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Zuckerbrot und Peitsche: Franziskus‘ Versöhnungs-Trip   2 comments

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Was soll das scheinheilige Vorgaukeln von Verständnis für Homosexuelle vom Papst? Für die katholische Kirche ist Homosexualität Sünde und damit basta.

Aus dem nachfolgendem Kommentar von Norbert Schönecker:

„Für die Katholische Tradition, die eine gleich große Rolle spielt wie die Bibel, gilt zudem klipp und klar: Die Kirche hat homosexuelle Betätigung in ihrer Lehre immer und überall ausgeschlossen. Diese Tradition ist verbindlich.“

Der Papst (und die katholische Kirche) hält Homosexuelle ja für ganz armselige Typen. Sein gespieltes Mitleid kann er sich unter sein weißes Käppchen schmieren.

Was sollen diese nicht glaubwürdigen Entschuldigungen? Diese Masche kennt man ja schon vom verstorbenen Papst Johannes Paul II.

Hier ein Artikel der atheistischen Richard Dawkins Foundation vom 01.06.2016 – von Dennis Riehle

Papst Franziskus ist auf mich zugegangen. Nein, nicht nur auf mich. Auf alle Homosexuellen, aber auch auf die Armen, die Benachteiligten und Schwachen. Auf alle, die die katholische Kirche in ihrer Vergangenheit verletzt haben könnte.

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Da scheint es vielleicht ganz praktisch, dass man nicht ins Detail geht. Es könnte länger dauern, bis diese Liste abgearbeitet ist.

Doch was soll ich nun mit dieser Geste, mit der Handreichung? „Danke und auf Wiedersehen, Herr Pontifex!“? Irgendwie wäre mir danach, denn ich weiß nicht wirklich, wie ich mit solch einer öffentlichkeitswirksamen Schau umgehen will. Die katholische Welt steht fast Kopf, aber auch ein bisschen die Protestanten, die Orthodoxen und andere Gläubige.

Sie sind begeistert von diesem Schritt, den Franziskus gegangen ist. So emotional, so leidenschaftlich, so selbstlos. Und dann auch noch solch eine Barmherzigkeit, solch eine Gnade!

Ja, genau das ist das Problem. Wieder werde ich den Gedanken nicht los, dass dort ein älterer Mann vor mir steht und dem kleinen, hilflosen und in seiner persönlichen Entwicklung so entglittenen, schwulen Ungläubigen nochmals deutlich macht, wie arm dran er doch ist und dass man über all seine Sünde hinwegsehen könne – denn dieser, der Schöpfungsgeschichte entflohene und verlorene Sohn kann ja eigentlich nichts für seine Situation, er will eigentlich nur spielen, seinen Schnuller zurück und möglichst bald wieder Sex.

Eine Bitte um Verzeihung sieht für mich anders aus. Denn sie ist mit Glaubwürdigkeit verbunden. Mit dem Zugeständnis, dass das, was passiert ist, eben nicht noch einmal vorkommen wird. Bei Franziskus dagegen, da will ich es nicht wahrhaben. Mir scheinen seine ständigen Vorstöße des Samariters wie ein Locken und Reizen mit Zuckerbrot und Peitsche. Eine Entschuldigung, damit die Menschheit jubelt – und dann die Einschränkung, dass man an den Normen eigentlich nichts ändern wolle. Der Schwule, die Lesbe, sie bleiben also irgendwie die Schmuddelkinder, nicht nur der katholischen Kirche.

Es ist eine geschickte PR, die Franziskus da fährt. Er erweckt den Anschein, dass auch Rom die Menschenwürde schätzt und die Homosexuellen entsprechend als Geschöpfe des Herrn respektiert. Ob damit aber ebenso gleiche Rechte verbunden sind, Toleranz und Akzeptanz, damit tut sich nicht nur der Papst schwer. Denn über die konservative Exegese der Heiligen Schrift kann auch er nicht hinwegsehen – und betrachte ich den ehemaligen Erzbischof auf alten Videos, dann wollte er schon damals nicht an der Überzeugung rütteln, wonach Schwule und Lesben per se in der Abkehr von Gottes Wort leben.

Wer um Vergebung bittet, der sollte auch etwas dafür anbieten. Und es ist sicher nicht der herunterschauende Blick des Mitleids, der überzeugt. Es wäre die bedingungslose Annahme, die Jesus eigentlich auch formuliert. Doch Franziskus, aber ebenso viele deutsche Würdenträger, schaffen es nicht, ohne sich noch eine kleine Hintertür offen zu lassen. Erst, wenn sie mit der Gutheißung eines jeden Menschen auch die Freiheit verbinden, die Verantwortung für das – meinetwegen auch gläubig geführte – Privatleben des Einzelnen ohne dogmatische Vorgabe in die Hand des Gegenübers zu legen und gerade dann noch zu ermutigen: „Du sollst ein Segen sein!“ (1. Mose 12,2), könnte das was mit Versöhnung werden. Bis es aber so weit kommt, brauche ich wohl wirklich noch ein Leben nach dem Tod…

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Zuckerbrot und Peitsche: Franziskus‘ Versöhnungs-Trip

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Hier noch ein gutes Video von Harald Lesch, den ich sehr schätze.

GOTT – gibt es ihn? Harald Lesch – Übrigens…zur „Gottesformel“

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rel-gute-m-tun-b__ses

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Gruß Hubert

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Die Ehe für alle bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung   Leave a comment

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Ich verstehe nicht warum sich manche Zeitgenossen so vehement gegen die Ehe für alle stellen und unbedingt haben möchten, dass Homosexuelle und Lesben schlechter gestellt werden. Schließlich wird ja niemand etwas genommen. Ich kann es noch am ehesten bei strenggläubigen Christen verstehen, denn die glauben ja alles was in der Bibel steht, auch wenn dieses von Menschen gemachte Buch auf eine 2000 alte Geschichte zurückgeht. Die Bibel berücksichtigt aber keine Veränderungen. Was würden wir denn heute sagen, wenn wir noch Gesetze von vor 2000 Jahren hätten?

Warum ist die Ehe für alle für mich ein Thema? Weil ich generell gegen jede Diskriminierung, gegen jede Unterdrückung und außerdem auf der Seite der Schwachen bin. Die Starken müssen ja nicht geschützt und gestützt werden, oder? Meiner Meinung nach halt nicht.

Bei der Bevölkerungsexplosion die droht muss man direkt froh sein, dass die Laune der Natur eben auch Homosexuelle und Lesben vorgesehen hat. Man stelle sich vor wenn wir alle drauflos pimpern würden und es keine Empfängnisverhütung gäbe? Wie ginge das mit Wohnungen und mit Arbeitsplätzen (vor allem auch in Großstädten)? Ich will niemand zu nahe treten, aber in aller Regel haben Dümmere (niederer Bildungsstand) mehr Kinder. Die Ausnahmen bestätigen die Regel.

Noch ein paar Sätze zur Fortpflanzung. Manche meinen ja, dass Homosexuelle und Lesben keine vollwertigen Menschen wären, zumindest nicht für die Gesellschaft und den Staat, weil sie keine Kinder zeugen können. Das ist wohl viel zu kurz gegriffen und vollkommen weltfremd, denn Sexualität ist mehr als NUR Fortpflanzung. Sexualität ist ein integraler Bestandteil menschlicher Existenz. Man muss solche Leute fragen ob sie nur Sex haben, wenn sie sich fortpflanzen wollen? Das wäre dann nur wenige Male im Jahr. Sobald Frau schwanger – Sex verboten!
Man müsste dann auch Paare ächten wo die Frau schon in den Wechseljahren und unfruchtbar ist. Denn nur zum Spaß Sex haben, da müsste man ja die Nase rümpfen, das ächten… Manche Frauen und auch Männer erfahren ja schon in jungen Jahren, dass sie unfruchtbar sind. Was dann – die Ehe auflösen?

