Archiv für August 2016

Apple in Irland: 50 Euro Steuern für eine Million Euro Gewinn   3 comments

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Von der Firma mit dem angebissenen Apfel habe ich die Nase gestrichen voll. Es macht mich wütend wenn solche Weltkonzerne Staaten mit Almosen abspeisen und sich Staaten wie Irlan auch noch zum Komplizen dieser Steuervermeidung machen. Immerhin ist steht ein Betrag von 13 Millarden Euro zur Diskussion. Diese entgangenen Steuern fehlen dem Land ja. Mit 13 Milliarden könnte ein Staat viel für sein Volk tun. Solche Politiker vertreten definitiv nicht das Volk. Regierungspolitiker hätten ja die Verfplichtung Steuerhinterziehung zu hintertreiben und nicht zu fördern. Solche Weltkonzerne bewegen sich schmarotzend zwischen den Ländern dahin, ohne das mindeste Schamgefühl zu haben. In China drückt man noch brutal auf die Löhne der Zulieferer. Ich kann gar nicht sagen wie sehr mir Apple auf den Senkel geht. Einfach nur zum kotzen! Ich werde ganz sicher nie Besitzer eines Apple-Gerätes sein. Apple zahlt in Irland einen Steuersatz von 0,005 Prozent! Da bleibt einem die Spucke weg.

Wenn normale Lohnempfänger so einen Steuersatz zahlen würden, könnte der Staat in einer Woche den Staatsbankrott erklären.

Man muss sich mal vorstellen: Apple zahlt in Irland für eine Million Euro Gewinn 50 Euro an Steuern!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apple-in-irland-50-euro-steuern-fuer-eine-million-euro-gewinn-a-1110150.html
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Hier ein Artikel von arte.tv

Apple soll 13 Milliarden Steuern in Irland nachzahlen

Die jahrelangen Ermittlungen der EU-Kommission zu Steuerdeals von Apple in Irland enden mit einem Knall: Der iPhone-Konzern soll bis zu 13 Milliarden Euro zurückzahlen. Die Entscheidung der Kommission wird jetzt wohl jahrelang die Gerichte beschäftigen.

Apple hat nach einer Entscheidung der EU-Kommission unerlaubte Steuervergünstigungen von bis zu 13 Milliarden Euro in Irland erhalten. Das teilte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Dienstag in Brüssel mit. Irland müsse die rechtswidrige Beihilfe für die Jahre 2003 bis 2014 nun samt Zinsen zurückfordern.„Die Kommission gelangte bei ihrer Prüfung zu dem Schluss, dass Irland Apple unzulässige Steuervergünstigungen gewährt hat, aufgrund derer Apple über viele Jahre erheblich weniger Steuern zahlen musste als andere Unternehmen“, sagte Vestager nun. 

Es ist nicht angebracht, dass EU-Beihilfevorschriften in dieser beispiellosen Art und Weise genutzt werden“

Angaben der irischen Regierung.

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Steuervereinbarungen mit Irland

Die Entscheidung solle eine klare Botschaft senden, dass Staaten einzelne Unternehmen nicht bevorzugen dürften.
Nach den EU-Beihilfevorschriften sind gezielte Steuervorteile für einzelne Unternehmen unzulässig. Die Brüsseler Behörde hatte seit 2014 die Steuervereinbarungen Irlands mit dem US-Unternehmen genau unter die Lupe genommen.

Die Kommission argumentiert, als Folge der Vereinbarungen in Irland habe der Konzern auf die Gewinne der Handelstochter Apple Sales International einen effektiven Körperschaftsteuersatz gezahlt, der von einem Prozent im Jahr 2003 auf 0,005 Prozent im Jahr 2014 gesunken sei. Apple Sales International ist der offizielle Verkäufer von Apple-Geräten, die aus Asien eingeführt werden.

Bei den Steuerdeals sei für zwei Tochterfirmen eine Methode zur Berechnung der steuerpflichtigen Gewinne gebilligt, „die nicht der wirtschaftlichen Realität entsprach“. Nahezu die gesamten im Verkaufsbereich erwirtschafteten Gewinne seien intern einem „Verwaltungssitz“ zugewiesen. Die Prüfung der Kommission habe jedoch ergeben, dass diese „Verwaltungssitze“ nur auf dem Papier bestanden hätten.
Die irische Regierung widersprach dem Vorwurf. „Irland hat Apple keine Steuervorteile gewährt“, hieß es in einer Stellungnahme am Dienstag. Sämtliche fällige Steuern seien bezahlt worden und es seien keine unerlaubten staatlichen Beihilfen gewährt worden.

