Archiv für Januar 2016

Der Schwarze Kanal: Immer schön weiterbeleidigen   Leave a comment

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Ich würde sagen, dass Spott und Beleidigung erlaubt sind, wenn sie nach oben gehen.

“Der Freiheitsgrad einer Gesellschaft lässt sich ziemlich verlässlich daran bemessen, wie die Obrigkeit mit Leuten umspringen darf, die nach ihrem Geschmack zu frech und zu aufsässig sind.”

Darf man über eine TV-Moderatorin sagen, dass sie ihren Kopf zur Seite lege, damit sich der Verstand in einer Ecke sammelt? Man muss sogar. Denn Freiheit fängt erst an, wo sie zu weit geht.

Henryk M. Broder hat vor Längerem über eine Fernsehmoderatorin geschrieben, sie lege ihr Köpfchen zur Seite, damit der Verstand sich in einer Ecke konzentrieren kann. Ein wunderbarer Satz, wie ich fand, dessen Wahrhaftigkeit unmittelbar einleuchtete, auch wenn man die Frau nie gesehen hatte. Es geht hier nicht um die Person, sondern um die Kunst der Beleidigung.

Die Moderatorin hingegen sah sich in ihrer Ehre verletzt und zog wegen dieser und noch ein paar anderer echter Gemeinheiten vor das Landgericht Düsseldorf, das ihr 10.000 Euro Schmerzensgeld zusprach.

Das Oberlandesgericht, vor dem der Fall landete, kassierte die Entscheidung der Vorinstanz. Was hätte man über Fernsehmoderatoren noch sagen dürfen, wenn es bei dem Urteil geblieben wäre: Dass ihr Witz und ihre Intelligenz leider nicht bei allen Sendungen gleichermaßen zum Einsatz komme? Am Ende musste Broder 40 Prozent der Gerichtskosten tragen, was immer noch ziemlich happig ist.

Wie man es von Broder kennt, lässt er sich von juristischen Widrigkeiten nicht lange von der Arbeit abhalten. Gerade erst hat er ein neues Buch herausgebracht (“Das ist ja irre”), in dem er wieder furchtlos gegen alle zu Felde zu zieht, von denen er annimmt, dass sie Unsinn reden oder dass es sich bei ihnen um einen ausgemachten “Knallkopf” handelt, wie Eckhard Henscheid einst dem armen Heinrich Böll hinterherrief.

 

Die wahre Kunst ist die Beleidigung nach oben

Ich bin ein großer Freund der Beleidigung. Manche Menschen verdienen, dass man ihnen den Kopf zurechtrückt, oder, wie im Fall der Moderatorin, das Köpfchen. Es gilt in Deutschland als unfein, über andere in herabwürdigender und hinabsetzender Absicht zu schreiben. Das könne man doch nicht sagen, heißt es dann, das gehe zu weit. Da wo’s zu weit geht, fängt die Freiheit erst an, hat der Kabarettist Werner Finck einmal erwidert. Auch ein Satz, den man sich merken kann.

Die ungestrafte Spottlust steht am Anfang der Aufklärung. Der Freiheitsgrad einer Gesellschaft lässt sich ziemlich verlässlich daran bemessen, wie die Obrigkeit mit Leuten umspringen darf, die nach ihrem Geschmack zu frech und zu aufsässig sind. Nicht mehr im Gefängnis schmoren zu müssen, wenn sich einer auf den Schlips getreten fühlt (oder schlimmer: mit einem Mühlstein um den Hals am Grund eines Sees zu enden), ist eine der großen Errungenschaften der Moderne. Alles, was wir an Meinungsfreiheit schätzen, folgt von dort.

Es ist noch nicht so lange her, da reichte ein falscher Satz, um sich Karriere und Gesundheit zu zerstören. Dem Rechtsanwalt William Prynne ließ der englische König Karl I. wegen einer Theaterkritik beide Ohren vom Kopf säbeln. Die angebliche Beleidigung waren vier Worte, die Königin Henrietta Maria als Anspielung verstanden hatte: “Schauspielerinnen sind gewohnheitsmäßige Huren”. Die Königin hatte kurz nach Erscheinen der Schrift eine Rolle in einer dramatischen Darstellung am Hof übernommen. Ein dummer Zufall, wie man so schön sagt.

Wie überall im Leben gilt auch bei der Schmähkritik, dass Dummheit jede Freiheit verhunzt. Menschen herabzusetzen, die ohnehin schon klein sind, ist billig. Das schönste Spottwort ist nichts wert, wenn das Urteil über denjenigen, dem man es verpasst, längst gefallen ist.

Eine Kolumne von

 

Der Schwarze Kanal: Immer schön weiterbeleidigen

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Hier noch eine kleine Auswahl an vorbildlichen Beleidigungen, zusammengelesen aus dem Sammelband “Dichter beschimpfen Dichter”, einem Kompendium der literarischen Verbalinjurie:

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“Er hat eine neue Mätresse? Unmöglich – bei dem schläft doch nur das Publikum.”

Jean Cocteau über Jean Anouilh

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“Es ist ein Jammer, dass viele Bücher gegen Ende abfallen. Bei ‘Hundert Jahre Einsamkeit’ zum Beispiel: 80 Jahre hätten es auch getan.”

Jorge Luis Borges über Gabriel García Márquez

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 31. Januar 2016 von hubwen in Kultur, Uncategorized

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Heute mal Unsinn im Sinn   Leave a comment

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Heute habe ich nur Unsinn im Sinn 😉

 

Auch Frauen kaufen den Kater nicht im Sack 😉 Bei ihr ist es aber reichlich spät – da hätte sie aber früher nachschauen sollen. Es sei denn, sie schaut nur nach wie die Tagesform ist.

Das erfreut das Herz der alten Frau. Ein schönes Exemplar, wenn nur der Penis nicht so verdammt kurz wäre…

Mit der Wahrheitsliebe ist es ja in den sozialen Netzwerken manchmal nicht so weit her. Da stellt sich ja manche/r viel vorteilhafter dar, als es die Realität dann beweisen würde.