Im katholischen Kirchenrecht gibt es ein Gesetz, das die Ehe auflösen kann, wenn die Ehe geschlossen wurde aber es keinen Vollzug des Geschlechtsaktes gab („matrimonio rato e non consumato“ – Ehe ratifiziert und nicht „konsumiert“). Das wird aber wohl selten vorkommen, denn dann stellt sich die Frage warum die Ehe geschlossen wurde. Jedenfalls werden es die christlichen Kirchen nicht so gerne sehen, wenn es nur Sex zum Spaß geben kann ohne Folgen, das heißt ohne Fortpflanzung so wie es zum Beispiel bei älteren heterosexuellen Paaren ist, zum Beispiel auch bei Witwen oder Witwern die nicht alleine bleiben wollen oder für sonstige „Spätberufene“. Sollte man Sex ab 50 verbieten? Aber ist ja nur eine hypothetische Frage, denn man kann es ja nicht kontrollieren – und was wären dann die Sanktionen? 😉

Ehenichtigkeitsgründe im Kirchenrecht:
Einer der Partner bei der Eheschließung wichtige Vorbehalte gegen die Ehe hatte (bspw. die Zeugung von Kindern von Anfang an und für immer ausschloss…).

Was also wenn Zeugung ausgeschlossen ist? Konsequenterweise müssten dann kirchliche Eheschließungen von Mann und Frau ab 50 Jahren unzulässig sein.

 

Aber wieder zurück zum Hauptthema.

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Aus Web.de (ein von manchen so genanntes Mainstreammedium)

Die Ehe für alle bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung

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Berlin (dpa) – Es ist eine historische Entscheidung für Deutschland: Der Bundestag hat die Ehe für alle beschlossen. Volker Beck (Grüne) steht nach jahrelangem Kampf applaudierend im bunten Konfettiregen.

Vorher hat er staatstragend von Einigkeit und Recht und Freiheit geredet, auf Verfassung und Nationalhymne verwiesen. Und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt: „Wir haben in den letzten Jahren alle Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Schritt für Schritt aufgehoben.“ Alle? Vieles spricht dagegen.

Auch heute noch lösen händchenhaltende Männer selbst in deutschen Großstädten immer wieder Aggressionen aus. Der homosexuelle Beck weiß das – und sagt daher, nun müsse die weiter bestehende Diskriminierung von Schwulen und Lesben noch stärker bekämpft werden. Auch sei die nötige Besserstellung von Transsexuellen bislang nicht erreicht. Nicht ohne Grund erklärte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2017 zum Themenjahr für sexuelle Vielfalt. Mit einer Umfrage fand sie zum Beispiel heraus:

– Fast ein Fünftel der Befragten stimmte der Aussage voll und ganz oder eher zu, Homosexualität sei unnatürlich.

– Mehr als ein Viertel gab an, mit dem Thema Homosexualität möglichst wenig in Berührung kommen zu wollen.

– Rund 40 Prozent fänden es unangenehm, wenn das eigene Kind lesbisch oder schwul ist. In der Studie ist von „Abwehrhaltungen“ die Rede.

Zudem verweisen die Autoren auf eine Befragung von 2012, wonach knapp jeder Zweite der in Deutschland befragten Homo- und Bisexuellen sowie Transgender in den zwölf Monaten zuvor Diskriminierung oder Belästigung wegen der sexuellen Orientierung erlebt habe.

Auch nach der Bundestagsabstimmung vom Freitag zur Ehe für alle sind noch rechtliche Punkte offen. Viele Aspekte bei dem Thema sind aber auch schwammig, wie Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) einräumt. Es betrifft eben die Einstellung jedes Einzelnen. Eine Auswahl offener Baustellen:

KRIMINALITÄT: Die Zahl der Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle ist wegen einer vermuteten sehr hohen Dunkelziffer ziemlich unklar. Der LSVD sieht Mängel bei den Ermittlern. So müssten Polizisten wegen der politischen Dimension eigentlich immer den Staatsschutz einschalten. Sprecher Ulrich kritisiert zudem, dass Hasskriminalität statistisch nicht gut erfasst werde. „Das wirkt sich auch auf Strafverfolgung und Prävention aus.“

FAMILIE: Das Ehe-Gesetz ändert nicht die Abstammungsregeln. Mutter eines Kindes sei rechtlich weiterhin nur die Frau, die das Kind geboren hat, macht der LSVD deutlich. So ist zwar für Kinder, die in einer Ehe von Mann und Frau geboren werden, per Gesetz der Ehemann zweites rechtliches Elternteil – ganz gleich, ob er der biologische Vater ist. Diese Vorschrift wurde aber nicht um die Ehefrau der Mutter erweitert. „Die Lebenspartnerin der Mutter kann deshalb weiterhin nur im Wege der Stiefkindadoption der zweite rechtliche Elternteil des Kindes werden.“

WOHNEN: Nur wenige Stunden nach der Abstimmung über die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wurde der dritte Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes den Beauftragten der Bundesregierung und des Bundestags vorgestellt. Darin stehen mehrere Beispiele, dass homosexuelle Paare als Mieter abgelehnt wurden.

ARBEIT: Konkret heißt es in dem Bericht etwa in Bezug auf kirchliche Arbeitgeber, dass auch Homosexuelle dort Diskriminierung erfahren. Offiziell verbiete zwar das Antidiskriminierungsgesetz Benachteiligungen am Arbeitsmarkt wegen der sexuellen Identität und Orientierung, sagt Ulrich vom LSVD. „Das ist aber oft schwer zu fassen.“ So hätten es etwa Transsexuelle manchmal schwer, Zeugnisse nach einer OP auf das neue Geschlecht umschreiben zu lassen.

GESUNDHEIT: In Deutschland dürfen Männer, die mit Männern Sex haben, kein Blut spenden. Die Richtlinie der Bundesärztekammer schließt auch andere aus, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten wie HIV bergen. Es gibt den Vorschlag einer Arbeitsgruppe, das Verbot vom letzten Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs abhängig zu machen. Dieser wurde aber bisher nicht umgesetzt. Der Diskriminierungsbericht listet zudem Fälle auf, bei denen das Personal im Gesundheits- und Pflegebereich die Geschlechtsidentität trans- und intersexueller Menschen nicht anerkannte. Darüber hinaus erlebten homosexuelle Paare Benachteiligung im Bereich der Kinderwunschbehandlung.

BILDUNG: In einigen Bundesländern sollten Bildungspläne überarbeitet werden, um sexuelle Vielfalt im Schulunterricht stärker zu berücksichtigen. Das lehnt gut ein Viertel laut der Umfrage für die Antidiskriminierungsstelle ab. Drei von zehn Befragten waren der Ansicht, das Ansprechen sexueller Vielfalt in der Schule verwirre Kinder in der Entwicklung ihrer Sexualität. Und fast jeder Siebte stimmte der Aussage nicht zu, Schulen sollten etwas dagegen unternehmen, dass Schüler Begriffe wie „Schwuchtel“, „Homo“, „Tunte“ und „Lesbe“ als Schimpfwörter verwenden.