Apple lässt erheblichen Teil des weltweiten Geschäfts über Tochterunternehmen in Irland laufen

Der Bescheid der Brüsseler Behörde solle nun im Detail geprüft werden, um einen gerichtlichen Einspruch vorzubereiten. „Es ist nicht angebracht, dass EU-Beihilfevorschriften in dieser beispiellosen Art und Weise genutzt werden“, kritisierten die Iren. Steuern seien Sache der einzelnen EU-Staaten. Apple lässt einen erheblichen Teil des weltweiten Geschäfts über Tochterunternehmen in Irland laufen. Daher geht es für den Konzern auch um viel Geld. So ist eine der Töchter dafür zuständig, Geräte aus Asien zum Verkauf in Europa umzuschlagen. Außerdem übernehmen irische Apple-Firmen einen Teil der Entwicklungskosten. Dafür bekommen sie Rechte an intellektuellem Eigentum übertragen und und entsprechend wird dorthin auch ein Teil der Gewinne abgeführt. Eines der irischen Tochterunternehmen verwaltet bereits besteuerte Konzerngewinne. Die Struktur mit Töchtern in Irland gibt es schon seit 1980.

Geldreserven von gut 230 Milliarden Dollar

Bisherige Expertenschätzungen gingen von einigen hundert Millionen bis hin zu 19 Milliarden Dollar, die die Bank JP Morgan als möglichen Höchstwert errechnete. Apple sitzt auf Geldreserven von aktuell gut 230 Milliarden Dollar. Über 90 Prozent davon lagern außerhalb der USA, zu großen Teilen auch in Irland. Die EU-Kommission ermittelt nur gegen Irland, aber letztlich wird Apple zur Kasse gebeten, um den für eine illegale Beihilfe erklärten Betrag zurückzuzahlen. Der bisher höchste Betrag in solchen Untersuchungen wurde vom französischen Energiekonzern EDF zurückgefordert, der 2015 angewiesen wurde, rund 1,4 Milliarden Euro an Frankreich zu zahlen. Die ursprüngliche Entscheidung über einen Betrag von 889 Millionen Euro hatte die Kommission noch 2003 getroffen, danach ging der Fall durch Gerichtsinstanzen und es sammelten sich rund 490 Millionen Euro Zinsen an. Das zeigt auch, wie lange es dauern kann, bis schließlich Geld fließt.

Hier weiterlesen:

Apple in Irland: 50 Euro Steuern für eine Million Euro Gewinn

 

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Gedanken zur Jagd und die „Experten“   1 comment

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Animal-spirit.at nimmt in einem Newsletter die Jagd-„Experten“ aufs Korn. Wenn jemand behauptet, für etwas Experte zu sein, dann wird ihm meistens alles geglaubt, was er sagt. Die Jäger sind die denkbar schlechtesten, weil unobjektivsten „Experten“, wenn es um die Jagd geht.

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Gedanken zur Jagd

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Gedanken zur Jagd

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Interessanter Artikel auf Wildbeimwild.com:

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Es gibt Befürworter der Freizeitjagd, Gegner der Freizeitjagd und Leute, die nichts davon wissen und denen sie egal ist.

Zu viele neigen dazu, sich den Argumenten der Freizeitjäger anzuschließen, sollte man sie nach ihrer Meinung fragen. Das liegt zum einen an der leider weit verbreiteten Expertengläubigkeit: Wenn jemand behauptet, für etwas Experte zu sein, dann wird ihm meistens alles geglaubt, was er sagt, und wer wäre ein größerer „Jagdexperte“ als ein Jäger? Zum anderen gibt es eine Jahrhunderte lange Jägerpropaganda, die z. B. den harmlosen Wolf als böse, reißende Bestie, den Jäger aber als braven und tapferen Mann darstellt, der das kleine Rotkäppchen vor der Bestie beschützt. Dazu kommen die neuzeitlichen Märchen vom Jäger als Naturschützer, Heger und Pfleger der Wälder und ihrer Bewohner. Welcher Hundebesitzer kennt nicht die von Jägern aufgestellten Schilder, daß Hunde im Wald anzuleinen seien, damit sie nicht die abgebildeten Kitze reißen, die bösen Hunde.

Daß diese Kitze irgendwann selbst zur Zielscheibe des „Schützers“ werden, wird wohlweislich verschwiegen, so wie alle negativen Aspekte der Jagd verschwiegen werden. Positive Aspekte werden grundsätzlich stark hervorgehoben, während negative Aspekte heruntergespielt, als notwendiges Übel beschrieben oder im Extremfall zu etwas Positivem umgedeutet werden. Kommt etwas davon an die Öffentlichkeit, wird es grundsätzlich als bedauerlicher Einzelfall dargestellt, der „zu Unrecht ein schlechtes Licht auf die Jägerschaft wirft“. Meistens in einem weinerlich-beleidigten Tonfall, weil man ja sonst so viel für Natur, Umwelt und Tierschutz tut.

Lesen Sie den ganzen Artikel sowie die ausführliche Widerlegung der häufigsten Jäger-Argumente HIER

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Gruß Hubert

 

Indiens Kühe – heilig und gequält   Leave a comment

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Am Beispiel der Kühe sieht man wie sehr der Schein trügen kann. Zum Teil werden auch Kuhkinder zu den illegalen Schlachthöfen gebracht. Also nichts mit heiligen Kühen in Indien, die wie im Paradies leben. Es gibt Riesenleid für Kühe in Indien.

