Zeit gedacht, wie soll das weitergehen, wenn bei einem Bio-Tier, das bei mir immer in der Natur gelebt hat, nur durch den Weg zum Schlachter das Fleisch eigentlich kaputt gemacht wird – wegen der Stresshormone, die da entstehen.“ Als Stefanie Buchinger mit ihrer Anfrage nach einem Lebensplatz für die geretteten Schweine an ihn herantrat, wusste er sofort, dass er das machen werde, so Gassner.

Doch die Entscheidung sorgte im Umfeld des alten Klosterhofes in Gföhl für Irritation. „Dadurch, dass mich die Leute gekannt haben, haben sie zwar gewusst, verrückt ist er nicht, und so ‚deppat‘ kann er auch nicht sein,“ erzählt Gassner rückblickend mit einem Schmunzeln, am Anfang sei er aber gemieden worden: „Viel geredet haben sie nicht mit mir, weil man ja doch einen Vogel hat, wenn man so etwas tut.“

Als einen „sehr mutigen Schritt“ bezeichnete Stefanie Buchinger Gassners Entscheidung. Die Tiere dankten es Gassner durch ein verändertes Verhalten: „Früher waren sie immer misstrauisch und nicht so zutraulich wie jetzt. Jetzt sind sie wirklich entspannt und ganz ruhig, weil sie wissen, sie brauchen überhaupt nichts zu fürchten.“

Allerdings muss nun auch für mehr als 60 Rinder und sechs Schweine immer genug Futter bereit stehen. Auf den Weiden war das in den ersten Jahren noch kein Problem, inzwischen sorgt jedoch die Trockenheit im Waldviertel für eine Futterknappheit.

Tierschutz lernen in Weide-Workshops

Gassner und Buchinger gründeten zwei Vereine. Mitglieder können für die Tiere spenden oder Tierpatenschaften übernehmen. Die studierte Chemikerin Stefanie Buchinger beschäftigt sich außerdem in einem Forschungsprojekt mit der „pflanzlichen Genusskultur“: „Weil uns klar ist, dass Ernährung und Tierliebe doch auch in Konflikt kommen können. Im Forschungsprojekt beschäftigen wir uns unter anderem mit dem Spannungsfeld zwischen Genuss, Verzicht und Gewissen.“

Auch Weide-Workshops werden angeboten. Dabei wolle man zeigen, wie eine alternative Tierhaltung aussehen kann, wie die Tiere davon profitieren und wie „Nutztiere ticken“, so Buchinger. Vegan zu sein ist dabei natürlich keine Voraussetzung, ganz im Gegenteil, sagt Gassner. „Ich will zeigen, wie gutes Fleisch oder weniger gutes Fleisch produziert wird. Ich möchte auch den Normalverbraucher auf den Klosterhof bringen. Und der könnte dann auch kosten, wie vegan schmeckt.“ Kurse und Bioprodukte vom Feld sowie vegane Lebensmittel werden außerdem online verkauft – allerdings nur an Vereinsmitglieder.

4 Gründe, warum Tierversuche noch immer durchgeführt werden   Leave a comment

.

Viele Leute werden sich ja fragen warum Tierversuche gemacht werden. Es wird schon so sein müssen, denken sicher viele. Hier ein paar Gründe warum Tierversuche gemacht werden. Dabei gäbe es alternative Methoden.

Von Peta.de

Die Tatsache, dass Tierversuche noch immer durchgeführt werden, lässt sich durch mehrere Faktoren erklären.

Tierversuche sind leider zur Gewohnheit geworden

Zum einen sind Tierversuche ein Routine-Vorgehen und ein klassischer Fall von „das wird eben schon immer so gemacht“. Deswegen werden Tierversuche oftmals immer noch als erstes Mittel der Wahl herangezogen, obwohl zunehmend Alternativmethoden zur Verfügung stehen.

