Archiv für August 2018

Tierheim als letzte Station vermeiden   Leave a comment

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So wie im Tierheim Salzburg geht es mehr oder weniger in allen Tierheimen zu. Sie sind übervoll, weil sich Menschen nicht genug überlegen ob sie für ein Tier IMMER da sein wollen.

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Die Tierheime in Salzburg sind derzeit übervoll mit Hunden und Katzen, die keiner mehr haben will. Nach Ostern kommen meist noch viele Kaninchen dazu. Ein hartes Los für die Vierbeiner, das sich oft vermeiden ließe.

 

Hund hinter Zaun

Karin Jähne – Fotolia.com

Hund im Tierheim.

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„Es ist wirklich ein Drama, was da passiert und wie Tiere einfach vergessen oder entsorgt werden, wenn man sie nicht mehr brauchen kann. Es gibt Tiere, die werden bei uns in Plastiksackerln oder Kartons in der Nacht über den Zaun gehängt“, sagt Jürgen Faulmann. Er ist Tierpfleger im Tierheim und Gnadenhof der Pfotenhilfe in Lochen.

Und oft machen sich Tierbesitzer nicht einmal mehr die Mühe, den lästig gewordenen Hund ins Tierheim zu bringen. „Letztens hatten wir den Fall, dass auf einem Einkaufsparkplatz ein Hund einfach am Rückspiegel eines Autos angehängt wurde. Die Autobesitzerin konnte es erst gar nicht glauben und hat uns dann angerufen und verständigt“, schidlert Faulmann.

 

Tierheim des Tierschutzvereins in Salzburg-Maxglan

ORF

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Tiere vier Tage allein in Wohnung gelassen

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Am Parkplatz entsorgt oder ganz einfach sich selbst überlassen: „Zuletzt in der Stadt Salzburg hat eine Hausmeisterin einen Hund in einer Wohnung bellen gehört, hat angeklopft, aber niemand hat geöffnet. Dann hat sie einen Verwandten angerufen und der hat ihr erklärt, dass die Besitzerin ja bereits seit vier Tagen im Krankenhaus sei. Wir haben dann nach vier Tagen einen Hund, eine Katze und auch Fische völlig unversorgt in der Wohnung gefunden. Der Hund hat es sich offensichtlich die ganze Zeit zurückgehalten und erst einmal zwei Minuten nur gepinkelt, als ich mit ihm rausgegangen bin.“

 

Auch dieses Kaninchen wurde ins Landestierheim gebracht

Landestierschutzverien Stmk./Rosemarie Lichtenegger

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„Sollte um Bedürfnisse der Tiere gehen“

Schuld an den vielen ausgesetzten Tieren sei meist der pure Egoismus, sagt Tierpfleger Jürgen Faulmann. Tiere werden ohne zu überlegen angeschafft, nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen.

„Das ist ja keine Ware oder ein Spielzeug, das ich einfach in die Ecke stellen kann, wenn es mich nicht mehr interessiert. Da muss ich mich immer drum kümmern. Und wenn ich mich dafür entschieden habe, dann macht das natürlich Arbeit. Und es ist vielleicht auch immer nicht ganz einfach, aber das muss man vorher bedenken. Wenn das nicht der Fall ist, landen die Tiere dann oft im Tierheim oder werden irgendwo ausgesetzt.“

Drum: vohrer das Hirn einschalten und auch wenn junge Hunde und Katzen noch so lieb sind drüber nachdenken: „Was kann ich dem Tier bieten? Was sind die Bedürfnisse des Tieres? Habe ich genug Zeit für das Tier? Und erst wenn das alles geklärt ist, dann sollte ich mich für ein Tier entscheiden.“

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Tierheim als letzte Station vermeiden

Streit um Füchse in Rheinböllen   Leave a comment

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Füchse zur Abrichtung von Jagdhunden zu benutzen ist höchst tierquälerisch und pervers. Artgenossen sollen dazu dienen, damit Jäger abgerichtete Hunde erhalten.

 

„Durch einen Facebook-Post wurden die Tierschützer auf den Tierpark Rheinböllen aufmerksam gemacht. Ein Jäger hatte gepostet, dass Schliefenfüchse in Rheinböllen untergebracht seien. Daraufhin recherchierte das Team vor Ort und fand heraus, dass zwei der vier im Park gehaltenen Füchse Eigentum des Deutschen Jagdterrier-Clubs seien. Laut Pressemitteilung würden diese Füchse für etwa vier Wochen im Jahr in eine Schliefanlage nach Simmern gebracht, um dort für die Abrichtung von Jagdhunden zu dienen. „

Zwei Schlieferfüchse sollen im Hochwildschutzpark gehalten und für die Abrichtung von Jagdhunden genutzt werden. Das sorgt für harte Kritik vonseiten des Aktionsbündnisses Fuchs.

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Vier Füchse werden derzeit im Tierpark in Rheinböllen gehalten.

Vier Füchse werden derzeit im Tierpark in Rheinböllen gehalten. Foto: Daniel Peller

KREIS BAD KREUZNACH/RHEINBÖLLEN – (lep). Im Hochwildschutzpark Rheinböllen werden offenbar zwei der vier Füchse als Trainingstiere zur Abrichtung von Jagdhunden benutzt. Bei der Abrichtung werden in einer sogenannten Schliefanlage Jagdhunde darauf getrimmt, Füchse aus ihrem Bau zu locken, damit der Jäger diese schießen kann. Die Schliefanlage simuliert den Bau eines Fuchses, in den der Hund dann hineingeführt wird und die Fährte des darin befindlichen Fuchses verfolgen muss.