Hier noch der “vorbildhafte” und effiziente Papa. Wer sagt denn, dass nicht auch Männer multitasking-fähig sind 😉

Und noch ein interessantes und ansehliches Hinterteil.

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Ist das etwa das Hotel (bzw. Motel) wo Anthony Perkins (Norman Bates) im Film Psycho eine Frau unter der Dusche ersticht?

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glG Hubert

Veröffentlicht 31. Januar 2016 von hubwen in Humor

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Die Unheiler   Leave a comment

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Es kann sehr gefährlich werden, wenn man sich auf Alternativmediziner bedingungslos verlässt. Das kann auch das Leben kosten, wenn zum Beispiel bei einem Tumor auf die übliche medizinische Behandlung verzichtet wird. Hier ein Artikel dazu in Teilen, da der Beitrag sehr lange ist.

Alternativmediziner spielen mit dem Leben ihrer Patienten. Eine Undercover-Reportage.

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wydoync7xcoDen Krebs durch Handauflegen besiegen – mit Hilfe einer „Geistheilung“

Bildnachweis: Andreas Labes

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Unser Reporter hat sich als Krebspatient ausgegeben und acht Alternativpraxen besucht. Was er erlebt, ist schockierend: Die empfohlenen Therapien sind meistens sehr teuer, unnütz und manchmal sogar lebensgefährlich.

Hallo, mein Name ist Niko Scholze, ich bin 33 Jahre alt und habe Krebs. Genauer: Ein Hodgkin-Lymphom, einen Tumor, der die Lymphknoten befällt. Vor einem Jahr habe ich eine Chemotherapie gemacht. Der Krebs verschwand, doch nun ist er zurückgekehrt, ungewöhnlich für diese Art von Tumor, aber es kommt vor. Wobei es mir gut geht, ich habe keine Symptome. Mein Arzt drängt auf eine neue Chemotherapie, höher dosiert.

Das ist zum Glück alles nur ausgedacht. In Wirklichkeit heiße ich Hristio Boytchev und bin Wissenschaftsjournalist. Ich bin gesund, sieht man einmal von meiner Kurzsichtigkeit ab. An Krebs leide ich zum Schein, um Deutschlands Alternativmediziner auf die Probe zu stellen. Was raten Geistheiler und Neugermanische Doktoren, Schamanen und Heilpraktiker einem, der mit einem aggressiven Tumor zu ihnen kommt?

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Brennende Kerzen

Der Patient ist Schuld am Krebs, und die Krise des Körpers enthält eine Lektion – das unterstellen viele Heiler. Doch helfen solche Annahmen jemandem?

Foto: Andreas Labes

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Alternative Medizin boomt. Kaum eine Apotheke, die keine homöopathischen Zuckerkügelchen verkauft, auf Kongressen und in Bestsellern preisen Gurus ihre esoterischen Mittel an. Die Deutschen geben dafür geschätzt mehrere Milliarden Euro im Jahr aus und sind überzeugt von der heilenden Wirkung. Weitere Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu jeder zweite Krebspatient davon in irgendeiner Form Gebrauch macht. Dennoch wissen Behörden und Ärzte erstaunlich wenig darüber, was abseits der Krankenhäuser passiert. Wer den Pfad der Schulmedizin verlässt, verschwindet aus dem Blick.

Wir – meine vorgebliche Studienfreundin Claudia Ruby, tatsächlich ist auch sie Wissenschaftsjournalistin, und ich – haben uns daher auf den Weg quer durch Deutschland gemacht, zu acht Heilern, die den Ruf haben, Krebs auch ohne Schulmedizin heilen zu wollen. Große Zentren sind dabei, die selbst Menschen aus dem Ausland anziehen, genau wie kleine Praxen von Heilpraktikern und Ärzten. Claudia Ruby hat die Recherche verfilmt, für ihren Dokumentarfilm „Krebs – das Geschäft mit der Angst“. Sie hat die Besuche organisiert, den Diagnosebrief, den ich immer mitführe, genauso wie eine DVD mit Computertomografien. Darauf sieht man, dass der Tumor jetzt auch die Milz befallen hat.

Auf der Reise werde ich viel Widersprüchliches und Wirres über mich hören, werde Gedichte vorgelesen bekommen und mich einer Geistheilung unterziehen. Und ich werde eine Ahnung davon bekommen, wie es ist, Angst zu haben. Die Angst, die Krebs mit sich bringt. Die Angst davor, todkrank zu sein – und eine Entscheidung fällen zu müssen, wem ich glauben soll.

 

BIOLOGISCHE KREBSMEDIZIN

In dem kleinen Ort Greiz, am Rand des Erzgebirges, befindet sich die „Klinik im Leben“, die auf ihrer Webseite vielversprechend mit „Biologischer Krebsmedizin“ wirbt.

[…]

Der Arzt Uwe Reuter bittet uns herein. Er sitzt hinter einem iMac, auf dem er mir manchmal Bilder zu seinen Therapien zeigt. Er ist um die 50, groß und hager, sein Gesicht wirkt durch eine rahmenlose Brille besonders ernst. Mit hartem Thüringer Akzent fragt er: „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Ich erzähle ihm meine Geschichte.

Die Heilung muss „vom Inneren her kommen“

Er hört aufmerksam zu, und dann wirkt es eine Weile, als könne er sich nicht entscheiden, was er mir raten soll. Schließlich hat er es: Ich soll zunächst eine „Diagnosereihe“ in seiner Klinik machen, drei oder noch besser fünf Tage, für rund 1.000 Euro. Da seien „elektromagnetische Messungen“ für den „Energiehaushalt einzelner Organe“ gleich mit inbegriffen. Erst dann könne er bestimmen, welche Therapie bei mir angezeigt sei. „Hypnose, Homöopathie, Vitamin B17-Infusionen“ werden wohl eine Rolle spielen, sagt Reuter, und eine „Fiebertherapie“, bei der ich abgestorbene Bakterien gespritzt bekomme. Zusätzlich zur Chemotherapie oder allein?, frage ich. Diese Entscheidung könne er mir nicht abnehmen, sagt der Arzt, ich soll sie von meinem „Inneren her“ treffen. Ich müsse begreifen, dass meine Krankheit nicht von außen komme, und dass Therapien nur unterstützend wirkten – die Heilung „muss vom Inneren her kommen“.