ÖFFENTLICHKEIT: Insgesamt sei Alltagshomophobie „eine Riesenbaustelle“, sagt LSVD-Sprecher Ulrich. Im Fußball oder in der Bundeswehr ist Homosexualität immer noch für viele ein Tabuthema. Die Umfrage für die Antidiskriminierungsstelle ergab „vergleichsweise viele vorwiegend negative Gefühle mit einem offenen Umgang mit Homosexualität in der Öffentlichkeit“. Dabei teile nur eine Minderheit offen abwertende Einstellungen. Verbreiteter seien subtile Formen. In der Forschung spreche man von moderner Homophobie: „Auch in einer Gesellschaft, in der die Äußerung von klassischen Stereotypen und Vorurteilen zunehmend geächtet und Toleranz gegenüber Minderheiten gefordert wird, sind abwertende Einstellungen nach wie vor vorhanden.“

In der Debatte um die Rechte Homosexueller ist auch von der Abkürzung LSBTTIQ die Rede. Sie steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle und Queere.

TRANSSEXUALITÄT: Transsexuelle haben zwar eindeutige Geschlechtsmerkmale, fühlen sich aber dem anderen Geschlecht zugehörig und somit als Mensch im falschen Körper.

TRANSGENDER: Bei Transgendern geht es um die soziale Identität und die Abweichung von klassischen Geschlechterrollen. Sie fühlen sich mit der Rolle, die ihnen wegen der äußeren Geschlechtsmerkmale bei der Erziehung zugewiesen wurde, falsch beschrieben.

INTERSEXUALITÄT: Bei intersexuellen Menschen sind nicht alle geschlechtsbestimmenden Merkmale wie Chromosomen, Hormone, Keimdrüsen oder äußere Geschlechtsorgane eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen.

QUEER: Das englische Wort „queer“ war früher ähnlich dem deutschen „schwul“ ein Schimpfwort. Inzwischen ist es neu bewertet. Heute steht der Sammelbegriff für den Stolz auf Abweichung, mit dem sowohl die ganze Bewegung als auch einzelne Menschen bezeichnet werden können. © dpa

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Die Ehe für alle bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung

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Gruß Hubert

 

 

Italien – Gesetz zu eheähnlichen Partnerschaften   1 comment

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Ich bin ja mit vielem nicht einverstanden was Italiens Ministerpräsident so tut, aber hier muss ich ihm voll zustimmen. Nämlich als er neulich sagte: er habe auf die Verfassung geschworen, nicht auf die Bibel.

Italien ist das letzte westeuropäische Land, in dem homosexuelle Partnerschaften zuvor keine rechtliche Grundlage hatten. Auch der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hatte dies kritisiert.

Es ist einmal ein Schritt in die richtige Richtung, denn das Gesetz wurde auf Druck von konservativen Kreisen, von Rechten und der Kirche verwässert und einige doch wichtige Passagen aus dem Gesetz gestrichen.

Große Teile des italienischen Mitte-Rechts-Lagers sind unzufrieden mit dem Gesetz und haben schon angekündigt ein Referendum dagegen zu initiieren.

 

Parlament

Unioni civili auf dem Prüfstand

Freude und Kritik am genehmigten Gesetz zu eheähnlichen Partnerschaften. Premier Renzi verteidigt sich: „Habe auf die Verfassung geschworen, nicht auf die Bibel.“

 Er wusste, dass er sich mit diesem Gesetzentwurf aufs Glatteis begab. Und doch hat Ministerpräsident Matteo Renzi den Vorschlag, eheähnliche Lebenspartnerschaften für homosexuelle Paare zu legalisieren, vorangetrieben. Sowohl im Senat (am 25. Februar) als auch in der Abgeordnetenkammer (vergangenen Mittwoch) ein Ja für die Eintragung der “unioni civili” gegeben. Wohl auch, weil Renzi die Abstimmung an die Vertrauensfrage geknüpft hatte.

Diese rechtliche Anerkennung muss gleichzeitig von einer gesellschaftlichen Anerkennung begleitet werden, damit der Diskriminierung homosexueller Menschen entgegengewirkt wird.
(Martina De Zordo, Südtiroler Jugendring)

Als einen “Schritt Italiens in Richtung Europa” bezeichnet die SVP-Parlamentarierin Renate Gebhard die erfolgreiche Absegnung des Gesetzes. Italien war bekanntlich das letzte westeuropäische Land gewesen, in dem Lebenspartnerschaften homosexueller Paare nicht geregelt waren. “Gute Gründe, um aus progressiver Sicht Vorbehalte” gegen die so genannte “legge Cirinnà” anzumelden sieht hingegen Florian Kronbichler. Dem für SEL-Grüne in die Abgeordnetenkammer gewählten Parlamentarier und seiner Parlamentsgruppe geht das Gesetz nämlich nicht weit genug. “Konservative und kirchenhörige Kräfte” hätten es geschafft, den ursprünglichen Entwurf aufzuweichen. “So erreichten sie, dass beispielsweise allein das Wort Ehe schon exklusiv für die traditionelle vorbehalten bleiben muss. Es ist die Treuepflicht, so wie für die Ehe noch vorgesehen, nicht enthalten. Einschränkungen gibt’s auch für das Adoptionsrecht”, erinnert Kronbichler.

Diese beiden Elemente vermisst auch Andreas Unterkircher von der Schwul-Lesbischen Initiative Centaurus im Cirinnà-Gesetz. Nichtsdestotrotz sei ein erster, wichtiger Schritt in Richtung komplette Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Partnerschaften getan worden, so Unterkircher.

Kritik an dem Gesetz und an Ministerpräsident Renzi kommt indes von der Kirche. Da ist die Rede vom “Begräbnis der Ehe und der Familie”, von “falschen Prioritäten”, die das Gesetz setze. Unzufrieden mit der nun geschaffenen Möglichkeit für homosexuelle Paare, sich in ein Partnerschaftsregister eintragen zu lassen, sind auch große Teile des italienischen Mitte-Rechts-Lagers. Politiker der Lega Nord, Forza Italia, Area Popolare haben angekündigt, Unterschriften für ein Referendum sammeln und die Frage zurück an die Bevölkerung geben zu wollen. Dazu wurde bereits ein Komitee gegründet, das sich mit dem Slogan “parola al popolo sovrano” und dem Hashtag #ciricorderemo an die Italiener wendet.

 

Eine klare Abfuhr an seine Kritiker erteilte Matteo Renzi schließlich in der Rai1-Polit-Talkshow Porta a Porta.

Zu Moderator Bruno Vespa sagte Renzi am Donnerstag Abend: “Ich bin Katholik, aber Politik mache ich als Laie. Ich habe auf die Verfassung geschworen und nicht auf die Bibel.” Die negativen Reaktionen in Politik und Kirche habe er sich erwartet, so der Premier weiter. Und wenn er für seine Entscheidung, das Gesetz durchzubringen – auch unter Anwendung der Vertrauensfrage – dann sei er bereit, die Zeche zu zahlen.

Standhaft reagiert auch die PD-Politikerin Monica Cirinnà, die dem nicht unumstrittenen Gesetz den Namen gegeben hat, auf die Attacken: “Ich wünsche mir, dass das Referendum kommt, weil wir es gewinnen werden. So wie bereits andere große gesellschaftliche Gesetze per Referendum bestätigt wurden.”

Italien – Gesetz zu eheähnlichen Partnerschaften

 

Auszug aus der Tiroler Tageszeitung.

Das katholisch geprägte Italien war bisher eines der wenigen EU-Länder, in denen bisher gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt waren. Das Gesetz enthält einige Neuerungen. So sollen homosexuelle Partner vor Gericht, am Finanzamt oder im Krankenhaus wie Eheleute behandelt werden. Sie können auch den Namen des anderen annehmen. Im Todesfall gehen Pensionsbezüge auf den Hinterbliebenen über.

http://www.tt.com/home/11498224-91/kampagne-gegen-homo-lebenspartnerschaften-in-italien.csp

 

Auszug aus dem Oberbayerisches Volksblatt, sicher kein progressives Blatt.