In einigen Bereichen sind Tierversuche leider gesetzlich vorgeschrieben. Beispielsweise ist es bei der Medikamentenentwicklung oder für Giftigkeitstests verpflichtend, Tests an Tieren durchzuführen. Die Ergebnisse sind jedoch so gut wie nie auf den Menschen übertragbar, was die Ergebnisse aus diesen Tests wenig aussagekräftig macht. Für viele solcher Versuche gibt es bereits Alternativmethoden! Das Problem hier ist jedoch, dass der Zulassungsprozess langwierig und teuer ist – die nötigen Gelder hierfür fehlen oft, weil die finanzielle Förderung zum Großteil in Tierversuche fließt.

Tierversuche als Stufe auf der Karriereleiter

In der wissenschaftlichen Forschung kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Erfolg in der Wissenschaft baut auf einem fehlgeleiteten Karrieresystem auf. Um sich in der Forschung einen Namen zu machen, muss man publizieren – viel publizieren. Je mehr Paper in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht sind, desto besser. Tierversuche sind ein recht einfacher Weg, statistische Ergebnisse zu erzielen und Veröffentlichungen voranzutreiben. Sie werden finanziell gefördert und müssen praktisch keinerlei Hürden überwinden, um genehmigt zu werden. Ob die Forschungsergebnisse nun überhaupt auf den Menschen übertragbar sind, ist zweitrangig. Tierversuche sind also Teil eines Teufelskreises, um in einem überholten Forschungssystem die Karriereleiter zu erklimmen.

Fordern sie eine stärkere förderung tierfreier methoden

Studierende wachsen von Beginn an in dieses überholte System hinein: Schon im Studium werden Sektionen und Tierversuche von der Uni vorgegeben und gehören zum Alltag. Dabei wird komplett übergangen, dass Tierversuche ethisch nicht zu rechtfertigen sind und die Tiere hier als „Messinstrumente“ missbraucht werden, während sie oft erheblichen Schmerzen ausgesetzt sind und ihr Dasein in einem Labor fristen müssen.

Millionenschwere Industrie

Was viele nicht wissen: Hinter Tierversuchen steckt eine gewaltige Industrie. Alleine Mauritius, weltweit nach China zweitgrößter Exporteur von Affen zu Versuchszwecken, verdient jährlich 17 Millionen Euro mit dem grausamen Handel. 2016 fielen 8.245 Makaken aus Mauritius der Profitgier zum Opfer und wurden an Labors verschachert, in welchen sie dann grausamen Experimenten unterzogen werden und schlussendlich sterben. (1) Auch hinter der Zucht von Mäusen, Ratten und anderen Tieren, die in der Forschung missbraucht werden, steckt eine solche Industrie – und diese hat selbstverständlich Interesse daran, dass weiter Tierversuche durchgeführt werden. Sie profitiert millionenfach von der Ausbeutung von Lebewesen.

Gesetzlicher Tierschutz versagt

Sogenannte Forscher, die Tierversuche durchführen, berufen sich auf die gesetzlichen und behördlichen Regelungen: Alles sei in gesetzlichem Rahmen und behördlich genehmigt, heißt es oft. Dabei wird völlig übergangen, dass die Bundesregierung nicht einmal die ohnehin unzulänglichen Vorgaben der EU umsetzt bzw. erfüllt. Das Tierschutzgesetz besagt eigentlich, dass „niemand […] einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen [darf]“ – Tierversuche sind jedoch davon ausgenommen, selbst wenn sie nur der Befriedigung wissenschaftlicher Neugierde dienen. Hinzu kommt, dass in den sogenannten Ethikkommissionen, die für das „Wohl“ von Tieren in der Tierversuchsindustrie zuständig sind, Tierschutzbeauftragte in der Minderheit sind – den größeren Anteil machen Wissenschaftler aus, die ihre eigenen Interessen vertreten.

Tierversuche – dürfen wir das überhaupt?

Was von Forschern, die Tierversuche durchführen, rigoros ignoriert wird, ist der ethische Aspekt: Tiere sind schlichtweg nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren. Es steht uns ganz einfach nicht zu, Leben gegen anderes Leben aufzuwiegen und qualvolle Tierversuche mit einem vermeintlichen Nutzen zu rechtfertigen – es ist falsch, Tiere in kleine Käfige zu sperren, ihnen ein Leben ohne adäquate Sozialkontakte aufzuzwingen und sie in Experimenten zu quälen, um sie schlussendlich zu töten. Somit – NEIN, wir dürfen das nicht: Kein Tier, egal ob Affe, Hund oder Maus, verdient es, in einem Labor eingesperrt und schrecklichem Missbrauch ausgesetzt zu sein, der außerhalb eines Labors illegal wäre.