Das Aktionsbündnis Fuchs, ein Zusammenschluss von über 50 Tierschutzorganisationen, hat sich zum Ziel gesetzt, die Fuchsjagd abzuschaffen. Durch einen Facebook-Post wurden die Tierschützer auf den Tierpark Rheinböllen aufmerksam gemacht. Ein Jäger hatte gepostet, dass Schliefenfüchse in Rheinböllen untergebracht seien. Daraufhin recherchierte das Team vor Ort und fand heraus, dass zwei der vier im Park gehaltenen Füchse Eigentum des Deutschen Jagdterrier-Clubs seien. Laut Pressemitteilung würden diese Füchse für etwa vier Wochen im Jahr in eine Schliefanlage nach Simmern gebracht, um dort für die Abrichtung von Jagdhunden zu dienen.

 

Abrichtung laut Gutachten „hochgradig tierquälerisch“

Mitinitiator Lovis Kauertz sagte der AZ, nicht die Unterbringung der Füchse im Park an sich sei das Problem, sondern die Unterstützung des Parks für diese „tierschutzwidrige Maßnahme“ – dies sei ein „falsches Signal“. In veterinärmedizinischen Gutachten sei die Abrichtung der Jagdhunde auf Füchse als „hochgradig tierquälerisch“ bewertet worden.

Bei dem Besuch im Tierpark seien den Tierschützern diese beiden Füchse als scheu, mager und verängstigt aufgefallen. Wie Kauertz der AZ bestätigte, wurde der Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis, Marlon Bröhr, aufgefordert, die Schliefanlage zu schließen. Eine Reaktion gab es offenbar noch nicht.

Brisanter Beigeschmack: Bei der Ortsbegehung durch die Tierschützer drohte ihnen ein Mitarbeiter nach eigenen Angaben mit rechtlichen Schritten, sollte eine Verbindung zwischen Terrier-Club und Tierpark „konstruiert“ werden.

Hier weiterlesen:

Streit um Füchse in Rheinböllen

 

 

Purple Schulz – Sehnsucht   Leave a comment

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Purple Schulz – Sehnsucht

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Songtext

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Regen fällt, kalter Wind
Himmel grau, Frau schlägt Kind
Keine Nerven und so allein
Das Paradies kann das nicht sein.
Männer taumeln müd‘ nach Haus
Die kalte Seele fliegt hinaus
Kind muß weinen, Kind muß schrei’n
Schrei’n macht müde und Kind schläft ein
Ich hab‘ Heimweh
Fernweh? Sehnsucht
Ich weiß nicht, was es ist
Keine Sterne in der Nacht
Kleines Kind ist aufgewacht
Kind fragt, wo die Sterne sind
Ach was weiß denn – ich mein Kind.
Ist der große schiefe Mond

Eigentlich von wem bewohnt
Warum ist der Himmel leer
Ist da oben keiner mehr? Ich hab Sehnsucht
Ich will nur weg
Ganz weit weg
Ich will raus! Warum hast Du mich gebor’n
Bevor ich da war, war ich schon verlor’n
Land der Henker, Niemandsland
Das Paradies ist abgebrannt
Ich hab‘ Heimweh
Fernweh? Sehnsucht
Ich weiß nicht, was es ist
Ich will nur weg
Ganz weit weg

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Ich will raus! Text: Purple Schulz (1984) Patric Wust

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https://www.songtexte.com/songtext/purple-schulz-und-die-neue-heimat/sehnsucht-139d55b9.html

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 28. August 2018 von hubert wenzl in Musik, Uncategorized

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Solange es so viele leidende Menschen gibt …..   Leave a comment

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Die Aussage, dass man zuerst Menschen helfen soll bevor man Tieren hilft oder für sie spendet, hört man oft. Wenn es nach dem ginge, dann könnte man Tieren NIE helfen, denn es gäbe Immer etwas für Menschen zu tun. Meist kommt die Aussage von Menschen die auch für Menschen nichts tun. Oder die Aussage für Tierschutzvereine würde sonst schon so viel getan. Da kann ich nur sagen: null Ahnung und reden ohne etwas zu wissen.

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Von Helmut F. Kaplan – Philosoph und Autor

Solange es so viele leidende Menschen gibt …

Helmut F. Kaplan

Solange es so viele leidende Menschen gibt, ist es unverantwortlich, Zeit und Energie für Tiere zu investieren – die Menschen kommen zuerst! So lautet eine häufige Kritik an Tierrechtlern und Tierschützern. Nun, diejenigen, die so reden, zeigen tatsächlich zunächst einmal eines: daß SIE NICHT zu jenen gehören, denen die Menschen wirklich am Herzen liegen. Denn wer sich wirklich um Menschen kümmert, dem sind auch die Tiere ein Anliegen, und wer sich wirklich um Tiere kümmert, dem sind auch die Menschen ein Anliegen.

Einen anschaulichen Beleg hierfür liefert ein einfacher Test: Man frage jene, die das Menschen-zuerst-Argument propagieren, welches Engagement für Menschen ihnen denn keine Zeit mehr für Tiere lasse. Verlegene Ausflüchte werden die Folge sein! Tatsache ist nämlich: Wer helfen will, hilft, ohne lange zu fragen, wem er zuerst helfen sollte, und wer nicht helfen will, der hilft eben nicht – und beruft sich dabei auf dubiose Prioritäten. “Die Menschen kommen zuerst” ist in aller Regel ein Vorwand dafür, um weder für Tiere noch für Menschen etwas zu tun.