Hier ein Bericht von netap.ch

Indiens Kühe – heilig und gequält

Kuehe-Indien

Wenn man an indische Tiere denkt, dann fällt einem oft als erstes die Kuh ein – die heilige Kuh. Und man denkt, dass die Kühe in Indien sicher ein tolles Leben haben, als heilige Tiere.

Doch weit gefehlt. Kühe, Rinder, Kälber – sie sind nur für einen Teil der Bevölkerung heilig. Für viele andere gehören sie genauso zu den Nutztieren, wie sie es für den grössten Teil der Weltbevölkerung tun. Sie werden genutzt, missbraucht, gequält und getötet.

Das Leid der Kühe in Indien ist riesig.

Ausgangslage

Aufgrund seiner Religion hat Indien eigentlich ein sehr gutes Tierschutzgesetz. So gibt es u.a. den Prevention of Cruelty to Animals Act (PCA), der z.B. strikte Vorschriften betreffend Tiertransporten vorsieht. Jede Verletzung dieser Regeln ist illegal. Unter dem PCA kann jedes misshandelte Tier umgehend beschlagnahmt werden.

In der Region Andhra Pradesh, in der VSPCA und NetAP aktiv sind, dürfen keine Kühe, Büffel oder Kälber geschlachtet werden, es sei denn, es handelt sich um männliche Tiere, die über 16 Jahre alt sind und keine Arbeit mehr verrichten können. Geschlachtet werden dürften somit nur ältere“unproduktive“ Bullen (Cow Prohibition Act). Eine solche Schlachtung müsste zudem durch das Amt autorisiert werden. Aber es gibt zu wenig Leute, die das kontrollieren können. Alle anderen Kühe dürften von Gesetzes wegen nicht geschlachtet werden, also auch nicht die männlichen Kälber.

Das Gesetz verbietet in vielen Gemeinden auch das Streunen der Kühe auf den Strassen. Sie müssten in eingezäunten Bereichen oder Gebäuden gehalten werden. Einige Gemeinden haben Einsatztruppen, die solche Tiere konfiszieren. Die Tiere müssen dann vom Eigentümer wieder ausgelöst werden und es wird eine hohe Busse fällig. Gründe für ein Verbot sind hier v.a. das Verursachen von Strassenverkehrsproblemen und die Ausrutschgefahr für Menschen auf dem schlüpfrigen Dung. In Nordindien ist das Problem der streunenden Kühe offenbar noch grösser, da die Religion ernster genommen wird und so die Kuh mehr Rechte hat, also sich auch frei bewegen darf. Im Süden und Osten ist man nicht so strikt und kann deshalb auch verbieten, die Kühe auf den Strassen frei streunen zu lassen.

Probleme und Lösungsansätze

Das Kuhleid ist allgegenwärtig. Folgende Hauptprobleme im Zusammenhang mit Kühen haben wir eruiert und wir versuchen hierfür nachhaltige Lösungen zu erarbeiten:

Ältere bzw. ausgediente Kühe, welche nicht mehr genügend Milch geben bzw. Kälber gebären, und Bullen, die nicht mehr zur Arbeit eingesetzt werden können: Diese werden in der Regel der Schlachtung zugeführt. Die Tiere leiden sowohl auf den Transporten als auch bei der Schlachtung unsägliche Qualen, weil diese tierquälerisch durchgeführt werden (vgl. Rubrik „Schlachttransporte„). Vermehrte Kontrollen wären dringend notwendig.

Eng zusammengepfercht werden die Tiere in die illegalen Schlachthöfe gefahren. Es gibt kaum Kontrollen.

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Männliche Kälber: Diese Tiere werden mangels Milchproduktion als minderwertig erachtet und der Schlachtung zugeführt bzw. durch eine Spende an die Kirche oder den Tempel ihrer „entledigt“. Das Gesetz würde zwar eine Schlachtung verbieten, dennoch werden die „gespendeten“ Kälber in der Regel sofort der Schlachtung zugeführt, weil die Tempel keine geeigneten Kuhheime besitzen. Viele der Besitzer, denen die Kühe vordergründig heilig sind, schieben so die Verantwortung mit der Ausrede von sich, sie hätten davon nichts gewusst. Auch hier wären Aufklärung und Kontrollen notwendig.

Männliche Kälber werden feierlich geschmückt und die unzähligen Stufen zum Tempel hoch getrieben. Einige brechen sich die Beine oder kollabieren, weil der Weg zu anstrengend ist. Hinter dem Tempel warten die Lastwagen, die die Kuhkinder zu den illegalen Schlachthöfen bringen.