Was Sie tun können

Es sind bereits viele tierfreie Methoden verfügbar, und es werden ständig weitere entwickelt. Doch der Entwicklung und Validierung tierfreier Forschungs- und Testmethoden stehen viel zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Fordern Sie die Bundesregierung mit Ihrer Unterschrift dazu auf, dass Alternativmethoden zu Tierversuchen stärker gefördert werden.

.

Die Bilder kann man im Link ansehen.

4 Gründe, warum Tierversuche noch immer durchgeführt werden

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 29. Juni 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

Warum wir bei Tierversuchen schleunigst Alternativen brauchen   Leave a comment

.

Tierversuche gaukeln den Menschen eine falsche Sicherheit vor. Sie sagen nichts darüber aus, wie sich ein Medikament beim Mensch auswirkt.

Aus Peta.de

92 bis 95 Prozent: So hoch ist der Anteil medizinischer Wirkstoffe, die zwar im Tierversuch funktionieren, jedoch niemals auf den Markt kommen – weil das Medikament beim Menschen nicht wirkt oder unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Tierversuche sind schon aus ethischen Gründen abzulehnen, doch aufgrund dieser mangelnden Übertragbarkeit bergen sie zudem Risiken: Ein Ergebnis bei Tieren sagt absolut nichts darüber aus, was beim Menschen passieren wird! Trotzdem sind bei der Medikamentenentwicklung Tierversuche unsinnigerweise gesetzlich vorgeschrieben. Dadurch wird die Pharmaindustrie rechtlich formell abgesichert und Patienten ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Es wird Zeit, dass zur Entwicklung von Medikamenten neue tierfreundliche Methoden entwickelt und gefördert werden, die wirklich verlässlich sind und Rückschlüsse auf den Menschen erlauben – ein Anknüpfpunkt wären zum Beispiel Systeme wie der „human-on-a-chip“.

Wie funktioniert die Zulassung eines neuen Medikaments?

Insgesamt dauert es im Schnitt mehr als 10 Jahre, bis ein Medikament auf den Markt kommt. Ein Schritt auf dem Weg zur Zulassung eines neuen Medikaments ist die präklinische Prüfung neuer Wirkstoffe, die in Tierversuchen erfolgt. Hier wird vor allem die Toxizität getestet, also inwiefern der Wirkstoff ein Sicherheitsrisiko für den Menschen darstellen könnte. Und das ist schon das erste Problem – anhand von Ergebnissen aus Tierversuchen lassen sich keine verlässlichen Aussagen für den Menschen treffen. Mindestens 30 % der toxischen Effekte, die beim Menschen auftreten, werden durch die Tierversuche nicht vorhergesagt! [1]

Darauf folgen die klinischen Studien, unterteilt in Phase I (bzw. 0) bis Phase IV. In Phase I werden allerdings nur sehr wenige Personen getestet – einfach, weil es durch den vorhergehenden Tierversuch keine Garantie dafür gibt, dass ein Wirkstoff verträglich und sicher ist!

Somit wird gewissermaßen jeder neue Wirkstoff „am Menschen getestet“. Viele Wirkstoffe werden auch in späteren klinischen Phasen aussortiert, beispielsweise, weil erst in der breiten Anwendung seltene Nebenwirkungen entdeckt werden.

Warum passieren nicht viel häufiger Pharmakatastrophen?