Ministerpräsident Matteo Renzi, der das Vorhaben maßgeblich vorangetrieben hatte, sprach schon vor dem Votum von einem „Festtag“, für alle, „die sich endlich anerkannt fühlen“. Der praktizierende Katholik hatte die Abstimmung mit der Vertrauensfrage verbunden, um den Druck auf die Abgeordneten zu erhöhen und das Verfahren zu beschleunigen.

In den vergangenen 30 Jahren waren alle Vorstöße in diese Richtung am Widerstand der katholischen Kirche gescheitert. Es gab leidenschaftliche Debatten, politische Kampagnen und Massendemonstrationen. Auch diesmal fehlte es nicht an Kritik aus der Reihe der Bischöfe. Doch deren Wortmeldungen wirkten im Vergleich zu früher deutlich moderater.

Die Zurückhaltung der katholischen Bischöfe in der politischen Debatte hat offenbar mit dem neuen Kurs zu tun, den Franziskus der Bischofskonferenz des Landes verordnet hat.

http://www.ovb-online.de/homo-ehen-auch-italien-6398578.html

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So wie in Russland, wo Homosexuelle tätlich angegriffen, ja auch ermordert werden, kann es auf keinem Fall gehen. Was geht es denen an wie jemand sexuell orientiert ist? Aber Leuten mit solchen rechten Ideologien passt es ja schon nicht, wenn jemand eine andere Hautfarbe hat, dann ist derjenige schon wertlos, wenn nicht gar Abschaum.

Hier ein Auszug aus einer Petition.

Am 27. März wurde der 54-jährige Journalist Dmitry Tsilikinin in seinem Apartment in St. Petersburg ermordet. Wie sich herausstellte, war der Mörder der 21-jährige Student Sergey Kosirev, der im Verhör auch die Motivation für sein Gewaltverbrechen offenlegte: Er sagt, es sei seine Mission, die Welt von Homosexuellen zu „säubern”. Dennoch wurde dieser Mord nach russischem Recht nicht als „Mord aus Hass” eingestuft.
Am 3. Mai wurde ein anderer bekannter Journalist, Alexander Rubtsov, ermordet. Und auch er wurde in seiner eigenen Wohnung umgebracht.

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Noch ein paar Gedanken dazu.

Die „Anständigen“ sind eben nicht zufrieden, wenn Homosexuelle gleiche Rechte erhalten und sie nicht diskriminiert werden können. Und warum schafft man nicht das Zölibat ab, wenn es so auf jeden drauf ankommt wegen der Fortpflanzung? Wäre ja logisch, anstatt anderen zu sagen sie sollen sich vermehren wie die… Es ist noch nicht so lange her, meine Eltern kennen das noch, als sie gefragt wurden was denn los sei mit dem nächsten Kind – wenn mal ein Jahr kein „Kindersegen“ war. Was ist mit den Homosexuellen in den eigenen Reihen der Kirche? Was macht sie mit denen? Ganz zu schweigen von den Pädophilen in der Kirche. Patentrezept hier: pädophiler Priester wird versetzt. In einer anderen Pfarrgemeinde kann er dann weitermachen… usw. usf. Aber Vertuschen war schon immer die Devise bei diesen Fällen in der Kirche.

Es wird auch von Gegnern der Gleichstellung für homosexuelle Paare gesagt, sie würde die Ehe und Familien gefährden. Wieso denn? Sie nehmen denen absolut nichts weg. Sie können ihre Ehe und ihre Familie unbeschadet davon leben. Sie können Kinder zeugen wie viel sie wollen. Und wenn die Geburtenrate zu niedrig ist, dann muss man fragen was man in der Familienpolitik falsch macht, ob man überhaupt kinderfreundlich genug ist. Es ist klar, dass es sich eine Familie überlegt Kinder zu zeugen, wenn der Frau dann viele Rentenjahre fehlen. Die ganze Diskussion ist oft so verlogen, gerade auch von konservativen Kreisen. Das ganze ist auch eine ökonomische Frage. Wenn Leute Löhne erhalten, mit denen sie kaum über die Runden kommen…

Aus der Pforzheimer Zeitung.

Doch es gibt auch Vorbehalte gegen die Reform. Vor allem die katholische Kirche hatte Front gegen die Homo-Ehe gemacht. O-Ton Gabriella Grilli, Retnerin: „Wir sind besorgt und wütend über das Gesetz. Es ist nicht christlich und nicht human. Ich habe ja schon viele Politiker getroffen, aber nicht einmal der Hunnenkönig Attila hätte sich so etwas ausdenken können.“

http://www.pz-news.de/video-uebersicht/news-videos_video,-Homo-Ehe-spaltet-Italiener-_ckvid,95872.html

Bei dieser geifernden und hysterischen Rentnerin Grilli, die wie eine Henne herumgackert, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Ich hoffe sie hat sich selbst als Gebärmaschine hergegeben.

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Gruß Hubert

 

 

 

Homosexuelle werden in Uganda für politische Ambitionen geopfert   Leave a comment

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Es kann nicht angehen, dass ein Diktator für seine politischen Ambitionen sich eine Gruppe aussucht, in diesem Fall Homosexuelle um sein Süppchen damit zu kochen. Was geht einem Regierungschef oder überhaupt dem Staat etwas an, welche sexuellen Orientierungen jemand hat. Es ist auch nicht einzusehen warum sie nicht dieselben Rechte wie Heterosexuelle haben sollten. Wir leben ja nicht mehr in einer biblischen Zeit. Wegen dem Fortpflanzungsargument: die Überbevölkerung wird sowieso noch zu einem Problem und vor allem in unterentwickelten Ländern habe Ehepaare oft vier, fünf oder noch mehr Kinder. Da müssen nicht alle drauf los pimpern. Dann könnte man ja auch von kinderlosen Ehepaaren oder eventuell mit nur einem Kind höhere Steuern verlangen. In einigen Ländern (vor allem islamischen) scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, wenn auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Oft wird auch so getan als ob der heterosexuellen Ehe etwas weg genommen würde. Das ist ja nicht der Fall. Warum dann das Gejammer? Wenn es jemand nicht gefällt ist es sein persönliches Problem und Religioten werden da schon gar nicht den Ton angeben.

Wie sehr sich der Papst in schlechter Gesellschaft mit Diktatoren befindet, wenn es um die Verfolgung von Homosexuellen geht, zeigt der folgende Auszug. Er segnete am 12. Dezember 2012 die Parlamentsvorsitzende Ugandas, Rebecca Kadaga, die sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Rom aufhielt und die die Todesstrafe für Homosexuelle will. Diese Segnung auch noch zum Anlaß einer Menschenrechtskonferenz, an der Rebecca Kadaga mit einer ugandischen Delegation teilnahm. Das kann man nur als Hohn der Menschenrechte interpretieren, als einen sehr schlechten Witz. Will der Papst bei den katholischen homosexuellen Priestern da eine Ausnahme machen? Ist laut dem Papst nur Abtreibung Mord?

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„Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen.“ (Levitikus 20,13)
Mit diesen Worten hat Vitus Huonder, Bischof von Chur, an einer Konferenz zum Thema Familie in Fulda (Deutschland) seine Position zu Homosexualität zum Ausdruck gebracht.

Wir hoffen, Sie erinnern sich an dasselbe Buch Levitikus, in dem geschrieben steht: „Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.“ (Levitikus 19,18), hält jemand in einem Kommentar diesem erz-konservativen Bischof entgegen.

Es ist ziemlich arrogant als Vertreter einer Institution die viele Pädophile in ihren Reihen hat (von den Missbrauchsfällen hört man nichts mehr, ich glaube aber nicht dass es deswegen keine mehr gibt) über Homosexuelle solchen Hass auszuschütten und gegen sie zu hetzen.