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Fieberthermometer

Reuter schlägt eine „Fiebertherapie“ vor, bei der abgestorbene Bakterien gespritzt werden. Er rät dazu, die – dringend nötige – Chemotherapie zu verschieben

Foto: Andreas Labes

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Er sagt das alles beiläufig, mit dem monotonen Nuscheln, mit dem er die ganze Zeit spricht. Aber verbirgt sich in diesen Worten nicht die Unterstellung, dass ich Schuld sei an meiner Erkrankung? Nicht eine Zelle ist mutiert und zum Tumor gewuchert – sondern etwas Grundlegendes stimmt nicht mit mir, mit meinem Leben, meiner Herkunft, meiner Einstellung, was auch immer. Ein Denkmuster, das typisch ist für die Alternativmedizin – und auf das ich bei meiner Reise immer wieder stoßen werde.

Je teurer, desto glaubwürdiger

Am Ende schlägt Reuter vor, die Chemotherapie um ein Vierteljahr zu verschieben und mit Hilfe seiner Therapie „all das beiseite zu schieben, was die Heilung verhindert“ – Giftstoffe, Ablenkungen und Ängste. Die Kosten? Rund 10.000 Euro für die gesamte Therapie. Bedrückt fahre ich mit dem Regionalzug nach Hause. Später sagt Hans Josef Beuth, Mikrobiologe an der Uni Köln und einer der führenden Experten zur Alternativmedizin: Ein hoher Preis erhöhe paradoxerweise die Glaubwürdigkeit der Heiler. Je mehr ein Patient zahle, desto mehr habe er das Gefühl, dass die Therapie ernst zu nehmen sei. Herr Reuter muss ein sehr ernst zu nehmender Heiler sein.

Nach dem Ende der Recherche haben wir alle Heiler kontaktiert und sie darüber aufgeklärt, dass wir nicht als Patienten, sondern als Undercover-Journalisten bei ihnen waren – und sie gebeten, schriftlich Stellung zu beziehen. Uwe Reuter hat nicht die ihm gestellten Fragen beantwortet, sondern hat unsere Vorgehensweise in Frage gestellt.

DIE KRANKE STADT BERLIN: WAS DIE GERMANISCHE NEUE MEDIZIN RÄT

Die Heilpraktikerin Ursula Stoll hat sich auf die „Germanische Neue Medizin“ spezialisiert. Ryke Geerd Hamer, ehemaliger Arzt, hat die Lehre Anfang der 1980er Jahre als Reaktion auf die „jüdische“ Schulmedizin begründet. Kein Wunder, dass sie sich in völkischen Kreisen großer Beliebtheit erfreut. Hamers abstruse und gefährliche Theorien führten zum Entzug seiner ärztlichen Zulassung. Er praktizierte aber illegal weiter, mehrere seiner Patienten starben. Er wird international von der Polizei gesucht, in Deutschland liegt gegen ihn ein Haftbefehl wegen Volksverhetzung vor. 2007 floh Hamer nach Norwegen, wo er bis heute als Rektor einer Scheinuniversität auftritt und Bücher verlegt.

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Homöopathie-Kügelchen

Bei Heilpraktikerin Stoll stehen homöopathische Fläschchen. Sie rät, der Patient solle zurück zu den Eltern ziehen. Die Großstadt Berlin mache ihn krank.

Foto: Andreas Labes

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Selbst Ursula Stoll hält ihn für verrückt – nicht aber seine Theorie. Deren Kern: Alle Krankheiten seien Ausdruck eines Konfliktes. Hamer veranschaulicht das mit Beispielen aus dem Tierreich: Ein Hirsch, der aus seinem Revier verdrängt wird, erhöht den Blutdurchfluss zum Herzen, um Kraft zu haben und sein Gebiet zurückzuerobern. Dem Menschen ergeht es ähnlich, wenn er eine Erniedrigung erlebt. Doch er kann seine aufgestaute Energie nicht, wie das Tier, im Kampf freisetzen. Die sinnvolle Überschuss-reaktion führt zum Herzinfarkt.

Die meisten Heiler, die sich der Germanischen Neuen Medizin verschrieben haben, halten sich bedeckt und werben nur in einschlägigen Foren. Ursula Stoll jedoch hat kein Problem damit, auf einer Website für jedermann sichtbar ihre Dienste anzubieten.

Stoll praktiziert in Öhringen, einem idyllischen Städtchen im Norden von Stuttgart, in ihrem unscheinbaren Einfamilienhaus. In den Regalen des Behandlungszimmers stehen medizinische neben parapsychologischen Lehrbüchern, daneben eine Vitrine mit homöopathischen Fläschchen. Stoll trägt ein weißes Hemd und eine Hornbrille, die braunen Haare hat sie zu einem Zopf zusammen gesteckt, eine akkurate Gouvernante mit strengem Blick.

„Krebs gibt es nicht“

Auch ihr erzähle ich von meinem Leiden, doch sie unterbricht mich schnell: „Was ist Krebs?“, fragt sie. Man müsse sich von dem Begriff verabschieden. Krebs als solchen gebe es nicht. Ich habe erstmal nur eine Schwellung der Lymphknoten am Hals. Punkt.

Die Ursache: Eine Selbstabwertung, und zwar beruflicher Art, ich hätte mir immer wieder gesagt, ich schaffe mein Studium nicht. Wären die Lymphknoten unter der Achsel angeschwollen, hieße das, dass ich mich als Partner abgewertet hätte. Bei mir käme noch eine existentielle Angst dazu, und wie ein Fisch an Land lagere ich Wasser in meinen Körper ein, um zu überleben. Daher die geschwollenen Lymphknoten.

Metastasen? Gebe es nicht. Den ärztlichen Befund? Überfliegt sie beiläufig.

Stattdessen fragt sie: Haben Sie geschwitzt, als Sie krank waren? Hat der Schweiß gerochen? Hatte er eine Farbe? Wo genau war der Juckreiz?