Streunende Kühe: Werden die oben erwähnten Kühe, Bullen oder Kälber nicht geschlachtet oder z.B. einem Tempel gespendet, werden sie auf der Strasse ausgesetzt. Das führt dazu, dass die Tiere verhungern, an Krankheiten eingehen oder an falscher Ernährung sterben, weil sie insbesondere jede Menge Plastik fressen. Bei letzteren kann das zum Verschluss oder zur Verletzung des Magens und so letztendlich zu einem qualvollen Tod führen. 60 beschlagnahmte Kühe haben wir im Frühjahr 2012 durch die Finanzierung von Notoperationen vor diesem qualvollen „Plastiktod“ gerettet. Sie geniessen nun ihr Leben im sicheren Bereich des VSPCA Tierheims und kommen nie mehr mit Plastik in Berührung. Je nach Bezirk ist es generell verboten, Kühe auf der Strasse unkontrolliert umher laufen zu lassen. Hier wären Alternativen gefragt und ein generelles Plastikverbot zu erwirken, wie es auch schon in anderen Regionen durchgesetzt wurde.

Plastik ist allgegenwärtig. Futter ist rar. Die Tiere fressen das ungeniessbare Zeug oft unbewusst und gehen irgendwann qualvoll daran ein.  

Ein Lösungsansatz, der das Übel bereits an der Wurzel packt, besteht darin, eine sinnvolle Alternative auch für diese Tiere anbieten zu können. So kann dem Eigentümer gezeigt werden, dass diese „nutzlosen“ Tiere durchaus auch ihren Wert für ihn haben können. Deshalb baut VSPCA die Kindness Farm als Vorzeigebetrieb und Prototyp eines neuen Bauernhofes (vgl. Kindness Farm).

Hier geht es insbesondere darum, den Nutzen und Wert von Kuhdung und –urin aufzuzeigen: Mit Kuhdung können Dünger (Trocknung bzw. Kompostierung hilft beim Anbau von Lebensmitteln oder als Feueranzünder) und Energie (Biogasanlage hilft beim Kochen) sowie mit Urin Medikamente produziert werden.

Bezüglich Transport und Schlachtung sind verstärkte Kontrollen durchzuführen. Hierzu verweisen wir auf die separate Rubrik „Schlachttransporte„.

VSPCA beherbergt über 1000 Kühe, welche vor illegalen Schlachtungen bewahrt, bei Kontrollen von Tiertransporten beschlagnahmt oder einfach durch die Eigentümer an VSPCA übergeben wurden. Unser Partner hat die polizeiliche Autoriät um Tiere beschlagnahmen zu können. Allerdings hat er kaum mehr Kapazität, um weitere Kühe aufzunehmen, weshalb auch vermehrte Kontrollen unterbleiben müssen. Umso wichtiger sind nachhaltige Lösungen zur Beseitigung dieser Probleme.

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Indiens Kühe – heilig und gequält

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 30. August 2016 von hubwen in Tierschutz, Uncategorized

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Grausame Tiertransporte aus der EU   4 comments

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Es ist unfassbar welchen Grausamkeiten die Tiere bei den Tiertranporten und bei der Schlachtung, sprich Schächtung, ausgesetzt sind. Unerträglich die Szenen im Video zum Schluss, wo „unsere Freunde“, die Muslime den Schafen die Kehle durchschneiden. Und was tut die EU dagegen? Nichts. Tierfreunde können nicht für die EU sein. Ein riesige bla bla und kein sich scheren ob die eigenen Vorgaben zum Tierschutz eingehalten werden. Glaubwürdigkeit = Null!

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Hier ein Bericht aus Netap.ch

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TIERTRANSPORTE: GRAUSAME EXPORTE AUS DER EU

Exporte lebender Tiere von der EU in Drittländer – Die grausame Wahrheit

Quälereien gegenüber Tieren auf Transporten und bei der Schlachtung sind Alltag. Neuste Beobachtungen unserer Freunde von Animals’Angels im Libanon zeigen, der Grausamkeit sind keine Grenzen gesetzt!

Lebende Tiere werden täglich von der EU in Drittländer exportiert – zur Schlachtung, zur Mast oder zur Zucht. Die Bedingungen für die Tiere während dieser endlosen Exporttransporte sind fürchterlich und haben sich im Laufe des letzten Jahrzehnts kaum verbessert. 2012 beobachtete die Tierschutzorganisation Animals‘ Angels, wie auch in den Jahren zuvor, Tiere, die auf dem Transport starben, hochschwangere Schafe, die während des Transports ihre Lämmer zu Welt brachten, die in der Enge des Lkws nur kurz überlebten und verletzte Tiere, denen keine erste Hilfe gewährt wurde. Außerdem beobachtete Animals‘ Angels Tiere, die tagelang in Lkws ausharren mussten, da die Transporte an Grenzen festhingen und die während der Wartezeit knietief in ihren eigenen Exkrementen standen, einem Ammoniakgestank ausgesetzt, der zu Atemwegsbeschwerden führte.

Auch in diesem Jahr gab es bei vielen kontrollierten Transportern keine oder defekte Wassersysteme, zahlreiche Spediteure, die auftagelangen Fahrten kein Futter für die Tiere mitnahmen sowie Fahrzeuge mit unzureichender Deckenhöhe, auf denen Tiere gezwungen waren, mehrere Tage in einer unnatürlichen Position zu stehen. Je länger diese Transporte andauerten, desto mehr litten die Tiere.