Andererseits ist in der konkreten Praxis im gesamten Bereich gemeinnütziger Tätigkeiten Aufgabenteilung sinnvoll und notwendig. Und deshalb ist auch absolut nichts dagegen einzuwenden, daß sich manche Menschen auf das Wohl von Tieren konzentrieren. Einer Museumsgesellschaft wird ja auch nicht, wie Gotthard M. Teutsch treffend feststellt, vorgeworfen, sich nur um alte Kunst und nicht auch um alte Menschen zu kümmern!

Erfreulicherweise gibt es aber im Alltag genügend Gelegenheit, unabhängig von seiner “Hauptzielgruppe” für Menschen UND Tiere etwas zu tun. So wird etwa niemand durch sein Engagement für Menschen daran gehindert, keine Tiere zu essen, also vegan zu leben!

Und wozu führen ethische Überlegungen in bezug auf die Frage, wem wir “zuerst” helfen sollten? Zunächst einmal zur Erkenntnis: Absolute Prioritätensetzungen sind unsinnig. So würde etwa aus der Verabsolutierung der Regel “Überleben ist wichtiger als Gleichberechtigung” folgen, daß wir uns um die Gleichberechtigung von Frauen erst kümmern dürften, wenn es keine vom Tode bedrohten Menschen mehr gibt. Und aus der Regel “Überleben ist wichtiger als Wohnen” folgte, daß wir uns um Obdachlose erst kümmern dürften, wenn keine Menschen mehr zu verhungern drohen.

Selbst plausible Prioritätensetzungen verlieren also durch Verabsolutierung ihre Sinnhaftigkeit. Und Prioritätensetzungen, die von vornherein fragwürdig sind, werden durch Verabsolutierung noch unsinniger. “Die Menschen kommen zuerst” ist eine solche von vornherein unsinnige Forderung! Warum? Weil sie eine unbestreitbare Tatsache verleugnet: Es gibt Mißstände, die schwerstes tierliches Leiden involvieren, und Mißstände, die nur vergleichsweise harmloses menschliches Leiden involvieren.

Schwerstes Leiden WENIGER ernstzunehmen als vergleichsweise harmloses Leiden, ist offenkundig irrational und ungerecht. Exakt dies fordern aber die Menschen-zuerst-Befürworter: Die Menschen sollen IMMER Vorrang vor Tieren haben – egal, wie schrecklich die Qualen von Tieren und wie harmlos das Unbehagen von Menschen auch immer sein mögen! Mehr noch: Gemäß der Menschen-zuerst-Position brauchen wir uns die Lebensbedingungen von Tieren nicht einmal ANZUSEHEN, solange es noch irgendwelche Widrigkeiten für Menschen gibt. Denn: Die Menschen kommen sowieso zuerst!

Damit wird quasi die Irrationalitätsschraube noch einmal angezogen – und gleichzeitig jegliche Möglichkeit, die Fehlerhaftigkeit unseres Vorurteils zu erkennen, ausgeschaltet: Fakten, die man ignoriert, können einen nicht verunsichern.

So bedauerlich das Übermaß an Leiden auf Erden ist und so verwirrend die Antworten auf die Frage, wie wir ihm begegnen sollten, zuweilen auch sein mögen – eines ist immerhin sicher: Die Menschen-zuerst-Forderung führt heillos in die Irre, weil sie Fakten verleugnet und Irrationalität und Ungerechtigkeit zur Regel macht: Selbst größtes tierliches Leiden zählt nichts im Vergleich zu kleinstem menschlichen Leiden; selbst lebenslanges tierliches Martyrium zählt nichts im Vergleich zu kurzem menschlichem Unbehagen. “Die Menschen kommen zuerst” ist eine intellektuelle und moralische Bankrotterklärung.

Wer meine Tierrechtsarbeit unterstützen will: https://www.paypal.me/helmutkaplan

Zur Person: https://tierrechte-kaplan.de/biografie/

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Solange es so viele leidende Menschen gibt …..

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Gruß Hubert

 

„Die Chemieindustrie lügt“   1 comment

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Ich glaube jedenfalls André Leu, einem Experten für nachhaltige Landwirtschaft, mehr als der Chemieindustrie oder Bauernvertretern, die beide wirtschaftliche Interessen haben und denen es um Maximalgewinn geht.

Hier ein Interview mit André Leu.

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Interview André Leu © André Leu/privat
André Leu plädiert für ökologische, also pestizidfreie Landwirtschaft. © André Leu/privat
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INTERVIEW: Zehn Jahre lang recherchierte André Leu über Pestizide. Er fand heraus: Zahlreiche wissenschaftliche Studien bringen den Einsatz der Ackergifte mit dem Anstieg von Krankheiten in Verbindung. Wir wollten wissen, was dran ist. Bernward Geier

Schon der Titel seines im Februar erschienenen Buchs spricht Bände: „Die Pestizidlüge – Wie die Industrie die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel setzt.“ Der Agrarexperte André Leu möchte darin die Mythen der Agrarindustrie um Glyphosat & Co. widerlegen. Er sagt, wenn es um Pestizide gehe, arbeiten Agrar-
industrie und Chemielobby seit Jahrzehnten mit geschönten Daten. Die Grenzwerte etwa, ab wann Pestizide verboten seien, richten sich stets nach gesunden Erwachsenen. Dass Kinder massiv gefährdet seien, werde verschwiegen. Wir reden mit ihm über sein Anliegen.