 

Hier der Bericht von humanist-news (die Seite existiert leider nicht mehr)

Wien. (HN) Zeitgleich zum Start des neuen Twitter-Accounts @Pontifex? ( https://twitter.com/popeinuganda ) des Papstes, am 12. Dezember 2012, überbrachte er eine Segnung an die Parlamentsvorsitzende Ugandas, Rebecca Kadaga, die sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Rom aufhielt.

Kadaga versprach die Einführung eines Gesetzes, das Homosexualität in Uganda unter Strafe stellt (wir berichteten). Das Strafausmaß lautet auf lebenslange Haftstrafe bei jeder homosexuellen Handlung und Todesstrafe bei homosexuellen Sex mit Minderjährigen oder HIV-infizierten. Rebecca Kadaga versprach Ugandas Christen das homosexuellenfeindliche Gesetz als Weihnachtsgeschenk.

Als Rebecca Kadaga ihren Segen bei Papst Benedikt XVI abholte, verweilte eine ugandische Delegation gerade auf einer Menschenrechtskonferenz, an der sie teilnahmen.

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KAMPALA: Freedom and Roam Uganda (FARUG) [eine Organisation in Kampala, die sich für die Rechte homosexueller, bisexueller und transgender-Personen einsetzt, Anm. d. Übers.] verurteilt mit Betroffenheit und Bedauern das Anti-Homosexuellen-Gesetz, das der Präsident Ugandas am Montag, den 24. Februar 2014 unterzeichnete.

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Homosexuelle werden in Uganda für politische Ambitionen geopfert

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Das Gesetz verstößt gegen fundamentale nationale und internationale Menschenrechtsstandards sowie gegen die Verfassung Ugandas, die den Schutz der Privatsphäre, Gleichheit und Nichtdiskriminierung einfordert. Darüber hinaus verweigert das Gesetz homosexuellen, bisexuellen und transgender-Personen das Recht auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit.

Bei der Unterzeichnung des Gesetzes sagte der Präsident, dass das Land nicht dazu gezwungen werden kann, etwas „fundamental Falsches“ zu tun.

Das Anti-Homosexuellen-Gesetz, das als „Tötet-die-Schwulen-Gesetz“ berüchtigt ist, wurde erstmals im Jahr 2009 von dem Abgeordneten David Bahati im Parlament mit dem Ziel eingebracht, eine umfassende und konsolidierte Rechtsgrundlage zum Schutz der traditionellen Familie zu schaffen, indem jede Art von sexueller Beziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Personen verboten werden sollte.

„Das Volk Ugandas soll wissen, dass es zum Zweck politischer Ambitionen hinters Licht geführt wurde. Die Debatte zu dem Gesetz war eine facettenreiche Aktion, um die Aufmerksamkeit von den wahren nationalen Anliegen abzulenken. Dieses Gesetz wird Ugandas Probleme wie den Mangel an Medikamenten in Krankenhäusern, das schlechte Bildungssystem, die schlechten Straßen oder die Korruption nie lösen. Das Gesetz wird nichts daran ändern, wie wir fühlen oder wen wir lieben. Es wird uns das Leben extrem schwer machen, aber es wird nichts ändern“, sagte Junic Wambya, geschäftsführender Direktor von FARUG.

Dieses Gesetz versetzt dem Zugang homosexueller, bisexueller und transgender-Personen in Uganda zum Gesundheitswesen und zu Informationen einen enormen Schlag, besonders im Hinblick auf Prävention und Behandlung von HIV. Die Kriminalisierung von gesundheitsbezogenen Aktionen und Agenden wird sich nicht nur auf Homosexuelle auswirken, sondern auf das gesamte Uganda.

„Es ist äußerst abstoßend, dem Staatsoberhaupt zuzuhören, wie es Menschen erniedrigt, die es eigentlich beschützen sollte. Der Präsident hat Medienberichte aus aller Welt verfälscht dargestellt, um sein Festhalten an der Macht zu rechtfertigen; für die Wählerstimmen der Einheimischen opfert er das Leben Homosexueller. Es ist bedauerlich, dass wir jetzt mehr als jemals zuvor auf der Hut sein müssen; aber vielleicht wird es sich auch im Nachhinein als Segen herausstellen. Wir bewegen uns nun schneller auf die lang erwartete Entkriminalisierung zu, da wir uns jetzt an das Verfassungsgericht wenden werden, das sogar das Strafgesetzbuch zerlegen wird. Das ist mein Trost für diesen Wahnsinn“, sagte Kasha Jacqueline, Gründer von FARUG.

Rechtliche Auswirkungen des Gesetzes

Jedes Gesetz sollte sein Inkrafttreten regeln, doch das Anti-Homosexuellen-Gesetz enthält keine Regelung zu seinem Inkrafttreten. Das bedeutet, dass es erst angewendet werden kann, sobald es amtlich bekanntgemacht wurde, was jederzeit nach der Zustimmung des Parlaments geschehen kann. Vor diesem Zeitpunkt darf niemand auf der Grundlage dieses Gesetzes angeklagt werden.

Es kann nicht zur Bestrafung eine Person, die die darin angeführten Verbrechen begeht, herangezogen werden, bevor es formell zum Gesetz gemacht wurde.

Das Gesetz wurde insofern abgeändert, als von der Todesstrafe als Höchststrafe für „schwere Homosexualität“ abgesehen wurde, das Maximum ist nun lebenslange Haft.

Das Gesetz stellt versuchte Homosexualität, Beihilfe zu Homosexualität und das Verleiten von Minderjährigen zur Homosexualität mit bis zu sieben Jahren Haft unter Strafe. Jede Organisation, die für Homosexualität wirbt, riskiert eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren und/oder Geldstrafe von 100 Millionen Uganda-Schilling [ca. 28.000 EUR, Anm. d. Übers.].

Aufruf

In den kommenden Tagen werden viele homosexuelle, bisexuelle und transgender-Personen angegriffen, verhaftet und interniert werden. Bereits gestern, am 25. Februar, wurde ein schwules Paar tätlich angegriffen: Einer von ihnen wurde getötet, der andere befindet sich im Krankenhaus, sein Zustand ist kritisch. Viele Menschen wurden von ihren Vermietern vor die Tür gesetzt, andere werden ihre Jobs verlieren. Wir rufen die Öffentlichkeit dazu auf, von radikalen und irrationalen Gewaltakten gegenüber angeblichen homosexuellen, bisexuellen und transgender-Personen Abstand zu nehmen.

Wir verlangen, dass sich Polizei- und Gefängnisbedienstete bemühen, bei allen Gewaltakten gegen homosexuelle, bisexuelle und transgender-Personen Ermittlungen durchzuführen und von Verhaftungen, die auf bloßem Hörensagen und/oder Verdächtigungen beruhen, abzusehen. Uganda hat sich im Rahmen der Universellen Periodischen Überprüfung [des UNO-Menschenrechtsrats, Anm. d. Übers.] 2012 in Genf dazu verpflichtet:

• Einschüchterungen und tätliche Angriffe auf Mitglieder und Aktivisten der Gemeinschaft der homosexuellen, bisexuellen und transgender-Personen polizeilich zu untersuchen und zu verfolgen
• Gewaltakte gegen homosexuelle, bisexuelle und transgender-Personen inklusive Aktivisten für die Rechte von Homosexuellen umfassend polizeilich zu untersuchen und angemessene Sanktionen zu verhängen
• Unmittelbare und konkrete Handlungen zu setzen, um Diskriminierung und tätlichen Angriffen auf homosexuelle, bisexuelle und transgender-Personen Einhalt zu gebieten.

Die Medien sollten außerdem von sensationsheischender Berichterstattung absehen, welche den Hass schürt und Attacken auf Personen, die der Homosexualität verdächtigt werden, fördert.