Als ob diese furchtbaren Transportbedingungen noch nicht genug wären! Was die Tiere in den Bestimmungsländern, wie Libyen, Türkei, Marokko, Russland oder Libanon erwartet ist grausam:

Untaugliche Lastwagen, in denen die Verletzungsgefahr massiv anstieg, keine medizinische Versorgung und in den Schlachthäusern Personal ohne jegliche Fachkenntnisse, brutal und gleichgültig im Umgang mit den verängstigten und entkräfteten Tieren. Von denmittelalterlichen Schlachtmethoden ganz zu schweigen.

Während eines kürzlich von Animals‘ Angels durchgeführten Einsatzes im Libanon wurden die Inspektoren Zeugen extremer Grausamkeit gegenüber Tieren. Sie beobachteten wie Schafe, die nach einer sechs tägigen Schiffsreise aus Spanien ankamen, auf einen offenen Lkw verladen und nach einer Irrfahrt durch Beirut auf einem Haufen Bauschutt abgeladen wurden. Das Fahrzeug hatte keine Rampe und so waren die Schafe gezwungen, von dem Lkw zu springen. Mehrere der verängstigten Tiere fielen dabei auf den Rücken, eines zog sich dabei offensichtliche Verletzungen zu. Die Schafe waren für die Straßenschlachtungen anlässlich des muslimischen Opferfestes bestimmt, das einige Tage später stattfand. Des Weiteren beobachteten die Inspektoren, wie französische Rinder, dreckverkrustet und offensichtlich erschöpft von der langen Reise in einem Parkhaus abgeladen wurden. Der Boden des Parkdecks war so rutschig, dass die Tiere immer wieder hinfielen. In einem der größten Schlachthäuser im Libanon beobachteten sie, wie Rinder aus Frankreich, Belgien und der Tschechischen Republik sowie Schafe aus Spanien auf grausamste Art und Weise geschlachtet  wurden. Sie sahen z.B. wie spanischen Schafen die Kehlen aufgeschnitten wurden und wie sie danach mit aufgeschnittener Kehle an Fell und Hörnern über den Boden geschleift wurden oder wie Rinder mit aufgeschnittener Kehle und noch bei Bewusstsein an einem Bein aufgehängt wurden.

Der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union führt eine Reihe von Grundprinzipien auf, die die Gemeinschaft zu beachten hat. So bestimmt Artikel 13 des Vertrages, dass die Union und die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung zu tragen haben. Ebenso bestimmt die Europäische Tierschutztransportverordnung in ihren Erwägungsgründen, dass (1) den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere in vollem Umfang Rechnung zu tragen ist, dass (2) ein angemessener Schutz der betroffenen Tiere gewährleistet sein muss und dass (5) aus Tierschutzgründen lange Beförderungen von Tieren — auch von Schlachttieren — auf ein Mindestmaß begrenzt werden sollen. Offensichtlich ist die Realität der Tiertransporte weit entfernt von diesen selbstgesetzten Zielen der EU.

Und darüber hinaus zahlt die EU nach wie vor Erstattungen für den Export von Zuchtrindern in Drittländer. Das heißt, anstatt Langstreckentransporte zu reduzieren, fördert die EU diese Transporte  noch. 2005 hatte die Kommission zusagt, diesen Subventionen bis Ende 2013 ein Ende zu setzen. Heute ist klar, dass sie dieses Versprechen nicht halten wird.

Die Kommission verliert ihre Glaubwürdigkeit als Hüterin der EU – Verträge. Um die selbstgesetzten Ziele zu erfüllen, sollte die Kommission Gesetzesentwürfe vorlegen die,

  • allen Exportsubventionen für lebende Tiere ein Ende setzen

  • Langstreckentransporte von zur Schlachtung bestimmten Tieren verbieten

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Das vierminütige Video zu den Beobachtungen im Libanon zeigt die Grausamkeiten, denen die Tiere Tag für Tag ausgesetzt sind. Bitte beachten Sie, dass das Video sehr brutale Szenen enthält.

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Animals‘ Angels Lebanon Investigation (2012) 
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Grausame Tiertransporte aus der EU

 

Gruß Hubert

Kleve – Kätzchen mit Armbrustpfeil getötet   3 comments

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Es ist kaum zu glauben, wie krank und sadistisch manche Menschen sein müssen um Tieren so ein Leid anzutun und sie absichtlich töten wollen. Was mich aber besonders ärgert ist der Umstand, dass die Rechtssprechung Tiere als Sachen sieht und die Strafe, wenn man solcher Monster habhaft werden kann, lächerlich gering ist und null abschreckende Wirkung hat. Was ja der Sinn einer Strafe sein muss. Am besten wäre es wohl die Sache selbst in die Hand zu nehmen, wenn man den Täter kennen würde. Man muss sich wieder einmal schämen der Dornenkrone der Schöpfung anzugehören.

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©  privat In der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere wurde vergebens versucht, das Leben der Katze zu retten.