Herr Leu, was hat Sie motiviert, ein Buch über die Gefährlichkeit von Pestiziden zu schreiben?

Uns wird erzählt, die Menge an Pestizidrückständen in Lebensmitteln seien unbedenklich und sicher. Es gäbe deshalb keinen Grund, Bio-Lebensmittel nachzufragen. Ich wollte prüfen, ob das stimmt. Dank meines Universitätsabschlusses in Kommunikation verstehe ich wissenschaftliche Veröffentlichungen und kann sie in gut verständliche Alltagssprache übersetzen. So kann jeder in meinem Buch nachlesen, wie Pestizide unsere Gesundheit – und insbesondere die unserer Kinder – beeinträchtigen können.

Eine Kernaussage ist, dass die globalen Agrarchemie-Unternehmen  Fakten manipulieren, wenn nicht sogar fälschen. Wie meinen Sie das?

Durch den Einfluss der Lobbyisten auf die Gesetzgebung schützen Regierungen die Interessen der Industrie mehr, als die der Öffentlichkeit. Ein klassisches Beispiel von massivem Interessenskonflikt ist die sogenannte Drehtür: Dabei besetzen ehemalige Topmanager einflussreiche Positionen in der Politik und umgekehrt. So kontrollieren die Füchse das Hühnerhaus! Ex-Manager der Agrarchemieindustrie schreiben Gesetzestexte zu Pestiziden, die ihr früherer Arbeitgeber entwickelt hat. Und in den Fachausschüssen, die die Rückstandsmengen giftiger Chemikalien in unseren Lebensmitteln festlegen, sitzen Wissenschaftler, die Forschungsgelder der Pestizidindustrie erhalten.

Wie sollten die Höchstwerte von Pestizidrückständen in Lebensmitteln festgelegt werden?

Für die Gesetzgebung dürften nur Studien unabhängiger Wissenschaftler nach dem Goldstandard berücksichtigt werden, die in anerkannten Wissenschaftsmagazinen veröffentlicht wurden. In den Gremien würden unabhängige Experten entscheiden, die keine finanziellen oder anderen Interessenskonflikte mit der Pestizidindustrie hätten. Und alle Prozesse müssten transparent und der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Mittlerweile hat ja praktisch jeder Mensch Glyphosat im Körper …

… mit ernsten, teils tödlichen Folgen. Glyphosat durchdringt sogar die Plazenta und kann die embryonale Entwicklung direkt beeinflussen. Föten und Neugeborene verfügen nicht über Enzyme wie Erwachsene, um Gifte abzubauen. Die Umweltorganisation Environmental Working Group hat im Nabelschnurblut von Babys bis zu 232 Chemikalien nachgewiesen. Pestizide können massiv den Hormonhaushalt verändern. Das ist kritisch für die normale Entwicklung bis hin zur Pubertät. Kinder im Wachstum brauchen, um sich normal zu entwickeln, kleine Dosen spezieller Hormone zu bestimmten Zeiten. Selbst kleinste Pestizidmengen können diese Prozesse massiv stören.

Sie warnen vor „synergistischen und metabolischen Effekten“ bei Pestiziden. Was meinen Sie damit?

Die Kombinationen von Pestiziden und ihren Abbauprodukten können bis zu tausend Mal giftiger sein als ein einzelner chemischer Wirkstoff!

Sie fordern eine pestizidfreie Landwirtschaft. Ist das nicht eine Illusion?

Nein, das ist absolut realistisch. Die Pestizidindustrie behauptet, wir könnten ohne Pestizide nicht genug Lebensmittel für die Menschheit produzieren, und müssten deshalb Rückstände akzeptieren. Das stimmt nicht. Gute biologische Landbausysteme erbringen gleiche und in armen Ländern mit geringem Produktionsniveau sogar höhere Erträge. Ganz zu schweigen vom Nutzen für Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit: etwa die wachsende Biodiversität, eine Abmilderung der Klimakatastrophe etc.

Wie kann sich jeder selbst vor Pestizid-Rückständen schützen?

Die gute Nachricht ist: Pestizide lassen sich vermeiden, indem man sich konsequent mit biologischen Lebensmitteln ernährt. Die meisten Pestizidrückstände kommen nämlich via Lebensmittel in unseren Körper. Nahrungsmittel zu waschen und zu schälen, hilft so gut wie nichts, denn die meisten Pestizide befinden sich in den Lebensmitteln.

3000 Exemplare Ihres Buchs gehen kostenlos an Kinderärzte, Hebammen und Kinderkrankenschwestern … 

Dass 3000 Experten für Gesundheit und Ernährung im Kindesalter mein Buch lesen können, darüber bin ich sehr froh. Nicht zuletzt habe ich es geschrieben, um gerade diese Berufsgruppen zu erreichen und darüber aufzuklären, wie gefährlich selbst kleinste Mengen an Pestiziden in unseren Lebensmitteln sind. Ich hoffe, immer mehr Menschen wird das bewusst und immer mehr Eltern erkennen, dass es für ihre Kinder am besten ist, biologische Lebensmittel zu essen.   

Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?

