Archiv für die Kategorie ‘Tierversuche

Razzia im Deutschen Primatenzentrum: Wurden Tiere illegal getötet?   Leave a comment

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Da gibt es eine richtige Vetternwirtschaft zwischen Versuchslaboren.

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Von Peta.de

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Bild: Peta.de

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Tierversuche sind unethisch, grausam und eine wissenschaftliche Sackgasse. Obwohl es für diese Feststellung inzwischen genügend Beweise gibt, bestreiten besonders Tierexperimentatoren immer wieder ihren Wahrheitsgehalt. Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) ist seit vielen Jahrzehnten ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Leiden der Tiere in Laboren massiv herunterzuspielen und Tierversuchen ein harmloses Image verleihen zu wollen.

Verdacht auf illegale Tiertötungen

Nun zeigt sich durch eine Razzia vergangene Woche: Auch hinter den Türen des oftmals als Vorzeigeeinrichtung geltenden Deutschen Primatenzentrums in Göttingen geschehen Dinge, die nicht an die Öffentlichkeit kommen sollten. Medienberichten zufolge wurden Dokumente und Datenträger sichergestellt, die darauf hinweisen, dass zehn Weißbüschelaffen nach Tierversuchen getötet wurden – trotz gutem Allgemeinzustand. Dass dies gegen das Tierschutzgesetz verstößt, da die Tiere nun eigentlich einen Anspruch darauf hätten, am Leben zu bleiben, darauf weist der zuständige Oberstaatsanwalt hin.

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Zehn Weißbüscheläffchen wurden Medienberichten zufolge aus wirtschaftlichen Gründen getötet. – Bild: Peta.de

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PETA erwägt Strafanzeige

Das Deutsche Primatenzentrum verpflichtet sich nach eigenen Angaben zu „hohen ethischen Standards und transparenter Kommunikation“ und will zum Schutz bedrohter Primatenarten beitragen.  Wie dies im Einklang mit der Tötung von Tieren sein kann, die allem Anschein nach im Anschluss an die Versuche keinen wirtschaftlichen „Nutzen“ mehr erfüllten und offenbar deshalb getötet wurden, ist mehr als fraglich. PETA prüft, sich dem bereits laufenden Strafermittlungsverfahren mit einer eigenen Strafanzeige anzuschließen.

Vetternwirtschaft zwischen Versuchslaboren

Sollte sich der Verdacht gegen das DPZ bewahrheiten, hat das auch Auswirkungen auf weitere Fälle, die in der Vergangenheit für öffentliche Proteste sorgten: Stefan Treue, der Leiter des DPZ, war im Jahr 2007 Fachgutachter im Fall der Primatenversuche von Andreas Kreiter in Bremen, über die es einen jahrelangen juristischen Streit gab, der schließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht endete.  2014 wurde Treue als externer Begutachter beauftragt, um die Situation am Max-Planck-Institut (MPI) in Tübingen, aus dem erschreckende Undercover-Videoaufnahmen der Primatenversuche veröffentlich wurden, zu bewerten. Dabei gab es davor bereits eine jahrelange Kooperation zwischen dem MPI und dem DPZ; zudem ist das DPZ Hauptlieferant von Affen, die in Deutschland in Versuchen missbraucht werden, und profitiert somit von jeglicher Forschung an Primaten. Dazu kommt, dass Treue selbst in der Primatenforschung tätig ist – wie mit diesem Hintergrund von einem „externen Gutachter“ gesprochen werden kann, der die Situation objektiv und unabhängig bewerten soll, ist mehr als fraglich. Dass nun auch potenzielle juristische Verstöße des DPZ ans Licht kommen, stellt die Gutachten Treues zusätzlich in Frage und verdeutlicht das System der Vetternwirtschaft, das zwischen den Versuchseinrichtungen besteht.

Was Sie tun können

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 3.000 Primaten in Tierversuchen missbraucht und teils getötet. Es ist an der Zeit, diesen grausamen Versuchen ein Ende zu setzen – Tiere dürfen nicht länger gefangen gehalten, mit Krankheiten infiziert oder in Operationen verstümmelt werden. Wie der Ausstieg aus Tierversuchen gelingt, zeigt PETAs Research Modernisation Deal. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift!

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Razzia im Deutschen Primatenzentrum: Wurden Tiere illegal getötet?

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 27. Juli 2020 von hubert wenzl in Tierschutz, Tierversuche

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4 Gründe, warum Tierversuche noch immer durchgeführt werden   Leave a comment

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Viele Leute werden sich ja fragen warum Tierversuche gemacht werden. Es wird schon so sein müssen, denken sicher viele. Hier ein paar Gründe warum Tierversuche gemacht werden. Dabei gäbe es alternative Methoden.

Von Peta.de

Die Tatsache, dass Tierversuche noch immer durchgeführt werden, lässt sich durch mehrere Faktoren erklären.

Tierversuche sind leider zur Gewohnheit geworden

Zum einen sind Tierversuche ein Routine-Vorgehen und ein klassischer Fall von „das wird eben schon immer so gemacht“. Deswegen werden Tierversuche oftmals immer noch als erstes Mittel der Wahl herangezogen, obwohl zunehmend Alternativmethoden zur Verfügung stehen.

In einigen Bereichen sind Tierversuche leider gesetzlich vorgeschrieben. Beispielsweise ist es bei der Medikamentenentwicklung oder für Giftigkeitstests verpflichtend, Tests an Tieren durchzuführen. Die Ergebnisse sind jedoch so gut wie nie auf den Menschen übertragbar, was die Ergebnisse aus diesen Tests wenig aussagekräftig macht. Für viele solcher Versuche gibt es bereits Alternativmethoden! Das Problem hier ist jedoch, dass der Zulassungsprozess langwierig und teuer ist – die nötigen Gelder hierfür fehlen oft, weil die finanzielle Förderung zum Großteil in Tierversuche fließt.

Tierversuche als Stufe auf der Karriereleiter

In der wissenschaftlichen Forschung kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Erfolg in der Wissenschaft baut auf einem fehlgeleiteten Karrieresystem auf. Um sich in der Forschung einen Namen zu machen, muss man publizieren – viel publizieren. Je mehr Paper in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht sind, desto besser. Tierversuche sind ein recht einfacher Weg, statistische Ergebnisse zu erzielen und Veröffentlichungen voranzutreiben. Sie werden finanziell gefördert und müssen praktisch keinerlei Hürden überwinden, um genehmigt zu werden. Ob die Forschungsergebnisse nun überhaupt auf den Menschen übertragbar sind, ist zweitrangig. Tierversuche sind also Teil eines Teufelskreises, um in einem überholten Forschungssystem die Karriereleiter zu erklimmen.

Fordern sie eine stärkere förderung tierfreier methoden

Studierende wachsen von Beginn an in dieses überholte System hinein: Schon im Studium werden Sektionen und Tierversuche von der Uni vorgegeben und gehören zum Alltag. Dabei wird komplett übergangen, dass Tierversuche ethisch nicht zu rechtfertigen sind und die Tiere hier als „Messinstrumente“ missbraucht werden, während sie oft erheblichen Schmerzen ausgesetzt sind und ihr Dasein in einem Labor fristen müssen.

Millionenschwere Industrie

Was viele nicht wissen: Hinter Tierversuchen steckt eine gewaltige Industrie. Alleine Mauritius, weltweit nach China zweitgrößter Exporteur von Affen zu Versuchszwecken, verdient jährlich 17 Millionen Euro mit dem grausamen Handel. 2016 fielen 8.245 Makaken aus Mauritius der Profitgier zum Opfer und wurden an Labors verschachert, in welchen sie dann grausamen Experimenten unterzogen werden und schlussendlich sterben. (1) Auch hinter der Zucht von Mäusen, Ratten und anderen Tieren, die in der Forschung missbraucht werden, steckt eine solche Industrie – und diese hat selbstverständlich Interesse daran, dass weiter Tierversuche durchgeführt werden. Sie profitiert millionenfach von der Ausbeutung von Lebewesen.