Ich soll lernen, mich zu lieben

Ich erzähle ihr von einem Vortrag, der meinem Chef nicht gefallen hat. Ja! Das könne der Grund der Krebserkrankung sein. Meine Symptome seien eine Reaktion auf diese Kränkung, mein Körper versuche, sich selbst zu heilen, doch die erste Chemotherapie habe den Vorgang unterbrochen und gestört.

Ihr Rat, um den Krebs zu besiegen: Ich soll wieder zu meinen Eltern ziehen, das Leben als Single überfordere mich, Berlin sei ohnehin eine furchtbare Stadt. Und ich soll lernen, mich selbst zu lieben.

Ein tödlicher Ratschlag

Was ich gehört habe, ist äußerst gefährlich. Hodgkin ist heilbar, eine Paradeerkrankung für die Schulmedizin, die Heilungschancen stehen in meinem Fall sehr gut. Deshalb ist er so ausgedacht. Chemotherapie ist die einzig sinnvolle Option. Verweigert man sich dieser – zugegeben höchst unangenehmen – Behandlung, geht die Überlebenschance aber gegen Null. Niko Scholze wäre an diesem Rat verstorben.

Wie rechtfertig Ursula Stoll ihr Vorgehen? In einer ergreifenden E-Mail wiederholt sie ihre Standpunkte. Sie bleibt dabei, dass eine Chemotherapie mehr schadet „als sie nützlich sein kann“. Fragt: „Warum sollte ein Zellgift die Fähigkeit besitzen zu heilen?” Hält daran fest: Krankheit kann „als eine Selbstregulation verstanden werden“. Wiederholt, dass „die Wörter Krebs und Metastasen keine Aussagekraft haben“.

Wie gefährlich solche Aussagen sind, das scheint Frau Stoll nicht bewusst zu sein.

 

„WIR BRAUCHEN KEINE HEILPRAKTIKER“

Ob als Impfgegner oder Verfechter unbewiesener Praktiken: Immer wieder fallen Heilpraktiker wie Stoll negativ auf. Die Ausbildung ist kaum geregelt, so gut wie jeder kann ohne praktische Kenntnisse Heilpraktiker werden. Der Berufsstand ist weltweit einmalig. Er existiert nur in Deutschland – und seit kurzem in der Schweiz.

Ernste Krankheiten dürfen Heilpraktiker eigentlich nicht allein behandeln – außer der Patient willigt ausdrücklich ein. „Wir brauchen diesen Berufsstand nicht“, sagt Jutta Hübner, Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Prävention und Integrative Medizin in der Onkologie” der Deutschen Krebsgesellschaft. Es besteht aber offenbar Bedarf nach Behandlern, die sich Zeit für Patienten nehmen und sanft behandeln. Doch die Rolle könne besser von besonders ausgebildeten Pflegern oder Arzthelfern übernommen werden, sagt Hübner.

Wer will kann hier weiterlesen:

Die Unheiler

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Gruß Hubert

 

Der Rassismus des Volker Beck (B’90/Die Grünen) – Schächten   2 comments

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Ich möchte hier einen Brief von Sabine Becker an die Grünen weitergeben, weil er meiner Meinung nach aussagt, was es zur Haltung der Grünen zum Schächten zu sagen gibt. Man kann dieser Partei nur wünschen, dass es mit ihr abwärts geht.

Volker Becks Äußerung:

„Der Innenexperte der grünen Bundestagsfraktion, Volker Beck, meint, dass die Integration vieler Flüchtlinge auch davon abhänge, ob man in Deutschland bereit sei, die religiösen Bedürfnisse der Flüchtlinge zu akzeptieren. ‚Notwendig ist auch der Respekt der Mehrheitsgesellschaft gegenüber den religiösen Vorstellungen und Vorschriften von Minderheitsreligionen’, sagt er in der Sendung ‚Unter den Linden’ im Fernsehsender phoenix mit Blick auf religiöse Kopfbedeckungen, das religiös begründete Schächten von Tieren und die Beschneidung. Allerdings müssten die Menschen, die hier um Asyl bitten, zugleich die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie die friedliche Auseinandersetzung bei unterschiedlicher Meinung akzeptieren.“ (Die Welt, 15.12.2015)

Sabine Becker:

Der Fall Volker Beck

An die GRÜNEN

Hiermit protestiere ich aufs Schärfste gegen Becks Forderung nach Akzeptanz für das Schächten von Tieren.

Es ist sehr lange her, dass ich die GRÜNEN gewählt habe, und ich schäme mich heute dafür. Die GRÜNEN hatten einmal den Anspruch, ihrem Namen gerecht zu werden und setzten sich auch und besonders für Umwelt- und Tierschutz ein. Was ist davon übrig geblieben?

Dass ausgerechnet ein GRÜNER der erste ist, der explizit Toleranz für Tierquälerei höchsten Ausmaßes fordert, Toleranz für Brutalität, Toleranz für die schmerzhafteste, sadistischste Art, ein wie wir fühlendes Tier zu töten, hat eine historische Dimension und bedeutet die Bankrotterklärung Ihrer einstigen Ziele und Ihrer Ethik.   

 

Niemand in Ihrer Partei hat über einen Parteiausschluss von Beck auch nur nachgedacht, und der durchsichtig halbherzige Versuch, Schaden in der noch vermeintlichen Wählerschaft zu begrenzen, macht den Skandal umso größer. Die GRÜNEN verraten nun die Tiere auf perfideste Weise wie alle Politiker, die sich mit zunehmender Macht und wachsendem Einfluss vollständig korrumpieren lassen. Auf Ihren Internetseiten sucht man einen nennenswerten Einsatz für die Rechte der Tiere vergebens. Kleine Augenwischereien täuschen darüber nicht hinweg.  

Ist es Becks Unwissenheit? Kennt Beck unsere Tierschutzgesetze nicht? Weiß er nicht, dass es im Grundgesetz verankert ist (wenngleich durch das absichtlich nicht genehmigte  Verbandsklagerecht praktisch wirkungslos)?