Kindern konventionelle, pestizidbelastete Lebensmittel zum Essen zu geben, ist unverantwortlich. Die meisten Pestizidrückstände gelangen über diesen Weg in den Körper. Obst und Gemüse zu waschen und zu schälen, hilft so gut wie nichts. Die meisten dieser Gifte befinden sich in den Lebensmitteln drinnen. Kaufen Sie Bio-Lebensmittel und verzichten Sie auf Pestizide in Haus und Garten! So können wir den Verlust von Lebensräumen, das massive Artensterben und den Klimawandel bremsen und uns allen eine gesunde Zukunft bescheren. Echte, positive Veränderungen werden von der Bevölkerung in Gang gesetzt. Wir können zu dieser Veränderung beitragen. Das sind wir unseren Kindern und unserer Zukunft schuldig.

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Veröffentlicht 26. August 2018 von hubert wenzl in Umwelt, Uncategorized

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„Wie reagieren Tiere, die in den Schlachthof gebracht werden?   2 comments

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Ich kann mir leicht vorstellen welche Ängste Tiere haben, die in den Schlachthof gebracht werden. Wenn auch nicht so facettenreich, wie hier von einer Tierärztin beschrieben.

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Textquelle: Nicole Tschierse (Tierärztin)

Bisher habe ich noch nicht ein Schwein oder Rind gesehen, das gleichgültig oder ruhig gewesen wäre, als es angeliefert wurde.
Sie haben Angst. Alle.

Bei sehr jungen Schweinen kann es vorkommen, dass sie nach einer gewissen anfänglichen Furchtsamkeit anfangen, herumzutollen. Vielleicht, weil sie zum ersten Mal in ihrem Leben etwas Platz dazu haben, wenn sie in einer etwas größeren Wartebucht landen.

Die Tiere haben zu diesem Zeitpunkt einen mehr oder weniger langen, sicher nicht komfortablen Transport hinter sich. Davor waren sie einige Zeit, viele ihr ganzes bisheriges Leben, etliche mehrere Jahre lang, meist stark bewegungseingeschränkt am selben Ort.

Bei der Anlieferung am Schlachthof kommen sie in eine fremde Umgebung mit fremden Tieren, Menschen, Geräuschen und Gerüchen.
Genauer gesagt: Während des Schlachtens herrscht ein ohrenbetäubender Lärm, allein schon durch die Maschinen. Dazu kommt noch das Gebrüll der Arbeiter und Tiere.

Es riecht nach Blut, vor allem aber nach Exkrementen, Darmgasen und dem Rest der stinkenden Eingeweide, die zum Teil trotz Kühlung in Verwesung übergegangen sind und auf die Abholung durch den Lastwagen der Tierkörperverwertung warten.
Der Inhalt dieser Lastwagen verbreitet einen unvorstellbaren Gestank. Aus diesem entsteht dann Tierfutter oder, im weiteren Verlauf der Verarbeitung, Seife und andere Dinge, die man sich kaum vorstellen kann und will.

Die Tiere verbringen nach der Anlieferung einige Stunden, bei Anlieferung am Wochenende auch bis zu zwei Tage, in Wartebuchten. Manche beruhigen sich dabei etwas, anderen beschert es nur ein umso längeres Martyrium, wenn sie bereits krank oder verletzt sind oder von anderen Tieren in der Gruppe bedrängt oder verletzt, gemobbt werden.

Ich nenne es absichtlich „gemobbt“ und vermenschliche damit. Das werde ich auch im weiteren Verlauf tun. Ich kann das, was ich sehe und erlebe nur aus menschlicher Sicht schildern, beurteilen und vielleicht verstehen. Ich bin nunmal ein Mensch.
Möglicherweise werde ich dem Wesen und Empfinden einer anderen Art so manchmal bei Weitem nicht gerecht, dafür entschuldige ich mich.
Aber es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten im menschlichen und tierischen Verhalten. Ähnliche Situationen führen zu ähnlichen Reaktionen. Stress, der nicht nur durch Angst, sondern auch durch Enge, Langeweile und fortdauernde Triebblockade entsteht, führt zu Aggression. Aggressives Verhalten Einzelner findet unter schlechten und unnatürlichen Bedingungen schnell Nachahmer und Unterstützer.In der drangvollen und lebensfeindlichen Enge einer Massentierhaltung spielt sich das ähnlich ab, wie es auch in einem Großraumbüro ablaufen mag. Unter Todesangst verschärft sich dieses Problem. Die angelieferten Schweine haben regelmäßig schwärende, eiternde Wunden an Schwanz, Ohren und Beinen. Während des Wartens im Schlachthof, passiert es dann durchaus, dass einzelne Tiere totgebissen werden. Die schwachen Herzen in den züchterisch bedingt krankhaft muskelüberladenen Körpern tun ein Übriges dazu.
Es sieht aus wie Mobbing, es wirkt sich aus wie Mobbing:
Ich nenne es Mobbing

Streß und Angst führen bei einem Rind, genau wie beim Menschen, zu erhöhtem Puls, schnellerer Atmung und ganz allgemein zu unruhigem bis panikartigem Verhalten.
Es sieht aus wie Angst, es wirkt sich aus wie Angst: ich nenne es Angst..

Wenn Sie den Eindruck haben, eine von Ihnen verschiedene Lebensform hat Schmerzen und leidet, dann gehen Sie besser auch davon aus, dass es so ist. Sie können nicht das Gegenteil beweisen, oder? Ganz im Gegenteil findet die Wissenschaft immer mehr Beweise dafür, dass es genauso ist. Wir wären gerne völlig anders und einzigartig. Wir sind aber Gleiches unter Gleichem, auch wenn diese Erkenntnis noch unpopulär sein mag, wie seinerzeit die Entdeckung, dass die Welt keine Scheibe ist.