Gesetzlicher Tierschutz versagt

Sogenannte Forscher, die Tierversuche durchführen, berufen sich auf die gesetzlichen und behördlichen Regelungen: Alles sei in gesetzlichem Rahmen und behördlich genehmigt, heißt es oft. Dabei wird völlig übergangen, dass die Bundesregierung nicht einmal die ohnehin unzulänglichen Vorgaben der EU umsetzt bzw. erfüllt. Das Tierschutzgesetz besagt eigentlich, dass „niemand […] einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen [darf]“ – Tierversuche sind jedoch davon ausgenommen, selbst wenn sie nur der Befriedigung wissenschaftlicher Neugierde dienen. Hinzu kommt, dass in den sogenannten Ethikkommissionen, die für das „Wohl“ von Tieren in der Tierversuchsindustrie zuständig sind, Tierschutzbeauftragte in der Minderheit sind – den größeren Anteil machen Wissenschaftler aus, die ihre eigenen Interessen vertreten.

Tierversuche – dürfen wir das überhaupt?

Was von Forschern, die Tierversuche durchführen, rigoros ignoriert wird, ist der ethische Aspekt: Tiere sind schlichtweg nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren. Es steht uns ganz einfach nicht zu, Leben gegen anderes Leben aufzuwiegen und qualvolle Tierversuche mit einem vermeintlichen Nutzen zu rechtfertigen – es ist falsch, Tiere in kleine Käfige zu sperren, ihnen ein Leben ohne adäquate Sozialkontakte aufzuzwingen und sie in Experimenten zu quälen, um sie schlussendlich zu töten. Somit – NEIN, wir dürfen das nicht: Kein Tier, egal ob Affe, Hund oder Maus, verdient es, in einem Labor eingesperrt und schrecklichem Missbrauch ausgesetzt zu sein, der außerhalb eines Labors illegal wäre.

Was Sie tun können

Es sind bereits viele tierfreie Methoden verfügbar, und es werden ständig weitere entwickelt. Doch der Entwicklung und Validierung tierfreier Forschungs- und Testmethoden stehen viel zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Fordern Sie die Bundesregierung mit Ihrer Unterschrift dazu auf, dass Alternativmethoden zu Tierversuchen stärker gefördert werden.

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Die Bilder kann man im Link ansehen.

4 Gründe, warum Tierversuche noch immer durchgeführt werden

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 29. Juni 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

Warum wir bei Tierversuchen schleunigst Alternativen brauchen   Leave a comment

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Tierversuche gaukeln den Menschen eine falsche Sicherheit vor. Sie sagen nichts darüber aus, wie sich ein Medikament beim Mensch auswirkt.

Aus Peta.de

92 bis 95 Prozent: So hoch ist der Anteil medizinischer Wirkstoffe, die zwar im Tierversuch funktionieren, jedoch niemals auf den Markt kommen – weil das Medikament beim Menschen nicht wirkt oder unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Tierversuche sind schon aus ethischen Gründen abzulehnen, doch aufgrund dieser mangelnden Übertragbarkeit bergen sie zudem Risiken: Ein Ergebnis bei Tieren sagt absolut nichts darüber aus, was beim Menschen passieren wird! Trotzdem sind bei der Medikamentenentwicklung Tierversuche unsinnigerweise gesetzlich vorgeschrieben. Dadurch wird die Pharmaindustrie rechtlich formell abgesichert und Patienten ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Es wird Zeit, dass zur Entwicklung von Medikamenten neue tierfreundliche Methoden entwickelt und gefördert werden, die wirklich verlässlich sind und Rückschlüsse auf den Menschen erlauben – ein Anknüpfpunkt wären zum Beispiel Systeme wie der „human-on-a-chip“.

Wie funktioniert die Zulassung eines neuen Medikaments?

Insgesamt dauert es im Schnitt mehr als 10 Jahre, bis ein Medikament auf den Markt kommt. Ein Schritt auf dem Weg zur Zulassung eines neuen Medikaments ist die präklinische Prüfung neuer Wirkstoffe, die in Tierversuchen erfolgt. Hier wird vor allem die Toxizität getestet, also inwiefern der Wirkstoff ein Sicherheitsrisiko für den Menschen darstellen könnte. Und das ist schon das erste Problem – anhand von Ergebnissen aus Tierversuchen lassen sich keine verlässlichen Aussagen für den Menschen treffen. Mindestens 30 % der toxischen Effekte, die beim Menschen auftreten, werden durch die Tierversuche nicht vorhergesagt! [1]

Darauf folgen die klinischen Studien, unterteilt in Phase I (bzw. 0) bis Phase IV. In Phase I werden allerdings nur sehr wenige Personen getestet – einfach, weil es durch den vorhergehenden Tierversuch keine Garantie dafür gibt, dass ein Wirkstoff verträglich und sicher ist!

Somit wird gewissermaßen jeder neue Wirkstoff „am Menschen getestet“. Viele Wirkstoffe werden auch in späteren klinischen Phasen aussortiert, beispielsweise, weil erst in der breiten Anwendung seltene Nebenwirkungen entdeckt werden.

Warum passieren nicht viel häufiger Pharmakatastrophen?

Pharmaskandale (siehe Contergan, TGN1412 oder Viagra) sind „nur“ alle paar Jahre in den Nachrichten. Ein Grund dafür ist, dass es nach dem Tierversuch genügend Auffangnetze gibt, um Katastrophen zu verhindern – denn der Tierversuch selbst bietet keinerlei Sicherheit. So werden neuartige Testsubstanzen üblicherweise nicht mehreren Personen gleichzeitig verabreicht, sondern mit der niedrigsten Dosis zunächst die Reaktion eines ersten Probanden abgewartet: eine Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde [2]. Außerdem wurde die Anfangsdosis, die Testpersonen verabreicht wird, reduziert: Sie soll sich an der Konzentration orientieren, bei der gerade noch ein messbarer Effekt zu erwarten ist, anstatt sich, wie vorher, an der Konzentration zu orientieren, die in Tierversuchen keine Nebenwirkungen hervorgebracht hat [3]. Das verdeutlicht, dass eine schädliche Wirkung beim Menschen nicht anhand von Tierversuchen ausgeschlossen werden kann.

Der geringe Prozentsatz an Medikamenten, der es bis zur Markteinführung schafft, spiegelt das Grundproblem des Tierversuchs auch ohne tägliche Katastrophen wider: Die Übertragbarkeit der Ergebnisse ist schlichtweg nicht gegeben.

Der Mensch ist keine 70-kg-Ratte

Als Säugetiere teilen wir natürlich viele Eigenschaften bezüglich Körperbau oder physiologischen Vorgängen mit unseren kleinen Verwandten. Viele – aber einfach nicht alle. Ein kleines Detail im Stoffwechsel reicht aus, um eine komplett unterschiedliche Reaktion auf eine bestimmte Substanz zu bewirken. Selbst zwischen Tieren der gleichen Art gibt es oft gravierende Unterschiede! Ergebnisse aus Tierversuchen sind kaum replizierbar [4]. Inzwischen weiß man sogar, dass selbst Frau und Mann ganz unterschiedlich auf medizinische Wirkstoffe reagieren – wie sollen da Tierversuche verlässliche Ergebnisse für den Menschen liefern können?

Das Fazit: Tierversuche finden ganz einfach im falschen Organismus statt. Die Wissenschaft ist gefragt, um endlich Alternativen zu finden, die für den Menschen relevante Ergebnisse liefern und Tierversuche als einen der ersten Schritte beim Testen neuer Medikamente in der breiten Anwendung ersetzen können!

Was Sie tun können

Im Rahmen dieser Blogserie veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Informationen zu Argumenten, die gegen Tierversuche sprechen. Bitte informieren Sie auch Familie, Freunde und Bekannte über die vorherrschenden Missstände!

Quellen:
[1] Greaves, P., Williams A., Eve M., 2004: First dose of potential new medicines to humans: how animals help. Nature Reviews Drug Discovery, vol. 3, pp. 226–236.
[2] https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/richtlinie-ohne-richtungswechsel
[3] EMEA (Europ. Arzneimittelbehörde), 2007: Guideline On strategies to identify and mitigate risks for first-in-human clinical trials with investigational medicinal products.
[4] Video, WIST-Kongress 2016: Prof. Thomas Hartung: Der Mensch ist keine 70-kg-Ratte – Die Validität von Tierversuchen. https://www.youtube-nocookie.com/embed/jeQ58UZdx8k

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Das Bild kann im Link angesehen werden, da ich mich keinem Risiko von Urheberrechtsverletzung aussetzen möchte.