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In Kleve hatte ein Anwohner das Haustier unter seinem Auto entdeckt: Im Körper der Katze steckte ein Pfeil. Eine Notoperation half nicht mehr.

Die Dunkelheit war bereits über Kleve hereingebrochen als der Mann eine Katze entdeckte, die sich unter seinem Auto versteckte. Das Tier versuchte wegzulaufen, kam aber nicht von der Stelle. Denn in der Katze steckte ein Pfeil. Wie lange schon, das weiß niemand.

Der Klever, der an der Dehlerstraße wohnt, rief direkt Ralf Seeger an. Der 53-Jährige ehemalige erfolgreiche Kampfsportler ist seit Jahren ein engagierter Tierschützer. Er wohnt in Kranenburg und kam mitten in der Nacht in der Dehlerstraße an. „Das Tier hatte unendliche Schmerzen. Mit einer Armbrust wurde der 16 Zentimeter lange Pfeil abgeschossen“, wusste Seeger schon vor Ort. Ein paar Minuten später erreichte er die Tierklinik am Forstgarten. Nach einer Röntgenaufnahme wurde ein Ultraschall gemacht und eine Not-Operation eingeleitet, die nicht mehr half. Das Tier musste eingeschläfert werden. Tierärztin Dr. Anne Kleideiter sagte: „Wer so etwas tut, muss krank sein. Die Hauptschlagader wurde getroffen. Das Tier ist verblutet.“

Die Katze war gut gepflegt und genährt. Nach Ansicht der Ärztin hatte sie ein Zuhause. Noch in der Praxis wurde recherchiert, mit welcher Armbrust geschossen wurde. Es handelt sich um eine Pistolenarmbrust, die dem Waffengesetz unterliegt. Jetzt wurde ermittelt, wem die Katze gehört. Einer Familie, die auf der Triftstraße wohnt, ganz in der Nähe der Dehlerstraße. Jasmin (57) und Hans (57) Abels waren geschockt, als sie erfuhren, was mit ihrer ihrem „Puma“ passiert ist. „Er wurde bestialisch abgeschossen. Wir sind unendlich traurig“, sagt die 57-Jährige. Mehr als acht Jahre gehörte Puma zu den Abels, jetzt bleibt ihnen nur noch ihre Kater „Bruce“. Doch auch der war bereits von einem Armbrustpfeil verletzt worden. Im April war Bruce mit einem Loch in der Pfote nach Hause gekommen. Tage später fand Hans Abel dann das Geschoss unter einer Hecke. Es war dieselbe Pfeilsorte, mit der jetzt „Puma“ erlegt wurde.

Hans Abels hat Anzeige bei der Polizei Anzeige erstattet. Die bestätigte Polizeisprecher Michael Ermers:

„Es handelt sich bei Tieren um eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und um eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz.“

Ralf Seeger war noch lange nach dem Vorfall völlig aufgewühlt. „Das hat mich mitgenommen. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen.“ Der 53-Jährige will unbedingt den Täter finden.

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Kleve – Kätzchen mit Armbrustpfeil getötet

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Gruß Hubert

 

Burkini-Verbot   1 comment

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Ein guter und lesenswerter Beitrag bei t-online.de zum Thema Burkinis, finde ich. Ich bin gegen jede Art von demonstraiver Zurschaustellung von Religion und von Missbrauch angeblicher „Religionsfreiheit“.

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Ich soll mich über Burkinis freuen – dein Ernst!?

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26.08.2016, 17:17 Uhr | Ein Kommentar von Anne Jäger, t-online.de

Burkini-Verbot: Ich soll mich über Burkinis freuen - dein Ernst!?. Momentaufnahme in Südfrankreich: Eine Frau trägt zum Baden im Meer einen Burkini. (Quelle: dpa)

Momentaufnahme in Südfrankreich: Eine Frau trägt zum Baden im Meer einen Burkini. (Quelle: dpa)

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Gestern schrieb mein geschätzter Kollege Christian Kreutzer einen Kommentar zu dem Burkini-Verbot an einigen französischen Stränden und der Durchsetzung des neuen Gesetzes in Nizza. Er schrieb, wir sollten uns darüber freuen, dass es Frauen gibt, die sich trotz ihres strengen Glaubens im Burkini an einen öffentlichen Strand wagen – schließlich wären sie moderner als die Frauen, deren Fußfesseln nur von der Küche ins Bett reichen (salopp ausgedrückt). Dem muss ich widersprechen: Ich kann mich nicht aufgrund des kleineren Übels erheitern.

Mein Kollege schreibt, die Burkini-Trägerinnen würden sich an den Strand wagen, obwohl dort halb nackt Bekleidete baden und dieser Anblick für sie verboten sei. Sich über diesen minimalen Schritt aus dem konservativen Islam zu freuen, wäre, als würde ich mich darüber freuen, dass ein Nazi einen Döner bestellt – obwohl in dem Restaurant Ausländer sind. Oder ein homophober Erzkatholik trotz Christopher Street Day in der Kölner Innenstadt einkaufen geht – obwohl dort Schwule und Lesben unterwegs sind.