Weiß Beck überhaupt, wovon er spricht, was genau Schächten ist? Ist es möglich, diesen offensichtlich unempathischen Ignoranten aufzuklären über diese grausame Methode und deren absurde Sinnlosigkeit? Wo bleibt die Forderung der GRÜNEN nach Ächtung und Beendigung des Schächtens, nach strikter Umsetzung geltender Tierschutzgesetze? Fehlanzeige! 

Weiß Beck am Ende gar nicht, dass auch die sog. religiöse Freiheit gesetzlich begrenzt ist durch geltendes allgemeines Recht? Religionen können sich eben nicht ungehindert ausleben und ihre grausamen Absurditäten ausweiten, wie es ihnen beliebt, sondern sie haben sich unserem geltenden Gesetz unterzuordnen, Punkt. Das betrifft nicht nur die Gleichheit von Mann und Frau, sondern auch die Rechte der Tiere, ob Ihnen das im Einzelnen persönlich wichtig ist oder nicht. Politik ist nicht nur ein Selbstbedienungsladen, in dem man ausschließlich seine eigene persönliche ideologische Suppe kocht.

Gibt Beck in nicht nachvollziehbarer Selbstüberschätzung oder gar bodenloser Dummheit lediglich seine ganz persönliche Meinung zum Besten? Oder ist gar ein auf unterschwelliger Angst basierender Versuch eines Deals herauszulesen nach dem Motto: Wir opfern unseren Tierschutz, weil Tiere ohnehin nichts wert sind und uns das nicht weh tut – hier, Ihr könnt sie gerne foltern, aber lasst uns dafür bitte wenigstens die Gleichheit von Mann und Frau und verfolgt die Homosexuellen und Transgendermenschen etc. nicht? Dass das freie Ausleben von Homosexualität nicht zu den Forderungen der islamischen Religion gehört, sollte bekannt sein. Seine Forderung nach Toleranz religiöser Brutalität könnte unversehens doch auch auf ihn zurückfallen; diese Rechnung wird so nicht aufgehen. 

Wie immer es sich verhält: Beck ist untragbar. Entweder kennt er unsere Gesetze nicht, dann muss er zurücktreten. Oder er missachtet sie, dann muss er ebenfalls zurücktreten.

Und nun direkt an die Adresse von Beck:

SIE sind der widerlichste RASSIST Deutschlands. Sie erklären in Ihrer widerwärtigen Selbstgerechtigkeit einfach ein paar RASSEN unserer Mitlebewesen auf diesem Planeten, den wir teilen, zu Lebewesen minderer Art, die man gerne auch foltern darf, betrifft SIE und Ihre Interessen ja nicht. Mit Tierfolter haben Sie also kein Problem, Sie bigotter Heuchler. Entweder man lehnt Gewalt ab oder nicht, es gibt hier keine Grautöne. 

Sie glänzen durch unerträglichen Rassismus, Speziesismus und Anthropozentrismus. Sollten die GRÜNEN Rassismus in all seinen hässlichen Erscheinungsformen tatsächlich ablehnen, müssen Sie Beck ausschließen, um das Gesicht nicht ganz zu verlieren.  

„Tierschutz ist keine Liebhaberei, sondern eine ernste, sittliche Pflicht im Interesse des Volkes, des Staates und der Menschlichkeit.“ (Manfred Kyber)

Gruß

Sabine Becker M.A.

Wer weiterlesen will, kann hier weiterlesen:

 

Der Rassismus des Volker Beck (B’90/Die Grünen) – Schächten

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 29. Januar 2016 von hubwen in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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„Dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD je sein kann“   Leave a comment

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Focus ist ja nicht meine bevorzugte Zeitung, wie auch die FDP nicht meine bevorzugte Partei ist. Hier kann ich aber Kubicki nur voll zustimmen. Es geht nicht an, dass sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Malu Dreyer sich weigert, an einer TV-Debatte gemeinsam mit der AfD teilzunehmen. Ausgrenzungen bringen nicht weiter.  Bedauern muss man auch eine eine zunehmende Verrohung in der politischen Kultur in Deutschland bzw. auch in den sozialen Netzwerken. Demokratiedefizite werden immer augenscheinlicher.

Nach Dreyers AfD-Boykott

FDP-Vize Kubicki: „Dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD je sein kann“

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Malu Dreyer, Pegida, AFD, Kubicki, Silvester-Übergriffe, Elefantenrunde, SPD, Hannelore Kraft, Sigmar Gabriel

dpa/C. Rehder  – FDP-Vize Wolfgang Kubicki
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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Malu Dreyer weigert sich, an einer TV-Debatte gemeinsam mit der AfD teilzunehmen. „Wenn Regierungschefs meinen, sich aussuchen zu können, welcher Konkurrent mit ihnen diskutieren darf, dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD für unsere Demokratie jemals sein kann“, kritisiert FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Ein Gastbeitrag.

Rasant steigende Zahlen rechtsextremer Gewalttaten auf Flüchtlingsheime, Schüsse auf AfD-Plakatierer, brennende Autos bei Pegida-Demonstrationen, politisch motivierte Messerattacke auf eine Kölner Oberbürgermeisterkandidatin:

Wir konnten in den vergangenen Monaten eine Radikalisierung der politischen Auseinandersetzung im öffentlichen Raum erleben, die wir in dieser Form schon lange nicht mehr hatten.

Menschen schließen sich zu Bürgerwehren zusammen, weil sie an die Durchsetzungsfähigkeit staatlicher Organe nicht mehr glauben. Anlässlich des um sich greifenden Gefühls, die Politik habe die Problemlösungskompetenz in der Flüchtlingsfrage verloren, befürchten nicht wenige, dass die Bundesrepublik in eine gefährliche Demokratiekrise hineinschlittert.

Nach Köln fürchten viele die Ohnmacht des Staates

Gerade mit den Kölner Silvester-Übergriffen und ihrer späteren Aufarbeitung konnte sich ein wirkungsmächtiges Symbol in der Gemütslage etablieren, mit dem die vorher diffusen Ängste vieler Menschen plötzlich greifbar wurden.