 

Warum wir bei Tierversuchen schleunigst Alternativen brauchen

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Gruß Hubert

7 Aussagen von Forschern, denen Sie nicht glauben sollten!   Leave a comment

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Aus Peta.de – November, 2018

Tierversuche werden von Forschern regelmäßig verharmlost. Wir haben nachfolgend die gängigsten ihrer Aussagen gesammelt und auf den Prüfstand gestellt.

Behauptung Nr. 1: „Kein Forscher führt gerne Tierversuche durch! Wir machen das nur, weil sie notwendig sind!“

Was in der Forschung als notwendig gilt oder nicht, ist Auslegungssache. Für den medizinischen Fortschritt sind Tierversuche jedenfalls NICHT nötig – im Gegenteil! Sie führen auf falsche Fährten und verhindern vermutlich sogar die Erforschung von Medikamenten, die für den Menschen nützlich wären. Ergebnisse von Tierversuchen sind nicht auf den Menschen übertragbar: Sie zeigen uns lediglich, wie der Körper einer bestimmten Spezies reagiert! Aber klar: Wenn ich Forschungsgelder bekomme, weil ich wissen will, wie sich ein blind und taub gemachtes Rotkehlchen in einem starken Magnetfeld verhält, sobald ich es in eine Box stopfe – dann ist so ein Versuch natürlich „notwendig“.

Tierversuche werden aus folgenden Gründen durchgeführt: aus Tradition, um Forschungsgelder zu generieren, und weil sie Forschern helfen, die Karriereleiter zu erklimmen.

Behauptung Nr. 2: „Den Tieren geht es gut, sonst wären unsere Ergebnisse ja wertlos!“

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Verborgenes Tierleid: Ein Hundelabor in Frankreich

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Ergebnisse von Tierversuchen sind ohnehin nicht auf den Menschen übertragbar. Was Tierversuche hervorbringen, sind Daten. Daten bedeuten Publikationen, Publikationen bedeuten Karriere – ob die Ergebnisse jemals relevant für den Menschen sein werden, spielt dabei keine Rolle. Deshalb ist es für Forscher auch weitgehend egal, ob es den Tieren schlecht geht. Mehr noch: Oftmals werden sie mit Absicht hungrig und durstig gehalten, bekommen weniger Nahrung als gesetzlich vorgeschrieben ist. [1] Warum? Damit sie bei den Experimenten mitmachen, da sie sich nach der „Belohnung“ Wasser sehnen. Wasser- und Nahrungsentzug gehören noch zu den vergleichsweise harmlosen Dingen in der Tierversuchsindustrie. Obwohl es schwierig ist, Dokumentationen aus Laboren zu erhalten, konnten Recherchen immer wieder schreckliche Zustände beweisen: Die Tiere werden getreten, angeschrien und natürlich im Rahmen der schmerzhaften und angsteinflößenden Versuche schlichtweg misshandelt.

Behauptung Nr. 3: „Sie sind nur gegen Tierversuche, weil Sie nicht genug darüber wissen!“

Experimentatoren und Mitarbeiter in Tierversuchslaboren versuchen oft, Tierversuchsgegner zu diskreditieren, indem sie sie als unwissend darstellen. Wer nicht als uninformiert oder gar dumm gelten will, wird so ganz leicht dazu gebracht, sich auf Stammtischparolen wie „Es geht nun mal nicht ohne Tierversuche!“ einzulassen. Dass Studien, Pharmaskandale und zahlreiche Wissenschaftler ein anderes Bild zeichnen, sorgt langsam aber stetig für ein Umdenken.

Behauptung Nr. 4: „Unsere Forschung dient dem Artenschutz!“

Immer wieder werden vermeintlich gute Gründe vorgeschoben, die jeden noch so grausamen Versuch mit wehrlosen Lebewesen rechtfertigen sollen. Doch wenn man genauer hinsieht, wird klar: Tierversuche werden nicht durchgeführt, um Menschen, Tieren oder der Umwelt zu helfen. Sie werden nur deshalb gemacht, weil sie eine riesige Lobby hinter sich haben.

Wer unverbesserlich weiter behauptet, seine Tierversuche dienten einem guten Ziel, dem entgegnet man am besten mit Albert Schweitzers Worten:

„Wer mit Tieren experimentiert, sollte sein Gewissen niemals damit beruhigen, dass diese Grausamkeiten einen lobenswerten Zweck hätten.“

Behauptung Nr. 5: „Das Wohlergehen der Tiere liegt uns am Herzen. Wir tun alles, damit sie so wenig wie möglich leiden!“

Wie wenig der körperliche und seelische Zustand den Mitarbeitern in Laboren am Herzen liegt, kann man immer wieder in dokumentierten Recherchen über Missstände selbst beurteilen.

Behauptung Nr. 6: „Tierversuche werden nicht leichtfertig durchgeführt, die Hürden sind hoch!“

99 Prozent der beantragten Tierversuche werden genehmigt – wie hoch können die Hürden also sein? Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Wer einen Tierversuch durchführen will, muss eine 30-seitige Ausarbeitung vorlegen. 30 Seiten, auf denen steht, was gemacht wird, warum es gemacht wird, und was man sich davon erhofft. Dieser Antrag wird bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht, welcher eine sogenannte „Ethikkommission“ zur Seite steht. Oftmals wird behauptet, Tierschutzbeauftragte aus dieser Kommission könnten grausame und ethisch fragwürdige Versuche verhindern – leider können sie das nicht. Denn was verschwiegen wird, sind zwei entscheidende Punkte: Erstens besteht die Ethikkommission nur zu einem Drittel aus Tierschutzbeauftragten – die übrigen zwei Drittel bestehen aus Veterinären, Ärzten und Wissenschaftlern, die meist selbst in Tierversuche verstrickt sind. Und zweitens hat die Ethikkommission nur eine beratende Funktion: Selbst wenn sie von einem Versuch abrät, hat das keinerlei bindende Funktion für die zuständige Behörde! Diese Punkte und die Tatsache, dass die Personalstellen auf den Behörden unterbesetzt sind und Anträge daher selten gut kontrolliert werden, führen dazu, dass 99 Prozent der Anträge durchgewunken werden – von angeblichen Hürden kann also keine Rede sein. [2]

Behauptung Nr. 7: „Tierversuche sind teuer, deswegen machen wir nur die nötigsten.“

Tierversuche sind teuer, ja – aber kein Forscher bezahlt sie selbst. Müssen sich Forscher zwischen Tierversuchen und Alternativmethodenentwicklung entscheiden, fahren sie stets günstiger mit Tierversuchen. Denn diese werden leicht bewilligt, Milliarden an Forschungsgeldern werden in diesen Sektor gepumpt. [3] [4] [5] [6] Im Gegensatz dazu wurden seit 1980, also in sage und schreibe 38 Jahren (!) nur 560 Projekte mit 180 Millionen Gesamtfördervolumen zur Tierversuchsfreien Forschung gefördert [7]. Kurzum: Tierversuche sind die einfachste Möglichkeit, die Karriereleiter hoch zu klettern – trotz hoher Kosten!

Wer an Alternativmethoden forscht, braucht einen langen Atem und eine hundertprozentige Überzeugung, denn man muss viele Hürden überwinden – im Gegensatz zu Tierversuchen werden nämlich einige Anträge für innovative Alternativmethodenforschung abgelehnt!

Auch die Industrie hat deutliche finanzielle Interessen, welche die stets angeführten „hohen Kosten“ von Tierversuchen schnell wieder relativieren. Denn mit dem Verkauf von Produkten, für deren Entwicklung „teure“ Tierversuche herangezogen wurden, lässt sich ein hoher finanzieller Gewinn erwirtschaften. Somit werfen Tierversuche am Ende des Tages durchaus Profit ab – die Tiere leiden für menschliche Gier.

Was Sie tun können

Im Rahmen dieser Blogserie veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Informationen zu Argumenten, die gegen Tierversuche sprechen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Unterschrift die tierleidfreie Alternativmethodenforschung zu stärken und die finanzielle Umverteilung zugunsten der Alternativmethodenforschung anzustoßen.