Stellen Sie sich bitte nicht vor, ich stünde mit Stift und Block und wissenschaftlicher Neugier neben den todgeweihten Tieren, um mir Notizen über deren Verhalten zu machen. Was ich beschreibe nehme ich eher „im Vorbeigehen“ wahr, nehme es zur Kenntnis, verdränge, ignoriere oder lasse mich davon berühren.

Niemand kann an so einem Ort dauerhaft empathisch „ auf Vollempfang“ sein. Man wäre schnell ein psychisches Wrack .
Trotzdem bleiben die Bilder, die ich gesehen habe in mir: Abgespeichert und abrufbar.

Der Facettenreichtum der Angst

Ich möchte in erster Linie über die Rinder sprechen, weil die zu beobachtende Verhaltensvielfalt aus einem einfachen Grund größer ist. Während der Großteil der Schweine am Schlachthof ziemlich genau ein halbes Jahr alt ist, gibt es beim Rind vom Kalb bis zum zehnjährigen Zuchttier alle Altersgruppen gleichmäßig verteilt. Eine Gruppe gleichalter Teenager zeigt in einer Ausnahmesituation eher nicht die ganze Bandbreite möglichen Verhaltens. Außerdem kommen die Schweine praktisch alle aus reiner Stallhaltung, während Rinder aus verschiedenen Haltungsarten angeliefert werden.
Manche stammen aus reiner Anbindehaltung und haben, genau wie die Schweine, nie einen Schritt in Freiheit gemacht. Sie wissen nichts über die Welt draussen, sind dafür aber Profis im Ertragen von Menschen. Andere waren auch oder ausschließlich auf der Weide und dort vielleicht mehr oder weniger auf sich selbst gestellt. Sie hatten bisher wenig Kontakt mit Menschen.
Abhängig von den Erfahrungen, die sie gemacht haben, gehen sie mit sehr unterschiedlichem Selbstbewußtsein an die neue Situation heran, was ich im Folgenden etwas genauer beschreiben möchte.

Angstvolles Staunen

Wie in Trance gehen diese Tiere mit weit aufgerissenen Augen ihren letzten Weg. Sie versuchen zu verstehen, was sie da gerade sehen und starren ganz offen auf die Schreckensszenarien vor ihnen.
Ungläubig und fassungslos wirken die Gesichter dieser Tiere auf mich.

Zurückschreckende Angst

Diese Tiere werfen nur einen kurzen Blick auf das, was sich vor ihnen abspielt und weichen dann entsetzt zurück. Sie sehen sich in alle Richtungen um auf der Suche nach einem Ausweg. Ein halbherziger, unsicherer Fluchtgedanke ist es aber nur, der aus diesen Gesichtern spricht. Der Gedanke an eine Flucht erstickt gleich wieder im Keim.

Panische Angst

Tiere, die von Panik ergriffen werden, versuchen oft um jeden Preis zu fliehen. Sie drehen sich in den schmalen Treibgängen, die gerade nur die Breite eines Rindes haben und machen dabei halbe Purzelbäume. Sie gehen praktisch die Wände hoch, wagen undenkbare Sprünge und Verrenkungen und verletzen sich oder andere Tiere im Gang dabei manchmal erheblich. Oft handelt es sich dabei um Tiere von der Weide, die mit der drangvollen Enge und der Nähe zu fremden Menschen überhaupt nicht umgehen können, sich aber der Möglichkeiten ihres Körpers bewußt sind.

Lähmende Angst

Stumm und bewegungslos starren diese Tiere vor sich hin und wirken wie gefroren in Schockstarre. Sie trauen sich keinen Schritt weiter zugehen, weder vor noch zurück. Als hätten sie sich in sich selbst verschlossen, scheinen sie nichts mehr wahrzunehmen. Sie zeigen auf fast nichts mehr eine Reaktion. Tiere, die ihr Leben in Anbindehaltung verbracht haben, sind zum Teil schon allein körperlich mit jedem Schritt, den sie jetzt gehen sollen, überfordert. Der Gedanke an Flucht oder Kampf scheint ihnen gar nicht zu kommen. Sie kennen die Möglichkeiten ihres eigenen Körpers nicht. Diese Tiere bekommen am meisten Schläge und Stromstöße auf ihrem letzten Weg. Ohne Beaufsichtigung und Maßregelung greifen einige beteiligte Arbeiter aus Ungeduld oder Ratlosigkeit zu Maßnahmen, die weit jenseits der Tierschutzregelungen liegen.

Abwehrbereite Angst

Oft sind es weibliche und erfahrene Tiere von der Weide, die sich den Kampf zutrauen. Ausbruchversuche bereits beim Abladen und gezielte Tritte und Kopfstöße gegen Menschen sind auch gelegentlich von kurzzeitigem Erfolg. Manchmal müssen solche Tiere nach einer erfolgreichen Flucht vom Anhänger, im Hof des Schlachtbetriebes erschossen werden, weil sich keiner mehr nähern kann. Sie sind bisweilen zu clever, um sich noch einmal in die Enge treiben zu lassen.
Von solchen Tieren hört man gelegentlich in den Nachrichten, weil es vielleicht sogar spektakuläre Verfolgungsszenen gab.
Wer einem solchen Tier das Leben schenkt, es „von seinem Schicksal begnadigt“, darf nicht unbedingt damit rechnen, jetzt eine „Schmusekuh“ zu haben..
So ein Verhalten ist mir übrigens bisher nie bei den halbjährigen Mastschweinen begegnet. Teilweise versuchen sie zwar panisch vor sich nähernden Menschen zu fliehen, meistens jedoch sind sie neugierig und freundlich. Vielleicht auch hungrig und aufdringlich, aber nicht angriffslustig. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, was ich beschreibe hat zumindest seine Gültigkeit für die rund zweihundert Schweine jede Woche, die ich seit circa fünf Jahren zu sehen bekomme. Erwachsene Zuchtsauen haben aber unter Umständen ein breiteres Verhaltensspektrum.