Diese Ängste hießen: Ohnmacht des Staates und seiner Sicherheitsorgane angesichts von „Flüchtlingskriminalität“, Versuch der Unterdrückung dieser Informationen durch die Strafverfolgungsbehörden, angebliche Relativierung von Straftaten durch „die Politik“ und nicht zuletzt der Eindruck, dass „die Medien“ entsprechende Informationen zurückhalten, weil sie – so eine mittlerweile zu gewisser Bekanntheit gelangte WDR-Redakteurin – pro Regierung berichten sollen.

Es herrscht eine ungute Grundstimmung in Deutschland

Diese ungute Grundstimmung trifft auf eine stärker werdende Tendenz in der politischen Kommunikation, die es eigentlich schon seit Jahren gibt: Die Emotionalisierung politischer Fragen. Manche können sich vielleicht noch an den früheren Mainzer Regierungschef und SPD-Vorsitzenden Kurt Beck erinnern, der am Einzelbeispiel „des“ Dachdeckers seine grundsätzliche Abneigung gegen die Rente mit 67 Jahren (für jedermann, zu jeder Zeit) öffentlich kundtat. Dass das Rentensystem möglicherweise kippen könnte, wenn zu viele Rentner auf zu wenige Beitragszahler treffen, war dabei vielleicht ein gutes Argument – aber zu vernachlässigen. Es ging ja um „den“ Dachdecker.

Aber auch das herzliche Ausbreiten der Kanzlerinnenarme im vergangenen September für die Flüchtlinge in Ungarn war von dieser Tendenz getragen. Dass Merkel mit dieser Entscheidung gegen „Dublin III“ verstoßen hat und sich eigenmächtig über europäische Vereinbarungen hinwegsetzte, begründete sie emotional. Denn hier konnte es vom moralischen Standpunkt betrachtet vermeintlich keine zwei Meinungen geben: „Wir schaffen das“ ja.

Im Video (im Link): Abwärtstrend nicht aufzuhalten: Union stürzt noch weiter ab

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FOCUS Online/Wochit Abwärtstrend nicht aufzuhalten: Union stürzt noch weiter ab
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„AfD ist Konkurrent im demokratischen Wettbewerb – ob es uns passt oder nicht“

Die Superlativierung dieser politischen Emotionalität konnten wir jetzt aber mit der Weigerung der rheinland-pfälzischen SPD unter Malu Dreyer erleben, mit Vertretern der AfD in einer Fernsehrunde zu diskutieren. Es stimmt: Die AfD ist eine rechtspopulistische, von Ressentiments und Xenophobie durchsetzte Partei. Sie vertritt Positionen, die oftmals nur schwer zu ertragen sind. Die Partei ist aber nicht verboten und ist deshalb ein Konkurrent.

„Dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD für unsere Demokratie jemals sein kann“

Auch wenn die rheinland-pfälzische SPD jetzt in dieser Frage teilweise zurückgerudert ist und ihren Landesvorsitzenden (nicht den Spitzenkandidaten!) in die „Elefantenrunde“ entsenden will, ändert dies nichts an der grundsätzlichen Denkweise: Wenn Regierungschefs meinen, sich aussuchen zu können, welcher politische Konkurrent mit ihnen diskutieren darf, dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD für unsere Demokratie jemals sein kann.

Denn mit der Dreyerschen Weigerung, die ja mittlerweile auch von Hannelore Kraft und Sigmar Gabriel geteilt wird, verlassen führende Sozialdemokraten die Grundlagen unseres demokratischen Diskurses. Die Gewährung von Rede und Gegenrede gehört zu den Spielregeln der demokratischen Auseinandersetzung. Und solange wir uns im weiten Rahmen der Meinungsfreiheit bewegen, sind diese Meinungen erlaubt.

Im Video: Neuer Höchststand: AfD klettert auf 13 Prozent – CDU stagniert

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FOCUS Online/Wochit Neuer Höchststand: AfD klettert auf 13 Prozent – CDU stagniert
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„Zutiefst undemokratische Haltung hinter Dreyers, Krafts und Gabriels Vorgehen“

Die hinter Dreyers, Krafts und Gabriels Vorgehen stehende, überhebliche Haltung „Wir sind die guten, die anderen die schlechten Demokraten“, ist zutiefst undemokratisch. Abgesehen davon glaube ich noch immer, dass selbstbewusste Demokraten keine Angst haben müssen, wenn sie sich dem argumentativen Zweikampf mit der AfD stellen. Vielmehr ist es eine Chance, die allzu einfachen und oft dümmlichen Argumentationsmuster wirkungsvoll auseinanderzunehmen.

„Das Ignorieren von Problemen hat noch nie zur Problemlösung beigetragen“

Das Erstarken der Rechtspopulisten ist ein Symptom für eine außerordentliche Verunsicherung in der Bevölkerung, es ist nicht das Problem selbst. Jeder weiß, dass das Ignorieren von Problemen noch nie wirksam zur Problemlösung beigetragen hat. Das Ignorieren des Symptoms hilft da noch weniger.

Die Kanalisierung von Konflikten in geregelte Bahnen ist für unser demokratisches Gemeinwesen und für das Gedeihen unserer Freiheit unerlässlich. Nur autoritär angehauchte Verantwortungsträger können es sich erlauben, missliebigen Positionen keinen Raum im Meinungsspektrum zu geben. Auf diesen Pfad sollten sich Dreyer, Kraft und Gabriel nicht begeben.

„Gerade jetzt schlägt die Stunde der Demokraten“

Abschließend bleibt die Frage: Erleben wir derzeit eine Krise der Demokratie? Ich glaube nein. Im Gegenteil: Angesichts der vielerorts grassierenden Verunsicherung schlägt gerade jetzt die Stunde der Demokraten. Welch eine schöne Aufgabe, für die demokratischen Errungenschaften zu streiten – Toleranz, Meinungsfreiheit, Pluralität und Rechtsstaatlichkeit. Frau Dreyer möchte man zurufen: Für diese Errungenschaften zu ringen ist uns Demokraten aufgegeben, wir sollten diese aus taktischen Erwägungen niemals aufgeben und schon gar nicht preisgeben.

Schönwetterdemokrat kann jeder. Wenn die Sozialdemokraten keine Argumente gegen die AfD haben – wir liefern welche.