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Quellen:
[1] https://www.stern.de/tv/strafbefehle-beantragt–was-die-berichterstattung-ueber-affen-versuche-am-max-planck-institut-noch-nach-sich-zieht-7872856.html
[2] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/1518-tierschutzgesetz
[3] https://www.bundesbericht-forschung-innovation.de/de/Ausgaben-und-Personal-fur-Forschung-und-Entwicklung-2538.html
[4] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/forschungsfoerderung.pdf
[5] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/269-was-kosten-tierversuche
[6] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/2570-skandaloes-milliarden-steuergelder-fliessen-in-tierversuche-nur-geringe-betraege-in-tierversuchsfreie-forschung

Hinweis: Die Bilder können im Link angesehen werden, da ich mich keinem Risiko von Urheberrechtsverletzung aussetzen möchte.

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7 Aussagen von Forschern, denen Sie nicht glauben sollten!

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Gruß Hubert

 

(Nicht)-Übertragbarkeit von Tierversuchen   Leave a comment

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Der Pharmaskandal um „TGN1412“ zeigt wie gefährlich es sein kann, wenn man sich auf Tierversuche verlässt. Der Wirkstoff hatte sich in Tierversuchen als harmlos erwiesen.

Aus Peta.de – Dezember 2018

Die Katastrophe um TGN1412

Im Jahr 2006 kam es in einem Londoner Krankenhaus zu einem Pharmaskandal: In einer klinischen Studie mit freiwilligen Patienten trat bei den Versuchsteilnehmern multiples Organversagen ein. Alle Probanden schwebten in Lebensgefahr. Und das, obwohl der Wirkstoff zuvor in Tierversuchen als harmlos eingestuft wurde.

TGN1412 galt als Hoffnung für Autoimmunerkrankungen

Der monoklonale Antikörper TGN1412 wurde von einem Würzburger Biotechnologie-Unternehmen entwickelt und sollte dafür eingesetzt werden, Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rheuma zu behandeln.

Nach vielversprechenden Tierversuchen und Zellkulturtests wurde der Wirkstoff zur klinischen Studie mit Menschen freigegeben. Die Phase-I-Studie ist die erste von drei Testphasen am Menschen, die erfolgreich durchlaufen werden müssen, bevor Medikamente auf den Markt kommen. An dieser Phase nahmen hier acht Freiwillige teil.

Sechs Teilnehmern wurde der Antikörper TGN1412 verabreicht, zwei Teilnehmer erhielten zum Vergleich ein Placebo. Alle sechs Männer, die den Wirkstoff verabreicht bekamen, zeigten innerhalb der ersten Minuten heftige Reaktionen: zunächst Kopfschmerzen und Fieber, dann Erbrechen und Schmerzen am Rücken.

Es wurde multiples Organversagen festgestellt. Die Probanden wurden künstlich beatmet und auf die Intensivstation verlegt, schwebten in Lebensgefahr. Ein Patient lag mehr als zwei Wochen im Koma, und auch die anderen mussten wochenlang im Krankenhaus bleiben; der am schlimmsten getroffene Patient verließ das Krankenhaus erst nach 3,5 Monaten. Seine Zehen und Teile seiner Finger mussten amputiert werden. Laut ärztlichen Aussagen sind alle sechs Betroffenen nach dieser Katastrophe dem Risiko von Folgeerkrankungen ausgesetzt.

Wie konnte das passieren?

Das Risiko solcher Fälle glaubt man üblicherweise minimieren zu können, indem man im Vorfeld Tierversuche durchführt, Zellkulturen anlegt und die Dosis bei der ersten Anwendung am Menschen auf einen Bruchteil reduziert. Hier war die minimale verabreichte Dosis nur ein 500stel der Menge, die im Tierversuch als gefahrlos ermittelt wurde. Trotzdem hatte der Wirkstoff ernsthafte lebensgefährliche Auswirkungen auf alle Probanden.

Der Mechanismus hinter TGN1412 ist folgender: TGN1412 aktiviert regulatorische T-Zellen, die überschießende Immunreaktionen des Körpers ausbremsen können. TGN1412 aktiviert daneben aber auch sogenannte Effektor-Gedächtniszellen, welche die gegenteilige Wirkung haben: Sie fördern Immunreaktionen des Körpers. Als Ursache für die lebensgefährlich aufgetretenen Immunreaktionen wird ein durch TGN1412 ausgelöster „Zytokinsturm“ angesehen – dieser Effekt war bis zur Phase-1-Studie nicht bekannt, da laut des Unternehmens in den präklinischen Studien – auch Tierversuchen – nichts darauf hinwies.

Was lief also schief?

1.  Der Tierversuch mit Ratten

Da die für TGN1412 relevanten Moleküle von Mäusen und Ratten deutlich unterschiedlich zu denen von Menschen sind, wurden die Nager nicht für Versuche mit TGN1412 herangezogen. Trotzdem wurden Versuche mit Ratten durchgeführt: mit einer entsprechend abgeänderten Variante von TGN1412.

Warum die Ergebnisse nicht übertragen werden konnten? Tiere im Labor wachsen in einer nahezu keimfreien Umgebung auf. Die Effektor-Gedächtniszellen, die beim Menschen in den Zytokinsturm verwickelt sind, entwickeln sich allerdings erst durch Keimbelastung und verschiedene Infektionen im Laufe des Lebens. Die Tiere im Labor entwickelten aufgrund der sterilen Umgebung allerdings kaum Effektor-Gedächtniszellen, sodass diese im Organismus in nicht nennenswerter Anzahl vorhanden waren, um die schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erzeugen. Der gefährliche Effekt der übermäßigen Zytokinausschüttung durch Effektor-Gedächtniszellen blieb somit aus.

2. Der Tierversuch mit Makaken und Rhesusaffen

Dies war das aus Sicht der beteiligten Forscher vielversprechendste Modell, da die extrazelluläre Domäne eines bestimmten, wichtigen Oberflächenproteins (CD28) identisch ist mit der des menschlichen Moleküls. Außerdem sind weitere Faktoren vergleichbar (Fc-Rezeptoren und nachfolgende Signalwege). Die Tiere galten als Möglichkeit, „sehr gute Hinweise auf die Wirkung des Antikörpers im Menschen“ zu geben. [1]

Bei keinem der Tiere traten auch nur Anzeichen der Reaktionen auf, die beim Menschen auftraten. Die Dosis lag bei 50 mg/kg, bei den Probanden wurde sicherheitshalber die Minimaldosis 0,1 mg/kg eingesetzt, also eine maximal 500-mal geringere Dosis.

Warum die Wirkung beim Menschen trotzdem vollkommen unvorhersehbar war? Von insgesamt 220 Aminosäuren unterscheiden sich nur 3 innerhalb der Zellmembran, was zu einer unterschiedlichen Reaktion der Zelle führen kann. Außerdem verlieren Makaken die CD28-Moleküle an Effektor-Gedächtniszellen – die Moleküle, die für die Zytokinausschüttung nötig sind. Es kann also die hundertfache Menge TGN1412 verabreicht werden, ohne dass sich Auswirkungen zeigen, da die Zielstrukturen schlichtweg nicht vorhanden sind.

3. Die Zellkultur

Der Zellkulturtest sollte Reaktionen von humanen Zellen widerspiegeln. Dazu wurden isolierte Zellen aus Blut verwendet.

Das Problem: Den Zellen fehlten Signale, die im Körper von dicht mit Zellen besiedeltem Gewebe kommen. Dadurch lagen in der Zellkultur nur Zellen vor, die nicht auf TGN1412 reagierten – also inaktiv blieben und somit keine Zytokine freisetzten. Weiterentwickelte In-vitroTests können inzwischen die zytokinbezogenen Effekte des Wirkstoffs abbilden. Somit konnte inzwischen eine Dosis ermittelt werden, die für den Menschen verträglich und wirksam sein könnte.