Verzagte Angst

Diese Tiere schlottern und zittern bis ins Mark. Zum Teil fließen ihnen Tränen aus den Augen und Speichel tropft ihnen in Strömen aus dem Maul. Schwache Tiere brechen womöglich zusammen. Ich habe vor allem Kälber und ältere Tiere so gesehen. Die Kälber haben noch keine körperlichen und psychischen Notfallreserven, auf die sie im Streß zurückgreifen können. Die Älteren scheinen bereits im Stall ein Bild davon zu haben, in welcher Lage sie sich nun befinden. Nicht erst, wenn sie in der Tötungsbucht stehen und vor ihnen ein anderes Rind kopfüber an einer Kette hängt und dabei ist zu sterben.
Bei diesen Tieren habe ich manchmal den Eindruck, dass sie auch schmerzhaft den Verrat empfinden, den die Menschen, denen sie vertraut haben, die ihre Herdenführer waren, an ihnen begangen haben.
Denn das tun Rinder zweifellos: Menschen, denen sie vertrauen, von denen sie gut versorgt werden, sehen sie als Herdenchef und „Rind im Geiste“ an. Sie würden ihnen freiwillig hinterher laufen. Sie lecken sie auch oft und gerne ab, wie das befreundete Rinder untereinander tun. Die Zunge ersetzt die Hand, die Hand, die streichelt.
Ein weinendes Rind kann man auf den puren physiologischen Vorgang reduzieren. Die Adrenalinausschüttung bewirkt unter anderem eine verstärkte Sekretion der Schleimhäute, vor allem im Maul, aber manchmal auch in den Augen. Es fließen Speichel und eben auch Tränen.
Das Gleiche gilt aber auch für Menschen, die große Angst haben.
So oder so: Einem Rind ins Gesicht zu sehen, dem vor Angst und Verzweiflung Tränen aus den Augen laufen, hinterläßt einen bleibenden Bildabdruck im Gehirn. Sicherlich nicht nur bei mir.

Lautes Wehklagen

Manche der Tiere brüllen ununterbrochen. Womöglich aus Furcht, vielleicht auch wegen Hunger, Durst oder einem anderen körperlichen Unbehagen. Viele vermissen sicherlich ihre gewohnte Umgebung und rufen nach ihren Herdengenossen.
Schließlich ist das Rind ein Herdentier. Die Herde bringt Sicherheit, Absonderung bedeutet Gefahr, womöglich Lebensgefahr.
Bei sehr extrovertierten Individuen äußert sich so die allgemeine Aufgeregtheit. Zuletzt, in der Tötungsbucht, kann das Brüllen auch ein verzweifeltes Schreien werden.
Meinem Eindruck nach, haben diese Tiere noch bis zuletzt die kleine Hoffnung, dass von irgendwoher Hilfe kommen wird.

Bei den Schweinen kann man auch einen Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit des Tieres und den Lautäußerungen beobachten. Natürlich werden die meisten schreien, wenn ihnen unerwartet Schmerz zugefügt wird, zum Beispiel mit Strom. Aber bei gleicher Behandlung gibt es immer welche, die sofort lauthals quieken, während andere lange stumm bleiben. Ungefähr so, wie es bei Menschen Schweigsame und Mitteilsame gibt.

Halbhoffnungsvolle Angst

Es gibt auch Tiere, die eine bestimmte fremde Person im Schlachthof ständig mit den Augen verfolgen, womöglich versuchen sie ihr hinterher zulaufen. Vielleicht rufen sie auch nach ihr, wenn sie ausser Sichtweite gerät.

Dieser bestimmte Mensch erscheint ihnen aus irgendeinem Grund vertrauenswürdig und sie erhoffen sich bei ihm Sicherheit. Vielleicht erinnert er sie optisch oder akkustisch an eine vertraute Pflegeperson aus dem ehemaligen Umfeld.

Natürlich sind überall fließende Übergänge und Kombinationen von Verhaltensweisen zu finden, aber solche Tiere sehe ich häufig auch zittern und weinen.
Besonders häufig ist dieses Verhalten bei hungrigen Kälbern. Sie vermuten sehr oft, dass ihnen nun irgendjemand Nahrung und Hilfe geben wird und alles gleich wieder gut werden wird, wenn Menschen um sie herum sind, die ihnen bekannt erscheinen.
Sie zeigen häufig deutlich sichtbar zwei Gefühle, die eigentlich nicht zusammen gehören: Angst und Vertrauen zur selben Zeit. Kleine Lebewesen, noch zu jung und zu hilflos, um auf sich selbst gestellt zu überleben, dazu gezwungen, Hilfe auch beim Feind zu suchen.

Hoffnungsvolle Furcht und verdrängte Angst

Manche Tiere scheinen erstaunlich ruhig zu sein. Sie verhalten sich neutral abwartend und wirken zum Teil recht sicher, dass nichts allzu Schlimmes passieren wird.
Sie beobachten alles einigermaßen ruhig.
Auch Übersprungshandlungen sind zu beobachten. Die Tiere scheinen sich selbst abzulenken und dabei etwas Anspannung abzubauen, zum Beispiel beim Aufreiten auf andere Tiere (sexuell motiviert) oder beim Weben (rhythmisches Hin- und Herwiegen auf den Vorderbeinen). Schweine suchen häufig nach losen Metallteilen, die sie gleichförmig und ausdauernd scheppern lassen.