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„Dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD je sein kann“

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Im Video: „Inszenierter Regierungstalk“: So begründet Klöckner ihre TV-Absage 

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Huffington Post/Wochit „Inszenierter Regierungstalk“: So begründet Klöckner ihre TV-Absage
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Gruß Hubert

Türkischen Journalisten droht lebenslange Haft   Leave a comment

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Wenn man liest, was im Erdogan-Land gegen Journalisten abläuft, dann ist man mit unserer Pressefreiheit wieder zufrieden. Unglaublich was sich dieser Mann leistet.

Dann jammern wir im Westen wohl recht oft auf einem recht hohen Niveau.

Das Blatt “Cumhuriyet” hatte über angebliche Waffenlieferungen nach Syrien berichtet. Das soll das Verbrechen sein, für die zwei Journalisten lebenslange Haft kassieren sollen.

Die Kurden bezeichnet er einfach als Terroristen. Vom Terror an der Spitze eines Staates will er wohl nichts wissen. Jedenfalls verbreitet er Angst und Schrecken, nicht zuletzt unter Journalisten.

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Pressefreiheit: Türkischen Journalisten droht lebenslange Haft

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Dündar (r.) und Gül: Den oppositionellen Journalisten drohen 30 Jahre Haft oder mehr

AP/dpa
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Dündar (r.) und Gül: Den oppositionellen Journalisten drohen 30 Jahre Haft oder mehr

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Der Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ und ein Büroleiter sollen lebenslang in Haft. Das Blatt hatte über angebliche Waffenlieferungen nach Syrien berichtet. Staatspräsident Erdogan selbst hatte sie angezeigt.

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Die türkische Justiz will zwei prominente Journalisten der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ wegen Agitation gegen die Regierung und Terror-Unterstützung lebenslang ins Gefängnis bringen. Das berichtet die regierungsnahe Tageszeitung „Sabah“.

Der Vorwurf der für Terrordelikte zuständigen Staatsanwaltschaft in Istanbul: Chefredakteur Can Dündar und der Hauptstadtbüroleiter Erdem Gül sollen einen Umsturz der Regierung vorbereitet haben. Lebenslange Haft kann in der Türkei 30 Jahre oder mehr Gefängnis bedeuten.

Die Festnahme der Journalisten im November hatte in der Türkei und im Westen große Empörung ausgelöst. Die beiden Journalisten, die in Untersuchungshaft auf ihren Prozess warten, sollen mit Berichten über angebliche Waffenlieferungen an Rebellen in Syrien einen Geheimnisverrat begangen haben. Zudem hätten Dündar und Gül über die Ende 2013 aufgetauchten Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung berichtet und damit bei einem Umsturzversuch geholfen, argumentieren die Staatsanwälte.

Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet die Korruptionsvorwürfe als Teil einer Verschwörung der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen gegen die gewählte Regierung. Sie stufen die Gülen-Bewegung als Terrorgruppe ein.

Erdogan hatte öffentlich gedroht, Dündar werde für seine Berichte bezahlen, und persönlich Strafanzeige gegen den Journalisten eingereicht. Artikel der beiden Beschuldigten werden laut „Sabah“ in der 473-seitigen Anklageschrift als Beweismittel herangezogen. Der Fall gilt Kritikern der Regierung als Beispiel für einen wachsenden Druck auf die Presse. Der Europarat und mehrere internationale Journalistenvereinigungen kritisierten die Inhaftierungen in dem EU-Bewerberland.

In einem Essay aus der Haft, das der SPIEGEL veröffentlichte, warf Dündar der Europäischen Union vor, wegen der Flüchtlingskrise mit zweierlei Maß zu messen. „Über die ansonsten stets aktuelle Frage der Demokratisierung verlor man auf der Pressekonferenz nach Abschluss des EU-Türkei-Gipfels kein Wort“, schrieb Dündar.

Einzig EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe angemerkt, es möge sein, dass man in den Punkten Pressefreiheit und Menschenrechte unterschiedliche Meinungen vertrete.“Es klang wie: ‚So was kommt in den besten Familien vor.'“

Lesen Sie den ganzen Essay aus der Haft im SPIEGEL (Ausgabe 52/15)

Mehr Artikel

cht/AFP

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Türkischen Journalisten droht lebenslange Haft

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Hier noch die Einstellung dieses Mannes zu den Kurden, der auch noch ohne Frage korrupt ist.

Bürgerkrieg in der Osttürkei: Erdogan droht der PKK mit „Säuberung“

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Erdogan (Archiv): Drastische Worte in der Neujahrsansprache

AFP – Erdogan (Archiv): Drastische Worte in der Neujahrsansprache
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Mit drastischen Worten heizt der türkische Präsident den Konflikt mit den Kurden an: In seiner Neujahrsansprache drohte Erdogan, die PKK „bis zum Ende“ zu bekämpfen: „Unsere Sicherheitskräfte säubern die Städte Meter um Meter von den Terroristen.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/recep-tayyip-erdogan-ueber-kampf-gegen-pkk-in-der-tuerkei-bis-zum-ende-a-1070097.html#ref=kalooga

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Gruß Hubert

USA drohen mit disziplinarischen Massnahmen, wenn TTIP-Texte durchsickern   1 comment

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Wie das mit TTIP gehandhabt wird stinkt gewaltig.

Man braucht ja nur diese Stelle zu lesen:

Bundestagsabgeordnete werden beim Lesen der TTIP-Dokumente von einem Sicherheitsbeamten beaufsichtigt. Er „wird während der gesamten Zeit des Besuchs anwesend sein“

Fest steht, dass es zu einer massiven Entdemokratisierung kommen würde, wo europäische Verbraucher die Zeche bezahlten müssten, zum ausschließlichen Vorteil der USA. Man braucht ja nur schauen wie der Gabriel der Malmström sein Pfötchen gibt – und der BDI-Chef Grillo mittendrin.