Fazit

Die Begründung, Tierversuche seien notwendig, da sie im Gegensatz zur Zellkultur einen lebenden Organismus abbilden, ist eine Farce – ein Tier ist zwar ein ganzer Organismus, aber eben der falsche Organismus! Das zeigte sich im Beispiel TGN1412 ganz deutlich für die Öffentlichkeit. So ähnlich sich Mensch und Tier auch sein mögen, es müssen sich nur minimale Bedingungen unterscheiden, und schon kann es zur Katastrophe kommen. Sicherlich ist auch eine einfache Zellkultur nicht die Lösung. Doch das behauptet auch niemand – was gefördert werden muss, sind humanbasierte Modelle, die deutlich über simple Zellkulturen hinausgehen; Modelle, die den menschlichen Organismus und komplexe Zusammenhänge im menschlichen Körper abbilden und so effektive, humanbasierte Forschung ermöglichen. Dass dies keine Science-Fiction-Vorstellung, sondern in greifbarer Nähe ist, zeigen innovative Firmen wie beispielsweise das Berliner Biotechnologie-Unternehmen TissUse, das am Modell „Human-on-a-chip“ arbeitet.

Wer sich nun fragt, warum sich trotz der nicht vorhandenen Übertragbarkeit nicht viel häufiger Pharmakatastrophen ereignen, erfährt in diesem Beitrag mehr.

Was Sie tun können

Im Rahmen dieser Blogserie veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Informationen zu Argumenten, die gegen Tierversuche sprechen. Bitte informieren Sie auch Familie, Freunde und Bekannte über die vorherrschenden Missstände!

Hinweis:
Die Bilder können im Link angesehen werden, da ich mich keinem Risiko von Urheberrechtsverletzung aussetzen möchte.

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Quellen:
Attarwala H. (2010). TGN1412: From discovery to disaster. Journal of Young Pharmacists 2(3), 332–336. doi:10.4103/0975-1483.66810
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-27-2012/wie-der-antikoerper-tgn1412-hoffnungen-der-immunologen-zerstoerte
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2964774/
https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2006&S=45
http://www.paediatrix.de/pdfs_articles/jahr2010_ausgabe03_295_d37982dc278ae53a7e452fadedf929be.pdf

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(Nicht)-Übertragbarkeit von Tierversuchen

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Gruß Hubert

Das Tierleid hinter COVID-19   Leave a comment

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Wieder mal werden Tiere gequält, sprich gefoltert, weil der Mensch Corona verschuldet hat. Die Tierversuche haben so wie sie durchgeführt werden nichts mit Wissenschaft zu tun. Unzählige Mäuse müssen deswegen Höllenqualen erleiden. Im Journal von Ärzte gegen Tierversuche kommt der ganze Unsinn zum Vorschein.

Von Ärzte gegen Tierversuche

„Corona-Ausgabe“ ÄgT-Journal

Das ÄgT-Journal erhalten Mitglieder / Fördermitglieder.
Die „Corona-Ausgabe“ stellen wir jedoch allen Interessierten zur Verfügung.

 

Im Zuge der Corona-Krise ist es von großer Bedeutung, einen

Impfstoff zu entwickeln und Medikamente zu finden, die in –

fizierte  Menschen  vor  kritischen  Verlaufsformen  bewahren

oder Symptome lindern. All diese Ziele müssen extrem schnell

erreicht  werden.  Und  sie  müssen  der  Zielspezies  helfen,  also

dem Menschen. Denn die Verbreitung von SARS-CoV-2 erfolgt

so rasant, weil sich das Virus sehr gut auf seinen Wirt spezialisiert

hat. Keine andere Spezies ist so empfänglich wie der Mensch,

die Effektivität von Tierversuchen ist deshalb mehr als fraglich.

Hinzu  kommt,  dass  Tierversuche  bekanntermaßen  sehr  lang-

wierig sind. Wie lässt sich dann erklären, dass selbst während

der rasanten Verbreitung von SARS-CoV-2 an dieser Methode

festgehalten und „nach einem geeigneten Tiermodell“ gesucht

wird? Für uns Menschen bedeutet dies zu viel Zeit bis wirksame

Impfungen und Medikamente entwickelt werden. Und für die

Tiere bedeutet das immenses Leid.

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SARS-CoV-Ausbruch 2002 – unzählige „Tiermodelle“

und doch nicht auf den Menschen übertragbar

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Dies  zeigte  sich  bereits  im  Rahmen  des  ersten  SARS-CoV-Aus-

bruchs im Jahr 2002. Damals wurden u. a. Versuche mit 5 Affen-

arten  (Rhesusaffen,  Langschwanzmakaken,  Meerkatzen,  To-

tenkopfäffchen  und  Schnurbarttamarinen),  Ratten,  Mäusen,

Meerschweinchen, Hamstern, Frettchen, Katzen, Hühnern und

Schweinen  durchgeführt.  Die  Tiere  wurden  dabei  über  Vene,

Luftröhre oder die Nase mit unterschiedlichen Dosen verschie-

dener Stämme des Virus infiziert. Oder sie wurden in räumlicher

Nähe zu künstlich infizierten Tieren gehalten. Anschließend wur-

den sie über mehrere Tage bis Wochen auf Symptome beobach-

tet und zur Untersuchung von Organveränderungen getötet. 1-3

Alle Tierarten waren dabei anfällig für eine SARS-CoV-Infektion

und schieden teilweise auch Viren über Körperflüssigkeiten aus.

Allerdings waren Symptome und Verlauf nicht mit der mensch-

lichen Erkrankung zu vergleichen.

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Die Affen beispielsweise zeigten dabei in Abhängigkeit von der

Art und vom verwendeten Virusstamm keine bis hin zu schweren

Symptomen wie beschleunigte Atmung, Husten, Fieber, Durch-

fall, Appetitlosigkeit und starke Schlappheit. Auch die Befunde

in der Lunge waren sehr variabel, teilweise ohne Veränderungen

des Gewebes bis hin zu einer starken Entzündung der Lunge. 4-7

Vor allem bei den Langschwanzmakaken waren zum Teil starke

Krankheitssymptome zu finden, was sie laut Autoren der Studie

zu „guten Tiermodellen“ für das SARS-CoV-Virus macht.

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Allerdings zeigte kein einziger Affe so gravierende Symptome wie

manche Menschen oder verstarb durch eine SARS-Infektion. 2

Eine Übereinstimmung, die Frettchen mit Menschen haben, wird

dieser Tierart in der biomedizinischen Forschung zum Verhäng-

nis. Denn sie können ebenfalls an Grippe erkranken und dienen

deshalb  als  „Modellsystem“  zur  Erforschung  von  Viruserkran-

kungen der Atemwege. 9  Auch im Zuge des letzten SARS-CoV-

Ausbruches wurden sie künstlich infiziert, entwickelten zum Teil

hochgradige Veränderungen in Leber und Atemwegen, waren

lethargisch und starben. 10-12

Mäuse,  als  die  häufigsten  „Versuchstiere“,  wurden  ebenfalls

künstlich  infiziert.  Dabei  wurden  verschiedene  Stämme  mit

unterschiedlichen Defekten im Immunsystem „genutzt“. 13  Aller-

dings kam es bei ihnen durch die SARS-CoV-Infektion nur zu ge-

ringgradigen Veränderungen in den Atemwegen. Und nur ältere

Tiere zeigten Symptome wie Gewichtsverlust, Krämpfe, zerzaus-

tes Fell und Austrocknungsanzeichen. 4-6 Wochen alte Mäuse

dagegen hatten weder Symptome noch Organveränderungen. 3

Um die Problematik der mangelnden Übertragbarkeit von Mäu-

sestudien  auf  den  Menschen  zu  lösen,  wurden  sogenannte

„mausadaptierte  Stämme“  des  Coronavirus  entwickelt.  Diese

führten zu schweren Erkrankungen  bei den Tieren bis hin zum

Tod. 14,15

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Auch bei Ratten wurden mit demselben „Erfolg“ sol-

che veränderten Viren eingesetzt.  Dieser Ansatz ist aber völ-

lig absurd. Denn durch die Adaptation auf eine andere Spezies

(Maus oder Ratte) hat das Virus sich mehr oder weniger stark

verändert. Und dadurch ist es nicht mehr mit dem für Menschen

so gefährlichen Stamm vergleichbar. Eine andere Methode war

die gentechnische Veränderung von Mäusen durch Einbau be-

stimmter menschlicher Gene (sogenannte „humanisierte Mäu-

se“).  Dies  führte  dazu,  dass  die  Tiere  nach  Infektion  stärkere

Symptome  ausbildeten  und  gehäuft  starben. Allerdings

zeigten sie teilweise Symptome, die beim Menschen nicht auf-

tauchten,  wie  neurologische  Störungen.  Kein  Wunder,  denn

auch  wenn  ein  menschliches  Gen  in  die  Mäuse  eingepflanzt

wird, befindet dies sich immer noch in einem Mäuseorganismus

mit einem unterschiedlichen Immunsystem und eigenen (vom

Menschen verschiedenen) Genen. Deshalb ist das Wechselspiel

Maus – menschliches  Gen – Virus  nicht  vorhersagbar  bzw.  die

Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar.