Seine Argumentation impliziert, dass es im westlichen Frankreich noch immer zu viele Frauen gibt, die extrem unterdrückt werden. Sie zeigt, dass die Integration dort teilweise gescheitert ist. Ein Grund zur Freude? Nein!

Sexismus gegenüber Frauen und Männern

Der Burkini ist – genauso wie die Burka oder auch nur ein Kopftuch – ein Symbol des Sexismus in beide Richtungen. Er unterstellt Frauen, die sich nicht verhüllen, sie seien auf sexuelle Kontakte aus und zu schwach, um sich zu wehren. Und ebenso unterstellt er Männern, sie seien wie wilde Tiere, die nicht gegen ein sexuelles Verlangen ankämpfen könnten, sobald Frau sie lockt.

Mein Kollege schreibt in seinem Kommentar, ein Burkini sei keine Provokation. Ich glaube auch, dass seine Trägerinnen ihn nicht mit dieser Intention anziehen. Aber mein Kollege vergisst, dass man nicht nur Widerstand oder Rassismus provozieren kann, sondern auch Angst. Provokation bedeutet nämlich zunächst nur, dass eine Reaktion ausgelöst wird. Herr Sarkozy mag den Burkini vielleicht als Provokation zu salafistischen Praktiken sehen, aber der Burkini fördert meiner Meinung nach vor allem Angst und Unwohlsein in der Bevölkerung. In dem Kommentar steht nonchalant, dass Frankreich nach den Anschlägen „nicht mehr richtig tickt“ – ich will helfen, dieses Unwohlsein zu verstehen.

Meine Kleidung, meine Entscheidung!

Am Wochenende gehe ich oft aus – dank des Kampfes früherer Generationen um Freiheit und Selbstbestimmung darf ich mich nach meinem Belieben anziehen und muss keiner Vorschrift gerecht werden. Wenn ich einen Minirock anziehe, weil ich ihn schön finde, darf ich das. Ein Algerier hat mir gesagt, ich gehöre gesteinigt – das ist ein ärgerlicher Einzelfall. Kann ich verdrängen. Wenn ich aber häufiger von Arabern die Aufforderung zum Sex hinterhergerufen bekomme, blöd angemacht und beleidigt werde, macht mir das Angst. Angst, das, wofür die früheren Generationen gekämpft haben, zu verlieren. Angst, ich müsse mir in Zukunft genau überlegen, ob ich züchtig genug angezogen bin, um fremde Kulturen im eigenen Land nicht zu verschrecken – ganz zu schweigen von körperlicher Gewalt. Ich denke, die Mehrheit der Franzosen hat keine Angst, dass unter dem Burkini ein Sprengstoffgürtel stecken könnte, sie hat Angst, dass ihre freie Art des Lebens und Lebenlassens endet.

Die westliche Welt ist stolz darauf, andere Denk- und Lebensweisen zu tolerieren und zu respektieren. Du darfst hier – solange es gesetzeskonform ist – machen und tun, was du willst. Das gilt nicht nur für Anhänger verschiedener Religionen – das gilt auch für Frauen! Religionsfreiheit versus Gleichberechtigung. Ein Burkini stellt demnach ein moralisches Dilemma dar, das es zu bewältigen gilt. Aber Freude meinerseits bleibt aus.

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Burkini-Verbot

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Gruß Hubert

 

Das „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt   1 comment

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Tierschutzgesetze zählen nicht, wenn es um die Ware Fleisch geht. Da interessiert es nicht mehr, dass es ein Tier ist, das auch Bedürfnisse hat und fühlt was mit ihm gemacht wird. Die Schweine spüren am besten am eigenen Leib was Kapitalismus bedeutet und dass es keine Sau interessiert wie es ihnen geht. Sie werden in tierquälerischen Kastenständen gehalten, deren eh schon viel zu knapp bemessenes Mindestmaß noch unterschritten wird. Aber das Veterinäramt ist genervt! Können denn diese Tierschützer nicht das Maul halten?… – die sollen nicht stören beim Profite machen. Sind ja eh nur Schweine, nicht? Die Politik macht illegale Tierhaltung legal, segnet alles ab.

 

Hier ein Bericht von Kontraste – ARD, vom 25.08.2016.

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Massentierhaltung im „Schweinehochhaus“ Amtlich verordnete Tierquälerei?

Wie ein Schwein gehalten werden darf, das ist bundesweit amtlich geregelt: im aktuellen „Handbuch Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen“. Verfasst im Jahr 2012 auf Initiative der Landwirtschaftsminister, verstößt es jedoch grundlegend gegen das Tierschutzgesetz. Da wundert es wenig, dass Tierschützer im so genannten „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt immer wieder auf unhaltbare Zustände stoßen: Tierquälerei mit amtlichem Siegel.