Wir fordern, dass Geberländer ihre Hilfszahlungen an private Hilfsorganisationen umleiten, die sich sozialen, wirtschaftlichen und menschenrechtlichen Agenden widmen, anstatt die Gelder einer korrupten Institution zukommen zu lassen, die ihren Bürgern ohne Reue jeden Schutz vorenthält. Es ist äußerst bedauernswert, hierzu aufzurufen, aber Uganda sollte am besten isoliert werden, damit sich diese Gesetzgebung nicht  ungestraft auf den gesamten Kontinent ausbreitet. Dies ist von entscheidender Wichtigkeit zum Schutz anderer afrikanischer Länder.

Und zuletzt fordern wir die Völkergemeinschaft dazu auf, als Antwort auf diese Menschenrechtsverletzungen die Gemeinschaft der homosexuellen, bisexuellen und transgender-Personen weiter zu unterstützen – moralisch, finanziell, und technisch. Für Spenden an den FARUG-Sicherheitsfonds benutzen Sie bitte Paypal auf unserer Website:
http://www.faruganda.org/paypal.html

Übersetzung von: Daniela Bartl

Hier geht’s zum Originalartikel…

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Homosexuelle werden in Uganda für politische Ambitionen geopfert

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Gruß Hubert

 

Wenn Hochwürden bald schon im Schlafzimmer steht…   Leave a comment

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Ach der neue Papst ist ja soo modern und geht auf die Sorgen und Ängste seiner Schäfchen ein! Mitnichten. Das ist alles nur Public Relation, die es ja brauchte nach dem trockenen deutschen Papst Benedikt, alias Ratzinger. Warum Wiederverheiratete so scharf auf eine Hostie sind kann ich sowieso nicht verstehen… um teilnahmeberechtigt am „Leib Christi“ sein zu dürfen. Dass er bei den Homosexuellen nichts ändern würde war wohl klar und auch nicht anders zu erwarten.

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Nach der Veröffentlichung des Lehrschreibens von Papst Franziskus gab es viel Aufschrei: Manche Kircheninitiative war begeistert von den „Reformen“, die der Pontifex angestoßen haben soll.

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Wenn Hochwürden bald schon im Schlafzimmer steht…

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Viele Kritiker sahen dagegen eher eine riesige Enttäuschung über die minimalen Zugeständnisse an die Ortskirchen, die nun im Einzelfall darüber entscheiden sollen, wie mit Christen in angeblicher Sünde umgegangen werden darf. Dazu gehören die Homosexuellen, die die katholische Kirche im Jahr 2016 nun tatsächlich bereits als Menschen ansieht, denen man Respekt und Würde zuzugestehen habe. Es sind aber gleichermaßen auch die Wiederverheirateten, die durch ihre Scheidung eigentlich jedes Recht verwirkt haben, am Sakrament der Kommunion teilzunehmen, die im Mittelpunkt von „Amoris Laetitia“  stehen.

Während sich gerade bei Schwulen und Lesben abzeichnete, dass Franziskus keine revolutionären Änderungen in der katholischen Lehre einleiten würde, wird von den deutschen Bischöfen aber die Ermächtigung, wonach der Priester der Gemeinde künftig selbst abwägen kann, ob er wiederverheiratete Geschiedene zur Eucharistie zulässt, als großer Fortschritt bewertet.

Man gehe nun auf die Menschen zu, beschäftige sich mit ihren Lebensgeschichten, wird argumentiert. Dass die Entscheidung dagegen einen weiteren, massiven Einschnitt in die Privatsphäre der Gläubigen bedeutet, blieb in allem Freudentaumel der Theologen völlig unbeachtet. Bischöfe und Kardinäle legten die Wegweisung des Papstes ganz im Sinne des Machtbestrebens der Kirche aus, die schon bald ganz besonderes Interesse an den alltäglichen Gewohnheiten ihrer Schäfchen entwickeln dürfte.

 

Denn der Ortspfarrer möchte künftig wissen, warum eine Ehe zu Bruch gegangen, wer der neue Liebhaber und welche Buße das Gemeindemitglied zu tun bereit ist. Denn erst dann kann der Abtrünnige wieder in den Kreis der Teilnahmeberechtigten am „Leib Christi“ aufgenommen werden. Die Schuldfrage für eine Scheidung solle geklärt werden, führte ein ranghoher Geistlicher in seinen kommentierenden Worten aus. In Deutschland dachte man früher auch so. Da suchten Richter danach, wer verantwortlich für das Ehe-Aus ist, um dem „Angeklagten“ die Scheidungskosten aufbrummen zu können. Die Kirche macht dieses Prinzip wieder hoffähig – und untermauert einmal mehr ihre Rückwärtsgewandtheit. Viel schlimmer aber: Was geht sie es an, mit wem ich es im Bett treibe? Warum ich mich getrennt habe? Und ob meine Kinder vielleicht einen bleibenden Schaden von dem Entzweien unserer Elternschaft davon tragen?

 

Um eine Hostie zu bekommen, soll man sein Intimstes offenlegen? Das ist Erpressung – auch wenn ich mir nur schwer vorstellen will, wie solch eine Oblate derart verlockend sein kann, dass ich dafür einem unbekannten Mann in Gewändern mein Herz ausschütte. Und mit der biblischen Lehre hat es schon gar nichts zu tun. Bei Jesus musste sich niemand rechtfertigen, um am Abendmahl teilnehmen zu können, im Gegenteil. Abseits der Frage, wer nun Sünder ist oder nicht, waren alle eingeladen – und gerade deshalb sind sie willkommen gewesen, weil sie alle nicht unfehlbar waren. Gnade und Barmherzigkeit versteht sich da nicht als das bemitleidende Herabbücken zu dem Schuldiggewordenen, sondern Annahme eines Jeden, unabhängig seiner Vorgeschichte. Reumütig müsse sich der Gläubige zeigen, seine Verfehlungen aufarbeiten. Wenn meine Ehe gescheitert ist, rede ich vielleicht mit einem Therapeuten darüber, aber nicht mit dem Pfarrer von nebenan!

Früher zahlte man seine Taler, um die Sünden loszuwerden

Woher nimmt sich die Kirche das Recht, von mir eine Offenlegung meiner Beweggründe über Scheidung und Wiederverheiratung zu verlangen? Nur, damit ich an diesem „Heil“ aus der Verheißung eines „Auferstandenen“ teilhaben darf? Anmaßung, das konnte Rom schon immer. Und nein, es hat nichts mit Zugewandtheit zu den Menschen zu tun, wenn Franziskus nun den Freifahrtsschein erteilt, wonach gerade der im Zölibat lebende Priester den Coach für zerbrochene Liebesbeziehungen spielen darf. Viel eher ist es der Versuch, die Kirche noch tiefer in das Innerste der Persönlichkeit der Mitglieder vordringen zu lassen. Da wird mit Gefühlen gespielt, es wird mit der Rückkehr in die Gemeinschaft gelockt, während die Bedingung gestellt bleibt, sich emotional zu entblößen. Für mich hat das bereits sektenhafte Züge. Was ist das für ein Menschenbild, jemanden in einer gesellschaftlich leider noch immer oftmals verpönten Situation noch damit zu gängeln, sozialen Halt nur im Gegenzug zur moralischen Selbstbestrafung zu gewähren?