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SARS-CoV-2 2020 – Tierversuche als Hemmschuh

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Im Rahmen der aktuellen Corona-Pandemie sind bereits etliche

Tierversuche gestartet. Meist wird auch hier zunächst an Mäu-

sen getestet. 19,20  Allerdings sind sie – wie oben erwähnt – als

„Krankheitsmodell“ nicht so gut geeignet, da sie wenig emp-

fänglich für das Virus sind. 21  Am Friedrich-Loeffler-Institut auf

der  Ostseeinsel  Riems  bei  Greifswald  werden  „Nutztiere“  wie

Schweine und Hühner, aber auch Frettchen und Fledermäusen

künstlich mit dem Virus infiziert. 22  Gerade für die empfindlichen

Frettchen heißt das ein mehrere Tage andauernder Leidensweg.

Auf Versuche an Affen liegt weltweit momentan der Schwer-

punkt. Dies führt sogar dazu, dass die Labore Probleme haben,

„Laboraffen“ zu bekommen. Es ist ein richtiger Wettstreit unter

den Forschern entstanden. Mit dem Ziel, als Erster einen Impf-

stoff oder ein Medikament gegen das Virus zu entwickeln. Denn

auf diejenige Forschergruppe, der dies gelingt, warten Geld und

Ruhm. Und das auf Kosten der Tiere, die in den vielfachen Ver-

suchen  qualvoll  leiden  müssen. 23   Völlig  außer  Acht  gelassen

wird  auch,  dass  momentan  an  mehreren  Standorten  auf  der

Welt dieselben Versuche gemacht werden.

(Aus S. 8 und 9)

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Hinweis:

Die Bilder können im Link angesehen werden, da ich mich keiner Urheberrechtsverletzung aussetzen möchte.

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https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/journale/aegt_journal_2020-02.pdf

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Gruß Hubert

Corona-Impfstoff – Zurück in die Zukunft?   Leave a comment

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Von aerzte-gegen-tierversuche.de

„Dies zeigt eindeutig, dass Tierversuche in der Forschung nicht sinnvoll sind – denn einen Impfstoff für Menschen gegen das erste SARS-Virus gibt es auch bis heute, 17 Jahre später, nicht.

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19.05.2020

Es fühlt sich an wie eine Zeitmaschine: Erbgut erfolgreich in kürzester Zeit entschlüsselt, erste Versuche an Affen waren vielversprechend, schon bald soll der Impfstoff an Menschen getestet werden. Klingt bekannt – tatsächlich handelt es sich um einen Bericht über SARS aus 2003.

Der Artikel im Deutschen Ärzteblatt berichtete über die Fortschritte der Impfstoff-Entwicklung gegen SARS-CoV, das „erste“ Coronavirus. Die Viren-Familie der Coronaviridae umfasst nämlich neben dem aktuell grassierenden SARS-CoV-2 auch das SARS-CoV-1, welches 2002 in China entstand. Damals löste dieses Virus eine Pandemie aus, bei der weltweit knapp 800 Menschen an den Folgen starben.

Auch hier wurde mit Hochdruck an einer Therapie und vor allem einer Impfung geforscht. Sieht man sich die früheren Daten genauer an, wirkt dieses mehr als entlarvend: 2010 (also 7 Jahre nach Ausbruch der Pandemie) wurde u.a. an Mäusen ein Impfstoff getestet. Die Tiere zeigten aber nur begrenzte Immunität, die nach 18 Wochen sogar völlig verschwand. 2012, also fast 10 Jahre nach Ausbruch, zeigten geimpfte Mäuse zwar eine Antikörper-Bildung, aber nach Infektion mit dem Virus auch eine Autoimmunreaktion der Lungen, d.h. das Abwehrsystem richtete sich gegen das eigene Gewebe.

Kurz danach wurde die Forschung bezüglich eines Impfstoffes eingestellt. Begründung: das Virus tritt ja nicht mehr auf. Das macht misstrauisch, denn zu diesem Zeitpunkt war die Pandemie seit fast 10 Jahren vorbei und alle noch kurz vorher erfolgten Tierversuche waren erfolglos. Lag es vielleicht eher daran, dass die (tierversuchsbasierte) Forschung einfach nicht weitergekommen ist und dann eine Entschuldigung gesucht wurde, um dies klammheimlich unter den Tisch fallen zu lassen?

Christian Drosten, der aktuell bekannteste Virologe Deutschlands, verfasste 2003 einen Bericht, in dem zu lesen ist, dass, auch wenn das SARS-Virus wieder verschwindet, sich dieses in Tierreservoirs zurückziehen kann, von dem „[…] zu gegebener Zeit wieder eine Epidemie ausgehen […]“ kann. Auch das widerspricht der Glaubhaftigkeit der obigen Aussage – insbesondere, da 2012 MERS auftrat, ebenfalls eine Art Corona-Virus, bei dem bis heute keine Impfung für Menschen existiert. Spätestens ab da hätte – logisch betrachtet – die Forschung weitergeführt werden müssen.

Darüber hinaus wird in dem Bericht davon gesprochen, dass in frühestens 1 bis 2 Jahren mit einem Impfstoff zu rechnen ist, es „ermutigend“ sei, dass das Virus gut kultivierbar sei und es bereits Impfstoffe gegen tierische Corona-Viren, die z.B. Vögel oder Hunde infizieren, gibt.

Dies zeigt eindeutig, dass Tierversuche in der Forschung nicht sinnvoll sind – denn einen Impfstoff für Menschen gegen das erste SARS-Virus gibt es auch bis heute, 17 Jahre später, nicht. Jetzt wird wieder so getan, als seien Tierversuche unumgänglich, um einen Impfstoff zu finden und wie damals wird der Welt wieder vollmundig die nahe Rettung versprochen.

Mit all dem offenbart sich, neben der massiven und inakzeptablen Ineffektivität, ein weiteres Problem: Tierversuche sind Zeit- und somit auch (Steuer-)Geldfresser.

Gleichzeitig gibt es vielversprechende Erkenntnisse aus menschenfokussierter Forschung: mittels menschlicher Zellen können Mini-Organe (Organoide) im Labor gezüchtet werden, an denen sowohl der Infektionsweg als auch die Wirkung von möglichen Medikamenten nachvollzogen wird – was nur einen Bruchteil von Zeit und Geld kostet, das in das System Tierversuch versenkt wird. Wie wichtig diese menschenbasierte Forschung ist, wird z. B. dadurch deutlich, dass das angesehene Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin seine Lungenorganoide als „ideales Testsystem“ bezeichnet.

Vielversprechende, schnelle, günstige und menschenrelevante Ergebnisse gegenüber nicht übertragbaren, teuren, langwierigen und qualvollen Tierversuchen: aus der Vergangenheit sollte man lernen und den Fokus auf die Forschungsmethoden der Zukunft legen.

Dipl. Biol. Julia Radzwill

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Corona-Impfstoff – Zurück in die Zukunft?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 29. Mai 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

Getaggt mit

Tierversuche: Sponsor steigt aus – Red Bull soll nachziehen   Leave a comment

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Ich wünsche Red Bull nur Misserfolge in der Formel 1 so lange sie Tierversuche fördern. Dasselbe gilt für Wings for Life.