Pharmaskandale (siehe Contergan, TGN1412 oder Viagra) sind „nur“ alle paar Jahre in den Nachrichten. Ein Grund dafür ist, dass es nach dem Tierversuch genügend Auffangnetze gibt, um Katastrophen zu verhindern – denn der Tierversuch selbst bietet keinerlei Sicherheit. So werden neuartige Testsubstanzen üblicherweise nicht mehreren Personen gleichzeitig verabreicht, sondern mit der niedrigsten Dosis zunächst die Reaktion eines ersten Probanden abgewartet: eine Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde [2]. Außerdem wurde die Anfangsdosis, die Testpersonen verabreicht wird, reduziert: Sie soll sich an der Konzentration orientieren, bei der gerade noch ein messbarer Effekt zu erwarten ist, anstatt sich, wie vorher, an der Konzentration zu orientieren, die in Tierversuchen keine Nebenwirkungen hervorgebracht hat [3]. Das verdeutlicht, dass eine schädliche Wirkung beim Menschen nicht anhand von Tierversuchen ausgeschlossen werden kann.

Der geringe Prozentsatz an Medikamenten, der es bis zur Markteinführung schafft, spiegelt das Grundproblem des Tierversuchs auch ohne tägliche Katastrophen wider: Die Übertragbarkeit der Ergebnisse ist schlichtweg nicht gegeben.

Der Mensch ist keine 70-kg-Ratte

Als Säugetiere teilen wir natürlich viele Eigenschaften bezüglich Körperbau oder physiologischen Vorgängen mit unseren kleinen Verwandten. Viele – aber einfach nicht alle. Ein kleines Detail im Stoffwechsel reicht aus, um eine komplett unterschiedliche Reaktion auf eine bestimmte Substanz zu bewirken. Selbst zwischen Tieren der gleichen Art gibt es oft gravierende Unterschiede! Ergebnisse aus Tierversuchen sind kaum replizierbar [4]. Inzwischen weiß man sogar, dass selbst Frau und Mann ganz unterschiedlich auf medizinische Wirkstoffe reagieren – wie sollen da Tierversuche verlässliche Ergebnisse für den Menschen liefern können?

Das Fazit: Tierversuche finden ganz einfach im falschen Organismus statt. Die Wissenschaft ist gefragt, um endlich Alternativen zu finden, die für den Menschen relevante Ergebnisse liefern und Tierversuche als einen der ersten Schritte beim Testen neuer Medikamente in der breiten Anwendung ersetzen können!

Was Sie tun können

Im Rahmen dieser Blogserie veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Informationen zu Argumenten, die gegen Tierversuche sprechen. Bitte informieren Sie auch Familie, Freunde und Bekannte über die vorherrschenden Missstände!

Quellen:
[1] Greaves, P., Williams A., Eve M., 2004: First dose of potential new medicines to humans: how animals help. Nature Reviews Drug Discovery, vol. 3, pp. 226–236.
[2] https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/richtlinie-ohne-richtungswechsel
[3] EMEA (Europ. Arzneimittelbehörde), 2007: Guideline On strategies to identify and mitigate risks for first-in-human clinical trials with investigational medicinal products.
[4] Video, WIST-Kongress 2016: Prof. Thomas Hartung: Der Mensch ist keine 70-kg-Ratte – Die Validität von Tierversuchen. https://www.youtube-nocookie.com/embed/jeQ58UZdx8k

.

Das Bild kann im Link angesehen werden, da ich mich keinem Risiko von Urheberrechtsverletzung aussetzen möchte.

 

Warum wir bei Tierversuchen schleunigst Alternativen brauchen

.

Gruß Hubert

7 Aussagen von Forschern, denen Sie nicht glauben sollten!   Leave a comment

.

Aus Peta.de – November, 2018

Tierversuche werden von Forschern regelmäßig verharmlost. Wir haben nachfolgend die gängigsten ihrer Aussagen gesammelt und auf den Prüfstand gestellt.

Behauptung Nr. 1: „Kein Forscher führt gerne Tierversuche durch! Wir machen das nur, weil sie notwendig sind!“

Was in der Forschung als notwendig gilt oder nicht, ist Auslegungssache. Für den medizinischen Fortschritt sind Tierversuche jedenfalls NICHT nötig – im Gegenteil! Sie führen auf falsche Fährten und verhindern vermutlich sogar die Erforschung von Medikamenten, die für den Menschen nützlich wären. Ergebnisse von Tierversuchen sind nicht auf den Menschen übertragbar: Sie zeigen uns lediglich, wie der Körper einer bestimmten Spezies reagiert! Aber klar: Wenn ich Forschungsgelder bekomme, weil ich wissen will, wie sich ein blind und taub gemachtes Rotkehlchen in einem starken Magnetfeld verhält, sobald ich es in eine Box stopfe – dann ist so ein Versuch natürlich „notwendig“.