 

Früher zahlte man seine Taler, um die Sünden loszuwerden. Heute verkauft man seine ganze Seele an die Kirche, um wieder dazugehören zu dürfen. Da will sie wissen, ob wir auch keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe haben, ob wir unzulässigerweise verhüten, ob wir auch ausreichend Kinder in die Welt setzen, nach dem Versprechen auf ewige Treue auch bis zum Lebensende zusammenbleiben – und wenn nicht, wer von beiden den Partner und die Kinder sitzen ließ, in wen man sich neuerlich verguckt hat und ob man in der zweiten Ehe auch weiterhin bereut und Selbstgeißelung dafür verübt, die erste Beziehung leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu haben. Denn dass es tatsächlich Gründe geben mag, eine Zweisamkeit zu beenden, ist für die Kirche eigentlich unvorstellbar. Einmal versprochen, nie mehr gebrochen. Denn ob bei Enthaltsamkeit, Familienführung und Ja-Wort – die Erwartungen der selbsternannten Instanz in Sachen Lebensfragen sind idealisiert, haben mit dem Menschsein aber nichts zu tun. Wie fernab ihr normatives Mahnen vom Lebemann aus der „Heiligen Schrift“ ist, gesteht sie natürlich nicht ein.

Rom macht es eigentlich alles noch schlimmer: Da soll ein Fortschritt verkauft werden, der in Wahrheit noch mehr bevormundet als es die Zementierung der jahrhundertealten Traditionen ohnehin schon tut. Nein, auch Franziskus will keinen Wandel. Die Abgabe von Kompetenzen an die Kirchen vor Ort ist ein Ausdruck seiner Hilflosigkeit, umwandert zu sein von einer erzkonservativen Lobby, die es selbst dem Oberhaupt der Katholiken nicht erlaubt, eigenmächtig zu handeln und vielleicht tatsächlich einmal aufzuräumen mit beweihräucherten Dogmen früher Zeiten. Dass die Entfremdung von den Gläubigen wächst, ist hierbei keine wirkliche Neuigkeit. Vielleicht eher, dass nun auch diejenigen Gläubigen ins Grübeln kommen könnten, die bisher noch aus schlechtem Gewissen in den Reihen des Hirten verblieben – weil „man“ eben schon seit Urzeiten zur Kirche gehört.

Denn wer möchte tatsächlich, dass irgendwann Hochwürden höchstpersönlich zu „Big Brother“ im heimischen Schlafzimmer mutiert?

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Wenn Hochwürden bald schon im Schlafzimmer steht…

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Gruß Hubert

 

Biologische Gesundheit in der Sexualität   Leave a comment

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Wie sehr die christlichen Kirchen in der Reduktion der Sexualität auf die Fortpflanzung voll daneben liegen (ich möchte fast sagen vollidiotisch daneben) zeigt im folgenden Bericht der Sexualmediziner Dr. Georg Pfau auf.
Welche Denkfehler und Diskriminierungen liegen da zugrunde:

1) Es wird die Dimension der Lust missachtet.
2) Es wird die kommunikative Dimension missachtet.
3) Was ist mit homosexuellen Pärchen?
4) Was ist mit zeugungsunfähigen Männern, die davon wissen?
5) Was ist mit Frauen jenseits des Wechsels?
6) Lesben dürfte es dann auch nicht geben.

Man sollte also nicht vergessen das christliche Sexualmoral der Gesundheit schaden kann bzw. sicher schadet, wenn man sie anwendet. Es ist in dieser Hinsicht ein Glück, dass es viele laue Christen, Taufscheinchristen und Christen, die nicht wissen was sie glauben, gibt.
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Siehe auch:
http://hubwenzl.blog.de/2011/08/11/schuldgefuehle-kirche-n-11651882/

http://hubwenzl.blog.de/2009/12/04/christentum-gefahr-gesundheit-7512843/

Es ist klar, dass die Fortpflanzung nur EIN Aspekt der Sexualität ist und einer der bei der heutigen Kinderzahl, die ein Paar hat, ganz selten zur Anwendung kommt bzw. nur wenige Male erwünscht ist.
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Hier der Bericht von Dr. Georg Pfau.

Biologische Gesundheit in der Sexualität
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Die biologische Gesundheit der Sexualität richtet sich nach den 3 Dimensionen der Sexualität. Die Kernfrage ist daher zunächst: „Warum hat ein Pärchen überhaupt Sex?“, mit welchen Motiven?
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Wie bereits in einem anderen Kapitel ausgeführt, unterscheiden sich die Ansichten der Sexualmedizin über die (erlaubten) Motive für Sexualität ganz wesentlich von den herkömmlichen, vor allem denen des Klerus. Während durch Jahrhunderte die Reproduktion (1. Dimension) der ausschliessliche Grund für sexuelle Aktivitäten sein durfte, kennt die Medizin noch weitere Dimensionen: die Lust (2. Dimension) und die kommunikative Dimension (3. Dimension).
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Wir wissen, dass nur sehr wenige Paare Sex machen um ein Kind zu zeugen. Angeblich sind das nur 4% aller sexuell aktiven Pärchen.
Die Reduktion der Sexualität auf die Reproduktion (wie von der römisch katholischen Kirche immer noch praktiziert) ist in meinen Augen ein Denkfehler, der viele Fragen aufwirft und viele Menschen diskriminiert.
Zweifelsfrei steht im Buch Genesis geschrieben „Liebet und mehret euch!“, doch dieses Buch ist fast schon praehistorisch und die Gegegebheiten haben sich gewandelt.

Anders als in praehistorischen Zeiten bedarf dieser Planet keiner weiteren Vermehrung der Spezies „Homos sapiens“, es gibt genügend Menschenkinder!
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Die Beschränkung der Sexualität auf den erklärten Wunsch nach Fortpflanzung birgt noch andere Restriktionen und wirft Fragen auf. Das Verbot der Sexualität homosexueller Pärchen ist damit begründet. Homosexuelle dürfen keinen Sex machen, so die Devise, weil sie keine Kinder zeugen können. Diese Ansicht ist auch ausserhalb der Kirche weit verbreitet, sie wird auch verwendet die Anormalität der Homosexualität per se beweisen zu wollen. „Homosexuelle Partnerschaften seinen abnorm, weil sich Homosexuelle nicht fortprflanzen können…!“
Wie aber ist denn das bei Männern, die von ihrer Zeugungsunfähigkeit wissen? Dürfen sie Sex machen, obwohl ihnen bewusst ist, sich nicht fortpflanzen zu können?
Wie ist das denn mit den Frauen jenseits des Wechsels, die ebenfalls keine Kinder mehr „empfangen“ können. Darf eine postmenopausale Frau Sex machen im sicheren Wissen um ihre verlorengegangene Reproduktionsfähigkeit? All diese Fragen beweisen, dass die Reproduktionsfähigkeit nicht das Mass aller Dinge sein kann um Sex zu erlauben oder nicht. Da muss es noch was anders geben!?

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Und so ist es auch!

Da gibt es zunächst einmal die Lustdimension. Ja!! Sie dürfen „Lust“ haben, lüstern sein! Die Verteufelung der Lust hat selbstverständlich Tradition, doch die Lust ist gottgegeben. Hätte Gott die Lust verhindern wollen, würde es sie nicht geben. Die Lust am Sex ist Teil der Lust am Leben und somit Lebenszweck. Lassen Sie sie sich nicht rauben!
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Noch viel wichtiger ist die Dimension der Kommunikation. Für die Sexualmedizin ist Sexualität die intimste und leidenschaftlichste Form der Kommunikation innerhalb einer Beziehung, oder wissen Sie einen anderen, leidenschaftlicheren Weg Ihrem Partner Ihre Liebe zu beweisen?


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Was ist also sexuelle Gesundheit im Sinne der Sexualmedizin? Nicht die Fähigkeit zur Reproduktion alleine, sondern vor allem die Paar- und Liebesfähigkeit.