(„Der Wings for Life World Run ist ein seit 2014 jährlich im Mai auf 34 oder 35 Strecken in 33 Ländern weltweit zeitgleich stattfindender Wohltätigkeitslauf. Motto ist: „Laufen für die, die nicht laufen können“. Quelle: Wikipedia)

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Die Ball Corporation (Hersteller der Mason-Jars Einmachgläser) ist nicht länger als Platin-Partner von Wings for Life aufgeführt – einer von Red Bull unterstützten Wohltätigkeitsorganisation, die grausame Tierversuche finanziert, in denen Rückenmarksverletzungen künstlich hervorgerufen werden. Ball ist der erste Wings for Life-Förderpartner, der sich ausdrücklich von den schockierenden Tierversuchen distanziert; auch das österreichische Innenministerium überdenkt die Zusammenarbeit inzwischen.

Experimente an Affen, Mäusen, Ratten und Schweinen

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Unter anderem führten Experimentatoren Elektroden in die Muskeln eines Affen ein, zwangen ihn zu stressauslösenden Aufgaben, schnitten seine Wirbelsäule auf und leiteten Stromschläge in sein Nervensystem. In anderen Tests zerquetschten Experimentatoren Mäusen das Rückenmark, sodass sie teils gelähmt wurden, oder ließen Gewichte auf das Rückenmark von Schweinen und Ratten fallen, um Verletzungen zu verursachen. In diesen und weiteren Tierversuchen, die seit 2018 dokumentiert sind, wurden über 4.700 Tiere missbraucht und getötet – finanziert von Wings for Life und Unterstützern der Organisation.

Keine Hilfe für Patienten

Diese Tierversuche haben keinerlei Nutzen für menschliche Patienten: Insgesamt scheitern etwa 95 Prozent der Medikamente, die an Tieren getestet und als sicher und wirksam gelten, in klinischen Studien am Menschen und verschwenden wertvolle Zeit und Geld. Zusammen mit drei führenden Experten für Medizin und Rückenmark hat PETA USA der Ball Corporation eine Reihe wissenschaftlicher Erkenntnisse zukommen lassen, die die Unsinnigkeit der Rückenmarksversuche belegen – das Unternehmen entschied sich schließlich, seine Unterstützung für Wings for Life zurückzuziehen und eine Richtlinie zu verabschieden, die besagt, dass das Unternehmen „keine Tierversuche finanziert, durchführt oder in Auftrag gibt, es sei denn, dies ist ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben.“

PETA appelliert an Wings for Life, Red Bull und weitere Geldgeber

PETA USA fordert Wings for Life schon seit längerem auf, die Finanzierung dieser unmenschlichen Tierversuche zu beenden. Wir haben der Organisation eine detaillierte Liste vielversprechender tierfreier Forschungsmethoden gesendet, die den Patienten echte Hoffnung auf Behandlungen bieten. PETA Deutschland und PETA USA haben sich an alle weiteren Sponsoren von Wings for Life gewandt – darunter Red Bull – und diese aufgefordert, Balls Beispiel zu folgen und statt Tierversuchen ausschließlich tierfreie Forschung zu unterstützen. Das österreichische Innenministerium unternahm inzwischen erste Schritte und beantwortete unsere Anfrage: Das Ministerium unterstütze zwar das Gesamtziel der Wohltätigkeitsorganisation (Heilmethoden für Rückenmarksverletzungen zu finden), betonte aber, dass es „nicht zwingend […] jede [in WfL-finanzierten Projekten] ausgeführte Forschungsmethode wie Tierversuche unterstützt“ und daher bereits die finanzielle Förderung für den Wohltätigkeitslauf „Wings for Life Run“ 2021 neu prüft.

Was Sie tun können

jetzt petition unterschreiben

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https://www.peta.de/tierversuchssponsor-wings-for-life

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Gruß Hubert

Die leidsichtigen Augen des Karlheinz Deschner   1 comment

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In seiner kleinen Schrift „Für einen Bissen Fleisch“ führt Deschner aus: „Da die Krone der Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, lässt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen.“

Rebloggt von Tierfreund Wolfgang.

Von Karim Akerma

Denken wir an seinem Geburtstag am 23. Mai 1924 an Karlheinz Deschner, so haben wir zunächst seine fulminante Kriminalgeschichte des Christentums vor Augen. In diesem monumentalen Werk demonstriert der Autor seinen ungläubig staunenden Lesern eine vom verkirchlichten Christentum zu verantwortende Leidensgeschichte. Weitaus weniger bekannt ist, dass Deschner als Kirchenkritiker nicht nur auf Seiten unterdrückter Menschen steht, sondern auch an der Seite der Tiere.

Die von Menschen bis auf den heutigen Tag mitleidslos unterhaltene Qualgeschichte der Tiere gilt ihm sogar als das „schwärzeste Verbrechen“. Worin er sich mit Gandhi einig weiß. Deschner kritisiert am Alten Testament, was er eine „furiose Fressanweisung“ nennt: „Alles, was sich regt und lebt, sei eure Speise…“. In seiner Kriminalgeschichte des Christentums wendet Deschner sich gegen den Kirchenvater Augustinus, wo dieser den Vegetarismus „eine gottlose Ketzermeinung“ nennt. In seiner kleinen Schrift „Für einen Bissen Fleisch“ führt Deschner aus: „Da die Krone der Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, lässt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen.“

Noch weniger bekannt ist, und davon soll hier – ausgerechnet zu seinem Geburtstag – die Rede sein, dass wir es bei Deschner mit einem humanistischen Antinatalisten zu tun haben. Als Leidsichtiger weiß Deschner, dass Schmerz und Verzweiflung jedes einzelnen Lebewesens stets ernst zu nehmen ist und nicht dadurch schöngeredet werden darf, dass man auf das Glück anderer Menschen oder Tiere verweist, denen es besser geht oder gehen wird.

Deschner geht davon aus, dass schweres Leid erstens prinzipiell unabschaffbar ist und dass es zweitens unzumutbar ist. Diese Prämissen sind es, die ihn zur moraltheoretischen Position des Antinatalismus führen: Handle nach Möglichkeit so, dass keine neuen Menschen zu existieren beginnen, da sie unweigerlich leiden müssten. Auch mit seinem Antinatalismus steht Deschner der institutionalisierten Kirche diametral gegenüber, die ja mit dem Vermehrungsgebot des Alten Testaments eine ausdrücklich pronatalistische – die menschliche Vermehrung begrüßende – Haltung einnimmt. Ganz zu schweigen davon, dass die mittelalterliche Kirche die antinatalistischen Katharer in einem Ketzer-Kreuzzug auszurotten suchte. Von ihnen handelt Deschner im 7. Band seiner Kriminalgeschichte.

Seinen humanistischen Antinatalismus legt Deschner in dem kleinen Text „Frommer Wunsch. Für ein friedliches Ende der Menschheit“ in aller wünschenswerten Klarheit programmatisch dar. Unter der Überschrift „Frommer Wunsch“ präsentiert Deschner einen Wunsch, den man von einem dreifachen Vater vielleicht nicht so ohne Weiteres erwartet hätte und der manchen Lesern auf den ersten Blick nicht unbedingt von einer humanistischen Gesinnung zeugen mag:

„Zuerst wünsche ich, dass etwas ausbleibe. Sie meinen: der Krieg? Doch gehört der Krieg nicht zur Menschheit? Ist der Mensch nicht immer auch Unmensch? … Nein, nicht das Ausbleiben des Endes wünsche ich, sondern, dies unterliegt buchstäblich unsrem Einfluss: das friedliche Ende der Menschheit. Möge nun keiner mehr – mein erster Wunsch – ein Menschenkind zeugen. Das schmerzt nicht die Ungeborenen; es erspart ihnen viel. Und die Geborenen gewöhnen sich an alles – sogar, hundert Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg, schon an den Dritten.“

Man hat richtig gelesen: Deschner wünscht das Ende der Menschheit herbei! Hat man sich also in Deschner getäuscht? Ist er in Wahrheit ein Anti-Humanist von unerhörtem Ausmaß? Keineswegs. In dem Maße, in dem sich der von ihm vertretene Antinatalismus als Humanismus lesen lässt, bleibt Deschner Humanist. Hier schreibt kein missgünstiger Misanthrop, denn er wünscht „allen noch Atmenden hundert oder, warum kleinlich sein, weit mehr glückliche Lebensjahre…“ Den bereits existierenden Menschen also wünscht Deschner alles erdenkliche Gute. Gleichwohl empfiehlt er, nicht so zu handeln, dass neue Menschen zu existieren beginnen, weil unter ihnen zahllose wären, die das Unmenschliche als das Menschliche erleben müssten. Und dem möchte er, der den Krieg kennengelernt hat, keine weiteren Menschen aussetzen.