Erst kürzlich hat ein knapp zweijähriger Ochse lange und laut nach seinen nach und nach verschwindenden Freunden vor ihm geschrien (sie wurden aus dem gleichen Betrieb gemeinsam angeliefert). Er hat zum Schluß mit weit aufgerissenen Augen aus der Tötebox heraus versucht, mich abzulecken. Nicht weil er hungrig oder neugierig war. Dazu hatte er viel zu viel Angst. Er hat versucht, wenigstens noch schnell mit mir Freundschaft zu schließen. Er hat um Hilfe gebettelt.

Ich könnte aufhören, diese Arbeit als Tierärztin der Fleischbeschau zu tun. Aber damit wird das Schlachten nicht aufhören und auch nicht die Qual der Tiere. Es hört nur auf, wenn wir alle endlich anfangen, beim Einkaufen die richtige Wahl zu trefffen. Wenn wir durch die Waren, für die wir bezahlen, nicht länger das Schlachten in Auftrag geben. Jeden Tag an der Kasse im Supermarkt treffen wir die Entscheidung.
Wenn Sie bereits auf Fleisch verzichten, dann vergessen Sie nicht, dass Eier und Milch ebenso durch unendliches Leid entstehen. Informieren Sie sich, zum Beispiel auf Internetseiten über vegane Ernährung, über die Hintergründe.
Falls Sie Angst davor haben, dass Sie es nicht schaffen, auf so Vieles zu verzichten: Sie haben es ja noch gar nicht probiert! Legen Sie einen veganen Tag ein in der Woche. Seien Sie neugierig. Sie werden positiv überrascht sein von den neuen Esswelten, die sich eröffnen!“

Tier(quäler)schutz   Leave a comment

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Diese Kolumne braucht nicht kommentiert zu werden. Einfach durchlesen und nachdenken. Man sieht dabei auch welche ….. diese Julia Klöckner, die Landwirtschaftsministerin ist. Pfui deibel!

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Das Schwein, das in einer Ecke des knatschengen Massenstalls verendet, angeknabbert von seinen Artgenossen. Hühner und Puten mit klaffenden Wunden. Schweine, die von Eiterbeulen übersät durch ihren eigenen Kot waten. Kühe, die nach ihren Kälbern brüllen, von denen man sie gerade getrennt hat. Sie alle kennen die Bilder. Heimlich aufgenommen in deutschen Tierfabriken. Alle paar Monate stellen radikale Tierschützer ihre Aufnahmen aus der Dunkelwelt der Milch- und Fleischproduktion für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Und wer auch nur einen Funken Mitgefühl hat, möchte solche Bilder nie wieder sehen.

Tierschützer reißen
sich nicht darum, leidende
Tiere zu filmen

Julia Klöckner, unsere Landwirtschaftsministerin, möchte das auch nicht. Geht es nach ihr, wird es solche schrecklichen Filme über die ganz alltägliche Tierquälerei künftig nicht mehr geben. Ihr Ministerium arbeitet gerade an neuen Gesetzen mit härteren Strafen – für jene, die solche Filme drehen. „Wir brauchen keine selbsternannte Stallpolizei, die die Einhaltung des Tierschutzes kontrolliert“, wütet Frau Klöckner gegen die „Stalleinbrecher“. In jüngster Zeit hatten Gerichte Tierschützer immer wieder vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs frei gesprochen. Das Oberlandesgericht Naumburg billigte zwei Männern und einer Frau, die heimlich Beweise für Verstöße gegen das Tierwohl gesichert hatten, eine Art Notstandsrecht zu. Die staatlichen Kontrollbehörden wären ihrer Verpflichtung trotz aller Hinweise nicht nachgekommen. Da dürften engagierte Bürger schon mal zu solchen Methoden greifen.

In einem anderen Fall argumentierte ein Gericht, bei Tierquälerei sei das Informationsinteresse der Öffentlichkeit höher zu bewerten als die Rechte des Erzeugerbetriebs. Nicht für Frau Klöckner und ihre Freunde. Marlene Mortler, agrarpolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, nannte den „Stalleinbruch“, der solchen „Enthüllungsfilmen“ vorausgeht, ein „traumatisches Erlebnis“ – für die Tierquäler. Die „Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands“ hält heimlich gedrehte Aufnahmen gar für ein besonders perfides „Geschäftsmodell“, mit dem die Tierrechtler Spendengelder eintreiben wollen. Als würden sich gerade Tierschützer darum reißen, leidende Schweine, Kühe oder Hühner zu filmen. Und der „Einbruch“? Ich stelle mir dann immer jemanden vor, der durch ein Fenster sieht, wie ein Feuer ausbricht, die Scheibe einschlägt, um den Brand zu löschen, und hinterher wegen „Hausfriedensbruch“ eingesperrt werden soll.

Ja, so in etwa geht die schräge Logik. Würden Regierung und Fleischindustrie nur halb so engagiert gegen die unzumutbaren Zustände in der deutschen Massentierhaltung vorgehen wie gegen jene, die sie dokumentieren, müssten wir uns um das Wohl unserer Tiere keine Sorgen mehr machen. Und, endlich, solche Bilder nie wieder sehen.

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Tier(quäler)schutz