Die Fähigkeit und die Bereitschaft, aufrichtig zu lieben und geliebt zu werden ist die wahre Gesundheit und somit ist Sexualität keinesfalls an den Willen zur Fortpflanzung gebunden.
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Quelle:
http://www.sexualmedizin-linz.at/startseite_sexmed/was-ist-erlaubt-beim-sex/biologische-gesundheit-in-der-sexualitaet/

 

Gruß Hubert

Referendum um Rechte für Homosexuelle spaltet die Slowakei   Leave a comment

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Es ist für mich schwer nachvollziehbar, warum sich manche, vor allem aus kirchlichen und rechten Kreisen so über die Homosexuellen aufregen und ihnen keine Rechte gewähren wollen, die teilweise auch von Menschenrechten gedeckt sind. Die Homosexuellen nehmen den Heteros ja nichts weg und jeder soll sich nach seiner sexuellen Orientierung vergnügen dürfen. Was stört manche „normale“ Heteros daran? Geschlechtsverkehr ist ja nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung vorgesehen. Wenn es so wäre, gäbe es ja nur einen sehr geringe Anzahl von Sexualkontakten zwischen den Ehepartnern, auch wenn sich einige vermehren würden wie die Karnickel, wie neulich der Papst meinte. (übrigens früher noch massiv gepredigt von der Kirche, inklusive Hausbesuche). Bei durchschnittlichen ein bis zwei Kindern würde es da ja dürftig mit den Sexualkontakten aussehen. Da könnte man auch darauf verzichten und es so machen lassen wie zwischen Stier und Kuh (ohne einen Sexualkontakt zwischen dem Stier und der Kuh).
Laut psychologischer Erkenntnis ist die Sexualität ein integraler Bestandteil menschlicher Existenz. Da kann man nicht von Homosexuellen verlangen, wie es die katholische Kirche tut, sie sollen auf die Sexualität verzichten. Aber wer auf die Kirche hört, der …. ich erspare mir laut zu denken.

Dass es über dieses Thema von Rechten für Homosexuelle ein Referendum in der Slowakei gibt kann nur verwundern und vor allem dass die Diskussionen darüber so hitzig verlaufen.
Treibende Kraft hinter dem Referendum ist die kirchennahe Allianz für die Familie. Sie hat die Volksabstimmung mit mehr als 400.000 Unterschriften durchgesetzt.

Aus der ZEIT, Auszug.

Toleranztest für die Slowakei

Ein Referendum spaltet die Slowakei: Eine kirchennahe Organisation will verhindern, dass Homosexuelle mehr Rechte erhalten. Nach hitziger Debatte wird heute abgestimmt. von Silja Schultheis, Bratislava

 

Ein Plakat mit der Abbildung des Papstes wirbt für die Teilnahme am Referendum gegen die Gleichberechtigung Homosexueller in der Slowakei.

Ein Plakat mit der Abbildung des Papstes wirbt für die Teilnahme am Referendum gegen die Gleichberechtigung Homosexueller in der Slowakei.  |  © Vladimir Simicek/AFP/Getty Images

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„Dass eine Debatte das Land so sehr spaltet und der Streit quer durch die Familien verläuft, haben wir in der Slowakei schon lange nicht mehr erlebt“, sagt der Journalist Matúš Kostolný. Es ist das Referendum gegen die Gleichberechtigung Homosexueller, das die Slowaken derzeit so umtreibt. Mit der Abstimmung an diesem Samstag will eine kirchennahe Organisation verhindern, dass künftig eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften erfolgen könnte. So wie es andere EU-Staaten bereits vorgemacht haben. In der slowakischen Gesellschaft tobt eine hitzige Debatte über den Sinn einer solchen Abstimmung.

[…]
Treibende Kraft hinter dem Referendum ist die kirchennahe Allianz für die Familie. Sie hat die Volksabstimmung mit mehr als 400.000 Unterschriften durchgesetzt. Damit das Referendum gültig ist, muss über die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Massive Unterstützung kommt von der katholischen Kirche, der über 60 Prozent der Slowaken angehören. Gleichzeitig haben sich mehrere gläubige Katholiken gegen das Referendum ausgesprochen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-02/slowakei-referendum-homosexuelle-partnerschaften-gleichstellung

Manchen glauben auch, dass es die Homosexualität nur spezifisch bei den Menschen gäbe, und bei Tieren kaum. Dass dem nicht so ist, zeigen spezielle Untersuchungen.

Homosexualität unter Tieren weit verbreitet

http://www.handelsblatt.com/technik/forschung-innovation/wissenschaft-homosexualitaet-unter-tieren-weit-verbreitet/3201092.html

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Verlogene Berichte aus dem Tierreich

Bewusst haben Forscher in der Vergangenheit über homosexuelles Verhalten im Tierreich hinweggesehen. Für die unwissenschaftliche Scheu gibt es ein starkes Motiv, das der kanadische Verhaltensbiologe Paul Vasey offen benennt: Die Angst, mit dem zur Sprache gebrachten Tabu selber als schwul zu gelten. Immerhin hinterließ das eine Fülle von verlogenen, aber interessant-amüsanten Berichten aus dem Tierreich: Trieben es zwei Giraffenmännchen miteinander, war von „Revierkämpfen“ die Rede.

[…]
„Die Schwulenbewegung nutzt die Forschungen als politisches Instrument. Allerdings fühlen sich beide Seiten bestätigt: So greifen auch Anti-Homosexuellen-Verbände oder konservative Christen auf diese Forschungen zurück. Jeder nutzt und dreht die Fakten in seine Richtung. Ich halte beide Argumentationen für unvertretbar. Was an schwulen Tieren als natürlich zu gelten hat und was nicht, ist mit wissenschaftlicher Methodik nicht feststellbar.“

http://www.welt.de/vermischtes/article125832354/Von-wegen-Revierkampf-Liebesspiele-unter-Tieren.html

Homosexualität ist keine Eigenschaft, die nur beim Menschen auftritt, sondern ist auch in der Tierwelt zu finden. Bei mindestens 1500 Tierarten ist homosexuelles Verhalten bisher beobachtet worden. Und bei rund 500 davon sind die Beobachtungen auch sehr gut dokumentiert. Ist Homosexualität also wider die Natur? – Wohl kaum. „Die Tiere wollen Spaß – in welcher Konstellation auch immer“, lautet die These der Macher der Ausstellung „Schwule Tiere“ in einem Museum in Oslo.

http://german.china.org.cn/environment/txt/2012-05/18/content_25416945.htm

Die folgende Sichtweise lehne ich natürlich strikt ab:

„Man geht davon aus, dass der Mensch nichts ist als ein etwas höherentwickelteres Tier. Aber das ist nicht die Sicht der Bibel. Die Bibel macht einen Unterschied zwischen Menschen und Tieren, weswegen wir nicht von Tieren auf den Menschen schließen können.“
Wen, außer einem Gläubigen interessiert denn die Sicht der Bibel? Die Bibel ist ja kein wissenschaftliches Buch.

http://www.bibel.com/faq/homosexualitaet-bei-tieren.html

Das ist ja klar, war zu erwarten und überrascht nicht. Bischöfe machen offen Wahlkampf

In seinem Internet-Blog berichtet Branislav Ondrasik seit Jahren über die Probleme von Schwulen und Lesben in der Slowakei. Die Volksabstimmung sei ein Prüfstein für die Toleranz der slowakischen Gesellschaft: In Bratislava sei es in den vergangenen Jahren besser geworden, aber auf dem Land würden Schwule und Lesben immer noch offen diskriminiert. „Die Volksabstimmung wird zeigen, wie konservativ unsere Gesellschaft ist und wieviel Macht die katholische Kirche in unserem Land noch hat.“

http://www.tagesschau.de/ausland/slowakei-referendum-homosexualitaet-101.html

 

Gruß Hubert