Maulkorb für Abgeordnete

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EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, BDI-Chef Ulrich Grillo und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel an einer Veranstaltung im Februar 2015

Bildnachweis: dpa Picture-Alliance

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Das Wirtschaftsministerium feiert es als Erfolg, dass Bundestagsabgeordnete künftig TTIP-Dokumente unter Aufsicht lesen dürfen. Doch ein bisher geheimes Dokument der EU-Kommission macht klar, dass diese Leseräume jederzeit geschlossen werden können, falls Abgeordnete den Inhalt der TTIP-Dokumente der Öffentlichkeit verraten.

Am Dienstag hatte das Wirtschaftsministerium die Bundestagsabgeordneten informiert, dass zum 1. Februar die TTIP-Leseräume eingerichtet werden. In diesen Leseräumen können die Parlamentarier Einsicht nehmen in die aktuellen Verhandlungsdokumente. Ein bisher geheimes Schreiben der EU-Kommission, das correctiv.org vorliegt, zeigt jedoch, dass die Leseräume jederzeit wieder abgeschafft werden können.

USA stellen die Bedingungen

Bereits im Dezember hatte die EU-Kommission die Regierungen der Mitgliedsstaaten haarklein darüber informiert, an welche Bedingungen das Leserecht geknüpft ist:

  • Die Leseerlaubnis kann jederzeit widerrufen werden. Wörtlich heißt in dem am 14. Dezember 2015 verfassten Dokument über die „Einrichtung von Leseräumen in den Mitgliedsstaaten“: „Die USA betonten, dass die Übermittlung von konsolidierten TTIP-Texten und deren Verfügbarkeit in den Leseräumen der Mitgliedsstaaten nur auf Probe (trial basis) erfolgt, und von der Integrität und Zuverlässigkeit der Vorgehensweise abhängt. Die USA haben darauf hingewiesen, dass sie die Genehmigung (…) in einem oder allen Mitgliedsländern widerrufen würden, falls eine unbefugte Veröffentlichung der Dokumente oder deren Inhalte erfolgen soll.“ In einem solchen Fall wolle man die Quelle der unbefugten Veröffentlichung ermitteln und „die entsprechenden Maßnahmen, darunter disziplinäre und/oder rechtlichen Maßnahmen“ angewenden. Mit anderen Worten: Gibt ein Abgeordneter Informationen über das, was er gelesen hat, an die Öffentlichkeit, wird der Mitgliedstaat bestraft.

  • Bundestagsabgeordnete werden beim Lesen der TTIP-Dokumente von einem Sicherheitsbeamten beaufsichtigt. Er „wird während der gesamten Zeit des Besuchs anwesend sein“ und soll nicht nur die persönlichen Daten des Parlamentariers und die Zeitpunkte der Einsichtnahme erfassen, sondern auch die Dokumente registrieren, die gesichtet werden.

  • Die Texte werden nicht ausgedruckt sondern können nur an Computern gelesen werden, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Maximal acht Abgeordnete dürfen gleichzeitig an den Computer-Arbeitsplätzen TTIP-Texte lesen.

  • Wörtliche Zitate dürfen nicht abgeschrieben werden. „Besucher dürfen handschriftliche Notizen mitnehmen; solche Notizen dürfen aber im Umfang oder inhaltlich keine Kopien (…) von vertraulichen Inhalten wiedergeben.“

  • Es herrscht Handyverbot. „Mobiltelefone oder andere elektronische- oder Aufnahmegeräte sind im Leseraum nicht zugelassen.“

Hintergrund

Die USA haben in der Vergangenheit immer wieder durchblicken lassen, dass sie es nicht für nötig halten, die nationalen Parlamente der EU-Staaten in den TTIP-Informationsfluss einzubeziehen. Auch die EU-Kommission sieht die Parlamente der Mitgliedstaaten in der zweiten Reihe. EU-Kommissarin Cecilia Malmström hatte kürzlich bei einer Diskussion mit dem Wirtschaftsausschuss des Bundestages gesagt, dass Leserechte ein „Bonus“ für den Bundestag seien. Mitarbeitern der Abgeordneten – die oft deren fachliche Arbeit erledigen – bleibe der Zutritt zu den Räumen verwehrt.

Bei dem Treffen hatten die Parlamentarier die Kommissarin so verstanden, dass TTIP-Dokumente ins Deutsche übersetzt würden. Die EU-Kommission hat jetzt klar gestellt, dass das nicht geschehen werde. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Peter Ramsauer (CSU), informierte den Bundestag darüber am Montag per Brief: „Übersetzungen, die nicht von Rechts- und Sachverständigen formell überprüft und freigegeben worden sind, könnten zu Missverständnissen führen“, schrieb Ramsauer, die Kommission zitierend.

Eineinhalb Jahre lang hatten das Wirtschaftsministerium und zuletzt auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dafür gekämpft, die Vertragsentwürfe zu dem Freihandelsabkommen TTIP den Parlamentariern zugänglich zu machen. Die fehlende Transparenz der Verhandlungen ist einer der Hauptkritikpunkte an dem Handelspakt.

Justus von Daniels, Marta Orosz

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USA drohen mit disziplinarischen Massnahmen, wenn TTIP-Texte durchsickern

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Noch ein paar Kommentare dazu.

Redaktion ichtragenatur.de

am 26.01.2016 18:31

…wird der Mitgliedstaat bestraft!? Das ist also die Idee des großen Freihandelsabkommen. Geheimhaltung und Drohungen.

TTIP = die Entdemokratisierung von Europa

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Karsten Ebert am 27.01.2016 07:32

TTIP ist ausschliesslich zum Wohle der VSA,
darum werden wir auch nicht informiert.
Verständlicherweise weiss ich auch nicht sehr viel,
aber das,was ich weiss,reicht,
um DAGEGEN zu sein!
Die Vorgehensweise spricht für sich und muss wohl nicht weiter kommentiert werden.

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Harald Rieger

am 26.01.2016 20:44

Für mich steht das Resultat fest.Wie immer versuchen die AMI`s zu tricksen und zu täuschen. Den AMI`s kann man nicht trauen bei deren andauernden Lügen. Folge, keine Zusage zu TTIP, Tisa, CETA, usw.
Wenn hier das Parlament einknickt dann sind unsere Abgeordneten keinen Deut besser.
Harald Rieger

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Gruß Hubert