Tierversuche werden aus folgenden Gründen durchgeführt: aus Tradition, um Forschungsgelder zu generieren, und weil sie Forschern helfen, die Karriereleiter zu erklimmen.

Behauptung Nr. 2: „Den Tieren geht es gut, sonst wären unsere Ergebnisse ja wertlos!“

.

Verborgenes Tierleid: Ein Hundelabor in Frankreich

.

.

Ergebnisse von Tierversuchen sind ohnehin nicht auf den Menschen übertragbar. Was Tierversuche hervorbringen, sind Daten. Daten bedeuten Publikationen, Publikationen bedeuten Karriere – ob die Ergebnisse jemals relevant für den Menschen sein werden, spielt dabei keine Rolle. Deshalb ist es für Forscher auch weitgehend egal, ob es den Tieren schlecht geht. Mehr noch: Oftmals werden sie mit Absicht hungrig und durstig gehalten, bekommen weniger Nahrung als gesetzlich vorgeschrieben ist. [1] Warum? Damit sie bei den Experimenten mitmachen, da sie sich nach der „Belohnung“ Wasser sehnen. Wasser- und Nahrungsentzug gehören noch zu den vergleichsweise harmlosen Dingen in der Tierversuchsindustrie. Obwohl es schwierig ist, Dokumentationen aus Laboren zu erhalten, konnten Recherchen immer wieder schreckliche Zustände beweisen: Die Tiere werden getreten, angeschrien und natürlich im Rahmen der schmerzhaften und angsteinflößenden Versuche schlichtweg misshandelt.

Behauptung Nr. 3: „Sie sind nur gegen Tierversuche, weil Sie nicht genug darüber wissen!“

Experimentatoren und Mitarbeiter in Tierversuchslaboren versuchen oft, Tierversuchsgegner zu diskreditieren, indem sie sie als unwissend darstellen. Wer nicht als uninformiert oder gar dumm gelten will, wird so ganz leicht dazu gebracht, sich auf Stammtischparolen wie „Es geht nun mal nicht ohne Tierversuche!“ einzulassen. Dass Studien, Pharmaskandale und zahlreiche Wissenschaftler ein anderes Bild zeichnen, sorgt langsam aber stetig für ein Umdenken.

Behauptung Nr. 4: „Unsere Forschung dient dem Artenschutz!“

Immer wieder werden vermeintlich gute Gründe vorgeschoben, die jeden noch so grausamen Versuch mit wehrlosen Lebewesen rechtfertigen sollen. Doch wenn man genauer hinsieht, wird klar: Tierversuche werden nicht durchgeführt, um Menschen, Tieren oder der Umwelt zu helfen. Sie werden nur deshalb gemacht, weil sie eine riesige Lobby hinter sich haben.

Wer unverbesserlich weiter behauptet, seine Tierversuche dienten einem guten Ziel, dem entgegnet man am besten mit Albert Schweitzers Worten:

„Wer mit Tieren experimentiert, sollte sein Gewissen niemals damit beruhigen, dass diese Grausamkeiten einen lobenswerten Zweck hätten.“

Behauptung Nr. 5: „Das Wohlergehen der Tiere liegt uns am Herzen. Wir tun alles, damit sie so wenig wie möglich leiden!“

Wie wenig der körperliche und seelische Zustand den Mitarbeitern in Laboren am Herzen liegt, kann man immer wieder in dokumentierten Recherchen über Missstände selbst beurteilen.