Aber, dieser Einwand erhebt sich sofort, täte man mit diesem wohlmeinenden Antinatalismus nicht den „Ungeborenen“ – verstanden als: die noch nicht Existierenden – Unrecht? Ließe sich nicht sagen, dass man die „Ungeborenen“ der Chance beraubte, zu leben zu beginnen? Deschner selbst schreibt oben: „Das schmerzt nicht die Ungeborenen; es erspart ihnen viel.“ Tatsächlich ist diese Formulierung etwas missverständlich, legt sie doch nahe, man könne „Ungeborenen“ etwas ersparen. Dem ist mitnichten so. Denn „Ungeborene/Nicht-Existierende“ ist ein Begriff, dem offenkundig nichts in der Realität entspricht. Man kann „ihnen“ nichts Gutes oder Schlechtes tun, indem man so handelt, dass „sie“ nicht zu existieren beginnen.

Und doch gilt: Handelt man so, dass neue Menschen zu existieren beginnen, so wird es nach allem, was wir aus Jahrtausenden Überlieferung wissen – und allen Fortschritten zum Trotz – auch künftig Kriege, Krankheiten und Verzweiflung geben. In Deschners Roman „Die Nacht steht um mein Haus“ lesen wir: „Alle Freuden des Lebens zusammengenommen sind nicht wert, eine einzige große Trauer aufzuwiegen. Nein, sie wiegen sie nicht auf, was man auch dagegen sagen mag, sie wiegen sie nicht auf, wer das sagt, kann nie einen großen, einen wirklich großen Schmerz gehabt haben.“ Neue Menschen dies erleben zu lassen, hält Deschner mit Recht für verfehlt, und es steht zu hoffen, dass sein humanistischer Antinatalismus – der es verdient, als ein wesentlicher Aspekt mitfühlender Weltsicht zur Kenntnis genommen zu werden – weite Verbreitung findet.

Quelle: hpd.de

Die leidsichtigen Augen des Karlheinz Deschner

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 23. Mai 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

Aufgeschnittene Schädel und ausgetretene Organe   Leave a comment

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Ist der Mensch doch ein Egoist. Weil Menschen glauben, dass diese grausamen Tierversuche für die Medizin nützlich sind, ist es ihnen egal, wenn die Tiere unter Folterqualen leiden und sterben. Jedenfalls ist das für die meisten Menschen kein Thema. Nur großer öffentlicher Druck könnten Tierversuche stoppen.

Von Peta.de

PETA USA undercover im Tierversuchslabor: Aufgeschnittene Schädel und ausgetretene Organe

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Sechs Monate lang recherchierte PETA USA verdeckt in den Laboren der Cleveland Clinic. Diese Einrichtung erhielt allein im Jahr 2019 über 100 Millionen US-Dollar an Steuergeldern von den National Institutes of Health (NIH), der US-Gesundheitsbehörde.

Aufgeschnittene Schädel

Die Experimentatoren der Cleveland Clinic nennen es ein „kraniales Fenster“. Weniger euphemistisch ausgedrückt ist es ein Loch im Kopf einer Maus, abgedeckt mit einer Glasscheibe, durch das das Gehirn sichtbar ist.

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Die Experimentatoren schneiden dafür in den Kopf der Tiere, bohren in den Schädel und legen so das Gehirn frei. Sie saugen einen Teil davon ab und machen so einen bestimmten Teil des Gehirns zugänglich. Darüber wird ein Deckglas platziert und eine Abdeckung aus Edelstahl auf den Schädel der Maus geklebt. Die Schmerzen der Mäuse werden nur am Tag der Operation und am Folgetag gelindert. Angeblich sollen mit diesen invasiven Versuchen Vorgänge im Gehirn erforscht werden – dabei sind die Ergebnisse in Bezug auf das menschliche Gehirn kaum relevant.

Tiere mit heraushängenden Organen

Die Experimentatoren der Cleveland Clinic züchten gezielt Mäuse, die zu einem sogenannten Beckenorganprolaps neigen. Dabei verschieben sich Uterus, Blase und Rektalgewebe und hängen sogar aus dem Körper heraus. Eine Maus, die der Ermittler von PETA USA Daisy nannte, litt unter einem blutenden Rektalprolaps. Die Maus war mindestens zehn Wochen lang gezwungen, ihr hervorstehendes Rektalgewebe hinter sich her durch die Einstreu zu ziehen. Ihre Hinterbeine hielt sie beim Laufen auf unnatürliche Weise gespreizt, da sie scheinbar kein Gewicht auf den Unterleib legen wollte.

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Daisy und die anderen wurden der Hilfskraft des Experimentators zufolge mehrfach zur Zucht verwendet und erhielten keine schmerzlindernden Mittel. Erst wenn Mäuse wie Daisy sich nicht mehr zur Zucht verwenden ließen, würden sie vergast. So endete auch Daisy.

Gelähmte Mäuse durch Injektionen

Experimentatoren injizierten Mäusen eine Chemikalie, die eine Entzündungserkrankung des zentralen Nervensystems auslöste. Die Tiere konnten kaum noch laufen und zogen ihre Hinterbeine nach. Mit dem Versuch soll angeblich Multiple Sklerose „nachgestellt“ werden – allerdings ist das, was den Mäusen widerfährt, kaum mit der menschlichen Erkrankung vergleichbar. Dass die Mäuse große Schmerzen leiden würden, war dabei einkalkuliert.

Der Ermittler von PETA USA sah außerdem, dass mehrere Mäuse in diesem Experiment gar nicht mehr laufen konnten. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich mit den Vorderbeinen zur Nahrung zu schleppen.

Um Bilder des Rückenmarks machen zu können, schnitten die Experimentatoren in den Rücken der Tiere und trennten ihre Muskeln von der Wirbelsäule.

Zusammengepferchte, vernachlässigte Tiere

In der Cleveland Clinic wurden bis zu fünf ausgewachsene Mäuse oder zwei ausgewachsene und ein Wurf Babys in Käfige von der Größe eines Schuhkartons gepfercht. Andere Mäuse mussten ganz alleine in ihrem Käfig ausharren.

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Die Mitarbeiter entfernten frühere Würfe oder überzählige ausgewachsene Tiere teils nicht aus den Käfigen, bevor neue Würfe geboren wurden. Unter diesen völlig unnatürlichen und unzumutbaren Bedingungen wurden die Babys teils von ihren extrem gestressten Eltern zu Tode getrampelt. Auch Kannibalismus kam vor.

Andere Mäuse wurden einfach irgendwo liegengelassen und vergessen:
Drei Mäuse ließ man ohne Nahrung und Wasser stundenlang in einem Pappbehälter sitzen, weil keine Experimentatorengruppe sie für sich beanspruchte. Zwei weitere Mäuse fand man in einem Käfig, der auf den Müll sollte. Eine Hilfskraft ließ zu, dass eine Maus über eine Stunde lang nach Luft rang, bevor sie das Tier tötete.

Schweine als lebende Übungsobjekte

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Auch Schweine mussten in der Cleveland Clinic leiden. Man hielt die sozialen, verspielten Tiere einzeln in kahlen Verschlägen. Ein Arbeiter sagte, einige der Tiere würden „zum Üben für neue Ärzte“ eingesetzt, andere für experimentelle Rektal-OPs.

Was Sie tun können

Stellen Sie sich vor, dies würde einem Hund oder einer Katze widerfahren. Mäuse leiden ganz genauso – nur weil sie kleiner sind, heißt das nicht, dass sie weniger empfinden. Bitte machen Sie sich gegen Speziesismus stark und setzen Sie sich gegen Tierversuche ein!


Jetzt Petition unterschreiben

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Aufgeschnittene Schädel und ausgetretene Organe

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. Mai 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

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