Anmoderation: Eine Zuchtsau in der Massentierhaltung: Haben Sie eine Vorstellung, wie viele Ferkel so eine Sau pro Jahr in unseren Tierfabriken zur Welt bringt? Es sind – 180! Fernab in ländlichen Gebieten wird künstlich besamt, gemästet und geschlachtet, was der Markt verlangt. Der Konsum, er boomt, es geht nicht mehr um Tiere, sondern nur noch um die Ware Fleisch. Tierschutzgesetze, sie stören meist.  Axel Svehla und Diana Kulozik zeigen Ihnen, wie es die Politik den Schweinemästern leicht macht, solche Gesetze zu umgehen.- Scheinbar ganz legal.

 

Dies ist ein Hochhaus. Erbaut in den 60er Jahren in Maasdorf, Sachsen-Anhalt. Aber was ist das? Ein Bunker, ein Gefängnis? Die Anwohner nennen den einmaligen Bau: Schweinehochhaus. Auf 6 Etagen werden hier 500 Sauen und ihre Ferkel gehalten.

Der Betreiber: die JSR Hybrid. Das Ziel des Unternehmens: Making pork more profitable.

Was das heißt, haben Tierschützer dokumentiert. Hier wird Zuchtsauen ausgetrieben, was ihre Umwandlung zur Gebärmaschine stört: freie Bewegung, artgerechtes Verhalten in der Gruppe. Circa 180 Ferkel werden einer Zuchtsau in 4 Jahren abgepresst, danach wird sie geschlachtet. Weit verbreitet wie hier im Schweinehochhaus: nur 70 cm breite, sogenannte Kastenstände: Käfige wäre wohl zutreffender. Hinlegen und ausstrecken kann sich das Tier nicht. Es ist zu groß, hochgezüchtet auf über 90 cm, die sogenannte Risthöhe.

Wir suchen Kontakt zum Betreiber des Schweinehochhauses, um die Aufnahmen aus seinem Betrieb zu überprüfen. Doch statt ein Interview zu ermöglichen, werden wir beobachtet, wird die Polizei alarmiert.

Polizei

„Nicht erschrecken, hier ist nur die Polizei“

Kontraste

„Machen wir überhaupt nicht.“

Und wir werden vom Eingangstor vertrieben.

Person

„Ab, runter hier!“

Hier ist angeblich alles in Ordnung.

Kontraste

 „Also es gibt hier keine einzige Sau, die mit einer Risthöhe von 90 in ’nem 70er Kasten ist?“

Person

„Ne.“

Kontraste

„Sind Sie sicher?“

Person

„Ja, Da bin ich sicher.“

Was sagt die Kontrollbehörde, das zuständige Veterinäramt dazu? Sie müsste etwas wissen, denn die Zustände im Schweinehochhaus waren von Tierschützern wiederholt kritisiert worden. Die vorletzte Kontrolle fand  am 18. Mai  dieses Jahres  statt. War etwas zu beanstanden? Ein Interview gibt es nicht. Schriftlich wird mitgeteilt:

Zitat Veterinäramt Köthen

Der Betrieb erfüllt die geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen (…) Es wird kein Bedarf gesehen, das Thema zum zigsten Mal aufzugreifen.

Das Veterinäramt ist genervt. Von Leute wie ihm, Jan Peifer, Tierschützer. Er hat die Zustände im Schweinehochhaus in kurzen Abständen dokumentiert und Anzeige erstattet. Die Ermittlungen wurden eingestellt, „den Tieren seien keine erheblichen Leiden zugefügt“ worden – meint die Staatsanwaltschaft. Der Aktivist ist empört.

Jan Peifer, Deutsches Tierschutzbüro e.V.

„Man hat hier argumentiert, dass eben diese Missstände behoben seien und dass es gar nicht so schlimm sei. Für die Tiere, die da drin sind ist es eine Hölle, das muss man mal ganz klar sagen.“

Alles Rechtens behaupten die Schweinemäster, wenn gegen ihre Anlagen protestiert wird. Selbst gegen die viel zu engen Kastenstände von 70 cm sei nichts einzuwenden, denn die seien schließlich erlaubt.

Erstaunlicherweise stimmt das. Das  Handbuch “ Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen“ dient Veterinärämtern und Mastbetreibern als Richtlinie. Es gilt noch in den meisten Bundesländern. Dort heißt es:

Zitat:

„Von der Erfüllung der Anforderung kann (…) ausgegangen werden, wenn Kastenstände (…) mindestens wie folgt beschaffen sind: Für Sauen ….200 X 70 cm.“

So wird der 70 cm breite Kastenstand in der Praxis zur gängigen Norm. Die Verfasser des Handbuchs, beauftragt von den Agrarministern der Länder, ermöglichten damit aber einen ständigen Bruch geltenden Rechts. Denn in der übergeordneten Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung ist festgelegt:

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung § 24 Abs. 4 Nr.2:

„Kastenstände müssen so beschaffen sein, dass jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen, sowie in Kopf – und Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann.“

Die Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt ist erst seit 3  Monaten im  Amt. Die Bilder aus dem Schweinehochhaus überraschen sie.

Hier weiterlesen:

Das „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt

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Gruß Hubert