Behauptung Nr. 6: „Tierversuche werden nicht leichtfertig durchgeführt, die Hürden sind hoch!“

99 Prozent der beantragten Tierversuche werden genehmigt – wie hoch können die Hürden also sein? Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Wer einen Tierversuch durchführen will, muss eine 30-seitige Ausarbeitung vorlegen. 30 Seiten, auf denen steht, was gemacht wird, warum es gemacht wird, und was man sich davon erhofft. Dieser Antrag wird bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht, welcher eine sogenannte „Ethikkommission“ zur Seite steht. Oftmals wird behauptet, Tierschutzbeauftragte aus dieser Kommission könnten grausame und ethisch fragwürdige Versuche verhindern – leider können sie das nicht. Denn was verschwiegen wird, sind zwei entscheidende Punkte: Erstens besteht die Ethikkommission nur zu einem Drittel aus Tierschutzbeauftragten – die übrigen zwei Drittel bestehen aus Veterinären, Ärzten und Wissenschaftlern, die meist selbst in Tierversuche verstrickt sind. Und zweitens hat die Ethikkommission nur eine beratende Funktion: Selbst wenn sie von einem Versuch abrät, hat das keinerlei bindende Funktion für die zuständige Behörde! Diese Punkte und die Tatsache, dass die Personalstellen auf den Behörden unterbesetzt sind und Anträge daher selten gut kontrolliert werden, führen dazu, dass 99 Prozent der Anträge durchgewunken werden – von angeblichen Hürden kann also keine Rede sein. [2]

Behauptung Nr. 7: „Tierversuche sind teuer, deswegen machen wir nur die nötigsten.“

Tierversuche sind teuer, ja – aber kein Forscher bezahlt sie selbst. Müssen sich Forscher zwischen Tierversuchen und Alternativmethodenentwicklung entscheiden, fahren sie stets günstiger mit Tierversuchen. Denn diese werden leicht bewilligt, Milliarden an Forschungsgeldern werden in diesen Sektor gepumpt. [3] [4] [5] [6] Im Gegensatz dazu wurden seit 1980, also in sage und schreibe 38 Jahren (!) nur 560 Projekte mit 180 Millionen Gesamtfördervolumen zur Tierversuchsfreien Forschung gefördert [7]. Kurzum: Tierversuche sind die einfachste Möglichkeit, die Karriereleiter hoch zu klettern – trotz hoher Kosten!

Wer an Alternativmethoden forscht, braucht einen langen Atem und eine hundertprozentige Überzeugung, denn man muss viele Hürden überwinden – im Gegensatz zu Tierversuchen werden nämlich einige Anträge für innovative Alternativmethodenforschung abgelehnt!

Auch die Industrie hat deutliche finanzielle Interessen, welche die stets angeführten „hohen Kosten“ von Tierversuchen schnell wieder relativieren. Denn mit dem Verkauf von Produkten, für deren Entwicklung „teure“ Tierversuche herangezogen wurden, lässt sich ein hoher finanzieller Gewinn erwirtschaften. Somit werfen Tierversuche am Ende des Tages durchaus Profit ab – die Tiere leiden für menschliche Gier.

Was Sie tun können

Im Rahmen dieser Blogserie veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Informationen zu Argumenten, die gegen Tierversuche sprechen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Unterschrift die tierleidfreie Alternativmethodenforschung zu stärken und die finanzielle Umverteilung zugunsten der Alternativmethodenforschung anzustoßen.

.

Quellen:
[1] https://www.stern.de/tv/strafbefehle-beantragt–was-die-berichterstattung-ueber-affen-versuche-am-max-planck-institut-noch-nach-sich-zieht-7872856.html
[2] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/1518-tierschutzgesetz
[3] https://www.bundesbericht-forschung-innovation.de/de/Ausgaben-und-Personal-fur-Forschung-und-Entwicklung-2538.html
[4] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/forschungsfoerderung.pdf
[5] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/269-was-kosten-tierversuche
[6] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/2570-skandaloes-milliarden-steuergelder-fliessen-in-tierversuche-nur-geringe-betraege-in-tierversuchsfreie-forschung

Hinweis: Die Bilder können im Link angesehen werden, da ich mich keinem Risiko von Urheberrechtsverletzung aussetzen möchte.

.

7 Aussagen von Forschern, denen Sie nicht glauben sollten!

.

Gruß Hubert